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Erschienen am:26.10.2007
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Handlung von Winterreise

Franz Brenninger (Josef Bierbichler) hat es zu Ansehen und Vermögen gebracht. Doch Brenninger stößt durch seine Launenhaftigkeit alle vor den Kopf. Mal stark und impulsiv, mal gefangen in sich selbst, steht ihm nur noch seine Frau Martha 'Mucky' Brenninger (Hanna Schygulla) bei. Als sein Unternehmen kurz vor der Pleite steht, lässt er sich auf ein zweifelhaftes Geschäft mit kenianischen Geschäftsleuten ein. Doch schon bald ist klar: Er steht vor dem Nichts. Wild entschlossen sich auf eigene Faust sein Geld zurückzuholen, tritt er mit der jungen Dolmetscherin Leyla (Sibel Kekilli) eine Reise nach Kenia an. Eine Reise, die ihn zu sich selbst führen wird...

Mit 'Winterreise' (2006) ist Regisseur Hans Steinbichler ein Film voller Kraft, Poesie und Humor gelungen. Mitreißend und berührend erzählt er die Geschichte eines Mannes, der keine Regeln kennt und das Leben kompromisslos herausfordert. 'Winterreise' ist der zweite Spielfilm von Steinbichler, dessen fulminantes Debüt 'Hierankl' (2003) von der Kritik gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Förderpreis Deutscher Film, dem Bayerischen Filmpreis und dem Adolf-Grimme-Preis mit Gold. 'Winterreise' ist großes Schauspielerkino: Der renommierte Film- und Theaterschauspieler Josef Bierbichler gibt in einer darstellerischen Tour de Force eine wahre Meisterleistung. An seiner Seite ist Sibel Kekilli in ihrer ersten großen Rolle seit ihrem Durchbruch in Fatih Akins Film 'Gegen die Wand' zu sehen, für den sie u.a. mit dem Deutschen Filmpreis 2004 ausgezeichnet wurde. Schauspiellegende Hanna Schygulla konnte für die Rolle als Brenningers Ehefrau Martha gewonnen werden.

Film Details


Winterreise


Deutschland 2006



Drama, Deutscher Film


Deutsch, Afrika, Interkulturell



23.11.2006


45 Tausend



Darsteller von Winterreise

Trailer zu Winterreise

Bilder von Winterreise

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Cover

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am
Zu anfangs kommen viele negative Gefühle gegen den Protagonisten Franz Brenninger auf (= Sepp Bierbichler wurde diese Rolle auf Leib und Charakter zurecht geschrieben), denn eigent-lich ist er ein richtiger Kotzbrocken. Er flucht, verarscht seine Umwelt, nimmt seine Frau nicht ernst (obwohl er sie trotz allem zärtlich liebt), erniedrigt seine Kinder (nicht ganz zu Unrecht übt er seine Kritik aus, aber leider unter die Gürtellinie), doch umso länger man sich dieser Ge-schichte hingibt – die zu anfangs sehr langsam „schwebt“ (vielleicht auch durch die eisige baye-rische Winterlandschaft) – merkt die Zuschauerin: eigentlich hat er recht. Sein einstmals stabiles Unternehmen ist von Großkonzernen in die Knie gezwungen worden; er steht vor der Pleite. Die unbandige Lebenslust, die der zügellose Mann in sich hat, wird von der Familie nicht ver-standen und von den Ärzten mit Tabletten „reguliert“. Seine Ehrlichkeit ist verletzend, aber es sind keine Lügen, die er seinen Mitmenschen auf den Kopf zusagt ! Nein, nur grobschlächtig, so wie das Leben mit ihm umgeht, agiert er in seinem Umfeld.
Er trifft auf Leyla, eine junge Kurdin, die seine Geschäftspost aus dem Englischen übersetzen soll – ein seltsames Angebot über Geldverschiebungen aus Kenia erreicht ihn und sofort läuten alle Alarmglocken: Das kann nicht gut gehen – das sind Gauner; jeder spürt das! Doch durch einen erneuten Schicksalsschlag (seine Frau droht zu erblinden und benötigt eine teure OP), lässt er sich auf den Deal ein und verliert prompt weitere 50.000 $ (die er nicht besitzt und die der Sohn für die Operation der Mutter überwiesen hat), anstatt zu seiner Rettung 750.000 $ zu erhalten. Total in Wut aufgelöst fährt er nach Afrika, mit Leyla im Gepäck, die sich von den Brenninger-Launen nicht so schnell verschrecken lässt. Dort findet er natürlich nur ein Elends-viertel bei der angegebenen Büroadresse – Wellblechbuden und zornige, hungrige, skeptische Menschen und ein es nicht glauben wollender alternder weißer Ex-Geschäftsmann, der sich immer wieder im Kreise dreht; diese Szene gehört zu den besten Metaphern in diesem Film. Natürlich kennt niemand den Vertragspartner! Auch die Deutsche Botschaft zieht sein Ansin-nen ins Lächerliche und nun ist die Schwermut das einzige was ihm noch bleibt; allerdings ent-steht dadurch aus der unansehnlichen Brenninger-Larve ein wundervolles leichtes Schmetter-lingsgeschöpf – als wären die garstigen Teile seiner Seele unter der afrikanischen Sonne wegge-schmolzen. Für ihn steht fest, dass er dieses Land nicht mehr verlassen will – es tut ihm gut; zum ersten Mal seit Jahren fühlt er wieder echtes Leben durch sich hindurchströmen. Er hat seine Würde wieder erlangt und das befähigt ihn zu dem Schritt, von diesem Leben zu einem neuen Anfang zu gehen. Die einzige, die ihn versteht ist Leyla, aber wohl auch die einzige, die wirklich um ihn trauert.
Der Film rollt die Endstationen eines vom „Glück verlassenen“ Mannes auf und tut dies in ei-ner solchen Intensität, dass diese schwere Traurigkeit noch länger im Betrachter klingen würde, wenn der Regisseur Hans Steinbichler (schon sein Debüt „Hierankl“ in 2003 ist ein geniales Stück Filmgeschichte – ebenfalls mit Sepp Bierbichler in der Hauptrolle) nicht im „Afrika-Teil“ seines zweiten Streifens alles in den Wandel setzt und somit die Zuschauerinnen mit der Leich-tigkeit und der Lust des schwarzen Kontinents überrascht. Allerdings erhält dieser Film seine Wirkkraft wohl in erster Linie durch einen genialen Sepp Bierbichler.

am
Ein genialer Film mit einem genialen Hauptdarsteller, aber, um in der Sprache des Filmes zu bleiben, nichts für A...hlöcher.

am
Ein kraftvoller Fim mit Poesie und Humor sowie einem großartigen Sepp Bierbichler."Winterreise" taucht uns in die Abgründe einer "ganz normalen" bayerischen Familie, dessen Familienoberhaupt der Eisenhändler Brenninger mehr und mehr dem Wahnsinn verfällt. Bierbichler zeigt diesen Prozess mit einer Intensität, die den Zuschauer so schnell nicht mehr los lässt.

am
Faszinierend...
Dies war wirklich mal wieder ein Film der mich völlig in seinen Bann gezogen hat, was hauptsächlich an der unglaublichen Performance des Hauptdarstellers Josef Bierbichler liegt. Er spielt die Rolle des völlig kaputten Franz Brenningers mit solch einer Wucht und Intensität wie ich sie selten in einem deutschen Film gesehen habe.

Dieser Film ist sicherlich keine leichte Kost für einen gemütlichen DVD-Abend mit Freunden, aber Filmfreunde sollten ihn sich nicht entgehen lassen.

am
Fünf Sterne für Hauptdarsteller Josef Bierbichler. Es gibt wohl nur wenige deutsche Schauspieler, die einen manisch-depressiven Charakter so gut rüberbringen können. Überzeugend. Vier Sterne für die schönen Bilder der Kamerafrau Bella Halben. Für den ganzen Film trotzdem "nur" 3 Sterne, weil mich die ganze Thematik rund um den allzu leichtgläubigen Hauptdarsteller nicht wirklich mitgenommen hat, irgendwie war mir das alles zu ausgedacht.

am
gut, spannend, aber Filmende könnte besser sein
Dieser Film war gut dargestellt, ein brillanter Schauspieler.
So könnte es jedem Kleinunternehmer gehen, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Nur das Ende hätte trotzdem klarer sein können.
Aber ist zu empfehlen.

am
Unterlassene Hilfeleistung
Der Film fängt gut an - äußerst überzeugend gespielt - aber in Afrika passieren dann doch einige zu unwahrscheinliche Dinge. Unklar blieb mir bis zuletzt das Motiv der mitreisenden Übersetzerin.
Letztlich handelt der Film eigentlich von unterlassener Hilfeleistung - man läßt einen psychotischen manisch-depressiven Menschen (Vater, Ehemann) ins Unglück laufen, statt seinen Seelenqualen mithilfe von kognitiver Psychotherapie und unterstützenden Psychopharmaka Linderung zu verschaffen und ihn so von seiner Verzweiflung zu befreien. Dazu hätte es nur ein wenig mehr Kraft seitens der (warum eigentlich??) schwachen Angehörigen bedurft, ihren angeblich geliebten Gatten/Vater mit sanftem Zwang einfach zur Nervenklinik zu fahren. Es dürfte doch klar sein, daß ein antriebsloser Kranker nicht von allein zum Arzt fährt! Statt dessen läßt man ihn unbehandelt in seinem Wahnsinn herum driften - da er an einer Psychose leidet - was natürlich (viel zu bemüht möchtegern-künstlerisch-anspruchsvoll zur textlich passenden musikalischen Untermalung) tragisch endet. Die Geschichte ist nicht gerade originell, sieht man von der Wendung ab, daß der Kranke einen Abstecher nach Afrika macht. Das Ende so übertrieben und unrealistisch (er durchlebt genau das gleiche, was er schon zuvor als Musikstück faszinierend fand), daß es mich direkt geärgert hat, in seiner Einfallslosigkeit und pseudo-intellektuellen Anmaßung. Der Film kann auch negativ bestätigend auf depressive Zuschauer wirken, was ich ziemlich riskant finde. Regisseur Steinbichler hätte besser daran getan, Hoffnung zu spenden und ein »happy end« zu wagen. Unklar bleibt mir, wieso die Übersetzerin den Kranken einfach in der Wüste aussteigen läßt, ohne irgend etwas zu sagen. Wieso der Kriminelle ohne Komplizen unterwegs war, angesichts seiner Fracht. Wieso die Übersetzerin überhaupt mit dem Kranken mitgefahren ist (um ihn dann einfach irgendwo auszusetzen ohne den Mund aufzukriegen?) Sorry, der Film war enttäuschend, wir sind uns da zu dritt einig. Die hervorragende schauspielerische Leistung von Josef Bierbichler kann daran nichts ändern. Und solche Filme vermitteln anderen Betroffenen auch die ganz falsche Botschaft. Leidende Kranke benötigen Hilfe, damit ihr Todeswunsch verschwindet. Ich finde es unverantwortlich, in schönen Bildern das Gegenteil zu verfilmen.

am
Einfach nur wirr
Ich fand den Film einfach nur wirr, eine wirre Handlung und ein wirrer Ablauf der Geschichte und ein unklares wirres Ende. Ich war kurz davor, den Film vorzeitig abzubrechen, habe ihn dann aber doch zu Ende geschaut, man will ja wissen, wie es ausgeht.

am
Obwohl ich ja Bayer bin hat mir dieser bayrische Film nicht gefallen. Irgendwie überträgt sich die depressive Haltung des Hauptdarstellers auf den ganzen Film. Nicht empfehlenswert.
Winterreise: 2,8 von 5 Sternen bei 118 Bewertungen und 9 Nutzerkritiken
Ihre Online Videothek präsentiert: Winterreise aus dem Jahr 2006 - per Post auf DVD zu leihen. Ein Film aus dem Genre Drama mit Josef Bierbichler von Hans Steinbichler. Film-Material © X Verleih.
Winterreise; 12; 26.10.2007; 2,8; 118; 0 Minuten; Josef Bierbichler, Hanna Schygulla, Sibel Kekilli, Frederike Schinzler, Annett Segerer, Andreas Lechner; Drama, Deutscher Film;