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Kritiken von "frankycl" aus

22 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Schrei aus Stein
    Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 24.10.2010
    Langweilige und extrem unglaubwürdige Nachstellung der Cerro Torre - Erstbesteigung mit wenigen schönen Bergaufnahmen

    Dieser Film hat mich extrem enttäuscht ! Und dabei war er mit so berühmte Namen beworben worden: Hans Kammerlander u. Stefan Glowacz als Kletterer, Donald Sutherland und Mathilda May als Schauspieler, Werner Herzog als Regiseur und alles nach einer Idee v. Reinhold Messner... Naja, von Werner Herzog war man ja schwermütigen Pathos (zu schwermütiger Dröhn-Musik) und langwierige, nichtssagende Kammera-Einstellungen gewöhnt (und bekommt auch hierbei reichlich davon geboten), aber daß daß dazu noch eine derart langweilige Inszenierung und geradezu dilettantische schauspielerische Darstellung kommt hatte ich nicht erwartet. Selbst Donald Sutherland, welcher noch die glaubwürdigste Figur im Film abgibt, wirkt, als habe er sich mit Anzug und Regenmantel (in Sturm und Kälte in einer alpinen Berglandschaft !) im Film-Genre verlaufen. Und sogar die einzige Möchtegern-Bettszene wirkt lächerlich, da sie (ACHTUNG SPOILER !!)Mathilda May nackt neben Stefan Glowacz zeigt, diese aber seine belanglosen Streichelversuche (am Arm !)abwehrt, weil es ihr "zu schnell" mit ihnen gehen würde (SOILER-ENDE !). Ganz zu schweigen von dem vermuteten Hauptthema des Films (, welches aber tatsächlich nur ein Nebenthema darstellt; sowohl in Bezug auf die zeitliche Quantität, als auch die filmisch-erzählerische Darstellung), den eigentlichen Kletterszenen: entweder sieht man nur ganz kurze Ausschnitte oder extreme Nah- bzw. Fernaufnahmen und die (eigentlich) dramatischsten Szenen sind derart unscharf und oder verwackelt, daß man nur erahnen kann was dabei eigentlich passiert ... und alles wirkt so extrem unglaubwürdig, daß es einem als Berg- oder Kletter-Fan die Tränen in die Augen treibt (wenn man nicht schon vorher eigeschlafen ist, da sich alles - bis auf wenige, kurze Kletterszenen mit ST. Glowacz - erst ganz zum Schluß des Films abspielt): Da klettert Glowacz alleine los und zieht zwei Seile hinter sich her (die er auch schön brav in Sicherungen einhängt), die er schon in den nächsten Kammeraeinstellungen nicht mehr hat und in der übernächsten doch wieder und ganz am Schluß nur noch eines, welches ihn aber natürlich bei mehreren Stürzen vor dem sicheren Tod bewahrt, obwohl ja gar keiner außer ihm mehr dabei ist und ihn sichern könnte ! Und am Ende (ACHTUNG SPOILER !!) zeigt man einen längeren Sturz von ihm im freien Fall - und v. einem Eis-Überhang aus -, welcher die plötzliche Ohnmacht (oder gar den Tod ?) desselben ausgelöst haben soll, obwohl er nicht einmal irgendwo auch nur ein klein bisschen angeschlagen ist - so ein Schwachsinn ! (Jeder, der selbst klettert, oder auch nur ein bischen Ahnung davon hat wird wissen, daß solche Stürze absolut harmlos sind). Oder der andere Super-Bergsteiger (einigermaßen glaubhaft gespielt v. Vittorio Mezzogiorno), welcher kurz unter dem Gipfel in einer Nahaufnahme von einer (von woher auch immer stammenden) Eislawine überspült dargestellt wird, welche ihm zwar an allen möglichen - und unmöglichen - Stellen den Anorak zerreißt, aber ihm selbst, obwohl er ohne Helm klettert (!) nicht die kleinste Schramme zufügt, etc., etc. ... Diese Liste könnte man noch lange fortsetzen (SPOILER_ENDE !).
    Das einzige, was ich an dem Film positiv fand - und weshalb ich auch einen Stern vergeben habe - waren einige schöne Natur- und Bergaufnahmen des Cerro Torre Gebietes in Patagonien, doch auch diese waren teilweise so unscharf (wie auch der gesamte übrige Film) oder wurden nur ganz kurz gezeigt (mit Ausnahme der Rundum-Helikopter-Aufnahmen ganz zum Schluß), so daß sich auch für Natur- und Bergbegeisterte die Freude in Grenzen halten dürfte.

    FAZIT: Nicht einmal für Berg- bzw. Kletter-Begeisterte empfehlenswert und schon gleich gar nicht für Drama-Liebhaber, die aufgrund der großen Namen vielleicht einen spannenden Film erwarten. Lediglich für Naturliebhaber, die unbedingt einmal wissen wollen (und noch nie anderweitig etwas davon gesehen haben), wie der Cerro Torre und umliegende Berge von der Nähe aussehen einen Blick wert - aber auch die brauchen viel Geduld und müssen über so manche dramaturgischen und schauspielerische Schwächen hinwegsehen.
  • Am Limit
    Dokumentation
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 20.10.2010
    Film-Doku über zwei außergewöhnliche Kletterer und ihre Obsession, das vermeintlich unmögliche zu versuchen.

    Ich denke, daß man sich bei diesem Film im Vorhinein im klaren sein sollte, daß er eindeutig nicht für Laien bzw. Leute gedreht wurde, die nichts / fast nichts über das Klettern im Allgemeinen und das Yosemite Valley im Speziellen wissen. Es werden häufig Fachbegriffe wie z.B. "Free Solo" oder "On Sight" genannt und Örtlichkeiten oder Klettertechniken gezeigt, die nicht im mindesten erklärt werden. Es handelt sich nicht um einen Film über das Klettern generell und auch nicht über "Speed-Climbing" par se und schon gleich gar nicht über die verwendete Ausrüstung oder spezielle Techniken (weshalb diese Dinge auch meist nur kurz angeschnitten / gezeigt werden). Nein, es handelt sich schlicht um eine Dokumentation über zwei außergewöhnliche Menschen, zwei Brüder (bekannt als die "Huber-Buam"), die schon viele Jahre zusammen klettern und schon viele Erfolge - allein und zusammen - in der internationalen Berg- und Kletterszene errungen haben. Und der Film stellt den Versuch dar - hauptsächlich durch interview-ähnliche Monologe -, die Hintergründe dieser außergewöhnlichen Verbindung und die Hintergründe ihrer gemeinsamen Leidenschaft, ja Obsession, nämlich das Ausloten - und beabsichtigte Überschreiten - des eigenen, persönlichen "Limits" im Speziellen und das "Pushen" der menschen-möglichen Grenzen im Allgemeinen durch einen neuen Rekord im Speed-Climbing einer besonderen (und vielleicht der berühmtesten) Route - der "NOse" - am El Capitan, dem mächtigsten und bekanntesten Felsmasiv des kalifornischen Yosemite Valley. Wenn man über diese Dinge ein wenig Bescheid weiß (und sich über die Extras der DVD noch ein wenig mehr informiert, wie z.B. mittels einem sehr interessanten Interview der zwei Brüder, welches nach dem Film / dessen Ereignissen aufgenommen wurde), kann man nämlich durchaus einige interessante
    Dinge über Speed-Climbing und die verwendete Technik / Ausrüstung erfahren und bekommt auch einige sehr schöne und imposante Aufnahmen von Teilen der gennannten Route (und noch ein paar anderen) und eindrucksvolle Bilder der örtlichen Gegebenheiten des genannten Tals (oder auch von Patagonien und dem Cerro Torre-Gebiet) gezeigt. Man darf nur nicht erwarten, daß das gezeigte auch noch erklärt bzw. in aller ausführlichkeit genannt wird.
    Ich glaube aber auch, daß Leute, die einfach nur Natur- und Abenteuer-(im echten Leben, nicht im Film !)-Liebhaber sind oder solche, die einfach wissen wollen, was es alles für "Spielereien" in menschen-möglichen - und beinahe unmöglichen - Extrem-Sportarten gibt durchaus etwas von diesem Film haben können, da er viele, teils wunderschöne Naturaufnahmen, Zeitraffer-Effekte und spektakuläre Kletter-Szenen (untermalt von teilweise sehr passender, guter Musik) enthält und überdies die menschlichen Hintergründe und Motive aufzeigt, welche die Grundlage für ebensolche Höchstleistungen darstellen.
    Wohl deshalb werden im Film auch immer wieder (#ACHTUNG SPOILER# !!) die - geradezu philosophischen - Aussagen von Kletterlegenden und Lokal-Matadoren, wie Dean Potter angeführt, welcher mal eben mit nichts am Leibe, als seinen
    Alltagsklamotten einen viele Meter hohen manns-breiten Riß emporklettert, oder barfuß und ungesichert über ein Seil balanciert, hoch über einem reißenden Gebirgsbach. Und der "alte seiltanzende Indianer" (aus einer anderen Kritik) ist kein geringerer, als "Charles Victor Tucker III." (unter Kletterern v.a. bekannt als "Chongo"), eine art moderner Philosophen-Nomade, welcher vieleicht die schillerndste Persönlichkeit des Yosemite darstellt, (früher) als einer der
    Kletter-Pioniere galt und selbst schon Bücher über Bigwall-Climbing und - man höre und staune - Quanten-Physik veröffentlicht hat. - Allerdings gilt auch hierfür, wie schon für das oben gesagte, daß diese Hintergrund-Informationen in keinster Weise im Film genannt werden, sondern einfach die betreffenden Personen in der Ausübung ihrer Tätigkeit gezeigt werden und man diese ihre eigenen, persönlichen Gedanken und Ansichten äußern läßt, ohne diese in irgendeiner weise zu kommentieren. Doch gerade dies finde ich äußerst interessant (auch, wenn es nur ein relativ kleines Neben-Thema darstellt), denn wenn man diesen Menschen (wenn auch nur im Film) in die Augen sieht und ihren Worten lauscht (jenseits aller schauspielerischen Verstellungen !), vermag man vielleicht zu erahnen, daß diese durch ihre jeweiligen Grenz-Erfahrungen - zumindest zum Teil - etwas gefunden haben, was so viele Menschen heute (bewußt oder unbewußt) suchen, nämlich schlicht: sich selbst.
    Dies gilt im weitesten Sinne wohl auch für die eigentlichen Hauptpersonen des Films, die beiden Brüder, welche ebenso ihre persönlichen Motive und
    Gedanken, aber auch Ängste und Zweifel an- bzw. aussprechen und film-dokumentarisch bei ihrem Rekord-Versuch, aber auch bei ihren Trainings- und Vorbereitungs-Tätigkeiten begleitet werden, wobei auch hier viele Dinge nur angedeutet und exemplarisch dargestellt / gezeigt werden und wohl nur für bereits Kletter- bzw. Yosemite-Begeisterte wirklich interessant sind.
    Interessant fand ich auch, daß der Film eben nicht nur die technische bzw. sportliche Seite des Vorhabens der beiden Brüder enthält, sondern auch die menschliche und persönliche Seite beleuchtet (und recht ausführlich an verschiedenen Örtlichkeiten zeigt), wie z.B. die unterschwellig immer vorhandene Rivalität der beiden und Probleme, welche die beiden in Vergangenheit und Gegenwart mit sich und anderen hatten / haben.
    Nicht gut fand ich allerdings, daß bei den eigentlichen Kletter-Aufnahmen (sowohl bei den Vorbereitungen, als auch beim Rekord-Versuch selbst) die eigentlich interessantesten Dinge, nämlich die Stürze jeweils eines der beiden Brüder, überhaupt nicht gezeigt wurden - zumal offensichtlich ja eigentlich gar nicht viel passiert ist: Der eine reißt sich ein paar Bänder ab und hat ein paar Prellungen und muß noch ein weiteres Jahr auf den Rekord-versuch warten und der andere hat außer ein paar Schürfwunden und offensichtlicher Erschöpfung keine sichtbaren äußeren Verletzungen und kann ganz normal weiterklettern. Da
    werden dann im esten Fall auf einmal Bilder gezeigt, wo der jüngere der Brüder von verschiedenen anderen Personen durch den Wald getragen wird bzw. am Boden entlang kriecht (ohne daß auch nur erwähnt wurde, was geschehen ist) und im zweiten Fall werden stat dem fallenden Kletterer ein paar Steine in Zeitlupe gezeigt, welche - akustisch allerdings gut vertont; wer so etwas schon mal im Gebirge erlebt hat wird wissen, was ich meine - eine Felswand entlang hinunterfallen (#SPOILER-ENDE# !). Das wirkt, im Vergleich zur sonstigen, auf Dramatik und Spektakuläre Bilder zielenden Inszenierung, nicht nur lächerlich,
    sondern dürfte bei einigen Zuschauern kurzzeitig auch für ziemliche Verwirrung sorgen. (In der NY-Times war zwar zu lesen,daß dies durchaus vom Regiseur beabsichtigt war, weil man "keine extremen Unfälle" zeigen wollte..., aber das wirkt auf mich so, wie wenn man in einem Horror-Film anstelle einer blutigen Szene einen Teddy-Bär malträtieren würde: völlig idiotisch !)

    FAZIT: Vor allem Yosemite-Begeisterten und Klettertechnisch ein wenig "bewanderten" zu empfehlen, aber auch für alle, die an körperlichen und mentalen Grenzerfahrungen interessiert sind (und nicht von dem oben geschilderten abgeschreckt werden) einen Blick wert.
  • Ben X
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 18.10.2010
    Sozialkritischer Autismus-Film mit gutem Hauptdarsteller, aber wenig Glaubwürdigkeit und fehlender Dramatik

    Dieser Film scheint ein Versuch zu sein, die - innere und äußere - Lebenswelt eines halb-autistischen (genauer: am Asperger-Syndrom leidenden) jungen Mannes und dessen Kindheit einem breiteren Publikum näher zu bringen und gleichzeitig
    damit zusammenhängende soziale Mißstände wie Diskriminierung, Ausgrenzung und Denunziation der Betroffenen und die Hilflosigkeit von Behörden, Ärzten und Eltern anzuprangern. So weit, so gut. Dieser sozialkritische und wissenschaftliche Anspruch ist für sich gesehen für Freunde anspruchsvollerer Filme sicherlich recht interessant und deshalb auch denen, welche sich noch nicht sehr mit diesen Themen beschäftigt haben, aber ein Interesse dafür besitzen, eindeutig zu empfehlen. Doch leider läßt die filmische Umsetzung dieser Thematik meiner Meinung nach einiges vermissen, um auch als wirklich guter Film angesehen werden zu können:

    Da wäre zunächst die Spannungskurve (ACHTUNG SPOILER !!), welche zwar durchaus vorhanden ist und von Beginn an langsam ansteigt (durch die zunehmende Vorausahnung schlimmer Ereignisse, welche den Protagonisten schließlich in den Selbstmord treiben könnten), aber durch eine Ansammlung schrecklich unglaubwürdiger Darstellungen (angefangen von der völlig überzogenen kollektiven Verspottung des Hauptdarstellers von seiner Klasse bis hin zur völlig unrealistischen Bedrohungssituation desselben und eines zu hilfe eilenden Lehrers durch zwei mit Schneidbrennern "bewaffnetten" Jugendlichen innerhalb einer Schulstunde) immer wieder stark abfällt und dann auch noch - nach ca 2/3 des Films - fast gänzlich sich verliert, weil die eigentlich einzig bedrohlichen Elemente (die oben erwähnten Jugendlichen, welche sich aus der Verspottung, Bedrohung und Schikanierung des Hauptdarstellers ihren Spaß machen) nach einem vermeintlichen Höhepunkt plötzlich verschwinden, höchstens noch in den Gedanken des Protagonisten kurz auftauchen und erst ganz am Ende anläßlich eines vermeintlichen Reqiems wieder - kurz - gezeigt werden. Damit verschenkt der Film meiner Meinung nach einiges an möglicher Dramatik und wirkt als ganzes - in Bezug auf die persönliche Leidensgeschichte des Hauptdarstellers - nicht sehr glaubwürdig.
    Vestärkt wird dies dann auch noch durch die Verwendung möglichst vieler Klischees, die man sich bei dieser Thematik nur vorstellen kann: sei es der sonderbare Psychologe, der in seiner Wortwahl schon fast selbst verrückt und hilflos wirkt, die wissenschaflich-sterilen Ärzte, die nur mit schulmedizinischen Thesen und Medikamenten dem Problem begegnen, die Lehrer (und Eltern), die dem Ganzen hilflos gegenüberstehen, oder auch der tolpatschige Polizist, der versehentlich auf etwas im Hause der verzweifelten Mutter tritt und dies mit: "Das war doch schon kaputt, oder ?" kommentiert... alles wirkt irgendwie nur angedacht und hat allenfalls symbolhaften Charakter, taugt aber nicht, um die tatsächliche Problematik des Betroffenen in seinem sozialen Umfeld glaubhaft darzustellen.
    Dazu kommen dann noch geradezu eklatante Logikfehler, welche die gesamte Geschichte schrecklich verwirrend und wenig nachvollziehbar gestalten: z.B. der Kontakt des Protagonisten mit der realen Person hinter seiner "Spiel-Prinzessin", welche ihm zwar reale e-Mails - sonst hätte seine Mutter und die beiden Jugendlichen diese ja nicht auch lesen / sehen können - schreibt, in denen sie davon spricht, daß er "noch nie zu einer Verabredung mit ihr nicht gekommen wäre", aber diese im Verlauf der Geschichte immer öfter als imaginäre Freundin dargestellt wird und der eigentliche "Kontakt" niemals stattfindet.
    Oder auch die Tatsache, daß der Hauptdarsteller - zum ersten Mal und durch Überwindung seiner tiefen Ängste - in Verfolgung seiner imaginären Freundin mit einem Zug den Ort verläßt, in einer der nächsten Stationen wieder aussteigt, um dann doch noch durch die imaginäre Freundin wie von selbst wieder genau vor seiner Haustüre anzukommen (SPOILER-ENDE !).

    Allerdings hat der Film durchaus auch seine positiven Seiten, weswegen er für mich auch durchwegs sehenswert war, wie z.B. die sehr gute schauspielerische Darstellung des an Asperger leidenden Ben durch Greg Timmermans, welcher durch seine eindrückliche Mimik, Gestik und Körperhaltung sehr authentisch wirkt, die ruhige und autismus-bezogene Erzählerstimme, welche die Gedanken und Gefühle des Protagonisten hörbar macht und von passender Musik untermalt wird oder auch die eingestreuten interview-artigen Monologe der beteiligten Haupt-Personen, welche gekonnt eine zunächst falsche Erwartung beim Zuseher erzeugen, so daß das tatsächliche Ende dann tatsächlich noch ziemlich überraschen kann. Auch die übrigen schauspielerischen Leistungen, das Drehbuch oder auch die Regie- und Kammeraführung - durch teilweise extreme Nahaufnahmen von bestimmten Körperteilen - haben durchaus ihren Reiz und vermögen es, mit dem Hauptdarsteller und sonstigen Betroffenen mitzufühlen und die innere - vermutete - Situation eines von Autismus betroffenen nachzuvollziehen (soweit das überhaupt möglich ist).
    Der Film zeigt meiner Meinung nach außerdem auf sehr realistische Weise eine der Gefahren heutiger moderner Medien (und damit meine ich nicht die Computer-/ Online-Spiele) wenn diese unverantwortlich gebraucht oder deren Mißbrauch nicht verhindert wird, nämlich den Verlust jeglicher Privatsphäre und die Möglichkeit der öffentlichen Diffamierung und Denunziation durch Handys und Internet. Doch wer interessiert sich schon dafür ? Diejenigen, welche so etwas vielleich zumindest zum Teil verhindern könnten auf alle Fälle am allerwenigsten ... und dieser Film wird mit Sicherheit daran auch nichts ändern.

    FAZIT: Durchaus lohnenswert für alle autismus-interessierten und Leute, die gerne gesellschaftskritische Dinge dikutieren, aber wahrscheinlich eine Enttäuschung für alle, die einen glaubwürdigen Film oder ein wirkliches Filmdrama erwarten.
  • The Happening
    Überleben ist die einzige Antwort.
    Thriller, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 06.10.2010
    Extrem unausgegorener und unglaubwürdiger Mix aus Öko-Katastrophen-Thriller und Möchtegern-Horror

    "The Happening" ist ein Film, der wohl als Öko-Katastrophen-Thriller gedacht war, aber lediglich in der Anfangsphase ein bisschen Spannung und Atmosphäre aufbauen kann. Die Geschichte bietet im weiteren Verlauf kaum einen erkennbaren roten Faden, wird durch die sehr unglaubwürdigen Darsteller und den völlig unpassenden Mix aus (eigentlich) schockierend dargestellten Splatter- / Horrorelementen und einigen aufgesetzt wirkenden Beziehungs- und Romantik-Geschichten absolut belanglos - wenn nicht sogar langweilig - und entbehrt jeglichen tieferen Sinns (am Ende ist man - inklusive der beteiligten Figuren der Geschichte - genauso schlau, wie vorher, ohne daß erklärt oder auch nur angedeutet worden wäre, was der Film eigentlich aussagen sollte), gekrönt durch ein jähes, lächerliches und unglaubwürdiges Ende.

    Dabei fängt alles eigentlich sehr vielversprechend an, (ACTUNG SPOILER !!) mit (anfangs) nicht erklärbaren Massenselbstmorden, welche dramaturgisch durchaus interessant dargestellt werden und sehr bald mit "geheimnisvollen Reaktionen" der Pflanzen in Verbindung gebracht werden. Aber spätestens mit dem Einsetzen der eigentlichen Haupthandlung - die persönliche Geschichte der Hauptakteure als exemplarischer Teil der beginnenden Massenflucht - rutscht der Film jedoch aufgrund der kaum noch vorhandener Spannung (nach ca. der Hälfte des Films ist die Ursache der Vorfälle weitestgehend bekannt), den blassen und unnatürlich agierenden Darstellern und den faden Dialogen weit unter den Durchschnitt ab. Dabei darf man sich als Zuschauer auch noch einen abstrusen - und lächerlich überzogenen - Selbstmord nach dem anderen ansehen (oder nur anhören), ohne jede Logik und ohne jeden Anspruch auf auch nur ein wenig Realismus.
    Bäume rascheln, Blätter fliegen durch die Luft, dann bleiben Leute stehen und bringen sich um und der noch nicht betroffene Rest versucht vor der unbekannten Bedrohung zu flüchten. So kann man natürlich einen günstigen Film produzieren aber keine glaubwürdige Story, die sich über 90 Minuten hinzieht.
    Dabei wird zwar angedeutet, daß das "Ereignis" auf Erscheinungen basieren könnte, die es in der Natur wirklich gibt (z.B. wenn Pflanzen Duftstoffe entwickeln, welche Wespen anlocken, die Schädlinge bekämpfen, welche die Pflanzen befallen hatten). Doch auch diese Tatsache verleiht der Geschichte kaum mehr Glaubwürdigkeit, da die dargestellten Ereignisse jeglicher Logik entbehren: z.B. ist es völlig unverständlich, daß solch ein "Gift" gezielt weiterwandert bzw. durch die Intelligenz (?) der Pflanzen auf immer kleinere Menschengruppen "gelenkt" wird und daß der Wind immer dann zur Stelle ist, wenn er zum Massenselbstmord gebraucht wird. Und natürlich denkt auch niemand daran, daß man die Pflanzen - mit entsprechenden Schutzmaßnahmen ausgestattet - auch vernichten könnte ... aber zwei vor dem Ferseher strickende Omas mit Gasmasken werden gezeigt - welch eine (ungewollte) Ironie !
    Aber auch die paar wenigen, möchtegern-schockierenden Selbstmord-Szenen - sei es nun der Kerl, der sich unter den Rasenmäher legt, der Mann, der sich im Zoo die Arme abreißen läßt oder die durchgedrehte, alte Einsiedlerin, die mit dem Kopf gegen Wände und Glasfenster schlägt - entbehren jeder Glaubwürdigkeit, wirken dadurch eher unfreiwillig komisch oder befremdend als wirklich schockierend oder gar gruselig und auch ansonsten gibt es keine Überraschungen oder gar tolle Effekte. Wer auf ein paar nette Splatter-Szenen hofft, wird mit diesem Film nicht glücklich werden und auch auf richtigen "Grusel" wartet man leider vergeblich.

    Was nach einem B-Movie aus den 70ern klingt wird auch leider so geschauspielert: z.B. soll Mark Wahlberg (von welchem man aus 'Departed' und 'Shooter' weit besseres gewohnt ist) einen Lehrer darstellen, welcher seinen Schützlinge dadurch imponiert, daß er coole Sprüche auf Lager hat und die Co-Rektorin seiner Schule als "dunklen Lord" verspottet. Dabei wird er allerdings in einem extrem spießigen Polunder (!) gezeigt und hat auch den Anspruch, seinen Schülern den Ernst des Lebens bzw. der Wissenschaft klarzumachen. Das paßt meiner Meinung nach genausowenig zusammen, wie die leienhaft-eingewobene Beziehungskrise mit seiner Frau (Zooey Deschanel), die in einem Beinahe-Ehestreit gipfelt, welcher sich um ein verheimlichtes Essen (!) mit einem unbekannten Verehrer dreht und bis fast zum Ende des Films thematisiert wird ... sich dann aber doch durch die gegenseitige Erinnerung an einen Spielzeug-Stimmungsring (!) des ersten Dates wieder in Wohlgefallen auflöst und die beiden sich über die bald einstellende Schwangerschaft (woher eigentlich ? - Im Film wird nicht eine einzige erotische Szene gezeigt, nicht einmal angedeutet) der Angetrauten freuen läßt.
    Auch die Emotionen aller beteiligten Schauspieler wirken irgendwie nur aufgesetzt, lassen sich in keiner Szene wirklich nachvollziehen und teilweise wird das Ganze auch noch ins Lächerliche gezogen: z.B. als der Hauptdarsteller aus Angst und Verzweiflung sich bei einer Pflanze entschuldigt ... aber dann festellt, daß er mit einem Plastik-Imitat spricht und dies kommentiert mit: "Ich tue es immer noch".
    (SPOILER-ENDE !)
    Dadurch - und durch viele andere Ungereimtheiten und die völlig unspektakuläre Kameraführung - bewegt sich der Film durchgängig auf dem inhaltlichen und technsichen Niveau einer TV-Serienproduktion, auch von der Bildqualität her, was auf ein niedriges Budget schließen lassen könnte.
    Seltsamerweise habe ich allerdings mehrfach davon gehört, daß der Streifen über 50 Millionen Dollar gekostet haben soll - man frägt sich allerdings: wofür nur ? Wie schafft man es, mit so einer dünnen Story und solch einem schlechten Drehbuch dieses Geld aufzutreiben ? - Wohl ein Geheimnis des mutmaßlichen Regie-Wunderkindes, M. Night Shyamalan, welcher mit diesem Film wieder bewiesen hat, daß seine Anfangserfolge ("The Sixth Sense", "Unbreakable", etc.) nicht nur sein Verdienst alleine waren.

    FAZIT:
    Absolut mäßiger Low-Budget-Film. Abstruse Story, unglaubwürdige Schauspieler, langatmig und unrealistisch inszeniert und das Ende ist eigentlich keines (oder deutet auf eine ebenso schwachsinnige Fortsetzung hin).
    Der Trailer war eigentlich relativ vielversprechend, doch erwartet man aufgrund der bisherigen Werke des Regiseurs einen action-reichen Mystery-Thriller - oder eine Shyamalan typischen 'Twist' -, wird man hier bitter enttäuscht.
  • The Way of the Gun
    Action, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 01.04.2010
    langweilige und konfuse Gangster-Story mit seltendämlichen Dialogen

    Diesen Film würde ich absolut niemanden empfehlen ! Die grenzdebilen Dialoge der allesamt allerhöchstens passabel spielenden Darsteller und die durch fast undurchschaubare Intrigen extrem verkomplizierte Handlung suchen ihresgleichen. Dazu noch die extreme Unglaubwürdigkeit vieler Szenen, die durch das schlechte Drehbuch entstehen ... allerhöchstens für Action-Puristen ertragbar durch die einigermaßen realistisch und dramatisch inszenierten Fights und Shoot-Outs und die recht gute Hintergrundmusik (die mich sehr an "Brügge - Sehen und Sterben" erinnert hat).
    Beispiele hierfür (Achtung SPOILER !) wären eine Schwangere - "Juliette Lewis" -, die bezüglich Gesichtsausdruck und Minenspiel noch die beste schauspielerische Leistung abgibt, aber herumläuft, als hätte man ihr einen Einlauf verpaßt, anstatt daß sie ein Kind in ihrem Bauch hätte und ein Kaiserschnitt, der während einer blutigen Schießerei kreuz und quer durch das "OP-Zimmer" stattfindet, wobei der Arzt sich zwar die Hände desinfiziert (nachdem er mal eben einen, der Bösewichte erschossen hat), aber eine Rückenmarks-Spritze setzt durch das Kleid der "Patientin" hindurch... und noch so einiges Anderes (SPOILER-Ende !).
    Für mich nicht die Zeit wert, die man zum Ansehen benötigt... und erst recht nicht das Geld zum Ausleihen (Habe den Film nur zu Ende gesehen, weil ich rausfinden wollte, ob sich vielleicht am Ende doch noch etwas Sinn offenbaren würde... wurde aber voll und ganz enttäuscht).
  • Léon - Der Profi
    Jeder stirbt für sich allein.
    Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 30.03.2010
    spannender Mix aus Action und Drama mit sehr guten Schauspielern und Regie, aber großen Schwächen bezüglich Drehbuch und Story

    Dieser Film hat bei mir einen sehr zwiespältigen Eindruck hinterlassen, da er auf der einen Seite eine sehr spannende, einfühlsam erzählte und mit tollen Bildern und Kameraeinstellungen eingefangene, von den Darstellern eindrucksvoll gespielte und mit stimmiger Hintergrundmusik versehene, nicht alltägliche und wendungsreiche Geschichte enthält, aber auf der anderen Seite die Story als Ganzes durch das teilweise sehr lückenhafte und schlecht ausgearbeitete Drehbuch und die teilweise nicht zu ihren jeweiligen Rollen passenden Charaktere sehr unglaubwürdig in Szene gesetzt wurde. Hierbei meine ich allerdings nicht das schon anderweitig kritisierte Hauptthema des Films, welches aus der engen Beziehung eines 12jährigen Mädchens zu einem abgebrühten und erfahrenen Profi-Killer und die Ausbildung derselben zu einer Art Nachfolgerin besteht (dies wird durchaus plausibel dargestellt bzw. erzählt und paßt hervorragend zur sonstigen Atmosphäre bzw. Stil des Films), sondern einige Szenen und Charaktere, die weder ausreichend bzw. nachvollziebar erklärt werden, noch deren Verhalten zu der jeweiligen (Film-)Rolle paßt oder mit Hintergrundinformationen glaubhaft gemacht wird.
    Hierzu einige Beispiele (Achtung SPOILER !):
    In der ersten Hälfte des Films gibt es ein paar Szenen, die ich für vollkommen überflüssig halte bzw deren Sinn ich nicht verstanden habe: z.B. als Leon mit seiner "Schülerin" kurzzeitig und mit deutschen Untertiteln versehen (auch wenn man diese sonst deaktiviert hatte) englisch spricht, indem er sie fragt, wie alt sie sei... Warum das ?? - Oder als Leon fast Mathilda im Schlaf getötet hätte, obwohl dies voll und ganz gegen seinen eigenen "Ehren-Kodex" verstoßen würde und er keinerlei Grund dazu hätte... Da fragte ich mich: Warum schmeißt er sie nicht statt dessen einfach wieder raus / liefert sie ihren Mördern aus, wenn er sie unbedingt los werden wollte ??
    Oder in der zweiten Hälfte, als Leon im Alleingang - und wie eine Erledigung, die man so nebenbei mal schnell erledigt (er läßt schließlich das Taxi warten) - das Policedepartement stürmt und alle ihm im Weg stehenden Personen wie selbstverständlich ermordet, obwohl er vorher ein derartiges Vorhaben als "viel zu gefährlich" bezeichnet hatte - Sehr glaubwürdig (!) und dann noch damit gekrönt, daß die beiden - Leon und die gerettete Mathilda - danach so tun, als wäre nichts besonderes vorgefallen bzw. sie deswegen vielleich ein wenig vorsichtiger / auf ihre Sicherheit bedacht sein müßten und Leon das erste mal seit langem wieder richtig - und tief - in einem Bett schläft... absolut pasender Zeitpunkt !
    Und dann gegen Ende, als eine Art "SWAT-Sonderkommando" - bestehend aus ca. 200 Mann, die praktisch jeden Quadratmeter des ganzen Hauses besetzen - auf den ach so gefährlichen und bedrohlichen Killer angesetzt wird (bei dieser Präsenz von Hightech-Ausrüstung und Elitekämpfern würde man sonst wohl eine terroristische Bedrohung im Ausmaß einer nuklearen Massenvernichtungs-Waffe vermuten) und dann ihren vorher professionell gekidnappten "Trumpf" im Kampf gegen den übermächtigen Feind (hust !) - nämlich Mathilda - einfach ohne zu zögern ausliefert... wahrlich einem Sonderkommando angmessen !
    Und in Bezug auf die Charaktere:
    Am Anfang, als der vorher so überaus coole Gangsterboß aus Angst vor dem "bedrohlichen Unbekannten" schnauft und japst wie ein Walroß kurz vor der Paarung... sehr passend zu seinem Charakter als Chef einer "bösen" Gangsterbande und v.a. sehr unauffällig (er hofft ja, nicht entdeckt zu werden) !
    Oder "Gary Oldman", der den bitterbösen und drogenabhängigen Kopf der korrupten Drogenpolizei zwar sehr überzeugend gibt (auch wenn es etwas überzogen wirkt, wenn er schon während (!) der Einnahme seiner Drogen high wird und nicht - wie eigentlich erwartet - erst danach), aber in seiner Position als Polizei-Chef äußerst unglaubwürdig ist, da er im Beisein seiner Kollegen ohne Probleme eine ganze Familie erschießen und kleine Mädchen auf der Toilette bedrohen kann, ohne daß auch nur irgendjemand ernsthaft dieses Verhalten in Frage stellt bzw. untersucht... den psychopatischen Gangsterboß hätte ich ihm ohne Bedenken abgenommen (dazu paßt sein Verhalten perfekt), aber den Chef einer Polizei(!)-Abteilung - auch wenn diese noch so korrupt wäre - niemals ! (SPOILER-Ende !)
    Zusammenfassend muß ich allerdings gestehen, daß das natürlich alles nur Kleinigkeiten sind, die die sonstigen Qualitäten des Films (s.o.) nur in geringem Maße zu schmälern vermögen - weshalb ich den Film schon als recht eindrucksvoll empfand -, aber für mich verlor der Streifen als Ganzes dadurch leider sehr an Glaubwürdigkeit, weshalb er für mich nicht über gutes Mittelmaß hinausgeht.

    Fazit: Für Fans der Hauptdarsteller - allen voran "Natalie Portman", die in ihrer ersten Kino-Filmrolle absolut zu überzeugen weiß - und für alle Drama-Liebhaber, die ein wenig Action und Brutalität vertragen können und keinen allzuhohen Realitätsanspruch haben eine Empfehlung. Alle anderen sollten überlegen, wie sehr sie die von mir angeführten Kritikpunkte stören würden, verpassen dann aber u.U. einen großen Kino-klassiker und teils großartige Schauspielkunst und Regiearbeit.
  • End of Days
    Nacht ohne Morgen.
    Thriller, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 23.03.2010
    düsterer Fantasy-Action-Kracher mit guten Schauspielern, aber unglaubwürdiger Story und "1-Mann-Armee-Schwarzenegger"

    Dieser Film hat mir durch seinen mythologisch-religiösen Anspruch und die recht spannende, düstere Inszenierung anfangs eigentlich sehr gut gefallen und wäre mir durchaus noch eine bessere Bewertung wert, aber leider driftet er ab ca. der Hälfte in den üblichen, völlig unglaubwürdigen "1 Mann kämpft allein gegen das übernatürlich Böse und den Rest der Welt"- Hollywood-Kitsch ab, wodurch auch fast jegliche, vorher mühsam konstruierte, Spannung sich schnell wieder verflüchtigt.
    Dabei sind schauspielerische Leistungen, Trick- / Effekttechnik, Drehbuch und Kamera-führung eigentlich durchwegs auf recht hohem Niveau angesiedelt, können aber nicht den deutlichen Abfall bezüglich der Glaubwürdigkeit der Geschichte wettmachen, so daß am Ende nur der unbefriedigende Nachgeschmack eines zwar gut gemachten, düsteren Fantasy-Action-Werks bleibt, der aber schnell wieder vergessen sein wird und ich daher auch nur jenen Leuten empfehlen kann, die auf anspruchslose Action- Fantasy-Kost stehen, oder absolute Fans der Hauptdarsteller sind. Wobei hierzu zu sagen wäre, daß "Gabriel Byrne", als personifizierter Satan, mit Abstand die beste - und glaubwürdigste - schauspielerische Leistung zeigt, aber auch "Schwarzenegger" und "Robin Tunney" ihre Rollen einigermaßen glaubhaft verkörpern.
    Wenn mann nicht zu obiger Zielgruppe gehört, aber dennoch bis zur zweiten Hälfte des Films durchhält, kann man alllerdings auch in den Genuß eines relativ langen, köstlichen Zwiegesprächs zwischen "Schwarzenegger" und "Gabriel Byrne" kommen, bei welchem sich diese darüber streiten, ob man eher Gott oder Satan dienen sollte, und welches ein fast beabsichtigt wirkendes komödiantischen Potential enthält (ich habe jedenfalls herzhaft lachen können), aber leider eine Ausnahme bleibt und ganz und gar nicht zur sonstigen Atmosphäre des Films paßt ... und einige gläubige Christen wohl als sehr blasphemisch empfinden werden (Sie seien hiermit gewarnt ;-)).
  • Mexican
    Eine heiße Liebe
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 22.03.2010
    unterhaltsamer, aber unpassender Mix aus Drama und Komödie mit einigen sehr komischen Szenen aber auch einigen unnötigen Längen

    Mir hat dieser Film eigentlich ganz gut gefallen, wenn er auch als Ganzes nichts besonderes darstellt, aufgrund der unglaubwürdigen Story, dem recht dürftigen Drehbuch und dem unausgegorenen Wechsel zwischen rasanten Action-Comedy-Phasen und langwierigen und bruchstückhaften Charakterstudien.
    Dabei wären beide Anteile des Films - Action-Comedy und Charakter-Drama - für sich genommen eigentlich ganz interessant und sind recht gut inszeniert, wirken aber wie Bruchstücke, die von 2 unabhängigen Regiseuren in Szene gesetzt wurden und passen daher nicht wirklich zusammen. Trotzdem wechseln sich diese aber ständig ab und zerstören dadurch die vorher mühsam aufgebaute Stimmung und Atmosphäre des jeweiligen anderen Parts.

    Allerdings finde ich, daß der Film auch wirklich glanzvolle Anteile hat, die durchaus sehenswert sind:
    Da wären zunächst die schon angesprochenen, oft rasant, aber manchmal auch durchaus hintersinnig inszenierten Comedy-Anteile, die oft vor Sprachwitz und Situationskomik nur so überschäumen - ohne dabei in Klamauk auszuarten - und durchaus mit einigen sehr komischen Pointen aufwarten können (Ich hab jedenfalls mehrfach richtig laut lachen müssen), dann die stellenweise recht spannende und recht glaubwürdige Inszenierung der Action-Anteile (wenn auch typische Fights, Shoot-Outs oder Explosionen, etc. fast gänzlich fehlen) und schließlich noch die allesamt recht glaubhaften schauspielerischen Darstellungen aller Beteiligten - allen voran natürlich J. Roberts und B. Pitt, die ein köstlich zerstrittenes, aber dennoch schicksalhaft aneinander gebundenes und verliebtes Fast-Ehepaar mimen.
    Auf der anderen Seite hat der Film aber auch in den Phasen, die eher eine Charakterstudie der beteiligten Personen - Roberts und ihr Entführer - darstellen einige langwierige, sehr undramatisch inszenierte Anteile, die denen, die eine reine Action-Komödie erwarten wahrscheinlich als ziemlich langweilig erscheinen werden.
    Zudem fand ich die Darstellung des (Achtung SPOILER !!) schwulen Killers, welcher mit Roberts - als Geisel - über Liebe, Lebensplanung und Moral philosophiert ziemlich unglaubwürdig und konstruiert, was noch verstärkt wurde durch das zwar dramatisch dargestellte, aber insgesamt völlig belanglose Ende dieser Figur, nachdem Pitt dessen "wahre" Identität aufgedeckt hat. (SPOILER-Ende !) - Warum zuerst mühevoll eine Charakterstudie erstellen, wenn diese am Ende dann völlig belanglos wird ? Da fehlte der Tiefgang und Anspruch des Ganzen, welcher vorher praktisch versprochen wurde - so, als ob am Ende dem Charakter-Drama-Regiseur das Geld bzw, die Ideen ausgegangen sind und wieder der Action-Comedy-Regiseur die Oberhand erhalten hat, ohne von den guten Ansätzen des anderen zu wissen.

    Fazit: Für Fans von Pitt und Roberts sowieso eine Empfehlung, aber auch für alle anderen, die sich einen unbeschwerten Filmabend mit einem teilweise lustigem und teilweise zum Nach- / Mit-denken anregenden Liebes-Drama machen wollen und über obige Schwächen hinwegsehen können.
  • The Specialist
    Töten ist sein Beruf. Rache ist ihr Ziel. Zusammen nehmen sie den Kampf gegen Miamis Unterwelt auf.
    Action, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 20.03.2010
    Durchschnittlicher Stollone / Stone -Film mit teilweise sehenswerten Explosionen.

    Dieser Streifen stellt meines Erachtens einen in allen filmisch relevanten Belangen durchschnittlichen Action-Film mit bekannten, aber ebenfals nur durchschnittlich schauspielenden Darstellern dar. Einzig die vielfach recht gut gemachten und beiendruckend dargestellten Explosionen stellen etwas besonderes dar und können Pyrotechnik-Fans wahrscheinlich zufrieden stellen. Der Rest allerdings, angefangen von der stellenweise sehr unglaubwürdigen und sprunghaften Handlung, über die teilweise sehr ruhige - und für einen Action-Film eigentlich unpassende und damit für viele wahrscheinlich als langweilig empfundene - mäßig spannende Inszenierung und die oft dämlich anmutenden Dialoge bis hin zu den möchte-gern Erotik-Szenen und dem (Achtung SPOILER !!) aüßerst vorhersehbaren und schon fast kitschig anmutendem typischen Hollywood-Happy-End (Sogar die Katze wird noch gerettet, obwohl rundherum alles in Luft fliegt) konnte mich in keinster Weise überzeugen und hat nur durch die hier und da recht gute Action einigermaßen unterhalten.
    Es gibt wesentlich bessere Filme mit den jeweiligen Darstellern, aber es gibt auch noch deutlich schlechtere Filme in diesem Genre.


    Fazit: Nur für eingefleischte Fans der Hauptdarsteller und Pyrotechnik-Freaks seinen Preis, und vielleicht für alle anderen, denen seichte Action-Unterhaltung und dürftige Erotik-Einlagen genügen, einen Blick wert.
  • Tron
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 27.02.2010
    Kultfilm mit echten Schauspielern in einer animierten Computer-Comic-Welt

    Als Film ist dieser Disney-Streifen eigentlich nichts besonderes; weder in Bezug auf die gezeigten Spezial-Effects (= Computeranimationen, die nach heutigen Standards geradezu lächerlich wirken) und die Sound- bzw. Musik-Kulisse, noch in Bezug auf die - zugegebener Maßen (wenn man die Geschichte noch nicht kennt) recht spannende - Inszenierung, Drehbuch, Story, Ausstattung und die schauspielerischen Leistungen der Akteure, wobei diese - allen voran natürlich 'Jeff Bridges' eigentlich gar nicht schlecht agieren, aber durch die vielen LOgiklücken der Story und die sprunghafte, oft lückenhafte Erzählweise kaum Identifikationsmöglichkeiten bieten.
    Was diesen Film aber zu etwas besonderem macht, ist die Tatsache, daß er als einer der ersten seiner Art (= mit umfassenden, damals (1982) geradezu revolutionären Computer-Tricks und Animationen) auf filmische Weise die Gefahren der modernen Computer-Welt und der darin enthaltenen künstlichen Intelligenzen aufzuzeigen versucht, indem er den Überlebenskampf eines Menschen schildert, der in digitalisierter Form von einer solchen KI im inneren eines Computers gejagt wird und gleichzeitig versucht, diese an der Übernahme der Weltherrschaft - mittels Computertechnologie - zu hindern (und nebenbei noch sein Image als Ausnahme-Programierer wiederherstellt).
    Ironischer Weise wird hierbei aber nicht nur der Mensch von einem echten Schauspieler verkörpert, sondern auch alle verbündeten und gegnerischen Programme (mit Ausnahme der Super-KI), mit welchen dieser im Laufe seiner Reise durch die Computerwelt in Kontakt kommt. Dies mag zwar anfangs etwas seltsam, unfreiwillig komisch - und billig - wirken, war aber durchaus von den Filmschaffenden und dem zugrundeliegenden Autor 'Brian Daley' beabsichtigt, um eine neue Sensibilität für Computer und damit verbundenen Daten, Programmen, etc. beim Betrachter zu wecken.

    Ich habe diesen Film damals zuerst im Kino gesehen und war tatsächlich von dessen optischen Qualitäten, den teilweise guten schauspielerischen Leistungen und der damals inovativen Hintergrundgeschichte sehr beeindruckt. Nicht ganz zu Unrecht gilt der Film heute deshalb auch als absuluter Kult und war ein Meilenstein in der Geschichte der Computeranimation (lt. Packungs-Aufdruck).
    Nachdem ich mir vor kurzer Zeit aber die Deluxe-DVD-Edition zugelegt habe und ihn nochmals angesehen hatte, hat mich noch etwas ganz anderes daran begeistert: Und zwar die Ähnlichkeit des ganzen Films, aber auch vieler einzelner Bestandteile (angefangen bei dem fast 1:1 übernommenen Design der Lichtrenner und Personen, über etliche Lokations und Vehikel der Computerwelt bis hin zu den Licht-Effekten) zu dem wesentlich später (2003) erschienenen Computer-Spiel "TRON 2.0". Dies war für mich v.a. deshalb so erstaunlich, da es bereits ein Arcade-Sielautomaten-Spiel ("Tron", 1982) gab, welches auf dem Film basierte und auch die Story und die beteiligten Personen des PC-Spiels zwar ähnlich, aber doch völlig eigenständig sind und sowohl von den beteiligten Charakteren, als auch der Rahmenhandlung des Sci-Fi-Szenarios in keinster Weise mit dem Film in Verbindung stehen. Lediglich die oben geschilderte Grund-Thematik ist die selbe geblieben. - Macht wirklich Lust, das deutlich dramatischer inszenierte und effektreicher dargestellte Computer-Spiel nocheinmal durchzuzocken ;-).

    Fazit: Ein typischer, alter Disney-Computer-Comic-Film mit berechtigtem Kultstatus, der nicht nur als Zeitdokument interessant ist, sonder auch als Vorgeschmack für das auch heute noch interessante PC-Spiel taugt und Lust auf seinen in kürze erscheinenden Nachfolger "Tron Legacy" macht.
  • Fascination
    Er will sie lieben. Wird er sie überleben?
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 21.02.2010
    spannende, leicht erotische Kriminalgeschichte mit guter Hauptdarstellerin, aber dürftiger Handlung

    Ich fand den Film eigentlich gar nicht so schlecht, obwohl er als Ganzes mit seinem eher durchschnittlichem Drehbuch, den vielen, teilweise sehr offensichtlichen Logiklücken, der stellenweise seltsam anmutenden Regie und dem äußerst dürftigen Ende (dazu später mehr) eigentlich nichts besonderes darstellt. Aber das macht auf der anderen Seite - meiner Meinung nach - die sehr gute, leidenschafliche und teilweise prickelnde Darstellung von 'Alice Evans' und die bis kurz vor Schluß recht spannende Erzählweise, der gute und durchaus zum tropischen High-Society-Setting passende Soundtrack und die teilweise optisch sehr stimmigen und - in Bezug auf die Charaktere - interessanten Kameraeinstellungen mehr als wieder wett. - Apropos Soundtrack: Wenn man dem Englischen etwas mächtig ist, wird man feststellen, daß die Texte der Hintergrundmusik teilweise perfekt das jeweilige Filmgeschehen kommentieren und auf leicht geheimnisvolle Weise die zukünftigen Entwicklungen andeuten, was die schon erwähnte spannende Erzählweise in meinen Augen noch um eine sehr interessante Dimension ergänzt (sieht / hört man ja sonst nicht allzu oft).
    Allerdings fand auch ich die schauspielerischen Leistungen der übrigen Darsteller nicht so besonders - wenn auch nicht wirklich schlecht - und auch die etwas verwirrende und leicht abgehackt dargestellte Story, die größtenteils in erzählten oder mit wenigen Bildern dargestellten Rückblenden vermittelt wird, nicht besonders glaubhaft. - Hierbei möchte ich allerdings betonen, daß dies nicht an der eigentlichen Thematik des Films (= (Achtung SPOILER !!) der frühzeitige Verlust einer Mutter und der mysteriöse Tod eines Vaters und daraus folgende Handlungsweisen - inklusive von langer Hand eingefädeltem Mordkomplott) liegt, da ich selbst mit einer Frau verheiratet bin, die unter fast mysteriösen Umständen sehr frühzeitig ihre Mutter verloren hat und daher um die Problematik einer solchen Situation durchaus Bescheid weiß. Nein, vielmehr gründet die Unglaubwürdigkeit der Handlung auf den vielen Logiklücken der nur bruchstückhaft erzählten Hintergrundgeschichte und der Reduzierung der seelischen Problematik der beteiligten Personen auf reine Rache-Gelüste und das erwähnte Mordkomplott, auch wenn die späteren Wendungen im Film durchaus nachvollziehbar sind und ein wenig zu überraschen vermögen.
    Die größte Schwäche des Films stellt meiner Meinung nach aber das - eigentliche - Ende dar, da nach dem eigentlichen Höhepunkt (= (Achtung SPOILER !!) Auflösung des Mordkomplotts und Eleminierung der damit verbundenen Bedrohnung für die Haptdarsteller) nichts wirklich dramatisches oder gar spannendes mehr passiert, weshalb auch das darauf folgende gute schauspielerische Spiel der verbleibenden Figuren nichts daran ändern kann, daß ein etwas fader Nachgeschmack des Ganzen zurückbleibt. Meiner Meinung nach hätte man den Schluß noch wesentlich interessanter gestallten, oder den Film nach besagtem Höhepunkt enden lassen können, ohne daß man dabei etwas wesentliches vermißt hätte.

    Fazit: ein ordentlich inszenierter Psycho-Krimi, der durch einige gute bzw. ungewöhnliche Stilmittel und eine außergewöhnliche schauspielerische Leistung 'Alice Evans' durchaus zu unterhalten weiß, aber nur für Leute Empfehlenswert ist, die über obige Kritikpunkte wohlwollend hinwegsehen bzw. sich auf seine insgesamt stimmige, leicht erotische Atmosphäre einlassen können.
  • The Tiger Blade
    Action, Fantasy, 18+ Spielfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "frankycl" am 14.02.2010
    Rasanter Martial-Arts- und Baller-Film mit sympathischen Darstellern, aber abgehackter Action und dümmlichem Humor

    Ich denke dieser Film ist ein gutes Beispiel für modernes asiatisches Filmschaffen. Er enthält eine dramatisch erzählte, aber völlig unglaubwürdige und mythologisch angehauchte Handlung und viele gute, sehr rasant inszenierte und teilweise perfekt choreographierte, aber extrem abgehackte , zerstückelte und teilweise extrem unrealistische Kampf- und Baller-Sequenzen. Überdies wird die Action auch noch von einer guten - teilweise fast übertrieben effektreichen - Soundkulisse untermalt und durch schnelle und gut gewählte Kamera-Einstellungen und -Fahrten extrem temporeich und teilweise recht brutal in Szene gesetzt. Zusätzlich werden die Action-Szenen von einer zwar etwas gewöhnungsbedürftigen - weil asiatischen - aber meist sehr stimmigen Hintergrundmusik begleitet, die perfekt auf die vielen Wechsel zwischen rasanten Kampf-Einlagen und langsameren, dramatischen Phasen abgestimmt wurde. Und zu guter letzt mühen sich gute und sympathische Hauptdarsteller um ein wenig Anspruch, bleiben allerdings als Charaktere reichlich blaß und bieten damit wenig Identifikationsmöglichkeiten.
    Die allergrößte Schwäche des Films stellt jedoch meiner Meinung nach der völlig unpassende - aber typisch asiatische - dümmliche und stellenweise sogar kindische Humor dar, der größtenteils durch einen trotteligen Agenten-Kollegen, der in alle nur denkbaren Fettnäpfchen tappt, die harten Kampf-Passagen auflockern soll.

    Fazit: für alle Freunde von rasanter, harter Martial-Arts- und Baller-Action, die über die genannten Kritikpunkte hinwegsehen können sicher eine Empfehlung, aber für alle anderen eher mit Vorsicht zu genießen.