Homosexualität ist in Russland noch immer ein Tabu. Doch beim Militär, wo junge Soldaten, Matrosen und Fallschirmjäger unter sich sind, herrscht eine große Nähe, Solidarität und Vertrautheit unter den Männern. Zwei Klassiker des schwulen Kinos sind auf dieser DVD versammelt. Sie zeigen Bilder aus dem harten Leben russischer Soldaten.
'100 Tage, Genosse Soldat' (Russland 1991, Regie: Hussein Erkenov): Inspiriert von einer Erzählung des russischen Schriftstellers Kuri Poljakov erzählt Regisseur Erkenov in unvergleichlich poetischen Bildern von fünf jungen Soldaten, die Opfer der unbarmherzigen Zustände in der sowjetischen Armee werden. Einem Kreislauf alltäglicher Gewalt ausgesetzt, versuchen sie sich gegen die fortwährenden Demütigungen zu wehren und finden immer wieder mit ihren Kameraden Momente des Glücks, der gemeinschaftlichen Nähe und Solidarität. Doch der Ausgang ihres aussichtslosen Kampfes steht von vornherein fest. Letztlich werden sie zu Opfern eines hierarchischen Systems, an dessen Fortbestand sie selbst nicht unschuldig sind. Ein Film wie ein Traum - bildgewaltig, aufwühlend, gefühlvoll und radikal.
'Kameraden' (Kanada/Russland 2003, Regie: Steve Kokker): Der kanadische Filmemache Kokker lebt seit vielen Jahren in St. Petersburg und hat ein Faible für russische Soldaten. Sie sind für ihn Inbegriff unverkrampfter Männlichkeit, ihre oft so ruppig wirkenden Beziehungen versteht er als Ausdruck tiefer Freundschaft und Zärtlichkeit. Mit seiner Kamera führt Kokker den Zuschauer tief hinein in die Welt der jungen Kadetten, die mit ihm flirten, sich preisgeben und Dinge über Kameradschaft und das Soldatenleben erzählen, die man so noch nie gehört hat. Der Dokumentarfilm ist ein großes Spiel: Aufmerksamkeit gegen Selbstdarstellung, Enthüllungen gegen Bewunderung. Selten hatte man einen intimeren Einblick in eine geschlossene Männerwelt.
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Homosexuality is still a taboo in Russia. But in the military, where young soldiers, sailors and paratroopers are among themselves, there is a great closeness, solidarity and familiarity among the men. Two classics of gay cinema are collected on this DVD. They show pictures from the hard life of Russian soldiers.
'100 Days, Comrade Soldier' (Russia 1991, directed by Hussein Erkenov): Inspired by a story by the Russian writer Kuri Polyakov, director Erkenov tells the story of five young soldiers who become victims of the merciless conditions in the Soviet army in incomparably poetic images. Exposed to a cycle of everyday violence, they try to defend themselves against the constant humiliation and always find moments of happiness, community closeness and solidarity with their comrades. But the outcome of their hopeless fight is clear from the outset. In the end, they become victims of a hierarchical system in the continuation of which they themselves are not innocent. A film like a dream - visually stunning, stirring, emotional and radical.
'Comrades' (Canada/Russia 2003, Director: Steve Kokker): The Canadian filmmaker Kokker has lived in St. Petersburg for many years and has a soft spot for Russian soldiers. For him, they are the epitome of uninhibited masculinity, and he understands their relationships, which often seem so gruff, as an expression of deep friendship and tenderness. With his camera, Kokker takes the viewer deep into the world of the young cadets who flirt with him, reveal themselves and tell things about camaraderie and soldier's life that have never been heard before. Documentary film is a big game: attention against self-expression, revelations against admiration. Rarely has one had a more intimate insight into a closed man's world.
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