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Kritiken von "TylerDurden79" aus

126 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Indiana Jones und der Tempel des Todes
    Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Indiana Jones und der Tempel des Todes ist eine ganz und gar untypische Fortsetzung. Zum einen gibt es kam Überschneidungen bei den Charakteren bis auf den Titel gebenden Helden. Zudem spielt dieser Film in einem ganz anderen Teil der Erde, nämlich in Asien. Streng genommen ist er auch gar keine Fortsetzung, spielt er doch im Jahr 1935, also ein Jahr vor dem Jäger des verlorenen Schatzes. Als Prequel kann er allerdings auch nicht bezeichnet werden, liefert er doch keinerlei Anhaltspunkte die einen Bogen zum Jäger spannen würden.
    Der Tempel des Todes ist eine gänzlich eigenständige Geschichte und verzichtet auf viele Elemente die den Reiz des Jägers begründeten. Auf den religiösen Hintergrund, auf die Nazis, und auf die vielen unterschiedlichen Schauplätze.
    Geht das, mag man sich nach dem ersten Teil der Reihe fragen, der ja von all diesen Aspekten profitiert hat. Ja, es geht, es geht sogar sehr gut, auch wenn er nicht an seinen Vorgänger heran reicht.

    Aber der Reihe nach. Das Abenteuer beginnt, wieder mit dem Paramount-Berg. Dieser ist diesmal nicht in Natura aufzufinden, sondern auf einer Schiebe abgebildet, die später noch Indiana Jones das Leben retten sollte. Anschließend liefert sich Indy in einem Club in Shanghai, mit dem netten Namen „Obi-Wan“ einen Kampf mit der chinesischen Mafia. Unisono mit der Einstiegssequenz aus dem ersten Teil hat auch dieser ähnlich actionreiche Auftakt nichts mit dem Rest des Abenteuers zu tun. Nach einer abenteuerlichen Bootsfahrt landet Indy, wieder mit einem weiblichen Anhängsel in Indien. Das Anhängsel namens Wilie Scott (Kate Capshaw) ist dieses Mal keine taffe Abenteurerin, sondern eine egozentrische Sängerin, die zwar nervig, aber auch unterhaltsam ist. Hinzu kommt Short Round (Ke Huy-Quan), ein kleiner Junge, der Indy zur Seite steht und damit quasi den Part von Sallah übernimmt, allerdings dabei witziger ist.

    Das zweite Abenteuer von Indiana Jones ist deutlich düsterer als der Auftakt der Reihe. In einem gänzlich in grau gehaltenes Dorf fällt der Startschuss zum eigentlichen Abenteuer, der Jagd nach einem heiligen Stein. Dieser liefert dem Film dann doch wieder ein wenig Mystik, die man durchaus auch als religiös bezeichnen könnte. Nur fehlt einem hierzulande einfach der Bezug zur Hindu-Kultur. Daher konnte die Theamtik die Faszination des Mysteriums Bundeslade bei mir bei weitem nicht erreichen.
    Als ich den Film das erste mal sah wartete ich eigentlich nur darauf das die endlich aus dem Tempel heraus und nach Delhi kommen, damit dort das eigentliche Abenteuer beginnen kann.
    Aber soweit kommt es gar nicht erst, denn das eigentliche Abenteuer findet in diesem Tempel statt, in dem Indy es mit den Thug zu tun bekommt, einer teuflischen Sekte, die mit Hilfe dieser Steine die Weltherrschaft an sich reisen will. Indy stolpert ihnen fast zufällig in die Quere und beschließt den Thug die Steine und ihre Sklaven zu entreißen.
    Und dann beginnen 45 Minuten voller Mystik und Action, die mitreisend sind und durch ein furioses Finale zu einem fulminanten Abenteuer werden. Vor allem die Lore-Fahrt und das Finale auf der Hängebrücke sind die Hingucker an die man sich Jahre später noch gerne erinnert.


    Was dem „Tempel des Todes“ fehlt ist ein adäqueter Gegenspieler zu „Indy“. Ähnlich wie die Thug agierten zwar auch die Nazis wie eine Einheit, diese hatten mit Belloq aber einen Anführer der einen klassischen Gegenpart zu Indy darstellte, der den Wettlauf spannend macht. Dieser Wettlauf, die mehrstufige Schatzsuche und die anschließende Jagd nach dem Schatz fehlen beim Tempel des Todes gänzlich.
    Spielberg versteht es dem Indy-Fan hier einen Abenteuerfilm zu bieten, der auch ohne diese Bestandteile bestens funktioniert. In der Anfangsphase sorgen Indys Sidekicks Shorty und Willi für einigen Humor. Ich konnte ursprünglich zwar wenig Gefallen an der nervigen Tussie finden, aber um über sie Lachen konnte ich trotzdem. Und der Dialog im Palastflur als Indy und sie eigentlich beide aufeinander spitz sind ohne es zugeben zu wollen, ist ein echter Brüller, den man immer wieder ansehen kann.

    Im Tempel des Todes schließlich wird es richtig gruselig, und düster. Und schockierend für jeden Indy-Fan als dieser sich plötzlich den Bösen anschließt. Hier vierliert sich der Film ein wenig in der Maystik, ehe Indy wieder er selbst sein darf, und auch dem Zuschauer klar gemacht wird, merkt, das dies wirklich ein Indiana-Jones-Film ist.
    Steven Spielberg selbst mochte den Film ja nicht so besonders, und ich stimme ihm da zu. Indy als Horrorfilm, das ist einfach gewöhnungsbedürftig. Als Actionfilm bietet er aber alles was man sich wünscht und liefert bestes Popcornkino.
  • Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes
    Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Der Auftakt zu einer der bekanntesten Trilogien der Filmgeschichte ist zugleich die Geburtsstunde eines der bekanntesten Filmcharaktere. Der Name Indiana Jones ist ein Mythos, ein Symbol für Abenteuerlust, für einen Mann, seinen Hut und seine Peitsche!

    Indy ist längst Kult und Harrison Ford einer der größten Stars des 80- und 90er-Jahre-Kinos. Und womit? Mit Recht.
    Denn was hier dargeboten wird, ist ein ist eine pulsierende Mischung zwischen Action, Humor, Religionsunterricht und einer Filmmusik die ebenso Kultstatus hat, wie seine Hauptfigur! Darüber hinaus ist er ein Meilenstein der Filmgeschichte, der den Grundstein für ein ganzes Genre mit zahlreiche Adaptionen legte.
    Die bekannteste dieser Adaptionen ist wohl sein weibliches Pendant Lara Croft, das erst als Computerspiel Erfolge feierte, ehe es auf die Leinwand losgelassen wurde, allerdings mit mäßigem Erfolg. Aber auch männliche Nachahmer gab es. So jagte z.B. Michael Douglas einen grünen Diamanten hinterher, und Rchard Chamberlain versuchte sich als legendärer Abenteuerr Allan Quatermain

    Meine erste Begegnung mit dem Jäger des verlorenen Schatzes mag wohl knapp zwanzig Jahre her sein, damals natürlich die gekürzte FSK12-Fassung, und er gehört zu den ganz, ganz wenigen Filmen die mich heute noch so begeistern wie damals. Denn hier bekommt man von Anfang an beste Unterhaltung geboten, die einen erst in der witzigen Abschlussszene wieder aus ihrem Bann lässt. Bereits die Eingangssequenz macht klar auf was man sich hier eingelassen hat. Auf ein gefährliches Abenteuer, mit einem kompromisslosen Helden, der kein Risiko scheut, und stets einen Ausweg aus einer misslichen Lage kennt.
    Spielberg schafft es in diesen ersten Minuten den kompletten Film zu spiegeln. Man beobachtet eine Gruppe Männer die durch den südamerikanischen Dschungel laufen. Den Anführer sieht man er als es für ihn zum ersten Mal gefährlich wird. In diesem Moment tritt seine Peitsche in Erscheinung, mit der er sich gegen eine Schusswaffe zur Wehr setzt. Diese technische Unterlegenheit des Helden zieht sich durch den gesamten Film, in der nächsten Actionszene heißt es Pistole gegen MP. Später ist Indy einem Gegner körperlich unterlegen, er ist fast immr der schwächere. Eine Ausnahme hiervon bildet lediglich die berühmte Säbelschwinger-Szene in Kairo.
    Zurück zum Anfang. Hier sieht man dann auch endlich das Gesicht von Indy, ehe dieser sich in eine Höhle begibt, auf der Suche nach einer goldenen Götzenstatue. Die dortigen Fallen und die Art wie Indy damit umgeht geben den Takt vor, den dieses pulsierende Abenteuer fast die gesamte Laufzeit über hält.

    Harrison Ford, der wenige Jahre zuvor als Han Solo in Krieg der Sterne erst entdeckt wurde, spielt diese Rolle so überzeugend, dass sie zu Recht als Grundstein für seine außergewöhnlich erfolgreiche Karriere gilt. Danke Tom Selleck, dass du keine Zeit hattest.
    Aber neben diesem lieben, kompromisslosen Kerl, der knallhart sein kann wenn es darauf ankommt, der sich nie von seinem Ziel abbringen lässt, mit vollem Einsatz kämpft, aber auch seine Schwächen hat (Schlangen), und sich somit in die Herzen der Zuschauer archäologt, gibt es noch weitere Charaktere die man als Indy-Fan einfach nie vergisst.
    Da wäre zum einem Sallah (John Rhys-Davies), der ruhige Pol, treu sorgender Familienvater und loyaler Freund, der Indy unterstützt, aber dessen Verbissenheit und Abenteuerlust nur bedingt teilt. Die Rolle brachte dem Briten Rhys-Davies seine Bekanntheit in Hollywood ein, und gilt als Durchbruch seiner Karriere.
    Marion (Karen Allen) ist keine klassische Frau-vom-Held, die von diesem beschützt werden muss. Nein, sie ist emanzipiert, greift mal selbst zur Waffe, wenn es nötig ist, und ist gar nicht so erfreut unseren Helden zu sehen. Aber wenn sie mal in Schwierigkeiten gerät, nimmt sie seine Hilfe natürlich gerne an. Und am Ende, naja, Hollywood eben. Aber nicht störend. George Lucas hat es halt drauf Liebesgeschichten so subtil in einen Film einzubauen das sie nicht stören, siehe Das Imperium schlägt zurück.
    Einem Helden wie Indiana Jones muss man aber auch einen adäquaten Gegenspieler gegenüberstellen. wer wüsste das besser als Harrison Ford, der sich wenige Jahre zuvor mit Darth Vader messen musste. Belloq, verkörpert von Paul Freeman ist ebenfalls Archäologe und ein würdiger Widersacher für Indiana Jones. Er hat sich ebenso der Archäologie verschrieben, scheut sich aber nicht, um zum Erfolg zu kommen, mit skrupellosen Deutschen zusammenzuarbeiten.


    Nach dem actionreichen Auftakt, der ähnlich dem Bond-Stil eine eigene Geschichte ist, wird dem Zuschauer in den nächsten Minuten eine Verschnaufpause gegönnt und man darf den Helden bei seiner eigentlichen Hauptarbeit beobachten, dem Verbreiten von archäologischem Wissen an einer Universität. Hier tätigt er übrigens nicht die mittlerweile schon legendäre Aussage, „Archäologie findet zu 70% in Bibliotheken statt“. Aber auch wenn diese erst beim letzten Kreuzzug fällt, ist es schon paradox, wie sehr diese Aussage vom selben Charakter ab absurdum geführt wird. Denn eine Bibliothek sieht man nur noch wenn er den Auftrag erhält, der ihn in den nächsten 100 Minuten rund um den Erdball jagen soll.

    Diese Szene hat aufgrund ihrer mythologischen Komponente einen sehr mystischen, fast schon unheimlichen Charakter, das es mir auch bei der ca. zehnten Sichtung letzte Woche eiskalt den Rücken runter lief. Der Mythos „Lade“ ist ein wesentlicher Teil der Faszination vom Jäger der ich damals wie heute erlegen bin, und die diese erste Viertelstunde mit zum bemerkenswertesten gehört was ich je in eine Film gesehen habe.

    Natürlich gibt es mehrere Interessen an diesem religiösen Artefakt, wodurch dieser Trip keine gemütliche Ausgrabung, sondern ein Action geladenes Abenteuer wird.
    Per Flugzeug, Lastwagen, Pferd und Schiff ist Indiana Jones dann unterwegs, auf der Jagd nach der Bundeslade. .Ihm immer einen Schritt hinterher: Nazis. Die bösen Deutschen müssen als Feindbild herhalten, und das Konzept geht auf. Werden die Nazis doch von jedem Volk der Erde gehasst, inklusive ihrer Nachfahren, sind sie das optimale Feindbild für einen Film der in den 30er Jahren spielt. Entsprechend bösartig und kompromisslos werden sie hier auch dargestellt. Die Nazis als Gegenspieler sind eine gute Wahl, geben sie der religiösen Thematik doch eine weltliche Komponente. Denn sie suchen kein archäologisches Artefakt, sondern eine Kriegswaffe, was in diesem Fall ein und das Selbe sein soll.
    Man kann der Thematik mit der Lade glauben oder nicht, die Frage ist so unsinnig, wie die nach Gott selbst, und darum geht es in Jäger des verlorenen Schatzes auch gar nicht. Aber aus den Geheimnissen um die Lade bezieht der gesamten Filmes einen gewissen Teil seiner Faszination. Die Mystik, die alles was damit zusammenhängt, wie die Quelle der Seelen und den Kartenraum, umgibt, hat einfach einen besonderen Reiz. Hinzu kommt, dass dies alles in einer überwältigenden Optik dargestellt ist, und einen einfach vom Hocker reist. Die Bilder und Effekte, das alles passt zusammen, und ich liebe diesen Film auch wegen dieser faszinierenden Momente.
    Natürlich ist die Bundeslade, so eindrucksvoll sie auch aussieht, und so effektreich so auch in Szene gesetzt ist, nur der Aufhänger für eines der besten Actionabenteuer aller Zeiten.

    „Indy“ ist ein Adrealinschock der Unterhaltung von der allerbesten Sorte liefert. Schon die Eröffnungssequenz mit der legendären Kugel-Szene ist Genuss, der nicht nur Action bietet, sondern auch den Hauptprotagonisten als Mysterium und unangreifbaren Helden zeigt, ehe er jäh gestoppt wird.
    Beendet wird diese Sequenz vom Kult-Theme von John Williams. Ohne Zweifel ist Williams der beste Filmkomponist aller Zeiten, und hier liefert er eines seiner Glanzstücke ab. Die Titelmelodie lässt mich sofort in Erinnerungen schwelgen, und ich sehe den Film vor meinem geistigen Auge ablaufen. Kopfkino kann manchmal soo schön sein!

    Was danach kommt, gehört zum Besten was Unterhaltungskino je zu bieten hatte. Jede Actionszene geht fließend in die nächste über, Verschnaufpausen gibt es kaum, und wenn dann sind diese spannend, weil Indy knapp dem Tode entkommt, oder witzig, da Indy die coolste Sau unter der Sonne ist. Immer ein Spruch auf Lager, stets den richtigen Kommentar am rechten Fleck, auch das ist Indiana Jones. Eben ein gänzlich untypischer Archäologe. Mehr ein Abenteurer, der dem Objekt seiner Begierde stets näher zu kommen versucht, und wenn er es denn mal verliert, seinen Feinden stets auf den Fersen ist. So wie in der zweiten Hälfte, wenn die Nazis im die frisch gefundene Bundeslade entreißen und er ihnen hinterher jagen muss. Und in dieser Phase geht mein Mund nicht mehr zu. Nein, nicht weil ich aus Langeweile zu Essen beginne, sondern weil das, was nun an rasanter Action geboten wird, schlichtweg atemberaubend ist. Und am Ende werden einem Effekte vor die Augen geschmissen, die für die damalige Zeit einfach phänomenal waren.

    Dies ist wahrscheinlich ein Verdienst von George Lucas, der sich seit Krieg der Sterne mit Effektspektakeln auskennt. Hier war er lediglich als Produzent und Drehbuch-Co-Autor tätig, im Regiestuhl nahm Steven Spielberg Platz. Und dieser zeigt hier dass er nicht umsonst der erfolgreichste Regisseur aller Zeiten ist. Sein Spiel mit den Farben ist ebenso beeindruckend wie sein Gespür für Timing, und sein Spiel mit den Erwartungen der Zuschauer. Als Beispiel mag hierfür nur die Szene mit dem Schwertkämpfer auf dem Marktplatz von Kairo genannt werden, zu der es an anderer Stelle von Heiko eine äußerst gute Interpretation gibt.
    Aber sie ist nicht die einzige Szene dieser Art. Mir fällt bei diesem Thema auch immer die Szene ein, in der Toth seinen Kleiderbügel zusammenbaut, und wohl jeder denkt dass er nun ein böses Folterritual ausüben will. So sitzt man schweißgebadet da, obwohl eigentlich nichts passiert ist. Es ist die Angst vor dem Unheimlichen, das hier in Person von Toth alias Roland Lecay stets präsent ist. Er ist die Verkörperung des bösen Nazis, des Folterknechts, der wohl vor keinem Mittel zurückschreckt um um sogar aus einem Stummen ein Geständnis zu holen.

    Was große Klassiker wohl auch ausmacht ist, das man immer wieder etwas neues in Ihnen entdecken kann. Beim mir war die die Unterhaltung zwischen Belloq und Indy in der Bar in Kairo. Als Belloq davon redet das er ein schattiges Spiegelbild von Indy sei, sitzt er im Licht, während Indys Gesicht komplett im Schatten versunken ist. Eine großartige Symbolik, die die Qualitäten von Spielberg zeigt. Er, der auch an anderen Stellen wie dem Kartenraum großartig mit Licht einer einfachen Szene eine tiefe Bedeutung gibt. Der ständig mit Erwartungen spielt, und Überraschungen liefert, der Schauplätze authentisch darzustellen vermag, und Religion hier interessant macht ohne sie zu beleidigen.
    Hervorzuheben ist aber die Optik, hier möchte ich nur kurz die Szene auf der Insel ansprechen. Am Ende, als das Mysterium Lade entschlüsselt werden soll, als es darum geht ihre Geheimnisse zu entschlüsseln, ja, als die Nazis sie öffnen.Das Blitzgewitter, und die Feuersbrunst reisen einen mit, die zerfließenden Gesichter sind fast ein wenig gruselig. Dies alles führt zu einer eindeutigen Botschaft die hinter dieser Szene steckt:: Finger weg von Dingen die wir nicht verstehen! Die Geheimnisse der Lade bleiben erhalten, sie selbst bleibt ein Mysterium. Ein sehr schönes Finale, das bei der gegebenen Thematik über aus passend ist.


    Spielberg schafft es auch, mir eine Zeitreise vorzugaukeln. Ja, es ist 1936, wir sind in Kairo. Authentische Schauplätze lassen mich alles um mich herum vergessen, die Zeit ist zurückgedreht. Man schaut einfach zu und geniest. Ich genieße diesen Film ein ums andere Mal, wie auch letzte Woche, als ich zur Einstimmung auf den neuen Film die Trilogie mal wieder angeschaut habe. Mittlerweile die ungeschnittene FSK16 –Fassung, und es ist schon ein Segen das die moderne Technik uns ermöglicht dieses Meisterwerk ungekürzt zu sehen. Eine Idee auf die das deutsche Fernsehen leider erst vor wenigen Jahren kam, während es dort früher in unerträglicher Penetranz immer wieder verschnitten Versionen zu sehen gab, die variierten, je nach dem welcher Sender den Film denn ausstrahlte.


    Es ist schwer ein solch enge Beziehung zwischen Mensch und Film zu erklären, zu definieren worauf eine Faszination beruht, vor allem wenn sie tiefer in einem verwurzelt ist, als viele andere Gefühle. Ich meine, zwanzig Jahre, welche Ehe hält heutzutage noch so lange? Indy und ich, das ist eine lebenslange Freundschaft, mit ihm wurde ich groß, mit ihm gehe ich durchs Leben, in guten wie in schlechten Zeiten, also wenn zum Beispiel ein unsinniges, grottenschlechtes Sequel herauskommt grin, und am Ende soll auf meiner Beerdigung das Indy-Theme gespielt werden.

    Und wenn ich dann bei Engeln rumfliege, werde ich diese Szenen vor meinem geistigen Auge sehen:
    Das Paramount-Logo das fließend in die erste Szene übergeht. Die Götzenstatue, die Kugel der Indy zu entkommen versucht, die Szene in der er seinen Auftrag erhält, der Kampf in Marian’s Bar, natürlich die Säbelschwinger-Szene, als Indy fast die vergiftete Dattel ist, als er entdeckt das Marion lebt, die Szene im Kartenraum, als sie in der untergehenden Sonne nach der Quelle der Seelen graben und von Indy Konterfei überdeckt werden, die Szene in der sie die Lade bergen, der Boxkampf auf dem Flugplatz, die LKW-Fahrt, als Indy plötzlich auf dem U-Boot auftaucht usw.
  • Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
    Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Ich weiß gar nicht mehr, wie lange es her dass ich die ersten Spekulationen über dieses Filmprojekt gehört habe. Immer wieder erschien Indy 4 auf mutmaßlichen Releaselisten, und kurz darauf hieß es immer wieder, einer der drei, also Spielberg, Lucas und Ford, hätte etwas gegen das Drehbuch einzuwenden oder gerade keine Zeit. Das es nun doch noch geklappt hat ist ein Segen für meine Generation, die Indy doch nur aus dem Fernsehen kennt.

    Natürlich war ich skeptisch, zerstören doch solche Fortsetzungen Kindheitserinnerungen, Heldendefinitionen, und die Kultstatus ihrer Filmreihen. Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels tut das nicht! bounce

    Indiana Jones, sorry, Henry Jones Jr. ist zwar zwanzig Jahre älter, aber kein bisschen leiser geworden. Er gerät immer noch in beispielloser Art in Schwierigkeiten aus denen er sich mit Charme, Tempo und Peitsche stets zu befreien weiß. Er entdeckt verborgene Schätze mit seiner einzigartigen Zielsicherheit und deckt auch die letzten Menschheitsgeheimnisse auf. Und er ist immer noch College-Professor. Was er allerdings nicht weiß, das er auch Vater ist!


    Der Film beginnt, wie für Indiana Jones üblich mit dem Paramount-Berg. Ein paar Minuten später erscheint ein Hut auf der Bildfläche. Die Silhouette eines Menschen taucht auf, nimmt diesen Hut und setzt in auf. Ja, er ist zurück! Ein paar coole Sprüche später ertönt eine bekannte Melodie und man betritt einen großen Lagerraum Beides ließ bei mir nur einen Schluss zu: Hier ist die Bundeslade, das Artefakt das Indy in seinem ersten Abenteuer sucht und findet. Und tatsächlich, am Ende dieser einleitenden Actionsequenz blitzt kurzzeitig der Deckel der goldenen Truhe auf. Nostalgie pur!

    Dies ist nur eine von zahlreichen Anspielungen auf die alten Filme. Und die meisten davon sind einfach großartige Unterhaltung. Aber auch ein wenig Sentimentalität kommt in diesen Erinnerungen auf, überhaupt darf Harrison Ford hier viel mehr Gefühle zeigen als früher. Natürlich verkommt Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels nicht zur romantischen Schnulze, das meiste davon wird im typischen, witzigen Indy-Stil präsentiert und ist keineswegs fehl am Platz!

    Es rundet das gesamte Erlebnis zu einem absolut gelungenen Gute-Laune-Film ab. Indy is back, und erst ist ganz der Alte. Es gibt aufs Altern abgestimmte Gags, vor allem Matt (Shia LeBeouf) erinnert Old-Indy regelmäßig an dessen fortgeschrittenes Alter. Harrison Ford ist wie gewohnt nie um eine coole Pointe verlegen, mit jedem seiner Sidekicks liefert eine treffsicher Dialoge.
    Aber dieser Indy ist nicht nur Fun, nein, er ist auch ein optischer Genuss. Die Effekte sind mitreisend, auch wenn der Film gegen Ende sich in einem Effektgewitter verliert. Da übertrieben es die Macher ein wenig. Dafür passt das Ende wieder, das vor allem an Symbolkraft kaum zu überbieten ist: Indy ist Indy und kein anderer. Auch wenn an einigen Stellen Matt das Geschehen vorantreibt, so ist es doch Indys Talent für altertümliche Rätsel und seine Erfahrung mit gewieften Fallen, die das Geschehen oftmals vorantreiben. Auch wenn es deutlich weniger Fallen gibt als bei den Vorgängern. Aber diese vermisst man kaum, angesichts des permanenten Adrealinkicks. Per Motorrad, Jeep, Boot und Kühlschrank geht Indy auf die Jagd nach dem Titel gebenden Kristallschädel, und anschließender Suche nach einer versunkenen Stadt.
    Weit hergeholt? Nicht wirklich, schafft die Story doch einige Bezüge zu realen Geheimnissen dieser Welt. Und damit ist die Thematik kaum abgehobener als die Geschichte von der Truhe mit den zehn Geboten, magischen Steinen oder dem Trinkbecher Jesu! Die Faszination die im ersten Teil die Lade auf mich hatte erreicht der Kristallschädel lange nicht, aber mitreisend fand ich die Geschichte schon.

    Das Abenteuer spielt wieder mal an verschiedenen Orten dieser Welt, und alle sind sehr authentisch dargestellt. Vor allem die USA der 50er-Jahre sind sehr realistisch eingefangen, fast zu gut. Ein bisschen zu oft packt Spielberg den Hammer aus der dem Zuschauer sagen soll dass wir hier in den 50er-Jahren sind. Aber nicht nur das treibt der Regisseur auf die Spitze. Die Ironie mit der die alten Filme hier behandelt werden ist permanent spürbar und wirkt fast wie eine Hommage an die alten Filme. Und wenn dann das erste Mal das Indy-Theme erscheint, dann ist man einfach wieder mittendrin statt nur dabei. Indy schwingt sich mit seiner Peitsche wie in der guten alten Zeit, während ihm die Bösesichte den Gar ausmachen wollen. Die werden dieses Mal angeführt von einer russischen Agentin, die Cate Blanchett sehr überzeigend spielt. Sie ist vom Kristallschädel besessen wie einst Donovan vom Gral, und sie ist die Verkörperung des Feindbildes Russland. Damit vereint sie Charaktere in sich die in den Vorgängern „Jäger“ und „Kreuzzug“ jeweils auf mehrere Rollen aufgeteilt war. Und denen Tat diese Dualität sehr gut. Somit empfand ich die Beschränkung auf einen feindlichen Charakter gegenüber den anderen Teilen als Nachteil. Eine interessante Rolle ist es allemal, und die Russen an sich ein passender Ersatz für die Nazis, die ja nicht mehr zeitgemäß gewesen wären.

    Natürlich kommt kein Indiana-Jones-Film ohne Actionszenen aus. Und die hauen richtig rein. Die fast komplett im Trailer zu sehende Einführungssequenz ist einfach Indy pur, und lässt einen alles um sich herum vergessen. Im Amazondschungel gibt es rasante Jeep-Fahrten und am heimischen College sorgen Indy und Junior per Motorrad für Furore. Alles soll hand-made sein. Muss man nicht glaube, die Hauptsache es sieht gut aus und macht Spaß, und es wirkt wie Indy.
    Das ganze ist einfach ein Wiedersehen mit einem alten Freund, und wem macht so etwas keinen Spaß? Dieses Wiedersehen verkörpert natürlich vor allem Harrison Ford. Bei ihm muss sich wirklich fragen ob der überhaupt schauspielert. Nein, er ist Indiana Jones, er muss sich dafür nicht verstellen. Und er kann ihn auch noch in zwanzig Jahren wieder spielen.


    Der Mythos lebt, George und Steven, ihr habt ihn nicht zerstört, ihr habt ihn wiederbelebt.
    Irgendein vermeintlich schlauer Mann hat einmal gesagt dass es drei Dinge gibt, die ein Mann während seines Leben machen muss. Er war doch kein so schlauer Mann, er hat den vierten Punkt vergessen: Einen Indiana Jones – Film im Kino gesehen haben. Danke, dass ich das nun erledigen konnte!!
  • Hard Candy
    Du stirbst, du stirbst nicht, du stirbst, du stirbst nicht...
    18+ Spielfilm, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Vor wenigen Stunden habe ich Hard Candy zum zweiten Mal gesehen und muss dieses Erlebnis jetzt einfach in Worte fassen. Denn diese Faszination die er in mir wieder ausgelöst hat, habe ich selten verspürt. Ich kannte die Handlung natürlich schon und trotzdem schaffte es der Film mich so in seinen Bann zu ziehen wie beim ersten Mal. Wirklich neues entdeckt man hier bei einer zweiten Sichtung kaum, wie dies ja bei Meisterwerken wie Memento oder Fight Club der Fall ist, aber trotzdem öffnet der Film wieder seinen Sog, zieht mich hinein und lässt mich nicht mehr hinaus. Und das obwohl ich weiß wie es ausgeht. Denn wenn ich mich an die erste Sichtung zurück erinnere waren es damals vor allem die unerwarteten Wendungen die doch einiges an der Qualität des Films ausmachten. Dachte ich seinerseits zumindest. Nun muss ich attestieren das der Film auch ohne diese Überraschungen funktioniert.
    Und das liegt vor allem Ellen Page. Wow, Hammer was dieses Mädchen hier hinlegt. Diese Intensität mit der sie die Rolle spielt, spiegelt sich in ihrem ganzen Handeln wieder, jeder Blick ist eine ganze Welt von Emotionen, die oftmals einen Hauch von Wahnsinn widerspiegeln. Einziges Manko ist vielleicht das man der damals 19-Jährigen die fünf Jahre Unterschied zu ihrem Rollenalter anmerkt und ihr die 14-Jährige doch nicht ganz abkauft. Dazu wirkt sie für mich einfach einen Tick zu erwachsen, und sie sieht auch wirklich nicht wie 14 aus. Da kam sie zwei Jahre später in Juno doch etwas kindlicher daher, wo ich ihr die 16-jährige absolut abgenommen habe. Insgesamt fand ich ihre Performance hier aber besser als in Juno, auch wenn diese über jeden Zweifel erhaben ist, und eine gerechtfertigte Oscar-Nominierung zur Folge hatte.

    Aber zurück zu Hard Candy. Der Film hat nämlich noch etwas mehr zu bieten als die beste Jungschauspielerin dieses Jahrzehnts. Er lebt zwar von ihrem grandiosen Spiel, aber auch von den sehr starken Dialogen. Zu Beginn versprühen diese das Knistern das zwischen Halyey (Ellen Page) und Jeff (Patrick Wilson) herrscht, und treiben dieses auf die Spitze. Später schockieren sie, wenn Hayley der erschreckenden Wahrheit über Jeff auf die Spur kommt. Jedenfalls kann man sich diese immer und immer wieder anhören, und sie sind auch beim zweiten mal beeindruckend und keinesfalls langweilig.
    Langeweile kommt bei diesem Thriller sowieso nicht auf, zu intensiv nimmt er seinen Zuschauer mit auf die Reise in die menschliche Psyche. Während Jeff sich anfangs noch gegen die ihm von Hayley gemachten Vorwürfe wert, gesteht er seine 'Krankheit' immer mehr ein, und versucht dies zu begründen. Hier spiegelt sich auch die Angst wieder, die irgendwann sein Handeln bestimmt, und der Wahnsinn den er in Hayley immer mehr spürt. Denkt er anfangs an einen schlechten Scherz merkt er bald das diesem Mädchen alles zuzutrauen ist.

    „4 von 5 Ärzten, sind der Meinung ich bin echt geisteskarnk“.

    Sie ist es die das Geschehen kontrolliert, und zwar von Anfang bis Ende. Das zeigt einer der genialen Coups, der den Machern hier geglückt ist. Denkt man anfangs das der böse erwachsene Mann es schafft das kleine Mädchen in seine Falle zu locken, es dabei aber so wirken lässt das sie die treibende Kraft war die mit ihm nach Hause gehen wollte, stellt man wenig später erschrocken fest, das es genau umgekehrt ist. Das sie die Fallenstellerin in diesem Spiel war. Nicht nur für Jeff eine schockierende Erkenntnis. Denn plötzlich wird der Täter zum Opfer um später doch wieder zum Arschloch zu werden, das vom Zuschauer verachtet wird. Lobeshymen kann man auf den Charakter der Hayley aber auch nicht anstimmen, merkt man ihr doch stets eine gewisse Besessenheit an. Somit ist Hard Candy ein Film ohne echten Sympathieträger, den mehr als diese beiden Charaktere hat er fast nicht zu bieten.
    Denn er ist ein Kammerspiel mit wenig Schauplätzen und Darstellern. Fast könnte man meinen, Alfred Hitchkock wäre wiederauferstanden und hätte hier die Fäden gezogen. Aber es ist ein Mann namens David Slade, der hier bei seinem Regiedebüt einen intelligenten Schocker, der durch Mark und Bein geht, prouziert. Nichts für schwache Nerven, aber ein mitreisender Psychotrip zwischen Verführung, Gewalt und Besessenheit. Dieser Mikrokomsos erzeugt ein so intensives Erlebnis, das der Film den Vergleich mit den Werken des Großmeister des Horror, Thrills und Kammerspiels keineswegs zu scheuen braucht.

    Das Katz-und-Maus-Spiel zeichnet sich auch besonders dadurch auch das sich Jeff nicht hilflos geschlagen gibt und sich immer wieder wehrt, ehe ihn Haley in mehr und mehr ausweglose Situationen bringt. Aber nicht nur Jeff wird durch die Annahme er habe eine Chance das Ende des Films zu erleben aufs Glatteis geführt. Als Hayley von der Nachbarin (Sandra Oh) entdeckt wird, glaubte auch ich, das die Kleine mit ihrem kranken Spiel nicht durchkommt. So steigert sich eine Gewaltspirale die auch immer mehr von Haleys ebenfalls fragwürdiger psychischer Verfassung offen legt. Die Mischung aus kindlicher Lolita und erwachsenem Wahnsinn, gepaart mit Rachedurst ist die faszinierende Kraft in diesem Film.
    Gerade deswegen ist die Leistung von Ellen Page so immens wichtig für diesen Film. Dies wurde mir beim zweiten Ansehen erst richtig bewusst. Denn mit ihrer geniale Performance steht und fällt dieser Film. Dies zweigt eine Szene ganz besonders. Als es so scheint, als hätte Jeff den weichen Kern hinter der süßen Schale gefunden, zeigt sie ihr ganzes Talent, und lässt ihm erst in dem Glauben er habe ihren wunden Punkt gefunden, ehe sie ihm lachend ihr übles Spiel offenbart. Es gibt allerdings noch viel mehr Momente in denen die junge Kanadierin so intensive Emotionen zeigt, die zusammen mit den Dialogen so erschreckend sind, das die Gefühlswellen wahre Achterbahnfahrten hinlegen müssen. Vor allem für Männer hat der Film Szenen im Petto die nicht nur auf die Psyche, sondern auch ganz arg aufs Gemüt schlagen können. Aber Hayley verkörpert auch eine gewisse Souveränität in allen ihren Handlungen. Sie macht den Eindruck als wollte sie das der Film genau so abläuft wie er das nun dann auch tut. Es gibt zwar zwei, drei Situationen in denen ihr die Macht aus den Händen zu gleiten scheint, aber am Ende kommt alles so, wie von ihr geplant. Ellen Page bringt diese Souveränität ständig neben allen bereits erwähnten Facetten in ihr grandioses Spiel mit ein. Das dieser Film der Grundstein für ihre mittlerweile doch recht ansehnliche Karriere war ist keine Überraschung und vollkommen berechtigt.
    Aber während ich sie in Juno vergöttert habe, habe ich hier Angst vor ihr bekommen, und vor roten Kapuzenpullis, den sie übrigens in Juno in einer Szene auch wieder trägt.

    Wodurch Hard Candy sich noch auszeichnet, ist eine sehr abwechslungsreiche Kamneraführung. In hektischen Szenen schwankt diese wild hin und her, und steigert die hektische Wirkung der Szenen noch zusätzlich. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber es verstärkt den Kampf, den die beiden Protagonisten hier ausfechten noch zusätzlich.
    Faszinierend, auch wenn ich kein Vulkanier bin, ist dies mein Fazit für diesen Film, dessen emotionale Wucht, die er beim zweiten Mal wieder ausgewirkt hat, mich nicht mehr loslassen will.
  • WALL-E
    Der Letzte räumt die Erde auf.
    Animation, Science-Fiction, Kids
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    De Menschheit hat die Erde verlassen. Nur noch ein Wesen wandelt auf dem Planeten, nein, nicht Will Smith, WALL-E, ganz goldig Wally ausgesprochen. Ein kleiner Roboter der seinen Job als Müllzerkleinerungsmaschine verantwortungsvoll betreibt, unabhängig davon dass es niemand mehr gibt der dieses zu schätzen weiß. Dies ist die tragische Komponente durch die sich ‚Wall-E’ zu einem hoch emotionalen, fast traurigen Film entwickelt. Dies liegt auch daran das dieser kleine Roboter ein echt sympathischer Charakter ist, mit dem man mit leidet, wie er sein einsames Dasein fristet.
    Diesen etwas dreckig wirkenden Roboter mit seinem Hundeblick schließt man einfach ins Herz wie einst E.T. oder Nr.5. Dies liegt vielleicht auch an der deutlich erkennbaren Ähnlichkeit zum Helden aus „Nr. 5 lebt“, die am offensichtlichsten bei den 'Augen' und den 'Füßen' auffällt.
    Die erste Viertelstunde ist eine One-Roboter-Show des Müll verkleinernden Helden, den man in seinem gewohnten Umfeld erleben darf. Und diese Phase ist gespickt mit witzigen Momente und einfach nett anzusehenden Augenblicken. Alles wirkt authentisch und ist einfach ein toller Spaß, ohne das dabei die traurige Grundthematik vergessen wird. Dazu wird der Alltag von Wall-E einfach zu mitreisend und Herz zerreißend erzählt. Ähnliches gilt für die Liebesgeschichte die sich später entwickelt, und eigentlich nie kitschig wirkt.

    Richtig in Schwung kommt der Film nach einer knappen halben Stunde. Die Optik ändert sich grundlegend, ebenso wie der Stil des Films. Von der tragisch-komischen „Last Man on Earth“-Geschichte wandelt sich die Story zu einer Gesellschaftskritik und einem richtigen Abenteuerfilm. Dabei ist immer für Humor gesorgt, und wenn Wall-E in die „Kamera“ blickt und fiept, dann ist eh alles andere egal. Da schmelzen Herzen dahin! Das angesprochene Fiepen ist übrigens die am häufigsten benutze Kommunikationsform in diesem Film, den sprechen kann Wall-E im menschlichen Sinne nicht. Man bekommt hier sozusagen R2-D2-Kommunikation in Spielfilmlänge. Dadurch ist die Originalfassung auch für Leute empfehlenswert die der englischen Sprache nur wenig mächtig sind. Denn diese beschränkt sich auf einige wenige Dialoge.

    Stören sollte man sich daran nicht, denn verstehen tut man den kleinen Kerl trotzdem. Die Geräusche reichen mit Hilfe der großartigen Mimik zum Verständnis aus. Des Weiteren reicht oftmals sein Handeln zur Erklärung. Das gleiche gilt für den weiblichen Roboter auf den Wall-E plötzlich trifft. Die Macher von Pixar haben diesen Robotern wirklich so etwas wie Gefühle gegeben, und das fügt sich wunderbar in die Geschichte ein. ‚Wall-E’ wird nie langweilig, hält stets Überraschungen parat, und sorgt immer wieder für Humor, aber auch Abenteuer. Wirklich ein Film für die ganze Familie.

    Im Vergleich zum großartigen „Ab durch die Hecke“ fehlt bei Wall-E der permanente Humor, die stets großartigen Sprüche. Dies liegt aber in der Natur der Sache. Denn wenn man ganz alleine auf der Erde ist, dann kann man halt mit niemandem Späße machen. Wobei ich die Küchenschabe, die Wall-E begleitet, nicht unerwähnt lassen möchte. Aber trotz dieser ist hier der Grundton eben viel ernster als beim großartigen Dreamworks-Streifen. Bei diesem steht der Humor klar im Vordergrund, die Sozialkritik ist subtiler und unterschwelliger als bei 'Wall-E', bei dem doch mit dem Holzhammer klar gemacht wird, wie träge und gewohnheits liebend Menschen sind. Trotzdem gibt es immer was zu lachen.

    ‚Wall-E’ gehört jedenfalls zu den Animationsfilmen die einfach mehr sind als pure Spaßorgien. Nach dem deprimierend-anrührend-witzigen Auftakt mischt sich ein sozialkritischer Unterton in die unterhaltsam gemachte Action zu einer wirklich spannenden Geschichte. Alles vorher da gewesene von Pixar übertrifft er dadurch fast mit Leichtigkeit. Scheitert doch 'Ratatouille' an einer langweiligen Phase im Mittelteil und einer zu menschlichen Charakterzeichnung seines Hauptdarstellers. Und die 'Unglaublichen' wandelten sich im späteren Verlauf doch zu sehr zu einem klassischen Superheldenfilm. Nicht das mich jemand falsch versteht, die beiden waren meiner Meinung nach bisher die besten von Pixar, aber WALL-E übertrumpft sie weil er sich einfach weniger langweilige oder übertriebene Passagen erlaubt und in Sachen Charakterzeichnung den beiden ebenfalls knapp überlegen ist. Das entscheidende Kriterium ist allerdings das Meisterstück das der Film über weite Belangen ohne Worte auskommt, und die begrenzte Roboter-Kommunikation konsequent durchzieht, ohne damit zu nerven.

    Mir hat der Film wirklich sehr gut gefallen, was auch daran lag, das ich den kleinen Roboter sehr schnell in mein Herz geschlossen hatte. Er ist der Sympathieträger dieses Films. Wenn das nicht funktioniert, wenn einen das Schicksal dieses putzigen, liebenswerten Kerls kalt lässt, dann kann der ganze Film nicht wirken. Allerdings sollte man in so einem Fall ganz schnell den nächstgelegenen Röntgenapparat aufsuchen um nach zu schauen ob man den noch ein Herz hat.
  • James Bond 007 - Ein Quantum Trost
    Action, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    „Was war nun der Sinn?“. Auf diese Frage meiner Sitznachbarin wusste ich keine Antwort. Es ging um einen Putschversuch würden manche sagen, um Rache, andere. James Bond will die Mörder seiner Freundin Vesper zur Strecke bringen. Dies zeigt dass wir es hier mit der ersten direkten Fortsetzung in dem mittlerweile 22-teiligen ansonsten losen Gefüge von Bond-Filmen haben. Casino Royale gesehen zu haben ist somit eine klare Voraussetzung bevor man sich „Ein Quantum Trost“ anschaut.

    Die deutlichste Veränderung in „Casino Royale“ gegenüber den vorherigen Bond-Filmen waren ja die Veränderungen im Charakter und im Wesen von James Bond. Ich verteidigte dies damals weil ich der Auffassung war dass sich der Charakter im Laufe des Films verändert hatte, und sich in den Nachfolger weiterentwickeln wird zu dem James Bond den man aus früheren Tagen kennt.

    Leider erfüllte der James Bond, den man in Quantum Trost vorgesetzt bekommt, diese Erwartung nicht. Stillstand ist das Motto, Bond trinkt anstatt Martini immer noch seinen Drink „Vesper“, während er versucht über deren Tod hinwegzukommen. Fast entfernt sich hier der Bond von dem Charakter früherer Tagen noch weiter als dies in „Casino Royale“ der Fall war. Den jüngeren Fans mag es gefallen, aber wer einen alten Bond-Film anschaut, der vermisst einfach zu viele Details, die die Bond-Reihe so legendär gemacht haben. Dabei rede ich gar nicht von den Moore- und Connery-Filmen, nein auch im Vergleich mit den Brosnan-Bonds verschwindet der Identifikationswert immer mehr. War z.B. „Die Welt ist nicht genug“ eine echte Actionorgie, hatte er trotzdem den Stil eines typischen Bonds. Dieser Spagat gelingt hier keinesfalls. Ich möchte diese Entfernung von der Reihe gar nicht mal an Daniel Craig festmachen, auch wenn er optisch schon gar nicht zu einem Charmebolzen wie Brosnan taugt. Nein, die Veränderung wollten die Produzenten, sie sind dafür verantwortlich das „Ein Quantum Trost“ zu einem normalen Actionfilm verkommt.

    Allerdings zu einem sehr guten Actionfilm. Bond geht kompromisslos ab wie Schmitts Katze. Der Adrenalinpegel ist in den ersten gut 40 Minuten fast permanent auf Anschlag. Auch wenn teilweise die Schnitte zu heftig für das menschliche Auge sind, so macht der Auftakt doch richtig Spaß und wirft auch Fragen auf. Die Story ist lange undurchsichtig, und Bond fast immer auf der Flucht. Fast könnte man meinen die Macher orientieren sich ein wenig an der Bourne-Reihe, die ja öfter mal als moderne US-Version von Bond bezeichnet wird. Leider besinnen sie sich nicht auf die eigenen Stärken der Reihe, und so wirkt Bond austauschbar. Einen der wenigen Wiedererkennungswerte liefert Judi Dench als M. Sie identifiziert man mit der Reihe mittlerweile mehr als den Bond-Darsteller. Ohne sie als robuste MI6-Chefin ist momentan ein Bond-Film gar nicht denkbar.

    Ein paar Worte wollte ich noch über die Story verlieren: Die verschenkt ihr Potential, indem sie die eigentliche Thematik nur an der Oberfläche kratzt. Aus der Geschichte um einen Ex-Diktator der seinen Staat wieder zurückerobern will hätte man durchaus mehr machen können, leider beschäftigt der Film sich mehr mit seinem Handlanger, der für eine mysteriöse Organisation arbeitet. Durch diese gerät Bond fast zufällig dem machtgierigen Ex-Diktator in die Quere. Dieser ist auch nie Bonds Ziel, sondern sein Handlager Dominic, der Wasservorräte beschneidet. Dieser schafft es nicht das Charisma aufzubauen und die Bedrohung darzustellen, wie es in der Reihe ansonsten üblich war.
    Ebenso enttäuschend ist das Bond-Girl camille. Null Charme, null Ausstrahlung. Da hat mir die Agentin Fields weitaus besser gefallen, deren Rolle leider viel zu klein war.

    Einen echten Showdown gibt es zwar, aber es fehlt die typische finale Aktion des Bösewichts durch die er reich wird oder die Menschheit nachhaltig negativ beeinflusst.
    Am Ende fehlt immer noch ein Stück des Puzzles, und die Frage, inwieweit dieses massenweise Morden James Bond in der Verarbeitung seiner Trauer nun weitergeholfen hat.

    Trotz aller Abkehr von der Reihe, gute Unterhaltung im Stile eines modernen Actionfilms bietet „Ein Quantum Trost“ allemal. Auch wenn die Story zu viele Frage offen lässt, und unkommplettiert wirkt, so ist sie zu einem gewissen Grad spannend.


    Fazit:
    Ein guter Actionfilm, aber kein würdiger Bondfilm.
  • Lakeview Terrace
    Was könnte sicherer sein, als einen Polizisten zum Nachbarn zu haben?
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    "Er adelt jeden Film mit seiner Coolness."
    Eine Aussage die auf keinen Schauspieler auf diesem Planeten besser zutrifft als auf Samuel L. Jackson.
    Nahezu jeder seiner Film wird von seiner Ausstrahlung getragen. Ähnlich ist es hier, wenn auch mit einem kleinen Unterschied, hier verbreitet der gute Jackson von Beginn an Angst und Schrecken. Er stellt für seine Mitmenschen keine offensichtliche Bedrohung dar, die Furcht verbreitet sich hier eher auf subtile und unterschwellige Art.

    Achtung, jetzt wrid ein wenig gespoilert

    Abel Turner(Jackson) ist Witwer, strenger Vater von zwei Kindern und Polizist aus Leidenschaft. Seinen neuen Nachbarn Chris und Lisa (Kerry Washington) macht er sehr schnell, konsequent und kompromisslos klar, nach welchen Regeln er lebt, und wie intolerant er gegenüber anderen Leuten ist, die nicht so leben.
    In beinahe jeder Szene wirkt Abel. unnahbar, unnachgiebig, rassistisch, und durch seine Art dies zu zeigen, sehr beängstigend.
    Jackson spielt die Rolle großartig, man spürt einfach dass er die optimale Besetzung war. Er strahlt eine Bedrohung aus, die von Minute zu Minute stärker und offensichtlicher wird. Er alleine schafft es, ein ungeheures Maß an Spannung zu erzeugen. Man spürt in jeder Szene, das es gleicht knallt, das irgend etwas passiert, das ihn in Rage bringt, und er, wenn auch unterschwellig andere Leute beleidigt.
    Zum größten Teil handelt Lakeview Terrace von einem verbal ablaufenden Nachbarschaftsstreit, der erst in den letzten Minuten zu einem echten handgreiflichen Konflikt wird.
    Vor dem mitreisenden Showdown sind es deswegen auch die Dialoge, die dem Film seine besondere Ausstrahlung verleihen. Immer wieder konfrontiert Chris Abel mit dessen Sturheit, die dieser stets durch moralische Argumente zu erklären weiß, um unnachgiebig weiter sein Ding durchziehen zu können. So ist der von PatrickWilson gespielte Nachbar fast hilflos gegenüber dem ignoranten Abel was zu einem Streit mit seiner Frau führt. Auch dieser Konflikt schwellt anfangs unterschwellig, bevor er später ans Tageslicht tritt.
    Es wird zwischendurch der Eindruck erweckt als habe Abel Interesse an Chris' Frau und drängt die beiden systematisch auseinander.
    SPOILER ENDE
    Vielleicht nicht gerade ein Weihnachtsfilm, aber ein Genus für jeden Fan von Samuel L. Jackson. Ganz großes Kino, was er hier abliefert, Lakeview Torrence ist ein Film den er in eine andere Liga spielt, der von seiner Ausstrahlung und seinem Charisma lebt. Er macht ihn zu einem dieser Thriller, die auf subtile Art und Weise funktionieren, und ohne großes Tam-Tam unter die Haut gehen.
    Über 100 Minuten wird der Film nicht langweilig und reist den Zuschauer einfach mit, was will man mehr? Vielleicht keine permanente Abbildung diverser Klischees:
    Der Polizist, der dies auch im Alltag sein will, der wohlhabende Nachbar, der für Konflikpotential sorgt. Die übliche Rassenproblematik, auch wenn keiner einer Rassisten cooler spielen kann als Jackson, der das ja schon in Stirb Langsam 3 eindrucksvoll bewiesen hat. Und natürlich die heraufbeschwörten Eheprobleme.
    Diese Klischees machen den Film nicht schlechter, verhindern aber, dass er zu einem herausragenden Film wird.
  • Juno
    Drama, Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 09.01.2009
    "Juno" bietet einem sehr viel: Die süßeste, frechste, und talentierteste Jungschauspielerin dieses Jahrhundert, einen Song der mir seitdem nicht mehr aus den Ohren will, und großartige Dialogen die ein unglaublich ernstes Thema über weite Strecken sehr humoristisch darstellen!

    Das entscheidende ist das ungewöhnliche Konzept, durch das sich der Film seinem schwierigen, ernsten Thema von der humoristischen Seite annähert. In der Anfangsphase rutsche ich öfters unter den Stuhl über die witzigen Sprüche, die pointierten Dialoge und wegen der Fähigkeit von Juno über wirklich alles eine unbekümmerte, coole Bemerkung auf Lager zu haben. Tabus kennt die freche Göre hierbei kaum.
    Jason Reitman beweist ein Gespür für Timing, denn er lässt den Film nie ins Lächerliche abgleiten. Das durchaus schwierige Thema wird durchgehend mit einer gewiesen Ernsthaftigkeit gewürdigt, alle beteiligten Protagonisten gehen lediglich etwas anders damit, um wie man es vielleicht erwartet. Und das ist der große Pluspunkt von „Juno“: Kaum eine Szene würde man in dem Moment wie sie kommt auch erwarten, er liefert permanent Überraschungen, vor allem verbale. Dies verdankt der Film dem Oscar-prämierten Drehbuch von Diablo Cody.

    Dieser wurde Ellen Page verweigert, wohl nur weil die Academy der Meinung war das sie noch öfter die Chance haben wird einen zu gewinnen. Das sie ihn verdient gehabt hätte steht außer Frage. Ist es doch ihr großartiges Spiel das aus der Komödie einfach mehr macht als sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Ellen Page benötigt dazu erstaunlich wenige Worte, aber wenn sie mal den Mund aufmacht, dann ist es ein Genuss, vor allem für die Lachmuskeln. Und am Ende, wenn sie kurz nach der Entbindung im Krankenhaus liegt und den Tränen nah ist, das geht einfach nur ganz tief unter die Haut.
    Ihre teilweise verzweifelten Blicke erinnern den Zuschauer an die missliche Lage in der sich dieses sympathische Mädchen befindet, während man sich wegen ihren flotten Sprüchen den Bauch halten muss. Dadurch spiegelt die 16-Jährige die Dualität dieses Films wieder, den Spagat zwischen Drama und Komödie.

    Und diesen bekommt Reitman nahezu optimal hin. „Juno“ ist einfach ein Genuss, macht Spaß, bringt einen aber auch zum Nachdenken. Komödie mit Tiefgang nennen manche Leute so etwas auch. Leider bedient sich Reitman bei ein paar Klischees, die besonders Jennifer Garner und Jason Bateman als potentielle Adoptiveltern ausleben dürfen. Sie stehen im krassen Gegensatz zu Junos Familie, die sehr unverkrampft ist, und daher auch mit der Schwangerschaft sehr gelassen umgehen. Nach einem ersten Schock, der wie der Großteil des Films von Situationskomik geprägt ist, unterstützen Vater(J.K. Simmons) und Stiefmutter(Allison Janney) Juno mit allen Kräften. Unrealistisch? Wohl nicht! Ungewöhnlich? Vielleicht, aber das ist „Juno“ ja sowieso.
    Nur als Juno hinter die Fassade des kinderlosen Pärchens dringt, wird die Grenze zwischen dem Ungewöhnlichen und dem Üblichen etwas eng. Aber Reitman kriegt die Kurve, nutzt filmübliche Mechanismen um mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen und serviert kurz vor dem großen Finale noch mal eine Überraschung. Die letzten 15 Minuten sind dann nur noch ganz großes Gefühlskino. Zum ersten Mal seit dem Ende von „Million Dollar Baby“ war ich den Tränen nahe, obwohl es bei Juno bei weitem nicht so tragisch zugeht.

    Somit durchlebt man als Zuschauer hier ebenfalls einen Spagat. Die erste Viertelstunde muss man lachen, die letzte fast weinen. Wo kommt so etwas schon mal vor?

    Das dieser Spagat so großartig gelingt ist auch der Filmmusik zu verdanken. Spiegeln doch bereits die ersten beiden Songs die Gegensätzlichkeit der Geschichte wieder. Der eingängige Song „All I want is you“ während des Vorspanns ist ein Ohrwurm und macht einfach Spaß. Anschließend folgt die Szene in der Juno die Gewissheit bekommt das sie schwanger ist. Der darauf folgende Song ist deutlich ruhiger, und gibt Junos nun verzweifelte Gemütslage wieder. Als wolle er sagen, Schluss mit Lustig, wobei dies hier keineswegs zutrifft. Weder für den Zuschauer, noch für Juno, die sich durch diesen Schicksalsschlag nicht unterkriegen lässt, und fast immer ihre gute Laune behält. Schwierig wird es für sie lediglich als sie mit Erwachsenen-Problemen konfrontiert wird, denen sie sich einfach nicht gewachsen sieht.

    Dadurch ist „Juno“ nicht nur eine mitreisende Mischung aus Drama und Komödie, er ist auch ein Beispiel wie ein kindlicher Reifungsprozess funktionieren kann. Wenn man in der allerletzten Szene Juno mit ihrem Freund (Michael Gera) beim Gitarre spielen zusieht, spürt man, das dies nun eine andere Person ist als das kleine Mädchen das 90 Minuten vorher das positive Ergebnis des Schwangerschaftstests durch Schütteln verändern wollte. Juno findet im Laufe ihrer Schwangerschaft heraus was wahre Liebe ist, und das das Leben nicht so einfach ist wie man es sich als Teenager manchmal vorstellt.
  • Todeszug nach Yuma
    Die Zeit läuft gegen einen Mann.
    Western
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 09.01.2009
    Ein Western im alten Stil
    Cooler Film, wenn auch das Ende komsich war. Aber Baile und Crowe spielen hier super und machen diesen altmodischen Western zu einem sehenswerten Wiedersehen mit einem totgeglaubten Genre.
  • Taxi Driver
    In jeder Straße ist ein Niemand, der davon träumt, Jemand zu sein.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 09.01.2009
    Hammerfilm
    Für mich die beste Leistung von DeNiro. So schwerer Tobak, so packend. Besser gehts kaum.
  • Léon - Der Profi
    Jeder stirbt für sich allein.
    Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 09.01.2009
    Großartig, der beste Actionfilm.
    Einfach nur großartig, von Anfang bis Ende. So mitreisend, so beeidnruckend, so, ja teilweise auch witzig.
    Die beste Rolle von Reno, Portman (über Hautnah kann man streiten) und Oldman (abgesehen von Dracula)
  • Hellboy 2 - Die goldene Armee
    Die Rettung der Welt ist ein Höllenjob.
    Action, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 09.01.2009
    Passt zum Stil
    Geht etwas über den typischen Comic-Action-Film hinaus. Viel Herz-Schmerz, viel Ethik, viel Humor, wertet den Film gegenüber dem ersten schon ein wenig auf. Andererseits bedient er sich dabei natürlich den klassischen Klischees.
    Die Optik und die Action sind natürlich auch beeimdruckend, also auch für Nonstop-Action-Fans ist der Film auf jeden Fall sehenswert.