Kritiken eines anonymen Filmfans

Zwei Jahre Ferien

Die legendären TV-Vierteiler - Nach dem Roman von Jules Verne.
Abenteuer, TV-Film

Zwei Jahre Ferien

Die legendären TV-Vierteiler - Nach dem Roman von Jules Verne.
Abenteuer, TV-Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
So manchem, der in der (späten) DDR aufgewachsen ist, dürfte diesen Mehrteiler recht gut kennen - wenn auch nur um die Hälfte gekürzt, mit anderen Stimmen (und anderer Musik) und unter dem Titel "Piraten des Pazifik", unter dem die rumänische Kinofassung zu den beliebtesten Dauerbrennern in Kino und Fernsehen gehörte. Nun bekommt man endlich die Gelegenheit, die ungekürzte Originalversion zu sehen (wobei wie beim "Seewolf" auch hier kein einziger deutscher Darsteller seine Originalstimme hat) - und damit auch die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, daß die Kürzung zum zweiteiligen Kinofilm dem Klassiker gar nicht schlecht bekommen ist. Allzu weitschweifig ist besonders der erste Teil, zu sehr ähnelt die "Robinsonade" der Jugendlichen dem eigentlichen "Robinson" (ZDF 1964) - und der hinzugefügte Kommentar von Walter Ulbrich (der das Drehbuch ausnahmsweise nur überarbeitete) ist völlig danebengegangen - er zerstört die Spannung, statt sie aufzubauen. Warum trotzdem 4 Punkte? Weil "Zwei Jahre Ferien" die Schauwerte hat, die man von den populären Advents-Filmen erwartet, weil die Darsteller ein ganz großes Plus sind, weil trotz einer gewissen Langsamkeit eine Menge Atmosphäre und Spannung entsteht. Wenn diese (freie) Jules-Verne-Verfilmung auch nicht an Klassiker wie "Der Seewolf" und "Die Schatzinsel" heranreicht, erweist sie sich (im Gegensatz zu vielen Nachfolgern) den Vorbildern durchaus als würdig.

ungeprüfte Kritik

Lockruf des Goldes

Nach Jack London und Dokumenten der Zeit.
Abenteuer

Lockruf des Goldes

Nach Jack London und Dokumenten der Zeit.
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Die letzte Superproduktion aus der Reihe der ZDF-Abenteuer-Adaptionen ist nicht ganz auf der Höhe von "Der Seewolf" (was zugegeben auch eine harte Nuss wäre), aber so manche Parallele in der Qualität der Schauspieler, der Musik oder der Intensität der Bilder entschädigt für arge Lücken im Faden der Geschichte. Ein entscheidender Pluspunkt gegenüber dem Vorgänger ist die Ausstattung der DVD: Sie enthält sämtliche nach der Erstausstrahlung geschnittene Szenen - und die haben es (gerade im 1. und 4. Teil) mitunter in sich: viele atmosphärische und auch harte Szenen fielen voreiliger Kritik zum Opfer. Besonders der Kampf ums Überleben im letzten Teil ist in der ungekürzten Fassung der analogen Szene im "Seewolf" durchaus ebenbürtig. Wer den einen Film schätzt, wird auch den anderen mögen. Und für filmhistorisch interessierte Zuschauer ist die DVD ohnehin ein Muss.

ungeprüfte Kritik

Die Schatzinsel

Abenteuer, Serie

Die Schatzinsel

Abenteuer, Serie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Mit einem Wort: ein Klassiker. Wenn es eine (auf neudeutsch) Mini-Serie mit dem grandiosen "Seewolf" aufnehmen kann, dann diese. Auch wenn Michael Ande dann doch schon etwas zu alt war für die Rolle - die komplette Besetzung ist ein ganz großes Plus. Vor allem aber kommt die Genialität von Stevensons Geschichte endlich voll zum Tragen. Neben (und noch vor) der Disney-Adaption ist der Vierteiler die populärste und gültigste Film-Version, so sehr, dass es danach lange Zeit kaum Versuche gab, die Geschichte noch einmal filmisch aufzubereiten - zurecht, wie die neuesten Adaptionen bewiesen. Und ein Wort zur DVD: Was die digitale Aufbereitung aus dem arg ramponierten Gevacolor-Material (von dessen schlechtem Zustand man sich wiederholt im ZDF überzeugen konnte) herausgeholt hat, ist geradezu erstaunlich. Rundum zu empfehlen - aber Zeit sollte man sich dafür nehmen, sonst entgehen einem viele Details.

ungeprüfte Kritik

Robinson Crusoe

Die seltsamen und einzigartigen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, berichtet von ihm selbst.
Abenteuer, TV-Film

Robinson Crusoe

Die seltsamen und einzigartigen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, berichtet von ihm selbst.
Abenteuer, TV-Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
"Die seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, berichtet von ihm selbst" - so der komplette Titel des Vierteilers, der sofort die Richtung angibt: keine Verfilmung ist je so dem Roman verpflichtet gewesen. Entgegen dem üblichen Vorgehen konzentriert sich der Film nicht nur auf die ausgetretene eigentliche Robinsonade, sondern beantwortet auch die Frage nach Woher und Warum. Daß dieser "Robinson" ein Riesenerfolg war (und eine ganze Reihe "Advents-Vierteiler" nach sich zog, die heute Kult sind), ist nur zu verständlich; daß er heute fast unbekannt ist, weil er noch in schwarz-weiss gedreht und Anfang der 90er das letzte Mal vom TV ausgestrahlt wurde, ist eine schreiende Ungerechtigkeit. Zumal die s/w-Bilder mit ihren typisch französischen harten Kontrasten dem Geschehen eine quasi "literarisch-phantastische" Unwirklichkeit geben. Der Darsteller des Titelhelden - Robert Hoffmann - trägt die Last des Mehrteilers zum großen Teil allein auf seinen Schultern, und das macht er gar nicht schlecht. Schade nur, daß er (wie auch "Seewolf" Raimund Harmstorf) nicht mit seiner eigenen Stimme zu hören ist. Oder doch nicht? Sein Sprecher Michael Chevalier war (vielleicht außer als "Schiwago") nie wieder so gut. "Robinson Crusoe" steht auf einer Stufe mit den Klassikern "Die Schatzinsel" und "Der Seewolf". Und das ist ein Gütezeichen oberster Kategorie.

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Die schwarze Tulpe

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Es war eine andere Tulpe, die in die Filmgeschichte und unerreicht blieb: Fanfan, der Husar (im Original: die Tulpe). Auch Regisseur Christian-Jaque war sich wohl bewusst, dass er den Erfolg nicht übertreffen konnte. Aber vielleicht wiederholen? ZU diesem Zweck schickte er den "Liebling der Götter" Alain Delon vorsichtshalber gleich doppelt ins Rennen. Und es gelang ihm ein höchst ansehnlicher Film, der zu Recht zu den Klassikern seines Genres gehört. Wie das Original sieht auch "Die schwarze Tulpe" das abenteuerliche Geschehen vorwiegend von der heiteren Seite, selbst den Schurken kann man aufgrund ihrer humoristischen Überzeichnung die Sympathien nicht absprechen. So flotte Fechtszenen, ohne Klimbim und Videoclip-Verzerrungen findet man heute nicht mehr. Und ein Delon, der (als Julian) geradezu erschrocken vor Frauen zurückweicht, dürfte auch ein einmaliges Erlebnis sein. Ein rundum gelungenes Vergnügen.

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Der Dieb von Bagdad

Fantasy, Abenteuer

Der Dieb von Bagdad

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Alexander Korda trat 1940 an, Hollywood Konkurrenz zu machen. Ziel erreicht, überholt, Gegner platt gemacht. Was Hollywood an 1001-Nacht-Bunticals produzierte, ist längst vergessen, aber der britische Konkurrent hat sich zum Klassiker gemausert. Kein Wunder: All die fabelhaften Zauber, von denen man in L.A. nur erzählte, waren hier auf der Leinwand zu sehen, in Technicolor und auch heute noch sehenswerten Spezialeffekten (daß sie in keiner Weise mehr dem heutigen Standard entsprechen - wer will das so genau wissen). Die Farben erstrahlen, die pompöse Musik von Miklos "Ben Hur" Rozsa ebenso und einen dämonischeren Schurken als Conrad Veidt wird man kaum finden. Von nostalgischem Wert ist die deutsche Fassung (eine der ältesten, die überhaupt noch gezeigt werden) - verrauscht und pathetisch, aber gar nicht schlecht. Wer einen phantastischen Abend erleben will, ist hier perfekt bedient.

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Sindbad und das Auge des Tigers

Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Okay, es ist nicht einer der besten Filme aller Zeiten. Die Schauspieler sind keine Stars (und hätten auch nicht verdient, welche zu sein), die Geschichte ist etwas an den Haaren herbeigezogen, und selbst die Musik war in den Vorgängern besser. Aber Harryhausens Monster sind immer noch die besten - auch in Zeiten von CGI haben die Kreaturen gerade durch ihre ruckartigen Bewegungen etwas Irreales, Magisches. Dass Bild- und Tonqualität weitaus besser sind als bei TV-Ausstrahlungen, versteht sich wohl von selbst. Einer dieser Filme, die einfach Spaß machen (auch wenn das künstlerische Gewissen mit dem moralischen Zeigefinger droht).

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Sindbads 7. Reise

Sindbad, der Seefahrer, im Kampf mit den Giganten der Fabelwelt!
Abenteuer, Fantasy

Sindbads 7. Reise

Sindbad, der Seefahrer, im Kampf mit den Giganten der Fabelwelt!
Abenteuer, Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Ach, es ist so schön, diesen Kindheitsklassiker wieder zu sehen. Und das Schönste ist, endlich keine verwackelten Bilder (alte Video-Fassung) oder ausgewaschene Farben (TV-Version). Sindbad so, wie er gedacht war. Wer will sich heute im Zeitalter des CGI über die kantigen Bewegungen der Monster beschweren - das macht sie doch erst so richtig monströs. Brillanter als Ray Harryhausen hat nie jemand die Puppen-Animation (im Fachjargon >Dynarama<) beherrscht. Kerwin Matthews - ein großer Junge als Sagenheld; Kathy Grant - schon im Originalformat zierlich wie eine Porzellanfigur, verkleinert auf Daumengröße; Torin Thatcher - hinterhältiger und dämonischer war nie ein Zauberer. Das Sahnehäubchen auf allem ist die donnernde Musik von Hitchcock-Experte Bernard Herrmann. Allen, die ihn nicht kennen, sei er hiermit ans Herz gelegt: Ohne Sindbad hätte es keinen "Jurassic Park" gegeben.

ungeprüfte Kritik

Kampf der Titanen

Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Die Krönung von Harryhausens Werk - nie war seine Tricktechnik perfekter. Und doch kam der Film genau zu einer Zeit heraus, als die technische Entwicklung ihn gerade überholt hatte. Harryhausen selbst wußte das, und so bleibt "Kampf der Titanen" auch nach einem Vierteljahrhundert sein Testament. Sehr zu bedauern, denn der nostalgische Reiz seiner Filmmonster hält an, besonders wenn sie so phantasievoll sind wie das Seeungeheuer. Und nie zuvor oder danach hat man eine so grauenvolle Medusa gesehen, zum ersten und einzigen Mal ist nachvollziehbar, warum ihr Blick alle Lebewesen in Stein verwandelt. Doch "Star Wars" hatte eine neue Ära der Tricktechnik eingeleitet, und die bei R2D2 geklaute goldene Eule Bubu betont dies auf unglückliche Weise. Was bleibt, ist ein durchweg unterhaltsamer Filmabend (mit einigen unnötigen Härten), der die alten Zeiten heraufbeschwört.

ungeprüfte Kritik

Sindbads gefährliche Abenteuer

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Kaum zu glauben, aber der zweite Sindbad-Film (entstanden 15 Jahre nach dem ersten) ist seinem Vorgänger fast ebenbürtig. Beim Drehbuch spürt man in vielen düsteren Sequenzen und phantasievollen Dialogen die Hand des "Schirm, Charme und Melone"-Autoren Brian Clemens. Auch die Musik von Miklos Rosza beschwört noch einmal das alte Hollywood herauf. So war der Film auch schon zu seiner Entstehungszeit liebenswert altmodisch, heute ist er ein Klassiker. Umso mehr hat er es verdient, endlich in technisch einwandfreier Qualität zu erscheinen. Und das ist jetzt auch geschehen: die Bildqualität (soweit vom armseligen Negativ zu erwarten) ist recht ordentlich geraten und auch die Extras können sich sehen lassen - der Film selbst ist sowieso schon eine Entleihe wert.

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Jason und die Argonauten

Fantasy, Abenteuer

Jason und die Argonauten

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
"Manche halten 'Citizen Kane' für den besten Film aller Zeiten - ich sage, es ist 'Jason und die Argonauten'" Okay, die Äußerung von Tom Hanks bei der Übergabe des Ehren-Oscars an Schöpfer Ray Harryhausen war maßlos übertrieben, aber man muß zuerkennen, daß dieser Film seinen Charme hat und sein Einfluß bis in die heutige Zeit reicht. Selbst der Basilisk im zweiten "Harry Potter" ist deutlich sichtbar mit der Hydra verwandt. Die Spezialeffekte mögen heute hoffnungslos veraltet sein - damals waren sie das Beste vom Besten. Und die leicht ruckartigen Bewegungen machen die "Creatures" erst wirklich monströs. Allerdings sollte man, um "Jason" wirklich genießen zu können, in der Lage sein, schlechte Schauspieler zu ignorieren, denn von üblem Schmierengehabe (bis hin in die Synchronisation) wimmelt es. Die wuchtige Musik von Hitchcock-Intimus Bernard Herrmann reißt es gottseidank wieder raus. Sicher nicht der beste Film aller Zeiten (noch nicht mal der von Harryhausen - das ist "Sindbads 7. Reise"), aber auf alle Fälle äußerst kurzweilige Unterhaltung. Daß die Bildqualität unter dem heutigen Standard ist, liegt daran, daß viele Aufnahmen (nicht nur die Tricksequenzen) noch im Nachhinein verändert (zusätzliche Zooms etc.) und daher vom Original abgefilmt wurden.
Der Regisseur ist übrigens natürlich nicht Trickfilmer Don Bluth (wie oben angegeben), sondern Routinier Don Chaffey.

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Macbeth

Drama, Abenteuer

Macbeth

Drama, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Ein Meisterwerk - anders kann man es nicht sagen. Im Gegensatz zur theatralischen und antiquierten Hamlet-Verfilmung von Laurence Olivier ist Welles' Spiel mit Licht und Schatten (im Original im schönsten Schottisch) zeitlos und eine wahrhaft filmische Umsetzung, obwohl Welles niemals vom Shakespeareschen Originaltext abwich. Leider auch ein Beispiel für die Verstümmelung Wellesscher Filme, die glücklicherweise in diesem Fall nicht nur rückgängig gemacht wurde, sondern auch nachvollziehbar ist - der Vergleich zwischen beiden Fassungen ist durch die deutsche Synchronfassung (die übrigens gut geglückt ist) problemlos möglich. Unter den zahllosen Shakespeare-Verfilmungen rangiert "Macbeth" (egal in welcher Fassung) zweifellos unter den Top 10, unter den Filmen von Orson Welles sowieso.

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Der Prozess

Drama, Krimi

Der Prozess

Drama, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Einmal nur habe ich diesen Film bisher gesehen, Jahre ist es her - und es geradezu beunruhigend, wie viel ich von ihm behalten habe. Kann man einem Film ein größeres Kompliment machen als dass er sich ins Gedächtnis eingebrannt hat? Über weite Strecken hält er sich genau an Kafka, von dem man doch eigentlich meinen sollte, dass er unverfilmbar wäre. Aber Welles scheiterte an Kleinigkeiten (Geld, Eitelkeit, Tod eines Hauptdarstellers, Diebstahl des Filmmaterials), nicht an der großen Unmöglichkeit dieses Filmes. Ein Film wie dieser hätte in den USA gar nicht entstehen können, er ist ganz und gar europäisch, trotz seines amerikanischen Regisseurs und seines amerikanischen Hauptdarstellers (der französisch sprach, als wäre er an der Seine geboren). Es gibt viele Dinge, die ich in dieser Besprechung anreißen könnte, aber mehr als das könnte es nicht werden. Darum - seht ihn euch an. Verwirrend, genial, deprimierend, feurig, düster, kraftvoll, provokant, markant. Seht ihn euch an!

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Spione am Werk

Thriller, Krimi

Spione am Werk

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Wer von Clouzot nur "Lohn der Angst" kennt, könnte von diesem Film überrascht, ja erschreckt werden, denn auf den ersten Blick hat er nur wenig mit ihm gemein. Keine flirrende Hitze, sondern graue Innenräume; statt der scheinbar geradlinigen Erzählung mit der langen Exposition wird der Zuschauer schnell in die Verwirrung geworfen, aus der er nicht mehr entlassen wird. Schaut man etwas genauer hin, wird man der Gemeinsamkeiten gewahr: Keine Figur ist das, was sie zu sein scheint, innere Ruhe erscheint anfangs als Feigheit. Und letztlich ist "Spione am Werk" das Spiegelbild von "Lohn der Angst" ("Die Teuflischen" ist nicht nur dazwischen entstanden, sondern bildet formal auch den Mittelpunkt einer klaren Linie) - im einen Film sind allzu klare Situationen etabliert, aus denen sich keine Figur befreien kann, weil sie sie so klar sind, im anderen gibt es Verwirrungen, glasharte Brüche und Wirbel, denen sich auch keine Figur entziehen kann, WEIL sie so verworren sind. Ist es nun eine überdrehte Agentengeschichte, ein kafkaesker Alptraum - oder vielleicht sogar (wie Ustinov gegen Ende des Filmes es ja andeutet) wirre Fieberphantasie eines Irrenarztes, der den Boden unter den Füßen verloren hat? Wer Filme mit klarem Ende oder gar Lösungen liebt, sollte Clouzots letztes Meisterwerk meiden - denn er verweigert dem Zuschauer genau diese konsequent.

ungeprüfte Kritik

Die Teuflischen

Thriller, Krimi

Die Teuflischen

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Der Film verliert keine Zeit mit Einführung seiner Personen:Nach zwei Minuten (und einem Vorspann, dessen Musik nicht zufällig an "Psycho" erinnert - es wird bis zum Schluß die einzige bleiben) ist alles klar umrissen und man kann mit erschreckender Kälte zur Sache kommen. Von da an lässt Clouzot den Zuschauer nicht mehr los - er spielt mit dem "Kind, das bittet: Papa, mach mir Angst" (Zitat Clouzot) so grandios, wie es nur nóch Hitchcock konnte (der den Film bewunderte und ärgerlich war, daß ein Franzose diesen eigentlich für ihn geschriebenen Stoff perfekt umgesetzt hatte). Abgesehen davon, daß "Die Teuflischen" eine der Inspirationen für "Psycho" war, taucht hier eine Figur auf, die einem auch merkwürdig bekannt vorkommt: Charles Vanel als Inspektor A.D., mit zerknittertem Mantel, Zigarre und unerschütterlicher Ruhe ist zweifellos der Ahne von Kult-Figur Columbo. Übrigens: Auch das DVD-Cover führt in die Irre - es gibt hier keine untertitelten Szenen im Original, die DVD präsentiert die ungekürzte zweite Kinofassung.

ungeprüfte Kritik

Django - 10.000 blutige Dollar

Zehntausend blutige Dollar
Western

Django - 10.000 blutige Dollar

Zehntausend blutige Dollar
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Der Name Django ist wie üblich eine Erfindung des deutschen Verleihers - aber hier ist er nicht einmal so abwegig. Nicht nur durch die Besetzung von Loredana Nusziak wird ein Bogen zum Original von Corbucci geschlagen - fast könnte dieser Film die Vorgeschichte zu "Django" sein. Hin und her gerissen bin ich zwischen Begeisterung und Abscheu. Es gibt schon einige recht perverse Szenen in diesem Film, geradezu nekromantisch, aber die düstere, melancholische Musik von Nora Orlandi holt wieder viel heraus. Hauptdarsteller Garko (Gary Hudson) kann seinem Spielpartner Camaso (eigentlich Claudio Volonte, der kleine Bruder von Gian Maria) nicht im Entferntesten stand halten, zählt aber zu den arrivierten Western-Gesichtern. Im Vergleich zu seinem Produktionszwilling "Django, der Bastard" schneidet dieser auf jeden Fall besser ab und bekommt von mir (gerade so) die Wertung "gelungen".

ungeprüfte Kritik

Ein Halleluja für Camposanto

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Er sieht aus wie Sartana, er kleidet sich wie Sartana - Camposanto (Gianni Garko) wäre Sartana, würde er sich nicht in einer ungewohnten Umgebung bewegen. Als "Kindermädchen" zweier couragierter, aber gnadenlos naiver Greenhorns muss er sich mit manchen Schwierigkeiten herumschlagen, die der schwarze Taschenspieler niemals zu bewältigen hatte. Das erinnert nicht zufällig an "Verflucht, verdammt und Halleluja" - das Drehbuch stammt ebenso von Enzo Barboni. Und es hat sicher Regisseur Carnimeo gut getan, dass er es inszenieren durfte, denn dieser Film überragt seine anderen (inklusive der Sartana-Filme) um Längen. Sogar der sonst so hölzerne Garko macht einen entspannteren Eindruck. An seiner Seite verschmitzt und cool William Berger, eine schöne und (bei Camposantos Thema) überraschend wehmütige Musik von Bruno Nicolai - kein bedeutendes Werk, aber ein Film, der viel (vielleicht manchmal etwas zu viel) bietet - Grund genug, ihn auszuleihen.

ungeprüfte Kritik

Yankee

Western

Yankee

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Die Inhaltsbeschreibung klingt gewöhnlich - ein Dutzenwestern wohl. Aber ein Blick auf den Regisseur lässt an diesem schnellen Urteil zweifeln. Mag man zu Tinto Brass stehen wie man will, aber wenn der Experimentator des Erotikfilmes einen Spaghetti-Western dreht, macht das zumindest neugierig. Tatsächlich hat dieser Film einige ungewöhnliche Elemente, die ihrer Zeit weit voraus waren. In der Frühphase des eigentlichen Italo-Westerns präsentiert er Gegenlichtaufnahmen, Schattenrisse und ein mitunter elegisches Tempo, wie sie in der Spätphase der Mittsiebziger typisch waren, aber 1966 einmalig. Zudem ist der kantige Philippe Leroy (bekannt aus "Sandokan" und "Leonardo da Vinci" ein eher kauziger und wunderlicher Held, keineswegs so betont (dressman-)dreckig wie vieler seiner Kollegen. Die Handlung bleibt gewöhnlich, aber spielt das beim Italo-Western nicht ohnehin oft eine untergeordnete Rolle? Die Form macht dieses Genre ansprechend - und die Form lohnt in diesem Fall.

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Das Rattennest

Nach dem Roman von Mickey Spillane.
18+ Spielfilm, Krimi

Das Rattennest

Nach dem Roman von Mickey Spillane.
18+ Spielfilm, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 19.01.2013
Gut, und jetzt mal eine etwas seriösere Kritik (s/w als Argument GEGEN einen Film anzuführen, zeugt nicht von großer Kompetenz).
Aldrichs zweiter Film kämpft mit dem Problem, das viele Film noir der 50er Jahre haben: Die allzu trashige Handlung, die kriminalistische Kombination zunehmend durch Brutalität ersetzt. Aldrich trat die Flucht nach vorn an, indem er Logik gänzlich ignorierte und die Brutalität auf ein für die Entstehungszeit erstaunliches Maß anhob. Gerade das absurde Ende ist faszinierend und abstoßend zugleich (sicher, wer an bluttriefende Splattermovies gewöhnt ist, dem kann es nichts bieten, aber andere Zuschauer wird das irritierende Moment sicher im Gedächtnis bleiben). Ein sehr widersprüchlicher und in sich zerrissener Film, mehr Wagnis und Experiment (eins, das nicht völlig geglückt ist), aber dadurch interessant - wenn man einen Kopf zum Denken hat.

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Straßenfeger 33 - Das grüne Ungeheuer + Feuerdrachen

Serie, Krimi, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 17.09.2012
Diese Veröffentlichung war, nachdem (fast) alle anderen Mehrteiler von Rudi Kurz bereits herausgebracht wurden, mehr als überfällig: "Das grüne Ungeheuer" ist eine DER Straßenfeger des DDR-Fernsehens und ein schlagender Beweis, dass auch die DEFA das Genre des Abenteuerfilms beherrschte (wenn sie den richtigen Leuten die Verantwortung in die Hand gab). Rudi Kurz brachte ein Tempo auf Kinoniveau und eine ungewohnte Härte (die Todesszene von Steve, auch wenn sie sich nur im Gesicht von Erik S. Klein abspielt) ins deutsche Fernsehen (Ost wie West), die auf Jahre nur selten wieder erreicht wurden - kein Wunder, dass schon nach wenigen Monaten der Film seinen Weg in die Kinos fand. Schmissig ist die Musik von Wolfgang Hohensee, malerisch der Balkan, der Südamerika doubelte. Das ganze große Plus jedoch sind (wie so oft) die Schauspieler - pralle Saftgestalten, die ihren Figuren Leben und Zwischentöne verleihen: Jürgen Frohriep als kantiger, zweifelhafter Hüne, Erik S. Klein und Gerd Ehlers als amoralische Schurken, die mit leichter Hand und Leutseligkeit Sympathien tückische Sympathien wecken, Fred Düren, der mit geringsten Regungen den Kontrollverlust spürbar macht. Wer klassische Unterhaltung mit großartigem Schauspiel liebt und sich nicht an der unangenehmen (aber sehr kurzen) tendenziösen, verkitschten Rahmenhandlung stört, ist bei dieser DVD genau richtig.
Weniger beeindruckend ist "Feuerdrachen" - ein Nachklapp zur erfolgreichen Serie "Das unsichtbare Visier", der ursprünglich auch unter diesem Titel laufen sollte, aber aus politischen Gründen unauffällig als Einzelfilm verheizt wurde. Die Ähnlichkeiten sind trotzdem unübersehbar, auch die Schwächen, die sich schon in den letzten offiziellen Teilen gezeigt hatten. Fans der Reihe sollten ihn nicht auslassen, aber andere Zuschauer werden wenig daran finden.

ungeprüfte Kritik

Kerabans phantastische Reise

Kids, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 17.07.2012
Uneingeschränkt zu empfehlen! Der Name Manfred Grätz bürgt für qualitativ hochwertigen Puppentrickfilm und gleichzeitig Treue zum Original (bestes Beispiel: "Die Spur führt zum Silbersee"). Mit diesem Film gab er den Staffelstab an Manfred Durniok weiter, der ein würdiger Nachfolger wurde. Spannend, witzig, mit erstaunlicher Charakteranimation - ein perfektes Vergnügen für Erwachsene und Kinder, die mit diesem (und anderen Filmen der gleichen Reihe) hervorragend an den Meister der Science-Fiction herangeführt werden können. Hoffen wir, dass bald auch "Von der Erde zum Mond" auf videobuster entleihbar ist.

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Der Schut

Abenteuer

Der Schut

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Eine der besten Karl-May-Verfilmungen und zweifellos das im Abstand beste Konkurrenzprodukt zur legendären Winnetou-Serie der Rialto: recht nah am Original, gut gespielt, mit toller Musik und trotz der Laufzeit von zwei Stunden keine Minute langweilig. (Man sollte nur keine großen Erwartungen in den Namen >Siodmak< setzen - straff inszeniert, aber unter seinen Möglichkeiten.) Und endlich ist auch er auf DVD zu sehen. Keine rotstichigen, ausgeleierten Video-Bilder mehr, nein - tolle Bilder direkt vom Original (wirklich vom Original: im Vorspann wird Marie Versini falsch als "Maria" geführt - ein Lapsus, der bei späteren Kopien durch neue Vorspänne korrigiert wurde) mit leuchtenden Farben und - das wars. Keine Extras. Ein bißchen enttäuscht das schon, wenn man bedenkt, daß für die Rialto-Serie erst von Kinowelt, dann von UFA mit Extras nicht gespart wurde. Naja, es geht ja um den Film. Und den mal so zu sehen, wie er gedacht war, lohnt auf jeden Fall die Entleihe.

ungeprüfte Kritik

Unter Geiern

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Die Karl-May-Leser waren geschockt, als Old Surehand das erste Mal auf der Leinwand erschien: Er war viel zu alt, viel zu lässig und humorvoll und hatte außerdem in der Geschichte "Unter Geiern" überhaupt nichts zu suchen. Nun ja, Lex Barker war verhindert und Ex-Hollywood-Star Stewart Granger wollte sich gut in Szene setzen.So wurde aus Surehand ein augenzwinkernder Westerner, der mit Karl May nichts gemein hat. Was hier jedoch etwas verspielt wurde, wird durch die Indianerszenen wieder reingeholt - der Drehbuchautor der Winnetou-Trilogie hatte hier seine kompetente Hand im Spiel, ohne genannt zu werden. Götz George (ironischerweise nur zweite Wahl für die Rolle) bringt den Film mit seinem Temperament ordentlich auf Touren (besonders die Szene in der brennenden Farm bietet wirklich gutes Schauspiel), Martin Böttcher komponierte eine seiner schönsten Musiken, und den jungen Terence Hill (damals noch als Mario Girotti) kann man in seiner zweiten Western-Rolle erleben; vor allem aber sei auf die erklecklich große Rolle von Georg (! alias Gojko) Mitic hingewiesen. Regisseur Vohrer machte aus seinem Western-Debüt einen sehr ansprechenden Film, der wieder einmal beweist, daß sauberes Handwerk nicht hoch genug einzuschätzen ist. Die DVD bietet zudem, was das Fernsehen bis heute (!) versäumt - ungekürztes Vergnügen.

ungeprüfte Kritik

Der Schatz im Silbersee

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Startschuß für eine Kultserie - die Fans streiten, ob er oder "Winnetou 1" der beste Karl-May-Film ist. Doch selbst der "Schatz" trägt (wenn man objektiv ist) schon den Keim des Niedergangs der Serie in sich: Streckenweise hat das Drehbuch wenig mit der Erzählung zu tun, legt zuviel Wert auf die Weißen - eine Westernstadt wie die hier gezeigte gibt es in keinem May-Buch. Diese nicht unberechtigte und oft geäußerte Kritik sollte aber nicht vergessen machen, daß immerhin eine straffe und spannende Fabel gestrickt wurde, die den Geist des Maysters wahrt. Über jeden Zweifel erhaben sind die rasante, beispielhafte Inszenierung, die grandiose Musik und die perfekt ausgesuchten Schauspieler, besonders Herbert Lom (der sich als Anglo-Tscheche selbst synchronisierte) und Götz George verdienen spezielles Lob. Kein Anspruch, keine hohe Kunst - und trotzdem: das ist großes Kino in seiner ursprünglichsten Art.

ungeprüfte Kritik

Winnetou 3

Western

Winnetou 3

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Der dritte Teil der Trilogie ist leider bei weitem nicht mehr auf der Höhe der früheren Filme. Schablonen an allen Ecken und Enden, und gegen Ende mangelt es heftig an Einfällen und macht den guten Eindruck der ersten Hälfte (mit neuen Drehorten und originalen May-Motiven) zunichte. Statt eines wirklich großen Finales, welches der edle Apache verdient hätte, verdröselt sich der Film im Kitsch. Schade, schade ...

ungeprüfte Kritik

Winnetou 2

Western

Winnetou 2

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Geht man nur nach der Originaltreue, wenn man Literaturverfilmungen beurteilt, ist der Titel blanker Etikettenschwindel - mit dem gleichnamigen Buch von Karl May hat der Film praktisch nichts zu tun; lediglich das Motiv von Winnetous unerfüllter Liebe wurde übernommen (die im Buch zudem nur kurz erwähnt wird) sowie der Ölbrand. Was allerdings sehr gut eingefangen wurde (und das unterscheidet diese Produktion von vielen späteren) ist sowohl der humanistische Geist Mays wie auch das romantische Flair des ersten Teils. Liebevoll ausgestattet im Detail, aufwendig und spannend - was will man denn mehr von einem Abenteuerfilm erwarten? (Vielleicht doch ein wenig mehr originalen May.) Interessant am Rande: die erste größere Indianerrolle des Sportstudenten Gojko Mitic, der als Weißer Rabe so grimmig sein durfte wie danach nie mehr.

ungeprüfte Kritik

Winnetou 1

Western

Winnetou 1

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Pierre Brice vermisste "Räsbägt"? Von wegen. Ohne die Blutsbrüder hätte es Abahachi und Ranger ("Schuh des Manitou") nie gegeben - und ihren Erfolg an der Kinokasse schon gar nicht. Dies wäre also das Vorbild: einer der drei besten Karl-May-Verfilmungen und (in der zweiten Hälfte) dazu noch erstaunlich originalgetreu. Perfekt besetzte Schauspieler, eine schmissige Regie, grandiose Bilder und eine geniale Musik - Herz, was willst du mehr? Richtig, endlich eine unverstümmelte Fassung. Und dank DVD ist sie jetzt endlich zu sehen, noch dazu in guter Bildqualität (erstaunlich, was aus der doch recht abgelagerten Kopie herausgeholt werden konnte, denn das Originalnegativ ist durch die drastischen Kürzungen irreparabel geschädigt). Lausig dagegen ist die Tonqualität (es ist eben doch nur eine Kopie) und die Extras sind auch eher lachhaft. Aber wer will sich beschweren, schließlich geht es um den Film. Und der ist sein Geld ebenso wert wie die Zeit, die man sich nehmen sollte.

ungeprüfte Kritik

Der Scout - Tausend Mustangs und ein Häuptling

Western, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
Der letzte wirkliche Indianerfilm der DEFA hatte einen schweren Stand im Kino - gegen die legendären Winnetou-Filme kam er nicht an. Und so verlief er sein potentieller Erfolg im Sande - zu Unrecht.
Sicher hat er dramaturgische Schwächen - zu episodisch ist das Drehbuch, zu wenig verfolgt es einen wirklichen Bogen. Und sehen die meisten Indianer etwas zu asiatisch aus (was immerhin eine interessante und gar nicht so falsche Variation ist), passt Mitteleuropäer Gojko hier nun überhaupt nicht hinein.
Auf der Habenseite befinden sich großartige schauspielerische Leistungen von Jürgen Heinrich und Klaus Manchen (ein kluger und besonnener Schurke, wie man ihn seit Mario Adorf nicht mehr gesehen hat) und die schmissige Musik von Karl-Ernst Sasse. Äußerst geschickt auch die Kameraführung von Otto Hanisch, der das Problem, aus wenigen hundert Ponys (nach Wolfsattacken wurde ein Großteil der Pferde von den verängstigten Besitzern zurück gezogen) eine Herde von 2000 Mustangs zu machen, bravourös löste.
Ein spannender Abschluss der Kinoreihe (sieht man vom in jeder Hinsicht missglückten "Atkins" ab) und damit weitaus würdiger als seine drei Vorgänger.

ungeprüfte Kritik

Weiße Wölfe

Wilder Westen und historische Wahrheit
Western

Weiße Wölfe

Wilder Westen und historische Wahrheit
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
Düster ist dieser Film, weitaus düsterer als alle vorangegangenen und viele der folgenden Filme - und vieles, was in einigen Vorgängern versäumt wurde, holte Debütant Petzold (seit seinem Kellerfilm "Das Kleid" zum Unterhaltungsfilmer "degradiert") nach. Bei der Winterwanderung der verbliebenen Dakota meint man die Kälte zu spüren (tatsächlich war der Rauhreif Kalk), die Kaskadeure (DDR-deutsch für Stuntmen) bekommen mit Stürzen über Telegrafenleitungen u.ä. ordentlich zu tun, die Musik von Karl-Ernst Sasse hämmert sich mit schnarrenden Posaunen und Tritonus hart ins Ohr. Hart geht auch die Dramaturgie mit den Figuren um: der ehemals standhafte Blake fällt um, der positive Sheriff wird mit einem einzigen Faustschlag zu Boden gestreckt und muss hilflos das Ende mit ansehen - und zum ersten Mal stirbt der Held eines DEFA-Indianerfilmes. Realistisch in der Konsequenz ist das Drehbuch zweifellos (die pessimistische Weltsicht sollte auch die folgenden Filme bestimmen), leider aber krankt es an einigen Längen und dramaturgischen Schwächen - das verhindert trotz guter Regie, Kamera, Musik und (ja, auch das ist wichtig) Geräusche, dass er zum Besten seines Sub-Genres wurde.
Ärgerlich, dass, obwohl der DVD ein Positiv guter Bildqualität vorlag, dies auf ein falsches Bildformat geschrumpft wurde, wodurch die das Filmbild komplett ausnutzende Bildgestaltung empfindliche Schäden erleidet.
Trotzdem ein empfehlenswerter, weil unterhaltsamer und aussagekräftiger Film.

Für die, die es interessiert, die wichtigsten Synchronsprecher:

Falke - Gojko Mitic - Karl Sturm
Catherine - Barbara Brylska - Annekathrin Bürger
Listiger Fuchs - Slobodan Dimitrijevic - Klaus Piontek
Starke Linkshand - Slobodan Velimirovic - Norbert Christian
Andy Sleek - Karl Zugowski - Kurt Kachlicki
David - Predag Milinkovic - Werner Ehrlicher
Jim - Milan Jablonski - Lothar Schellhorn
Stumpfmesser - Jochen Thomas - Werner Schulz-Wittan

ungeprüfte Kritik

Spur des Falken

Goldgräber in den Black Hills - Brennende Zelte in den Schwarzen Bergen.
Deutscher Film, Western

Spur des Falken

Goldgräber in den Black Hills - Brennende Zelte in den Schwarzen Bergen.
Deutscher Film, Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
"Eine gelungene Verbindung von Karl May und Karl Marx" nannte die gefürchtete Filmkritikerin Holland-Moritz den dritten Indianerfilm der DEFA. Wohlwollende Ironie (May war offiziell verpönt, aber beliebt, Marx offiziell geehrt, aber unbeliebt), die durchaus einen treffenden Kern hat - "Spur des Falken" war der erste Gojko-Film der DEFA, dem man das Attribut "professionell" verleihen kann. Natürlich knarzt er an einigen Ecken - die dünne Geräuschspur ist eher komisch, ebenso wie der Kriegstanz (in weiteren Filmen verzichtete man vernünftigerweise auf derlei Pseudo-Folklore), aber erstmals haben die Kampfszenen Tempo und die Kamera (enfant terrible Otto Hanisch) traut sich, das Geschehen zu kommentieren statt abzufilmen. Auch die Musik von Karl-Ernst Sasse (Wolfgang Meyer war ursprünglich für die Komposition engagiert, kam aber mit dem Medium Film nicht zurecht, weshalb er vom als DEFA-Dirigent erfahrenen Sasse abgelöst wurde - dieser war so fair und kollegial, die bereits komponierten Themen zu verwenden und eher seinen eigenen Beitrag unter den Scheffel zu stellen) verzichtet auf seltsames dramaturgisches Beiwerk wie Beatklänge (Söhne der großen Bärin) oder Jazz (Chingachgook) und lässt die Welt von Bernstein und Böttcher auch bei der DEFA aufleben. Unvergessen die schmissige Szene, in der Freddy Delmare mit Fiedel durch den Saloon springt; Hannjo Hasse ist ein verlässlicher Fiesling, Helmut Schreiber poltriges Original und die holde Weiblichkeit durch die Polin Barbara Brylska mehr als angenehm vertreten. Ungewohnt seinerzeit war die Besetzung des auf grobe Rauhbeine abonnierten Fred Ludwig ("Nackt unter Wölfen") als charakterschwacher Friedensrichter, während Rolf Hoppe als phlegmatischer Killer den Grundstein für seine Karriere legte. Spannung mit einem Beigeschmack von Trash, vielleicht noch nicht so professionell wie die letzten Winnetou-Filme, aber interessanter und charismatischer als diese.

ungeprüfte Kritik

Tödlicher Irrtum

Machtkampf um das schwarze Gold
Western, Deutscher Film

Tödlicher Irrtum

Machtkampf um das schwarze Gold
Western, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
Dieser Western (einen Indianerfilm kann man ihn kaum noch nennen, da er vor allem unter Weißen spielt) zählt nicht zu den stärksten der DEFA (allerdings auch nicht zu den schwächsten) - und das zieht sich durch alle Kategorien. Autor Rolf Römer (der die Rolle des Halbbluts Howard für sich selbst schrieb, wogegen aber Regisseur Petzold votierte) machte als Schauspieler eine bessere Figur denn als Schreiber, zu zerrissen und szenenhaft ist die Abfolge - es fehlt der dramatische Bogen. Einige Schauspieler bieten, tapfer gegen Klischees anspielend, saubere Leistungen (Mueller-Stahl, Wolff), andere haben sich in den Schlingen des Klischees verfangen (Hoppe, Mitic, Bürger) - wobei ein besonderes Schmäckerchen geboten wird durch Rolf Ludwig, der seinen eigenen Ruf als Trunkenbold ausspielt und auf die Schippe nimmt (aber gerade diese Komik der Fahrigkeit nimmt seiner Figur auch wiederum notwendige Gefährlichkeit). Hinzu kommt, dass (aus Kostengründen oder wegen mangelnder Zeit - eigentlich hatte mit "Weiße Wölfe" die Indianerreihe abgeschlossen werden sollen und man schob "Tödlicher Irrtum" quasi in noch stehenden Kulissen des Vorgängers sowie auf der Felsenbühne Rathen auf die Schnelle nach) fast ausschließlich in der DDR gedreht wurde, was die landschaftliche Präsenz erheblich einschränkt.
Weniger erfreulich auch ist, dass (obwohl sich Icestorm diesmal an das originale Filmformat hielt) nur noch das abgenutzte Negativ zur Verfügung stand, weshalb die Farbqualität deutlich unter anderen Filmen wie "Osceola" oder "Die Söhne der großen Bärin" liegt.
Die 4-Punkt-Wertung also gerade so geschafft - vielleicht aus (N)Ostalgie, aber einiges Interessante hat dieser Film denn doch zu bieten. Und sei es nur ein herrlich verschrobener Gerry Wolff mit heiserer Stimme (wie er sie 30 Jahre später tatsächlich bekam).

ungeprüfte Kritik

Osceola

Die rechte Hand der Vergeltung.
Western

Osceola

Die rechte Hand der Vergeltung.
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
Straff geschrieben und flott inszeniert, hat der Film eigentlich nur das Manko, dass er etwas wenig "Gojko" bietet (dafür, dass er die Titelrolle spielt). Seltsamerweise, obwohl Walter Püschel das Drehbuch schrieb, hat die Handlung fast nichts mit seinen als Vorlage genannten Büchern zu tun (vielmehr hat die Flucht der Sklaven unübersehbare Ähnlichkeit mit Karl Mays "Die Sklavenkarawane" - nun, wenn geklaut wird, dann zumindest vom Besten).
Weniger erfreulich ist, dass die DVD nicht das originale Filmformat (Scope) bietet und deshalb auch am Vorspann herumgepfuscht wurde, außerdem wird die Schlussmusik vorzeitig ausgeblendet. Schade ...
Das ist aber kein Grund, diesen gut gemachten und "politisch korrekten" Indianerwestern zu übergehen, zumal die Farb- und Tonqualität merklich besser ist als bei manch anderem (weniger gut erhaltenen) Film der Reihe.
Für alle, die es interessiert, die wichtigten Synchronsprecher der nicht-deutschen Darsteller (da sie, im Gegensatz zu späteren DEFA-Veröffentlichungen von Icestorm, nicht genannt werden):

Osceola - Gojko Mitic - Gerhard Paul
Moore - Jurie Darie - Horst Schön
Robin - William Aniche - Lothar Schellhorn
Josua - Almamy Soumare - Holger Mahlich
Cilla - Kati Bus - Evelyn Opoczynski
Rhea - Pepa Nikolova - Gisela Büttner
Charlie Emathla - Daniel Michev - Günter Grabbert
Mikonopi - Stefan Peichev - Hans Hardt-Hardtloff
Black Panther - Boubacar Touré - Jürgen Kluckert

ungeprüfte Kritik

Dick & Doof - Auf hoher See

Immer wenn er Hupen hörte - Abenteuer auf hoher See.
Komödie

Dick & Doof - Auf hoher See

Immer wenn er Hupen hörte - Abenteuer auf hoher See.
Komödie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 09.01.2012
Die Kritik wetterte seinerzeit, dass es sich eigentlich um zwei Kurzfilme handle, die nur lose miteinander verbunden sind. Das trifft durchaus zu. Aber es sind Kurzfilme von guter Qualität, die im Gegensatz zu anderen Langfilmen des Duos für beständige Unterhaltung sorgen. Die Stunde Laufzeit vergeht wie im Flug mit einem Trommelfeuer an guten Gags - was will man denn mehr?
Ausnahmsweise ist es sogar erfreulich, dass hier die ZDF-Synchronisation auf DVD gepresst wurde - so vernimmt man vertraute Stimmen für Stan & Ollie (die uralte Kinofassung war sehr ungewohnt und leider auch sehr schlecht besetzt).
Nicht minder unterhaltsam sind die Kurzfilme "Live Ghost" (Stan & Ollie in Höchstform) und "Why Girls Love Sailors" (als beide noch kein Paar, aber nicht weniger begabte Komiker waren). Empfehlenswert!

ungeprüfte Kritik

Dick & Doof - In der Fremdenlegion

Komödie, Abenteuer, Kriegsfilm

Dick & Doof - In der Fremdenlegion

Komödie, Abenteuer, Kriegsfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 09.01.2012
DER beste vielleicht nicht, aber einer der besten auf jeden Fall. Was besonders bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass Stan & Ollie ihn für einen Konkurrenzproduzenten drehten (der ihnen allerdings freie Hand ließ) und aus Zeitdruck "nur" ein loses Remake des Kurzfilmes "Beau Hunks" schrieben - das allerdings buchstäblich um Längen besser geworden ist als die Vorlage. Eine Handlung, die sich gänzlich auf die beiden Komiker konzentriert (statt sie mit einer zuckrigen Liebesgeschichte zu unterbrechen), eine herrliche Rolle für ihren Gegenspieler James Finlayson, eine Gesangseinlage für Hardy - was will man denn mehr?
Die alte Kinosynchronisation - die hätte es sein dürfen. Leider befindet sich auf dieser DVD nur die miese ZDF-Fassung, obwohl die Kinofassung (vor langer langer Zeit) sogar einer der ersten Filme war, die auf Video erschienen. Das verhindert die Höchstwertung.

ungeprüfte Kritik

Dick & Doof - Spuk um Mitternacht

Komödie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 09.01.2012
Laurel und Hardy sprechen deutsch! Das macht die DVD zu einem absoluten Erlebnis, obwohl der Film nicht gerade das Gelbe vom Ei ist - statt den drögen "Laurel & Hardy Murder Case" in Fremdsprachen zu drehen, hätten Stan & Ollie sich lieber auf Meisterwerke besinnen sollen wie "Helpmates" oder "Hog Wild", aus denen man ohne Probleme ein längeres Werk hätte stricken können.
Aber umso unterhaltsamer ist es, die beiden radebrechen zu hören, was für mehr Komik sorgt als die eigentliche Handlung (die dem Film "Berth Marks" entnommenen Schlafwagenszene allerdings sorgt durchaus für Heiterkeit). Und man bekommt eine absolute Rarität zu sehen, nach der Cineasten seit Jahrzehnten (!) forschen. Wenn das kein Grund ist ...

ungeprüfte Kritik

Dick & Doof - Wir sind vom schottischen Infanterie-Regiment

Die tapferen Schotten
Komödie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 09.01.2012
Es ist natürlich Unsinn anzukreiden, dass dieser Film "neu" synchronisiert wurde - die wahrhaft alte deutsche Fassung hat seit 1936 keiner mehr gesehen.
Tatsächlich befindet sich auf der DVD die Kinosynchronisation mit Horst Gentzen (Jerry-Lewis-Stimme) von 1966 und nicht die ZDF-Fassung, die ein Rezensent vielleicht meinte (in der Laurel zwar von seinem Stammsprecher gesprochen wurde, die aber ansonsten eine Katastrophe ist, zudem übrigens von 1975, also ist DAS die Neusynchronisation) - und das ist gut so, denn sie ist trotz der ungewohnten Stimme weitaus besser und atmosphärischer.
Der Film selbst hat leider Gottes einige Längen und einen unsäglichen jugendlichen "Helden" - kann man sich darüber hinweg retten, wird man mit einigen schönen Szenen belohnt, die aber eher einen tollen Kurzfilm abgegeben hätten. Nicht so großartig wie sein Ruf, aber durchaus unterhaltsam - weitaus mehr, als die späten Filme der DVD-Box von Centfox.

ungeprüfte Kritik

Kara Ben Nemsi - Staffel 1

Die legendäre Karl-May-Serie
Abenteuer, Serie

Kara Ben Nemsi - Staffel 1

Die legendäre Karl-May-Serie
Abenteuer, Serie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.01.2011
Kult entsteht durch unermüdliche Wiederholung, Legenden durch Verklärung. So auch bei dieser seit Jahrzehnten nicht mehr gezeigten TV-Serie, von deren Qualität man sich jetzt endlich überzeugen kann. Wenn ein angesehener Theaterschauspieler ohne besondere Action-Fähigkeiten einen Superhelden spielt und sich beliebte Komiker als Araber tummeln, sollte man keinen Abenteuerfilm erwarten. Tatsächlich geht der Serie sowohl das mythische Flair der Kinofilme ebenso ab wie die breite Epik des großen Bruders Advents-Vierteiler (z.B. "Der Seewolf"). Autor und Regisseur Gräwert hat scheinbar ein Sakrileg begangen, indem er die Handlung dessen beraubte, was allgemein als Reiz der May-Bücher gilt: das bunte, spannende Abenteuer. Aber - und das ist die angenehme Überraschung - dahinter kommt ein zweiter Karl may zum Vorschein, nicht weniger reizvoll. Einer, der seinen Helden mit Witz und Intellekt agieren lässt, der auf ironische Weise einen kleinen Bramarbas (also quasi sich selbst) zum zweiten Helden macht und mit bitterem Spott seine teutonischen Peiniger in der orientalischen Justiz abbildet. Gräwerts Serie ist halb Parodie, halb seriöse Komödie, nah am Original und es immer etwas ironisierend. Wen kümmerts, daß die meisten pathetisch rezitierenden Orientalen eher nach "Derrick" aussehen als nach Karl May - "Derrick" ist ja (um den Bogen zu schlagen) Kult. Und ein Quentchen davon läßt sich auch bei "Kara Ben Nemsi Effendi" finden.

ungeprüfte Kritik

Jules Verne - Box 2

Stadt aus Stahl - Die Reise zum Planet des Grauens - Reise ins Zentrum der Zeit
Science-Fiction, Fantasy, Abenteuer

Jules Verne - Box 2

Stadt aus Stahl - Die Reise zum Planet des Grauens - Reise ins Zentrum der Zeit
Science-Fiction, Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.07.2010
Die Tschechen haben ein gutes Händchen für Jules Verne - vielleicht, weil ihnen der eigenwillig schrullige Humor des Franzosen liegt, vielleicht, weil sie nicht versuchen, ihn dramaturgisch zu verbessern. Unter den zahllosen Verne-Verfilmungen tummeln sich eine Menge derer, die nur noch den Namen des Autors verwenden - wenige vertrauen auf die visionäre Kraft des Originals. Diese Verfilmung des Roman "Die 500 Millionen der Begum" tut es - und zurecht. Wie in "Erfindung des Verderbens" (genial verfilmt vom Tschechen Karel Zeman) entwickelte er die Horrorvision einer Bombe, wie sie leider nur 100 Jahre später Wirklichkeit wurde. Unschwer lassen sich die Parallelen des Eisprojektils zur bakteriologischen Kriegsführung ziehen (nur 15 Jahre zuvor wurde John Sturges für einen ähnlichen Plot in "Satan Bug" als absurd verlacht). Ludvik Raza widersteht einer Verwässerung der Geschichte durch eine Liebesgeschichte (der Held ist bereits verheiratet und weiht seine Frau nicht in sein Vorhaben ein) und zeigt statt dessen düstere Bilder, die sich ins Hirn einbrennen - Tod, Hilflosigkeit, aber auch (ach wäre die Wirklichkeit doch auch so) überirdische Gerechtigkeit: der amoralische Geschäftsmann geht an seiner eigenen Maßlosigkeit zugrunde.
Jedem Verehrer von Jules Vernes Visionen, aber auch Liebhabern guter, weil origineller Science-Fiction sei dieser Film (der glücklicherweise in originaler Kinosynchronisation vorliegt) ans Herz gelegt.
Über die ebenfalls zur Box gehörenden amerikanischen Machwerke sei nur der Mantel des Schweigens gebreitet ...

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Die verzauberte Marie

Nach einem Märchen von Jewgeni Schwarz.
Kids, Fantasy

Die verzauberte Marie

Nach einem Märchen von Jewgeni Schwarz.
Kids, Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ein perfekter Märchenfilm, wie es nur wenige gibt. Wie schade, dass der große Jewgeni Schwarz die Umsetzung seines Theaterstückes "Zar Wasserwirbler" nicht mehr erleben konnte - er wäre stolz auf Rou gewesen. Spannung, Komik, Poesie, großartige Schauspielerleistungen (bis in die deutsche Synchronisation), eine farbenprächtige Musik - wer sich bei diesem Film langweilt, ist wohl schon zu sehr durch amerikanische Knallerei und sogenannte coole Sprüche verdorben. Alle jedoch, die sich den Zauber der Märchenwelt nicht nehmen lassen, werden diesen Klassiker lieben und ihn nie vergessen.

ungeprüfte Kritik

Feuer, Wasser und Posaunen

Nach einem russischen Volksmärchen
Fantasy

Feuer, Wasser und Posaunen

Nach einem russischen Volksmärchen
Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Der beste Film eines der besten Märchenfilm-Regisseure, die es jemals gab - ein Meisterwerk, ohne Frage. Und ein Fest für Freunde des großen russischen Komikers Georgi Milljar, der hier gleich in zwei Rollen zu sehen ist: als Gerippe Unsterblich (eine verwandte Rolle spielte er bereits 23 Jahre zuvor) und als Hexe Baba Jaga (die er sogar zweimal vorher schon verkörperte). Aber auch die anderen Darsteller können sich sehen lassen, besonders der junge Hauptdarsteller sei hervorgehoben, der überzeugend den von den "Posaunen des Ruhms" überheblich gemachten Wassja spielt. Witzige Dialoge, wunderbare Tricks, prunkvolle Musik, farbenprächtige Ausstattung - Herz, was willst du mehr. Die wie so oft brillante DEFA-Synchronisation rettet den Film ohne Verluste ins Deutsche. Nicht nur für die Weihnachtszeit geeignet, aber in dieser auf jeden Fall ein absolutes Muß!

ungeprüfte Kritik

Ali Baba und die 40 Räuber

Die schönsten Märchenklassiker der russischen Filmgeschichte.
Abenteuer

Ali Baba und die 40 Räuber

Die schönsten Märchenklassiker der russischen Filmgeschichte.
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ganze 83 Minuten dauert es, bevor der klassische Satz "Sesam, öffne dich!" fällt - und keine Minute der episch weit ausholenden Vorgeschichte herrscht Langeweile. Zwar sind die typisch indischen Elemente der Ko-Produktion etwas gewöhnungsbedürftig (was besonders auf die Hauptdarstellerin und ihre Gesangseinlagen zutrifft), das wird aber mehr als wettgemacht durch die ausgefeilten Charaktere, die Pracht der Bilder und vor allem durch Rolan Bykow (und seinen deutschen Sprecher) in einer grandiosen Doppelrolle. Allen Freunden von 1001 Nacht ebenso wie der sowjetischen Märchenfilme sei dieser Abenteuerfilm ans Herz gelegt!

ungeprüfte Kritik

Befreiung

Drama, Kriegsfilm

Befreiung

Drama, Kriegsfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Antikriegsfilme sind immer ein zweischneidiges Schwert - kann man die Greuel des Krieges glaubhaft darstellen, ohne sie zu zeigen? Rückt die Verwendung von Heldenfiguren die Dramaturgie nicht zu sehr in die Nähe des kriegsbejahenden Filmes? Diese und andere Klippen hat Yuri Ozerov mit seinem gigantischen Epos geradezu bravorös umschifft. Er verweigert dem Publikum glatte Helden (oder eine durchgängige Heldenfigur überhaupt - nur Episodenfiguren, die kontinuierlich immer wieder auftauchen, gibt es), er wagt es, ihm teilweise geradezu dokumentarische Szenen von langen Lagebesprechungen vorzusetzen, ohne in Langeweile zu verfallen, karikiert den überforderten deutschen Führungsstab, ohne ihn komisch oder gar ungefährlich wirken zu lassen, bringt ein Sammelsurium an historischen Fakten ein, ohne den Überblick zu verlieren. Und schon 1969 wurde Stalin in sehr kritischem Licht gezeigt, dass man ihn, ohne viel zwischen den Zeilen zu lesen, als einen despotischen und inkompetenten Kriegsherren interpretieren konnte. Kleines Manko der deutschen Fassung ist, dass sie zeitweise heftig mit der Zweisprachigkeit zu kämpfen hat und diesen Kampf nicht immer gewinnt. Sieht man über damit ausgelöste Sprünge hinweg, wird man mit einem wuchtigen Epos mit viel Unterbau belohnt.

ungeprüfte Kritik

Töte Amigo!

Western, 18+ Spielfilm

Töte Amigo!

Western, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.09.2009
Damiano Damiani - ein Name, der eigentlich für spannende und ätzend kritische Politthriller steht. Ein Name, der auch bei seinem einzigen ernsten Spaghetti-Western für Qualität bürgt. "Quien sabe?" erzählt die Geschichte einer unmöglichen Freundschaft, die letztendlich durch politische Verhältnisse zerstört wird. Gian Maria Volonte ist wie immer großartig als Killer, dem die Begegnung mit einem noch skrupelloseren Yankee die Augen öffnet für seine Verantwortung in den Wirren der Revolution. Sehenswert auch Klaus Kinski in seiner ersten positiven Western-Rolle. Unbedingt verkneifen sollte man sich die katastrophale deutsche Fassung (es sei denn, man interessiert sich dafür, welche Szenen darin geschnitten wurden) und gleich die untertitelte Originalfassung anklicken. Für ein Aha-Erlebnis anderer Art ist die Musik von Luis Bacalov gut: Sie ist teilweise aus seinem Klassiker "Django" geklaut. Kurzum: Ein weiterer Schatz aus einem etwas mißachteten Genre

ungeprüfte Kritik

Das Geheimnis der schwarzen Koffer

Deutscher Film, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.04.2009
Ein blasser Hauptdarsteller und eine gemächliche Regie - das ist das einzige, was dieser Film sich vorwerfen lassen muss. Die Handlung ist vergleichsweise realitätsnah und logisch konstruiert, die Figuren sind nicht schwarz-weiss gezeichnet, sondern mit schönen Zwischentönen, besonders der oft gescholtene Hans Reimann bietet eine glänzende Vorstellung zwischen Biederkeit und aufblitzender Brutalität, die Musik des sonst eher im schlüpfrigen Bereich tätigen Gert Wilden ist spritzig und seinen "echten" Wallace-Kollegen Thomas und Böttcher ebenbürtig.
Von den BRYAN Edgar Wallace-Filmen der einzig empfehlenswerte.

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Mit Django kam der Tod

Der Mann, der Stolz, die Rache.
18+ Spielfilm, Western

Mit Django kam der Tod

Der Mann, der Stolz, die Rache.
18+ Spielfilm, Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Mit Django hat dieser Film nichts zu tun - es handelt sich um eine recht originalgetreue Adaption von "Carmen" (wenn auch im Western-Stil). Deshalb ist Django alias Jose auch nicht der gewohnte harte Bursche, sondern ein sensibler Choleriker, der an seinem Liebeskummer zugrunde geht.
Die strunzdämliche deutsche Fassung sollte man sich unbedingt verkneifen und gleich auf die Originalfassung zurückgreifen (leider wurde nicht die hochwertige DDR-Synchronisation auf die DVD gepresst), dann wird man mit einem interessanten (wenn auch nicht durchweg gelungenem) Streifen belohnt.

ungeprüfte Kritik

Die vier Musketiere der Königin

Die Rache der Milady
Abenteuer

Die vier Musketiere der Königin

Die Rache der Milady
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Eine würdige Fortsetzung (im Original), die sich von der fast reinen Komödie des ersten Teils wegbewegt und die tragischen Tendenzen des Romans voll zum Tragen kommen läßt. Wie gesagt - im Original, denn die deutsche Fassung hat einen immensen Nachteil: Man ist auf die strunzdämliche Synchronisation angewiesen, die ähnlich den "Rittern der Kokosnuß" ihr Bestes tut, um dem Film jeglichen Anspruch zu nehmen und beständig rüden Ton mit Komik verwechselt. Das verdirbt die Freude am Gerangel auf dem gefrorenen See, an den beständigen Ungeschicktheiten von Constance oder der feinen Freundschaft zwischen d'Artagnan und Athos. Sehr schade, denn eigentlich - wie gesagt - eine würdige Fortsetzung, bei dem man also von vornherein auf die Originalfassung zurückgreifen sollte.

ungeprüfte Kritik

Die drei Musketiere

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Zwar ist die Idee, Dumas "Drei Musketiere" als Komödie zu inszenieren, nicht neu - Altmeister Hunebelle tat das schon 20 Jahre zuvor - aber trotzdem ist Richard Lester mit seinem verrückten Zweiteiler etwas Einzigartiges gelungen. Nicht nur, daß zum ersten Mal im Film alle vier Helden eine eigene unverwechselbare Identität besitzen (so wie Dumas sie geschildert hat) - er versetzte sie auch aus der glitzernden Welt in eine realistischere, geprägt von Schlamm und Dreck (sicher auch ein wenig der Entstehungszeit geschuldet - der Zeit des Italo-Western). Respekt vor allem für seinen Einfallsreichtum bei den Action-Szenen - jede der Kampfsequenzen ist einzigartig, ob sie nun in einer Wäscherei spielt, in finsterer Nacht (unter Zuhilfenahme von Laternen) oder ob er Oliver Reeds Unvermögen beim Degenschwingen raffiniert in einen Kampfstil verwandelt, der sich auf das Prinzip "Kraft = Masse x Beschleunigung" stützt. Zudem ist (bei diesem Film) die deutsche Fassung hervorragend gelungen.

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Die Küste der Piraten

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Von italienischen Abenteuerfilmen erwartet man im allgemeinen Trash hoch drei, billig produziertes Schmierentheater. Aber "Küste der Piraten" wartet mit einigen Überraschungen auf: er ist ziemlich aufwendig und die Geschichte schlägt durchaus einige interessante Haken. Man kann sogar zeitweise Lex Barker stilecht mit Piraten-Augenklappe bewundern (es gibt sogar eine logische Begründung dafür). Natürlich wieder das alte Problem: Der gute Pirat ist natürlich kein Pirat aus Leidenschaft (aber genau das macht den wirklichen Piratenfilm aus), sondern ein unschuldig Verurteilter. Aber ein flottes Abenteuerstück für einen bunten Nachmittag bleibt's allemal.

ungeprüfte Kritik