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Kritiken von "bebogi" aus

18 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • The Fighter
    Nach einer wahren Geschichte.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 07.10.2011
    Wahre Geschichte, gutes Kino

    Das klappt nicht immer, hier aber schon. Es öffnte sich ein ganzes Kaleidoskop von Charakteren, die sich, ein jeder auf seine Weise, am Fighter aufrichten wollen. Das ist in vielen Fällen fair und angemessen, denn wir Menschen stützen einander, aber oft geschieht es auf Kosten des anderen. So auch hier. Wie diese Menschen, die ihr eigenes Verhalten kaum reflektieren können, trotzdem am Ende zu einer funktionierenden Lösung kommen, das ist sehenswert und beeindruckend. Nicht zuletzt durch das beklemmend gute Schauspiel von Christian Bale. Wie Micky seine Kämpfe besteht, so besteht er auch sein ganzes Leben. Wo andere längst verloren haben und jeder ihn längst verloren gibt, macht er trotzdem weiter. Das ist die Chance für ihn und alle die bei ihm sind.
    Sehenswert.
  • Four Lions
    Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 03.09.2011
    Sehr nah an der Wahrheit.
    Was Attentäter tun ist grotesk, schauderhaft, schräg und auf eigenartige Weise komisch. Sie sind verwirrt, zornig, tun schreckliche Dinge und haben dennoch liebenswerte und sympathische, menschliche und allzu menschliche Seiten. Auch die Verfolger leben in einer wirren Gedankenwelt und machen tragikomische Fehler. Der Film nimmt die tatsächlichen Gegebenheiten auf und übersteigert sie. Das Ergebnis ist sehenswert. Feisal, Waj und die Krähe sind einfach wunderbar. Wie groß die Verwirrung ist, wie sich der Wunsch das Richtige zu tun und die Warnungen des Herzens, solch ein Verbrechen zu begehen gegenseitig in die Quere kommen, wird sehr schön deutlich gemacht. Verstörend ist auch die Schilderung einer heilen Familie, die mit dem Tonfall von Cornflakes-Werbung über die Richtigkeit von Selbstmordattentaten spricht. Das bittere Ende ist nur folgerichtig. Fünf Sterne gibt es dafür, ein schmerzliches Thema so ungewöhnlich und gut angepackt zu haben.
  • Rango
    Tarnung ist alles.
    Komödie, Animation, Western
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 03.09.2011
    Viel Licht, viel Schatten.
    Traumhafte Charaktere, unglaubliche Animationen, wunderbare Gags und geschliffene Dialoge. Ein herrlich abgedrehtes, surreales Setting. Eigentlich volle Punktzahl. Aber keine Geschichte. Es werden wunderbare Geschichten angefangen, die anschließend sofort versickern wie das begehrte Wasser im Wüstensand. Habicht, Krähe, Maulwürfe, Revolvermäusemädchen, die Sekretärin des Bürgermeisters, die Bande Outlaws, vor allem das Auge in der Unterwelt und vieles andere mehr wird nur angefangen. Die eigentliche Story ist überaus dürftig und wird lieblos erzählt. Ein Film, bei dem man sich zweimal die Augen reibt. Weil er so gut ist und weil er so schlecht ist.
  • The Road
    Die Apokalypse ist erst der Anfang.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 23.02.2011
    Eine durchaus anrührende Vater Sohn Geschichte unter dem bleigrauen Himmel einer nahezu gestorbenen, hoffnungslosen Welt. Der Film versucht zu erzählen, wie Menschen mit der Katastrophe und der Aussichtslosigkeit umgehen. Ob sie sich das Leben nehmen, zu Verbrechern oder Kannibalen werden, oder ob sie darum kämpfen, Hoffnung und Menschlichkeit zu bewahren. Es ist die Menschlichkeit, die der Vater den Sohn lehren möchte und doch ist es der Sohn, der diesen Gedanken konsequenter anwendet. Hier hätte der Film sehr viel mehr Potenzial gehabt. Dennoch, ohne diesen dünnen goldenen Faden wäre der Film kaum auszuhalten. Die Erzählung ist sehr episodenhaft, die Übergänge sind nicht selten holprig. Eine souveräne Erzählung sieht anders aus. Aber man kann ihn sich durchaus ansehen.

    Ein Nebeneffekt: so unablässig in eine elende, abgestorbene Welt zu schauen macht dankbar, dass wir hier in dieser Welt leben dürfen.
  • The American
    Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 23.02.2011
    Melancholie in Zeitlupe. Ein langsam, spröde, bisweilen hölzern erzählter Film über einen alternden Auftragsmörder am Ende seiner Laufbahn. Es keimt ein letztes Mal eine blasse Hoffnung auf in der Beziehung zu einer Prostituierten und er wird vom väterlichen Priester des Ortes geradezu freundschaftlich zu einer Bewertung seines Lebens geführt. Es geht letztlich nicht um einen Killer, sondern darum, wie ein Mann mit seiner Vergangenheit abschließen und mit einem Leben voller Schuld fertig werden kann, oder auch nicht. Es hätte auch ein Film aus den 60ern mit Lino Ventura in der Hauptrolle sein können.

    Der Plot ist leider ziemlich dürftig. Der Auftraggeber, eigentlich eine Schlüsselfigur des Films, bleibt viel zu blass. So bleibt ein Film, der bisweilen stimmungsvoll und schön fotografiert ist. Man kann ihn sich ansehen. Vorausgesetzt, man legt keinen Wert auf Action.
  • Inception
    Dein Verstand ist der Ort des Verbrechens.
    Thriller, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 07.02.2011
    Ein Traum von einem Film. Es ist wohl so: wer ein schweres Trauma ins Unterbewusstsein verdrängt, erlebt in seinen Träumen eine beklemmende Achterbahnfahrt. Jede Schizophrenie belegt, dass unser Unterbewusstsein zu Spiegel im Spiegel Geschichten in der Lage ist. Diese Idee treibt der Film fast auf die Spitze. Im Hintergrund läuft die alte philosophische Frage mit: Was ist Realität? Ist nicht alles nur geträumt? Wer sind wir hinter den Spiegeln?
    Dass der Film mit wenigen CGI-Effekten auskommt und dafür bestes Bühnen- und Kamerahandwerk auffährt macht ihn um so sehenswerter.
  • Buffalo Soldiers '44
    Das Wunder von St. Anna
    Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 07.02.2011
    Unter einem Berg von Klischees kommt ein Film zum Vorschein, der so schlecht nicht ist. So puppenhaft und holzschnittartig viele Charaktere geschildert werden, so klischeehaft die Rassendiskriminierung dargestellt wird, die vier versprengten Soldaten und der Junge den sie retten haben immer wieder gute, bisweilen sehr gute Szenen. Die Geschichte hinter der Geschichte erzählt uns von der Sicht der Afroamerikaner auf den Krieg der Weißen, auf Europa, Italien und die Deutschen, Nazis wie Nichtnazis. Das ist mitunter sehr naiv. Aber es ist interessant. Aberglaube, Religiosität und schwarzes Lebensgefühl werden sichtbar. Das ist eine andere Welt als die unsere. Ein Film von Afroamerikanern für Afroamerikaner. Wir sind nur Gäste.
  • Centurion
    Fight or Die
    Abenteuer, 18+ Spielfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 15.10.2010
    Die Handlung ist kaum mehr als ein Alibi dafür, möglichst viele Blutbeutel platzen zu lassen und Gliedmaßen abzuhacken. Von Logik ist nur wenig zu sehen. Die Schilderung der Charaktere bleibt furchtbar flach. Letztlich ist dieser Film Zeitverschwendung.
  • Ein Prophet
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 03.09.2010
    Die allermeisten Filme erzeugen Beklemmung durch Fiktion, spielen mit Elementen, die in der Wirklichkeit kaum eine Rolle spielen. Dieser Film erzeugt Beklemmung, weil der Eindruck entsteht, so könnte es tatsächlich sein. Wer die Welt des organisierten Verbrechens nicht aus eigener Anschauung kennt, kann das natürlich nur schwer beurteilen. Und das Ende des Films erscheint mir unrealistisch hoffnungsvoll, als könne es eine Art guten Verbrechers geben. Aber der Weg, wie aus dem jungen, eher gutmütigen und ungebildeten Burschen unter dem brutalen Druck der Cliquen im Gefängnis ein gerissener und strategisch denkender Gangsterboss wird, das wirkt sehr glaubhaft.

    Der Stil des Films ist fast dokumentarisch. Man folgt dem Hauptdarsteller aus großer Distanz und nimmt ihn dadurch um so deutlicher wahr. Es gibt keine Effekthascherei, keine Schauwerte um der großen Show willen. So werden aus Nüchternheit und Distanz Nähe und Betroffenheit. Das ist Kino.

    Er schildert eine Welt, die es so in etwa tatsächlich gibt. Ein Geflecht kooperierender und konkurriernder Banden und Syndikate, die von Glückspiel, Drogen- und Menschenhandel leben. Eine Welt im Schatten, deren Dienstleistungen aber von den „braven“ Bürgern genutzt werden. Deshalb kann sie existieren.

    Der Film deckt sich mit dem, was der ebefalls hervorragende Film Gomorrah über die italienische Camorra erzählt oder mit der ausgezeichneten Arte-Dokumentation über die russischen „Diebe unter dem Gesetz“, bei der zahlreiche Akteure, bis hin zu Syndikatsbossen, selbst zu Wort kommen.

    Fazit: unbedingt ansehen, schon allein wegen der Horizonterweiterung, aber längst nicht nur deshalb.
  • Gesetz der Rache
    Ein Mann, der alles verloren hat, ist zu allem fähig.
    Thriller, Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 27.08.2010
    Ein dummer Film, der Rachegelüste befriedigt. Er stellt wichtige Fragen und tut so, als könne er sie beantworten, aber das kann er nicht. Die Fragen nach Gut und Böse und wahrer Gerechtigkeit gehen in einer splatterhaften (wenn auch meist im Kopf) Racheorgie unter. Wer wissen möchte, wohin Rache führt, der sollte sich "München" ansehen, aber nicht diesen Film. Hier wird jemand, weil er einen Schicksalsschlag nicht verkraftet, zum bloßen Terroristen.

    Die Plotholes und Peinlichkeiten sind erheblich. Am heftigsten ist, dass der leitende Bezirksstaatsanwalt nicht bei jener filmentscheidenden Rathaussitzung eingeladen ist, bei der es gerade auf seine Expertise ankommt. Das war noch schlimmer als der Typ in Anzug und Bommelmütze, der in einer Unterführung über die wahre Natur des Rächers aufklärt. Brechstangenmäßiger geht's wohl kaum. Schlips lass nach.

    Ansonsten ist der Film durchaus ungewöhnlich und hat ein überraschendes Ende. So bleiben doch noch 2 Sternchen.
  • Das weiße Band
    Eine deutsche Kindergeschichte
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 16.08.2010
    Wie Gewalt entsteht

    Eine Wucht von einem Film. Brachial, gestanzt, durchkomponiert wie ein Theaterstück von Gerhard Hauptmann. Nur, dass die Antworten nicht vorgegeben werden.

    Wir sehen eine verlorene Generation. Die alten Werte funktionieren nicht mehr. Aber die Mechanismen, die diese Werte eigentlich hervorbringen sollten, sind noch aktiv. Das weiße Band ist das Symbol der Reinheit, die geboren wird durch Wohlverhalten. Dieses Wohlverhalten soll erreicht werden durch brutalen Druck. Durch moralischen, psychischen Druck bei den Pfarrerskindern, durch physischen Druck bei denen des eigentlich sehr jovialen Verwalters. Und durch Anpassungsdruck in der innerlich schwer beschädigten Familie des Arztes. Die Familie des armen Tagelöhners fällt dabei ein wenig aus der Reihe, denn sie steht für den erwachenden Kommunismus. Und natürlich die Familie des Barons, dessen gutsherrliches System aber ebenfalls auseinanderfällt. Der Lehrer verkörpert den wohlmeinenden Part, der zu verstehen beginnt, aber scheitert und sich fügt. Am Ende verschließt das alte System mit voller Absicht die Augen vor dem Monster, das da in seiner Mitte, ja an seinem eigenen Tisch, aufgestanden ist und gibt die Zukunft damit vollends preis.

    Jede Figur im Film verkörpert eine ganze Bevölkerungsgruppe in Deutschland am Vorabend des ersten Weltkriegs. Das ist, nach meinem Eindruck, gut gelungen. Wenn Haneke mit seiner Beschreibung recht hat, dann ist der Nationalsozialismus entstanden auch auf der Grundlage einer flächendeckenden Erziehung mit brutaler Gewalt. Die Kinder ihrerseits haben sich auf ihre Weise mit eigener Gewalt Luft verschafft. Das aber hat sie ebenfalls dem Untergang geweiht.
  • Sterben für Anfänger
    Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "bebogi" am 04.06.2010
    Selten so gelacht.
    Es ist eine Kunst, solch ein Gagfeuerwerk zu zünden. Es ist eine Kunst, die Geschichten so vieler Charaktere glaubwürdig zu erzählen. Und es ist eine Kunst, so viele Handlungsfäden zu entwickeln und am Ende sehr sauber abzuschließen. Chapeau! Der Film ist rabenschwarz und zugleich sehr versöhnlich. Und er wird um so komischer, je mehr man in der Lage ist, sich in die Personen einzufühlen. Für mich die beste Komödie seit "Is was, Doc?"