In einem kleinen Dorf in den österreichischen Alpen steht ein ehemaliger Gasthof. Vor vielen Jahren, als es noch Sommerfrische gab, ein stattlicher Betrieb. Zwei Schwestern sind hier groß geworden: Sonja (Nora von Waldstätten) lebt nun in Berlin, sie ist Schauspielerin geworden, sehr erfolgreich, ein Fernsehstar. Die Karriere ging sehr schnell, sie ist erst Anfang dreißig. Sie hat viel erreicht in ihren noch jungen Jahren, doch etwas scheint ihrem Leben zu fehlen. Sie hält zu den Menschen Distanz, wie um sich zu schützen. Sie durchlebt Phasen von Traurigkeit. Außerhalb ihrer Arbeit und Professionalität wirkt sie immer ein wenig verloren. Heimatlos. Ihre Schwester Verena (Ursula Strauss), etwas älter, hat das Dorf nicht verlassen. Nach dem Unfalltod der Mutter lebt sie mit Mann und Kind in ihrem Elternhaus, das nun viel zu groß ist für die wenigen Bewohner. Doch Verena ist nicht so genügsam, wie es scheint. In ihrer heimlichen Liebesaffäre mit dem Arzt der Gegend zeigt sich ungelebte Leidenschaft, Sehnsucht nach einem anderen Leben. Und auch der Vater (Peter Simonischek) der beiden Schwestern lebt in dem großen Haus. Ein alt und mürrisch gewordener Patriarch. Seine Frau gestorben, das Gasthaus seitdem stillgelegt. Es ist Herbst, ein schöner Oktober, die Blätter am Baum hinter dem Haus sind schon bunt verfärbt. Da bringt ihn ein schwerer Herzinfarkt in Todesnähe. Er überlebt, doch ab nun ist er ein kranker Mann. Und für Sonja ist es höchste Zeit, wieder einmal ihre Familie und den Ort ihrer Kindheit zu besuchen. Ein neues Kapitel beginnt, neue Ordnung kommt in alte Verhältnisse. Das Wiedersehen bringt langsam und unerbittlich alte Konflikte zwischen den so unterschiedlichen Schwestern ans Licht. Eine jede scheint die andere zu beneiden. Sind sie tatsächlich den Weg gegangen, den sie gehen wollten? Sie stehen mitten im Leben, doch haben sie das Wesentliche daran schon erkannt? Und dann der Vater - so merkwürdig verändert. Ausgerechnet er hat den Starrsinn, die Härte gegenüber seiner Umwelt abgelegt. Eine ganz neue Gelassenheit geht von ihm aus. Als ob die Ahnung vom nahen Tod ihn zu einem zufriedenen Menschen machen würde. Doch gibt es noch ein Geheimnis, das ihn bedrückt, eine Sache, die noch erledigt werden muss. Er weiß, dass er nun handeln muss, denn er hat nicht mehr lange Zeit. Als er dann in Agonie fällt und die beiden Schwestern an seinem Sterbebett wachen, hat sich vieles verändert. Und es ist November geworden, bald zieht der Winter ins Land. Eine neue Klarheit, eine tiefe Versöhnung ist in das Leben der beiden Schwestern getreten...
Ein Filmset in Berlin und ein Gasthaus in den herbstlichen Alpen. Götz Spielmann ('Antares - Studien der Liebe' 2004, 'Revanche' 2008) erzählt mit 'Oktober November' (2013) äußerst elegant von gegensätzlichen Schwestern und ihren Geheimnissen, von Liebe, Tod und Identität. Nora von Waldstätten, Sebastian Koch, Ursula Strauss, Johannes Zeiler und Peter Simonischek sind das erstaunliche Ensemble dieses Reigens. Gefeiert auf den Filmfestspielen von Toronto, San Sebastian und Hof, wurde der Film im Juni 2014 in ausgewählten deutschen Kinos präsentiert.
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In a small village in the Austrian Alps stands a former inn. Many years ago, when there was still a summer resort, it was a stately business. Two sisters grew up here: Sonja (Nora von Waldstätten) now lives in Berlin, she has become an actress, very successful, a television star. Her career went very fast, she is only in her early thirties. She has achieved a lot in her young years, but something seems to be missing in her life. She keeps her distance from the people, as if to protect herself. She goes through phases of sadness. Outside of her work and professionalism, she always seems a little lost. Homeless. Her sister Verena (Ursula Strauss), a little older, has not left the village. After the accidental death of her mother, she lives with her husband and child in her parents' house, which is now much too big for the few residents. But Verena is not as frugal as it seems. In her secret love affair with the local doctor, unlived passion, longing for a different life is revealed. And the father (Peter Simonischek) of the two sisters also lives in the large house. An old and grumpy patriarch. His wife died, and the inn has been shut down ever since. It's autumn, a beautiful October, the leaves on the tree behind the house are already colorful. Then a severe heart attack brings him close to death. He survives, but from now on he is a sick man. And for Sonja it is high time to visit her family and the place of her childhood once again. A new chapter begins, new order comes into old conditions. The reunion slowly and relentlessly brings to light old conflicts between the sisters, who are so different. Each seems to envy the other. Did they really go the way they wanted to go? They are in the middle of life, but have they already recognized the essence of it? And then the father - so strangely changed. He, of all people, has shed his stubbornness, his harshness towards his environment. A whole new serenity emanates from him. As if the premonition of imminent death would make him a contented person. But there is still a secret that depresses him, a matter that still needs to be done. He knows that he has to act now, because he doesn't have much time left. When he falls into agony and the two sisters watch over his deathbed, much has changed. And it's November, and winter is coming soon. A new clarity, a deep reconciliation has entered the lives of the two sisters...
A film set in Berlin and an inn in the autumnal Alps. Götz Spielmann ('Antares - Studies of Love' 2004, 'Revanche' 2008) tells an extremely elegant story of contrasting sisters and their secrets, of love, death and identity in 'October November' (2013). Nora von Waldstätten, Sebastian Koch, Ursula Strauss, Johannes Zeiler and Peter Simonischek are the astonishing ensemble of this round. Celebrated at the Toronto, San Sebastian and Hof Film Festivals, the film was presented in selected German cinemas in June 2014.
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