Gerhard Richter gehört seit nahezu fünf Jahrzehnten zu den international bedeutendsten Künstlern. Der Filmemacherin Corinna Belz öffnete der medienscheue Maler sein Atelier, wo er im Sommer 2009 an einer Serie großer abstrakter Bilder arbeitete. Der Kino-Dokumentarfilm 'Painting' (2011) gewährt einmalige Einblicke in die Entstehung dieser Bilder und die Arbeit des Künstlers. "Malen ist eine andere Form des Denkens" hat Richter schon früh gesagt. Dieses filmische Porträt nimmt diese Prämisse ernst. In hoch konzentrierten Einstellungen lässt er uns an einem sehr persönlichen, spannungsgeladenen Schaffensprozess teilhaben. Es ist ein ruhiger, dabei höchst aufgeladener Prozess von Aktion und Reflexion, angetrieben von jahrelanger Erfahrung und geprägt von intensiver physischer Präsenz. Wir sehen, wie Richter malt, wie er seine Bilder betrachtet und beurteilt, wie er mit ihnen kommuniziert, wie er überlegt, abwartet, verwirft, überarbeitet, manchmal auch zerstört und neu beginnt. Der Blick auf die Leinwand erweitert und verändert sich. Die Bilder selbst werden zu Protagonisten. Eine andere Form des Denkens setzt sein. Ein eindringliches Porträt eines Künstlers bei der Arbeit und ein faszinierender Film über das Sehen selbst.
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Gerhard Richter has been one of the most important international artists for almost five decades. The media-shy painter opened his studio to the filmmaker Corinna Belz, where he worked on a series of large abstract paintings in the summer of 2009. The cinema documentary 'Painting' (2011) provides unique insights into the creation of these pictures and the artist's work. "Painting is a different form of thinking," Richter said early on. This cinematic portrait takes this premise seriously. In highly concentrated shots, he lets us participate in a very personal, suspenseful creative process. It is a calm, yet highly charged process of action and reflection, driven by years of experience and characterized by intense physical presence. We see how Richter paints, how he looks at and judges his pictures, how he communicates with them, how he thinks, waits, rejects, revises, sometimes destroys and starts anew. The view of the screen expands and changes. The images themselves become protagonists. Another form of thinking posits be. A haunting portrait of an artist at work and a fascinating film about seeing itself.
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