Der 1984 entstandene Vierteiler erzählt die Geschichte des vielleicht größten Physikers aller Zeiten. Die Schilderung beginnt im Jahre 1882 beim dreijährigen Albert, der von seinen besorgten Eltern zu einer ärztlichen Untersuchung gebracht wird, weil man befürchtet, er sei ein wenig zurückgeblieben. In seiner Schulzeit erweist Albert sich als extrem wissbegierig, aber auch eigenwillig, außergewöhnlich sensibel und sehr empfindlich auf alles Autoritäre reagierend. Nach dem Urteil des Schuldirektors ein Kind ganz ohne Zucht und Ordnung. Ebenso bezeichnend ein weiteres Urteil, das Einstein (dargestellt von Ronald Pickup) einige Jahre später durch einen Professor der Technischen Hochschule Zürich zuteil wird: Ein Forscher werden Sie leider nie werden. Dafür haben Sie zuviel Phantasie...
Die erste Verfilmung der Einsteinschen Biographie ist ein Meisterwerk in vielerlei Hinsicht. Während die Lebensstationen eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts den äußeren Rahmen bilden, erfühlt der aufmerksame Zuschauer nebenbei und wie von selbst viel von der faszinierenden Persönlichkeit und nicht zuletzt dem Menschen Albert Einstein; in dieser Selbstverständlichkeit und Unaufgesetztheit bei Filmbiographien nur sehr selten zu finden. Unter der Regie des französischen Routiniers Lazare Iglésis ('Die Rosen von Dublin') gelingt dem englischen Bühnen- und TV-Schauspieler Ronald Pickup eine unglaublich authentische Darstellung Einsteins, unterstützt von der perfekten Maske des Magiers Christopher Tucker ('Krieg der Sterne', 'Der Elefantenmensch'). Besonderes Augenmerk legt Beatrice Rubinstein, die über ein Jahr lang am Drehbuch arbeitete, auf Präzision bei heiklen Themen wie Einsteins politischer Haltung und seinem Beitrag zum Atombombenbau. Während die Jugendjahre gewollt rasch am Zuschauer vorbeifließen, bleibt für die Schilderung von Einsteins stetigem Kampf für Frieden und Pazifismus wohltuend viel Zeit. Kompliziertere wissenschaftliche Sachverhalte wie die Relativitätstheorien werden angesprochen und auf vereinfachte Weise dem Zuschauer nahegebracht, ohne jedoch den physikalisch Unkundigen zu sehr zu langweilen oder zu überfordern, ein ebenfalls äußerst gelungener Spagat. Auch die Häufung großer Zitate schadet der Verfilmung nicht, sondern unterstützt den Zuschauer beim Verstehen der komplexen Persönlichkeit eines großen Geistes.
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The four-parter, created in 1984, tells the story of perhaps the greatest physicist of all time. The account begins in 1882 with three-year-old Albert, who is brought in for a medical examination by his worried parents because they fear that he is a little retarded. During his school days, Albert proves to be extremely inquisitive, but also headstrong, extraordinarily sensitive and very sensitive to everything authoritarian. According to the headmaster's judgement, a child without any discipline or order. Equally significant is another verdict that Einstein (played by Ronald Pickup) was given a few years later by a professor at the Technical University of Zurich: Unfortunately, you will never become a researcher. You have too much imagination for that...
The first film adaptation of Einstein's biography is a masterpiece in many respects. While the stages in the life of one of the greatest geniuses of the 20th century form the outer framework, the attentive viewer feels a lot of the fascinating personality and not least the person Albert Einstein; in this matter-of-factness and unpretentiousness in film biographies is very rarely found. Under the direction of the French veteran Lazare Iglésis ('The Roses of Dublin'), the English stage and TV actor Ronald Pickup succeeds in creating an incredibly authentic portrayal of Einstein, supported by the perfect mask of the magician Christopher Tucker ('Star Wars', 'The Elephant Man'). Beatrice Rubinstein, who worked on the script for over a year, pays particular attention to precision on sensitive topics such as Einstein's political stance and his contribution to the construction of atomic bombs. While the adolescent years deliberately flow quickly past the viewer, there is a pleasant amount of time for the description of Einstein's constant struggle for peace and pacifism. More complicated scientific issues such as the theories of relativity are addressed and brought closer to the viewer in a simplified way, but without boring or overwhelming the physically unfamiliar person too much, an equally extremely successful balancing act. Even the accumulation of great quotes does not harm the film adaptation, but supports the viewer in understanding the complex personality of a great mind.
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