Die fünfzehnjährige Adele (Maria Dragus) möchte sterben. Seit dem Tod ihres Bruders fühlt sich alles um sie herum fremd und weit entfernt an. Was bleibt, ist nur eine tiefe Traurigkeit in einem tristen, von harter Arbeit geprägten Leben. Der 43-jährige Timo (Roeland Wiesnekker) ist auf der Flucht. Vor acht Jahren wegen eines Mordes verurteilt und inhaftiert, gelang endlich der Ausbruch aus dem Gefängnis. Verletzt und erschöpft sucht er Unterschlupf auf dem Bauernhof von Adeles Eltern. Als Adele den Flüchtigen entdeckt, bietet sie ihm einen Deal an: Sie wird ihm helfen, zu fliehen. Dafür aber soll Timo sie töten, sobald er in Sicherheit ist. Notgedrungen stimmt Timo dem morbiden Pakt zu. Argwohn und Misstrauen prägen die Reise, die beide bis nach Marseille führen wird. Die Grenzen zwischen Täter und Opfer verschwimmen. Der spröde Timo kann die Nähe des Mädchens kaum ertragen, Adele wiederum erinnert ihn unablässig an seine dunkle Verpflichtung. Je beschwerlicher allerdings die Umstände werden, desto mehr muss sich das merkwürdige Paar vertrauen, aufeinander verlassen, um die ungleichen Ziele zu erreichen...
Emily Atef ist mit 'Töte mich' (2012) ein gefühlvoller, spannender und zugleich verstörender Film gelungen, der zwei Menschen zeigt, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf den zweiten Blick teilen sie jedoch ein gemeinsames Leiden, das gleichsam symptomatisch für unsere Gesellschaft ist - der Mangel an liebvoller Zuwendung. Mit scharfem Blick für die Zerbrechlichkeit menschlicher Stimmungen und in ruhigen, kraftvollen Bildern setzt Emily Atef ihre Hauptdarsteller in atemberaubenden Landschaftsaufnahmen in Szene. Ein Film, der zwischen den tiefen Abgründen der menschlichen Seele balanciert. Die vermeintlich ungleichen Protagonisten, gespielt von Roeland Wiesnekker ('Das letzte Schweigen', 'Sommervögel', 'Meine schöne Bescherung') und Nachwuchstalent Maria Dragus ('Wer wenn nicht wir', 'Das weiße Band') erzeugen eine intensive Atmosphäre, die vom erbitterten Machtkampf bis zu sehnsüchtiger Harmonie reicht.
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Fifteen-year-old Adele (Maria Dragus) wants to die. Since her brother's death, everything around her feels strange and far away. All that remains is a deep sadness in a dreary life marked by hard work. 43-year-old Timo (Roeland Wiesnekker) is on the run. Convicted of murder eight years ago and imprisoned, he finally managed to break out of prison. Injured and exhausted, he seeks shelter on Adele's parents' farm. When Adele discovers the fugitive, she offers him a deal: she will help him escape. But Timo is supposed to kill her as soon as he is safe. Out of necessity, Timo agrees to the morbid pact. Suspicion and mistrust characterize the journey, which will take them both to Marseille. The boundaries between perpetrator and victim are blurring. The brittle Timo can hardly bear the girl's closeness, Adele, on the other hand, incessantly reminds him of his dark obligation. However, the more difficult the circumstances become, the more the strange couple has to trust each other, rely on each other to achieve the unequal goals...
With 'Kill Me' (2012), Emily Atef has succeeded in making a sensitive, exciting and at the same time disturbing film that shows two people who at first glance could not be more different. At second glance, however, they share a common suffering that is symptomatic of our society - the lack of loving attention. With a keen eye for the fragility of human moods and in calm, powerful images, Emily Atef stages her leading actors in breathtaking landscape shots. A film that balances between the deep abysses of the human soul. The supposedly disparate protagonists, played by Roeland Wiesnekker ('The Last Silence', 'Summer Birds', 'My Beautiful Christmas Presents') and up-and-coming talent Maria Dragus ('Who If Not Us', 'The White Ribbon') create an intense atmosphere that ranges from a bitter power struggle to wistful harmony.
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