Lena Ferben hat schon fast ein halbes Leben gelebt, als sie alle ihre Erinnerungen, ihr komplettes Ich verliert. Ihr Mann ist plötzlich ein Unbekannter, ihre Freunde Fremde, ihr bisheriges Leben eine fiktive Erzählung. Sie muss sich entscheiden - werden, wie sie war oder eine Andere bleiben: Lena Ferben (Maria Schrader) ist seit Jahren mit ihrem Mann Tore (Johannes Krisch) verheiratet, als sie sich plötzlich verliert. 'Retrograde Amnesie' sagen die Ärzte zu Lenas Zustand; eine nicht diagnostizierte Gehirnentzündung ist der Grund. Die Folge: Sie hat keinen Zugriff mehr auf das, was die Medizin als biographisches Gedächtnis bezeichnet. Und wie seltsam das Gehirn doch funktioniert. Die Sprache ist noch vorhanden, doch die Wörter an keine Erfahrung geknüpft. Komik, Treue, Geschlecht, Liebe, Ehemann. Begriffe schwebend im luftleeren Raum, abgeschnitten von der Erdung ihrer Bedeutungen. Tore versucht, Lena den Weg zu ihr zu zeigen, wer er für sie war und wer sie für ihn. Eine Nacherzählung bereits erlebter Realität. Aber während ihre Umwelt nur den Verlust der alten Lena empfindet, bewegt sie sich selber auf eigenen Wegen. Wie ist es wohl, diese Lena Ferben zu sein? Lena probiert es aus, wie ein Schauspieler eine Rolle probiert, während in ihr zur gleichen Zeit etwas Neues entsteht, eine eigene, individuelle Persönlichkeit, die sich dagegen wehrt, das zu tun, wozu Lenas ganze Umwelt sie ermutigt und drängt: Sie selbst zu werden...
Regie und Drehbuch: Jan Schomburg. Der Filmemacher wurde 1976 in Aachen geboren. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel (Film und Fernsehen) absolvierte er den Studiengang Filmregie an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln. 2007 durchlief Schomburg die Drehbuchwerkstatt München. 2008 erhielt er zudem ein Stipendium an der 'Andrzej Waida Master School of Film Directing' in Warschau. Er realisierte mehrere preisgekrönte Kurzfilme. Sein erster langer Kinospielfilm 'Über uns das All' (2011) wurde auf der 61. Berlinale in der Sektion 'Panorama Special' uraufgeführt und mit dem 'Prix Europas Cinemas' ausgezeichnet. Sein zweiter langer Kinospielfilm 'Vergiss mein Ich' (2014) wurde 2012 noch unverfilmt für den deutschen Filmpreis 2013 in der Kategorie bestes Drehbuch nominiert.
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Lena Ferben has already lived almost half a life when she loses all her memories, her complete self. Her husband is suddenly a stranger, her friends strangers, her life so far a fictional story. She has to decide - become as she was or remain someone else: Lena Ferben (Maria Schrader) has been married to her husband Tore (Johannes Krisch) for years when she suddenly loses herself. 'Retrograde amnesia' is what the doctors call Lena's condition; an undiagnosed encephalitis is the reason. The result: she no longer has access to what medicine calls biographical memory. And how strangely the brain works. The language is still there, but the words are not linked to any experience. Comedy, fidelity, gender, love, husband. Concepts floating in a vacuum, cut off from the grounding of their meanings. Tore tries to show Lena the way to her, who he was to her and who she was to him. A retelling of reality that has already been experienced. But while those around her only feel the loss of the old Lena, she herself moves on her own path. What is it like to be this Lena Ferben? Lena tries it out like an actor tries out a role, while at the same time something new emerges in her, her own, individual personality that resists doing what Lena's whole environment encourages and urges her to do: to become herself...
Director and screenplay: Jan Schomburg. The filmmaker was born in Aachen in 1976. After studying visual communication at the Kunsthochschule Kassel (film and television), he completed the film directing course at the Academy of Media Arts (KHM) in Cologne. In 2007, Schomburg went through the Munich screenplay workshop. In 2008 he also received a scholarship at the 'Andrzej Waida Master School of Film Directing' in Warsaw. He has made several award-winning short films. His first feature film 'Über uns das All' (2011) premiered at the 61st Berlinale in the 'Panorama Special' section and was awarded the 'Prix Europas Cinemas'. His second feature film 'Vergiss mein Ich' (2014) was nominated for the German Film Award 2013 in the category best screenplay in 2012.
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