Regisseur David Sieveking zieht wieder zu Hause ein und übernimmt für einige Wochen die Pflege seiner demenzerkrankten Mutter Margarete Sieveking, genannt 'Gretel', um seinen Vater Malte Sieveking zu entlasten, der sich seit seiner Pension vor fünf Jahren um seine Frau kümmert. Während Malte in der Schweiz neue Kraft tankt, versucht sich David als Pfleger seiner Mutter. Mit dem Einverständnis der Familie dokumentiert er seine Zeit mit Gretel: David ist plötzlich Sohn, Betreuer und Dokumentarfilmer in einer Person. Seine Gegenwart und die Anwesenheit des Filmteams wirken erfrischend auf die Mutter, die endlich wieder Eigeninitiative entwickelt und neue Lebensfreude zeigt. Trotz ihrer zeitlich wie örtlichen Orientierungslosigkeit bleibt Gretel heiter und gelassen: Sie hält sich für eine junge Frau und David für ihren Mann Malte. David gelingt es, mit seiner verwirrten Mutter wunderbar lichte Momente zu erleben. Sie verliert ihr Gedächtnis, ihren Sinn fürs Sprechen, aber sie gewinnt etwas anderes: eine entwaffnende Ehrlichkeit und Unschuld, gepaart mit überraschendem Wortwitz und weiser Poesie. Ein Ausflug zu Gretels Schwester wird zur emotionalen Reise in die Familiengeschichte. Nach und nach lernt David das Leben seiner Mutter besser kennen und entdeckt ihre rebellisch-politische Vergangenheit. Wie ein Puzzle setzt er das beeindruckende Leben einer Frau zusammen, die Sprachwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin, Revolutionärin, Lehrerin, Ehefrau und Mutter war. Als David zusammen mit Gretel in die Schweiz fährt, um Malte aus seinen Ferien abzuholen, recherchiert er auch dort weiter. Er erfährt, dass Gretel, während seine Eltern in den 70er Jahren hier lebten, vom Schweizer Staatsschutz überwacht wurde, da sie sich in einer marxistischen Gruppierung engagierte. David begegnet alten Genossen und Weggefährten, erfährt ungeahnte Geschichten aus dem Liebesleben seiner Eltern, von den Krisen ihrer offenen Ehe. Nun, am Ende ihrer mehr als 40-jährigen Beziehung, die sich durch liebevolle Distanz und gegenseitigen Respekt der Freiheit des anderen auszeichnete, kommen sich Gretel und Malte so nah wie noch nie. Ohne den Ballast ihrer Erinnerungen, Vorstellungen und Konzepte bringt Gretel eine neue Intimität und Zärtlichkeit in ihre Beziehung, die Malte zu schätzen lernt. Zu seinem Hochzeitstag fährt das Paar nach Hamburg, wo ihre Liebe begann. Es wird ihre letzte gemeinsame Reise. Aus Gretels Krankheit entsteht ein Neuanfang, und aus Davids biografischem Filmprojekt wird eine Liebeserklärung an das Leben und die Familie - eine Reise in die Vergangenheit seiner Eltern, dem Schlüssel seiner eigenen Geschichte...
"Mein Vater und wir Kinder haben von meiner Mutter gelernt, wie wichtig und kostbar es ist, sich Liebe unmittelbar zu zeigen, echte Nähe und Intimität zuzulassen und uns einfach einmal gemeinsam in den Armen zu liegen", sagt Filmemacher David Sieveking. 'Vergiss mein nicht' (2012) ist ein Film über die Liebe - zwischen Mutter und Sohn, Eltern und Kindern, Mann und Frau. 'Vergiss mein nicht' ist auch ein Film über Alzheimer-Demenz - eine Erfahrung, die viele Familien erschüttert und verändert. 'Vergiss mein nicht' - persönlich, warmherzig, humorvoll und optimistisch. David Sieveking ('David Wants to Fly' 2010) entdeckt durch die Alzheimer-Demenz seiner Mutter Gretel den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit, zur Geschichte ihrer Ehe und zu den Wurzeln der gemeinsamen Familie. Liebevoll und mit zärtlicher Distanz dokumentiert er ihren geistigen und körperlichen Abbau und seine Versuche, ihr das Leben zu erleichtern. Mit viel Sinn für kleine Gesten und für den Zauber des Augenblicks schafft er ein feinfühlig heiteres Familienporträt: die würdevolle, niemals rührselige Reise durch ein Menschenleben, an dessen Ende ein Anfang steht, in dem die Familie neu zueinander findet.
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Director David Sieveking moves back home and takes over the care of his mother Margarete Sieveking, known as 'Gretel', who suffers from dementia for a few weeks, in order to relieve his father Malte Sieveking, who has been taking care of his wife since his retirement five years ago. While Malte recharges his batteries in Switzerland, David tries his hand at caring for his mother. With the consent of the family, he documents his time with Gretel: David is suddenly son, caregiver and documentary filmmaker in one person. His presence and the presence of the film team have a refreshing effect on the mother, who finally develops initiative again and shows a new zest for life. Despite her lack of orientation in terms of time and place, Gretel remains cheerful and calm: she thinks she is a young woman and David is her husband Malte. David manages to experience wonderfully bright moments with his confused mother. She loses her memory, her sense of speech, but she gains something else: a disarming honesty and innocence, coupled with surprising wordplay and wise poetry. A trip to Gretel's sister becomes an emotional journey into the family history. Little by little, David gets to know his mother's life better and discovers her rebellious-political past. Like a puzzle, it puts together the impressive life of a woman who was a linguist, women's rights activist, revolutionary, teacher, wife and mother. When David travels to Switzerland with Gretel to pick up Malte from his vacation, he continues his research there as well. He learns that while his parents lived here in the 70s, Gretel was monitored by the Swiss state security because she was involved in a Marxist group. David meets old comrades and companions, learns unexpected stories from his parents' love life, about the crises of their open marriage. Now, at the end of their more than 40-year relationship, which was characterized by loving distance and mutual respect for each other's freedom, Gretel and Malte are getting closer than ever before. Without the ballast of her memories, ideas and concepts, Gretel brings a new intimacy and tenderness into their relationship, which Malte learns to appreciate. For their wedding anniversary, the couple travels to Hamburg, where their love began. It will be their last trip together. A new beginning emerges from Gretel's illness, and David's biographical film project becomes a declaration of love for life and family - a journey into his parents' past, the key to his own story...
"My father and we children learned from my mother how important and precious it is to show love immediately, to allow real closeness and intimacy and simply to lie together in each other's arms," says filmmaker David Sieveking. 'Vergiss mein nicht' (2012) is a film about love - between mother and son, parents and children, man and woman. 'Don't Forget Me' is also a film about Alzheimer's dementia - an experience that shakes and changes many families. 'Don't forget me' - personal, warm-hearted, humorous and optimistic. David Sieveking ('David Wants to Fly' 2010) discovers the key to his mother Gretel's past, the history of her marriage and the roots of their family through Alzheimer's dementia. Lovingly and with tender distance, he documents her mental and physical decline and his attempts to make her life easier. With a great sense for small gestures and for the magic of the moment, he creates a sensitively cheerful family portrait: the dignified, never sentimental journey through a human life, at the end of which there is a beginning in which the family finds each other anew.
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