Für eine optimale Funktionalität und optische Darstellung aktivieren Sie bitte JavaScript.

Kritiken von "VideobusterRedaktion" aus

293 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Saw II
    Das Spiel geht weiter...
    Horror, 18+ Spielfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 21.11.2008
    Wie im ersten Teil lebt die Spannung wieder davon, dass der Zuschauer miträtselt und versucht, die Handlung zu durchschauen. Es ist am Ende ein relativ einfacher Trick, mit dem der Film aufs Glatteis führt.

    Das Besondere an diesem Film ist, wie im ersten Teil, die Konsequenz der Handlung. Es gibt keine Beschönigungen oder ausgesparte Kameraeinstellungen. Der Schwerpunkt liegt erneut auf dem kranken Horror.

    Die tragenden Elemente sind bekannt und setzen den kranken Horror gekonnt fort, ohne das Drehbuch des ersten Teils einfach zu kopieren. Vorkenntnisse sind in diesem Film übrigens nicht von Nöten.
  • Saw II
    Das Spiel geht weiter...
    Horror, 18+ Spielfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 21.11.2008
    Wie im ersten Teil lebt die Spannung wieder davon, dass der Zuschauer miträtselt und versucht, die Handlung zu durchschauen. Es ist am Ende ein relativ einfacher Trick, mit dem der Film aufs Glatteis führt.

    Das Besondere an diesem Film ist, wie im ersten Teil, die Konsequenz der Handlung. Es gibt keine Beschönigungen oder ausgesparte Kameraeinstellungen. Der Schwerpunkt liegt erneut auf dem kranken Horror.

    Die tragenden Elemente sind bekannt und setzen den kranken Horror gekonnt fort, ohne das Drehbuch des ersten Teils einfach zu kopieren. Vorkenntnisse sind in diesem Film übrigens nicht von Nöten.
  • Bank Job
    Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 20.11.2008
    Die Gentlemen bitten zur Kasse: Im Londoner East End ist Terry Leather (Jason Statham) mit einem schlecht laufenden Autohandel beschäftigt. Da kommt der Vorschlag einer alten Bekannten wie gerufen, in die Planung eines simpel klingenden Bankraubes einzusteigen. Bald wird ihm allerdings bewusst, dass nicht alles Zufallsbegegnungen waren und dass das Buddeln eines Tunnels im leerstehenden Ladenlokal "Le Sac" hin zum Tresorraum der benachbarten "Lloyd Bank" nur auf den Bauplänen geradlinig verläuft. Auch die Bankschließfächer beherbergen außer dem erhofften Bargeld noch so einige Überraschungen. Schluss mit der Verraten der weiteren Handlung! BANK JOB beginnt mit dem einheizenden Song "Get it on" von T-Rex, mit leicht bis gar nicht bekleideten Damen im Meer und in Nachtclubs, schicken 70er-Jahre-Schlitten, und einem gut aufspielenden Jason Statham. Da sollte das männliche Publikum doch im Sinne einer Renée Zellweger in JERRY MAGUIRE (USA 1996) ausrufen: "Du hattest mich schon beim ‚Hallo‘!"

    Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das gilt für das Leben unseres verheirateten Protagonisten ebenso wie für den vorliegenden Film. Nicht dass es Terry Leather (Statham) wirklich schlecht ginge; seine Geschäfte gehen einigermaßen schleppend voran und mit seiner treuen Frau und den zwei kleinen Töchtern hat er eine mehr oder weniger liebevolle Familie. Nicht dass BANK JOB wirklich schlecht unterhalten würde; seine Geschichte ist authentisch, sorgfältig ausgestattet und erzählt, bietet im Zentrum Personen, mit denen man sich identifizieren mag und um die man sich in heiklen Situationen sorgt. Aber manchmal fragt man sich, ob es da nicht noch mehr gibt. Ob es das schon gewesen ist. Hauptdarstellerin Saffron Burrows (gleicher Jahrgang wie Statham: 1972) kommt hier als Verführung daher und wickelt ihren Schauspielpartner und den Zuschauer gleichermaßen um den Finger. Burrows glänzt in ihrer Rolle der Martine Love und so wie ihre Wangenknochen hervorstechen, sticht sie insgesamt aus der Darstellerriege hervor und verleiht dem BANK JOB eine zusätzliche Klasse. Dabei ist es nicht leicht, sich in der Besetzungsliste hervorzutun, schließlich verpflichtete Regisseur Roger Donaldson ganze 70 Sprechrollen für seinen Film. Nach Donaldsons Vorstellungen sollten alle Schauspieler klar unterscheidbare Persönlichkeiten einbringen, damit sich der Zuschauer in der verstrickten Geschichte um Amateurganoven, lasterhafte Politiker und korrupte Poliziste zurechtfindet. Das hat wunderbar funktioniert und die Kameraarbeit (Michael Coulter) sowie der Schnitt sorgen nicht für unnötigen Wirbel, sondern für ein smartes Gesamtbild.

    Kleine Gauner, die auf Gewalt verzichten und nur mit Spitzhaken und Presslufthammer bewaffnet in ein Geldinstitut an der Baker Street eindringen wollen? Die Ausbeute ist jedenfalls ein ordentlicher Beitrag für das "Heist" (Diebstahlkrimi) Genre. Einiges im sonst schön rhythmisierten Verlauf hätte es vielleicht nicht gebraucht, wie den Handlungsnebenstrang um die "Black Power" Bewegung mit Michael X und Hakim Jamal. Im Bonusmaterial wird dazu berichtet, dass der Regisseur die beiden talentierten Drehbuchschreiber Dick Clement und Ian La Frenais zu dieser Nebenhandlung überreden musste. Schuster bleib bei deinen Leisten, drängt sich der Gedanke auf. Davon abgesehen ein interessanter Spiegel der Zeit, eine Panzerknacker-Geschichte mit cleveren Einfällen und souveräner Umsetzung. Nach einer wahren Begebenheit. Was den Coup natürlich noch sensationeller erscheinen lässt, denn immerhin dreht es sich um geschätzte 4 Millionen Pfund Diebesgut. Sollte der Bruch gelingen - sehen Sie selbst - wäre er einer der spektakulärsten Fälle der Kriminalgeschichte und ließe den bekannteren Fall um die zu Beginn zitierten "Gentlemen" des englischen Postzugraubs von 1963 alt aussehen. Ob nun ein Spielfilm auf einer wahren Begebenheit beruht oder frei erfunden ist, der Unterhaltungswert oder der Spannungsgehalt des filmischen Erlebnisses ist in beiden Fällen nicht gesichert. Steven Soderberghs MICHAEL CLAYTON (2007) mit George Clooney beispielsweise wirkt so öde, dass man glaubt, es müsse sich um einen Tatsachenbericht handeln. Soderbergh übrigens lieferte ja ebenfalls mit dem OCEANS 11 bis 13 Franchise eigene "Heist" Beiträge ab. Auf das dortige Schwanken zwischen Komödie und Thriller verzichtet BANK JOB wohltuend, ist zudem eher zu empfehlen als der ähnlich klingende aber belanglosere Gaunerfilm ITALIAN JOB (gemeint ist das Remake von 2003). Auch ist die Geschichte geradliniger und dennoch nicht weniger anspruchsvoll als der kurz zuvor veröffentlichte Statham-Film REVOLVER (2005) sowie souveräner und wesentlich cooler als der britische LAYER LAKE (2004) mit Daniel Craig.

    BANK JOB ist in warme Erdfarben getaucht, die Filmbilder wirken so ein klein wenig vergilbt und steigern das Retrogefühl der 70er-Jahre Ausstattung. Die Aufnahmetechnik hingegen ist höchst modern, denn die Verantwortlichen einigten sich darauf, den kompletten Film in "High Definition" mit höchster Auflösung zu drehen. Das kommt nun auf den Verleihmedien DVD und Blu-ray toll zur Geltung. Der Ton ist darüber hinaus deutlich abgemischt und erleichtert so zumindest akustisch die vielen englischen Akzente der Originaltonspur. Regisseur Donaldson (siehe u.a. die soliden Werke THIRTEEN DAYS 2000, DER EINSATZ 2003, MIT HERZ UND HAND 2005) legte äußersten Wert auf die Einhaltung und Schlüssigkeit dieser Akzente, so erfährt man in der mitgelieferten Kurzdokumentation. Dort bezeichnet er sein Werk mit eigenen Worten als "contemorary". Die Gefahr bei solchen Filme läge darin, dass durch ein zu hohes Maß an authentischen Details häufig eine übersteigerte künstliche Atmosphäre geschaffen würde, die dann gar nicht mehr "zeitgenössisch" wirke. Allein die Kleidung in einer Filmhandlung um 1971 sollte nicht aus den 70ern stammen, sondern ein Sixties-Flair transportieren, schließlich würden die Menschen auf der Straße doch die Mode der zurückliegenden Jahre auftragen. Schöne kleine Einsichten in die Planungsphase und die Dreharbeiten des BANK JOB liefert das DVD-Extra "Inside the Bank Job". Das eigentliche "Making of" ist dagegen nur ein clipartiger Zusammenschnitt von Videobildern am Set, aber es gibt auch noch ein Interview mit Jason Statham zu entdecken, in dem er bereitwillig und selbstkritisch Auskunft gibt (man hört endlich mal, wie sein Nachname korrekt ausgesprochen wird). Statham berichtet, dass er nicht nur auf die Actionrollen aus CRANK (USA 2006) oder aus der TRANSPORTER Serie (Frankreich 2002/05/08) festgelegt sein will und sich freut, nun im BANK JOB schauspielerisch mehr zugetraut zu bekommen. Auf die Frage der Redakteurin, wie er zum Vergleich mit dem legendären Steve McQueen stehe, antwortet Statham: Meine Freunde nennen mich "Steve THE Queen". Guter Typ - guter Film - Video Buster wünscht gute Unterhaltung.
  • Der unglaubliche Hulk
    Action, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 17.11.2008
    "Machen Sie mich nicht wütend. Sie würden es nicht mögen, wenn ich wütend werde", so die klassische Vorwarnung von Dr. Bruce Banner alias "dem unglaublichen Hulk". Weniger wütend sollten Anhänger der von 1978-82 entstandenen TV-Realumsetzung gewesen sein, als man die über fünf Staffeln entwickelte Serie ab 1988 mehrfach in Spielfilmlänge reanimierte. In einjährigem Abstand wurden seinerzeit DIE RÜCKKEHR DES UNHEIMLICHEN HULK, DER UNHEIMLICHE HULK VOR GERICHT und DER TOD DES UNHEIMLICHEN HULK mit der Stammbesetzung verwirklicht, denn glücklicherweise konnten für den tragenden Jekyll-Hyde-Charakter erneut sowohl der muskelbepackte Lou Ferrigno als auch Bill Bixby (starb 1993 tragisch an einer Krebserkrankung) gewonnen werden.

    "Schuhe gut für Bruce Banner. Ich nicht Bruce Banner – ich der Hulk!", ein weiteres liebgewonnenes Zitat aus der fernen Jugendzeit, als man selbst noch (hulk-)grün hinter den Ohren war. Damals, als wir uns die MARVEL Comicstrips vorlasen und merkten, welch spannende Storys und tolle Charaktere die Zeichnungen boten. Umso törichter, daraus den vorliegenden filmgewordenen Flickenteppich aus Anspielungen, sprunghaften Szenerien und schauspielerischen Einzeldarbietungen zu basteln. "Unglaublich" steht hier nur für unglaublich verschenkt. Nicht falsch verstehen: Die Neuverfilmung ist keine pure Zeitverschwendung, bietet durchaus zum Staunen anregende Jahrmarkteffekte, für die Filme ja ursprünglich gemacht wurden. Auch Kurzweile oder gelegentliche Spannungsmomente kann man dem neuesten Hulk nicht absprechen, aber er ist weit entfernt von den Filmen, die man Freunden mit begeisterten Augen in die Hand drücken würde. Hauptdarsteller und Drehbuch(mit)schreiber Edward Norton schaut anfangs ständig auf ein Pulsmessgerät am Handgelenk, um nicht an die riskante Grenze zur Mutation zu geraten, was in einem späteren, privaten Moment amüsant aufgegriffen wird. Der Puls des Publikums hingegen sollte in keinem Filmmoment annähernd ein erhöhtes Erregungsstadium erreichen.

    In frühen Comicentwürfen besaß der von Gamma-Strahlung infizierte Forscher Dr. Banner, der unter nervlichem Druck zum HULK anschwillt, angeblich nicht von vornherein ein giftgrünes Alter Ego, aber das ist fortan die Farbe, mit der wir den HULK in Verbindung bringen. So sind auch weite Teile der Neuverfilmung mit einem grünstichigen Filter versehen. Dazu gesellen sich mehr oder weniger witzige Referenzen, die einem die Kenntnis der Vorlage vermitteln wollen: Der Hulk-Erfinder Stan Lee spielt kurz mit, Bodybuilder Lou Ferrigno (der Hulk meiner Kindheit) erhält einen Cameo-Auftritt, einige Personen tragen Namen aus den Comicgeschichten. General Ross erhält im Prolog Militärwaffen der Firma von Tony Stark (siehe IRON MAN). Edward Norton kauft sich weite Hosen, um der einstigen Kritik zuvor zu kommen, warum denn bei der Verwandlung die Hose mitwachsen statt zerreißen würde. Liv Tyler führt ihm denn auch noch eine violette Hose (vgl. Comic) zur Anprobe vor, die er dankend ablehnt.

    Nach dem Gesehenen sollte eher Liv Tylers Auftritt dankend abgelehnt werden. Womöglich kann eine gute deutsche Synchronstimme ihrer Rolle als Zellforscherin Dr. Elizabeth Ross mehr Tiefe einhauchen. Im englischen Original jedoch sind ihre Auftritte schmerzhafter als eine (gezeigte) Rückenmarksinfusion. Wie sehr lernt man da die vorangegangene Darstellung in Ang Lees HULK (2003) von Jennifer Connelly schätzen, die zu diesem Zeitpunkt dank A BEAUTIFUL MIND (2001) schon Oscar-Preisträgerin war. Jetzt wo man den Vergleich hat, ist die Version von Regisseur Ang Lee gar nicht mal mehr so schlecht, hält er sich dort doch zumindest durch Split-Screens, Schnittblenden und Textfelder formaler an die Comics. Mit den Schauspielfähigkeiten eines Sam Elliott von 2003 kann sich William Hurt dagegen gut messen. Die Ergebnisse der Effektschmiede "Rhythm & Hues" müssen sich ebenfalls mit den CGI’s von "Industrial Light & Magic" aus dem Jahr 2003 vergleichen lassen. Wenn man liest, dass das Visuelle-Effekte-Team des 2008er Hulks ein ganzes Jahr mit einer Einstellung beschäftigt war, in der ein Blutstropfen durch Förderbänder in eine Flasche fällt, sollte man zumindest Aufwand und Wirkung in Frage stellen. Auch Major-Blonsky-Darsteller Tim Roth kann nach seinen früheren schauspielerischen Glanzleistungen hier den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen, das erinnert an sein Mitwirken in Tim Burtons Remake vom PLANET DER AFFEN (2002).

    Der Aufhänger für eine Fortsetzung der Geschichte, der Cliffhanger, erscheint diesmal im Gegensatz zu IRON MAN (2008) zumindest schon vor und nicht erst nach dem Abspann und sollte so von allen Zuschauern gesehen werden können. Vielleicht ist das auch das Problem des quasi Remakes: Alle Zuschauer erreichen zu wollen, die wahren Fans mit genügend Anspielungen zufrieden zu stellen und mit ordentlich Etat (geschätzten 150 Millionen Dollar) auf der Höhe der Zeit zu wirken. Der amerikanische Arbeitstitel ("working title") lautete noch HULK 2, vielleicht scheute man letztlich die direkte Konfrontation mit Ang Lees Verfilmung. Dessen Handlung wird uns leicht abgewandelt und neu in Szene gesetzt gleich zu Beginn um die Augen/Ohren gehauen und der aufdringliche Soundtrack von Craig Armstrong läuft – einmal von der Leine gelassen - unruhig über die gesamte Laufzeit weiter. Dort sagt dann ein nervig agierende Forscher "Oh my god!" und ein Soldat beim Anblick des Waffenkoffers "Sweet!". Auch wenn in einer Comicadaption wohldosierte Überzeichnung durchaus Sinn machen kann, wirkt sie bei Regisseur Louis Leterrier (* 1973) fehlplatziert. Der drehte zuvor übrigens TRANSPORTER 2 (2005) mit Jason Statham sowie UNLEASHED – ENTFESSELT (2005) mit Jet Li. Leterrier bleibt also zumindest sich selbst und seiner Bildsprache treu, indem er auch in seiner Interpretation des HULK auf schnelle Schnitte, rasante Verfolgungsjagden und Zweikämpfe setzt. Ob nun die Brasilianischen Favelas, ein Campus-Gelände oder im dritten Akt die Straßenschluchten und Dächer New Yorks die Kulisse bilden, das fühlt sich an wie die Levels eines Computerspiels, die bis zu einem Endgegner bewältigt werden müssen.

    Das gesagt, kann man sich natürlich auf die Handlung einlassen, oder nicht. Als Reminiszenz an eine der großen Figuren des MARVEL-Universums kann man sich diese Silberscheibe jedoch relativ bedenkenlos ausleihen. Die hohe Altersfreigabe ab 16 Jahren bietet dem geneigten Video Buster Kunden nun zumindest satte 107 Minuten und liefert zwei fehlenden Minuten der ehemaligen FSK12-Kinofassung in dieser CONCORDE-Veröffentlichung nach, auch wenn die DVD (im Gegensatz zur Blu-ray!) über den Spielfilm hinaus bis auf drei schlechte Trailer nichts mitliefert. Alteingesessene Begleiter des HULK können ab jetzt also mit ansehen, ob Erinnerungen an die Fernsehserie aus Kindheits-Nachmittagen und aus alten Comicheften wieder aufleben können. Ob Hollywoods groß budgetierte Leinwandumsetzungen rund um den Charakter der Kultzeichner Jack Kirby und Stan Lee einen Vergleich zum alten Fernsehformat scheuen müssen? Der geneigte Zuschauer sollte die Video Buster Vielfalt nutzen und den alten TV-Staffeln, dem HULK (2003) von Ang Lee oder ganz nostalgisch der 60er-Jahre Animationsversion HULK (1966) eine Chance geben. In diesem Sinne viel Vergnügen mit dem HULK Ihrer Wahl und bloß nicht wütend werden!
  • Lars und die Frauen
    Die echt schräge Beziehungs-Kiste.
    Drama, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 06.11.2008
    Lars ist verliebt in Bianca. Sie ist wie für ihn gemacht. Das Problem, das sein Umfeld damit hat: Sie wurde für ihn gemacht! In einer verschneiten Kleinstadt in Ontario spielt der zweite Spielfilm von Regisseur Craig Gillespie (*1967). Die kanadische Winterlandschaft strahlt eine kühle Klarheit und Offenheit aus, die ein ideales Setting für ihre zentrale Person ist: Lars (Ryan Gosling) ist ein zurückgezogener Büroangestellter, der in der ausgebauten Garage des ehemaligen elterlichen Anwesens untergebracht ist. Im Haupthaus wohnen sein Bruder Gus (Paul Schneider) und dessen schwangere Frau Karin (Emily Mortimer). Die Freude des Ehepaares bei der Ankündigung von Lars' neuer Freundin fällt ebenso deutlich aus, wie die anschließende Verblüffung beim ersten Kennenlernen.

    Es soll nichts vorweggenommen werden, was nicht schon durch Plakate und Trailer angedeutet wird, nur soviel, dass Bianca in dem großen Holzpaket eines UPS-Fahrers in Lars' Leben gekommen ist. Dem Zuschauer geht es wie dem Bruder Gus: Man muss aufgeschlossen herangehen im Umgang mit der Puppe Bianca. Und man wird die Probleme, die Lars im Alltag beschäftigen, vermutlich (d.h. hoffentlich) nicht eins zu eins aus dem eigenen Leben wiedererkennen, jedoch lernt man sie zu respektieren. Zwar ist Bianca nicht real - die Schwierigkeiten im menschlichen Miteinander sind es umso mehr. Immer wieder tauchen im Filmverlauf Streitpunkte "echter" Paare auf. Es werden Reaktionen von jungen wie alten Mitbewohnern des Dorfes gezeigt, Toleranz wie Ignoranz. Alles geschieht dabei mit einer Gratwanderung im positivsten Sinne, denn LARS UND DIE FRAUEN findet in jedem Moment die richtige Balance und ist durchweg liebenswürdig. Die Geschichte und auch das hier Geschriebene lässt Melodramatisches befürchten, doch das Drehbuch und die Schauspielerleistungen liefern eine eindringliche Aufrichtigkeit, die filmisch ihresgleichen sucht. Irgendwo zwischen der Herzlichkeit eines LANG LEBE NED DEVINE (GB 1998) und einer bodenständigeren Verstiegenheit einer FABELHAFTEN WELT DER AMELIE (Frankreich 2001).

    Viel (Zwischen-)Menschliches wird angesprochen und dennoch wirkt LARS UND DIE FRAUEN nie überfrachtet. Lars und der ganze Film sind wirklich liebenswert. Der Verfasser dieser Filmbesprechung war zugegebenermaßen "vorbelastet", denn er war bereits im Vorfeld von der Wahl der Darsteller überzeugt. Die zwei bekanntesten Darsteller spielten zuvor in den (subjektiv) romantischsten Filmen der zurückliegenden Jahre: Der jederzeit überzeugende Ryan Gosling aus WIE EIN EINZIGER TAG (THE NOTEBOOK, USA 2004, mit Rachel McAdams) und Emily Mortimer aus LIEBER FRANKIE (DEAR FRANKIE, GB 2004, mit Gerard Butler). Dazu gesellen sich die Talente Kelli Garner (will Lars mit ihrer Liebe heraushelfen) sowie Patricia Clarkson (will Lars mit ihrer Therapie heraushelfen).

    Ein "Glückwunsch" an die deutsche Übersetzung, die einmal wieder den Originaltitel verdorben hat, der da lautet: LARS AND THE REAL GIRL. Das deutsche Pendant LARS UND DIE FRAUEN suggeriert, dass das Dilemma des Protagonisten nur gegenüber dem anderen Geschlecht auftritt. Es ist jedoch die generelle Scheu vor Menschen, vor Berührung und Nähe im Allgemeinen. Somit thematisiert der Film ein gesellschaftliches Problem und wird im Film mit Bianca lediglich überzeichnet dargestellt, um es herunter zu brechen. Das ist das Erfrischende gegenüber den ewig dargestellten filmischen Beziehungsproblemen, dem immer wieder durchexerzierten Verhalten von Paaren in den unmöglichsten Hollywood-Konstellationen, während des Anbandelns, beim Heiraten, im Eheleben. Nur noch schwer zu ertragen und so ist Lars ein Ausweg: Nochmal auf Null zeigt er die Geschichte eines jungen Mannes, der in einer überschaubaren Gemeinde aufwächst, beliebt ist, einen geregelten Job ausfüllt und trotzdem der einsamste Mensch ist.

    In anderen Filmkritiken wurde teils bemängelt, dass er nicht witzig genug wäre, doch das wäre die drohende Gefahr: LARS UND DIE FRAUEN muss mit der Grundidee der Gummipuppe im Slalom um Anstößiges, um Zotiges und pubertäre Pointen navigieren. Ausnahmen leistet er sich nur mit vergnüglich-chauvinistischen Seitenhieben unsensibler Kleinstadtbewohner, die fragen, ob Bianca auch eine Schwester hat, oder kommentieren, dass sie auch gerne eine Partnerin hätten, die nicht sprechen kann. Die Gummipuppe wirkt für den Zuschauer zum Glück nie beschämend oder peinlich, da die ursprüngliche Funktion als Sexspielzeug völlig im Hintergrund verschwindet. Nicht umsonst wurde der Film um eine Gummipuppe hierzulande "freigegeben ohne Altersbeschränkung". Drehbuchautorin Nancy Oliver kam auf die Idee, als sie über eine amerikanische Internetseite stolperte, die genau solche Puppen anbietet. Bei "Real Doll" könnte man eine Bianca tatsächlich bestellen, die Standardausgabe gibt es ab 6500 Dollar. Die Startseite ist sogar im Film auf einem der Büromonitore zu sehen. Im privaten Umfeld von Lars hingegen findet sich keinerlei Technik. Er hat nichts mit immer häufiger auftretenden Computernutzern gemein, die unter dem modernen Symptom der totalen Kommunikation durch den PC und der gleichzeitigen totalen Vereinsamung leiden. Der Filmcharakter führt mit einer Gummipuppe als Gegenüber vor, wie man seinen Partner mit Respekt behandelt, wie man ihm Zeit widmet, gemeinsam Dinge unternimmt, und er entdeckt seine alten biographischen Orte neu. Lars und Bianca leben für eine gewisse Zeit vor, dass man sich mit einem idealen Partner nicht verändern muss, aber beide dank ihres Miteinanders über sich hinauswachsen. LARS UND DIE FRAUEN jedenfalls dient als idealer Partner für gute Filmunterhaltung.

    Das DVD-Bonusmaterial ist bescheiden, aber recht skurril: Selten gab es wohl einen Bereich "deleted scenes" (nicht verwendete Szenen), der aus einer einzigen Szene besteht, von der sich Regisseur Gillespie den eingeblendeten Angaben nach auch noch schweren Herzens trennen musste. Die kurzen Set-Berichte lassen die Autorin, den Regisseur und die Darsteller gleichermaßen zu Wort kommen und zeigen eine weitere Hauptperson: Die Puppe - Verzeihung - Bianca wurde während des 31-tägigen Drehs wie ein vollwertiges Crewmitglied behandelt, wurde täglich zwei Stunden in der Maske geschminkt und im Rollstuhl zum Buffet geschoben. Wie sich Ryan Gosling zur Vorbereitung mit ihr angefreundet hat, erfährt man ebenfalls in den mitgelieferten Interviewausschnitten.
  • Verliebt in die Braut
    Ein ehrenwertes Mädchen braucht einen echten Mann.
    Komödie, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 08.10.2008
    Verkleidet mit einer Bill-Clinton-Gummimaske tapst Tom (Patrick Dempsey) auf einer Collegeparty herum und landet versehentlich im Bett der entrüsteten Hannah (Michelle Monaghan). Aus diesem Zusammentreffen entwickelt sich in den Folgejahren eine dicke Freundschaft, von der uns die Komödie Verliebt in die Braut mit zwei liebenswerten Hauptdarstellern erzählt. Mit dem Vorspann springen wir in die Jetztzeit des "Big Apple", zum Freundespaar, das sich in vielen Details des alltäglichen Lebens, wie bei der Wahl der Kuchenkreationen in einem Café, blendend versteht. Doch leider – hier kommt die Wendung – verliebt sich Hannah auf einer Schottland-Reise in eine Zufallsbekanntschaft und berichtet ihrem Kumpel Tom gerade in dem Moment von ihren spontanen Hochzeitsplänen, als er sich seiner Liebe zu ihr bewusst wird.

    Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb über den parallel im Kino veröffentlichten Science-Fiction-Film Babylon A.D. mit Vin Diesel, er würde sich zu offensichtlich aus bekannten Genrevorgängern bedienen und dadurch (Zitat) "wirkt der ganze Film wie aus zweiter Hand". Die Frage stellt sich nun, ob die Hochzeitsromanze Verliebt in die Braut die gleiche Schwäche zeigt. In erster Linie reiht sie sich ein in allerhand Hochzeitskomödien, die bereits 2005 ihren Höhepunkt erlebten: Hier konnte Frau als Chaosstifterin dienen (Wedding Bells mit Heather Graham), ebenso wie der Mann (Die Hochzeits-Crasher mit Owen Wilson und Vince Vaughn) und Dermot Mulroney sorgte in Wedding Date als Dienstleister einer Begleitagentur für Irrungen und Wirrungen während einer Hochzeitsveranstaltung, so wie sich Piper Perabo 2005 in Eine Hochzeit zu dritt auf dem Weg zum Traualtar ausgerechnet in eine Floristin verguckt.

    Wie heißt der neue Spielfilm von Regisseur Paul Weiland doch gleich wieder, der diese Reihe nun fortsetzt? Verliebt in die Braut ist der austauschbar wirkende Titel, der im Original Made of Honor lautet, also Trauzeugin oder Brautjungfer. Der Eindruck "aus zweiter Hand" stellt sich auch hier beim Sehen ein und wenn man die Bausteine aus den Vorläufern zusammensetzt, wird deutlich, woher dieser Beigeschmack stammt. Das Rezept: Man nehme zwei Freunde, von denen einer Liebesgefühle entdeckt, dazu eine dritte Person, die nach einem Kurztrip die Beziehung stört, vermengt mit turbulentem Zeitdruck bis zum drohenden Trauungstermin. Im Jahr 1998, in dem die Handlung von Verliebt in die Braut beginnt, lief einer dieser Trauungsfilme in deutschen Kinos: Die Hochzeit meines besten Freundes. Dieser Film mit Julia Roberts wurde damals von der Firma Sony (TriStar Pictures) produziert, die heute auch Michelle Monaghan in Szene setzt (Columbia Pictures). Damals spielten Dermot Mulroney (s.o.) und der attraktive, offen homosexuelle Darsteller Rupert Everett mit (nun wählte man Patrick Dempsey). Vor zehn Jahren verliebt sich eine Frau in Chicago in ihren besten Freund, erfährt über ihr Handy von den Hochzeitsplänen und soll der Neuen als Brautjunger zur Seite stehen. 2008 ist es der Mann, der sich mit den nervigen Trauzeuginnen tapfer durch die Hochzeitsvorbereitungen kämpfen muss und auf einen guten Zeitpunkt hofft, die wahren Gefühle zu offenbaren.

    Ein altes Rezept also und … trotzdem schmeckt das Ergebnis. Von Regisseur Paul Weiland selbst wird Verliebt in die Braut im DVD-Bonusmaterial als "romantische Komödie" beschrieben und wohlwissentlich in diese Schublade gepackt. Natürlich kann auch Weiland nichts sonderlich Frisches aus den alten Zutaten zaubern, dennoch serviert er souverän eine sympathische Darstellerriege, eine geradlinige Handlung, vergleichsweise glaubhafte Charaktere, die selbstverständlich hier und da überzeichnet sind. Ende der 90er Jahre waren in Die Hochzeit meines besten Freundes nicht nur die Handys noch deutlich größer, auch die dargestellte Stutenbissigkeit zwischen Julia Roberts und Cameron Diaz lieferte ein größeres Drama ab. So machte eine impulsive Roberts dort wortwörtlich Jagd auf den Bräutigam. Dempsey hält sich da vergleichsweise zurück und ringt eher innerlich mit sich selbst. Bei sportlichen Auseinandersetzungen im amerikanischen Basketballspiel und in den schottischen "Highland Games" treten die Männer (als Schotte: Kevin McKidd) zwar gegeneinander an, jedoch lässt die Braut eher durch Selbsterkenntnis und durch das Feststellen von unüberwindbaren kulturellen Unterschieden ihr Herz entscheiden.

    Beim Weg vor den Traualtar sind in der Filmgeschichte wie erwähnt schon alle möglichen Konstellationen durchgespielt worden, ob sich im Klassiker Die Nacht vor der Hochzeit von 1940 James Stewart und Cary Grant um die Braut Katharine Hepburn streiten müssen, ob sich 1998 ein Hochzeitsmusiker in Eine Hochzeit zum Verlieben (mit Adam Sandler und Drew Barrymore) in seine beste Freundin verliebt, sich eine Hochzeitsplanerin 2001 in Wedding Planner (Jennifer Lopez und Matthew McConaughey) in einen Bräutigam verliebt, sich Katherine Heigl 2007 als Hochzeitsgehilfin in 27 Dresses für die Liebe entscheiden muss. Dennoch: Die vorliegende Neuauflage ist sehr kurzweilig im positiven Sinne, vergleichbar mit dem Charme einer Bridget Jones, inklusive einigen flacheren aber gut funktionierenden Gags z.B. auf Kosten einer uralten Verwandten. Mit vertrauter Komödienmusikuntermalung macht Verliebt in die Braut einfach Spaß und hat auch aus männlicher Sicht eine 4-Sterne-Bewertung in der Sparte "einfache Unterhaltung" verdient. Gerade mit dem Handicap, das Thema noch einmal wiederzubeleben. Auch der DVD-Vergleich mit Julia Roberts als Trauzeugin lohnt einen erneuten Blick, zumal im Vergleich mit Verliebt in die Braut. Da letztere Geschichte hauptsächlich vom Standpunkt des Mannes (Dempsey) erzählt wird, muss man nicht um einen stereotypen Frauenfilm ("Chick flick") fürchten und er ist mit seiner einfach nett erzählten Geschichte jedem zu empfehlen, der an diesem Filmgenre seinen Spaß hat. Gewidmet ist der Film am Schluss einem seiner Nebendarsteller, dem großartigen Regisseur und Schauspieler Sydney Pollack (1934-2008). Über Casablanca sagt er hier in seiner allerletzten Rolle: "Bogart ist ein Schlappschwanz." (engl.: "Bogart is a pussy.")
  • Iron Man
    Superhelden werden nicht geboren, sie werden gemacht!
    Action, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.10.2008
    Stark! Dieser Ausruf erinnert an das Zitat eines SciFi-Genrevertreters: "Warum ist in der Zukunft alles stark? Hängt das mit irgendwie mit Veränderungen in der Erde zusammen?" Stark, das wird das Fazit dieser Besprechung sein und Stark ist auch der Familienname des Alter Egos Iron Man. Tony Stark ist einflussreicher Waffenhändler und folglich Multimillionär, der wie der Lord of War (vgl. Film von 2005 mit Nicolas Cage) seine Vernichtungswaffen moralfrei in aller Herren Länder verschachert. Nach einer imposanten Demonstration seines neu erbauten Geschosses inmitten der Afghanischen Wüste wird sein Konvoi von den selbst erbauten Raketen angegriffen und Stark wacht mit einem Jutesack über dem Kopf schwerverletzt in den Händen gewalttätiger Muslime auf.

    Nach diesem ersten Akt erscheint die Titeleinblendung "Iron Man" in goldenen Lettern und die Handlung, die von dort mit einem Schnitt nach Las Vegas springt, soll hier auch nicht weiter vorweg genommen werden, denn sie hält manch überraschende Wendung bereit. Zügige Filmminuten schildern das Drama der Hauptfigur und geben gleich den Rhythmus vor, nicht nur mit Schauwerten, sondern auch musikalisch mit dem stampfenden "Back In Black" von AC/DC.

    Im Gegensatz zu seinen mutierten Superheld-Kollegen Kal-El/Clark Kent (Superman), Peter Parker (Spider-Man) oder dem laufend im Kino reanimierten Bruce Banner (Hulk) ist Tony Stark ein finanziell unabhängiger Lebemann, der an seinem Ruf als Playboy noch ausschweifender feilt als der vergleichsweise bescheidene Bruce Wayne alias Batman. Das mag daran liegen, dass Stark seine Läuterung erst am Gipfel seiner Karriere und seiner Libido erfährt. Auch wenn er ansonsten durch den Verlust seiner Eltern, als Erbe eines Imperiums und von Rachegelüsten getrieben das Schicksal des "Dark Knight" teilt. Eröffnungsschauplatz von Iron Man ist also Afghanistan - in der Vorlage hingegen war es noch Vietnam. Im Film wird statt auf eine allzu exakte Adaption des Comics auf Zeitgemäßheit gesetzt und die entstehenden Bemerkungen z.B. auf die zahlreichen im Vielvölkerstaat herrschenden Landessprachen (weit über 50 Sprachen) sind originell. Aufstoßen kann einem der unverhohlene Patriotismus, mit dem zwar kokett gespielt wird, der zeitgleich jedoch großflächig zelebriert wird. Man nehme den Abspannhinweis "Made in the United States of America” und drücke dem gesamten Projekt diesen Stempel auf. Reicht es, wenn der Held ein bekehrter Einzelkämpfer ist, wenn die Militärfunktionäre steif und engstirnig wirken? Ist damit die Faszination industrieller Aufrüstung innerhalb eines militärischen Technologiewettstreits gebannt, obwohl die Filmbilder eben diese Sprache sprechen? Das liegt im Auge des Betrachters. So wie das Gesamtkunstwerk, für das man sich sicherlich nicht interessieren wird, wenn man Comicverfilmungen generell vermeidet, zu dem man hingegen völlig bedenkenlos greifen kann, wenn einem mit der heimischen Anlage Hochglanzunterhaltung um die Ohren fliegen soll.

    Man sagt, dass ein Film und dessen Held erst durch einen charismatischen Gegenspieler grandios werden kann. Der Bösewicht im Zentrum ist klasse besetzt, das Klischee der primitiven Extremisten dagegen (vgl. Jack Bauers Widersacher in 24) ist nur ertragbar, wenn man es als Karikatur begreift, ähnlich der Militarismus-Überzeichnung eines Paul Verhoeven in Starship Troopers. Verhoevens hierzulande leider immer noch indiziertem Meisterwerk Robocop jedenfalls wird ausgiebig mit Zitaten gehuldigt. Wer wen zitiert mag strittig sein: Ist die Kampfszene gegen einen mächtigeren Koloss an Robocop 2 angelehnt, der 1990 produziert wurde, bestritt "Iron Man" seine Kämpfe bereits ab 1968 in eigenständigen Comicheftausgaben. Die Gewaltdarstellung jedenfalls ist im Iron Man deutlich gezügelt, auch wenn die vorliegende ungeschnittene Verleihversion auf DVD und für Blu-ray Puristen trotz eingefügter Folterszene und Operationssequenz immer noch ab 12 Jahren freigegeben wurde. Die Vielschichtigkeit der Identitätskrise wird glücklicherweise auch in dieser Marvel-Comicverfilmung gut behandelt und ist hingegen vorauseilender Unkenrufe mit Robert Downey Jr. ideal besetzt. Auch Rambo, dessen dritter Leinwandauftritt ebenfalls in Afghanistan stattfand, findet Erwähnung und so kann der Zuschauer das heitere "mediale-Anspielungen-Raten" ausgiebig fortsetzen. Das ist auch eine Stärke von "Iron Man". Er funktioniert als durchgestylter, gut getimter Popcorn-Film (Fünfer ins Phrasenschwein), der in jeder Szene eine Menge visueller Ideen umsetzt und dadurch bestimmt auch bei mehrmaligem Sehen Neues zu bieten hat. Übrigens unbedingt den Nachschlag nach dem Abspann abwarten, der einen Ausblick auf das für 2010 anvisierte Sequel Iron Man 2 gibt.

    Regisseur Jon Favreau hatte geschätzte 140 Millionen US-Dollar Budget zur Verfügung und musste seinen Stars keine astronomischen Summen zahlen - kein Vergleich jedenfalls zu Tobey Maguires spekulierten Löhnen für Spider-Man Nummer 4 und 5. Die Produzenten sollten folglich wirklich nicht darauf angewiesen sein, dass Tony Stark mit seinen hochtechnischen Eigenbauten (man denke nur an die Sprachfunktion des Schutzanzuges, die es mit K.I.T.T. aus Knight Rider aufnehmen kann) tatsächlich mit einem einfachen ** Handy kommuniziert, dazu auf dem Büroschreibtisch von "Stark Industries" ein **** Monitor verwendet wird und der **** Automobilkonzern aus Ingolstadt die Fahrzeuge sowohl des Retters (Sportflitzer) wie der Geretteten (sicheres Gefährt für vierköpfige Familien) in Szene setzt. Da möchte man gar nicht wissen, wie viel der Sieger der amerikanischen Burgerbratereinen für die Produktplatzierung seines Cheeseburgers "geblecht" hat. So oder so konnte Favreau mit reichlich Kapital im Rücken nicht nur dem Superheldenkostüm sondern gleich dem ganzen Franchise einen Hochglanzanstrich verpassen. Dazu hat sich Favreau – vorbei seine Independent-Schauspielzeit mit "Swingers" - in einer Nebenrolle selbst besetzt und darf seinem Filmpaar Robert Downey Jr. und Gwyneth Paltrow (als Virginia ‚Pepper‘ Potts) die Limousinentür aufhalten. Ein buchstäblicher Zaungast-Auftritt von Comicerfinder Stan Lee ist einer der netten Drehbuchstreiche. Die Originalmusik von Ramin Djawadi und Hits wie "Iron Man" von Black Sabbath sitzen. Die Effekte von "Industrial Light & Magic" und die Geräuschkulisse von "Lucasfilm Sound" sind auf der Höhe der Zeit. Das Iron-Man-Kostüm stammt aus der Kultschmiede des im Juni 2008 zu früh verstorbenen Make-Up-Gurus Stan Winston (Aliens, Predator, Jurassic Park, Terminator). Was will man mehr? Stark.
  • Love Vegas
    Komödie, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 24.09.2008
    Warum eigentlich kann man das Tempo und den Humor aus Filmtrailern nicht mal auf Spielfilmlänge übertragen? Die ersten zehn Minuten in "Love Vegas" liefern die Antwort: Es wirkt überdreht, wie vorgespult und nervt. Die Hollywood-Maschinerie hat eine neue Kombination zweier prominenter Schauspieler ersonnen und präsentiert uns das Zusammenspiel von Cameron Diaz und Ashton Kutcher. Modern und attraktiv bewegen sich beide in einer Schauspieler-Liga ohne nennenswertes Karrieretief und pflegen ein vergleichsweise unangepasstes, hippes Image. So könnte man meinen, sie spielen sich hier an den Filmschauplätzen von New York und Las Vegas selbst.

    Gute Laune versprechen die Töne des Eröffnungssongs "Grace Kelly" von Mika und es folgen andere stimmungsvolle Gassenhauer wie "You sexy thing" von Hot Chocolate oder der Flashdance-Dauerbrenner "What a Feeling". Die bunten Filmbilder spiegeln einen angesagten Zeitgeist wider und verzichten dabei erfreulicherweise auf ausgelatschte Darstellungen. Im Gegensatz zum parallel erschienenen "21" (Produzent und Hauptdarsteller: Kevin Spacey), der die Ankunft in der Spielerstadt Vegas allzu vertraut mit staunenden Blicken aus der Limousine und vorbeiziehenden Leuchtreklamen der großen Kasinos präsentiert, hält sich "Love Vegas" nicht lange mit solchen Klischees auf und kommt wie seine Figuren gleich "zur Sache". Für Joy und Jack (Diaz und Kutcher) endet das nächtliche Treiben mit dem spontanen Bund fürs Leben und mit einem finanziellen Jackpot in Form eines 3-Millionen-Dollar-Schecks, über den das unfreiwillige Ehepaar in der weiteren Handlung streiten darf. Mehr soll nicht verraten werden, vieles ist ohnehin vorhersehbar.

    20th Century Fox zückte zur Realisation des Filmstoffs einen Scheck mit einer zehnfach höheren Summe und machten mit dieser Investition ein gutes Geschäft, schließlich kam "Love Vegas" nicht nur hierzulande in den Kinos sehr gut an. Ob es auch für den Erfolg in Ihrem Heimkino reicht? Das kommt sicherlich auf die Erwartungshaltung an. Diese DVD ist auf jeden Fall keine Mogelpackung: Das Cover/Poster wirkt albern, der Titel "Love Vegas" sowie die Wahl der Darsteller verschleiern nicht, dass man sich auf Klamauk einlässt. Als durchweg "romantische Komödie" funktioniert sie nicht, auch wenn es romantische Momente gibt. Den Hauptteil nämlich nimmt der Lebensabschnitt ein, der im Anschluss an einen klassischen Liebesfilm oder ein Happy-End folgen sollte. Oftmals ist der Film dabei ein wenig zu überzeichnet und aufgedreht (der Film zum Koffeingetränk könnte man meinen), überrascht aber mit seinen direkten Scherzen und seinen recht schrägen Nebenbesetzungen (mit Queen Latifah, Treat Williams und Dennis Farina). Der Kampf der Geschlechter findet hauptsächlich über die altbekannten Streitpunkte wie den hochgeklappten Toilettensitz statt. Die Satire eines Mario Barth wirkt dagegen feinfühlig. Doch es gibt (nichts gegen die Institution der Ehe) auch schöne Momente: Der Drehbuchautorin – das ist Dana Fox, die zuvor Dermot Mulroney 2005 für "Wedding Date" eine Rolle vor dem Traualtar schrieb – gebührt ein Lob: Sie schafft es kunstvoll, anfängliche Dialoge und Story-Elemente gegen Ende wieder aufzunehmen und so wirkt "Love Vegas" niemals wirklich plump. Der Film gibt sich trotz seines kalkulierten Erfolgs selten politisch korrekt und ob man über eine Veralberung von ernsthaften Problemen wie der Gewalt in der Ehe oder dem Verlust des Arbeitsplatzes lachen kann, ist wie so oft Geschmackssache. Aber da solche Dinge in Hollywood weiterhin unterhaltsam verpackt sein müssen, ist dort der eine Arbeitgeber der Papa und der andere Chef zeigt sich durch Partytricks (Entkorken einer Sektflasche) beeindruckt. Schon ist die Welt wieder in Ordnung und sich von seinem Job trennen muss man sowieso nur, wenn man zur Selbstfindung mal alles hinter sich lässt und sich stattdessen wie in der bekannten Bierwerbung eines Friesischen Brauhauses in die Dünen begibt. "Keine Kompromisse", oder doch?

    Warum man als Zuschauer bei solchen Filmen eine weitestgehende Vorhersehbarkeit akzeptiert, das sei mal dahingestellt. Die "Extended Version" jedenfalls liefert (Zitat) "2 Minuten mehr Spaß als im Kino". Ob man für anderthalb Stunden den Bund mit diesem Film eingeht, das bleibt Ihnen überlassen und eine Scheidung per Stop-Taste ist jederzeit möglich. Zum Ausleihen im Doppelpack wäre der Film "Voll verheiratet" (USA 2003) zu empfehlen, in dem Ashton Kuchter ebenfalls einen frisch Vermählten spielt, dort allerdings mit Brittany Murphy liiert ist und für noch amüsantere Ehe-Eskapaden sorgt. Betrunkene Eheschließungen in Vegas jedenfalls passieren sowohl in der Realität (nicht nur zwischen Prominenten wie Britney Spears und Jason Alexander) als auch auf dem Bildschirm (z.B. in Staffel 5 der TV-Serie "Friends"). Das Aufwachen nach einer durchzechten Nacht im Film wird schließlich zwei Jahre vor "Love Vegas" weitaus wirklichkeitsnaher dargestellt in "Beim ersten Mal" (USA 2006).

    Der Originaltitel von "Love Vegas" lautet übrigens "What Happens in Vegas" und bezieht sich auf den (frei übersetzten) Ausspruch: "Was in Vegas passiert, das bleibt in Vegas" ("…stays in Vegas"). Über diese Weisheit diskutieren Diaz und Kutcher "ganz privat" im Bonusmaterial der Einzelverleih-DVD. Der Dialog auf dem PR-Sofa des "Planet Hollywood Resort and Casino" (einer der authentischen Drehorte) ist ganz nett, weil die Chemie der beiden nicht aufgesetzt wirkt, ein wenig anziehend aber nie vollends kumpelhaft. Überhaupt sind die Filmschnipsel im Anhang der DVD zeitweise zotiger ("Gag Reel") als der Hauptfilm und der aus Schottland stammende Regisseur Tom Vaughan (*1969) gibt in einem Bonus-Clip scherzend über seine Herkunft und seine klassische Filmausbildung in Bristol/England und über unvermeidliche Zensureingriffe Auskunft.
  • 21
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 17.09.2008
    21 … das ist nicht die Gewichtangabe, um die in Alejandro González Iñárritus "21 Gramm" gerätselt wird.

    Die titelgebende 21 bezieht sich auf die Punktzahl, die jeder Casinobesucher im weltweit populärsten Kartenglücksspiel Black Jack treffen will. 21 ist auch das Alter der Hauptfigur Ben Campbell (Jim Sturgess), der am Massachusetts Institute of Technology – kurz MIT – seine Mathematikkurse absolviert und von seinem Professor Micky Rosa (Kevin Spacey) in die Technik des Kartenzählens und in eine eingeschworene Gruppe risikobereiter Kommilitonen hineingezogen wird.

    Soweit zur Exposition der Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, auch wenn das MIT als Geburtsstätte des ursprünglichen Black Jack Teams die Drehgenehmigung auf ihrem Campus verweigerte und die Gebäudefront nun lediglich als Hintergrundkulisse dient. Stattdessen wurde an der Boston University gedreht und die dortigen Studenten sprangen in der Produktionsphase als Statisten ein oder lieferten dem Kostümdesigner authentische Bekleidungsideen (siehe DVD-Bonusmaterial). Noch freigiebiger zeigten sich die Spielbanken in Las Vegas, die dem gesamten Filmteam ihre glitzernden Prunksäle selbst bei vollem Betrieb Tag und Nacht als Filmschauplätze zur Verfügung stellten. Von der Produktionsfirma Sony/Columbia gab es 35 Millionen US-Dollar als Einsatz, die damit - um im Glückspieljargon zu bleiben - nicht gerade "all-in" ging, aber dennoch kein Risiko beim Ausspielen eingehen durfte. Die neu entwickelte digitale Aufnahmetechnik von Panavision-Kameras sorgte für stimmungsvolle Settings auch bei schwacher Beleuchtung, Produzent Kevin Spacey garantierte die enge Zusammenarbeit mit Ben Mezrich, dem Autoren der zugrunde liegenden Buchdokumentation "Bringing Down the House".

    Geboten wird ein gut gemischtes Darstellerblatt aus "Bube" Jim Sturgess, "Dame" Kate Bosworth und "König" Kevin Spacey. Als "As" spielt Jungregisseur Robert Luketic (Jahrgang ‘73, ehemaliger Student aus Melbourne) zur Mitte des Films Laurence Fishburne als Casinodetektiv aus, die übrigen Schau- und Glücksspieler bekommen keinen rechten Stich ab. Black Jack heißt das Spiel und es wird in bunten Passagen rasant in Szene gesetzt, wobei der Dialog zwischen den unverbrauchten Kartenzählern eher im Fokus steht als Details einzelner Spielzüge. Auf Nervenkitzel wartet man als Zuschauer dennoch wie Zocker auf eine Glückssträhne. Die Stücke des vielerorts gelobten Soundtracks sind luftig-flott gewählt, stellen in ihrer Penetranz jedoch jede Vegas-Beleuchtung in den Schatten, sind nicht unterlegt sondern werden angespielt. Wenn dann beispielsweise in einer verschwenderischen Shopping-Sequenz Teile des gewonnenen Geldes und mit ihm erhoffte Überraschungsmomente des Films aus dem Fenster geworfen werden, fragt man sich, warum zur hippen Clipbildästhetik auch noch die Erzählstimme des Hauptdarstellers das Gesehene begleiten muss. Die Verantwortlichen hätten dem Publikum einfach etwas mehr zutrauen müssen, zumal sich hier Mathematikgenies mit Wahrscheinlichkeitsrechnung und Glücksspieltheorien auseinandersetzen. Die Simplizität der Figuren macht sie auf der einen Seite sympathisch und nahbar, das gilt vor allem für den unverzichtbaren britischen Schauspieler Sturgess, der nach dem Beatles-Kinomusical "Across the Universe" seine unbekümmerte Britpop-Frisur beibehalten konnte. Jedoch spielt das ganze Vehikel fernab einer Glaubwürdigkeit von "Good Will Hunting" oder gar der Charakterstudie des autistischen Kartenberechners Raymond in "Rain Man". Letzterer wird im übrigen direkt zitiert und zusammen mit Anspielungen auf Ferris Bueller, Madonna, Google oder Star Wars wird ein buntes Pop-Potpourri ausgespielt, das in seinen leisesten Szenen am unsichersten wird: Gerade bei der Inszenierung des ersten Kusses, des Zerwürfnisses mit alten Freunden, am schlimmsten wie so häufig in den Abschlussbildern (mit Freundin auf dem mütterlichen Sofa an Keksen knabbernd?) setzt "21" seine Sympathie vollends aufs Spiel.

    Moralisch verurteilen mag man den Film dann gar nicht mehr aufgrund seiner geschönt-glorifizierenden Spielerwelt, seiner vermeintlich allzeit kontrollierbaren Gewinnmöglichkeit (Zeigefingermoral: Loyalität und Alkoholabstinenz sind Pflicht), seiner zwei asiatischen Mitstreiter, die anscheinend von sich aus schon glaubhafte Mathetalente darstellen und gerne punkig-albern sein dürfen und immer (wie die Front des echten MIT) Staffage bleiben. Eine sichere Nummer ist hingegen die Romanze mit "All-American-Girl" Bosworth, die bereits an Kevin Spaceys Seite in "Beyond the Sea – Musik war sein Leben" agierte und hier in mehreren Verkleidungen unter anderem auf Sharon Stones Darstellung in "Casino" anspielen darf (siehe nochmals das vergleichsweise zufriedenstellende Bonusmaterial der Einzel-DVD inklusive einer von den Hauptdarstellern moderierten Kurzanleitung zum Kartenzählen). An die künstlerische Liga eines Martin Scorsese kommt "21" nicht heran, dafür reicht das Gebotene einfach nicht, doch auch rechnerisch ist "21" höher einzuschätzen als ein "Ocean’s 11/12/13…". Unterm Strich ist es wie beim Black Jack: Man könnte sich ein besseres Blatt von Regie-Croupier Luketic wünschen, kann sich aber auch mit dem vor sich liegenden Blatt zufrieden geben und sich bei niedrig gesteckter Gewinnquote einen rentablen Filmabend machen. Dennoch: Einen guten Film zu drehen – das ist eben doch kein Glücksspiel.
  • Asterix bei den Olympischen Spielen
    Komödie, Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 10.09.2008
    Als bekennender Fan der Asterix-Comics fällt es wahrlich schwer den Realverfilmungen etwas abzugewinnen.

    Auch der dritte Streich „Asterix bei den Olympischen Spielen“ macht da keine Ausnahme. Man fragt sich, wo das Herzblut bei dieser filmischen Umsetzung geblieben ist. Jeglicher Charme der Hauptfiguren geht verloren und wichtige Details werden einfach nur lieblos heruntergerattert.

    Sämtliche Gags kommen einfach nicht so gut rüber wie auf dem Papier und wirken auf der Leinwand lediglich überdreht und albern. Die Zeichentrickverfilmungen waren schon schwer zu akzeptieren, aber wenigstens noch recht passabel gemacht.

    Man wünscht sich als Comic-Fan doch auch ein bisschen Niveau, oder? - Es macht bei diesem Film schon keinen Spaß mehr, bestimmte Szenen hervorzuheben oder zu bewerten, weil „Asterix bei den Olympischen Spielen“ einfach nur enttäuscht.

    Was hier aus den „Klassikern“ Asterix und Obelix gemacht wird, ist wirklich schwach. Da nutzen tolle Effekte und imposante Kulissen nur wenig. Tröstend ist nur, dass wenigstens die schauspielerische Besetzung ganz annehmbar ist, denn man bekommt zumindest ein paar bekannte Gesichter zu sehen.

    Gefallen wird wahrscheinlich nur das Publikum finden, das völlig unvoreingenommen und mit geringer Erwartungshaltung an diesen Film herantritt.

    Bleibt nur zu hoffen, dass die Filmemacher künftig davon Abstand nehmen, gute alte Klassiker auf diese Art und Weise zu deformieren.
  • Keinohrhasen
    Komödie, Deutscher Film, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 03.09.2008
    „Ja, Herr Schweiger – das ist Ihr Ding!“

    Endlich hat Til Schweiger wieder ein Niveau gefunden, das seinen Fähigkeiten entspricht. Das soll selbstverständlich nicht negativ gemeint sein, denn mit seinem Projekt „Keinohrhasen“ hat Schweiger einen Volltreffer gelandet.

    Eine deutsche Komödie mit Pep, keckem Humor und gefühlvoller Inszenierung. Anfangs noch etwas überspitzt, gewinnt der Film mit der Zeit an Wert und hält immer mehr Lacher bereit. So, dass der Zuschauer stets bestens unterhalten wird und selbst zum Ende des Films mit einem Schmunzeln die Einleitung des Nachspanns erleben wird.

    Zwar ist die Story ist weitestgehend vorhersehbar, was den Unterhaltungsfaktor jedoch keineswegs trübt – denn das Gesamtkonzept dieses Films geht einfach auf.

    Wunderbar werden verschiedenste Klischees ausgeschöpft und durch die Wahl der Schauspieler nur noch perfektioniert. So kann man getrost behaupten, dass Til Schweiger wohl die optimale Besetzung für den männlichen Part ist. Besonders seine abgeklärte Haltung zum Thema Frauen und One-Night-Stand kauft man ihm ohne weiteres ab. Aber auch sein weiblicher Gegenpart Nora Tschirner erfüllt alle Erwartungen. Es ist einfach nur genial und „niedlich-amüsant“, wenn Anna sich ihren Wutausbrüchen hingibt. Im Großen und Ganzen macht es einfach nur Spaß das Zusammenspiel zu beobachten.

    Fazit: Eine deutsche Liebeskomödie mit Charme und dem Prädikat: Empfehlenswert!
  • P.S. Ich liebe Dich
    Lovestory, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 27.08.2008
    Eine Lovestory, die auch „Mann“ ansehen kann, aber nicht unbedingt muss :-)

    Wer hier Action sucht, wird eine bittere Bauchlandung erleben. – Was jedoch eigentlich jedem klar sein sollte, der dieses Filmgenre wählt!

    Viele werden diesen Film als typischen „Frauenfilm“ bezeichnen. Naja gut, letztendlich ist er das wohl auch, es sei denn, Sie sind ein Frauenversteher oder eben einfach tolerant - denn der Film bietet ein akzeptables Maß an Trauer, das in einem ausgewogenen Verhältnis zur Fröhlichkeit steht.

    Doch auch bei aller versprochener Fröhlichkeit bitte im Hinterkopf behalten: „Taschentücher parat halten!“ – Denn ein Wechselbad der Gefühle holt nicht nur die Protagonistin, sondern auch die Zuschauer immer wieder ein. Dies ist letztlich auch auf die erstklassige Auswahl der Haupt- und Nebendarsteller zurückzuführen.

    Diesen Film allerdings als ein Highlight zu bezeichnen, wäre nicht wahrheitsgemäß. Er wird sich wohl eher einreihen, ohne sich von seinen Genrekollegen sonderlich abzuheben.

    Fazit: Passabel aber nicht überwältigend.