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Kritiken von "ahohmann" aus

166 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Foxcatcher
    Nach einer wahren Geschichte.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.03.2020
    Bemerkenswerte schauspielerische Leistungen der drei Hauptfiguren. Die Alchemie zwischen Tatum und Ruffalo funktioniert erstaunlich gut. Von Steve Carell, den man eher aus Komödien kennt, geht eine ständige, unheimliche Bedrohung aus, zumal er über alle anderen Figuren die Macht hat, die ihm sein Geld verleiht, und immer unklar bleibt, ob er sie als Menschen sieht, ob er sie als Haustiere hält, oder ob er sich (wie Michael Jackson mit seiner Neverland-Ranch) eine verspätete glückliche Kindheit konstruieren will.

    Wenn man nach dem Film über die wahren Geschehnisse liest, ist es im Rückblick etwas schade, dass das Abdriften Du Ponts in immer paranoidere Parallelwelten nicht besser aufgebaut erklärt wird, sodass seinen Taten der erklärende Hintergrund fehlt und sie aus dem Nichts zu kommen scheinen. In Wirklichkeit hatte er ja offenbar schon früher Menschen mit Waffen bedroht.

    Sein ganzes Leben unverdient im Geld zu schwimmen kann einen Menschen sehr entfremden.
  • Die rote Violine
    Das Objekt der Begierde
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 04.03.2020
    Biografie einer außergewöhnlichen Violine. Der Film hat viel Charme, die Musik ist möglicherweise die wahre Hauptdarstellerin und hat jedenfalls 2000 einen Oscar gewonnen. Der Film beginnt mit einer Szene wie einem Renaissance-Tableau, in der die Komparsen echte italienische Geigenbauer sind, die jede Geste kennen. Wir tauchen in fünf verschiedene Welten und Epochen ein, und treffen zum Beispiel das neunjährige Wunderkind Christoph Koncz in der Rolle von Kaspar Weiss. Aus all diesen Epochen entstehen Sensüchte und Ansprüche, die sich in den Besuchern eine 1997er Auktion in Montreal wiederfinden, welche die Rahmenhandlung bildet. Eine zweite Rahmenhandlung sind die 1681er Prophezeiungen einer alten Magd aus Cremona, die glaubt, einer werdenden Mutter die Zukunft zu erklären und noch nicht weiß, dass sie aus Gründen, die erst am Ende des Films erklärt werden, in Wirklichkeit die Zukunft eines Musikinstruments sieht, die mit der Mutter in einer Form der unsterblichen Liebe verwoben ist. Ein ambitioniertes Filmprojekt, das mit kleinen Mitteln gedreht wurde und vielleicht gerade deswegen einen gewissen Zauber ausübt.
  • Nurejew - The White Crow
    Die wahre Geschichte eines Jahrhunderttänzers.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 06.02.2020
    Der Film erforscht die Entstehung der Motivation Nurejews, in den Westen überzulaufen, wo er später (was hier nicht gezeigt wird) zum Megastar des klassischen Balletts wurde. Nurejew wird hier als hochbegabter Tänzer und als weitgehend unzugänglicher, egoistischer und besessen der Kunst ergebener Mensch mit viel jugendlichem Charme dargestellt, der von klein auf vom Tanzen getrieben ist.

    Um den Frankreichbesuch herum baut Ralph Fiennes die Figur mit Rückblenden in Kindheit und Jugend auf und zeigt, wie Nurejew sich mit Talent und Arroganz

    In seinem dritten Film führt Ralph Fiennes eine sehr klassische Regie und einen moderaten Erzählrhythmus und hat sich robuste Schauspieler ausgesucht. Für Oleg Ivenko ist dies der erste filmische Auftritt; er ist ein heraus ragender Balletttänzer, was die gefilmten Tanzeinlagen glaubwürdig glänzen lassen.
  • Once Upon a Time in Hollywood
    Es war einmal in Hollywood...
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 03.02.2020
    Die meiste Zeit des Films hat man das Gefühl, einen Scorcese zu sehen, nur dass nicht viel passiert. Und in der letzten Viertelstunde sieht man dann einen Tarantino.

    Tarantino zitiert gern etliche andere Filme in seinen Werken, und hier spitzt er das dann zu einer Hommage an Hollywood zu, in einer Zeit, in der die Karten der Branche neu gemischt wurden und sie sich anschickte, für die 70er Jahre ein ganzes Stück intellektueller und erwachsener und anlässlich des Vietnam-Kriegs auch politischer zu werden. Es sind die letzten Züge eines vergleichsweise sorglosen Zeitalters.

    Eigentlich passiert nicht wirklich viel, man redet, fährt ein bisschen Auto, hört Musik, usw. Der Film lebt viel vom Charisma seiner Schauspieler, die sich alle ausnahmslos ins Zeug legen, von einer dauernden, unterschwelligen Ironie, und von einer sehr detailreichen Rekonstruktion des damaligen Hollywoods. Dabei fällt auf, dass der Nachspann für einen heutigen Film sehr kurz ist. Tatsächlich hat man offenbar komplett auf Computerbilder verzichtet. Außerdem wurde der Film ganz klassisch weitgehend auf 35-Millimeter-Zelluloid gedreht.

    Tarantino habe gesagt, er wolle in seinem Leben 10 Filme drehen. Wenn das stimmt, dann ist das hier der vorletzte.
  • The Wolf's Call
    Entscheidung in der Tiefe
    Action, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 28.01.2020
    Der Regisseur war einst selbst Regierungsmitglied und kennt sich mit der Doktrin der französischen nuklearen Abschreckungsmaschinerie offenbar recht gut aus.

    Im Detail gibt es manch unrealistische und bequeme Abkürzung. Und die Schauspielkunst arbeiten manche ein bisschen zu routinemäßig ab.

    Aber insgesamt ist der Film auch für solche, die sich nicht zu den Genrefans zählen, spannend genug und sehenswürdig.
  • Love & Friendship
    Drama, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 04.01.2020
    Der Film lebt von seinen Dialogen, die man auf englisch besonders genießen kann. Die besonderen Leckerbissen sind die Gewandtheit, mit der Kate Beckinsales Figur sich aus allem herausredet und ein ständiger Subtext für alle sichtbar ist und doch nie ausgesprochen wird, sowie die Figur von Tom Bennett, die irgendwie im Nachhinein ins Drehbuch geschmuggelt wurde und einfach köstlich ist.

    Die Inszenierung ist unaufgeregt bis statisch, fast wie in älteren BBC-Fernsehfilmen.

    Ich empfehle auch die Interviews im Bonusmaterial, insbesondere mit Stephen Fry.
  • Godzilla 2 - King of the Monsters
    Long Live the King - Ihre Herrschaft beginnt.
    Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 05.11.2019
    Godzilla 1 hatte Seele, insbesondere durch die Vater-Sohn-Beziehung, baute sich nach und nach auf, wirtschaftete sparsam mit den Momenten großen Spektakels und lieferte dann ein großes Finale. Godzilla 2 hingegen wirft schon von Anfang an mit visueller und auditiver Blendung nur so um sich, bis man fast hofft, dass nicht gleich schon wieder eine Monsterkampfszene kommt, sondern das Buch vielleicht doch noch mal den Versuch einer Erzählung hergibt. Wieder einer dieser Filme, die zeigen, dass visuelle Effekte eben ein gutes Drehbuch nicht ersetzen können.
  • The Invitation
    Die Einladung
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 31.10.2019
    Nach dem Film konnte ich mich nicht entscheiden. War es nun ein gelungener, atomsphärisch intensiver Psychothriller? Oder hatte ich eben eine ziemlich weltfremde Klamotte gesehen? Mein Fazit: Aus dem Film nimmt man mit, was man dorthin mitbringt. Es hängt also vieles davon ab, wie man sich darauf einlässt. Ich gestehe aber, über manche Strecken hinweg nebenher Patiencen auf dem Smartphone gespielt zu haben. Und dennoch ist eine gewisse Originalität vorhanden.
  • Shazam!
    Sag das Zauberwort.
    Fantasy, Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 30.10.2019
    Nachdem man dachte, dass sich DC jetzt mit dem "Joker" in immer düsterere Gefilde zieht, scheint man gleichzeitig den umgekehrten Weg zu gehen und liefert hier quicklebendige Albereien, von Zachary Levi mit viel Energie getragen. Man sollte sich erinnern, welcher Mensch man war, als man 10 oder 12 Jahre alt war, dann hat man noch mehr davon. Eine echte Story sollte man nicht erwarten, sondern man kann sich einfach von der Komödienregister-Extrovertiertheit des Films überrollen lassen.
  • Sully
    Die wahre Geschichte hinter dem Wunder vom Hudson River.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 23.09.2019
    Es gibt in der Filmgeschichte etliche Luftkatastrophenfilme nach ähnlichem Aufbau: Kennenlernen der Figuren, dann die Katastrophe, dann die Rettung. Hier ging Clint Eastwood einen anderen Weg, damit das Ereignis nicht die Personen in den Schatten stellt. Denn hier geht es wirklich um die Heldenfigur und seine fast unerschütterliche Ruhe im Sturm.

    Eastwood verzichtet wie immer in seinen Alterswerken auf jede Effekthascherei, und die Spannung entsteht nicht durch das Ereignis (dessen Ausgang bestens bekannt ist, auch wenn viele hier erstmals den detaillierten Ablauf miterleben) sondern durch das Hinterher. Und das Hinterher ist der Fokus des Films. Dabei gibt es etliche kleine emotionale Momente.

    Die eigentliche (Beinahe-)Katastrophe sehen wir erst später im FIlm, sozusagen als Bestandteil der Aufarbeitung der Frage: War der Held in Wirklichkeit nur der, der die Katastrophe überhaupt erst herbei führte und damit all diese Menschenleben in Gefahr brachte?

    Einige Ähnlichkeiten bestehen mit dem Film "Flight" mit Denzel Washington.

    Interessant ist nebenbei auch, einmal Aaron Eckhart in einer völlig unaufdringlichen Nebenrolle zu sehen.
  • Hunter Killer
    Den Mutigen gehört der Sieg.
    Action, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 23.09.2019
    Sehr unterhaltsam, mehrere Action-Erzählungsstränge parallel zueinander, immer ist etwas los.

    Die Story ist natürlich ordentlich an den Haaren herbeigezogen. Und gegen eine Handvoll Amerikaner hat offenbar die halbe russische Marine keine Chance. Aber ach, was soll's. Man kann auch einfach die Knabberchen vorbereiten, gedankenlos zurücklehnen und das Spektakel genießen.
  • Destroyer
    Es gibt nichts zu verlieren, wenn man bereits alles verloren hat.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 01.08.2019
    Harte Kost. So hätte man nie gedacht, Nicole Kidman zu sehen, da hat jemand viel aus ihr heraus geholt. Die Anlehnungen an das kalifornische Thriller-Genre der 1970er Jahre erfolgen ganz bewusst, nur diesmal mit Frau am Steuer - im doppelten Sinne der Regie und der Hauptrolle.

    Eine ganz besondere Auszeichnung verdient hier die Maske. Auch bei naher Kamerafahrt ist das Ergebnis erstaunlich echt.

    Und man freut sich, Tatjana Maslany wiederzusehen, deren Leistung in der kanadischen Serie "Orphan Black" wahrscheinlich in den Schauspielschulen der Welt gezeigt werden sollte.