Daniels Leben ist ein Film, dessen Hauptrolle er abgegeben hat. Seine Gesten sind leere Gebärden, seine Umwelt ignoriert er. Die Kulisse ist der Botanische Garten Berlin, dort arbeitet er und verliert sich im Rauschen der Bäume, in der Stille der Natur. Mit Sticheleien versuchen seine Arbeitskollegen ihn aus seiner Abwesenheit zu locken. Daniel (Ken Duken) nimmt das zur Kenntnis und wendet sich ab. Abends sitzt er alleine vor dem Fernseher, nachdem er auf dem Weg nach Hause noch Steine von der Autobahnbrücke geworfen hat. Dann lernt er Jana (Franziska Weisz) kennen. Mit warmer Beharrlichkeit bricht sie in seine Welt ein, auch wenn Daniel zunächst überfordert ist. Er lässt sie nach einer Verabredung einfach alleine in der Kneipe zurück, schmeißt sie sogar aus seiner Wohnung. Scheinbar wie eine Reaktion auf die offensichtlichen Gefühle von Jana finden Daniels Exzesse einen neuen Höhepunkt, als er einen wehrlosen Jogger im Park erschießt. Natürlich erfährt niemand etwas von der Tat. Als Jana schon nicht mehr damit rechnet, erkennt Daniel, dass er sich doch zu ihr hingezogen fühlt. Er geht auf sie zu - und eine vorsichtige Liebesbeziehung entsteht. Endlich öffnet sich Daniel der Welt, zeigt Jana seine sanfte Seite. Sie zieht bei ihm ein, sie schmieden Pläne für eine gemeinsame Zukunft. Aber das Glück hält nicht lange. Eines Tages stehen unverhofft zwei Polizisten vor der Tür und wollen mit Daniel reden. Jana ist verwirrt. Verheimlicht Daniel ihr etwas? Auch ihr Arbeitskollege Christian redet hartnäckig auf sie ein, konfrontiert sie mit vermeintlichen Beschuldigungen gegenüber ihrem Freund. Jana weiß, dass Christian auf sie steht und neidisch auf Daniel ist, trotzdem wird sie misstrauisch. Als Daniel nicht zu Hause ist, durchsucht sie seine Wohnung und stößt auf ein verstecktes Tagebuch. Dort liest sie die verstörende Wahrheit über die Morde, die ihr Freund begangen hat. Trotzdem ist sie nicht bereit, ihren gerade wirklich werdenden Traum von der perfekten Beziehung aufzugeben. Und so entscheidet sie sich für ihn, in der Hoffnung, dass die Liebe stärker als die Wahrheit ist...
Der Film 'Distanz' erzählt eine tragische Liebesgeschichte eines Außenseiters und seiner Freundin. Die Stimmung schwankt zwischen Glück und Tragik, zwischen Liebe und blinder Hingabe. Ken Duken kämpft darin gegen sich selbst und seine Dämonen. Franziska Weisz hofft mit der Kraft ihrer Liebe ihn, und auch ein bisschen sich selbst, retten zu können. Der wortkarge Protagonist blickt auf seine Umgebung wie ein Zugfahrender, der durch das Abteilfenster die Welt vorbeirauschen lässt. Er nimmt nicht teil, beobachtet, wirkt wie hineingesetzt in das Spiel seines eigenen Lebens, in dem er nur eine Nebenrolle spielt. Regisseur Thomas Sieben macht nicht den Fehler, zu erklären, zu psychologisieren, sondern er zeigt einfach nur: einen Täter ohne Reue, eine Liebe ohne Zukunft. Damit gelingt ihm ein fesselndes Drama, präzise beobachtet und klar inszeniert, von internationalem Format. Beim internationalen Filmfest Oldenburg 2009 wurde 'Distanz' mit dem 'German Independence Award' - Bester Deutscher Film – ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es: "Distanz überzeugt mit intensivem Spiel und einer eindringlichen Kameraführung. Es ist ein Film ohne Verachtung, sondern mit viel Menschlichkeit, der kontrastiv zwischen Liebesgeschichte und Gewalt eine unvorhersehbare Geschichte erzählt. Ihm gelingt das schwierige Kunststück, Empathie für einen Soziopathen aufzubringen." Der Eröffnungsfilm der 'Perspektive Deutsches Kino' auf der Berlinale 2009, wurde auf zahlreichen weiteren, nationalen und internationalen Festivals präsentiert und hoch gelobt: International Istanbul Film Festival, Arizona International Film Festival, Edinburgh International Film Festival, Brooklyn International Film Festival, Karlovy Vary International Film Festival, Montreal des Films du Monde, Warsaw Film Festival und viele weitere.
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Daniel's life is a film whose leading role he has given up. His gestures are empty gestures, he ignores his environment. The backdrop is the Berlin Botanical Garden, where he works and loses himself in the rustling of the trees, in the silence of nature. His work colleagues try to lure him out of his absence with taunts. Daniel (Ken Duken) takes note of this and turns away. In the evening, he sits alone in front of the TV after throwing stones from the motorway bridge on the way home. Then he meets Jana (Franziska Weisz). With warm perseverance, she breaks into his world, even if Daniel is overwhelmed at first. He simply leaves her alone in the pub after an appointment, even throws her out of his apartment. Seemingly as a reaction to Jana's obvious feelings, Daniel's excesses reach a new climax when he shoots a defenseless jogger in the park. Of course, no one finds out about the crime. When Jana no longer expects it, Daniel realizes that he is attracted to her after all. He approaches her - and a cautious love affair develops. Daniel finally opens up to the world, Jana shows his gentle side. She moves in with him, they make plans for a future together. But the happiness doesn't last long. One day, two policemen unexpectedly show up at the door and want to talk to Daniel. Jana is confused. Is Daniel hiding something from her? Her work colleague Christian also persists in talking to her, confronting her with alleged accusations against her boyfriend. Jana knows that Christian likes her and is jealous of Daniel, but she still becomes suspicious. When Daniel is not at home, she searches his apartment and comes across a hidden diary. There she reads the disturbing truth about the murders committed by her boyfriend. Nevertheless, she is not ready to give up her dream of the perfect relationship, which is just becoming reality. And so she chooses him, hoping that love is stronger than truth...
The film 'Distanz' tells a tragic love story of an outsider and his girlfriend. The mood fluctuates between happiness and tragedy, between love and blind devotion. In it, Ken Duken fights against himself and his demons. Franziska Weisz hopes to be able to save him, and also a little bit of herself, with the power of her love. The taciturn protagonist looks at his surroundings like a train driver who lets the world rush by through the compartment window. He does not participate, observes, seems to be immersed in the game of his own life, in which he plays only a supporting role. Director Thomas Sieben does not make the mistake of explaining, psychologizing, but simply shows: a perpetrator without remorse, a love without a future. In doing so, he succeeds in creating a captivating drama, precisely observed and clearly staged, of international stature. At the 2009 Oldenburg International Film Festival, 'Distanz' was awarded the 'German Independence Award' - Best German Film. The jury's statement reads: "Distanz convinces with intense acting and haunting camera work. It is a film without contempt, but with a lot of humanity, which tells an unpredictable story in contrast between love story and violence. He succeeds in the difficult feat of mustering empathy for a sociopath." The opening film of 'Perspektive Deutsches Kino' at the Berlinale 2009 was presented and highly praised at numerous other national and international festivals: International Istanbul Film Festival, Arizona International Film Festival, Edinburgh International Film Festival, Brooklyn International Film Festival, Karlovy Vary International Film Festival, Montreal des Films du Monde, Warsaw Film Festival and many more.
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