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Kritiken von "VideobusterRedaktion" aus

293 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Die Daltons gegen Lucky Luke
    Western
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.03.2006
    Was nur hat Til Schweiger geritten, in diesem Versuch eines Films mitzumachen? Gut für ihn: sein quietschbunter Auftritt als Comic-Cowboy umfasst nicht einmal zehn Minuten. Schlecht für den Zuschauer: die übrigen Szenen ohne ihn sind noch viel alberner! Alle Fans von Lucky Luke sollten den Filmtitel genau studieren, denn in der Reihenfolge der darin benannten Personen liegt das Problem: Es geht nämlich um die vier trotteligen Möchtegern-Ganoven „Die Daltons“ – und keineswegs um den Ganovenjäger, der schneller schießt als sein Schatten. Die in Deutschland unbekannte Komikertruppe um die Franzosen Eric Judor und Ramzy Bedia mag vielleicht Zehnjährige zum Lachen bringen, Erwachsene werden entsetzt die Vorlauftaste der Fernbedienung suchen, wenn eineinhalb Stunden lang Witze abgefeuert werden, von denen nicht ein einziger zünden kann. Sogar Lachgaranten wie Gefängnishund Rantanplan und der vorlaute Gaul Jolly Jumper verkommen zu Slapstick-Beiwerk um einen Zaubersombrero, der unbesiegbar machen soll, aber nur zu Verzweiflungstränen rührt. Ein Spitzenkandidat für die Kategorie „Unkomischste Komödie des Jahres“.

    Für Fans von:
    Lucky Luke, Barfuss, Asterix
  • Das Imperium der Wölfe
    Thriller, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.03.2006
    Wer immer noch behauptet, die Franzosen würden nur „Asterix“-Klamauk oder deprimierende Dialogfilme über das Liebesleben produzieren, sollte sich an den neuen Mystery Thriller mit Jean Reno wagen. Aber Vorsicht: für schreckhafte Naturen besteht auf dem Fernsehsessel Anschnallpflicht, denn Folter und Gewalt malen den Bildschirm überdurchschnittlich häufig blutrot an. Wie in dem Genre-Vorläufer „Die purpurnen Flüsse“ mimt Raubein Reno den Cop, der Ritualmorde mit Ekel-Garantie aufklären soll. Dabei wagt sich Regisseur Chris Nahon ("Kiss of the Dragon") an politischen Zündstoff: Die Bösen gehören zu einer rechtsradikalen türkischen Terrorbande mit dem titelgebenden Namen „Die Grauen Wölfe“. Das klingt verzwickt und konstruiert – und darunter leidet auch die Story, die anmutet, als hätte der Drehbuchautor alle Psychothriller der letzten Jahre durch den Wolf gedreht. Visuell aber ist der Trip in die Katakomben von Paris brillant und steht Big Budget-Krachern aus Hollywood in nichts nach.

    Für Fans von:
    Die purpurnen Flüsse, Kiss of the Dragon, Léon
  • Serenity
    Flucht in neue Welten - Die einen haben die Waffen. Sie ist gefährlich.
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.03.2006
    Glaubt man den Kommentaren in Internet-Foren, dann ist Joss Whedon ein Gott. Der Erfinder der Serien „Buffy“ und „Angel“ könnte das Telefonbuch verfilmen – und seine Anhänger würden jubeln. „Serenity“ ist sein erster Kinofilm als Regisseur und zugleich der Abschluss der abrupt eingestellten Scifi TV-Serie „Firefly“ um einen klapprigen Weltraumfrachter und dessen bunt gewürfelte Crew. Es geht um intergalaktische Verschwörungen, übermächtige Mutanten und menschenfressende Zombies in fliegenden Untertassen. Das klingt zwar wirr, ist aber unterhaltsamer als die meisten Weltraum-Opern der letzten Jahre zusammengefasst. Vor allem die urkomischen Dialoge retten über langatmige Zugeständnisse an die Serien-Fans, wenn lose Handlungsfäden der TV-Show zum Ende gebracht werden. Trotz der offensichtlich kostengünstig umgesetzten Spezialeffekte lässt sich erahnen, welche Wunderwelten Whedon mit etwas mehr Etat auf die Leinwand hätte zaubern können. Seine Schauspieler allerdings wären vermutlich auch mit doppelter Gage nicht kinotauglicher geworden. Für seinen nächsten Streifen wünsche ich Whedon eine Besetzung und einen Stoff ganz ohne Fernsehmief. Dann kann er sein unbestreitbares Erzähltalent hoffentlich voll entfalten.

    Für Fans von:
    Buffy – Im Bann der Dämonen, Firefly, Angel
  • Flightplan - Ohne jede Spur
    Wenn dir jemand alles nimmt, wofür du lebst... wie weit würdest du gehen, um es zurückzubekommen?
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 15.02.2006
    In seinem ersten Hollywood-Thriller ließ der Deutsche Robert Schwentke („Tattoo“) gleich Superstar Jodie Foster durch die Luft wirbeln. Finanziell war das eine exzellente Wahl, denn ohne die Oscar-Gewinnerin hätte sich vermutlich kaum jemand diese in die Länge gezogene „Outer Space“-Folge ansehen wollen. Dabei ist der Plot um eine psychisch labile Witwe, die ihre Tochter in einem High-Tech-Jumbo verliert, anfangs wirklich packend. Als aggressives Muttertier wiederholt Jodie Foster dabei ihr intensives Spiel aus „Panicroom“, um dann im letzten, schwächeren Drittel zur Actionheldin zu mutieren. Dabei setzen die Autoren (vergeblich) darauf, dass der Zuschauer in eine der viel zu offensichtlich ausgelegten Fallen tappt – die arabischen Passagiere mit Rauschebärten etwa oder eingebildete Gespräche mit dem toten Ehemann. So wie die Protagonistin zwischen Hysterie und Paranoia schwankt, stolpern Spannung und Glaubwürdigkeit von „Flightplan“ immer wieder über die Regie-Einfälle. Für den nächsten Thriller von Herrn Schwentke würde ich mir einen Star weniger, aber dafür einen Drehbuchautoren mehr wünschen.

    Für Fans von:
    Red Eye, Panic Room, Tattoo
  • Corpse Bride
    Hochzeit mit einer Leiche - Ein todernster Antrag.
    Fantasy, Animation
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 15.02.2006
    Endlich der offizielle Filmbeitrag für alle Beziehungsphobiker. Bei Ausnahme-Regisseur Tim Burton war der Schwur „bis dass der Tod euch scheidet“ schon immer eine Interpretationsfrage. In „Corpse Bride“ heiratet ein verliebter Junge versehentlich das falsche Mädchen – und als ob das nicht schlimm genug wäre: Dieses Mädchen ist mausetot, wirklich hübsch, aber eben eine Leiche. Nach dem Kult-Trickfilm „Nightmare before Christmas“ lässt uns Tim Burton nun in gleicher Erzähltechnik den ultimativen Alptraum vor der Hochzeit erleben. So modern sah klassische Stop-Motion selten aus! Dank der Spezialtechnik schmeißen die Toten die besseren Feten als die Lebenden und ist der kleine Mann im Ohr manchmal nichts weiter als ein sprechender (und natürlich toter) Wurm. Und lebensnotwendige Weisheiten gibt es on top: Immer schön vorsichtig sein, wenn ein Skelett meint, es bevorzuge jemanden mit etwas Fleisch auf den Rippen. Wer es sich zutraut, sollte unbedingt die englische Originalfassung mit Burtons Ehefrau Helena Bonham-Carter und Christopher Lee als prominenteste Stimmen versuchen.


    Für Fans von:
    Nightmare bevor Christmas, Sleepy Hollow, Charlie und die Schokoladenfabrik
  • Into the Blue
    Halt' den Atem an
    Abenteuer, Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 15.02.2006
    Klar, keiner wird das Unterwasser-Abenteuer „Into the Blue“ wegen seines anspruchsvollen Drehbuchs sehen wollen. Vielmehr interessiert die karibische Traumkulisse mit athletischen Postergirls and Boys, Gangstern ohne Skrupel und bissigen Meeresbewohnern. Jessica Alba und Paul Walker sind das höchst attraktive Hollywoodnachwuchs-Pärchen, das in knapper Badebekleidung vor einem versunkenen Goldschatz und einer gewaltigen Ladung Drogen posieren darf. Der anfängliche Neid des gewöhnlichen Sesselguckers auf die Dreharbeiten verfliegt schnell, denn die Action bleibt kaum hinter den knackigen Aussichten zurück. Auf hirnloses Geballer und Kunstblut wird zwar dankenswerterweise weitgehend verzichtet, aber die verblüffend realistischen Unterwassersequenzen können gerade bei den Haiaufnahmen sogar Profitaucher wasserscheu werden lassen. Die Bilder sind einfach wunderschön! Erhöhter Puls ist garantiert, Fernweh und Urlaubssehnsucht ebenso – ein Film fast wie Tauchferien!

    Für Fans von:
    The Fast and the Furious, Fantastic Four, Oceans Twelve
  • Verliebt in eine Hexe
    Fantasy, Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.02.2006
    Warum wollte eigentlich in der Fernsehserie „Verliebt in eine Hexe“ aus den 70ern ein spießiger Ehemann seiner magisch begabten Gemahlin den Umgang mit Zaubersprüchen verbieten? Würde meine Mitbewohnerin endlich mal den Besen schwingen, mit einem Nasewackeln den Kühlschrank füllen, den Müll raus bringen oder auf Anhieb die richtige Fernbedienung finden – ich würde sie auf Händen tragen!
    Wenig magisch, eher kreuzsolide und daher enttäuschend ist der Film. „Verliebt in eine Hexe“ leidet schwer unter anachronistischen Rollenbildern über selbstbewusste Ehefrauen und trottelige Kopf-Beamte, und das Schlimme: Dabei sind sie keine Spur komisch. Der nervig-klamaukige Will Ferrell blödelt mit krimineller Energie 100 Minuten gegen meine Geduldsstränge an. Und eine erschreckend trutschige Nicole Kidman beweist, dass sie als Hexe Samantha maßlos unterfordert ist. Einzige zauberhafte Höhepunkte: wenn der verhexte Ferrell wie ein verliebter Straßenköter die plötzlich störrische Kidman anheult oder Frauenheld Michael Caine als Schwiegervater mit Hormonstau die Vorzüge der Monogamie kennen lernen muss.

    Für Fans von:
    Verliebt in eine Hexe (TV), Bezaubernde Jeannie, E-Mail für Dich
  • Mr. & Mrs. Smith
    Action, Komödie, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.02.2006
    Angelina Jolie, die Frau mit einem Mund wie das O in „Wow!“ und Brad Pitt, der Mann, der Männern den Unterschied zwischen einem Six-Pack Bier und Bauchmuskeln zeigte: Ein Traumpaar? Nicht in „Mr. Mrs. Smith“! Darin gehören die beiden nämlich auf die Couch eines Therapeuten! Er weiß nicht, wie lange sie verheiratet sind, und sie weiß nur, dass es bereits viel zu lange war. Was dafür die Zuschauer wissen: Die beiden sind heimlich Auftragskiller! Stellen Sie sich vor: Sie fragen abends, wie denn der Tag Ihres Partners so war, der nickt und lächelt, murmelt so was wie „Das Übliche, Liebling“ – dabei verbirgt sich aber dahinter die Strangulation einen Drogenbarons mit ein Paar Nylons oder die Ermordung eines Doppelagenten durch einen Mini-Raketenwerfer. Dass die Geschichte des Films blanker Unsinn ist: geschenkt! Was in diesem Action-Knaller zählt, ist einzig die Chemie zwischen Mrs. Jolie und Mr. Smith. Und die stimmt. Da knistert es, dass ganze Häuser einstürzen! Der Rest ist alberne James Bond-Parodie. Doch wen kümmert`s? Abgesehen von Jennifer Aniston, die sich vermutlich immer noch kleine Muster in ihren sitzen gelassenen Hintern beißen will, weil sie ihren Ex-Mann nicht von diesem Dreh hatte abbringen können. Nun sitzt sie auf der Couch des Therapeuten – und alle Jolie/Pitt-Fans hoffentlich vor der Glotze!

    Für Fans von:
    „Stirb an einem anderen Tag“, „After the Sunset“, „Lara Croft: Tomb Raider“
  • Sky High
    Diese Highschool hebt ab!
    Komödie, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.02.2006
    Als ich zehn war, wollte ich wie Superman sein, die Welt retten und Bösewichten mit Allmachtsphantasien kräftig in den Hintern treten. Dabei kam mir jedoch niemals die Idee, dass sogar Nachwuchshelden vor ihrem ersten Kampf die Schulbank drücken müssen, sonst hätte ich mich vermutlich doch als Lokführer beworben. Seit „Sky High“ weiß ich nun, dass es sogar eine Highschool für Super-Begabte in bunten Kostümen gibt – und dass die mit all ihren schicken und gestörten Insassen penetrant an „Beverly Hills 90210“ erinnert. Das fängt mit Bruce Campbell als Sport-Coach an, der die Neulinge in die Klassen „Helden“ und „Handlanger“ einteilt. Letztere sind die Loser ohne besondere oder brauchbare Superkräfte, nur dazu da, den Dreck der Helden wegzuräumen. Damit hat sich das Thema Originalität dann leider bereits erschöpft: So redlich sich „High Sky“ bemüht, „Die Unglaublichen“ mit „X-Men“ zu kreuzen, das Ergebnis reicht höchstens als Freizeitgestaltung für die babysittende Oma und ihre (sehr jungen) Enkel. Dass ausgerechnet Lynda Carter, die vor Jahrzehnten die Titelrolle in „Wonder Woman“ spielte, als Rektorin der Superheldenschule für Zucht und Ordnung sorgt, ist eine niedliche Idee – aber nicht für eine Actionsequenz gut oder gar abendfüllend. Ein harmloser Kinderfilm.

    Für Fans:
    „Die Unglaublichen“, „X-Men“, „Spider-Man“
  • Red Eye
    Nachtflug in den Tod - Die Angst fliegt mit.
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.02.2006
    Wie sein älterer Kollege John Carpenter („The Fog“) war auch Wes Craven (“Scream”) für Horrorfilm-Jünger immer so etwas wie ein Hohepriester des Grauens. Bis beide Regisseure ihre klangvollen Namen für Billig-Produktionen hergaben, die ausschließlich wegen ihrer dümmlichen Storys für Gänsehaut sorgten. „Red Eye“ katapultiert Wes Craven nun nicht gerade zurück in den Olymp der Filmemacher, aber zumindest schon mal in luftige Höhen. Dort, nämlich in einem Flugzeug, gerät die Hotel-Managerin Lisa an den Auftragskiller Rippner, der sie zunächst anflirtet, nur um sie schließlich mit der Ermordung ihres gekidnappten Vaters zu erpressen. Nun bieten auch Jumbo-Jets herzlich wenige Fluchtmöglichkeiten, und so gerät die erste Hälfte dieses bis dahin noch originellen Thrillers zu einem brauchbaren, klaustrophobischen Kabinettstück. Danach allerdings erleidet der Film mit einer maßlos unrealistischen Verfolgungsjagd einen Antriebsschaden und gerät in schwere Turbulenzen. Dass es nicht zur Bruchlandung kommt, ist einzig Cilian Murphy zu verdanken, der wie schon zuletzt in „Batman Returns“ ebenso charismatisch wie diabolisch einen Filmbösewicht für bleibende Albträume abgibt. Definitiv ein weiterer Grund für die Angst vorm Fliegen.


    Für Fans von:
    „Flightplan“, „Verflucht“ und „Batman Returns“
  • Stealth
    Unter dem Radar - Fürchte den Himmel.
    Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.02.2006
    Ich will nicht drum herum reden: Wir alle haben Flugsimulatoren für PC oder Spielekonsole, die inhaltlich mehr hermachen als das Flieger-Epos „Stealth“. Tricktechnisch kann die High-Tech-„Runter kommen sie immer“-Flugshow von Temporausch-Jünger Rob Cohen („The Fast and the Furious“) allerdings vom ersten bis zum letzten Looping überzeugen. Und wer neben perfekt choreografierten Explosions-Orgien und poliertem Chrom auch appetitliche Rundungen fürs Auge braucht, darf sich an „Blade: Trinity“-Heroine Jessica Biehl unter tropischen Wasserfällen und nach einer Bruchlandung im zerfetzten Piloten-Overall erfreuen. Wer sich auf diese zugegeben banalen Rahmen-Parameter einlässt, wird von „Stealth“ mit brauchbarem Humor, versöhnlicher Selbstironie und einer Prise Weltverschwörungstheorie auf überdurchschnittlichem Popcorn-Movie-Niveau unterhalten. Also ich ertrug klaglos den Quatsch, dass ein Bordcomputer-Prototyp reden, lernen und – nach einem Blitzschlag – sogar fühlen kann. Und den niedlichen Wunschtraum der Militärs, dass nur westliche Bits und Bytes die Zivilisation gegen Terroristen und Nord-Korea verteidigen können. Fazit: Täuschend echte Flugsimulation mit dem Minimum an Storyline, das aus einer „JAG“-Folge einen Kinofilm macht.

    Für Fans von:
    „Top Gun“, „Blade: Trinity“ und „The Fast and the Furious
  • Brothers Grimm
    Lerne das Fürchten.
    Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "VideobusterRedaktion" am 01.02.2006
    Kann das gut gehen: Deutsches Kulturgut wie die Gebrüder Grimm in den Händen des durchgeknallten Ex-Monty Python-Mitglieds Terry Gilliam? Aus unseren Mythensammlern aus Hanau macht er ein geldgieriges Duo, das erst leichtgläubige Dorfbewohner mit schaurigem Hokuspokus zur Verzweiflung treibt, um anschließend für den Exorzismus schön weit die Hand aufzuhalten. Im Grunde ist „Brothers Grimm“ ein vermutlich im Drogenrausch erdachtes Märchen-Medley, wo „Dornröschen“, „Rapunzel“ und „Der Froschkönig“ genauso wie alte Werwolf-Filme verwurstet wurden. Der verwunschene Wald und seine todbringenden Bewohner erinnern an „Sleepy Hollow“, die Hexen und das andere bösartige Teufelszeug an die Fahndungslisten der katholischen Kirche zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Eigentlich klasse – aber doch zu glatt und schön, genau wie die Hauptdarsteller Matt Damon und Heath Ledger (und die unbeschreiblich hübsche Monica Bellucci). Der Gute-Nacht-Geschichte für die Großen fehlt der Biss: In „Hänsel und Gretel“ werden Kinder eingekocht – und Bad Taste-Spezialist Gilliam traut sich nicht einmal, die Inquisition zu zeigen. Nennt mich blutrünstig oder anspruchsvoll – für den Regisseur von „Brazil“ und „12 Monkeys“ ist dieser Ausflug in den Zauberwald enttäuschend ausgefallen.

    Für Fans von:

    „12 Monkeys“, „Sleepy Hollow“ und „Baron Münchhausen“