Kritiken von "ahohmann"

The Quake - Das große Beben

Action, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 02.04.2021
Der Film hat ein paar Rhythmusprobleme und baut sich langsam auf. Das gehört auch ein bisschen zum Genre - man erinnere sich an die amerikanischen Katastrophenfilmklassiker wie "Flammendes Inferno" oder "Airport" - auch wenn die heutigen ungeduldigen Massen vielleicht die Vorspeise einer solchen filmischen Charakterstudie am liebsten übersprängen und gleich zur digitalen Schlachtplatte wechselten.

Übrigens: Der Trailer des ersten Films ("The Wave - die Todeswelle") ist auf der Platte mitgeliefert und man sollte ihn unbedingt vorher anschauen, wenn . Sonst versteht man den Anfang von "The Quake" nicht.

Schließlich entsteht aber eine intensive Spannung (die für Menschen mit Höhenangst richtig anstrengend werden kann). Und die visuellen und Klang-Effekte sind sehr überzeugend.

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Forsaken - Mission Mars

Science-Fiction
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 18.03.2021
Der Film ist irgendwie unverständlich. Worauf will er hinaus. Soll es den politischen und medialen Filz in Russland denunzieren? Die Aufmersamkeitsökonomie im Allgemeinen, in der kein einzelnes Menschenleben mehr zählt? Die Profitgier? Soll es eine Parodie sein, in der sich der Film am Ende sogar selbst parodiert weil er Wendungen inszeniert, die einfach unverständlich sind? Was soll es sein? Man spürt, dass der Film hätte interessant werden können, wenn die entscheidenden Köpfe sich nicht selbst in kopflastige Erklärungsnot gebracht hätten. Ohne einen Beipackzettel ist der Film schwer einzunehmen. Immerhin muss man anerkennen, dass die Russen etwas für 5 MIllionen produzieren können, was die Amerikaner 50 Millionen gekostet hätte.

ungeprüfte Kritik

Ad Astra

Zu den Sternen - Die Antworten, die wir suchen, sind außerhalb unserer Reichweite.
Science-Fiction

Ad Astra

Zu den Sternen - Die Antworten, die wir suchen, sind außerhalb unserer Reichweite.
Science-Fiction
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.11.2020
Der Film ist sehr Brad-Pitt-zentriert, daher sollte man schon einmal keine grundsätzliche Allergie gegen ebendiesen mitbringen.

Vom allgemeinen Rhythmusgefühl erinnert der Film an "Interstellar". Auch der optische Gesamteindruck birgt Ähnlichkeiten, was vielleicht damit zu tun hat, dass in beiden Filmen das Team von Hoyte van Hoytema die Kameras führte. Auch die musikalische Untermalung mit den mittlerweile genretypischen langen elektronischen Klangflächen wirkt vertraut, nur dass sie diesmal vom anderen bekannten deutschen Filmkomponisten kommt, nicht Hans Zimmer, sondern Max Richter.

Man spürt ziemlich früh, dass sich der Film auf eine Begegnung zu arbeitet. Er gewöhnt den Zuschauer auch relativ früh an eine gewisse Langsamkeit, baut eine etwas andere Form der Spannung auf.

Es gibt immer das Risiko einer Enttäuschung, wenn ein Science-Fiction-Film sehr personenzentriert ist, denn man kann sich fragen: Wozu dann überhaupt den ganzen Aufwand um den futuristischen Rahmen, wenn das Wichtigste in den Gesichtern zu lesen ist? Ich fand den Film sehenswert, spannend, wenn auch einen Tick zu zäh, kann insgesamt auch verstehen, dass er der Kritik besser gefiel als dem allgemeinen Publikum.

Die entfernte Quelle der Erzählung soll "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad sein.

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Stronger

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.10.2020
Ziemlich ehrliche und doch zugleich auch taktvolle Erzählung über ein Attentatsopfer von Boston, Jeff Bauman, der nicht aufgibt und versucht, aus seinem Körper heraus zu holen, was noch geht. Für diese Resilienz wird Bauman vom Publikum geehrt und gefeiert. Was er dabei aber auslässt, ist die Heilung des psychischen Traumas, weswegen sich dieses immer wieder und vermehrt einlädt und ihm immer wieder die Kontrolle über sein Leben raubt.

Ausbaden darf es dann vor allem seine Gefährtin, gespielt von der Kanadierin Tatiana Maslany, die seit ihrer Leistung in der Serie "Orphan Black" niemandem mehr etwas zu beweisen hat. Die große Frage, die letztlich den Hauptspannungsbogen des Films bietet, wer von beidem am Ende den Kampf um die Beziehung gewinnt: die Liebe oder die Belastung. (Daher sollte man den Wikipedia-Artikel über Jeff Bauman erst lesen, wenn man den Film schon gesehen hat.)

Der Film gibt sich betont realistisch, die beiden Hauptschauspieler sind heraus ragend, vorteilhaft von Nebenrollen wie etwa der Britin Miranda Richardson unterstützt. (Eine winzige Nebenrolle und Bedeutung im Film finden übrigens auch Hightech-Beinprothesen aus Deutschland.) Er ist aber auch so auf die beiden Hauptfiguren, deren Beziehung und die vielen Leiden von Jeff Bauman zentriert und dabei so frei von effekthascherischem Melodrama, dass er offenbar die Bedürfnisse des US-Publikums nicht bedienen konnte und dort nur einen Bruchteil seiner Produktionskosten wieder einholte.

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Die Nile Hilton Affäre

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 25.10.2020
Ein korrupter und innerlich entleerter Polizist, dem irgendwann das Gewissen aufwacht, weil er sich durch die verschiedenen Schichten des Systems bewegt und sieht, das das System weiter oben noch viel korrupter als er selbst ist - das alles ist ein beliebtes Krimi-Motiv.

Das besondere an diesem Film ist der Einblick in die Gesellschaft Kairos beim Ausbruch des Arabischen Frühlings, einer Gesellschaft, die in einem langen Zerfall begriffen war, und in der sich offenbar alle daran gewöhnt hatten, einfach nur schnell noch so viel wie möglich für sich selbst heraus zu holen, bevor man zu irgendjemandes Bauernopfer wurde.

Ein bisschen erinnert dieses Ägypten aus 2011 auch an den Libanon aus 2020. Ein bisschen erschrickt man auch darüber, wie sehr das reale Kairo den Kulissen von Blade Runner und etlicher anderer Science-Fiction-Dystopien ähnelt. In die eigentliche Krimi-Intrige nach und nach eingewoben findet man die schnell wachsenden Unruhen im Land, bis beides dann im letzten Akt zusammenkommt.

Der Film wirkt sehr realistisch, frei von Effekthascherei, mit wenig musikalischer Untermalung. Manchmal bewegt er sich ein bisschen zäh, manchmal haftet die Kamera ein bisschen lange an den Gesichtern, ohne dass in diesen Gesichtern ein Sinn für eine längere Einstellung erkennbar wäre. Aber insgesamt versteht man danach die Wut viel besser, die 2011 auf dem Tahrir-Platz und anderswo ausbrach - und wahrscheinlich auch heute noch weiter schwelt.

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Intrige

Drama

Intrige

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 27.07.2020
Opulente historische Nachbildung, die von der visuellen Detailversessenheit von Roman Polanski profitiert. Die "Affäre Dreyfus" lieferte die berühmteste Zeitungstitelseite der französischen Geschichte mit dem famosen "J'accuse" ("ich klage an") des Schriftstellers Emile Zola.

Im Kontext des französischen Antisemitismus des späten 19. Jahrhunderts wurde aufgrund einer schludrigen Untersuchung ein Unschuldiger bestraft. Danach wollte man in den hohen Sphären nichts mehr wissen und nur noch den Ruf der Streitkräfte protegieren. Einige Leute stellten sich dagegen, darunter ein paar Namen wie Jean Jaurès und Georges Clémenceau, die später noch zu bedeutsamen Politikern aufsteigen würden. Und ein geradliniger Geheimagent.

Warum Polanski bei aller Mühe um historische Genauigkeit die fiktive Figur der Lebensgefährtin von Georges Picquart erfand, um doch wieder nur seine Frau Emmanuelle Seigner im Film zu platzieren, wo doch etliche andere französische Schauspielerinnen irgendwie besser gepasst hätten?

Es ist ein ruhiger Dialogfilm, die meisten Schauspieler geben ihr Bestes, und die Epoche ist aufwendig rekonstruiert. Wer grundsätzlich keinerlei Interesse an französischer Geschichte hat, wird hier aber möglicherweise nicht wirklich satt.

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Fences

Drama

Fences

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 15.07.2020
Jahre nachdem die Truppe das Stück von August Wilson auf dem Broadway aufgeführt hatte, stellte sie sich hier noch einmal vor die Kamera von Denzel Washington, Regisseur und Hauptdarsteller. Es sind die selben Schauspieler wie auf der Bühne.

Der Dramaturg August Wilson, Sohn einer afro-amerikanischen Mutter und eines sudetendeutschen Vaters, schrieb einen "Pittsburgh Cycle" in 10 Stücken, um seinem Land das alltägliche Leben vieler afro-amerikanischer Existenzen zugänglich zu machen, das Amerika bis dahin weitgehend ignoriert hatte. Jedes Stück spielte in einem anderen Jahrzehnt, "Fences" ist in den 1950ern angesiedelt und ist eines der beiden Stücke der Reihe, die einen Pulitzer-Preis gewannen.

Alle 10 Stücke spielten in diesem seinem Herkunftsviertel in Pittsburgh, in dem auch der Film gedreht wurde. Aus dieser Warte ist dieser Film zu sehen, in dem recht wenig passiert. Alles steckt in den Dialogen und den Gesichtern - und eigentlich auch der Aussprache, die bei der Synchronisierung natürlich verloren geht. Die Darsteller sind sehr gut, die beiden Hauptdarsteller gigantisch.

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21 Bridges

Der einzige Ausweg führt über ihn!
Thriller, Krimi

21 Bridges

Der einzige Ausweg führt über ihn!
Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 07.07.2020
Klassischer und gut geölter "Nacht in New York"-Thriller mit einer hervorragenden, internationalen Besetzung, für die die Story dann doch vielleicht ein bisschen allzu klassisch ist. Aber es funktioniert, vor allem vom intensiven Charisma von Chadwick Boseman getragen und von der Kamera- und Belichtungsarbeit von Paul Cameron unterstützt.

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Pride

Nach einer außergewönlichen wahren Begebenheit.
Komödie, Drama

Pride

Nach einer außergewönlichen wahren Begebenheit.
Komödie, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 27.06.2020
Natürlich lebt der Film vom enormen Kontrast zwischen den Londoner Gays & Lesbians und den Bewohnern einer schon halb vergessenen Bergbauregion. Aber da war auch die Thatcher-Regierung, die versuchte, diese Regionen durch Minenschließungen ganz vergessen zu machen, während auf der anderen Seite AIDS gerade zu einem großen Thema geworden war. Dieser historische Hintergrund gibt der Story bei allem Humor und aller Menschlichkeit und allen Wohlfühl-Momenten und aller Brit-Pop auch immer eine gewisse Dramatik im Hintergrund. Dass diese Geschichte, die alles für einen Film hat, noch nicht früher verfilmt wurde, erscheint im Rückblick kaum verständlich.

Tolle Schauspieler. Viel Arbeit in der Rekonstruktion einer Epoche, die weiter weg scheint, als sie ist, und viel visuelle Arbeit auch in den Farben.

Ein herzerwärmender Film wie ich schon länger keinen mehr gesehen habe.

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Designated Survivor - Staffel 2

Serie, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 16.06.2020
Für mich sind die Dialoge der wichtigste Punkt, jedenfalls in der Originalfassung - schnell, witzig, smart. Ein paar neue Figuren beleben in der zweiten Staffel das Ensemble. Auch für das Set hat die Produktion deutlich mehr Geld locker gemacht, auch wenn die Räume deutlich großflächiger ausfallen als im Originalgebäude.

Die Action-Szenen und polizeilichen Ermittlungen sollen die Dramaturgie anreichern und mehr Rhythmus herein bringen, nicht unbedingt jedoch mehr Realismus. Manches soll US-Städte darstellen, manches England, gedreht wurde aber in Kanada.

Der Blick auf die Washingtonsche Politik wird schematisiert und wirkt mitunter naiv - ein ziemlich herziger und gesitteter Kontrast zu den aktuellen Wirklichkeiten. Man lernt aber auch einiges über das US-amerikanische politische System und seine zahlreichen Austarierungen und "checks & balances" und ständigen Kuhhandel.

Insgesamt spannend und unterhaltsam.

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Midway

Für die Freiheit.
Kriegsfilm

Midway

Für die Freiheit.
Kriegsfilm
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 05.06.2020
Sehr klassisches Kino, das von der Struktur her auch ein Film aus den Sechzigern sein könnte, jedoch mit aktuellen digitalen Effekten.

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Killing Gunther

Action, Komödie

Killing Gunther

Action, Komödie
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 23.05.2020
Auweia, es ist teilweise richtig anstrengend, dabei zuzuschauen, wie angestrengt sich die Figuren Mühe geben, superlustig zu sein. Eigentlich B-Movie-Trash. Doch irgendwann in den letzten zwanzig Minuten taucht Arnold Schwarzenegger auf und trägt genau so dick auf, überspitzt in der Originalfassung seinen österreichischen Akzent, stiehlt allen die Show und hat offensichtlich viel Spaß. Insofern ist er die Belohnung (oder das Ende der Bestrafung) für die vorangegangene Stunde.

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Ein Wunder - Staffel 1

Drama, Serie, Krimi

Ein Wunder - Staffel 1

Drama, Serie, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 22.05.2020
Es geschieht etwas, das physikalisch gar nicht möglich sein kann, und das bleibt zunächst ein eng behütetes Staatsgeheimnis. Doch es beginnt schon, manch ein Leben zu verändern. Am Ende bleibt nur ein Kopf kühl.

Niccolò Ammaniti sucht immer wieder den Kontrast: zwischen schön und hässlich, zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Moderne und traditionsverhafteten Landstrichen, zwischen Tod und Leben, spielt auch mit Zeitverschiebungen, die vielleicht doch keine sind, und schlägt gelegentlich Brücken ins Absurde, gerade weil die Wirklichkeit mitunter so absurd sein kann. Die Selbstbeherrschten verlieren die Fassung, die Unbeherrschten finden sie, und so verweben sich die verschiedenen Erzählstränge immer wieder miteinander.

Diese elegante Miniserie löst das Rätsel in der ersten Staffel noch nicht auf. Und sie nimmt sich Zeit, sucht keine unnötige Action, erforscht eher die Figuren und ihre Wege und lauernden Abwege. Wer Mystery-Serien mag, sollte sich diese italienische Produktion wirklich einmal anschauen.

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The State Within - Die Schattenmacht

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 03.05.2020
Spannender Polit-Thriller mit intelligentem Drehbuch und ständigen Weiterentwicklungen der Story. Es gibt keine Leerläufe. Niemand kann solche Miniserien so gut wie die Briten. Sehr sehenswert.

Ein bisschen fühlt man sich in der Umsetzung an die robuste englische Spionageserie "Spooks" erinnert (in Deutschland leider weitgehend unbekannt).

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Joker

Setz ein Grinsen auf.
Drama

Joker

Setz ein Grinsen auf.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 27.04.2020
Erstaunlich wie ein Film, wenn ihm ein großes Comic-Label anhängt, gigantische Geldsummen einfährt, und wie es so manche Ähnlichkeiten mit "A Beautiful Day" (Originaltitel "You Were Never Really Here") mit demselben Hauptdarsteller gibt, dieser aber über ein kleines Arthouse-Publikum kaum jemanden erreichte. Dabei tunken beide ihre Wurzeln (unter anderem) in die Martin-Scorcese-Filmografie. (Beide Filme haben übrigens einen weiteren, noch sehr jungen Schauspieler gemeinsam, Dante Pereira-Olson.)

Es ist auf jeden Fall ein interessantes und riskantes Experiment fernab der Regelwerke typischer Superhelden-Unterhaltung und kaum verwunderlich, dass die Meinungen so geteilt sind. Meine beiden Gehirnhälften streiten auch immer noch.

ungeprüfte Kritik

Shine - Der Weg ins Licht

Drama, Musik
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 11.04.2020
Wer nach dem Film weiter an der Vita des Pianisten interessiert ist, kann den Dokumentarfilm "Hello, I Am David" von Cosima Lange anschauen. Darin wird er auf einer Konzertreise begleitet. Leider ist der Film derzeit offenbar nicht für den Verleih freigegeben.

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Sleep Tight

Jemand beobachtet dich.
Drama

Sleep Tight

Jemand beobachtet dich.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 02.04.2020
Erschreckend smartes Skript - ein Psychothriller mit einer erzählerischen Struktur fast wie die eines Horrorfilms. Und wie die "REC"-Serie desselben Regisseurs spielt auch dieser Film fast gänzlich in einem einzigen Wohnhaus.

Luis Tosar spielt die Hauptfigur mit erlesener Perfidie: Das Empfinden von Glück ist ihm nicht möglich, es bleibt ihm aber als beste Annäherung, wenn er dafür sorgen kann, dass andere unglücklich sind. Das klappt recht leicht, außer bei einer Bewohnerin von unbeirrbar sonnigem Temperament, bei der sein Spiel dann alsbald außer Kontrolle gerät.

Ein paar Mal ertappt sich der Zuschauer dabei, zu merken, wie leicht er sich hinters Licht führen ließ.

ungeprüfte Kritik

Foxcatcher

Nach einer wahren Geschichte.
Drama

Foxcatcher

Nach einer wahren Geschichte.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.03.2020
Bemerkenswerte schauspielerische Leistungen der drei Hauptfiguren. Die Alchemie zwischen Tatum und Ruffalo funktioniert erstaunlich gut. Von Steve Carell, den man eher aus Komödien kennt, geht eine ständige, unheimliche Bedrohung aus, zumal er über alle anderen Figuren die Macht hat, die ihm sein Geld verleiht, und immer unklar bleibt, ob er sie als Menschen sieht, ob er sie als Haustiere hält, oder ob er sich (wie Michael Jackson mit seiner Neverland-Ranch) eine verspätete glückliche Kindheit konstruieren will.

Wenn man nach dem Film über die wahren Geschehnisse liest, ist es im Rückblick etwas schade, dass das Abdriften Du Ponts in immer paranoidere Parallelwelten nicht besser aufgebaut erklärt wird, sodass seinen Taten der erklärende Hintergrund fehlt und sie aus dem Nichts zu kommen scheinen. In Wirklichkeit hatte er ja offenbar schon früher Menschen mit Waffen bedroht.

Sein ganzes Leben unverdient im Geld zu schwimmen kann einen Menschen sehr entfremden.

ungeprüfte Kritik

Die rote Violine

Das Objekt der Begierde
Drama

Die rote Violine

Das Objekt der Begierde
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 04.03.2020
Biografie einer außergewöhnlichen Violine. Der Film hat viel Charme, die Musik ist möglicherweise die wahre Hauptdarstellerin und hat jedenfalls 2000 einen Oscar gewonnen. Der Film beginnt mit einer Szene wie einem Renaissance-Tableau, in der die Komparsen echte italienische Geigenbauer sind, die jede Geste kennen. Wir tauchen in fünf verschiedene Welten und Epochen ein, und treffen zum Beispiel das neunjährige Wunderkind Christoph Koncz in der Rolle von Kaspar Weiss. Aus all diesen Epochen entstehen Sensüchte und Ansprüche, die sich in den Besuchern eine 1997er Auktion in Montreal wiederfinden, welche die Rahmenhandlung bildet. Eine zweite Rahmenhandlung sind die 1681er Prophezeiungen einer alten Magd aus Cremona, die glaubt, einer werdenden Mutter die Zukunft zu erklären und noch nicht weiß, dass sie aus Gründen, die erst am Ende des Films erklärt werden, in Wirklichkeit die Zukunft eines Musikinstruments sieht, die mit der Mutter in einer Form der unsterblichen Liebe verwoben ist. Ein ambitioniertes Filmprojekt, das mit kleinen Mitteln gedreht wurde und vielleicht gerade deswegen einen gewissen Zauber ausübt.

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Nurejew - The White Crow

Die wahre Geschichte eines Jahrhunderttänzers.
Drama

Nurejew - The White Crow

Die wahre Geschichte eines Jahrhunderttänzers.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 06.02.2020
Der Film erforscht die Entstehung der Motivation Nurejews, in den Westen überzulaufen, wo er später (was hier nicht gezeigt wird) zum Megastar des klassischen Balletts wurde. Nurejew wird hier als hochbegabter Tänzer und als weitgehend unzugänglicher, egoistischer und besessen der Kunst ergebener Mensch mit viel jugendlichem Charme dargestellt, der von klein auf vom Tanzen getrieben ist.

Um den Frankreichbesuch herum baut Ralph Fiennes die Figur mit Rückblenden in Kindheit und Jugend auf und zeigt, wie Nurejew sich mit Talent und Arroganz

In seinem dritten Film führt Ralph Fiennes eine sehr klassische Regie und einen moderaten Erzählrhythmus und hat sich robuste Schauspieler ausgesucht. Für Oleg Ivenko ist dies der erste filmische Auftritt; er ist ein heraus ragender Balletttänzer, was die gefilmten Tanzeinlagen glaubwürdig glänzen lassen.

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Once Upon a Time in Hollywood

Es war einmal in Hollywood...
Drama

Once Upon a Time in Hollywood

Es war einmal in Hollywood...
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 03.02.2020
Die meiste Zeit des Films hat man das Gefühl, einen Scorcese zu sehen, nur dass nicht viel passiert. Und in der letzten Viertelstunde sieht man dann einen Tarantino.

Tarantino zitiert gern etliche andere Filme in seinen Werken, und hier spitzt er das dann zu einer Hommage an Hollywood zu, in einer Zeit, in der die Karten der Branche neu gemischt wurden und sie sich anschickte, für die 70er Jahre ein ganzes Stück intellektueller und erwachsener und anlässlich des Vietnam-Kriegs auch politischer zu werden. Es sind die letzten Züge eines vergleichsweise sorglosen Zeitalters.

Eigentlich passiert nicht wirklich viel, man redet, fährt ein bisschen Auto, hört Musik, usw. Der Film lebt viel vom Charisma seiner Schauspieler, die sich alle ausnahmslos ins Zeug legen, von einer dauernden, unterschwelligen Ironie, und von einer sehr detailreichen Rekonstruktion des damaligen Hollywoods. Dabei fällt auf, dass der Nachspann für einen heutigen Film sehr kurz ist. Tatsächlich hat man offenbar komplett auf Computerbilder verzichtet. Außerdem wurde der Film ganz klassisch weitgehend auf 35-Millimeter-Zelluloid gedreht.

Tarantino habe gesagt, er wolle in seinem Leben 10 Filme drehen. Wenn das stimmt, dann ist das hier der vorletzte.

ungeprüfte Kritik

The Wolf's Call

Entscheidung in der Tiefe
Action, Thriller

The Wolf's Call

Entscheidung in der Tiefe
Action, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 28.01.2020
Der Regisseur war einst selbst Regierungsmitglied und kennt sich mit der Doktrin der französischen nuklearen Abschreckungsmaschinerie offenbar recht gut aus.

Im Detail gibt es manch unrealistische und bequeme Abkürzung. Und die Schauspielkunst arbeiten manche ein bisschen zu routinemäßig ab.

Aber insgesamt ist der Film auch für solche, die sich nicht zu den Genrefans zählen, spannend genug und sehenswürdig.

ungeprüfte Kritik

Love & Friendship

Drama, Lovestory

Love & Friendship

Drama, Lovestory
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 04.01.2020
Der Film lebt von seinen Dialogen, die man auf englisch besonders genießen kann. Die besonderen Leckerbissen sind die Gewandtheit, mit der Kate Beckinsales Figur sich aus allem herausredet und ein ständiger Subtext für alle sichtbar ist und doch nie ausgesprochen wird, sowie die Figur von Tom Bennett, die irgendwie im Nachhinein ins Drehbuch geschmuggelt wurde und einfach köstlich ist.

Die Inszenierung ist unaufgeregt bis statisch, fast wie in älteren BBC-Fernsehfilmen.

Ich empfehle auch die Interviews im Bonusmaterial, insbesondere mit Stephen Fry.

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Godzilla 2 - King of the Monsters

Long Live the King - Ihre Herrschaft beginnt.
Fantasy, Action

Godzilla 2 - King of the Monsters

Long Live the King - Ihre Herrschaft beginnt.
Fantasy, Action
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 05.11.2019
Godzilla 1 hatte Seele, insbesondere durch die Vater-Sohn-Beziehung, baute sich nach und nach auf, wirtschaftete sparsam mit den Momenten großen Spektakels und lieferte dann ein großes Finale. Godzilla 2 hingegen wirft schon von Anfang an mit visueller und auditiver Blendung nur so um sich, bis man fast hofft, dass nicht gleich schon wieder eine Monsterkampfszene kommt, sondern das Buch vielleicht doch noch mal den Versuch einer Erzählung hergibt. Wieder einer dieser Filme, die zeigen, dass visuelle Effekte eben ein gutes Drehbuch nicht ersetzen können.

ungeprüfte Kritik

The Invitation - Die Einladung

Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 31.10.2019
Nach dem Film konnte ich mich nicht entscheiden. War es nun ein gelungener, atomsphärisch intensiver Psychothriller? Oder hatte ich eben eine ziemlich weltfremde Klamotte gesehen? Mein Fazit: Aus dem Film nimmt man mit, was man dorthin mitbringt. Es hängt also vieles davon ab, wie man sich darauf einlässt. Ich gestehe aber, über manche Strecken hinweg nebenher Patiencen auf dem Smartphone gespielt zu haben. Und dennoch ist eine gewisse Originalität vorhanden.

ungeprüfte Kritik

Shazam!

Sag das Zauberwort.
Fantasy, Action

Shazam!

Sag das Zauberwort.
Fantasy, Action
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 30.10.2019
Nachdem man dachte, dass sich DC jetzt mit dem "Joker" in immer düsterere Gefilde zieht, scheint man gleichzeitig den umgekehrten Weg zu gehen und liefert hier quicklebendige Albereien, von Zachary Levi mit viel Energie getragen. Man sollte sich erinnern, welcher Mensch man war, als man 10 oder 12 Jahre alt war, dann hat man noch mehr davon. Eine echte Story sollte man nicht erwarten, sondern man kann sich einfach von der Komödienregister-Extrovertiertheit des Films überrollen lassen.

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Sully

Die wahre Geschichte hinter dem Wunder vom Hudson River.
Drama

Sully

Die wahre Geschichte hinter dem Wunder vom Hudson River.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 23.09.2019
Es gibt in der Filmgeschichte etliche Luftkatastrophenfilme nach ähnlichem Aufbau: Kennenlernen der Figuren, dann die Katastrophe, dann die Rettung. Hier ging Clint Eastwood einen anderen Weg, damit das Ereignis nicht die Personen in den Schatten stellt. Denn hier geht es wirklich um die Heldenfigur und seine fast unerschütterliche Ruhe im Sturm.

Eastwood verzichtet wie immer in seinen Alterswerken auf jede Effekthascherei, und die Spannung entsteht nicht durch das Ereignis (dessen Ausgang bestens bekannt ist, auch wenn viele hier erstmals den detaillierten Ablauf miterleben) sondern durch das Hinterher. Und das Hinterher ist der Fokus des Films. Dabei gibt es etliche kleine emotionale Momente.

Die eigentliche (Beinahe-)Katastrophe sehen wir erst später im FIlm, sozusagen als Bestandteil der Aufarbeitung der Frage: War der Held in Wirklichkeit nur der, der die Katastrophe überhaupt erst herbei führte und damit all diese Menschenleben in Gefahr brachte?

Einige Ähnlichkeiten bestehen mit dem Film "Flight" mit Denzel Washington.

Interessant ist nebenbei auch, einmal Aaron Eckhart in einer völlig unaufdringlichen Nebenrolle zu sehen.

ungeprüfte Kritik

Hunter Killer

Den Mutigen gehört der Sieg.
Action, Thriller

Hunter Killer

Den Mutigen gehört der Sieg.
Action, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 23.09.2019
Sehr unterhaltsam, mehrere Action-Erzählungsstränge parallel zueinander, immer ist etwas los.

Die Story ist natürlich ordentlich an den Haaren herbeigezogen. Und gegen eine Handvoll Amerikaner hat offenbar die halbe russische Marine keine Chance. Aber ach, was soll's. Man kann auch einfach die Knabberchen vorbereiten, gedankenlos zurücklehnen und das Spektakel genießen.

ungeprüfte Kritik

Destroyer

Es gibt nichts zu verlieren, wenn man bereits alles verloren hat.
Drama

Destroyer

Es gibt nichts zu verlieren, wenn man bereits alles verloren hat.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 01.08.2019
Harte Kost. So hätte man nie gedacht, Nicole Kidman zu sehen, da hat jemand viel aus ihr heraus geholt. Die Anlehnungen an das kalifornische Thriller-Genre der 1970er Jahre erfolgen ganz bewusst, nur diesmal mit Frau am Steuer - im doppelten Sinne der Regie und der Hauptrolle.

Eine ganz besondere Auszeichnung verdient hier die Maske. Auch bei naher Kamerafahrt ist das Ergebnis erstaunlich echt.

Und man freut sich, Tatjana Maslany wiederzusehen, deren Leistung in der kanadischen Serie "Orphan Black" wahrscheinlich in den Schauspielschulen der Welt gezeigt werden sollte.

ungeprüfte Kritik

Stretch

Action, Komödie

Stretch

Action, Komödie
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 01.08.2019
Sehr unterhaltsam. Das ist auch wahrscheinlich das einzige Ziel des Films. Ein paar sehr bekannte Schauspieler dürfen sich hier über sich selbst lustig machen.

ungeprüfte Kritik

Aquaman

Fantasy, Abenteuer

Aquaman

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 18.07.2019
Die DC-Superhelden ziehen nach und nach mit den Marvel-Konkurrenten nach, und nun hat auch die Justice League ihre muskulös-langhaarig-bärtige Naturgewalt als Pendant zu Thor. Allerdings kommt der nicht von oben aus dem All, sondern von unten aus dem Meer, und schwingt auch keinen Hammer, sondern eine ziemlich große Gabel. Der Handlungsstrang wird niemanden überfordern, aber bildlich ist es ganz großes, breites Kino.

ungeprüfte Kritik

Logan Lucky

Komödie, Krimi

Logan Lucky

Komödie, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.06.2019
"Ocean's 11" trifft "Ein Duke kommt selten allein". Hinter dem Pseudonym Rebecca Blunt hat offenbar Steven Soderberghs Frau das Drehbuch geschrieben. Sie selbst kommt aus West Virginia. Und ihrem Mann war es offenbar die Abkehr vom selbst verordneten Regie-Ruhestand wert.

Europäer mag der Streifen weniger ansprechen, als die kosmopolitische Ocean's-Reihe, da der Middlewest uns kaum bekannt ist. Aber die Schauspieler scheinen hier großen Spaß zu haben.

ungeprüfte Kritik

Babylon Berlin - Staffel 1 & 2

Willkommen in der Stadt der Sünde.
Serie, Krimi, Drama

Babylon Berlin - Staffel 1 & 2

Willkommen in der Stadt der Sünde.
Serie, Krimi, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 24.06.2019
So viel Liebe zum Detail! Solch eine sorgfältige, aufwendige Rekonstruktion einer Zeit! Ein paar kreative Freiheiten hat man sich schon genommen. Aber auch die Schauspieler scheinen von ihrer menschlichen Art her mehr den 1920ern als den 2010ern zu gehören, und passen daher ganz wunderbar in die Rollen. Sie dienen einer komplexen Geschichte, die sich nach und nach entfaltet. In der zweiten Staffel dehnt sich die Handlung immer mehr ins Politische aus, und es erscheinen die ersten Zeichen der nachfolgenden Katastrophe. Aber man sieht auch, wie die überbordende Lebendigkeit dieser Stadt und dieser Zeit regelrecht tanzend in die Katastrophe ging.

Ein bisschen fehlt es an Identifikationsfiguren, auch weil alle Dreck am Stecken haben. Aber es war eben auch - in einer Gesellschaft, die in großen Teilen einfach im Überlebensmodus war - eine ziemlich empathielose Zeit. Sonst wäre es danach nicht noch so viel schlimmer gekommen.

Ich hoffe sehr, dass die Serie fortgesetzt wird.

ungeprüfte Kritik

Die Eleganz der Madame Michel

Frei nach dem Roman 'Die Eleganz des Igels' von Muriel Barbery.
Drama

Die Eleganz der Madame Michel

Frei nach dem Roman 'Die Eleganz des Igels' von Muriel Barbery.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 29.05.2019
Sehr schöner, sensibler, ruhiger Film voller Charme und mit großartiger Besetzung. Josiane Balasko, in Frankreich ein Star, habe ich gar nicht erst wiedererkannt. Ihr Blick schaut ebenso mürrisch wie voller Menschlichkeit auf ihr Umfeld.

Der Film ist eine (etwas freie) Adaption des Romans "Die Eleganz des Igels", der in Frankreich ein Überraschungs-Hit war - vielleicht weil so viele Menschen sich mit dem Nicht-gesehen-Werden, oder mit dem Nur-als-Funktion-gesehen-Werden identifizieren können.

Sehe ich eigentlich die Menschen um mich herum?

ungeprüfte Kritik

High-Rise

Basierend auf dem Roman von J.G. Ballard.
Drama, Science-Fiction

High-Rise

Basierend auf dem Roman von J.G. Ballard.
Drama, Science-Fiction
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 21.05.2019
Wer nicht im voraus eine Grundsympathie für den Stoff von J.G.Ballard mitbringt, wird in diesem Film recht bald seine Orientierung verlieren. Die Schauspieler hatten offensichtlich viel Spaß, Tom Hiddleston bringt den Charme und die natürliche Eleganz ein, die man von ihm kennt. Ein eigenes visuelles Universum entsteht dabei auch. Doch es wird mitunter zu wildem Theater ohne richtig erkennbaren Sinn - wobei die Unerkenntlichkeit des Sinns offenbar gewollt ist. Der Film versteht sich als Metapher auf die gesellschaftlichen Schichten und die wachsende Spreizung der Ungleichheitsschere.

ungeprüfte Kritik

Sabotage

Die Jäger werden zu Gejagten.
Action, Krimi, 18+ Spielfilm

Sabotage

Die Jäger werden zu Gejagten.
Action, Krimi, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 21.05.2019
Man freut sich, ein paar solide Schauspieler zu sehen, und Schwarzie sowieso, auch wenn er weiterhin maximal drei verschiedene Gesichtsausdrücke kennt (also immerhin einen mehr als Jet Li oder Jason Statham).

Ohne diese bekannten Gesichter und solide Schauspielkunst könnte der Film aber genau so gut irgendein Fernsehfilm auf Tele 5 sein. Das fängt dann schon gleich am Anfang damit an, dass sie in ein volles Haus mit großer Party eindringen und die gesamte Party auf einmal vom Erdboden verschluckt ist. Die gesamte Produktion wirkt irgendwie sehr kostenbewusst.

Und warum manche Figuren auf einmal das tun, was sie tun, bleibt oft unerklärt.

Und warum der Regisseur solch eine Faszination für blutige Eingeweide hat, will man auch lieber nicht wissen.

ungeprüfte Kritik

Mission Impossible 6 - Fallout

Action, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 07.02.2019
Eine Mission Impossible wie immer. Die Story ist wie immer hanebüchen und voller Logiklöcher. Tom Cruise darf wie immer seine draufgängerische Ader zeigen und demonstrieren, wie cool es ist, dass er seine Stunts natürlich selbst absolviert und auch selbst unter dem Hubschrauber hängt und was das den Mittfünfzigern wie ihm für einen Mut machen sollte. Aber kurioserweise bestehen hier die Längen manchmal ausgerechnet aus den Action-Szenen. Immerhin gibt es ein paar richtig schöne Bilder aus Paris und London. Teuer sieht der Film allemal aus. Wer die anderen (wie viele waren es noch mal?) Filme der Serie gut fand, wird hier nicht mal grundsätzlich enttäuscht.

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Her

Drama, Lovestory, Science-Fiction

Her

Drama, Lovestory, Science-Fiction
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 06.12.2018
Erschreckende Fortführung von Entwicklungen und Logiken, die wir heute bereits am Werk sehen. Technologie trennt die Menschen immer mehr von einander, sodass sie sich aus Angst vor Menschen immer mehr in die Technologie flüchten - ein Teufelskreis. Bis irgendwann nur noch künstliche Intelligenzen überhaupt ein Gespür für die menschlichen Sehnsüchte entwickeln und diese bedienen können. Mit der Möglichkeit, dass diesen KI die Menschen alsbald zu langweilig und das Bedienen ihrer Sehnsüchte zu hohl erscheint und sie weiterziehen weil es außer dem Fühlen beim Menschen so wenig zu lernen gibt.

Ich muss beim Sehen des Films eine Mischung aus Faszination und Ungeduld gestehen. Die Langsamkeit eines Films verbirgt manchmal auch die Eitelkeit der Filmemacher. Andererseits ist da auch viel versteckte Ironie, denn in dieser Welt von "Her" ist so vieles so sehr in Ordnung und der Frieden so perfekt, dass irgendwie gar nichts in Ordnung ist. Die Geschäftsmodelle haben sich auch in die tiefsten menschlichen Sehnsüchte gebohrt und Wechselwirkungen zwischen ihnen so gut wie aufgehoben. Und was wie Science-Fiction anmutet, ist eigentlich heute schon da. Das hat mich fasziniert - wie viel von dieser Fiktion eigentlich schon real ist - und wie viele Menschen auch heute schon in simulierten Fiktionen leben, völlig verlaufen und verloren im Labyrinth ihrer eigenen Kopflastigkeit.

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Ready Player One

Kämpfe für eine bessere Realität.
Science-Fiction

Ready Player One

Kämpfe für eine bessere Realität.
Science-Fiction
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 06.12.2018
Ein handwerkliches Prachtstück vom Großmeister Spielberg.

Vom Skript her weiß man allerdings in dem Augenblick, in dem von drei Schlüsseln die Rede ist, dass es sich doch wieder nur um eine dieser Artefakt-Schnitzeljagden handelt, zu denen Hollywood leider immer wieder Science-Fiction- und Fantasy-Geschichten komprimiert.

Aber visuell auf der Höhe der Zeit.

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Ein Mann namens Ove

Nach dem Bestsellerroman von Fredrik Backman.
Komödie, Drama

Ein Mann namens Ove

Nach dem Bestsellerroman von Fredrik Backman.
Komödie, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 06.11.2018
Schwedens Antwort auf Clint Eastwoods "Gran Torino". Auch hier darf ein griesgrämiger Witwer, der versucht, die Zeit bis zum Ende mit Gewohnheiten zu füllen und gelegentlich auch, diese Zeit zu verkürzen, doch wieder aufweichen und wird dabei von zunächst eher misstrauisch beäugten Nachbarn mit Migrationshintergrund aus der Reserve gelockt. Auf einmal wird er wieder gebraucht.

Eine berührende Parabel über die Menschlichkeit, die eigentlich in allen wohnt, der aber manchmal nur ein passendes Gegenüber fehlt, um sich auch auszudrücken.

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Greatest Showman

Sein Traum hat die Welt für immer verändert. Mach das Unmögliche wahr!
Musik

Greatest Showman

Sein Traum hat die Welt für immer verändert. Mach das Unmögliche wahr!
Musik
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 16.10.2018
Sehr märchenhafte Darstellung eines Lebensausschnitts des großen Entertainers und Zirkusdirektors Barnum, voller Leben und Farbe und guten Absichten. Die Story ist sehr stilisiert und folgt dem vorhersehbaren Auf und Ab von Erfolgen und Rückschlägen wie man sie aus der Drehbuchschreiberschule kennt, aber das ist auch nicht das Wichtige. Man bekommt hier ein herzliches Wohlfühl-Spektakel für die ganze Familie, der Widerstand gegen ein solch buntes Unterhaltungsaufgebot und seinen immer wieder verblüffende Choreografien ist zwecklos.

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Dope

Das Leben hier ist krass für einen Nerd.
Drama

Dope

Das Leben hier ist krass für einen Nerd.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 16.10.2018
Bunt, unterhaltsam, findig, mit interessantem Spannungsfeld zwischen Oberflächlichkeit und Leben-und-Tod-Situationen, exzellenten Jungschauspielern, deren Figuren Dinge als selbstverständlich erleben, die der Normalbürger schon fast als Kriegszustand sähe. Sympathisch und irgendwie auch absurd, der Galgenhumor ist nie weit.

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Sicario

Auftragskiller
Thriller, Krimi

Sicario

Auftragskiller
Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 24.09.2018
Emily Blunt hat hier, nicht nur als Figur allgemein, sondern auch in ihrer rechtlichen Funktion als FBI-Ermittlerin, eher eine Zeugen- oder sogar Feigenblattfunktion denn einen Mittelpunkt in der Handlung. Der Streifen zeigt, wie weit man herab sinken muss, um den wahrscheinlich verzweifelten Kampf mit den Drogenproduzenten aufzunehmen, und wie sehr sich beide Seiten letztlich ähneln, oder nach und nach aneinander angleichen und die Rechtsordnung in den Hintergrund rückt. Die schauspielerische Leistung ist herausragend, die Bedrohung immer im Hintergrund, insbesondere auch durch die außergewöhnliche Musik des leider wenig später verstorbenen Isländers Jóhann Jóhannsson. Das bildliche Ambiente in Kombination mit der Musik ist nicht ganz unähnlich mit dem eines Christopher Nolan. Der Regisseur hat auch als einer der wenigen den guten Geschmack, bei Aufnahmen in Mexiko nicht gleich den Gelbfilter vor die Kamera zu kleben. Die Spannung ist hier eher psychologisch als rein vordergründig. Keine leichte Koste.

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The November Man

Es gibt keine Ex-Spione.
Thriller, Krimi

The November Man

Es gibt keine Ex-Spione.
Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 24.09.2018
Klassischer Ex-Agent-wird-von-seiner-Vergangenheit-eingeholt-Streifen, dem Pierce Brosnan einen gewissen James-Bond-Anstrich gibt, bei dessem Drehbuch aber wieder einmal für den Unterhaltungswert jede Schlüssigkeit geopfert wurde. Wer so etwas mag, wird hier den gewünschten Wiedererkennungseffet und Unterhaltungswert finden.

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Geostorm

Science-Fiction, Thriller

Geostorm

Science-Fiction, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 01.08.2018
Ich muss gleich sagen, dass mir "Geostorm" Spaß gemacht hat - wozu ich allerdings von Anfang an das Hirn in den Urlaub geschickt habe. Denn die Story ist so hanebüchen, dass sie für jeden mit einem IQ über 50 eine Beleidigung ist. Es ist reine Unterhaltung.

Gerard Butler als intellektuelles Jahrhundertgenie ist eine reine Fehlbesetzung, aber da es ein Actionfilm sein soll, passt es wieder.

Da der Regisseur schon mehrfach als Drehbuchautor für Roland Emmerich unterwegs war, ist ein gewisser Wiedererkennungseffekt nicht ganz überraschend.

Aber, wie gesagt: Wenn man nichts erwartet, macht der Film Spaß.

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Mr. Turner

Meister des Lichts
Drama

Mr. Turner

Meister des Lichts
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 01.08.2018
"Mr. Turner" dürfte für Timothy Spall, der ein typischer "Charakterdarsteller", also auf Nebenrollen abonniert ist, die Rolle seines Lebens sein.

Dieser Film ist ruhig, sehr ruhig. Und lang. Und anders als die meisten anderen Filme beliefert er uns nicht mit herausragend schönen Gesichtern.

Und dennoch ist er voller Schönheit. Viele Einstellungen sind so meisterhaft komponiert, dass ich einfach nur auf Pause drückte und sie wie Gemälde genoss, nicht selten mehr flämischer denn englischer Inspiration, etwa wie einen Vermeer. Manche Dialogszenen bestehen aus einer einzigen, langen Einstellung, aber man möchte eigentlich gar nicht wirklich, dass ein Schnitt dieses Gemälde unterbricht.

Und obschon Turner auch von seinen abstoßenderen Seiten gezeigt wird, etwa mit seiner höchstmöglichen Distanz zu den eigenen Kindern, so ist der Film doch auch voller liebevoller Zärtlichkeit für und zwischen seinen Protagonisten.

Vielleicht ist das, was dem Erlebnis dieses Films am nächsten kommt, ein Museumsgang.

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Die Verlegerin

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 13.07.2018
Mit einem solchen Team kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Hier geht es um die "Pentagon Papers", einen zentralen Moment in der amerikanischen Geschichte der Pressefreiheit, an die mit diesem Film in dieser Zeit natürlich nicht ohne Hintergedanken erinnert wird.

Der deutsche Titel "Die Verlegerin" fokussiert sich auf die Rolle von Meryl Streep, die hier in der Tat überzeugend darstellt, wie sich eine Erbin, die Zeit ihres Lebens etliche Selbstzweifel hatte, zur Unternehmerin wandelt und zu bahnbrechenden Entscheidungen durchringt, die den Weg des Lokalblatts "Washington Post" zur Publikation mit Weltruf ebnen.

Aber der Originaltitel "The Post" gibt akkurater her, dass es eigentlich eine ganze Truppe an Charakteren ist, allesamt meisterhaft gespielt und von Spielberg geführt, die diese historischen Tage darstellt, und in denen viel vom seinerzeit unzertrennbaren Duo Katharine-Graham-Ben-Bradlee abhing.

Es gilt das gleiche wie bei "Lincolm" vom selben Regisseur: Ein Grundinteresse für, und eine Grundkenntnis in amerikanischer Geschichte sind hilfreich, um den Film besser zu genießen, da die Intensität nicht so sehr vom Rhythmus her kommt, sondern vom Wissen um die Bedeutsamkeit des Moments.

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The Nice Guys

Nett war gestern.
Krimi, Action

The Nice Guys

Nett war gestern.
Krimi, Action
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 13.07.2018
"Buddy Movie" zwar relativ klassischer Faktur, in dem aber die beiden Hauptdarsteller sich selbst dergestalt auf die Schippe nehmen und gleichzeitig die "Alchemie" zwischen ihnen so gut funktioniert, in dem auch die schrillen 1970er so viel Farbe und Dekadenz einbringen und eine Zeit malen, die ganz gegen Puritanismus und "politische Korrektheit" ging, dass es richtig Spaß macht. Erstmals seit Langem kann ich hier sogar Ryan Gosling ertragen.

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