Polen 1982 unter dem Kriegsrecht, Osteuropa im Koma, die Spätphase des Sozialismus ein Friedhofsgespenst. Das ist die Situation in Kieslowskis 'Ohne Ende' von 1985. Im Mittelpunkt steht ein Toter, der Anwalt Antek Zyro (Jerzy Radziwilowicz), gerade an einem Herzanfall verstorben und nichts als ein schweigender Schatten. Um ihn herum inszeniert Kieslowski eine Welt, in der Politik, Gerechtigkeit, der Wunsch nach Freiheit und persönlichem Glück nicht auszusöhnen sind. Die letzte existenzielle Freiheit liegt im Selbstmord...
Krzysztof Kieslowskis Parabel 'Ohne Ende' (1985) über ein Polen kurz vor dem Tauwetter der Geschichte ist zugleich ein Film über die 'Condition humaine', wie er sie sieht: chancenlos, schonungslos, desillusioniert und vor allem hoffnungslos verspätet. Alle guten Geister sind schon tot. Nur in der liebenden Trauer verfängt sich ein Widerschein dessen, was fehlt. So ist Kieslowskis radikale Absage an die Politik zugleich eine orphische Hymne an die Liebe: "Die Liebe ist die einzige Lösung für das Problem der menschlichen Existenz", so Kieslowski.
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