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Kritiken von "TylerDurden79" aus

126 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Keinohrhasen
    Komödie, Deutscher Film, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 12.02.2009
    Sehr gute deutsche Komödie.
    6 Millionen Menschen könnnen nicht irren, stimmt!
    Eine richtig gute Story gespickt mit etlichen gelungen Gags. Dazu eine Nora Tschirmer die einfach gut aufgelegt ist, und total in dieser Rolle aufgeht. Til Schweiger beweist hier ein gutes Gespür für Charaktere und die Grenze zum Schmalzfilm.
    Den da bewegt sich "Keinohrhasen" fast erwartungsgemäß ein wenig hin, aber die Art und Weise zeigt, das es ein Film das Zwerchfell und nicht fürs Herz ist.

    Sehr überzeugt hat mich auch Rick Kavanian, dem die Rolle des überdrehten Chefredakteurs einfach auf den Leib geschrieben wurde. Auch wenn diese, wie die meisten Klischeehaft ist, wird das dargebotene real, oder gerade deswegen.
    So spiegelt Keinohrhasen ein wenig die verschiedenen Gesellschaftsschichten wieder, und wie sich Menschen verändern, wenn sich diese vermischen.
  • Crank
    Langsam sterben war gestern!
    Action, 18+ Spielfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Geschichten von vergifteten Helden die eine bestimmte Zeit haben ihr Gegenmittel zu finden sind ja nichts Neues. Diese Version mit „Transporter“ Jason Statham mischt noch ein bisschen „Speed“ unter, heraus kommt Non-Stop-Action gegen die andere Actionfilme wie ein Bobbycar gegen einen Ferrari wirken.

    Vor allem zu Beginn legt der Film ein Wahnsinnstempo hin, das durch die etwas gewöhnungsbedürftige Kameraführung gefühlsmäßig noch verstärkt wird. Ohne die Transporterfilme zu kopieren zeigt der gute Mr. Statham auch hier das er Autofahren kann.

    Als der Film einen Gang runterschaltet erhöht sich der humoristische Anteil, der sich auf die typische Art beschränkt, wie Actionfilme üblicherweise mit Pointen gespickt werden.

    Handwerklich ist der Film wirklich etwas besonderes, auch wenn die vielen Kameraschwenks und Überblendungen Geschmackssache sind. Besonders die Szenenwechsel von einem Standort zum nächsten wurden innovatgiv umgesetzt.
    Die Story ist erwartungsgemäß simpel, schafft es aber dafür zu sorgen, das man den Eindruck hat, die Action treibt die Story voran, nicht die Action ist halt da weil die Produzenten Geld übrig hatten.
    Die permanenten Adrealinstöße die der Held benötigt um am Leben zu bleiben besorgt er sich auf sehr unterschiedliche, konsequente, teilweise lustige und auch brutale Art und Weise.
    Die Gewalt mag an einigen Stellen übertrieben sein, aber insgesamt ist der Film ein typischer Actionfilm, der auch nur für Fans dieses Genres geeignet ist.
  • V wie Vendetta
    Freiheit! Für immer!
    Action, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Eine Comicverfilmung der etwas anderen Art. In einem totalitären Staat sorgt ein maskierter Terrorist für Unordnung und veranstaltet gleichzeitig einen persönlichen Rachefeldzug.
    Terroristen sind Helden ist vielleicht eine etwas dramatische Formulierung der Aussage dieses Films, aber sie spiegelt die Entwicklung wieder die der hier dargestellte Überwachungsstaat durchmacht. Neben dieser Entwicklung wird ein kleines Kriminalstück dargestellt, aber die Jagd nach einem Serienmörder ist eher Nebensache, den dieser ist V, und dieser kämpft nicht nur gegen die Leute die ihm seine Existenz nahmen, sondern auch gegen das System. Ich würde gerne etwas über die tolle Machart des Films erzählen, aber mir fehlen die Worte, er ist einfach was besonderes!
  • Der ewige Gärtner
    Drama, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Ein Diplomat sucht den Mörder seiner Frau, und gerät dabei in ein Komplott der Pharmakonzerne. Sehr gut gespielt und ungewöhnlich inszeniert ist der Film ganz großes Kino. Nichts für Actionfans, aber für Leute die sich mit einer mitreisenden Geschichte, die von ihren Hauptdarstellern Ralph Finnes du Rachel Weisz grandios erzählt wird, anfreunden können.
  • Das Streben nach Glück
    Nach einer wahren Geschichte.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Die gute alte Zeit, der Präsident der USA hieß nicht Bush, an der Börse ging’s bergauf, und Scheidungsanwälte beeinflussten noch nicht die Vermögensverteilung zwischen Männer und Frauen.
    Hier spielt die Geschichte eines Mannes der auszog das Glück zu suchen. Ein Privileg das anscheinend den Bürgern der USA vorenthalten ist, immerhin ist dort das Streben nach Glück verfassungsrechtlich verankert.
    Im Prinzip ist „Das Streben nach Glück“ eine abgewandelte Variante der „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Geschichte, mit einer emotionalen Aufwertung da xxx seinen Sohn durch Busse, Bahnhofstoiletten, Geschäftsterminen usw. mitschleppt.

    Will Smith spielt in seiner, nach ALI zweiten Charakter-Rolle, einen Vertreter der er nicht mehr schafft seine Familie zu ernähern. Als in ihm der Traum reift Börsenmakler zu werden, verlässt in seine Frau, und lässt ihn mit Sohn und ohne Einkommen alleine. In der Folgezeit beobachtet man Vater und Sohn wie sie sich durchs Leben schlagen, wie sich ihr Leben an die Armut anpasst. Dabei packt der Vater den Sohn auch mal ein wenig streng an, was diesen teilweise den Tränen nahe bringt, was wiederum den Zuschauer zu Mitleid bewegen soll. Aber das ist gar nicht nötig. Die Geschichte selbst entlockt dem Zuschauer das nötige Mitgefühl, die Schauspieler müssen dazu gar nicht viel beitragen. Will Smith trägt eher dazu bei das man einen Großteil des Films die Dramatik der Situation gar nicht wahrnimmt, weil sein Optimismus und Tatendrang einfach dem Zuschauer vermitteln: Alles wird gut!
    Obwohl vorhersehbar ist, das alles gut wird, ist der Film keineswegs langweilig, man könnte ihn höchstens als langwierig bezeichnen, da durch sein ruhiges Erzähltempo die gefühlte Länge deutlich über den tatsächlich vergangenen 117 Minuten liegt.

    Will Smith schafft es nicht zu glänzen, aber er spielt solide und äußerst realistisch den treusorgenden Vater, und engagierten Angestellten. Er gibt dem Film darüber hinaus seine ganz eigene Note indem er mit teilweise witzigen Dialogen oder skurillen Ideen eine feine Prise Humor in die traurige Geschichte streut. Hinzu kommen ein paar unterhaltsame Charaktere die die Abteilung Witzig vervollständigen.

    Erfreulicherweise haben sich nur wenige USA-Verherrlichende Platitüten in das Drehbuch verirrt, die ganze Geschichte könnte überall in der westlichen Welt genauso ablaufen.
    Fazit: Lang aber nicht langweilig, gut, aber nicht sehr gut. Ein solider Film über den amerikanischen Traum mit einer großen Prise Tragik und Dramatik und einer Winzigkeit gut gestreutem Humor.
  • Blood Diamond
    Dieser Stein nimmt dir alles.
    Abenteuer, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Der Film wirkte sich nachhaltig auf mein Nervenkostüm aus. Seit „der Untergang“ hatte mich kein Film mehr so mitgenommen, so innerlich zerrissen.
    Worum geht es? Afrika, Sierra Leone, 1999. Es ist Bürgerkrieg. Rebellen kämpfen gegen Regierung. Beide schlachten sich ohne Rücksicht auf Verluste hemmungslos ab, und auch vor zivilen Opfern schreckt man nicht zurück.
    Waffen bekommen beide Seiten vom ehemaligen Soldaten Archer (Leonardo DiCaprio). Dafür schmuggelt er Diamanten nach Europa. Als er dabei geschnappt wird, erfährt er das ein Einheimischer, der im Auftrag der Rebellen Diamanten gesucht hat, einen riesigen Diamanten versteckt haben soll. Nun machen sich die beiden auf die Suche nach dem Diamanten und dessen Familie, die von den Rebellen verschleppt wurde.
    Was wie ein typischer Abenteuerfilm klingt, ist vielmehr ein Drama über die Macht des Geldes, der Korruption und der geringen Wertschätzung eines Lebens. Die Skrupellosigkeit, Beiläufigkeit, und Selbstverständlichkeit mit der eine Gruppe die sich Befreier einer Nation nennt, die Menschen die sie befreien will umbringt, ist einfach nur als schockierend zu bezeichnen. Als Kinder zu Killermaschinen abgerichtet werden, stockt einem der Atem, und man denkt bei all dem Drama das man zu sehen bekommt, an einen fast beiläufig eingeschobenen Satz: diA. das ist Afrika.
    Dieser Ausspruch soll wohl unterstreichen, das das was man hier erlebt der normale Alltag auf dem afrikanischen Kontinent ist, eine Vorstellung, die dem Standard-Mitteleuropäer, der seit Jahren in Frieden leben kann, übel aufstößt.
    Ein wenig stark beansprucht der Film im Laufe der Zeit das Mitleidsgefühl des Zuschauers, wenn Archer und Solomon(Djimon Hounsou) dessen Familie wieder finden. Als sich die Schatzsuche dem Ende nähert weiß man irgendwann gar nicht mehr wer eigentlich auf wessen Seite steht.

    Leonardo DiCaprio wurde für diese Rolle für den Oscar nominiert. Zu Recht wie ich finde, ich habe ihn noch nie so gut erlebt. Vom souveränen, coolen Schmuggler, den er realitätsgetreu rüberbringt, wandelt er sich zum emotionalen Märtyrer, und irgendwie schafft er die Wandlung glaubhaft darzustellen. Mit seiner Leistung in diesem Film und bei „Departed“ hat er nun wirklich den Sprung zu ernst zu nehmenden Schauspieler geschafft.
  • Das Dschungelbuch
    Kids, Animation, Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Eine Frage vorweg: Welches ist der in deutschen Kinos meistgesehene Film?
    Viele Leser werden wohl spontan Titanic sagen, aber das stimmt nicht ganz. Denn die Liste der erfolgreichsten Kinofilme in Deutschland führt einer der Pioniere des Tricksfilms an. Inklusive 4! Wiederaufführungen sahen die 1968 uraufgeführte Romanverfilmung in Deutschland bzw. der BRD über 25 Mio. Menschen.

    Das Geheimnis dieses immensen Erfolgs, allein 1993 zog der Film nochmals über 4 Mio. Zuschauer in die Kinosäle inkl. mir, ist wohl die Tatsache das Das Dschungelbuch noch nie im deutschen Fernsehen zu sehen war und wohl auf absehbare Zeit dort nicht zu sehen sein wird. Ebenso wartete man vergeblich auf eine Video-Veröffentlichung, udn bis Ende 2007 auch auf eine breites DVD-Release. Dank diesem kam mittlerweile zum zweiten Mal nach knapp 14 Jahren in den Genuss des nach allgemeiner Meinung besten Trickfilms aller Zeiten.

    Wenn ich alte Filme schaue, merke ich häufig wie sehr sich in den letzten Jahrzehnten die Art des Filme machen’s verändert hat. Gerade die modernen Animationsfilme der Häuser Dreamworks und Pixar versuchen hinsichtlich Charaktere und Story mit realen Filmen zu konkurrieren. Diese Filme sind temporeiche Effektspektakel oder punkten bei ihrem Publikum mit dreister Verbalkomik. Wer wie ich, viele dieser Animationsfilme gesehen hat, vermisst dies evtl. in den ersten Minuten vom Dschungelbuch. Zwar legt er auch einen rasanten Zeitsprung hin, im Vergleich zum Buch vergehen Mowglis erste Jahre wie im Flug, aber dies übernehmen keine gehetzten Actionszenen sondern die ruhige Stimme Bagheera’s.

    Anschließend trifft das Menschenkind auf seiner Reise in die Menschensiedlung auf allerhand kurioser Dschungelbewohner. Die Eigenheiten dieser Charaktere sorgen für zahlreiche witzige Momente die auch große Kinder zum Schmunzeln bringen. Trotz der witzigen Momente bietet die Geschichte durch die Gefahr, die in Person des Tigers Shere Khan lauert, auch etwas Spannung und einen ernsthaften Touch. Das besondere am Dschungelbuch ist aber die Musik. Während in modernen Trickfilmen Lieder eingebaut werden um Melankolie zu verbreiten oder für eine gewisse Zeit vom Thema ablenken sollen, sind die Lieder hier allesamt nahtlos in die Geschichte eingebaut und extrem unterhaltsam. Baloos „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ ist ja schon beinahe ein legendärer Ohrwurm.

    Das Dschungelbuch ist Spaß pur könnte man meinen, wäre da nicht die eigentlich traurige Mission, das Mowgli nämlich seine Heimat, den Dschungel, verlasen soll, was er aber nicht will. Hier werden zwischen Bär, Panter und Mensch gesellschaftliche Konflikte ausgetragen die gleichzeitig ernst und witzig sind. Natürlich soll der Film unterhalten, was er auch großartig tut, aber er ist weit davon entfernt eine Brachialkomödie ohne Sinn und Verstand zu sein. Nein, dieser Film hat einfach alles, Witz, Spannung, eine ordentliche Story, zahlreiche interessante Charaktere und großartige Bilder. Zwar sieht man ihm sein Alter an, aber alle gezeichneten Charaktere sehen toll aus, und verpassen dem Film durch die Art der Darstellung einen besonderen Touch.

    Das Dschungelbuch ist wahrlich ein Highlight des Trickfilms. Kann sich ohne Probleme mit jüngeren Vertretern des Genres, wie dem König der Löwen , messen. Den Vergleich mit modernen Filmen sollte man sich sparen, denn heutzutage legen Filmemacher wie Zuschauer doch auf andere Dinge wert als Ende der 60er. Aber Effekte oder Action braucht der Film nicht. Er hat einen Charme der auch nach 40 Jahren noch wirkt und in zu einem kurzweiligen aber großartigen Vergnügen macht.
    Auf seine ganz eigene Art ist das Dschungelbuch zu Recht 40 Jahren nach seiner Entstehung ein Kultfilm, und hat einen Charme an den kein Animationsfilm auch nur annährend heranreichen kann.
  • Match Point
    Passion. Temptation. Obsession.
    Thriller, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    vor einiger Zeit habe ich begonnen die ungesehnen DVD’s meiner Sammlung abzuarbeiten. Gleich als erstes traf ich eine Perle des modernen Kinos. Grund dafür ist die neue Perle unter den Schauspielerinnen, Scarlett Johansson. In seiner Kritik über Lost in Translation stellte Thomas Matterne die Frage ob die schöne Amerikanerin das Phädophile im Mann anspricht. Im Falle von Match Point, beantworte ich diese Frage mit einem klaren Nein, denn hier zeigt die damals 20-Jährige dass sie auch in erwachsenen Jahren eine mehr als ansehnliche Figur macht. Sie spielt Nola, die Verlobte von Tom (Matthew Goode), einem jungen Mann aus der Londoner Upper-Class, in dessen Tennisclub der ehemalige Profi Chris (Jonathan Rhys-Meyers) als Trainer beginnt.

    Chris beginnt eine Beziehung mit Tom’s Schwester Chloe (Emily Mortimer), ohne sich von der Faszination Nolas lösen zu können. Als diese nach der Trennung von Tom verschwunden ist heiraten Chris und Chloe. Doch es kommt wie es kommen muss, Nola kehrt nach London zurück, und Chris, der ganz verrückt nach Nola ist, beginnt mit ihr eine Affäre. Als Nola schwanger wird, will Chris sein komfortables Leben, an das er sich gewöhnt hat, nicht aufgeben, und klärt die Situation auf mörderische Weise.

    Ich war bisher kein Fan von Woody Allen und kenne auch wenige seiner Filme, aber ich werde mir in Zukunft wohl regelmäßiger seine aktuellen Filme anschauen, zumindest wenn er die weibliche Hauptrolle weiterhin so besetzt wie in diesem Fall. So eine faszinierende Ausstrahlung habe ich selten zuvor erlebt. Ihre Sinnlichkeit und ihr Sexappeal verschmelzen durch bissige Dialoge zu einem faszinierenden Charakter. Aber genug von Scarlet „Schmacht“ Johansson geschwärmt, Match Point ist auch ohne sie ein ordentlicher Film, naja, zumindest ein klein wenig. Jedenfalls steigt die Spannung im Lauf der Geschichte deutlich an, und macht die letzten 20 Minuten zu einem packenden Thriller. Zu Beginn fühlte sich der Film eher an wie eine Liebeskomödie, die ein wenig die Londoner High-Society aufs Korn nimmt.
    Woody Allen beweißt hier das er ein wahrer Meister seines Fachs ist, und macht aus einer netten romantischen Geschichte einen knallharten Kriminalfilm. Die Wandlung geht keinesfalls abrupt von statten, die Story präsentiert sich wie aus einem Guss.
    Die übrigen Schauspielerleistungen sind, wie soll ich sagen, irrelevant, wenn sich eine Frau so knallhart in den Vordergrund spielt wie Scarlett Johansson in diesem Fall.

    Was braucht man(n) mehr für einen tollen Film als eine gute, spannende Geschichte und eine Hauptdarstellerin zum Dahinschmelzen? Richtig, Nicht viel. Aber nicht das jetzt der Eindruck entsteht Match Point wäre ein Männerfilm, er ist natürlich auch sehr frauentauglich, ein Film der einfach für alle was zu bieten hat. Für Frauen gibt’s Babys und für Männer Scarlett! Red! Sorry, falscher Film, falsche Scarlet. Genug nun von Scarlett, auch wenn ich nach diesem Auftritt kaum genug von ihr bekommen kann..
  • Adams Äpfel
    Eine Komödie über Gutmenschen und Unverbesserliche.
    Komödie, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Die größte Überraschung in 2007 für mich. Als der Film im Kino lief strafte ich ihm mit Desinteresse da ich ihn für einen ernsten Film mit Anspruch ohne Unterhaltungswert hielt. Zwar bedient sich Adams Äpfel eines gewissen Anspruches, aber er gehört auch zu den wenigen Filmen, bei denen dies der Unterhaltung keinen Abbruch tut. Die Geschichte um einen Neonazi in einer christlichen Besserungsanstalt ist spannend und wirft mit überraschenden Storywendungen um sich.
    Besonders eindrucksvoll sind die Charaktere. Der von Bond-Bösewicht Mads Mikelsen dargestellte Leiter der Anstalt ist ein todkranker, naiver Phantast. Hinzu kommen ein Alkoholiker und ein arabischer Tankstellenräuber. Aber es ist nicht nur die Interaktion zwischen den Charakteren die dieses filmische Kleinod zu etwas besonderem macht. Es sind auch die zahlreichen einfachen, aber effektiven Mittel um eine gewisse Botschaft voranzutreiben. Hierbei bedient sich Regisseur Anders Thomas Jensen auch zahlreicher humoristischer Elemente und schafft eine unfassbare Mischung aus witzigem, unterhaltsamen und tief schürfendem Filmgenuss.
  • Zodiac
    Die Spur des Killers - Hinter jedem Code steckt ein Geheimnis...
    Thriller, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Natürlich sind die meisten Leute die sich hier her verirren zu jung um sich an den in den Siebziger Jahren in San Franzisko wütenden Serienmörder Zodiak zu erinnern. Aber auch ohne den geschichtlichen Bezug ist der Film sehenswert.
    Die Jagd nach dem mysteriösen Killer ist spannend und mitreisend, wenn er sich auch größtenteils den klassischen Mitteln von Thrillern bedient.Jack Gyllenhall (Brokeback Mountain) darf als Journalist den Serienmörder jagen bis er diesem verfällt und sich in zahlreiche Sackgassen verrennt. In dieser Phase offenbaren sich Schwächen im Drehbuch das es einfach nicht schafft die Spannung hoch zu halten während der Zodiak-Mörder eine kurze Pause einlegt.
    Es ist die erste Stunde des Films die ihn von der breiten Masse abhebt. Hier zeigt sich die Klasse von Fincher, der durch seltsame Rätsel, bedrückende Bilder und interessante Charaktere eine mitreisende Stimmung erzeugt, wie man von seinen Meisterwerken Sieben und Fight Club gewohnt ist.
  • There Will Be Blood
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Daniel Day-Lewis liefert hier eine fulminante Ein-Mann-Show ab. Die Intensität mit der er die Rolle des „Ölmannes“ spielt ist erschreckend und oscarreif. Dazu gibt es tolle Landschaftsaufnahmen und eine Story, die durchaus genretypisch ist. Trotz der klischeehaften Storywendungen ist die Geschichte interessant und hält den Zuschauer bei der Stange. Paul Anderson lässt sich ausreichend Zeit für ein Psychogramm mit fast epischen Ausmaßen und einem passenden Gegenspieler. Dieser wird großartig von Paul Franklin Dano verkörpert und steht symbolisch für den Kampf zwischen Kommerz und Kirche, wobei Kommerz hier durch Fortschritt vertreten ist. Denn Öl bedeutet Reichtum, für eine Region und für den „Ölmann“ Daniel Planwey, der sich aber nicht zu schade ist, selbst Hand anzulegen. Obwohl dies in den ersten 15 Minuten verdeutlicht werden soll, macht er sehr früh den Eindruck eines Geschäftsmannes, der seine Leute hat, die er für sich arbeiten lässt. Positiv vermerkt man für ihn lediglich noch die Beziehung zu seinem Sohn, die durch einen Unfall aber auf eine harte Probe gestellt wird.
    Ich kann den Film uneingeschränkt empfehlen, allerdings benötigt man Sitzfleisch, den die 2 ½ Stunden ziehen sich doch ein wenig.
  • An American Crime
    Die Geschichte eines wahren Verbrechens
    Drama, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "TylerDurden79" am 04.02.2009
    Da meine neue Lieblingsschauspielerin, Ellen Page, zu der Sorte Schauspielerinnen gehört, die lieber in anspruchsvollen Independent-Filmen mitspielt als sich in Blockbustern verheizen zu lassen, mal abgesehen von X-Men 3, muss man auch mal in die Videothek gehen, wenn man sie sehen will. Denn dieser Psychothriller hat es leider nicht in die deutschen Kinos geschafft.

    An American Crime erzählt die Geschichte einer Frau die aus Geldsorgen die Töchter eines Schaustellerpärchens bei sich aufnimmt. Mit der älteren Tochter Sylvia (Ellen Page) hat sie Probleme für die diese von der strengen, allein erziehenden siebenfachen Mutter hart bestraft wird.
    Strenge Mutter, viele Töchter, anfangs erinnert An American Crime an The Virgin Suicide. Nur geht es in hier weitaus brutaler und schockierender zu. Besonders das Ende raubte mir die Fassung, Das war zwar auch beim Drama von Sophia Coppola ein Schockmoment, aber dort wusste man ja wie es ausgeht.
    An American Crime liefert in diesem Vergleich die interessanteren Charaktere. Vor allem die Mutter Getrude (Catherine Keener) ist ein sehr zwiespältiger Mensch. Sylvia hingegen ist nichts weiter als ein nahezu normales Mädchen, das beinahe schuldlos in große Schwierigkeiten gerät da sie immer zum Sündenbock wird. Eigentlich ist es nur eine Aussage die sie im falschen Moment tätigt für dies brutal leiden muss.

    Die Geschichte die auf einer wahren Begebenheit beruht ist sehr mitreisend und spannend erzählt. Spannungslöcher gibt es keine, ein irritierender oder schockierender Moment jagt den nächsten. Dies liegt vor allem an der sich steigenden Gewaltspirale. Dieser Film ist wirklich nichts für schwache Nerven. Aber die Gewalt wird hier nicht zelebriert um den Zuschauer als Gewalt verherrlichend zu brandmarken wie beispielsweise bei Funny Games. Nein, sie ist da weil sie hier dazugehört. Sie definiert ja diesen Film, und wird dementsprechend ungeschönt gezeigt. Und das geht unter die Haut. Vor allem bei zwei so großartigen „Gegenspielerinnen“.
    Da wäre auf der einen Seite Ellen Page, die hier im Vergleich zu ihren Glanzleistung aus Hard Candy und Juno etwas abbaut, aber trotzdem sehenswert ist. Das sie so wenig Text hatte ist ja kaum ihre Schuld. Auf der anderen Seite Catherine Keener (Being John Malkovich), die den Jungstar wirklich an die Wand spielt, intensiv, mitfühlend. Natürlich ist sie die Böse, die der Zuschauer hassen soll, trotzdem ist der Charakter zu komplex, um sie nur als personifiziertes Böses wahrzunehmen. Diese Dualität, die Hoffnungslosigkeit der überforderten Mutter und des gestrengen Familienoberhauptes spielt sie großartig.

    Wenn ich schon so viel mit Virgin Suicide vergleiche, dann bleibe ich mal dabei. Ähnlichkeiten gibt es auch im Aufbau der Handlung. Weiß man beim Coppola-Film aufgrund der Erzählungen aus dem Off das Ende, so ist es hier der permanente Wechsel zwischen der eigentlichen Handlung und dem Prozess, zu dem es am Ende kommt, der einen Teil des Finales verrät.
    Der Spannung tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil, diese Szenen bringen ein weiteres Element in die Handlung, sie zeigen die Passivität, die die Geschehnisse zum Selbstläufer werden lassen.
    „Hat dir jemand befohlen das zu tun? Nein! Warum hasst du das getan? Ich weiß es nicht!“ Solche Dialoge schockieren ebenso wie die kurzen Momente in denen die Nachbarn Schreie hören und mit Aussagen wie „Wir sollten uns da raus halten!“ kommentieren.
    Man könnte den Machern des Films hier gezielte Gesellschaftskritik unterstellen, was aber wohl übertrieben ist und einfach den realen Geschehnissen die die Vorlage darstellen, geschuldet ist.

    So sitzt man 90 Minuten da und bangt, erschreckt, ist fassungslos angesichts dessen was man da sieht, und am Ende hat man Magenschmerzen. Es hat eine Weile gedauert bis dieses mitreisende und bewegende Erlebnis mich zur Ruhe kommen lies. Und die Tatsache das er auf einer wahren Begebenheit beruhen soll, macht das Erlebnis noch schockierender, noch intensiver.