Etwa 100.000 Homosexuelle sind während der NS-Herrschaft in Deutschland inhaftiert und gefoltert worden. Zu Tausenden wurden Schwule und Lesben in deutschen Konzentrationslagern ermordet. Die Autoren und Regisseure Rob Epstein (Oscar-Preisträger für 'The Times of Harvey Milk') und Jeffrey Friedman, die bereits mit preisgekrönten Dokumentarfilmen wie 'The Celluloid Closet' Furore machten, zeichnen mit ihrem Dokumentarfilm 'Paragraph 175' (2000) das Schicksal der Homosexuellen im Dritten Reich nach - einer lange Zeit vergessenen Opfergruppe. Zeitzeugen der Gräueltaten des Nazi-Regimes stellen sich vor der Kamera ihrem Schmerz. Oft bitter, aber auch mit Ironie und Humor erzählen sie ihre Lebensgeschichten, die von Nichtanerkennung, Ausschließung und dem unbedingten Willen zu überleben bestimmt sind. Dieser Film gibt so Einblick in die Lebenswege von schwulen Männern im Dritten Reich - und dies ohne dokumentarische Bilder aus Konzentrationslagern. Es ist die Vorstellungskraft des Zuschauers, die das Grauen noch intensiver macht.
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About 100,000 homosexuals were imprisoned and tortured in Germany during the Nazi regime. Thousands of gays and lesbians were murdered in German concentration camps. Writers and directors Rob Epstein (Oscar winner for 'The Times of Harvey Milk') and Jeffrey Friedman, who have already caused a sensation with award-winning documentaries such as 'The Celluloid Closet', trace the fate of homosexuals in the Third Reich - a long-forgotten group of victims - in their documentary 'Paragraph 175' (2000). Contemporary witnesses of the atrocities of the Nazi regime face their pain in front of the camera. Often bitterly, but also with irony and humour, they tell their life stories, which are determined by non-recognition, exclusion and the unconditional will to survive. This film thus gives an insight into the lives of gay men in the Third Reich - and this without documentary images from concentration camps. It is the viewer's imagination that makes the horror even more intense.