Am Anfang steht ein Tabubruch: Das Kind Knut fragt seine 'Tante Gerda' aus Amerika, gerade zu Besuch in der DDR, nach dem Verbleib ihres Kindes, über das niemand zu sprechen wagt. Die Kaffeegäste schweigen entsetzt. Knut ist verwirrt und beschämt. Diesen Sonntagnachmittag wird er nie vergessen. 30 Jahre später besucht Knut diese Gerda Schrage in New York und stellt ihr diese Frage erneut. Sie berichtet von engen Familien- und Freundschaftsbanden der Vorkriegszeit, vom Überleben jüdischer Freunde und Bekannte, aber auch von Deportation und Tod. Es ist die Geschichte einer Suche nach Wahrheit in Akten und Zeitzeugenberichten sowie in der eigenen Erinnerung...
Die Filmemacherin Britta Wauer ist Gerdas Geschichte in 'Gerdas Schweigen' (2008) nachgegangen. Ausgehend von Gerdas Begegnung mit Knut Elstermann, seinen hartnäckigen Fragen, die schließlich eine Antwort bekommen, zeichnet sie mit großem Respekt und unverkennbarer Liebe zu ihrer Protagonistin das filmische Porträt einer faszinierenden Frau, die sich mit trotzigem Lebensmut ein Leben nach Auschwitz aufgebaut hat. Der Ausgangspunkt dieses neuen Lebens war ein Schweigen über den Endpunkt des alten - ein Schweigen, das Gerda bis zu ihren Gesprächen mit Elstermann auch gegenüber ihrem Sohn Steven nicht brach.
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At the beginning there is a breach of taboo: the child Knut asks his 'Aunt Gerda' from America, who is visiting the GDR, about the whereabouts of her child, about whom no one dares to talk. The coffee guests are horrified. Knut is confused and ashamed. He will never forget this Sunday afternoon. 30 years later, Knut visits Gerda Schrage in New York and asks her this question again. She tells of close family and friendship ties in the pre-war period, of the survival of Jewish friends and acquaintances, but also of deportation and death. It is the story of a search for truth in files and eyewitness accounts as well as in one's own memory...
The filmmaker Britta Wauer followed Gerda's story in 'Gerda's Silence' (2008). Based on Gerda's encounter with Knut Elstermann, his persistent questions, which finally get an answer, she draws with great respect and unmistakable love for her protagonist the cinematic portrait of a fascinating woman who has built a life after Auschwitz with defiant courage to face life. The starting point of this new life was a silence about the end point of the old one - a silence that Gerda did not break even with her son Steven until her conversations with Elstermann.
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