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Kritiken von "SteveStrange" aus

105 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • La Vie en Rose
    Musik, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 20.04.2009
    Das Leben der Piaf – eine große, fast nicht lösbare Aufgabe – ein Felsen. Diese Verfilmung muss wohl eher schief gehen, man ist versucht spontan auf Gegenwehr zu stellen.

    Olivier Dahan führt mit seiner Film-Autographie keinesfalls chronologisch durch das Leben – liefert nur einige Ausschnitte aus einem Leben voller Verzweiflung und Besessenheit. Zwar verzichtet er durch das Nichteinhalten der Chronologie auf die Idee einer Entdeckungsreise, auf die man bei chronologischer Reihung durchaus gehen könnte. Schlicht deshalb, weil der Zuschauer schon zu Anfang der Geschichte mit deren Ende konfrontiert wird. Zeitsprünge jedoch können sinnvoll sein. Sie helfen, geschickt angelegt, das Wesentliche zu verstehen.

    Die Zeitsprünge von „La Vie en Rose“ sind nicht immer gelungen, gerade beim Finale des Films jedoch wahrhaft meisterlich eingesetzt.

    Auch die im wortwörtlichen Sinne Dunkelheit der Bilder kann man zwiespältig empfinden. Dunkle, bühnenhafte Bilder, die die schwierigen, teilweise verzweifelten Umstände der Piaf bildhaft verstärken – wäre die besondere Kunst nicht darin gelegen, das Drama auch vor einem helleren Hintergrund zu entwickeln? Vielleicht ist „La Vie en Rose“ so etwas wie eine perfekte Blaupause. Eine perfekte Anleitung für einen derzeit noch fiktiven, einen noch besseren Film.

    An der Schwere der Aufgabe ist Dahan jedenfalls nicht gescheitert. Das ist das Ehrlichste, was man diesem großartigen Film als Kompliment mitgeben kann. Den nur Wenigen wäre gelungen, was Dahan ohne Zweifel gelingt. Das Leben der Piaf, ihre Kunst und ihre Abgründe, die Gnadenlosigkeit eines Schicksals im Film lebendig werden zu lassen.

    Die Schauspielleistung der Marion Gotillard? Was kann besser sein, als die Piaf auferstehen zu lassen, Sie einfach unwiderstehlich zu treffen? Selten konnte eine Leistung derart überzeugen. Die Piaf - grandiose, unermeßliche Kunst - und doch so menschlich. Zu Recht wurde Gotillard mit dem Oscar bedacht.

    Besonders erwähnen sollte man das Handwerk des Make UPs der Gotillar: gerade noch die rotzfreche, umtriebige Göre. Nach wenigen Stunden Arbeit der Spezialisten das Leid im Gesicht, dass frühzeitig Altern lässt. Für die Leistung der hier zu Werke gehenden Profis scheint es keine Grenzen mehr zu geben. Die Verzweiflung der Jahre, optisch authentisch bis zur Schmerzgrenze. Unglaubliche Perfektion - auch dafür gab es den Oscar.

    Das Leben der Piaf: Das Maßlose Ihrer Stimme war auch die Maßlosigkeit Ihres Lebens. Sie sucht ihres Gleichen – schön das der Film mit der Piaf-Hymne an das Leben schließt …“Non, je ne regrette rien“
  • Elegy
    oder die Kunst zu lieben
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 15.04.2009
    Elegy gleicht am ehesten einem Buch, dessen Kraft nicht reicht, einfach nur zu erzählen und zu beschreiben.

    Ein solches Buch behilft sich oft mit zusätzlichen Kommentaren eines begleitenden Erzählers, erklärt sich damit in Teilen gewißermassen selbst. Warum die Sache so ist, wie sie ist.

    Und genau hier liegt die Analogie zum Film: Die Sinnlichkeit schöner Bilder alleine reicht nicht aus, einen ergreifenden Film zu produzieren. Elegy fehlt das Obsessive, die Leidenschaft wird hier zur reinen Behauptung, ohne die entsprechende Sprengkraft der Bilder. Wo nur bitte bleibt -im Sinne der Romanvorlage - die brutale Begierde, einhergehend mit dem ständig latent vorhandenen Wissen um die eigene Sterblichkeit?

    JA,ja - sollte jemand danach fragen: dermaßen schwergewichtig ist die Romanvorlage. Leichtgewichtig dagegen kommt der Film daher. Wo bitte bleiben die zündenden Funken zwischen Kingsley und Cruz?
  • Ben X
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 15.04.2009
    Ben X gehört zur Kategorie ...“Es wäre viel mehr möglich gewesen.“

    Der Geschichte liegt die bizarre Welt des Autismus zu Grunde. Die Erzählweise ist im Grunde stimmig, der Film versteht es durchaus zu fesseln. Es mangelt allerdings an den Details der Umsetzung.

    Die Fehler?
    Sind eher frappierend. Da wäre z. B. der Hauptdarsteller, ein 30-jährige Teenager,- mit einem eher banalen Fehlgriff der korrekten Zuordnung des Alters fehlt dem Darsteller sofort die notwendige Glaubwürdigkeit. Wie wahr: jede auch noch so banale Fehlbesetzung beraubt einem Schauspieler seiner Leistung. Ben X liefert gewissermaßen den X-sten Beleg.

    Oder sprechen wir über den Regisseur, - einem Newcomer. Gleich in seiner ersten Regiearbeit nimmt er derart offensichtlich Anleihen – in diesem Fall bei "Lola rennt", das es mindestens dem Kenner befremdlich erscheinen muss. Wir reden wohlgemerkt nicht vom Inhalt, sondern von Stilmitteln, der Machart.

    Dazu werden die Charaktere überzeichnet, platt und hölzern entwickelt, diese bewegen sich zeitweise wie Comic Figuren. Eine Mutter, der das Leid in übergroßen Lettern ins Gesicht geschrieben wird. Wie viel Schminke hat dieses 100-Jahre-gelebt-Gesicht nur gekostet? Deren Spiel ist überdreht, dem Zuschauer wird mit Knüppeln beigebracht, welche Art Familie wir gerade beiwohnen. In der Summe ein Gebräu, das zeitweise schwierig zu genießen ist. Schreiben wir dies am ehesten der Unerfahrenheit der Regie zu.

    Nun aber zum Grund, weshalb man sich Ben X dennoch einverleiben sollte.

    Ben X offeriert ein eigenes Bewusstsein, verleitet zum Nachdenken - überrascht mit einem unglaublich intelligent entwickelten Finale. Videospiel und Realität verschwimmen, lassen den Zuschauer rätseln und fiebern. In den letzten 20 Minuten entwickelt der Film wirkliche Klasse. Eine, die für vieles zuvor entschädigt.

    Ben X basiert auf Tatsachen, ergänzt um ein eigens hinzu entwickeltes Ende.
  • Magnolia
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 05.02.2009
    „Magnolia“ beginnt mit einer Aufzählung seltsam-kurioser Zufälle, stets verbunden mit dem Element des Todes. Das Zusammentreffen von Zufällen, damit spielt "Magnolia" von Beginn an. Die Erzählung lässt die Wege verschiedenster Menschen kreuzen.

    Es ist die etwas andere 24-Stunden-Reportage, eine cineastische Verdichtung des Lebens. Es geht um einen Polizisten, einen Sex-Therapeuten und dessen manisches Sendungsbewusstsein, einen sterbenden Medien-Mogul, dazu eine kokainsüchtige Tochter eines krebskranken Gameshow-Moderator – um mal einige zu nennen.

    OH Gott – zu viele Schicksale und überdies überall nur Leid?

    Gemach, gemach - es entwickelt sich eine handwerklich brillant umgesetzte, durchaus komplexe Story. Verschiedenste Handlungsstränge bei denen der Zuschauer schnell bemerkt, dass „Magnolia“ eine lose Aneinanderreihung von Einzelschicksalen schrittweise miteinander verknüpft. Zeitweise mit reichlich Zuckerguss, manchmal gibt es vielleicht zu viel der Überzeichnung. Da wäre z. B. die Keule des fast schon MTV-artigen Einsatzes von Musik, die den Zuschauer in die richtige Stimmung versetzen soll.

    Den tragischen Helden wird überzeugend Leben einhaucht. Magnolias Handschrift sind die Dialoge, der Schicksals- und Zufallsbezug. Alle Charaktere durchleiden dabei traumatische Erlebnisse, verzweifeln am Leben und werden zum Schluss doch irgendwie erlöst. Das ist wörtlich zu verstehen: Regisseur Paul Thomas Anderson bemüht das biblische Gleichnis von den Fröschen, die vom Himmel fallen, um die Katharsis filmisch umzusetzen.

    Ergreifendes, teilweise TRASH-artiges, immer sentimentales Drama über das Leben und diejenigen, die seine Niederlagen erleben. Der Sex-Guru lässt seine Fassade fallen, der Cop verliert mit seiner Waffe die eigene Selbstachtung, der ehemalige Kinderstar fällt geradewegs die soziale Leiter hinunter. Gegen Ende fallen die Frösche, das Element des Todes hält Einzug, - und plötzlich erscheinen sämtliche Akteure auf seltsamste Weise berührt.

    Außergewöhnliches 3 Stunden Filmepos. Sehenswert.
  • Jenseits aller Grenzen
    Wo die Hoffnung überlebt.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 05.02.2009
    Gut das auch Hollywood verarbeitet, was sich auf dieser Welt beschämend und entsetzlich unwürdig entwickelt.

    Neben den allzu große Schuhen der Menschenrechte, dessen sich „Jenseits aller Grenzen“ annimmt, abseits dramatischer Bilder und Schauspielleistungen, die im wortwörtlichen sehenswert sind (- ja- selbst Angelina kann nicht NUR schön sein) – die Festivität mit Eklat zum Anfang der Geschichte schließt mehr Potential auf, als sich später umsetzen lässt.

    Es stimmt – niemand kann das Elend dieser Welt gewissermaßen pur im Kino darbieten. Es bedarf schon einer begleitenden Story. In wie weit eine eher klassische angelegte Lovestory dazu geeignet ist, sei dahin gestellt. Spätestens jedoch, wenn „Jenseits aller Grenzen“ beginnt, sämtliche Elends- und Krisenherde dieser Welt wie an einer Perlenkette aufzureihen, spürt man, dass die Geschichte wohl eher am Reißbrett geplant wurde.

    Dennoch ist der Film durchaus ergreifend. Jedem Zuseher wird aufs Deutlichste vor Augen geführt, was im Leben wirklich zählt. „Jenseits aller Grenzen“ steht sicher nicht für übergroße Filmkunst, - man könnte allerdings behaupten: gerade DAS ist bei diesem Film wohl eher nebensächlich.

    Das Herz wird am rechten Fleck getragen,- und daher gilt: Bitte hinsehen !
  • Blueprint
    Drama, Deutscher Film, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 05.02.2009
    Ohne Umschweife: Blueprint ist eine Zumutung.

    Wo nur soll man anfangen? Vielleicht bei Ausstattung und Maske. Eine vorgeblich 20jährige, die wie 35 Jahre aussieht? Man kann Mutter und Tochter dem Alter nach kaum unterscheiden. Ach ja – DIE Tochter ist ja ein Klon - was Sie allerdings nicht alterslos macht.

    Man staunt über einen „Future Touch“ der besonderen Art - wenn Technik wie in 20 Jahren aussehen soll (z. B. der Bildschirm in der Hütte) und schon bei Veröffentlichung von „Blueprint“ wie die leibhaftige Vergangenheit wirkt. Kein Film, der professionellen Ansprüchen genügen will, sollte sich so etwas jemals leisten.

    Dazu das Storyboard: behandelt wird ein überaus ernstes Thema, welches mit Zeitreisen in eine "Patricia Highsmith Welt" der kitschicksten Art untergenudelt wird. Die Seenlandschaft in Kanada, mit netten Nachbarn und Alpino Elch obendrauf, all das wirkt komplett daneben. Und was bitte soll diese Pseudo-Auseinandersetzung von Mutter und Tochter? Um Liebhaber und Kunst - ohne Tiefe, seltsam gestelzt, man spürt keinerlei Anliegen der Erzähler – Serien TV Niveau.

    Zum guten Schluss das unvermeidliche, schnulzig seifige Happy End – schön dass dieses Machwerk ein Ende findet.
  • Die Insel
    Plane deine Flucht.
    Thriller, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 05.02.2009
    Ein Blick in die Zukunft - menschliche Klone als Ersatzteillager für Menschen, die sich buchstäblich Vieles leisten können. Z. B. keine Fragen zu stellen und wirtschaftlich fast jede Summe für die eigene Lebensverlängerung zu investieren.

    Zu Anfang versteht es Regisseur Michael Bay futuristischen Kulissenzauber zu entfachen. Trotz der Allmacht der Bösewichte entkommen zwei Zöglinge. Schade, dass der zu Grunde liegende Plot nicht wirklich ausgeweitet und verfolgt wird: menschliche Alpinos, wahre Neutrinos - ohne Erfahrung und ohne soziale Kenntnisse treffen auf die „wahre" und wuselnde Welt.

    Michael Bay wählt den Weg der zeitweise totalen ACTION – was bitte soll es bei ihm auch sonst geben? Durchaus gelungen und rhythmisch inszeniert, mit dem besonderen Hintergrund des Story Plots.

    Unterhaltsam. Wenn auch das Ergebnis jeder noch so wahnwitzigen Verfolgungsjagd bereits vor Beginn des Wettlaufs feststeht. Und es zu keiner Zeit klar ist, warum die allmächtigen Bösen den beiden Klonen einfach kein Paroli bieten können. Allemal fesselnd und mit unglaublich viel Aufwand in Szene gesetzt ist die „Die Insel“ zumindest keine Zeitverschwendung.

    BTW: Das schamlose product placement ist ein echtes Ärgernis.
  • Die Manns
    Ein Jahrhundertroman
    Drama, Deutscher Film, TV-Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 26.12.2008
    In seiner Machart grandiose und international viel beachtete Filmdokumentation rund um das Leben des Thomas Mann.

    In den ersten Minuten für den Betrachter vielleicht noch etwas verwunderlich, wechselt die Spielfilm Trilogie gekonnt zwischen Filmszenen, Dokumentarmaterialien, durchmischt die Darstellung der Familie Mann mit Interviews der Familienangehörigen oder Zeitzeugen, mit Radiomitschnitte oder Briefen.

    Was als Konstruktion durchaus fehlschlagen kann, wirkt hier mit geballter Authentizität. Der Betrachter hat sofort das Gefühl, dass die Arbeitsweise der Filmdokumentation sinnvoll und nahe liegend ist

    So wird es möglich über Leben und Arbeit des Thomas Mann eine greifbare Vorstellung zu bekommen. Etwas über die Eigenarten der Familienverhältnisse der Manns zu erfahren, deren Abgründe und Schicksale. Mehr als man zu Anfang zu hoffen wagt, eine reine Spielfilmausarbeitung hätte das vermutlich nicht leisten können.

    Die Melancholie von Vergangenheit und der Erinnerung wirkt auch deshalb so verdichtet, weil die Darsteller gerade in der Wechselwirkung mit den Dokumentarmaterialien besonders authentisch wirken. Eine berührende Chronik der Familie Mann, die tief unter die Haut geht.

    Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Elisabeth Mann-Borghese, die leider kurz nach Beendigung des Filmprojekts überraschend verstorben ist. Ihr persönliches Engagement, ihre Mitwirkung und menschliche Wärme bei den Besuchen der Originalschauplätzen, ihre freigiebigen Antworten und Gedankenspiele lassen diese Familienchronik zu einem überaus bedeutsamen Ereignis werden.

    Wer nicht genug bekommen kann, schaut sich die drei den CD´s beigefügten Dokumentationen an. Für wahr sehenswert, was neben den in dem Doku-Drama bereits verwendeten Materialien alles aufgelaufen ist.

    Im Gesamtbild bleibt nur den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki zu zitieren:
    - ..."ein Lehrstück für Deutsche, unvergleichbar und unübertrefflich."
  • 8 Frauen
    Krimi, Musik
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 26.12.2008
    Leidlich schwer, wirklich zu beschreiben, was „8 Frauen“ ist. Zunächst ein weibliches Staraufgebot des französischen Films, welches absolut seinesgleichen sucht. So nebenbei auch eine Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Robert Thomas.

    Eine Schneelandschaft wie gemalt. Ein einsames Landhaus. Ein Reh sucht auf der Terrasse nach Futter. Eine scheinbar gemütliche, friedliche Idylle. Dann beginnt ein Kammerspiel der komplett überdrehten Charaktere. Satte Farben im Hintergrund, eine irreale Atmosphäre entsteht, als wäre man in einem Film der 50er gelandet.

    Und dieses als Mix noch nicht Wagnis genug, wird außerdem mit Vollgas in die Wunderkiste gegriffen. Ein Kriminalstück alla Agatha Christie oder Edgar Wallace wird mit Komik, Gesang und Tanzeinlagen gemixt. Eine Musical-Farce laut Wikipedia.

    Das passiert bei einem Film definitiv selten: nach 10 Minuten beinahe schon abgebrochen, um am Ende „8 Frauen“ in seinem, zugegeben sehr speziellen Fach, zum „Best Off“ zu rechnen. Irgendwie ist "8 Frauen" unvergleichlich. Ein wahnwitziges Feuerwerk szenischer Groteske, Persiflagen auf menschliche Abgründe, ständiger Wechsel von Intrigen und munterem Rätselraten nach der Schuldigen. Ein göttlich spitze Abfolge von Dialogen und Anspielungen auf die Filmbranche.

    8 Frauen gewinnt schon beim ersten Mal schauen eine Aura von „Same procedure as last year, Miss Sophie?“. Ja - es ist erfrischend und dazu überaus mutig, eine solche Mixtur auf die Beine zustellen. Vermutlich weist schon die Anzahl weiblicher Filmgöttinen den Weg. Wenn nicht mit einem außergewöhnlichen Projekt, mit was sonst konnte man diese gewinnen?
  • Marlene
    Die Legende. Der Mythos. Der Film.
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 26.12.2008
    "Marlene" - die große Diva...

    Zweifellos ist das Leben der Marlene Dietrich ein besonderes Objekt des öffentlichen Interesses. Und ist nicht nur deshalb als Filmvorlage grundsätzlich geeignet. Gerade das Leben der Marlene Dietrich bietet viel Substanz, Superstar und öffentliche Person, persönliches Schicksal und jede Menge Exzentrik. Vilsmaiers "Marlene" hat allerdings große Schwierigkeiten, das Leben und Werk des Weltstars Marlene Dietrich greifbar einzufangen.

    An Kulissen und Dekor wird nicht gespart, aufwendige Kostümen für die Hauptdarstellerin Katja Flind, die den Anforderungen noch am ehesten gerecht wird. Das jedoch kann sicher nicht der Gradmesser der Bewertung sein.

    Da wird ein Liebhaber für Marlene erfunden, obwohl es genug authentische Affären gab. Wenig bis keine Darstellung von Fakten und Tatsachen, die Marlene Dietrichs Engagement gegen die Nazis korrekt darstellen. Viel zu freigiebige Umgang mit den Fakten, beispielsweise wurde die berufliche Trennung Marlenes von Sternberg ins Jahr 1939 verlegt, diese fand jedoch schon 1935 statt.

    Aber selbst wer all das akzeptiert, muss sich über die seltsame Sprachlosigkeit von „Marlene“ wundern. "Marlene" ist das Verfilmen eines Lebens ohne ein näheres Verständnis der Person zu liefern. Ja, man versteht nur wenig davon, was die Dietrich wirklich bewegte. Vielleicht am Besten getroffen die persönliche Isolation durch das zeitweilige Leben in den USA, die Unvereinbarkeit von Familie und Glamour-Hollywood.

    Jedoch läuft „Marlene“ am Kern der Anforderung vorbei. Er liefert keine Idee, warum der Regisseur Sternberg einer angeblich untalentierten Marlene persönlich und als Filmemacher so sehr verfiel. Warum die ganze Filmwelt ihr damals zu Füßen lag.

    Marlene - die Überforderungen des Josef Vilsmaier. Die soll es ja gelegentlich schon gegeben haben.
  • Die Häupter meiner Lieben
    Komödie, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 26.12.2008
    Film nach Buch von Ingrid Noll.

    Es fehlt an sehr vielem. Der Handlungsverlauf versucht zwischen episodenhaft erzählten Männergeschichten einen Zusammenhang herzustellen. Das geschieht eher konstruiert, seltsam vorhersehbar. All das war schon x-fach zu sehen. So auch das Ermorden der nutzlos gewordenen Liebhaber mit Style und Tücke, ach Gottchen – wie oft noch.

    Die Landschaft der Toskana wie im Reiseprospekt. Tiefschwarze Komödie? Sollte das etwa Kult werden? Und wer bitte lässt dabei Qualität regnen? Auch Christiane Paul und Heike Makatsch können diese Geschichte nicht retten.
  • Der Liebeswunsch
    Deutscher Film, Drama, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "SteveStrange" am 26.12.2008
    Eine Tragödie nach der Romanvorlage von Wellershoff. Im Mittelpunkt eine Studentin, die sich Liebe und den Zauber der Welt wünscht. Die sich mit den Banalitäten des Alltags nicht zufrieden geben will. Wer würde es Ihr verdenken...

    Sie heiratet schnell. Einen zwanghaften, völlig verklemmten Richter, der sie behandelt wie ihr Lehrer und Erzieher, nicht etwa wie ihr Liebhaber. Die Tanzszene der Anja als Haushütern steht für ihre Sehnsucht. Eine Sehnsucht die das Leben oftmals mit super banalen Realität beantwortet. Bei Anja in Form des besuchenden späteren Ehemanns.

    Ausgehungert nach Leidenschaft und Liebe wirft sie ihr Herz dem Chirurgen Jan vor die Füße. Auf Grund ihrer Situation interpretiert Sie viel -wenn nicht alles- in die Affäre hinein. Jan erschrickt über ihre tiefen Gefühle. Verlässt sie, weil seine Alltagsbeziehung „Stress“ signalisiert. Und er zudem weiß, dass er ihre Gefühle nicht erwidern kann - oder will. Er empfindet "nur Lust", nicht Liebe. Der Hobby Philosoph teilt mit: ..."In der Natur gibt es keine Hoffnung und kein Mitleid, nur Vergessen. Deshalb muss man versuchen, so viel Spaß wie möglich im Leben zu haben." Wobei auch Hobbyphilosophen nicht falsch liegen müssen...

    Der Film trifft einige Szenarien traumhaft sicher so z. B. erfährt Anja frühzeitig über die Vergangenheit von Jan, von anderen Frauen – und läuft dennoch zielsicher in die Falle.

    Was bleibt von einem Film, den man anschaut, um Jessica Schwarz ein weiteres Mal zu bewundern? Jedoch gleichzeitig weiß, dass laut Roman die Rolle der Anja im „Viererkonzert“ diejenige der Schwächste der Viererbande ist. Die durch die Ablehnung von Jan ins „Nichts“ abgleitet? Der Freitod ist die Lösung...

    Schüchterne Lebensfremdheit, wie Wellershoff sie in der Romanvorlage schildert, ist der Film-Anja total fremd. Von Anfang an beherrscht sie die Leinwand, das Spiel der Blicke vor der Kamera. Durch ihre überlegene Sinnlichkeit zerstört sie das heikle Gleichgewicht zwischen den vier Hauptfiguren, auf das die Geschichte eigentlich angewiesen wäre.

    Kleiner Strickfehler einer Romanverfilmung, die dennoch einnimmt - auch Tobias Moretti als Leonhard und Barbara Auer als Marlene.