Spätestens seit Stalingrad stand fest, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Doch bedenkenlos verknüpfte Adolf Hitler das Schicksal Deutschlands mit seinem eigenen: Alles oder nichts. Wenn schon kein Sieg, dann der totale Untergang. Im Oktober 1944 erreichte die Rote Armee schließlich im Osten den deutschen Boden, Mitte April 1945 begann der Großangriff auf Berlin. Was folgte, war der jämmerliche Abgesang eines Reiches, das tausend Jahre währen sollte und nach zwölf Jahren zusammenbrach. Am Ende lag Deutschland in Trümmern, der Krieg war dorthin zurückgekehrt, wo er entfesselt worden war. Noch nie hatte sich ein Volk auf so selbst zerstörerische Weise um die Grundlagen der eigenen Existenz gebracht. 28 Millionen Tote allein in der Sowjetunion sind den Opfern des 'Sturms' der letzten Kriegsmonate vorausgegangen. Noch können die Überlebenden davon berichten - vielleicht zum letzten Mal. Deutsche und Russen erinnern sich gemeinsam an das düstere Kapitel ihrer Geschichte.
'Die Schlacht um Ostpreußen': Vor 60 Jahren bebte an der Front im Osten die Erde. Am 12. Januar 1945 begann die sowjetische Großoffensive auf Hitlers Reich mit einer Wucht, die Zeitzeugen noch heute als 'schlimmstes Inferno' beschreiben. Von drei Seiten gleichzeitig griff die Rote Armee an. Allein die Truppen der Marschälle, Schukow und Konjew waren mit 2,2 Millionen Soldaten, 6000 Panzern und fast 5000 Flugzeugen schlagkräftiger als die gesamte deutsche Wehrmacht. Hitler sagte, im Osten könne er noch Land verlieren, und hatte die Reserven in die Ardennen-Offensive im Westen geschickt. Deutsche und russische Zeitzeugen berichten vom Untergang einer Stadt, die fünf Jahre Krieg unbeschadet überstanden hatte. Einer von ihnen ist Michael Wieck, der als Jude in Königsberg erst den Rassenwahn der Nationalsozialisten erlebte und nun die Willkür der sowjetischen Besatzer, die er zunächst als Befreier begrüßte, zu spüren bekam. Neu entdecktes Filmmaterial aus russischen Archiven dokumentieren eindrucksvoll den Untergang Königsbergs und den Überlebenskampf der Menschen.
'Die Russen kommen!': Mit über zwei Millionen Mann und Zehntausenden Panzern und Geschützen drang die Rote Armee im Januar 1945 in Brandenburg, Pommern und Schlesien ein, rückte auf die Oder zu. 'Die Russen kommen!' wurden zum Schreckensruf unter den Deutschen im Osten. "Wir waren wie gelähmt vor Angst", berichtet Trude Rendel aus der Kleinstadt Soldin, "andererseits erschien es uns unvorstellbar, dass dieses Unglück nicht aufgehalten werden könnte." Doch am 31. Januar 1945 nahm die Rote Armee auch Soldin ein. Siegestrunkene Rotarmisten brandschatzten Geschäfte, drangen in Wohnungen ein, vergewaltigten Frauen. Solche Ereignisse waren es, die es der NS-Propaganda leicht machten, eine 'Gräuelkampagne' gegen die Rote Armee zu entfachen, wie Propagandaminister Goebbels sie selbst nannte. "Wenn Nachrichten von Morden und Vergewaltigungen von der Front kamen, dann haben wir die Zahlen multipliziert und an die Presse gegeben", erinnert sich Goebbels Sekretärin Brunhilde Pomsel.
'Die Todesfalle': Als 'Wellenbrecher' gegen die Flut der heranströmenden Roten Armee sah Hitler im April 1945 die Seelower Höhen. So wurde das Oderbruch, nur 50 Kilometer östlich von Berlin gelegen, zum größten Schlachtfeld auf deutschem Boden. Die rivalisierenden Sowjet-Marschälle Schukow und Konjew sollten für Stalin die 'Trophäe' Berlin erobern. Der Krieg auf dem Weg in Hitlers Hauptstadt geriet zu einem Wettlauf. Gleichzeitig hatten die beiden Marschälle ihre Offensive an Oder und Neiße gestartet.
Filmmaterialien aus russischen Archiven zeugen von den zerstörerischen Ausmaßen der Schlacht um Berlin, bislang unbekanntes deutsches Farbmaterial von der Oderfront dokumentiert, wie die NS-Propaganda zu verschleiern suchte, auf welch verlorenem Posten sich die Verteidiger der Hauptstadt tatsächlich befanden.
'Bis zum bitteren Ende': Am 29. April 1945 hatten sich sowjetische Truppen bis auf 5000 Meter an den Reichstag herangekämpft. Tags darauf drangen Stoßtrupps in das Gebäude ein. Obwohl bereits an diesem letzten Apriltag die Rote Fahne auf dem Dach des Reichstags gehisst worden sein soll, hielten die Kämpfe Mann gegen Mann im Inneren des Gebäudes noch an. Alle Zeitzeugen - ob von deutscher oder russischer Seite - sind sich in einem einig: So wie die 'Schlacht um den Reichstag' in zahlreichen sowjetischen Spiel- und Dokumentarfilmen dargestellt wurde, hat es sich nicht zugetragen. Dank Vernunft und Menschlichkeit auf beiden Seiten konnte bei den Kämpfen ein Blutbad verhindert werden. Bislang unbekanntes Archivmaterial aus russischen Quellen lässt die Kämpfe im Zentrum von Berlin in neuem Licht erscheinen.
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Since Stalingrad at the latest, it was clear that the war could no longer be won. But Adolf Hitler unhesitatingly linked the fate of Germany with his own: all or nothing. If not a victory, then total ruin. In October 1944, the Red Army finally reached German soil in the east, and in mid-April 1945 the large-scale attack on Berlin began. What followed was the miserable swan song of an empire that was to last a thousand years and collapsed after twelve years. In the end, Germany lay in ruins, the war had returned to where it had been unleashed. Never before had a people deprived itself of the foundations of its own existence in such a self-destructive way. 28 million deaths in the Soviet Union alone preceded the victims of the 'storm' of the last months of the war. The survivors can still report on it - perhaps for the last time. Germans and Russians remember the dark chapter of their history together.
'The Battle of East Prussia': 60 years ago, the earth shook on the front in the east. On January 12, 1945, the Soviet major offensive on Hitler's Reich began with a force that contemporary witnesses still describe today as the 'worst inferno'. The Red Army attacked from three sides at the same time. The troops of the marshals, Zhukov and Konev alone were more powerful than the entire German Wehrmacht, with 2.2 million soldiers, 6,000 tanks and almost 5,000 aircraft. Hitler said he could still lose land in the east and had sent the reserves to the Ardennes offensive in the west. German and Russian eyewitnesses report on the downfall of a city that had survived five years of war unscathed. One of them is Michael Wieck, who, as a Jew in Königsberg, first experienced the racial fanaticism of the National Socialists and now felt the arbitrariness of the Soviet occupiers, whom he initially welcomed as liberators. Newly discovered film material from Russian archives impressively documents the downfall of Königsberg and the people's struggle for survival.
'The Russians are coming!': With over two million men and tens of thousands of tanks and guns, the Red Army invaded Brandenburg, Pomerania and Silesia in January 1945 and advanced towards the Oder. 'The Russians are coming!' became a cry of terror among the Germans in the East. "We were paralyzed with fear," reports Trude Rendel from the small town of Soldin, "on the other hand, it seemed unimaginable to us that this disaster could not be stopped." But on January 31, 1945, the Red Army also captured Soldin. Red Army soldiers, drunk on victory, burned shops, broke into apartments, raped women. It was events like this that made it easy for Nazi propaganda to unleash a 'campaign of atrocities' against the Red Army, as Propaganda Minister Goebbels himself called it. "When news of murders and rapes came from the front, we multiplied the numbers and gave them to the press," recalls Goebbels' secretary Brunhilde Pomsel.
'The Death Trap': Hitler saw the Seelow Heights in April 1945 as a 'breakwater' against the flood of the approaching Red Army. Thus, the Oderbruch, located only 50 kilometers east of Berlin, became the largest battlefield on German soil. The rival Soviet marshals Zhukov and Konev were to conquer the 'trophy' of Berlin for Stalin. The war on the way to Hitler's capital turned into a race. At the same time, the two marshals had launched their offensive on the Oder and Neisse rivers.
Film material from Russian archives testifies to the destructive dimensions of the Battle of Berlin, while previously unknown German paint material from the Oder Front documents how Nazi propaganda tried to conceal the lost position of the capital's defenders.
'To the bitter end': On April 29, 1945, Soviet troops had fought their way up to 5000 meters from the Reichstag. The next day, shock troops entered the building. Although the Red Flag is said to have been hoisted on the roof of the Reichstag on this last day of April, the fighting continued man-to-man inside the building. All contemporary witnesses - whether from the German or Russian side - agree on one thing: it did not happen in the way the 'Battle of the Reichstag' was portrayed in numerous Soviet feature films and documentaries. Thanks to reason and humanity on both sides, a bloodbath could be avoided during the fighting. Previously unknown archive material from Russian sources sheds new light on the fighting in the center of Berlin.
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