In ihrem Debüt-Dokumentarfilm 'Was lebst du?' (2005) begleitet Bettina Braun über zwei Jahre lang mit der Kamera eine in Köln lebende Gruppe von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft. Sie zeigt den Alltag der jungen Männer zwischen Schule und Ausbildung, traditionellem Elternhaus und westlichem Lebensstil, klischeehafter Selbstdarstellung und eigenen Träumen. Die vier Freunde Ali, Kais, Ertan und Alban, alle zwischen 16 und 20 Jahre alt, scheinen durch Machogehabe und Sprücheklopferei gängige Vorurteile zu bestätigen. Auf den zweiten Blick jedoch durchbrechen sie diese Klischees. Selbstinszenierung und Posen fallen oder werden selbstironisch auf die Schippe genommen. Zu Tage tritt das konfliktbeladene, aber auch warmherzige und tiefgründige Wesen der Jugendlichen. Ihr Treffpunkt ist das Kölner Jugendzentrum 'Klingelpütz', wo sie bereits in früher Kindheit ein zweites Zuhause gefunden haben. Die vier jungen Männer stammen aus marokkanischen, tunesischen, türkischen und albanischen Familien. Trotz unterschiedlicher Herkunft ist ihr Zusammengehörigkeitsgefühl stärker als alle ihre Differenzen. Loyalität und gegenseitiger Respekt bestimmen den Umgang miteinander, auch wenn der Ton oft rau und direkt ist. Letztlich sind sie alle in einer ähnlichen Situation: auf der Suche nach sich selbst und nach ihrem Weg im Leben. Bettina Braun, Absolventin der Kölner Kunsthochschule für Medien, zeigt in einer Mischung aus großer Nähe und diskreter Distanz die Entwicklung ihrer jungen Protagonisten in einem unbekannten Alltag in Deutschland. Sie begleitet die Jugendlichen auf der Schwelle zwischen dem, was sie als Kinder waren und was sie als Erwachsene sein werden.
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In her debut documentary 'What do you live?' (2005), Bettina Braun accompanies a group of young people from different backgrounds living in Cologne with her camera for over two years. It shows the everyday life of the young men between school and training, traditional home and Western lifestyle, clichéd self-portrayal and their own dreams. The four friends Ali, Kais, Ertan and Alban, all between 16 and 20 years old, seem to confirm common prejudices through macho posturing and slogan-mongering. At second glance, however, they break through these clichés. Self-staging and poses fall or are self-ironically taken for a ride. The conflict-laden, but also warm-hearted and profound nature of the young people comes to light. Their meeting point is the Cologne youth centre 'Klingelpütz', where they found a second home in early childhood. The four young men come from Moroccan, Tunisian, Turkish and Albanian families. Despite their different origins, their sense of togetherness is stronger than all their differences. Loyalty and mutual respect determine the way we treat each other, even if the tone is often rough and direct. Ultimately, they are all in a similar situation: in search of themselves and their path in life. Bettina Braun, a graduate of the Cologne Academy of Media Arts, shows the development of her young protagonists in an unknown everyday life in Germany in a mixture of great closeness and discreet distance. It accompanies the young people on the threshold between what they were as children and what they will be as adults.
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