Für eine optimale Funktionalität und optische Darstellung aktivieren Sie bitte JavaScript.

Kritiken von "VideobusterRedaktion" aus

293 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • RocknRolla
    Action, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 23.07.2009
    Die Leute fragen: Was is'n RocknRolla? Und ich sag's Ihnen: Es geht nicht um Drums, Drogen und Ausflüge in die Notaufnahme. Oh nein! Da geht's um viel mehr, mein Freund. Wir stehen alle auf die schönen Dinge im Leben. Der eine auf die Kohle, der andere auf die Drogen, wieder andere auf den Sex, den Glamour oder den Ruhm. Aber 'n RocknRolla, der is' anders. Wieso? Weil der echte RocknRolla das komplette Paket will.

    Ende des Prologs. Auftritt von Archy und Vorstellung von Lenny Cole, ein Boss der alten Schule: 'There's no school like old school, and I'm the fucking headmaster'. Nach fünf Minuten das erste F-Wort. Willkommen in Guy Ritchies neuer Gangster-Komödie! BUBE, SNATCH, REVOLVER & ROCKNROLLA - die bisherige Bilanz von Ritchies Regiekarriere. Der Rest bleibt zu seinen Gunsten unerwähnt. Wenn Sie auf dieser Filmseite mit dem Gedanken spielen, eine eigene Kritik zu verfassen, so ergeht es Ihnen vielleicht wie uns. Man kommt schwerlich drum herum, a) das Privatleben und die Ex des Regisseurs und b) seine Vorläuferfilme außen vor zu lassen. Und es wird kaum gelingen, die Coolness von Ritchies Filmbildern in annähernd lässige Worte zu verpacken.

    Verpacken... das komplette Paket... packen wir's an: Archy und Lenny sind die Trümpfe, die in ROCKNROLLA (Großbritannien 2008) gleich zu Beginn gezückt werden. Mark Strong (aus DER MANN, DER NIEMALS LEBTE) und Tom Wilkinson (u.a. aus MICHAEL CLAYTON) sind zwei charismatische Ausnahmedarsteller, die Guy Ritchie für sein neues Projekt gewinnen konnte. Damit sind zwei Eckpfeiler im Projekt cooler Brit-Gangster-Film gesetzt. Zwei weitere kommen mit der Zigarillo-rauchenden Augenweide Thandie Newton (L.A. CRASH) und Publikumsliebling Gerard Butler (Leonidas in 300) hinzu. Fertig steht der Rohbau. Da wir und Sie bestimmt auch ganz nach dem Geschmack eines 'echten RocknRolla' gerne das komplette Paket sehen möchten, stellt sich noch die nicht unbedeutende Frage nach dem Innenausbau.

    Bei einer 'Erstbesichtigung' des ROCKNROLLA sind wir auf Anhieb angetan von der Fassade. Das in warme Farbtöne getauchte und wohl durchdachte Erscheinungsbild dieses Verleih-Neustarts von WARNER HOME weiß zu gefallen und Guy Ritchie hat ohnehin längst bewiesen, dass ihm in diesem Subgenre kaum jemand etwas vormacht - kaum jemand aus seiner Generation wohlgemerkt. London und seine Stadtteile, Waffen und Drogen, Bosse und Kleinkriminelle sind mal wieder die Rohstoffe, mit denen der Bauherr seinen Film zusammenzimmert. Das Konzept hat sich bewährt.

    Noch immer können wir uns an den Tag erinnern, an dem wir in einem Amsterdamer Kino das erste Mal BUBE, DAME, KÖNIG, GRAS (1998) sahen. Ein echtes Leinwanderlebnis zu seiner Zeit. Zwei Jahre danach folgte bekanntlich SNATCH (2000), der von Filmfans sogar noch positiver angenommen wurde und die Klasse der Darsteller und der Soundtrack-Stücke (auch die Unverständlichkeit der englischen Dialekte) noch überbieten konnte. Geschmackssache - auch der mit einigem Abstand folgende REVOLVER (2005), den wir wegen seiner verschachtelten Struktur und seiner teils übergeschnappten Szenen mit Einschränkung und vier Sternen vorgestellt hatten. Viele Video Buster Mitglieder - Sie eingeschlossen? - zeigten sich im Urteil weit weniger gnädig.

    Hat sich Guy Ritchie die vier Sterne jetzt mit breiter Zustimmung verdient? Geht's im ROCKNROLLA um viel mehr als um Drums, Drogen und Ausflüge in die Notaufnahme? Ja und nein. Um viel mehr nicht, aber man wird das komplette Paket bekommen. Denn anders als in SNATCH werden nicht gleich im ersten Drittel die ganzen guten Rohstoffe verbaut und man sieht sich mit cleveren Schnittfolgen und verrückten Konfrontationen nicht gleich satt. Nun ist SNATCH auch schon einige Jahre her, und auch wenn es dort wie hier um einen austauschbaren Gegenstand geht, hinter dem alle her sind (siehe Hitchcocks Theorie des austauschbaren McGuffins, ein Diamant oder ein Gemälde etwa), so kann sich ROCKNROLLA im Laufe der fast zwei Stunden selbst immer weiter steigern. Stein für Stein werden wir mit Verfolgungsjagden und unterhaltsamen Wendungen schließlich Zeuge eines tollen Richtfestes.

    Nicht steigern wollen wir an dieser Stelle die Nennung von Filmdetails und steigen nun besser aus. Auf unserer Filmseite zu SNATCH werden Sie übrigens eine User-Kritik finden, in der Mitglied 'stuforcedyou' berichtet: 'Würde Guy Ritchie immer einen Euro auf seinem Konto gutgeschrieben bekommen wenn man SNATCH mit PULP FICTION vergleicht, würde der britische Regisseur einer der reichsten Männer dieses Planeten werden.' Da würde ihn ROCKNROLLA sicherlich noch wohlhabender machen, wenn wir mal auf Anspielungen zu einem von Tarantinos Lieblingsregisseuren achten (Sam Peckinpahs 'The Wild Bunch') oder uns die Tanzeinlage zwischen Thandie Newton und Gerard Butler betrachten. Der 'Jack Rabbit Slims Twist Contest' zwischen Uma Thurman und John Travolta lässt grüßen. Da wir mit dem Twist-Vergleich keinen Zwist zwischen Tarantino- und Ritchie-Anhängern beginnen wollen - bei beiden sind wir Zuschauer schließlich strahlende Gewinner - lieber zurück zu einer Wahrheit vom Anfang: 'Wir stehen alle auf die schönen Dinge im Leben.' Und dazu gehört auch ein schöner Filmabend mit dem ROCKNROLLA.
  • Letters from Iwo Jima
    Briefe aus Iwo Jima
    Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 13.07.2009
    Geschichte wird von Siegern geschrieben.

    Im Falle der zweiten Hälfte von Clint Eastwoods Epos über die grausame Schlacht im Pazifik geschieht dies auf bemerkenswert einfühlsame Weise. Während 'Flags of Our Fathers' doch irgendwie sehr bemüht wirkte – vor allem die Erzählstruktur in verschiedenen Zeitebenen und die nicht wirklich überzeugenden Darsteller haben mich persönlich enttäuscht – ist 'Letters' sehr viel gradliniger und mitreißender erzählt. Im Grunde genommen handelt es sich wirklich um einen klassischen Kriegsfilm mit einem großen Unterschied: Die Sieger (Hollywood-Amerika) nimmt sich der Perspektive der Unterlegenen an. Grundlage der Geschichte sind Briefe von Soldaten in die Heimat, die teilweise erst vor wenigen Jahren gefunden wurden. Dadurch stehen vor allem Einzelne Soldaten und deren Empfindungen im Mittelpunkt, allerdings sehr viel direkter als das das bei 'Flags of Our Fathers' der Fall war.

    Nicht selbstverständlich für einen (Anti-)Kriegsfilm mit Anspruch: der Film ist trotz langer 142 Minuten von Anfang bis Ende hochspannend – obwohl der Ausgang ja feststeht. Man kann sich den Film also auch ohne hochtrabend analysierende Intellektuellenbrille anschauen, ohne enttäuscht zu werden.

    Das große Thema – neben der Angst vor dem Sterben – des Films sind die kulturellen Gräben zwischen Amerikanern und Japanern. Erstaunlich oft aber schlägt der Film in kurzen Begebenheiten Brücken über diese Gräben, nur um diese danach um so schrecklicher wieder aufzureißen. Besonders drastisch in einer Szene, in der ein japanischer Offizier vergeblich versucht, seine Untergebenen vom rituellen Selbstmord zur Ehrenrettung abzuhalten. Diese Momente sind es, die den Film zu etwas Besonderem machen.

    Kurz zum Abschluss: die Schauspieler sind wirklich großartig und machen den amerikanischen Kollegen aus Flags eindeutig was vor, wenn es um Glaubwürdigkeit und Dichte geht. Die Optik des Films ist fast schwarz/weiß und erzeugt damit einen quasi historischen Eindruck à la Wochenschau.

    Fazit: Eindeutig der Bessere aus Eastwoods Doppelpack. Viel Spaß beim Film!
  • Der Ja-Sager
    Ein Wort kann alles verändern.
    Komödie, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.07.2009
    Ja! Das ist mal ein gelungener Filmspaß. Wir sagen 'ja' zu Jim Carrey und 'ja' zu seinem neuen Auftritt in DER JA-SAGER (USA 2008). Wenn Sie Carrey nicht leiden können, sowieso keinen Nerv auf amerikanischen Komödien haben, sagen Sie 'nein'. Hätten Sie allerdings das 'Yes'-Seminar besucht, das passive Menschen zu positiv denkenden Ja-Sagern werden lässt, wären Sie bereits zur Erkenntnis gekommen: Wer im Leben 'nein' zu Dingen sagt, verpasst die schönsten Dinge!

    Mit offenen Augen soll man durchs Leben gehen. Mit offenen Augen und Ohren kann man beim JA-SAGER einsteigen. Das interaktive Menü und der anschließende Vorspann füllen das Heimkino mit glücklich-machender Musik, die hauptsächlich von der allseits geschätzten Indie-Combo EELS stammt. Wenn diese Jungs sich vom Filmkonzept überzeugen lassen und noch dazu Shooting-Stars wie Zooey Deschanel (THE HAPPENING) und Bradley Cooper (siehe der US-Kinohit HANGOVER) sowie Starkomiker Jim Carrey ins Boot geholt werden, wer kann oder möchte da schon noch 'nein' sagen? Sie vielleicht?

    Dann verpassen Sie eine teils naive, teils weise, manchmal allzu reale, manchmal märchenhafte Story über das Leben eines Mannes namens Carl Allen. Über das langweilige Leben von Carl Allen, der sich nach einer enttäuschenden Kurzzeit-Ehe gehen lässt, seine Freunde am Handy mit schwachen Ausreden abblockt und an seinem Job in einer Kreditbank nichts Aufregendes mehr finden kann. Seine Highlights: Der allabendliche Gang zur Videothek.

    Spätestens hier muss der Film aufpassen, dass er es sich nicht mit uns Filmfans verscherzt! Bitte keine Looser-Darstellung von einem Typen, der den Abend mit SAW und 300 auf dem Sofa verbringt! Nicht, wenn man gerade selbst auf dem Sofa sitzt. Gerade diese Bezüge aber machen den anfangs erwähnten Filmspaß aus, das hier keine Pseudofiguren auftauchen, sondern nachvollziehbare Charaktere von nebenan. Einige Szenen sollten den Jüngeren vorenthalten werden, obwohl die Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray eine FSK-Freigabe ab 6 Jahren erhielt. Ein Ausschnitt aus SAW, deutliche Anspielungen auf oralen Geschlechtsverkehr und politisch unkorrekte Bemerkungen hier und da könnten einen Filmabend im Kreise der Familie trüben.

    Jein, denn im Film werde alle vermeintlichen Klischees oder rassistischen Tendenzen von selbst entlarvt und unterhaltsam aufs Korn genommen. Die gelungenste Idee ist das Drehbuch an sich. Wenn das wie in diesem Fall stimmt, was kann da noch schief gehen? Die Geschichte basiert mehr oder weniger auf einer wahren Begebenheit, die der Brite Danny Wallace (Jahrgang 1976) im Jahr 2005 im Buch YES MAN veröffentlicht hat. Wallace selbst hat einen kleinen Auftritt im Film, den man vielleicht mit einer vorherigen Google-Bildsuche entdecken kann.

    Vermeiden Sie das Wort 'nein', streichen Sie es aus Ihrem Wortschatz. Möchten Sie sich einen schönen Filmabend mit dem JA-SAGER machen?
  • American Gangster
    Thriller, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 29.06.2009
    Ein Mafia-Streifen mit Feingefühl, zumindest von Seiten des Regisseurs.

    Ridley Scott hat bei der Umsetzung dieses Films wahrlich ein glückliches Händchen gehabt. Eine bessere „Formung“ der Hauptcharaktere kann man sich kaum vorstellen. In zwei parallel verlaufenden Handlungssträngen bringt er dem Zuschauer die Hauptpersonen Franc Lucas und Richie Roberts sehr nah und legt höchsten Wert auf die Darstellung ihrer Lebensumstände. Kurzum er erweckt die „Gestalten“ zum Leben. Das gelingt wahrhaftig nicht jedem Regisseur!

    Sicherlich hat auch nicht jeder Regisseur Denzel Washington und Russel Crow zur Verfügung, aber auch ein Superstar braucht schließlich seine Anweisungen.

    Trotz der parallelen Handlungsstränge wird schnell klar, dass sich Lucas und Roberts irgendwann begegnen werden und nur einer der Beiden siegen wird. Dieser spannende Verlauf wird durch hervorragende „Kulissen“ unterstützt, die die Wertigkeit dieses Films nur noch steigern. Die düstere Seite der 70er wird wahrlich perfekt inszeniert und die einzelnen Szenarien werden den jeweiligen Milieus mehr als gerecht.

    Streckenweise zieht sich der Film leider etwas, was jedoch seinem hohen Niveau kaum etwas anhaben kann.

    Wer sich für Mafia-Filme begeistern kann, der wird mit diesem Film mit Sicherheit einen Volltreffer landen.

    Viel Spaß beim Film!
  • Das Gesetz der Ehre
    Wahrheit. Familie. Stolz. Was bist du bereit zu opfern?
    Krimi, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 24.06.2009
    Ganz ohne Schmiergeld des Verleihs 'Warner' und entgegen den kritischen Vorabstimmen über DAS GESETZ DER EHRE (USA 2008) können wir Ihnen berichten: Ein starker Film, den uns Regisseur Gavin O'Connor nach jahrelanger Verzögerung vorsetzt.

    Kurz zur Einleitung: Das NYPD, das New Yorker Police Department, steht genau wie beim zeitgleich auf DVD und Blu-ray gestarteten KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL (mit Al Pacino und Robert De Niro) im Mittelpunkt des Geschehens. Vier Beamte kommen kurz vor den Weihnachtstagen bei einem Einsatz ums Leben. Es waren loyale Kollegen, gute Freunde der Polizisten-Familie Tierney. Die besteht aus Vater Francis Tierney Senior (Jon Voight), seinem ältesten Sohn Francis Tierney Junior (Noah Emmerich) und dessen Bruder Ray Tierney (Edward Norton). Deren Schwager Jimmy Eagan (Colin Farrell) steht ebenfalls im Dienst der NYPD und sieht sich mit dem grausamen Anblick des 'Copkiller'-Schauplatzes konfrontiert. Schock und Trauer weichen der anschließenden Aufklärungsarbeit, die Sohnemann Ray (Norton) übernehmen soll. Der Schauplatz New York bietet da natürlich viele düstere Ermittlungsorte und Verdächtige, sowohl in den Reihen des organisierten Verbrechens... wie auch in den eigenen.

    Klingt für Sie sicherlich - genau wie für uns vor dem gestrigen Filmabend - auf der einen Seite recht spannend, andererseits vielleicht ein wenig zu vertraut und althergebracht. In der Tradition der unzähligen Polizeikrimis der vergangenen Filmjahrzehnte gibt es schließlich nur eine endliche Zahl an Variationsmöglichkeiten, eine solche Geschichte mehr oder weniger innovativ zu erzählen. Opfer, Täter, guter Cop, böser Cop. Dieses Quartett kann man zwar immer wieder neu mischen, aber das aufgedeckte Blatt kann uns nur noch begrenzt überraschen.

    Wie gut, dass der Filmemacher Gavin O'Connor, der zuvor mit dem Eishockey-Highlight MIRACLE (2004) positiv in Erscheinung trat, hier eine ganze Handvoll schauspielerischer Joker präsentiert. Familienoberhaupt Voight (im wahren Leben Vater von Angelina Jolie) liefert eine fantastische Leistung ab. Nehmen wir nur einmal eine Szene, die sich an einer abendlichen Festtagstafel im Kreise der Familie abspielt: Hier nimmt der Film sich die Zeit, seine Figuren zu entwickeln, die Konstellationen und Konflikte zwischen den Charakteren zu zeigen. Die zugeworfenen Blicke und die Worte des angetrunkenen Vaters sind so realistisch, dass sie die unspektakuläre Grundstory zusammen mit der handwerklichen Umsetzung des Films weit über den durchschnittlichen Filmgenuss heben.

    Den Ermittlungen des jungen Polizisten Ray würde man durch die Darstellung Edward Nortons als Zuschauer nicht zusehen, man erlebt sie förmlich mit - so berichtete ein amerikanischer Kritiker zurecht. Es sei nur merkwürdig, dass Schauspielpartner Colin Farrell in keinem einzigen Ausschnitt des Making-Ofs zu sehen sei. Im Film jedenfalls zeigt auch Farrell eine brillante Präsenz, die ihren Höhepunkt in einer sehr gewalttätig - weil authentisch - wirkenden Appartementszene hat. Jüngeren Zuschauern ist DAS GESETZ DER EHRE übrigens nicht zu empfehlen, aufgrund seiner düsteren, pessimistischen Stimmung und den gelegentlichen rohen Gewaltausbrüchen. Die jetzige FSK-16-Freigabe ist - völlig unbestechlich betrachtet - schon relativ milde ausgefallen.

    Wenn Sie sich diesen Film ausleihen, empfehlen wir Ihnen, das Menü einige Minuten vor sich hin laufen zu lassen. Der Soundtrack von Altmeister Mark Isham, dem Komponisten von über 100 bemerkenswerten Filmsoundtracks, wird Sie in die richtige Stimmung versetzen - bevor Sie in die Bilderwelten des Kameramanns Declan Quinn eintauchen, der wie alle anderen Beteiligten das Beste aus den Vorgaben des Drehbuches herausholt. Bleibt nur noch zu sagen, dass wir uns glücklich schätzen dürfen, PRIDE & GLORY (so der Originaltitel) doch noch zu Gesicht bekommen: Nach den Ereignissen des 11. September wurde er 2001 auf ungewisse Zeit verschoben, um nicht an den heldenhaften New Yorker Polizeieinsätzen zu rütteln. Auch die anschließenden Rangeleien der Produktionsfirmen konnten schließlich von 'New Line Cinema' zu einem guten Abschluss gebracht werden. Ende gut, alles gut. Nach einem atmosphärisch-packenden Filmabend können wir Ihnen DAS GESETZ DER EHRE mit gutem Gewissen empfehlen. Ehrenwort.
  • Die Hochzeits-Crasher
    Life's a party. Crash it.
    Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 24.06.2009
    Der Film zum neuesten Trend-Hobby: Partyschmarotzer! Das Konzept klingt zunächst klasse: Man sucht sich aus einer Zeitung die aktuellen Termine von großen Hochzeitsgesellschaften, wirft sich erst in Schale, dann ans Buffet und zuletzt an den Hals der Brautjungfer. Wer wäre besser für einen solchen Job geeignet, als die Hollywood-Chaoten Owen Wilson und Vince Vaughn, die mit ihrem „Dumm und dümmer“-Charme jeden Brautstrauß zum Verblühen bringen? Im urkomischen ersten Drittel präsentieren sie zunächst völlig unamerikanisch ihre Abneigung gegen pompöse Vermählungsriten. Und reagieren mit frontaler Anmache auf die Überdosis an Small Talk und Marathon-Tanzen. Dumm nur, dass sie ausgerechnet an die geraten, die nur das eine im Sinn haben: Selbst heiraten. Als das den beiden klar wird, mutieren die schwarzen Schafen leider zu weißen Lämmer– und aus einer frechen Komödie wird ein moralisch integres Dating-Lehrstück. Die Strafe für das Lotterleben folgt nämlich erbarmungslos: chaotischer Fesselsex, eine Schusswunde auf der Jagd und sogar Avancen von anderen Kerlen. Da würde ich vermutlich ebenfalls brav werden und mir ein neues Hobby suchen: Brautkleid für die Liebste aussuchen und schon mal für den Baby-Wickel-Kurs anmelden. Und was haben wir gelernt? Für Hochzeits-Crasher gibt es in Hollywood lebenslänglich.

    Für Freunde von: 'Dumm und dümmer', 'Starsky & Hutch' oder 'Verrückt nach Mary'.
  • Das Beste kommt zum Schluss
    Drama, Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 22.06.2009
    Ein Film, der zum Nachdenken anregt? Vielleicht.

    'Das Beste kommt zu Schluss' befasst sich auf ironisch angehauchte aber dennoch ernsthafte Weise mit dem Thema 'Tod' und der Frage 'Wie begegnet man am besten dem Tod?'

    Milliardär Edward Cole und Mechaniker Carter Chambers entscheiden sich, ihre letzen Tage gemeinsam zu verbringen und all jene Dinge zu erleben bzw. zu erledigen, die sie schon immer einmal machen wollten. Durch Edwards Reichtum sind den Beiden hierbei so gut wie keine Grenzen gesetzt.

    Man kann sich wirklich glücklich schätzen, wenn man zu gegebener Zeit einmal die Wege und Möglichkeiten hat, seine letzten Tage auf diese Art und Weise zu verbringen. Vorausgesetzt, man hat auch die gehörige Portion Mut, sich für diesen Weg zu entscheiden.

    So traurig die eigentliche Thematik auch sein mag, so wird durch ein bisschen Humor zur richtigen Zeit die Stimmung immer mal wieder gehoben. Die unterschiedliche Herkunft und der Familienstand der beiden Protagonisten spielen hierbei eine große Rolle.

    Aber auch die Gespräche zwischen Edward und seinem Assistenten Tom bringen eine gehörige Prise Ironie mit ins Spiel. So darf trotz aller Ernsthaftigkeit auch mal gelacht werden.

    Mit der Besetzung der beiden Hauptrollen trifft Regisseur Rob Reiner voll ins Schwarze. Jack Nicholson und Morgan Freeman - zwei Topstars, die sich ihres Alters nicht schämen und sich des Themas würdig erweisen.

    Fazit: Eine gelungene Tragikkomödie mit Topbesetzung, die jedoch auch die Bereithaltung des einen oder anderen Taschentuchs erfordert.
    Viel Spaß beim Film!
  • Kurzer Prozess
    Thriller, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 17.06.2009
    Kurzer Prozess - Kriminalgeschichte mit Längen. In einer Umfrage haben wir eine repräsentative Gruppe von Video Buster Mitglieder vor einiger Zeit gefragt, nach welchen Kriterien sie sich für einen Film entscheiden. 25 Prozent antworteten, die Darsteller seinen ausschlaggebend. 10 Prozent gaben an, der Name des Regisseurs wäre relevant. Vielleicht sollten wir mit den folgenden Zeilen weniger auf die Handlung des Cop-Thrillers KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL (USA 2008) eingehen, sondern lieber den Berufsstand der Filmemacher ein wenig unterstützen, um deren Wahlergebnisse bei der nächsten Umfrage zu verbessern.

    Kurzen Prozess können wir beim Einstieg in die Story des Krimis machen: Tom Cowan, genannt 'Turk', und sein Partner David Fisk, Spitzname 'Rooster', arbeiten seit Jahrzehnten bei der NYPD. Zwei erfahrene, eingespielte New Yorker Cops, die sich mit einer Reihe von skrupellosen Morden auseinandersetzen müssen. Die Indizien sprechen dafür, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun haben. Spürsinn ist gefragt, kriminalistische Fragen wie das 'Wer war es?' und das 'Wer wird der/die Nächste sein?' werden aufgeworfen - und beim nächsten Opfer wieder verworfen. Es entwickelt sich ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Grenzen zwischen 'Gut' und 'Böse' immer mehr verschwimmen...

    Robert De Niro. Al Pacino. Zwei Namen, die bei jedem Pressekommentar zu diesem Film zu allererst fallen. Da macht das Bonusmaterial zur DVD/Blu-ray keinen Unterschied: Lobhymnen über die zwei Filmikonen, die einer Heiligsprechung gleichkommen. Heilige sind die beiden aber keineswegs, sind weder im richtigen Leben von Fehltritten verschont, noch mit ihren Spielfilmen. Nicht alles, was die zwei 'Klassiker' mit ihrer Präsenz veredelt haben, wurde automatisch ein Klassiker. Sicher ist inzwischen jeder Film, in dem einer der beiden mitspielt, ein Ereignis. Auch passen die beiden wunderbar zusammen, wuchsen zur gleichen Zeit - Pacino ab 1940 und De Niro ab 1943 - im Herzen New Yorks auf.

    Aber jetzt kommt ein Indiz ins Spiel, das den Fall 'Kurzer Prozess' erklären kann: der Regisseur. Denn immer wenn die zwei Schauspielgrößen ihre größten Auftritte hatten, setzte sie ein genialer Filmemacher in Szene. Beim ersten Treffen der zwei in DER PATE 2: Francis Ford Coppola (1974). De Niro in TAXI DRIVER (1976) und WIE EIN WILDER STIER (1980), GOODFELLAS (1990) oder KAP DER ANGST (1991) wie auch CASINO (1995): Martin Scorsese. In DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN (1978): Michael Cimino, in ES WAR EINMAL IN AMERIKA (1984): Sergio Leone. Das ist das 'Who is who' der Regiemeister! Es war Brian De Palma, der erst Pacino in SCARFACE (1983) und dann De Niro in THE UNTOUCHABLES (1997) glänzen ließ. Al Pacino in SERPICO (1973) und HUNDSTAGE (1975)? Sidney Lumet. In CRUISING (1980): William 'Der Exorzist' Friedkin.

    Man muß kein Spezialermittler, kein Profiler sein, um das Muster zu erkennen, das sich durch ihre Filmkarrieren zieht. Klar, was wäre 'Travis Bickle' ohne De Niro ("You talkin' to me") und 'Tony Montana' ("Say hello to my little friend") ohne Pacino? Keine Leistung sollte geschmälert werden, weder vor noch hinter der Kamera. Doch müssen sie gemeinsam funktionieren. Nicht nur die zwei gemeinsam davor. Letztere können einen mittelmäßigen Kriminalfall vor allzu vielen Klischees retten - aber Jon Avnet kann sie nicht vor seinem Filmergebnis retten. Avnet stammt ebenfalls aus Brooklyn, war und ist ein fähiger Produzent und hat als Regisseur mit GRÜNE TOMATEN (1991) ein bleibendes Werk erschaffen. Allerdings hat er Robert Redford und Michelle Pfeiffer mit AUS NÄCHSTER NÄHE (1996) oder Richard Gere mit RED CORNER (1997) wahrlich keine Glanzpunkte ihrer Karrieren verschafft. Mit Pacino filmte er 88 MINUTES im Oktober 2005 und im September/Oktober 2005 RIGHTEOUS KILL. Zwei Thriller, die man sich anschauen kann, aber bei denen man nicht allzu hohe Erwartungen schüren darf.

    Wir hiermit auch nicht. Trotzdem sollten wir bei diesem Krimispiel nicht pauschal über 'gut' und 'schlecht' entscheiden, das würde auch den Herren im Filmgeschehen nicht weiterhelfen. Es gibt wie meist mehrere Blickwinkel: Ein Video Buster Mitglied schreibt auf dieser Seite bereits (Zitat): "Für mich war es ein hartes Stück Arbeit diesen Film bis zum Ende anzusehen." Einige unserer Mitarbeiter waren dagegen sehr angetan und fanden die Geschichte im Gegenteil richtig spannend und hätten der Auflösung entgegen gefiebert. Damit die Redaktion aber weiterhin ihren höchsten Anspruch, authentisch zu sein, beibehalten kann, sei Ihnen gesagt, dass zwei Legenden noch keine Leidenschaft bei uns ausgelöst hat.
  • Transporter 3
    Action, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 10.06.2009
    Tolles Transporter Triple: Jason Statham legt einen Gang zu und startet in seine dritte Film-Mission durch. Mit gereinigtem Anzug, poliertem Audi und frischem Gegenspieler schickt Frankreichs Erfolgsproduzent und Autor Luc Besson den Fahrer Frank Martin erneut auf die Straße: TRANSPORTER 3 (Frankreich 2008). Ein Action-Feuerwerk, das nicht nur etwas für Jungs und Herren, sondern auch für Mädels und Damen ist - sprich: geeignet für beiderlei Geschlecht und jedes Alter (ab 16 Jahren). So hörten wir es vorab von vielen Fans. Wir machten den Selbsttest in der Redaktion und stellen Ihnen nun zwei unterschiedliche Reaktionen vor!

    Phil sagt, dass alle drei Teile der Filmreihe wirklich kurzweilige Unterhaltung liefern: "Jetzt, wo wir die Möglichkeit haben, Statham gleich dreifach als Kurierfahrer zu erleben, habe ich den TRANSPORTER hintereinander angeschaut. Drei Abende mit drei Filmen. Jedes Mal war es eigentlich schon etwas zu spät für eine Spielfilmlänge. Doch dafür ist es nie zu spät! LE TRANSPORTEUR legt in seiner ersten Fahrt (2002, 88 Minuten) ein rasantes Tempo vor. Da gab es zwar nicht viel Innovatives zu bestaunen - ein einsamer Held in ausweglosen Situationen zwischen 'Guten' und 'Bösen' - aber das Ergebnis machte richtig Spaß.
    Der Nachfolger (2005, 84 Minuten) brachte wieder nicht sonderlich erfinderische Komponenten ins Spiel, wie den zu beschützenden kleinen Jungen, ein todbringendes Nervengas und ein ominöses Gegengift. Aber die wahnsinnige Lola (Kate Nauta) und der skrupellose Chellini (Alessandro Gassman) waren ebenbürtige Gegner und es war ein Vergnügen, auf Seiten des Transporters mitzufiebern. Hier funktioniert die Mischung aus schnellen Schnitten, cooler Heldenfigur und einem flotten Soundtrack noch richtig gut.
    Bei der dritten Mission (2008, 100 Minuten) gab es in meinem Bekanntenkreis kurzzeitig Verwirrung zwischen den zeitgleichen TRANSFORMERS und dem TRANSPORTER. Nun heißt auch noch der TRANSPORTER 3 Regisseur Olivier Megaton, nicht zu verwechseln mit dem 'Decepticons'-Anführer 'Megatron' (siehe TRANSFORMERS 1+2). Der jetzige Bösewicht Johnson wird dargestellt von Robert Knepper und das ist erwartungsgemäß ein riesiger Bonus. Knepper löste ja schon als 'T-Bag' in PRISON BREAK wahre Begeisterungsstürme aus. Wachgehalten hat mich auch der dritte Teil in der dritten Nacht, keine Frage. Schon die Menümusik wirkt wir eine großer Pott Kaffee. Großartig. Außerdem entsteht ein angenehmes 80er/90er-Jahre Gefühl beim Anschauen, das man früher bei ALARMSTUFE:ROT und ähnlichen Genrebeiträgen erlebt hat.
    Kurzum: Alle TRANSPORTER-Filme nehmen sich nicht allzu ernst und sind recht einfach gestrickt, aber auch einfach unterhaltsam. Bleibt nur die Frage, ob sich Statham mit DEATH RACE 2008 und CRANK 2006/2009 nicht selbst überholt hat und den TRANSPORTER auf dem Seitenstreifen stehen lässt. Der TRANSPORTER 3 jedenfalls wirkt, als wollte er unbedingt noch einen Gang zulegen. Filmszenen beschleunigt abzuspielen statt effektive Schnitte einzusetzen, hektisch-schnelle Kampfchoreografien, den Helden seine Regeln brechen lassen und sich auf eine nicht gerade plausible Liaison einzulassen - das macht es nicht besser. Das passt zu Frank Martins Frage an einen Gegner: 'Ah, du bist der Schlaue?' und dieser antwortet: 'Nein, ich bin der Brecher.' ('You're the smart one?' - 'No, I'm the big one.') Trotzdem mit das Idealste, was Sie sich zu vorgerückter Stunde gegen aufkommende Müdigkeit anschauen können."

    Julia sagt, dass sie alle Filme, die sie mit Jason Statham gesehen hat, echt klasse fand. "Den ersten Film mit Statham, den ich gesehen habe, war CRANK (2006) und obwohl ich überhaupt nicht der Typ für solche Filme bin, war ich total begeistert wie schön bescheuert dieser Film ist. Aber jetzt muss ich mich auf jeden Fall noch über den 'Transporter' auslassen! Den ersten TRANSPORTER (2002) habe ich durch Zufall mal im Fernsehen gesehen und war gleich so begeistert von dem Film, dass ich mir am nächsten Tag sofort den zweiten Teil bei uns ausgeliehen habe. Ich fand, dass er um einiges besser war als der erste.
    Ich habe mich riesig gefreut, als der TRANSPORTER 3 ins Kino kam und bestellte mir und meinem Freund gleich Kinokarten. Als dann aber mein Arbeitskollege, der einen Tag vor mir im Kino war, sagte: 'Ja... hmm... kann man sich angucken.' dachte ich mir: So ein Mist, das wird bestimmt ganz schlecht, wie das bei dritten Teilen halt immer so ist. Aber ich muss sagen, ich fand den Teil echt super. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass eine kleine Liebesgeschichte mit eingebaut ist und Jason Statham einen sowas von heißen kämpferischen Strip hinlegt, dass einem ganz anders wird. Die Stunts, die er ja immer selber macht, weil er Stuntman ist, sehen immer super und total echt aus. Die Spannung bei allen drei TRANSPORTER Teilen macht einen immer ganz kribbelig, in der Hoffnung dass doch noch alles gut wird.
    Erst gestern habe ich wieder ein Film mit Jason Statham gesehen und zwar DEATH RACE (2008). Der war echt sowas von spannend, dass ich die Zeit vergaß und mich erschrak, als ich auf die Uhr schaute. Am Anfang von DEATH RACE dachte ich nämlich noch: Na, den kannst du dir bestimmt nicht bis zum Ende angucken - und zack! - auf einmal hörte die Spannung einfach nicht mehr auf. Die Leuchtschilder im Rennen, die einem die Waffen am Auto freigeben, erinnern ein bisschen an die MARIO KART Felder. Als der Film vorbei war, musste ich aber erst mal eine Folge KING OF QUEENS (1998-2007) gucken, um wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen und beruhigt ins Bettchen zu gehen, weil es ja doch ganz schön blutig, brutal und teilweise gruselig war. Ich freue mich schon darauf, mir den nächsten Film mit meinem neuen Lieblingsschauspieler Jason Staham anzuschauen. Bis dahin wünsche ich Euch viel Spaß bei Video Buster. Liebe Grüße, Julia aus der Video Buster Redaktion."
  • Street Kings
    Ein Cop. Eine Stadt. Keine Regeln.
    18+ Spielfilm, Krimi, Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 10.06.2009
    Keanu Reeves heftet sich als unangepasster Cop an die Fersen von Kriminellen, wird selbst zur Zielscheibe der Investigationen und weckt zunächst schöne Erinnerungen an seine Darstellung in "Point Break - Gefährliche Brandung" (1991). Die Vorspann-Logos der Verleihfirmen "Fox Searchlight" und "Regency" leiten den Film ein und steigern die Vorfreude, schließlich sorgten die doch in der Vergangenheit häufig für unterhaltsames Filmvergnügen mit Tiefgang. Die Betonung sollte in dem vorliegenden Fall auf "Vergangenheit" liegen. Genau das bietet das hippe Polizisten-Drama "Street Kings" (2008) von Regisseur David Ayes: Vergangenheit. Die präsentierten Bilder, die Charaktere, Verstrickungen und Story-Wendungen stammen nämlich genau von dort. Noch einen Filmbeitrag über den korrupten Polizeiapparat, das hätte es ohnehin nicht gebraucht. Dazu wandeln die "Street Kings", die Könige der Straße, genau auf diesen ausgetretenen Filmpfaden entlang, wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen.

    Zwei haben hier besonders enttäuscht: Zunächst Forest Whitaker, ein Vorzeigeschauspieler, der nie durch Publicity sondern immer durch seine darstellerischen Fähigkeiten begeisterte. Unvergesslich in Jim Jarmuschs "Ghost Dog - Der Weg des Samurai" (1999), auch kürzlich noch in "Der Letzte König von Schottland" (2006) verdient preisgekrönt, dazu in "8 Blickwinkel" (2007) sehr wandlungsfähig als amerikanischer Tourist genauso überzeugend. Auf der anderen Seite wäre da David Ayer, der Kopf hinter der "Street Kings" Produktion. Sein Name tauchte lange Zeit in keiner Filmvorschau auf, immer war die Rede "von den Machern von Training Day". Diesen 'Cop vs. Gangster' Film von 2001 hatte Ayer nicht inszeniert, sondern geschrieben und machte sich damit natürlich auch einen Namen, als Hauptdarsteller Ethan Hawke bei den Oscars nominiert wurde und Kollege Denzel Washington gar die Trophäe als "Best Actor in a Leading Role" mit nach Hause nahm. Im gleichen Jahr wurde ein weiteres Drehbuch von David Ayer verwirklicht und auf die Kinoleinwände gebracht. Immer wieder tauchen Bilder aus diesem Film auf, wenn die polierten Luxusschlitten in "Street Kings" über den Asphalt rollen: "The Fast and the Furious" (2001). Spätestens hier sollte man vielleicht einschränkend sagen: Wer an den Zelluloid-gewordenen Autorennen seinen Spaß gehabt hat, der könnte auch am neuesten Heimkino-Auftritt von Keanu Reeves seine Freude haben. Ist "Furious" ein solides Actionwerk über den Adrenalinrausch, der hier und da tatsächlich zur Hormonausschüttung auch beim Zuschauer führen mag, so sieht man "Street Kings" doch allzu sehr die Bemühungen an, möglichst viel filmisches Tuning und Aufmotzen zu verwenden. Jedes Bild ist eingetaucht in gelbe Töne, in grüne Töne, jedes Klischee wird bedient und wurde doch im wahrsten Sinne des Wortes unzählige Male zuvor gezeigt. Deutsche Synchronfassungen bietet manchmal ein gewisses Maß an unfreiwilliger Komik. Wenn allerdings bereits im englischen Original von "Street Kings" Plattitüden, peinliche Einzeiler, gekünzelt wirkende Flüche transportiert werden, fühlt man sich doch selbst bei völliger Unvoreingenommenheit in einen Film der Machart von "Hot Fuzz" (2007 mit Simon Pegg) versetzt, der das Action-Genre nicht zelebriert, sondern parodiert.

    Ein Wort zur Gewaltdarstellung: Freude kam beim Anblick der FSK-Einstufung "keine Jugendfreigabe" auf, denn erhofft wurde ein kompromissloser Blick auf die Gangszene von Los Angeles. Auslöser für die überraschend hohe Einstufung der freiwilligen Selbstkontrolle werden sicherlich mehrere dargebotene Folterszenen sein (Maschendraht oder Telefonbuch werden zweckentfremdet). Außerdem folgen auf brutale Sequenzen immer Einstellungen der Opfer oder der Schusswunden, so als wolle man damit auf eine besondere Realitätsnähe des Gezeigten hinweisen. Eine Kopfschusswunde hier, ein blutiges Bein dort, vergrabene Leichen - das wirkt rein gar nicht düster und schockierend, sondern eher aufgesetzt und plakativ. Dabei wurde das ganze Brimborium um Korruption, Polizei und Politik doch schon vor zwanzig Jahren spannender erzählt z.B. in "No Way Out - Es gibt kein Zurück" (1987) mit Kevin Costner und Gene Hackman. Auch dort geht es um eine Verschwörung innerhalb eines bestechlichen Verwaltungsapparats und um einen tragischen Helden, der ganz nach einem klassischen Hitchcock-Motiv im Wettlauf gegen die Zeit seine Unschuld auf eigene Faust beweisen muss. "Internal Affairs" (1990) dreht sich - wie der Titel schon sagt - ebenfalls um die Angelegenheiten der Dienstaufsichtsbehörde und weiß mehr zu fesseln. "Cop Land" (1997) bringt alles besser auf den Punkt. Die Filmliste der wirklich guten "good-cop/bad-cop" Werke könnte sicher lange fortgesetzt werden. Oder greifen Sie gleich zu aktuellen amerikanischen TV-Produktionen, hier gewinnt im direkten Vergleich zu den "Street Kings" vor allem die Serie "The Shield" an Genialität. So wird's gemacht! Forest Whitaker können Sie auch dort in 13 Episoden erleben, allerdings in einem spannenderen Umfeld. Eine weitere Parallele: In "Street Kings" taucht der mäßig agierende Chris Evans an der Seite von Keanu Reeves auf. Evans spielte die Figur Johnny Storm in "Fantastic Four" (2004). In dieser Comicadaption wurde Ben Grimm ("Das Ding") von Darsteller Michael Chiklis verkörpert, dem Detective Vic Mackey aus "The Shield" (2002 bis heute). So schließt sich der Kreis und die Kritik. Übrigens: Eine subjektive Vorauswahl liegt der "Video Buster Kritik der Woche" natürlich zu Grunde. Es sollte schließlich zuvor die Frage gestellt werden, welche Filme es wert sein könnten, für Sie in diesem Format präsentiert zu werden. Daher kann es vorkommen, dass die Kritiken meist einen eher positiven Ausgang haben. Hier aber sind wir im Gegensatz zu allen Beteiligten der "Street Kings" völlig unbestechlich und können nur mit großen Vorbehalten eine Empfehlung aussprechen. Eine gute Nachricht zum Schluss gibt es dann doch noch zu berichten: Im DVD-Bonusmaterial, auf der Kommentar-Tonspur der nicht verwendeten Szenen, spricht David Ayes von einer ursprünglichen Fassung, die statt der vorliegenden 104 Minuten gar eine zweieinhalbstündige Filmfassung zeigen sollte.
  • Der seltsame Fall des Benjamin Button
    Lovestory, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 04.06.2009
    Lang ist der seltsame Fall des Benjamin Button. Langweilig? Lang nachwirkend? Nicht allzu lang wollen wir Ihnen hier von unseren gestern erlebten Filmeindrücken berichten - und ganz zeitnah, denn man wird ja nicht jünger.

    Es war einmal... eine Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald (*1896) mit dem Titel 'The Curious Case of Benjamin Button'. Im Jahre 1921 trug es sich zu, dass diese das Licht der Welt erblickte. Eine Novelle über das Altern, über die wahre Liebe, kurz gesagt über die größten Themen eines jeden Autors: das Leben, die Liebe und den Tod. Einzig die Reihenfolge des sonst üblichen Durchlaufens eines Menschenlebens hatte Fitzgerald seinerzeit wirkungsvoll abgeändert: Benjamin wird als Greis geboren und wird über die Jahre zusehends jünger.

    Eine erneute Änderung erfuhr die märchenhafte Handlung, nachdem der Filmmogul Ray Stark (*1915) im Januar 2004 verstarb und die Rechte an der Vorlage durch sein Erbe freigab. Der natürliche Tod war also buchstäblich der Anfang, als sich Filmemacher David Fincher (*1962) dieser Hinterlassenschaft annahm und sich dank der Unterstützung zweier vermögender Produktionsfirmen - Warner Brothers und Paramount Pictures - einen kleinen Traum mithilfe eines großen 150 Millionen Dollar Budgets erfüllen konnte.

    Die in seinen Augen perfekten Darstellerriege konnte Fincher für sein Projekt gewinnen, angeführt von den Hauptakteuren Brad Pitt (*1963) und Cate Blanchett (*1969). Der ursprüngliche Schauplatz Neuengland wurde nach New Orleans verlegt, der 'Hurricane Katrina' tost in den Fernsehnachrichten der Handlungsgegenwart. Stürmische Zeiten erlebt Caroline alias Julia Ormond (*1965), die ihrer sterbenden Mutter Daisy am Krankenhausbett aus den stürmischen Tagebuch-Aufzeichnungen des Benjamin Button vorliest.

    Was nun dabei herumgekommen ist, das ist in der Tat lang geraten: Auf knapp 160 Minuten Spielfilmlänge können Sie sich einstellen. Das allein fordert Ihnen natürlich ein Stück der eigenen Lebenszeit ab. Die Geschichte allerdings, die Sie in diesem vergleichsweise mikroskopisch geringen Abschnitt geboten bekommen, ist abwechslungsreich, intensiv, rührend, lehrreich und insgesamt so reichhaltig, wie es ein Werk in Spielfilmlänge sein kann. Wenn man die Lust verspürt, sich mit einer DVD oder Blu-ray einen schönen 'Filmabend' zu machen, kann man das mit BENJAMIN BUTTON (USA 2008) mit Sicherheit tun: einen ganzen Abend unterhält der Film und er wirkt nach.

    Es wäre an dieser Stelle einfach zu schade, einzelne einprägsame Einsichten und Weisheiten des Films vorweg zu nehmen, falls Sie Benjamin noch nicht selbst erlebt haben. Schön ist die zunächst etwas naiv anmutende Biographie, weil sie an irgendeinem Punkt unsere eigene kreuzt und bestimmt in jedem von uns persönliche Erinnerungen freilegt, unsere Existenzen erhöht, vielleicht auch Wünsche nach einem Platz im Leben, nach einer Familie, nach der einen Liebe des Lebens anspricht. So sehr die Hoffnung vergebens ist, dass man sich als ungleiches Paar im wirklichen Leben eimal während des Alters 'trifft', so bleibt der viel angenehmere Segen, dass man (hoffentlich möglichst lang) geimeinsam alt werden kann...

    Ein leicht spöttischer Vergleich zu FORREST GUMP (1994) kam kürzlich auf. Ein Kollege aus dem Video Buster Team sagte zwischen Tür und Angel, es sei ein typischer "einmal sehen reicht" Film. Eigentlich ein weiteres Argument, ihn sich hier auszuleihen, statt ihn aufzuschieben oder ihn sich womöglich zu kaufen. Sollten Sie nach dem Entleihen dennoch etwas Zeit erübrigen können, schauen Sie ihn sich vielleicht doch sofort ein zweites Mal an: mit dem Audiokommentar des Regisseurs. David Fincher kann nämlich nicht nur fesselnde Geschichten mit Filmbildern erzählen. Ein einzelner Ausschnitt zum Beispiel, in dem der 'alte' Benjamin am Rande einer Essenstafel auftaucht, hätte 20.000 Dollar an Nachbearbeitungsaufwand verschlungen. Noch komplexer hätte sich die Umsetzung von Benjamins Schaumbad in der Badewanne gestaltet. Auch erfährt man, warum die Struktur mit den auf alt getrimmten Eingangssequenzen gegen den Willen der Produzenten dennoch durchgesetzt wurden. Und es gibt Anekdoten wie die Begegnung mit dem Darsteller, der einen Priester spielte. Ein halbes Jahr später traf dieser Lance E. Nichols (*1955) durch Zufall an einem anderen Drehort die Mitarbeiter der BENJAMIN BUTTON Crew. Er hätte seitdem schon wieder in fünf weiteren Filmen gespielt!

    Doch die langwierige Arbeit am 'seltsamen Fall des Benjamin Button' hat sich für alle Beteiligten (und für uns Zuschauer) bezahlt gemacht. Lang hat's gedauert, lang wird's im Gedächtnis bleiben. Drum sollten Sie nicht zu lang mit dem Ausleihen zögern, das Leben bleibt ja nicht stehen. Oder wie es im Film heißt: Das Leben steckt voller Gelegenheiten, und das betrifft auch die verpassten. Gratulation an David Fincher.
  • Zeiten des Aufruhrs
    Drama, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 03.06.2009
    Kennen Sie die Eheleute Wheeler? Nein, nicht persönlich? Aber Sie kennen sicher ein Paar, das ihnen ähnlich ist. Und wenn Sie sich auf das Drama ZEITEN DES AUFRUHRS (USA/GB 2008) einlassen, werden Sie die Wheelers schon noch kennen lernen - mehr als ihnen vielleicht genehm ist.

    Einen ersten Aufruhr gegen diesen Spielfilm konnte die Video Buster Filmseite, auf der Sie sich gerade befinden, bereits direkt nach dem Verleihstart verzeichnen. Das Mitglied 'FoxFrost' kritisiert in seiner Reaktion den zu hohen Anspruch und die zu lang geratene Laufzeit von 114 Minuten. Zitat: "Und die Story haben sowieso fast 90% der Weltbevölkerung schon selbst erlebt." Dieser Besprechungstext wurde von anderen schnell als 'nicht hilfreich' gewertet, dabei betont er trotz der geringen 1-Stern-Bewertung völlig korrekt das Unbehagen einerseits, mit dem man als Zuschauer konfrontiert wird. Beim Zusehen fühlt man sich streckenweise tatsächlich beinahe "gequält", denn was sich da zwischen den Wheelers - zwischen Kate Winslet und Leonardo DiCaprio - abspielt, scheint in der Tat außergewöhnlich nah an der Wirklichkeit und wirkt andererseits sehr pathetisch. Haben das wirklich schon so viele von uns leibhaftig erlebt? Wir wollen es nicht hoffen!

    Die Schriftzüge des amerikanischen 'Dreamworks' Studio von Steven Spielberg sowie des britischen 'BBC Films' eröffnen den Film und wir sehen die nächtliche Silhouette einer Stadt, dann eine nähere Aufnahme eines Wohnblocks. Das beginnt ja wie in Hitchcocks PSYCHO (1960), als bis in das Zimmer eines Gebäudes gefilmt wird, in dem Mario Crane (Janet Leigh) während der Mittagspause einer Liaison nachgegangen ist! In ZEITEN DES AUFRUHRS wird eine solche Liebschaft erst später kommen, in Form eines Seitensprungs, ebenfalls während der Mittagspause. Gleich in der Eröffnungsszene werfen sich April/Winslet und Frank/DiCaprio durch einen belebten Raum hindurch einen vielsagenden Blick zu. Blicke sagen mehr als Worte, heißt es, und bei den Beiden wäre es besser dabei geblieben. Der Sprung mitten ins Eheleben folgt in der nächsten Szene und nun werfen sie sich Worte zu. Am Rande einer befahrenen Ausfallstraße landen wir in einem Wortgefecht, das sich zwischen Mann und Frau kaum heftiger abspielen kann.

    Falls Sie sich mit diesem vorliegenden Filmtitel auseinander setzen möchten, können Sie sich im Anschluss daran auch die aufschlussreiche mitgelieferte Kurzdokumentation anschauen. Dort wird berichtet, dass die meist erschütternden, aber immer großartigen Dialoge aus dem bereits 1961 veröffentlichten Roman REVOLUTIONARY ROAD des US-Schriftstellers Richard Yates stammen. So lautet denn auch der Originaltitel des Films und zeigt deutlicher voraus, wohin die Geschichte führt. Die 'Revolutionary Road' wird zum Wohnort des jungen Paares Wheeler, der sich mehr und mehr als Sackgasse für deren Existenzen entpuppt.

    Winslet und DiCaprio liefern meisterhafte Darstellungen ab, die den Vergleich zum klassischen Zwist zwischen Elizabeth Taylor und Richard Burton in WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? (USA 1966) nicht zu scheuen brauchen. Nicht umsonst wurde ZEITEN DES AUFRUHRS bei den 'Golden Globes' so zahlreich bedacht: eine Nominierung für den Film in der Kategorie 'Drama', eine für den Regisseur Sam Mendes, eine für DiCaprio und dazu die Auszeichnung für Kate Winslet. Letztere wollte die Romanvorlage unbedingt verfilmt sehen und so überredete sie zuerst Ihren Gatten Mendes (AMERICAN BEAUTY 1999) zur Regie und anschließend ihren seit den Drehtagen von TITANIC (1997) allerliebsten Weggefährten Leonardo zur männlichen Hauptrolle.

    Der für die Drehbuchadaption verantwortliche Justin Haythe erzählt im Making-Of vom Neid seiner Freunde aus der schreibenden Zunft, von denen viele REVOLUTIONARY ROAD für eines der besten Bücher aller Zeiten hielten. In einem Fernsehinterview schmunzelt Sam Mendes über die Situation während der Dreharbeiten, in der er seine 'echte' Ehefrau mit ihrem besten Freund bei einer Sexszene in der Küche filmte. Er hätte einfach die Kamera aufgestellt und hätte das Schauspiel von einem anderen Raum aus auf dem Monitor betrachtet. Hitchcock wäre sicherlich anwesend geblieben, fügte er lachend hinzu. Einem Zeitungsredakteur verriet Mendes seine Leidenschaft für 'Tim und Struppi' und 'Asterix', die eine Verschmelzung von Kunst und Literatur, von High und Low darstellten. Das wiederum sei doch genau das, "was das amerikanische Mainstream-Kino gern sehen möchte" (in 'Die Zeit', 7.5.09). Ob das auch auf seinen ZEITEN DES AUFRUHRS zutrifft? Und ob sein Werk das ist, was jeder auch hierzulande auf DVD und Blu-ray sehen möchte? Das kann man vor oder nach dem Anschauen nur für sich selbst entscheiden...

    Um auch einmal von eigenen Lebensansichten zu berichten, sollen am Ende zwei Menschen zu Wort kommen, die - subjektiv betrachtet - sehr lehrreiche Zitate zum Thema des Films beitragen. Der eine ist der eigene Vater, der schon vor langer Zeit gesagt hatte: "Es gibt im Leben eines Mannes drei Frauen: Seine Mutter, seine Frau und eine, die ihn für einen Mann hält." Könnte das die Antwort auf den Vorwurf sein, den Frau Wheeler ihrem Ehemann macht, er wäre nur dann ein Mann gewesen, als er ihre Kinder zeugte? Der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt jedenfalls schrieb: "Eine Geschichte ist dann zu ENDE gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat." Das trifft auf ZEITEN DES AUFRUHS nicht zu 90% sondern zu 100% zu und im Rahmen seiner unangenehmen Handlung hat er doch damit und mit seiner überzeugenden filmischen Umsetzung eine Bestnote verdient. Außerdem soll Dürrenmatt gesagt haben: "Je planmäßiger Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall." Wie recht er doch hat.