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Kritiken von "TylerDurden79" aus

126 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Departed
    Unter Feinden
    Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Ich gehörte ja zu den Leuten die es für unwahrscheinlich hielten das Martin Scorsese jemals einen Oscar gewinnen wird, aber mit diesem Film hat es endlich geklappt.

    Inhalt:
    Departed – Unter Feinden erzählt die Geschichte von zwei jungen Männern die jeweils Undercover für die jeweils andere Seite für einen Mafiosi bzw. die Polizei von Boston arbeiten.
    Nach einer gründlichen Einführung der Charaktere beginnen die beiden „Ratten“ sich gegenseitig in die Quere zu kommen, ehe sie gejagt und enttarnt werden.

    Kritik:
    Wem die Story bekannt vorkommt, hat wohl den Film „Internal Affairs“ gesehen, den Departed ist ein Remake des Thrillers aus Hong Kong aus dem Jahr 2002. Da ich das Original nicht kenne verzichte ich hier allerdings auf irgendwelche Vergleiche.
    Departed ist ein herausragend spannender Thriller, der etwas schafft, was für dieses Genre in den letzten Jahren ungewöhnlich geworden ist. Er begeistert nicht durch Action, sondern durch seine tollen Darsteller und deren Zusammenspiel. Jack Nicholson erweißt sich als idealer Mafiosi, kann er hier doch die Art von Rolle spielen, die er am besten kann: selbstgerechtes Arschloch! Sogar Matt Damon zeigt eine ordentliche Leistung, was für den Mann der meistens mit einem Gesichtausdruck über die Leinwand stolziert, ein echtes Kompliment ist. Leonardo DiCaprio macht einen weiteren Schritt auf dem Weg vom Schönling zum harten Kerl, mittlerweile nehme ich ihm den fast ab. Besonders gut gefiel mir Mark Wahlberg als leicht reizbarer, ständig fluchender Cop. Alec Baldwin rundet das Zusammentreffen toller Schauspieler ab. Nicht vergessen darf man auch Martin Sheen, der den Boss von Caprio souverän und eindrukcsstark spielt. Zusammen schaffen es diese Herren eine der spannendsten Geschichten auf die Leinwand zu zaubern, die ich seit Jahren gesehen habe.
    Als die beiden Verräter sich am Telefon anschweigen, stockt mir der Atem, ebenso wie bei einigen überraschen Storywendungen. Die waren zwar teilweise ein wenig brutal, aber die Darstellung der Gewalt ist bei einem Film der in der Unterwelt einer US-amerikanischen Großstadt spielt wohl äußerst realistisch. Außerdem ist der Film ab 16 freigegeben, da sollte man kein Ringelpitz mit Anfassen erwarten, sondern knallharte Action. Außerdem würden bei einer niedrigeren Altersfreigabe einige Dialoge zum Großteil aus PIEP bestehen. Den die stehen im Vordergrund, nicht die Action, oder irgendwelche Spezial-Effekte.
    Hier wird ohne viel Effekthascherei eine spannende Geschichte erzählt, die dank Oscarpreisträger Howard Shore auch permanent mit der stets passenden Musik untermalt ist. Das Ende des Films ist schockierend realistisch, und bietet nach über zwei Stunden eine der zahlreichen Überraschungen, die den Film zum absoluten Sesselkraller machen. Das verdankt man neben den tollen Darstellern auch der guten Leistung des Regie-Altmeisters Scorsese. Denn er schafft in diesen spannungsgeladenen, gewalttätigen Film eine Brise Humor einzustreuen, die weder unpassend wirkt, noch den Film zu lächerlich werden lässt. Hierfür sorgt auch die Liebesgeschichte. Einige werden nun sagen: „muss die sein?" Ich sage: Muss sie nicht, aber sie stört auch nicht, sondern sorgt sowohl für einige der gut gestreuten Lacher, als auch für eine zusätzliche Spannung zwischen den beiden Undercover-Agenten.
    Neben dem stets sehr hohen Spannungsbogen ist die sehr dichte Athmosphäre ein Pluspunkt des Films. Scorsese versetzt einen geradezu in die Rolle seiner verdeckten Ermittler, man leidet und bangt mit DiCaprio, man wünscht dem Bösewicht Damon nur das Schlechteste, und am Ende bangt man um etwas was zumindest ansatzweise eine Art Happy-End darstellt, was man zwar nicht bekommt, aber zumindest siegt die Gerechtigkeit.
  • Ratatouille
    Rattenscharf serviert.
    Kids, Animation
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Angesichts der immensen Vorschusslorbeeren lehnte ich Ratatouille ursprünglich ab, weil ich nicht erkennen konnte, weswegen dieser Film so herausragend aus dem Groß der Animationsfilme sein soll. Die ersten Kritiken bestätigten dann allerdings die großen Erwartungen, und weckten mein Interesse. Deswegen konnte ich nicht widerstehen als ich Anfang des Jahres lass das der Film immer noch im Kino läuft.

    Story: Achtung Spoiler
    Remy, ein Ratte mit besonderen Geschmacksnerven ist ein wahrer Gourmet und lehnt die Lebens- und besonderes Essensweise seiner Familie ab. Durch einen Unfall verschläft es ihn nach Paris wo er mit Unterstützung eines Geistes in eine Feinschmeckerküche hineinschnuppern darf. Der Küchengehilfe Linguini entdeckt Remys Talent und wird mit dessen Hilfe zum gefeierten Starkoch. Sehr zum Missfallen des eigentlichen Küchenchefs Skinner, der das Restaurant des verstorbenen Meisterkochs Gusteaus an sich reisen will. Auch hierbei steht im Linguini im Weg, da er Gusteaus unbekannter Sohn ist. Als dies herauskommt übernimmt er das Restaurant seines Vaters. Mittlerweile trifft Remy seine Familie wieder und muss sich zwischen ihr und seiner Karriere als Starkoch entscheiden. Kurz darauf zerbricht seine Freundschaft zu Linguini. Als schließlich ein renommierter Kritiker das Restaurant besucht muss Linguini Farbe bekennen und präsentiert seine Kollegen seinen kleinen Helfer. Als diese deswegen Reißaus nehmen muss Remys Familie einspringen.

    Kritik:
    Seit Animationen immer realistischer werden, nähern sich Animationsfilme immer mehr an normalen Filmen an. Ratatouille treibt diese Entwicklung auf die Spitze. Dies betrifft zu einem die großartigen Animationen, zum anderen die Story, die so gar nicht Trickfilmtypisch ist. Bei Ratatouille sieht alles echt aus, und das soll es auch. Es scheint als wollten die Produzenten einen Film kreieren der zwar mit Animationen erstellt wird, aber als normaler Spielfilm wahrgenommen wird. Deswegen ließen sich größtenteils auch eines der klassischen Elemente des Animations-/Trickfilm leider außen vor, den Humor. Slapstick-Einlagen verkommen zu humorfreien Versuchen etwas Humor aufzubauen, und die beiden Running-Gags sind ebenfalls eher als albern einzuordnen. Während sich dies zu Beginn des Films noch störend auswirkt, wird es in der zweiten Stunde von der immer besser werdenden Story klar überschattet.
    Als man schon fast mit dem Film abgeschlossen hat, und die aktuelle Situation als nettes, passendes Happy-End ansieht packen die Macher noch einige Ideen drauf, und schaffen es den Zuschauer mit einem positiven Gesamteindruck auf die Heimreise zu schicken.
    Doch leider haben sie hier ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Denn die Idee dass eine Ratte einen Menschen fernsteuern kann indem sie an seinen Haaren zieht ist doch schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Einen gewissen Realismus erwarte ich da schon, wenn ein Film sich selbst so ernst nimmt, und viele moralische Aspekte liefert. Hierbei hat Ratatoille seine großen Momente die teilweise echt bewegen. Mit dieser kleinen, süßen Ratte fiebert man wirklich mit. Eine andere kleine Ratte erfüllt leider ein typisches Klischee, denn der böse Chefkoch ist ein unfreundlicher arroganten Kleinwüchsichger. Das bleibt aber neben der Liebesgeschichte auch das einzige Klischee das erfüllt wird, den Ratatouille grenzt sich durch seinen Spagat ein richtiger Film sein zu wollen, sowohl vom typischen Animationsfilm als auch vom klassischen, klischeebehafteten Realfilm ab.
    In diesem Anspruch schießt der Film aber auch ein wenig über das Ziel hinaus, als z.B. Remy und Linguini in Streit geraten wirkt der kleine Nager doch allzu menschlich. Solche Beziehungskrisen verlieren dann einfach ihre Glaubwürdigkeit, wenn man bedenkt wer da mit wem redet. Da waren die Beziehungsstränge im Dreamworks-Streifen „Ab durch die Hecke“ doch nachvollziehbarer, da sie innerhalb des Tierreichs blieben. Irgendjemand hätte die Produzenten doch mal darauf hinweisen sollen, das Remy kein Mensch, sondern eine Ratte ist, wie dies dessen Vater immer wieder mal tut. Dieser ist eine typische Vaterrolle der seinen Nachwuchs im heimischen Nest haben will und ihn aus Gefahren rettet.

    Aufgrund der Zweischneidigkeit dieses Werkes muss man sich die Frage stellen wer hier eigentlich die Zielgruppe ist. Kinder erfreuen sich an den netten Animationen und können evtl. auch den ein oder anderen Witz erkennen und verstehen. Leider ist der größte Pluspunkt, die sehr gute Geschichte wohl für Kinder etwas unverständlich. Nicht nur für Kinder, sondern auch für die meisten anderen Menschen unverständlich, ist wohl die pseudo-französische Aussprache einiger Charaktere, die zudem noch sehr schnell sprachen.

    Aber trotz dieser Punkte bleibt am Ende festzuhalten das sich meine negative Einstellung gegenüber diesem Film nur in der ersten halben Stunde teilweise bestätigt hat, am Ende kann eine famose Geschichte das Erlebnis sogar noch in den grünen Bereich retten

    Fazit:
    Für einen Animationsfilm orientiert sich Ratatouille sehr stark an einem Realfilm. Dies tut dem Filmerlebnis größtenteils gut, aber die tricktechnischen Wurzeln werden streckenweise sehr vernachlässigt.
  • Das Leben der Anderen
    In einem System der Macht ist nichts privat.
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Bald wieder Oscr-Verleihung. Reumütig denkt man zurück, an die gute alte Zeit, als es hieß: And the OScar goes to : Germany! Und wenn einem dann einfällt das man zu diesem Film noch keine Kritik verfasst hat, kommt sowas bei raus:

    Story, Vorsicht SPOILER
    Das Leben der Anderen erzählt die Geschichte eines Stasi-Offiziers der von dem Leben eines anderen ein wenig mehr fasziniert wird als dies für seine Berufsehre gut ist.
    „Warum wurde ich nie überwacht?“ wundert sich der Schriftsteller Georg Dreymann (Sebastian Koch) gegenüber dem ehemaligen DDR-Minister Hempf (Thomas Thieme) im Jahr 1991, und erfährt dabei, das er intensiv von der STASI ausspioniert wurde.
    Der STASI-Ausbilders Wiesler (Ulrich Mühe) ist von dem System für das er arbeitet überzeugt und ein vorbildlicher Staatsbürger der DDR. Die Überwachung von Dreymann lässt ihn so intensiv an dessen Leben teilhaben, das er Mitleid bekommt und seinen Vorgesetzen belastendes Material verschweigt. Diese wiederum sind besonders daran interessiert Dreymann als Landesverräter zu entlarven, damit Minister Hempf bei Dreymanns Freundin Christa (Martina Gedeck) freie Hand hat. Als deren Schauspielerkarriere auf dem Spiel steht verrät sie ihren Freund. Aber als die STASI-Beamten in Dreymanns Wohnung eintreffen, sind die Beweise verschwunden, weswegen Wiesler Probleme mit seinem Vorgesetzen (Ulrich Tukur) bekommt. Nach der Wende widmet Dreymann seinem ehemaligen Beobachter ein Buch, das offensichtlich ein Kassenschlager ist.

    Kritik:
    Mit einem Tempo das passend zwischen langweilig und hektisch liegt zeichnet das Leben der Anderen ein erschreckend realistisches Bild vom Überwachungsstaat der DDR. Die Selbstverständlichkeit mit der die STASI die Menschenrechte mit Füßen tritt, ist wirklich schockierend. Bereits die Eingangssequenz zeichnet ein brutales Bild von der Behandlung so genannter „Landesverräter“. Der Erschaffer dieses Bild ist zu einem großen Teil Ulrich Mühe. Der Allround-Schauspieler (Rennschwein Rudi Rüssel, Schtonk) zeigt hier eine fantastische Leistung. Die Wandlung vom zu Beginn konsequent idealistischen Stasispitzel zu einem gefühlsbestimmten alternden Mann stellt er glaubwürdig dar, seine innere Zerrissenheit sieht man im mehrmals an. Allein für die allerletzte Szene, in der mit einem kaum erkennbaren Lächeln ein Buch kauft, und den doppeldeutigen Satz sagt „Es ist für mich“, hatte der den deutschen Filmpreis verdient.
    Lediglich seine Motive, woher das Mitleid mit Dreymann kommt, wurden mir nicht ganz klar. Dafür kann natürlich der Schauspieler nichts, diesen Vorwurf muss sich der Drehbuchautor und Regisseur Florian Henkel von Donnersmarck gefallen lassen. Aber bei einem Regiedebüt sind solche Kleinigkeiten verzeihbar.
    Was dagegen Donnersmark sehr zu beherrschen scheint ist die Leistungsgrenze seiner Schauspieler aus diesen herauszukitzeln. Sebastian Koch, den man mehr aus TV-Filmen wie ‚Die Manns’ kennt, spielt den ahnungslosen Schriftsteller den die Freundschaft zu einem vom Staat ungeliebten Theaterregisseur, dazu bringt DDR-unfreundliche Artikel im Westen zu veröffentlichen, sehr mitreisend. Das Katz-und Maus mit Mühe, von dem er selbst aber gar nichts weiß ist an Spannung zwar noch zu überbieten, die permanente Unsicherheit von Dreymann hält , trotz teilweise schleppendem Tempos, den Film stets weit von der Gefahr der Langeweile entfernt.
    Donnersmarck schafft es sogar ein wenig Humor in den Film einzubauen, als z.B. plötzlich mit Volker Michalowski, bekannt aus der Comedy-Reihe Zack, in einer Kurzrolle als Schreibmaschinenexperte zu sehen ist. Trotzdem vermittelt diese Szene ein bedrückendes Gefühl, da es die Ausmaße des Überwachungsstaates eindrucksvoll verstärkt.
    Die für deutsche Filme typische Liebesgeschichte macht hier keinen störenden Eindruck, sie ist mehr ein Element des Films das sich nahtlos passend in das Gesamtwerk einfügt.

    Oscar hin oder her, die Thematik des Films ist sehr interessant, handwerklich ist er allererste Sahne, lediglich die Motive für den Gesinnungswandel fehlten mir. Für meinen persönlichen Geschmack ist der Film fast zu ruhig, aber das macht er durch Spannung und seine interessanten Charaktere nahezu weg.
    Ein wirklich empfehlenswertes Erlebnis, vor allem da es auch ein wenig Vergangenheitsbewältigung ist, das ein wohl weitaus realistischeres Bild von der DDR zeichnet als der Gute-Laune-Film Sonnenalle.
  • Das Vermächtnis des geheimen Buches
    Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Die schlimmste Nachricht vorneweg: Diane Kruger hat eine andere Synchronstimme als beim Vorgänger. Die sexy Aussprache mit deutlichem deutschen Akzent wurde durch eine stereotypische Mädchenstimme ersetzt. :thumpdown:
    Somit bleiben die ersten zehn Minuten als gelungen und witzig in Erinnerung, bis zum ersehnten Auftritt der Frau, und der bitteren Enttäuschung als sie den Mund aufmacht. Der Rest wird von dieser Tragödie überschattet.

    Naja, ganz so ist es nun auch wieder nicht. Trotz dem fehlenden Ohrenschmaus liefert unser schönsten Exportschlager immerhin noch einen Augenschmaus. Genau anders herum ist es bei einem weiblichen Neuzugang zum Cast. Helen Mirren ist am besten wenn sie den Mund aufmacht, und besonders mit Jon Voight. Sie spielen das streitende Ex-Ehepaar mitreisend und humorvoll. Ihre Versöhnung gegen Ende ist zwar vorhersehbar, aber die Alten kriegen das etwas unkitschiger hin als Case und Kruger.
    Wieder mit von der Party ist natürlich Justin Bartha als Computerexperte Riley. Dieser arme Kerl fristet ein Dasein im Schatten von Benjamin Gates, der durch den Fund des Tempelritterschatzes nun berühmt und anerkannt ist. Ähnlich galt bislang auch für seinen Vorfahren Thomas Gates, ehe behauptet wird dass er an der Verschwörung zur Ermordung von Abraham Lincoln beteiligt gewesen sein soll.

    Unter dem Vorwand die Ehre seines Ururgroßvaters wieder herstellen zu wollen, begibt sich Benjamin Gates also wieder auf Schatzsuche. Schon praktisch, das dieser die Unschuld des Vorfahren beweisen kann. Dieses Mal muss er dazu ein wenig weiter reisen, als nach Washington und New York. Paris, London und der Mount Rushmore sind u.a. die Reisepunkte der Jagd nach einer goldenen Stadt.
    Das Titel gebende Buch spielt nur eine sehr geringe Rolle, versteckt allerdings einen Hinweis, auf den Verbleib des Schatzes. Die weiteren Geheimnisse, die das mysteriöse „Buch des Präsidenten“ enthält, sollen nicht enthüllt werden. Sie sind deswegen nie Gegenstand der Handlung, sondern lediglich Beiwerk zu humorvollen Anekdoten. Nicolas Cage kennt sich ja damit aus die Staatsgeheimnisse der USA zu finden, wie er das am Ende von „The Rock“ bereits tat ohne dieses Wissen mit dem Zuschauer zu teilen.
    Wenn ich gerade bei Gemeinsamkeiten mit „The Rock“ bin, muss der Bösewicht erwähnt werden, der dieses Mal von Ed Harris verkörpert wird. Er arbeitet mal mit, mal gegen den Gates-Clan, meist jagt er ihnen hinterher, seine Beweggründe sind ebenfalls die Rettung der Ehre eines Ahnen, und nicht der schnöde Mammon, wie dies bei Sean Bean im „Vermächtnis der Tempelritter“ der Fall war.

    Das Staraufgebot um die drei Oscarpreisträger Cage, Voight und Mirren (welcher Film kann das schon von sich behaupten?), wird von Harvey Keitel ergänzt, der wie im Vorgänger den FBI-Direktor gibt. Leider bekam er etwas weniger Leinwandzeit, weitaus weniger gute Dialoge, und ist daher kein so prägender Charakter wie im ersten Teil.

    Hinzu kommt Bruce Greenwood als Präsident der USA. Die in Trailern angekündigte Entführung ist eigentlich keine solche, aber sie reicht aus um Ben Gates einerseits die Möglichkeit zu geben das geheime Buch zu finden, andererseits um ihm die Polizei aufzuhetzen, was zu einer Tempoverschärfung führt. Dieses stockt zwar zwischendrin, aber wirkliche Verschnaufpausen erlaubt die Story nicht.
    Diese ist eine verwirrende Geschichte über Baumeister, Schreibtische und goldene Städte. Ein Ausflug in die Vergangenheit der USA fehlt hier natürlich ebenso wenig wie zahlreiche humorvolle Akzente. Diese setzen zu einem Mirren und Voight, sowie Bartha, dessen Gags leider teilweise zu Slapstick-Einlagen verkommen.

    Die Mischung aus Action, Humor, einer mitreisenden Geschichte und einem amüsanten Zusammenspiel der Charaktere passt und sollte Fans des Vorgängers zufrieden stellen. Wem dieser zu wenig Anspruch, historische Korrektheit oder Tiefe der Charaktere hatte, der sollte hier Abstand halten. Bruckheimer ist nun mal kein Fellini, und egal ob der Regisseur Bay, Scott oder Turteltaub heißt, Bruckheiemr steht für Popcornkino, und das bekommt man hier in seiner Reinform geboten. Mag manches auch unlogisch wirken, so ist die Geschichte in sich ein geschlossenes logisches Gesamtkunstwerk. Und wer vermag schon zu behaupten ob es ein Buch mit den Staatsgeheimnissen der USA nicht wirklich gibt? Bei all den Verschwörungstheorien die sich um die letzten 50 Jahre der US-Geschichte (Mondlandung, Area51, Kennedy usw.) ranken, ist wohl nichts als unvorstellbar zu bezeichnen.

    Zurück zum Film, der natürlich davon lebt, dass der Zuschauer geheime Botschaften auf Statuen, Geheimfächer in Präsidentenschreibtischen und goldene Stätde nicht als absurd abtut. Man muss sich nur zurücklehnen und genießen. Einfach nur verfolgen wie Ben Gates Hinweise sucht, Rätsel entschlüsselt und wieder zu scheinbar unmöglichen Aktionen ausholen muss. So führt in seine Reise u.a. in das Büro des Präsidenten. Dieses wird leider für eine etwas peinliche Szene missbraucht, die allerdings mit einem netten Seitenhieb auf einen Ex-Präsidenten versehen ist.
    Diese Mischung ist es die quasi im Gegenzug sofort für jeden Fehlgriff, von denen es nicht viele gibt, entschädigt. Und man bekommt auch nicht viel Zeit einzelne Szenen sacken zu lassen, schon sind die Protagonisten an einem anderen Ort unterwegs, und suchen neue Hinweise. Diese sind allerortens versteckt, sogar in Büchern, wie dem das Riley geschrieben hat, und das ein äußerst witziger Running-Gag ist. Ebenso wie das permanente Gezancke zwischen Jon Voight und Helen Mirren. Die beiden wirken wirklich wie ein altes Ehepaar, oder eben Ex-Ehepaar. Ihr erster Dialog macht den Eindruck als würden sie den Streit in dem sie sich vor 32 Jahren getrennt haben, an selber Stelle fortsetzen.

    Fortsetzungen haben ja meistens gegenüber ihren Vorgänger weniger Substanz und mehr Unterhaltung. Von Substanzverlust ist in diesem Fall kaum etwas zu spüren, die Story ist sogar abwechselungsreicher als beim Vermächtnis der Tempelritter. Mehr Unterhaltung wird durch mehr Tempo, mehr Humor und mehr Action erreicht. Rasante Autofahrten und wackelige Hängepartien lassen den Adrealinpegel des Zuschauers ebenso ansteigen wie die knisternden Dialoge zwischen Cage und Kruger, trotz der miesen Stimme.

    Fazit: Der Film präsentiert sich im selben Stil wie Teil1, und packt von den meisten Elementen noch eine Schippe drauf. Sehr gutes Popcornkino, ich freue mich auf Teil 3, vor allem wenn Frau Kruger sich dann wieder selbst synchronisiert
  • Das Parfum
    Die Geschichte eines Mörders.
    Drama, Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Jean-Baptiste Grenouille würde man heutzutage wohl als Psychopath bezeichnen. Der Mann tötet Frauen weil er ihren Geruch konservieren will. Einen Drang den er nicht besiegen kann, und den er auch gar nicht erst zu unterdrücken versucht. Er sieht dies als seine Bestimmung an, und sieht nichts schlimmes daran deswegen zum Mörder zu werden.
    Um die Geschichte eines Mörders, so der Untertitel des Films, geht es hier. Tom Tykwer, von dessen Filmen wohl Lola Rennt der bekannteste sein dürfte zeichnet hier ein Psychogramm das fast in den Hintergrund gerät bei den beeindruckenden Bildern die den Zuschauer in eine Zeit zurückversetzt, die man als Mitteleuropäer des 21. Jahrhunderts ein wenig anders kennt als sie hier dargestellt wird: Stinkend und Dreckig.
    In dieser stinkenden Welt wird Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) geboren und sorgt schon in den ersten Minuten seines Lebens ohne es zu ahnen für den Tod einer Frau, seiner eigenen Mutter. Die Tatsache das er bis zu seinem 5. Lebensjahr stumm gewesen sei, wird hier dadurch symbolisiert, das Jean-Baptiste erst nach knapp einer Viertelstunde seine ersten Worte spricht. Man erlebt wie er im Dreck aufwächst, und wie ein Sklave oder ein Stück Vieh von A nach B verkauft wird, ehe er durch Zufall dem Parfümör Guiseppe Baldini (Dustin Hofmann) seine besondere Gabe präsentieren darf, und diesem somit zu neuem Reichtum verhilft.
    Zu dieser Zeit verfällt er auch seinem Drang alle Gerüche die er findet konservieren zu wollen, und entdeckt das die wohlriechensten Wesen Frauen sind. Somit reift sein Plan aus Düften verschiedener Frauen ein perfektes Parfüm herzustellen. Das einzige Problem daran ist das die Frauen den Konservierungsprozess nicht ohne Gegenwehr über sich ergehen lassen wollen.
    Die Geschichte der Morde, die Jagd nach dem Serienmörder wird lediglich rudimentär dargestellt, bringt allerdings zum passenden Zeitpunkt neuen Schwung in die ansonsten ruhig erzählte Geschichte. Diese handelt von einem besonderen Menschen, der mitsamt seiner Umgebung in beeindruckenden Bildern den Zuschauer einfach betört, wie es Grenouille am Ende mit den Menschen macht. Den im gelingt es ein Parfüm herzustellen, das ihm im wahrsten Sinne das Leben rettet.
    Da Ende ist der große Negativpunkt des Films, das wirkte einfach zu verspielt, zu unrealistisch und zu kitschig. Ich will allerdings nicht zu viel verraten.
    Ein Film der eine starke Fixierung auf eine Persönlichkeit hat, steht und fällt meist mit der Darstellung dieser Persönlichkeit. Tykler entschied sich mit Ben Whishaw für einen wenig bekannten Darsteller, und unerfahrenen Schausspieler, den höchstens Fans von Keith Richards kennen, den er in dem Film Stoned verkörperte. Er spielt die Rolle des gewissenlosen Duftfanatikers sehr einfühlsam, vermittelt eine gewisses Mitleid mit seiner Rolle, und lässt keinesfalls so etwas wie Reue für seine Taten aufblitzen, eher ein gewisses Unverständnis dafür das sein Handeln als unnormal angesehen wird.
    Mit bekannten Namen besetzt sind dagegen die Nebenrollen. Dustin Hofmann als alter Parfümör der dank Baptist zu neuem Ruhm kommt, spielt diese Rolle in seiner typischen, eigenwilligen Art. Des Weiteren ist Alan Rickmann in seiner kleinen Rolle als Jäger des Serienmörders zu erwähnen. Der unerbittliche Gesetzhüter der sich gegen all seine Kollegen stellt, ist ihm einfach auf den Leib geschneidert. Die Entschlossenheit blitzt ihm geradezu aus den Augen, mit seiner bedrohlichen Stimme dominiert er wieder einmal das Geschehen.
    Die Visualisierung der Düfte fand ich sehr passend gemacht, sie sind ein angenehmer Kontrast zu der ansonsten schmutzigen Umgebung. Die beeindruckende Optik ist das große Plus des Films. Hinzu kommt eine spannende Geschichte um eine interessanten Persönlichkeit. Wie erwähnt, drückt das zu verspielte Finale den sehr guten Gesamteindruck.
  • Tagebuch eines Skandals
    Der Fehler einer Frau ist die Gelegenheit für eine andere.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Judi Dench gehört wohl zu einer der größten Darstellerinnen unserer Zeit. Dies beweißt sie in diesem Drama wieder eindrucksvoll. Die Rolle der einsamen Lehrerin die sich an Freundschaften klammert wie andere an ihre Familien füllt sie beherzt und eindrucksstark aus. Eine der besten Schauspielleistungen die ich in diesem Jahrzehnt gesehen habe.

    Cate Blanchet, die ihre junge Kollegin spielt, schafft es nicht, aus diesem Schatten herauszutreten, gleichwohl ist ihre Leistung ebenfalls sehr gelungen. Den Familienmensch und Lehrkörper, der ein kleiner Fehltritt und eine Freundschaft zum Verhängnis wird, bringt sie realistisch und emotional rüber.


    Zwar lebt Tagebuch eines Skandals von seinen beiden großartigen Darstellerinnen, aber er hat auch eine interessante Geschichte zu erzählen. Zwar ist die Beziehung zwischen Schüler und Lehrerin kein ungewöhnlicher Aufhänger in einem Hollywood-Film, aber was daraus entsteht ist ganz großes Kino.
    Den als Barbara Covett (Dench) von der Beziehung erfährt zeigt sich die Tiefe die sie in die Freundschaft legt, aber auch der Druck den sie dadurch auf Sheba Hart (Blanchet) ausübt, der soweit geht das sie gezwungen ist ihre Familie zu vernachlässigen.

    Die „alte Dame“ Judi Dench trägt mit etwas Beihilfe von Cate Blanchet diesen Film nahezu alleine. Ihre Gestik, Mimik, ihre Wortwahl und Körpersprache offenbaren die Entwicklung ihres Charakters eindrucksvoll. Sie spielt die alte Jungfer deren einziger Ansprechpartner eine Katze ist so realistisch, das man Mitleid und Furcht gleichermaßen vor ihr hat.
    Das Prädikat „oscarreif“ ist für ihre Leistung noch fast untertrieben.

    Cate Blanchet kann als engagierte Junglehrerin und aufopfernder Familienmensch ebenfalls überzeugen. Auch ihr ist die Freundschaft wichtig, aber die Familie geht vor, für diese Devise steht ihre Rolle, und sie ist eine glaubwürdige Vertreterin dieser Lebensweise.

    Somit treffen hier zwei Lebensweisen aufeinander die sich zuerst scheinbar vereinbaren lassen, bis durch den Titel gebenden Skandal die Differenzen offenkundig gemacht werden und sich die Probleme bis zum dramatischen Ende zuspitzen.
    An diesem Ende sitzt man alleine da in seiner Wohnung, einsam und erkennt sich wieder in der Rolle die durch Judi Dench vorgelegt wurde. Oder man erkennt in sich Cate Blanchet wieder, die Frau mit Familie und Freundin, die diesen Spagat auf eine schwere Probe stellt. Oder man sieht in sich den dritten Protagonisten, dem einzigen der es neben den beiden Damen überhaupt wert ist erwähnt zu werden. Bill Nighly als Sheba’s Mann.
    Er, der Betrogenen, ist es der einen wunderbaren Kontrast zu den beiden Akademikerinnen bietet. Die gesamte Familie ist nicht das was man sich unter einer Lehrerfamilie vorstellt, und dadurch wird der Graben zwischen den Leben von Sheba und Barbara noch größer.

    Nighly liefert übrigens ebenfalls eine großartige Leistung ab, er ist eine Art heimlicher Star des Films und wirkt herrlich verschroben, was in sehr sympathisch macht.

    Sympathie und Asympathie sind zwei wesentliche Faktoren in diesem Drama. Die Dench kann man hier in nahezu jeder Einstellung hassen und lieben, am Ende erschüttert ihr Verhalten einem Mark und Bein. Denn sie ist ein Paradebeispiel wie schnell aus inniger Freundschaft, einerseits Abhänigkeit, anererseits tiefgründige Abneigung werden kann. Und so endet der Film damit dass sich Barabara eine neue Freundin sucht, und man hat mit dieser fast Mitleid. Zumidnest mehr als mirt Sheba, über die man durchaus sagen kann: selbst schuld! Auch wenn sie im Laufe der Zeit immer mehr unter Barbaras Druck zu leiden hat.
    Auch mit dieser kann man Mitleid empfinden, denn sie ist ein Opfer ihrer Einsamkeit. Sie ist niemand der bewusst Familien zerstört, sie zeigt anderen Menschen wie wichtig Freundschaften sind, übertreibt es dabei aber und kommt damit nur zu Kurzzeit-Beziehungen.

    Viel passisert nicht in dem mit gerade mal 92 Minuten relativ kurzem Film, der von der dichten Athmosphäre, der Dramartugie und den hervorragenden Darstellerinnen lebt. Im Mittelteil fehlt ein enig Entwicklung, ein kurzer Streit wegen einer kurzen Katze, schon wird die Freundin verraten. Geht dann doch irgendwiie zu schnell.

    Fazit:
    Ein aufwühlendes Erlebnis mit hervorragenden Schauspielerinnen und einer bitteren Botschaft.
  • Der Krieg des Charlie Wilson
    Basierend auf einer unglaublichen, aber wahren Geschichte.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Das erschreckende an diesem Film ist, das er wahr ist. Zwar mögen nicht alle Einzelheiten geschichtlich korrekt sein, aber die Hauptereignisse beruhen auf wahren Gegebenheiten. Und auch wenn es nicht so wäre, würde man dem Film seinen historischen Hintergrund abnehmen, da er äußert glaubwürdig wirkt.

    Der Afghanistan-Krieg in den 80er-Jahren mag für die meisten Menschen meiner Generation ein unbekanntes Kapitel der Geschichte sein. War man zu jung, um die Ereignisse live wirklich mit Interesse zu verfolgen, hat man sie später ignoriert, da im Geschichtsunterricht das Thema aufgrund spannenderer Ereignisse in Deutschland vernachlässigt wurde.

    „Welche Strategie verfolgen die USA in Afghanistan? “ „Keine, aber wir arbeiten daran!“
    Hört man nur diesen Satz denkt man zuallererst der Film handle vom aktuellen Afghanistan-Krieg. Ansonsten ruft dieser Dialog Erinnerungen an eben jenen Krieg hervor, und man erkennt das geschichtliche Paradoxon. Der Krieg bei dem die USA den Afghanen halfen brachte die Taliban-Regierung hervor, die knapp 15 Jahre später zum erbitternsten Feind der USA werden. Das wirft die Frage auf, ob es gut war das die USA damals einschritten? Man wird sehn!
    Dieser im Film beiläufig erzählte Satz bekommt aufgrund der aktuellen Situation eine immense Bedeutung. Denn die Auswirkungen des Afghanistan-Krieges waren nicht absehbar, ebenso wie die Folgen des talibanischen Terrorregimes.

    Aber mehr Bögen zur aktuellen Situation spannt ‘Der Krieg des Charlie Wilson‘ nicht, das ist auch gar nicht notwendig, die damalige Thematik ist interessant genug.
    Durch eine alte Freundin(faszinierend: Julia Roberts) gerät der Abgeordnete Charlie Wilson (Paraderolle für Tom Hanks) in diplomatischen Kontakt mit dem Präsidenten von Pakistan, die unter den afghanischen Flüchtlingen zu leiden haben. Charlie Wilson verspricht ihnen Geld, das er zwar nicht hat, aber er kennt genug Abgeordnete die ihm einen Gefallen schulden und diesen so zurückzahlen können.
    Seine Motivation den Afghanen zu helfen schöpft er aus dem Besuch einen Flüchtlingslagers, wo er Not und Elend hautnah miterlebt.
    Von da an setzt er alle Hebel in Bewegung um diesen Leuen zu helfen, aber einzig vom CIA-Agenten Gust (Großartig: Philip Seymour Hoffman) erhält er Unterstützung. Die beiden bereisen die Nachbarländer Afghanistans um russische Waffen zu besorgen, und während Charlie Wilson dem Kongress immer mehr Geld für diese Aktion entlocken kann, können die Afghanen sich wehren, bis der Krieg schließlich zu Ende ist.
    Ob das nun gut oder schlecht für die Amis war? Man wird sehen!


    Eine Genreeinordnung ist hier deutlich schwerer als bei normalen Hollywood-Filmen. Zu Beginn sprüht der Film vor Witz und Sarkasmus, später wird die Thematik deutlich ernster, der Humor suptiler, lediglich die vorzüglich pointierten Dialoge bleiben erhalten.
    Es mag wohl dieser Spagat sein, der den Krieg des Charlie Wilson zu einem sehr empfehlenswerten Unterhaltungsfilm mit ernsthaftem Einschlag macht, der seinen Zuschauer zwar unterhält aber doch zum Nachdenken und Mitdenken anregt. Der Humor zieht die ernste Thematik nie ins Lächerliche, er zeigt vielmehr wie wenig ernst die USA das Thema Afghanistan damals nahmen, bzw. wie unwichtig ihnen die Menschen die unter dem Krieg zu leiden hatten, waren. Doch Charlie Wilson, der das Leid gesehen hat, kämpft für diese Menschen.
    Charlie Wilson, ein Mann, den man nicht gerade als den Standard-Abgeordneter bezeichnen kann. Ein Lebemann, ein Playboy, der mit Drogen experimentiert und mit Amüsierdamen rumhängt. Der bei der Auswahl seiner Sekretärinnen mehr auf Äußeres wert legt als auf die Fähigkeit im Bezug auf den Job.
    Aber auch wenn er gerne feiert, nimmt er seinen Job ernst, und kämpft, verbündet sich mit einem zynischen CIA-Agenten um zielsichere Hilfe für die Afghanen zu beschaffen. Dieser trägt dazu bei, dass der Humor erhalten bleibt, auch wenn die Stimmung durch kurze, beeindruckende Kampfeinlagen immer wieder auf den Boden gedrückt wird. Wenn man den Krieg des Charlie Wilson deswegen als Kriegsfilm betiteln kann, dann muss man ihn wohl als den witzigsten Kriegsfilm aller Zeiten bezeichnen, sieht man mal von Parodien wie Hot Shots ab.

    Einfacher einzuordnen ist er hinsichtig seiner Schauspieler, den von diesen lebt der Krieg des Charlie Wilson. Bei meiner Rezession über „Das Vermächtnis des Geheimen Buches“ habe ich vor kurzem die Frage gestellt welche Filme denn sonst mit drei Oscar-Preisträgern aufwarten können. Eine Antwort lautet: „Der Krieg des Charlie Wilson“. Mit Tom Hanks, Julia Roberts und Phillip Seymor Hoffman sind hier die Besitzer von sogar vier Hauptdarsteller-Oscars zu bewundern. Und sie machen ihre Arbeit sehr gut.

    Tom Hanks kann man durchaus als Idealbesetzung bezeichnen. Die Rolle des gar untypischen Abgeordneten der einen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner ausficht, ist eine Paraderolle für ihn. Den stets präsenten Humor könnte kaum einer treffender und trockener präsentieren als der zweifache Oscar-Preisträger. Er ist unverzichtbar für diesen Film.
    Dieses Prädikat hat sich Julia Roberts nicht ganz verdient. Austauschbar wirkt sie, wenn gleich sie eine solide Leistung bringt. Sie ist weit davon entfernt eine Fehlbesetzung zu sein, harmoniert sehr gut mit Tom Hanks, und spielt die reiche politinteressierte Texanerin sehr glaubwürdig. Aber die große Vielfalt an guten Schauspielerinnen lässt einen wohl spontan mehrere Alternativen in den Sinn kommen, die diese Rolle wohl mit einer ähnlichen Präsenz spielen hätten können. Daran hat wohl weniger die Roberts schuld als das Drehbuch, das diese Rolle so stereotypisch vorgibt.
    Trotz ihren guten bzw. großartigen Leistungen werden die beiden hier gnadenlos an die Wand gespielt von Philip Seymour Hoffman. Der Bösewicht aus Mission: Impossible III hatte die Oscar-Nominierung wirklich verdient! Er brilliert als zynischer CIA-Mann der das Büro seines Chefs zertrümmert, Charlie Wilson aushorcht und sich besser in den ägyptischen Waffenkammern auskennt als die Ägypter. Er liefert sich mit Tom Hanks pointenreiche Dialoge bei denen man sich schwer tut alle humoristischen Einlagen und US-kritischen Untertöne zu verstehen, so MG-artig vollziehen die beiden ihre Rededuelle. Hofmann spielt diesen Film in eine andere Liga. Denn der Cia-Agent Gust amüsiert nicht nur, er provoziert, er polarisiert, er ist der Mittler zwischen dem Politiker Wilson und den Waffenhändlern, den Waffenexperten, und vor allem ist er wie Charlie Wilson, ein Ungewöhnlicher seiner Art. Er schafft es aus jedem Dialog ein Meisterwerk an präziser Situationskomik- oder Tragik zu machen, je nach Bedarf.

    Wenn die Leinwand schwarz wird, dann steht das Zitat von Charlie Wilson auf der Leinwand das Titel gebend für diese Kritik war.
    Dadurch schwillt auch in diesem letzten Moment noch Kritik am aktuellen Regime der Amis und Zynismus aus der Leinwand und davon lebt der Krieg des Charlie Wilson und lässt ihn zu einem im Grunde doch lustigen Erlebnis werden. Ein Film für jedermann- und Frau, der großartige Unterhaltung bietet ohne dabei in Stumpfsinn zu verfallen!
  • 21 Gramm
    Wieviel wiegt Liebe? Wieviel wiegt Schuld? Wieviel wiegt Rache?
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Dieser Film wiegt schwerer auf dem Gemüt als nur 21 Gramm. Das Titel gebende Gewicht ist angeblich der Gewichtsverlust, den man hat, wenn man stirbt. Mit dem Tod muss sich der Professor Paul (Sean Penn) auseinandersetzten als ihm sein Arzt offenbart das sein Herz zu schwach ist um ihn am Leben zu erhalten. Während er auf eine Spenderherz wartet versucht der tief religiöse Jack (Benicio Del Toro) einen Job zu finden um seine Familie zu ernähren. Durch ihre Familie von der Drogensucht losgekommen ist Christina (Naomi Watts), die ihr Leben mit Mann und Töchtern geniest bevor es jäh zerstört wird.

    Ein Unfall wirft das Leben aller drei Protagonisten durcheinander und verknüpft es miteinander.

    21 Gramm ist ein Episodenfilm aufgebautes Drama das man vom Gefühl her in zwei Abschnitte teilen kann. Im ersten Abschnitt lernt man die Charaktere kennen, und versucht den drei bis dato noch zusammenhanglosen Geschichten zu folgen. Dies ist gar nicht so einfach aufgrund der Tatsache dass die Szenen nicht in chronologischer Reihenfolge sondern in scheinbar wahlloser Abfolge gezeigt werden. So ist z.B. teilweise schwer zu erkennen ob die Ereignisse vor oder nach der Transplantation von Paul stattfinden. Diese Verwirrung macht die Geschehnisse immens spannend.

    Der Wechsel zwischen den Abschnitten lässt sie hier nicht an einem bestimmten Punkt festmachen, er findet wohl bei jedem Zuschauer an einem anderen Zeitpunkt statt, nämlich sobald man die Zusammenhänge versteht und sich am fragt wie es zu den Situationen kommt, die man aufgrund des unchronologischen Ablaufs bereits gesehen hat.
    Hier liegt auch die kleine Schwäche von 21 Gramm, den auf Ereignisse zu warten und zuschauen wie es zu ihnen kommt, ist nicht gerade des Filmsehers größte Freude. Allerdings gestaltet sich dieser Teil hier größtenteils sehr mitreisend und die Langeweile verschwindet schnell wieder. Nicht gespart wird hier auch mit Emotionen. Auch wenn 21 Gramm dadurch kurzzeitig droht in Kitsch auszuarten sind diese großen Emotionen passend, und rufen bei Zuseher ebenfalls emotionale Reaktionen auf die einen mit den Protagonisten mitfühlen und mittrauern lässt.

    Um das Verständnis zu steigern wird gegen Ende das Prinzip des Ablaufs ein wenig verändert, und mehr auf den Zusammenhang zwischen den Szenen gesetzt. Ob diese Inkonsequenz nötig ist damit der Zuschauer am Ende mit der Geschichte klarkommt, seit an dieser Stelle offen gelassen. Ebenso wie das Ende, das hier nicht verraten werden soll.

    21 Gramm ist ein Film der klar von seinen Darstellern lebt. Für Sean Penn ist die Rolle des tot Kranken passend zugeschnitten worden, er kann diese Rolle mit seiner typischen Art darstellen und begeistert dabei durch eine Sicherheit und Überzeugung wie man sie von ihm aus Mystic River kennt. Gleichzeitig kommt aber auch die emotionale Komponente nicht zu kurz, sein Verhalten mit der schwierigen Situation wirkt realistisch und glaubhaft.

    Naomi Watts hat hier auch einige starke Momente, in denen man das ihr hier auferlegte Übel spürt, fast als würden diese auf einen selbst drücken. Allerdings wechselt ihre Rolle stark ihre Gefühlslage was ob der ungewohnten Ablaufart des Films doch etwas verwirrend wirkt, wenn auch unter Berücksichtigung der Story durchaus nachvollziehbar.

    Ähnlich großartig wie Sean Penn mach seine Sache Benicio Del Toro. Dem Mexikaner wurde die Rolle des Familienvaters, der im Knast zu Gott gefunden hat und dies mit einer schockierenden Intensität auslebt, auf den Leib geschrieben. Er zeigt, dass er die Idealbesetzung für diese Rolle ist.

    Fazit:
    Drei großartig agierende Schauspieler, eine ungewöhnliche Erzählweise einer guten Story, viel Gefühl macht gute Unterhaltung die sehr tief unter die Haut geht. Der Film bewegt und rührt den Zuschauer ohne ihn merklich zu langweilen.
  • 8 Blickwinkel
    8 Fremde. 8 Sichtweisen. 1 Wahrheit.
    Thriller, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Ein Attentat, beobachtet von vielen verschiedenen Menschen. Menschen die alle eine andere Geschichte zu erzählen haben. Ein paar davon kommen hier zu Wort. Das interessante Konzept: Man nehme eine Szene und zeige sie mehrmals, jeweils aus der Perspektive einer anderen Person. Dazu strickt man um jede beobachtende Person eine andere Geschichte, schafft Schnittstellen zwischen den Blickwinkeln und fertig ist 8 Blickwinkel.

    Das Konzept erzeugt Spannung und das Drehbuch gibt genug Geschichten her, um zu vermeiden dass durch die Wiederholungen Langeweile aufkommt. Jeder Blickwinkel liefert neue Infos über die Geschehnisse, und das Puzzle setzt sich Stück für Stück zusammen. Am Ende wird das Konzept vernachlässigt, und ein actionreiches Ende präsentiert. Genretypisch passend und nicht störend. Hierzu passt auch das plötzlich nahezu alle Protagonisten am Ende noch einmal zusammen kommen und aller Schicksal voneinander abhängt. Zuvor treffen diese Personen nur zufällig, und meist sehr kurz aufeinander, bevor sich ihre Wege wieder trennen.

    Nüchtern betrachtet ist „8 Blickwinkel“ nicht mehr als ein typischer Actionfilm, das ungewöhnliche Konzept macht ihn zu einem besonderen Erlebnis, es rettet den Film, vor allem in dem es die dünne Story übertüncht. Dazu ist gar nicht viel notwendig, es sind wenige, subtil eingesetzte Mittel, die aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet verschiedene Aufgaben ausüben.

    Schauspielerisch ist “8 Blickwinkel“ zwar gut besetzt, lässt seine Darsteller aber nicht zu Hochform auflaufen. Sowohl Forest Whitaker als auch Sigourney Weaver bleiben unter ihren Möglichkeiten, sind offensichtlich unterfordert. Lediglich Dennis Quaid als alternder Secret Service-Agent kann sein volles Können ausspielen, er ist der Fixpunkt, an den sich der Zuschauer bei fast allen Wiederholungen klammern kann.

    Der zweite Hauptdarsteller ist der Kameramann. Akribisch genau sind die einzelnen Bildausschnitte derselben Szenerie je nach Blickwinkel unterschiedlich um sicherzustellen dass der Zuschauer die Geheimnisse nicht zu früh durchschaut. Dies ist trotzdem möglich, da sich „8 Blickwinkel“ den Regeln des typischen Hollywood-Actionfilms beugt.

    Es lebe das Konzept, damit steht und fällt „8 Blickwinkel“, und er gerät nur ein wenig ins Schwanken. Leider vergisst Regisseur Pete Travis das Konzept komplett auszunutzen aus der Angst er würde den Zuschauer zu sehr verwirren. So verwirren die Wiederholungen nicht, sie bauen die Geschichte immer anders auf, und geben sie Schritt für Schritt frei. Während man in der ersten Perspektive lediglich aus der Ferne beobachtet, sind die anderen Perspektiven näher dran, und werfen dem Zuschauer happenweise die Hintergründe hinter dem Geschehenen vor, ehe man am Ende aus der Sicht der Terroristen alle Hintergründe erfährt, und alle Rätsel aufgeklärt werden.

    Fazit:
    „8 Blickwinkel“ bietet gutes Unterhaltungskino, nicht mehr, aber auch nicht weniger, trotz und wegen des ungewöhnlichen Aufbaus!
  • Die Welle
    Deutscher Film, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Lass dich treiben und denk nicht nach!


    Dieser Satz aus dem Lied „Die perfekte Welle“ von „Juli“ passt gut auf die faschistische Bewegung die in „Die Welle“ losgetreten wird. Mach einfach mit ohne dir Gedanken zu machen.


    VORSICHT SPOILER
    Inhalt:
    In einer Projektwoche muss der Junglehrer und Trainer der Wasserballmannschaft Rainer(Jürgen Vogel) mit seinen Schülern das Thema Autokratie vornehmen. Als der Großteils der Schüler der Meinung ist das eine Diktatur in Deutschland nicht mehr möglich ist, beginnt er einen Versuch: Eine von ihm angeführte Autokratie. Einigen Schülern missfällt die fatalistische Ausprägung, sie steigen aus dem Projekt aus, andere identifizieren sich sehr stark mit dem Konzept, und wieder andere kommen im weiteren Verlauf hinzu, da die Welle sich zu einer Bewegung entwickelt die aus dem Klassenzimmer heraustritt. Wer „In“ sein will, gehört zur „Welle“. Dadurch macht die Welle aus Feinden Freunden, und aus Paaren Gegner.
    Die Welle nimmt beunruhigende Formen an, als die Schüler selbstständig das Logo der Bewegung überall in der Stadt verbreiten. Bei einem Wasserballspiel das einerseits zur Propagandaveranstaltung der Welle, gleichzeitig aber auch für eine Protestveranstaltung genutzt wird, kommt es zum Eklat. Auf einer Abschlussversammlung erkennt Rainer welche Ausmaße sein Projekt angenommen hat. Daraufhin will er „die Welle“ beenden, als plötzlich ein Schüler zur Waffe greift.
    SPOILER ENDE


    Kritik:
    Die Leinwand wird schwarz, und ich sitze da und hab Magenschmerzen. Denn die Welle ist ein emotionales Feuerwerk, ein Angriff auf mein Nervenkostüm, das unter die Haut geht. Auch ein Angriff auf das Gehirn, ein Werk das mich zum Nachdenken anregt. Plötzlich schwirren Wortfetzen die der Lehrer gesagt hat in meinem Kopf umher, wie „viele tragen eine Art Uniform“, und denke mir „elitäre Gruppen wie die Welle gibt es überall“. Cliquen die sich für was Besseres halten und denken sie sind die Herrscher über ein bestimmtes Gebiet, gibt es überall. Während Ami-Tennie-Komödien solche elitären Gruppen als Cliquen von verwöhnten Gören oder High-Society-Football-Spielern mit lächerlichen Klischees ins humoristische Ziehen, stellt „die Welle“ sowohl die Faszination als auch die Gefahr einer solchen Gruppierung dar.
    Bei der Entstehung der Bewegung werden die Parallelen zum dritten Reiche angesprochen, aber erfreulicherweise nicht weiter vertieft. Man stellt lediglich die Abneigung der Schüler gegenüber diesem Thema dar. Überhaupt ist die Darstellung der Schüler sehr realistisch. Ein guter Querschnitt der Gesellschaft, der einige Klischees erfüllt, was aber nicht weiter negativ auffällt. Sehr realistisch wirken die Diskussionen der Schüler, wenngleich sie sich vielleicht ein wenig schnell mit dem Versuch anfreunden. Natürlich gibt es Ausreißer und Gegner, die im Laufe der Zeit die Gefahren die von der Welle ausgehen, erkennen, und sie stoppen wollen. Und der Außenseiter, der in der Bewegung aufblüht, darf natürlich auch nicht fehlen. Es gibt Regeln des deutschen Films, denen sich auch die Welle nicht entziehen kann.

    Jürgen Vogel trägt diesen Film. Er passt auf die Rolle wie die Faust aufs Auge. Er ist glaubwürdig in der Rolle des unkonventionellen Lehrers, der Punkrock hört, auf einem Hausboot lebt, und sich von seinen Schülern duzen lässt. Er zeigt hier deutlich, dass er mehr spielen kann als komödiantische Sidekicks. Als er am Ende die erschreckende Abschlussrede hält wirkt er glaubwürdig, und bringt eine Intensität in diese propangistische Rede, das man meinen könnte, Goebbels wäre wiederauferstanden.
    Der Vergleich bezieht sich nur darauf wie gut beide Massen bewegen können/konnten, also Goebbels und Vogels Rolle, Rainer. Die Schüler wollen ihm folgen, egal wohin, sie glauben an die Bewegung die sie mit ihm zusammen geschaffen haben, die für die sie zum Lebensinhalt wurde, für die sie bereit sind nahezu alles zu tun. Hier zeigt sich ein kleines Problem das dieser Film hat, denn die Schüler handeln ab einem gewissen Punkt ohne das Wissen und die Einwilligung ihres Anführers. Also eigentlich gegen das autokratische Prinzip.

    Somit wechselt zu diesem Zeitpunkt die Autokratie ihren Stellenwert.
    Zu Beginn definieren Lehrer und Schüler Autokratie als Führung eines Volkes durch einen einzelnen oder eine Gruppe.
    Am Anfang ist das Volk die Klasse, die vom einzelnen, dem Lehrer angeführt wird. Ab dem Zeitpunkt wo die Schüler ohne dessen Wissen handeln, ist es die Gruppe die das Volk anführt, und dieses ist die ganze Schule.
    Hier zeigen sich dann deutlich und fast erschreckend die Parallelen mit der heutigen Gesellschaft: Gruppen, Cliquen, Gangs oder wie es auch immer nennen mag wollen sich hervorheben aus der Gesellschaft und gegenüber anderen Gangs. Tagesordnung in den USA, und auch hier sieht man solche Denkweisen in Großstädten. Ebenso wie den Kleidungszwang. Wer „In“ sein will trägt Marke „sowieso“, wer zur Gruppe xy gehören will muss das sich entsprechend kleiden. Man muss nach außen präsentieren was man ist, und auch was man hat. Zwänge allerorten, wir nehmen sie nur nicht als solche war, weil wir uns an sie gewöhnt haben. „Die Welle“ legt diese offen, und wird so zu einem erschreckend aktuell gesellschaftskritischen Drama.


    ich verzichte an dieser Stelle an die üblichen Meinungsäußerungen über Optik, Kameraführung, Schnitttechnik oder Qualität des Score. Al das gerät in den Hintergrund bei einem Film, bei dem das Thema, die schauspielerische Leistung und der spiralförmige nach oben laufende Spannungsbogen schon mitreisend genug sind.


    Fazit:
    Gut das der Film ab 16 ist, für leicht beeinflussbare jugendliche Gemüter ist das nichts. Aber etwas für Leute die mal einen Spiegel vorgehalten bekommen wollen, die mit unterschwelliger Kritik leben wollen, und die sehen wollen wie leicht viele Leute beeinflussbar und manipulierbar sind. Ich fand es jedenfalls packend und interessant.
  • Iron Man
    Superhelden werden nicht geboren, sie werden gemacht!
    Action, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    Schon wieder ein Superheld mag man denken, und sich gelangweilt abwenden. Nach Spider-Man, Superman, Batman, dem Hulk und den fantastischen Vier mag man hoffen, das nun langsam alle Superhelden durch wären. Weit gefehlt, den auch der Ironman stammt aus einem Marvel-Comic, und nicht aus einer Sportzeitschrift. Ähnlichkeiten mit der Triathlonvariante sind rein zufällig. Wer einen Sportlerfilm erwartet sollte in “Lauf um dein Leben” gehen.

    Bei Ironman gibt es lediglich Sportwagen zu betrachten, und zwar die von Tony Stark (Robert Downey Jr.), dem schwer reichen Erben einer Firma die Waffen fürs amerikanische Militär entwickelt. Als weiteres sehenswertes Fahrgestell ist das von Gwyneth Paltrow zu bewundern, die Stark's Assistentin spielt.
    In einem 186-Millionen-Dollar teuren Science-Fiction-Film sind natürlich auch die Spezial-Effekte äußerst sehenswert, das Geld wurde hier wirklich gut investiert. Der Anzug des Ironman sieht beeindruckend aus, und der Kampf zwischen den beiden Anzügen wirkt beinahe so echt wie in Transformers, ist allerdings wesentlich besser gefilmt. Im Gegensatz zum Bay-Streifen hält hier der Kameramann den nötigen Abstand zu den Protagonisten.
    Überhaupt muss man fast die gesamte Crew loben. Stellvertretend dafür steht zum einem Regisseur Jon Favreau. Der New Yorker, der bislang mehr vor als hinter der Kamera zu sehen war, zeigt das der Wechsel auf den Regiestuhl ein richtiger Schritt war. Er mixt die Elemente Action, Sciene-Fiction und Humor zu einem wirklich sehr unterhaltsamen Erlebnissen, das über weite Strecken sehr spannend ist, und auch ein paar Überraschungen zu bieten hat.. Als Beispiel ist nur die Beziehungzwichen Stark und Assistentin Pepper zu nennen, die Ähnlichkeiten mit Bond-Moneypenny aufweist. Zumindest über die Superhelden-Einheitsstory hebt sich Ironman dankenswerterweise ab

    Das gleiche gilt für die Darstellerleistungen, hier ist stellvertretend für den hochkarätig besetzten Cast Robert Downing Jr. Zu nennen. Er trägt diesen Film und gibt der Rolle des geläuterten Waffenhändlers eine für Comicverfilmungen ungewohnte Tiefe. Diesen Wandel stellt er glaubhaft und sehr authentisch dar, er ist auf jeden Fall ein Gewinn für diesen Film

    Besonders hebt sich Iron Man gegenüber anderen Comicverfilmungen im Mittelteil ab die extrem humorvoll gestaltet sind. Da brennt Favreau ein Gagfeuerwerk ab, das fast nicht zum Thema passt, aber trotzdem mehr unterhält als stört. Es rettet den Film über die storyarme Passage, ehe sich die Ereignisse überschlagen und es zum finalen Endkampf kommt. Da domineirt dann wieder das Geld, sprich die Effekte. Ja, die Mischung macht's, und sie macht Ironman zu einem echt besonderen Film. Bislang der beste Actionfilm des Jahres, und außer Indy und Bond wird ihm diesen Titel wohl kaum jemand streitig machen.

    Fazit: Action, Humor,Spannung, gute Effekte, der Film hat einfach alles was der Action-Fan begehrt. Was folgt ist das Warten auf die Fortsetzung!
  • Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
    Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.01.2009
    „Einmal ausgeht und dann keiner gern nach Haus geht. Dann erleben die zwei sehr viele Sachen, mal zum Weinen, mal zum Lachen.“

    So oder so ähnliches lautet ein Lied aus dem gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann, und so ähnliches ist es in diesem Film. Obwohl man für Henry Jones senior und junior. den Text in „mal zum fliehen, mal zum schießen“ umändern müsste. Zum Lachen haben die beiden nämlich wenig. Dafür der Zuschauer umso mehr. Die Dialoge zwischen Vater (Sean Connery) und Sohn(Harrison Ford) machen Indiana Jones und der letzte Kreuzzug nämlich zum humorvollsten Teil der Reihe.

    Besonders begeistert hat mich bei der letzten Sichtung die Eingangsszene. Die sieht man den Mann mit Hut, und entdeckt als er sich umdreht das dies gar nicht der bekannte Archäologe ist. Mit dem Namen Indy wird ein Junge angesprochen, und dann erscheint zur Aufklärung der Schriftzug mit der Jahreszahl 1912. In den ersten Minuten bekommt man es hier also mit dem jungen Pendant von Indy zu tun. Spielberg nutzt diese Sequenz um einige Rätsel um Indiana Jones zu lüften. Man sieht wie Indy zu Peitsche, Hut und Schlangenphobie kommt. Der mittlerweile leider verstorbene River Phoenix spielt diesen Part sehr überzeugend. Auch einen kurzen Blick auf den namens gebenden Hund bekommt man hier geboten. Die anschließende Actionszene mit Harrison Ford fällt dadurch deutlich kürzer auf als die Auftakte der Vorgänger, was nicht stört, wird dieser Part doch von der sehr unterhaltsamen Sequenz mit Jung Indy übernommen. Wie üblich hat diese Eingangssequenz mit dem Rest des Film natürlich nichts zu tun.


    Im Gegensatz zum Tempel des Todes ist der letzte Kreuzzug eine klassische Fortsetzung. Also für Jäger des verlorenen Schatzes.Er spielt ein Jahr hinter dem ersten Teil, bedient sich gnadenlos mit dessen Elementen und treibt diese fast alle noch einen Schritt weiter. Es gibt wieder Nazis, einen charismatischen Gegenspieler, und ein religiöses Artefakt, das dieses Mal wieder dem Christentum entspringt, nämlich den heiligen Gral.
    Die Mystik um diesen Kelch des letzten Abendmals Jesu wird fast noch stärker dargestellt als die der Lade, die gleiche Faszination konnte sie bei mir nicht entwickeln. Wenngleich die Sequenz in der Indy seinen Auftrag erhält, ähnlich mitreisend ist wie beim „Jäger“.

    Auch ist die Suche wieder mehrstufig, und führt Indy tatsächlich in eine Bibliothek. Hatte er mit seiner Aussage das ein Großteil der Archäologenarbeit in Bibliotheken stattfindet also doch Recht, zumindest wenn man die Katakomben einer solchen mitrechnet. Allerdings wird dort neben Rätseln auch wieder Action vom Feinsten geboten, und Indy darf seiner Abenteuerlust nachgehen. Die bringt in dieses Mal nicht nur mit Nazis mehr in in Kontakt als beim Vorgänger, er muss sich gar in die Höhle des Löwen begeben, wo es zum Zusammentreffen mit Adolf Hitler kommt.

    An Indys Seite stehen dieses mal die aus dem ersten Teil bekannten Marcus Brody (Denholm Elliot) und Sallah (John Rhys-Davies) sowie sein Vater, Henry Jones.
    Dieser sorgt für Lacher ohne Ende und eine besondere Brisanz in nahezu jeder Szene mit Ford und Connery. Dadurch geht es hier um mehr als nur die Jagd nach einem altertümlichen Artefakt, es geht auch um einem jahrelang schwellenden Vater-und-Sohn-Konflikt und nicht zuletzt um die Entstehung eines Namens, wird hier doch die wahre Identität von „Indiana“ Jones geklärt.

    Die Suche nach dem Gral endet mit gefährlichen Fallen, denen natürlich nur unser Held gewachsen ist. Diese sind so mitreisend, actionreich, mystisch und witzig gemacht wie der ganze Rest des Films.
    Rasante Actionszenen gibt es es zu Hauf, und hier schaffen es Spielberg und Lucas tatsächlich neues zu bieten. Per Motorrad, Flugzeug und Panzer liefern sich die Jones-Herren Kämpfe mit den Nazis. Auch diese wirken sehr authentisch, und nicht als plumpe Kopie der Nazis aus dem Jäger, sie sorgen wieder für das Feindbild des Zuschauers und für einige Rasanz. Zusätzlich gibt es noch eine dritte Partei, diese will allerdings verhindern das der Gral gefunden wird.

    Obwohl der letzte Kreuzzug somit fast alle Elemente des Jägers beinhaltet und verbessert ohne als plumpe Kopie rüber zu kommen, schaffte er es nicht bei mir die Faszination erzeugen wie die Jagd nach der Lade. Ein sehr guter Film ist er allemal, bietet er doch nahezu perfekte Unterhaltung über zwei Stunden hinweg. Und dank Sean Connery hat er seinen ganz eigenen Reiz. Liefert der Altmeister hier doch ständig Überraschungen und Konfliktpotential abseits des eigentlichen Abenteuers. Seine Verpflichtung war ein echter Glücksgriff für diesen Film!

    Viele Leute bezeichnen diesen ja als den besten Film der Reihe, bei mir schafft er es nicht ganz den ersten Teil zu verdrängen. Vielleicht fehlt ihm dazu einfach der Mythos des ersten Mals, der Film gewesen zu sein der den Kult Indy entstehen hat lassen. Hier hat man genau das bekommen was man erwartet, was man von den Vorgängern gewohnt war, beim Jäger wusste man nicht was einen erwartet, er betrat Neuland das die Fortsetzung abgrast. Aber das mit nahezu perfekter Unterhaltung. Ein Stück Kult ist der letzte Kreuzzug damit schon, führt er die Trilogie doch zu einem fulminanten Abschluss.