Was haben französische Mikrobiologen, die Millionen Wanderarbeiter Brasiliens, Vandana Shinas experimentelle Bauernhöfe in Indien und die Landwirte der weltgrößten Bioplantage in der Ukraine gemeinsam? Alle verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: die Verbesserung der Bodenqualität und die Wiederherstellung der Saatenvielfalt – zum Schutz der Umwelt und für gesündere Lebensmittel. Die französische Regisseurin Coline Serreau, ('St. Jacques - Pilgern auf Französisch') zeigt in ihrem neuen Dokumentarfilm Menschen, die dagegen kämpfen, dass unsere Böden durch chemische Dünger und Pestizide vergiftet werden. Und die sich dagegen wehren, dass nur wenige skrupellose Konzerne weltweit das Saatgutangebot kontrollieren und die Bauern erpressen. In 'Good Food, Bad Food - Anleitung für eine bessere Landwirtschaft' begegnen wir faszinierenden Persönlichkeiten, die vielfältige Lösungen für die intelligentere Nutzung unserer begrenzten Ressourcen gefunden haben. Dieser Film möchte unsere herkömmlichen Ansichten erschuüttern, mit anderen Worten: uns wach rütteln. Und dies in einer Zeit, in der sich mehr und mehr der Eindruck durchsetzt, dass es so nicht weitergehen kann. Wachrütteln, das bedeutet hier aber auch, die Mechanismen unserer Sozial- und Wirtschaftsordnung neu zu überdenken und unsere Gewissheiten über das, was wir für normal halten, zu hinterfragen. Es gibt weltweit Millionen von Menschen, die erfolgreich mit Lösungen für das Leben von morgen experimentieren. Der Film möchte ihr Engagement sichtbar machen, so dass jedermann - jetzt und in der Zukunft - seinen Nutzen daraus ziehen kann. Ich habe mich in der Hauptsache mit der Problematik befassen wollen, die mit der Nutzung unserer Böden einhergeht, weil dies die konkrete Basis ist, auf der jede Gesellschaft beruht. Hier sollte man damit beginnen, die Revolution oder die Erneuerung unseres Systems in Angriff zu nehmen. Indem wir uns diesem Thema zuwandten, konnten wir auch die damit verbundenen sozialen Probleme angehen (wie etwa den Hunger in der Welt, die Verteilung des Wohlstands, die Kluft zwischen lokalem und internationalem Handel, die Kontrolle der Nahrungsversorgung usw.) und auf die ökologischen Schwierigkeiten aufmerksam machen (Unfruchtbarmachung von Landwirtschaftsflächen, Verseuchung durch Chemikalien, Wasserhaushalt, Biodiversität, Klimaerwärmung etc.). Vor allem aber konnten wir Lösungen aufzeigen, die eine konkrete Antwort auf diese Probleme darstellen! Mit diesem Film möchte ich den Bauern der Landlosenbewegung in Brasilien zeigen, dass sie mit ihrem Idealismus nicht alleine dastehen: Ihre Lösungen sind dieselben wie sie etwa Pierre Rabhi vorschlägt, der in der Ardèche und in Marokko nicht nur gegen die Verödung der Böden, sondern auch gegen die Verku¨mmerung in den Herzen der Landbevölkerung kämpft; oder wie diejenigen der Kleinbauern in Indien, die den großen Saatgutherstellern Widerstand leisten, um mit Unterstützung von Kokopelli oder Vandana Shiva etwas für den Erhalt der Artenvielfalt zu tun. Auch von Antoniets Semen Swiridonowitsch in der Ukraine oder von Philippe Desbrosses auf seinem Bauernhof Sainte Marthe in der Sologne habe ich fast gleichlautende Reden vernommen und bin bei ihnen auf dieselben Lösungen gestoßen, um die kranken Böden wieder gesunden zu lassen und die Menschheit auf angemessene Weise zu ernähren. Lange wollte man uns weis machen, dass das moderne System der Landwirtschaft imstande sei, das Problem des Hungers in der Welt zu lösen. In Wahrheit ist das aber eine schamlose Lüge: Niemals zuvor hat es so viele hungernde Menschen gegeben, und ihre Zahl steigt mit jedem Tag. Noch gibt es kein Netzwerk oder einen regelmäßigen Informationsaustausch unter den einzelnen Protagonisten dieses Films, der sie in ihrem Engagement bestärken würde und ihnen klar macht, dass sie in ihrem Kampf nicht alleine dastehen. Doch ähnlich wie bei einem Kinderspiel, das sich wie durch eine merkwürdige Gedankenübertragung mit einem Schlag auf sämtlichen Schulhöfen eines Landes gleichzeitig durchzusetzen scheint, so werden sich auch die Lösungsansätze für unsere globale Krise schlagartig ausbreiten. Sie sind sich allesamt ähnlich, weil auch die Krankheit überall die gleiche ist und die Menschheit dringend Heilmittel braucht.
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What do French microbiologists, the millions of migrant workers in Brazil, Vandana Shina's experimental farms in India and the farmers of the world's largest organic plantation in Ukraine have in common? They all share a common goal: to improve soil quality and restore seed diversity – to protect the environment and promote healthier food. In her new documentary, French director Coline Serreau, ('St. Jacques - Pilgrimage in French') shows people who are fighting against our soils being poisoned by chemical fertilizers and pesticides. And who defend themselves against the fact that only a few unscrupulous corporations control the seed supply worldwide and blackmail the farmers. In 'Good Food, Bad Food - Guide to Better Agriculture', we meet fascinating personalities who have found a variety of solutions for the smarter use of our limited resources. This film wants to shake up our conventional views, in other words: shake us awake. And this at a time when the impression is becoming more and more prevalent that things cannot go on like this. But shaking things up here also means rethinking the mechanisms of our social and economic order and questioning our certainties about what we consider normal. There are millions of people around the world who are successfully experimenting with solutions for tomorrow's lives. The film wants to make their commitment visible so that everyone - now and in the future - can benefit from it. I wanted to focus mainly on the problems associated with the use of our soils, because that is the concrete basis on which every society is based. This is where we should start by tackling the revolution or the renewal of our system. By addressing this issue, we were also able to address the social problems associated with it (such as hunger in the world, the distribution of wealth, the gap between local and international trade, the control of food supply, etc.) and draw attention to the ecological difficulties (infertilization of agricultural land, contamination by chemicals, water balance, biodiversity, global warming, etc.). Above all, however, we were able to identify solutions that represent a concrete answer to these problems! With this film, I want to show the peasants of the landless movement in Brazil that they are not alone in their idealism: their solutions are the same as those proposed by Pierre Rabhi, who in the Ardèche and Morocco fights not only against the desertification of the soil, but also against the impoverishment in the hearts of the rural population; or like those of the small farmers in India, who resist the big seed manufacturers in order to do something for the preservation of biodiversity with the support of Kokopelli or Vandana Shiva. I have also heard almost identical speeches from Antoniet's Semen Sviridonovich in the Ukraine or from Philippe Desbrosses on his farm Sainte Marthe in Sologne, and I have come across the same solutions from them for restoring the diseased soils to health and feeding humanity in an adequate way. For a long time, we were told that the modern system of agriculture was capable of solving the problem of hunger in the world. In truth, however, this is a shameless lie: never before have there been so many starving people, and their number is increasing every day. There is still no network or regular exchange of information among the individual protagonists of this film that would encourage them in their commitment and make it clear to them that they are not alone in their struggle. But similar to a child's game that seems to take hold in all the schoolyards of a country at once, as if by a strange transfer of thoughts, the solutions to our global crisis will also spread abruptly. They are all similar because the disease is the same everywhere and humanity urgently needs remedies.
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