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Kritiken von "FlaviusHH" aus

45 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Shoplifters
    Familienbande
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 05.02.2021
    Dieser Film gehört zu den besten und berührendsten zehn Kinowerken, die ich kenne. Es ist eine ganze Weile her, dass ich ihn angesehen habe, aber wenn ich an den Film zurückdenke, bekomme ich eine Gänsehaut. Er hat mich gefesselt und aufgewühlt. Der Drehbuch ist sehr kreativ und klug aufgebaut und zeigt zwischen den Zeilen einer vordergründigen Familienharmonie eine bedrückende Vater-Sohn-Geschichte. Obwohl eine ganze Menge sehr schlimmer Dinge geschehen: Nichts ist schwarz oder weiß. Die Zwischentöne, die Graustufen zwischen Grauen, Witz und Melancholie sind es, die diesen Film ausmachen. Ja, es ist grundsätzlich gut dass mit "Parasite" im Jahr 2020 erstmals ein nicht-englischsprachiger Film mit dem Oscar als "Best Picture" ausgezeichnet wurde. Aber der nur wenige Jahre zuvor entstandene "Shoplifters" ist von einer noch deutlich stärkeren Qualität, und es würde mich arg wundern, wenn der Film aus Japan jenem aus Korea nicht wenigstens zum Teil als starke Inspiration gedient hätte.. Nach "Kofferkinder" der zweite Film von Hirokazu Koreeda, der mich schlicht umhaut vor Begeisterung. Wirklich sehr sehenswert!
  • Capernaum
    Stadt der Hoffnung
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 27.06.2019
    Fast durchgehend ist die Kamera an der Seite der Hauptfigur, beobachtet, wie sich ein etwa 12jähriger Junge im libanesischen Beirut durchs Leben schlägt. Die Augen des grandiosen Hauptdarstellers ziehen in den Bann, zeigen sie doch die Reife und Entschlossenheit eines Menschen, der ums Überleben und für Gerechtigkeit zu kämpfen gewohnt ist. Berührend setzt er sich für seine in viel zu jungen Jahren zwangsverheiratete Schwester ein und kümmert sich liebevoll um den ihm anvertrauten Säugling, bis dieser zum Kleinkind wird. Man gewinnt einen Einblick in das Elternhaus armer Einheimischer und in die Lebensrealität von Wellblechhüttenflüchtlingen, von denen der Libanon eine so große Anzahl aufgenommen hat, wie kaum ein anderes Land auf er Welt. Nie ist das, was wir zu sehen bekommen, rosig. Aber es ist auch niemals unmenschlich. Es ist die Kraft des Lebens, die der Film in teils sehr poetischen Bildern zeigt. Die Geschichte ist eher als modernes Märchen zu verstehen, was den Film auch sehr gut geeignet für Zuschauer ab 11 oder 12 Jahren macht. Extreme Grausamkeit kommt in dem Film nicht vor. Er bietet einen schönen und wichtigen Blick über den Tellerrand unserer alltäglichen Sehgewohnheiten. Unbedingt sehenswert sind auch das Interview mit der Regisseurin und Co-Drehbuchautorin sowie das Making-Of. Erst durch die dort vermittelten Informationen werden Film und -titel (jedenfalls für mich) in vollem Umfang verständlich.
  • Prometheus 2 - Alien: Covenant
    Lauf.
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 10.06.2019
    Mit der kompromisslosen Intensität, Modernität und jeweils eigenständig-inszenatorischen Kraft der ersten beiden Teile der Alien-Reihe hat dieser Film nichts gemein. Und auch an die Qualitäten von Teil 3 und 4 , in welchen es noch so etwas wie Tiefe und immerhin Ripley gegeben hat, reicht "Covenant" nicht heran. Wenn man diese vier Teile kennt ("Prometheus" habe ich noch nicht gesehen), dann enttäuscht "Covenant" auf ganzer Linie. Einzig die Eröffnungssequenz, in der Androide David eingeführt wird, entbehrt nicht einer gewissen Faszinationskraft. Und dann gibt es zu Beginn des letzten Drittels noch einen winzigen Moment, der das "Alien"-Universum auf eine neue Stufe hätte heben können - aber leider im Keim erstickt wurde ("Kill your Darlings" war hier keine gute Idee). Michael Fassbender macht seine Sache ordentlich und die minimalistische Musik ist sehr gut.
  • Independence Day 2 - Wiederkehr
    Wir hatten 20 Jahre Zeit, uns vorzubereiten. Sie auch.
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 10.06.2019
    Der Film bietet reihenweise Popcorn-Kino-Stereotypen und ist nicht originell. Wenn man genauer nachdenkt, ist das Drehbuch in weiten Teilen regelrecht hohl und lieblos. Zwar kommt keine arge Langeweile auf, aber man bekommt hier nicht mehr als banale, austauschbare Massenware. Das Beste sind noch die gelegentlich eingestreuten Gags und natürlich das Aussehen mancher Protagonisten. Deren Potenziale werden aber komplett verschenkt, der Film ist so brav wie eine Tasse Kamillentee. Sehr entbehrlich und das gewaltige Budget für seine Herstellung in keiner Weise wert.
  • Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
    Drama, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 31.05.2019
    In "Three Billboards.." sind Lachen und Weinen in manchen Szenen so nah beieinander, wie ich es wohl vorher noch nie in einem Film gesehen habe. Das ist eine großartige Leistung des Drehbuchautoren und der Schauspieler. Neben den für ihre Rollen Oscar-pämierten Frances McDormand und Sam Rockwell spielen auch Lucas Hedges, Sandy Martin, Caleb Landry Jones und aus meiner Sicht vor allem Woody Harrelson grandios. Der Mikrokosmos einer Mid-Western-Kleinstadt wird teils sehr berührend und zart, teils absurd handfest-skurril in Szene gesetzt - hart aber herzlich. Ganz nebenbei werden -manchmal fast ganz ohne Worte- viele großen Themen des Lebens und unserer Zeit berührt. Ein guter , bewegender und unterhaltsamer Film , dessen Plot und Figurentableau ohne weiteres den Stoff bzw. dasPotenzial für eine hochklassige HBO-Serie geboten hätten!
  • Auslöschung
    Ein Weg hinein. Kein Weg hinaus.
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 31.05.2019
    Dieser Film ist konventionelle Stangenware und bietet bis auf ein paar hübsche visuelle Effekte und einen ganz dynamisch-hypnotischen Sound nichts inhaltlich Neues und nichts, was die Welt braucht. "Auslöschung" mag vielleicht für jüngere Zuschauer ganz interessant sein, die vergleichbare Filme noch nicht gesehen haben und er setzt auch ein starkes Signal ins Sachen Gleichberechtigung, denn Frauen haben hier alle Hauptrollen. Zu mehr als zwei Sternen kann ich mich aber nicht durchringen.
  • Gundermann
    Von jedem Tag will ich was haben was ich nicht vergesse...
    Musik, Deutscher Film, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 12.05.2019
    Ich bin aus dem Westen. Von Gerhard Gundermann hatte ich bisher noch nie gehört. Aber von Andreas Dresen. Und der macht große Filme. So auch hier. Ich glaube, dass ich noch keinen Film gesehen habe, der die Seele, das Gemüt und die Würde der DDR so gut eingefangen hat! Auch wenn er das Elend, die Folter, den Mangel, die Schikanen und die Unfreiheit des Systems fast völlig ausblendet. „Gundermann“ nimmt sich die Zeit und die Freiheit, den real existierenden Menschen, Arbeiter und Künstler und seinen Umgang mit seiner Stasivergangenheit feinsinnig und differenziert zu beleuchten. Gundermanns nachdenklichem Witz, seiner leichten Sperrigkeit, seiner melancholischen Heimatverbundenheit und seiner wort- und menschenverliebten Poesie setzt Andreas Dresen ein wunderschönes Denkmal. Tagebau und Täterakte, Bagger und Balladen - darum kreist hier alles. Zum Niederknien grandios: Alexander Scheer in der Titelrolle! Er spielt und singt sehr, sehr berührend. Auch die Nebenrollen sowie die Landschaftsaufnahmen aus dem Tagebau sind großes Deutsches Kino.
  • Nurse Betty
    Gefährliche Träume - Ein Killerduo auf Schwesternjagd
    Komödie, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 05.05.2019
    Ich habe diesen Film in erster Linie ausgesucht, um meiner Frau eine Freude zu machen. Romantische Komödien sind mit kein Gräuel, aber ich bin nun einmal ein Mann und bevorzuge ernstere, tiefgründigere, gern auch mal härtere Stoffe. Mir hat "Nurse Betty" aber insgesamt gut gefallen. Dies liegt vor allem an den sehr guten Schauspielern. Renée Zellweger spielt die Titelfigur mit würdevoller Intensität und mit einer Glaubhaftigkeit, die einem jedes oberflächliche Lachen verbietet, sondern eher Beschützerinstinkte weckt. Morgan Freeman ist unglaublich souverän als altersweiser Killer. Und Greg Kinnear mimt schlichtweg perfekt den Soap-Star, der jeder Frau "auf Knopfdruck" Momente innigster Zuneigung und echtes (von wegen...) , wahres Interesse schenken kann. Auch Aaron Eckhart liefert als kernig-tumber Kleinganove weit mehr als banale Durchschnittskost. Das Drehbuch hat (neben einigen sehr punktgenauen Szenen) die eine oder andere Länge und fällt weder durch besondere Spannung, noch mit zündenden Gags auf. Doch es liefert einen schönen und sehr romantischen Beweis für die tröstende Kraft und die heilsame Berechtigung des Fernsehens als Zufluchtsort - aus welchem man gestärkt hervorgehen kann. Eine durchaus schöne Liebeserklärung an ein Medium. Wirklich empfehlenswert!
  • Ein einziger Augenblick
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 03.05.2019
    Hier dürfen Männer Gefühle zeigen. In sehr eindringlichen Bildern zeigt dieser Film die Tragik eines schuldhaften Unfalls und dessen Folgen.
    Mark Ruffalo und Joaquin Phoenix spielen zwei Väter und Ehemänner, die durch einen kleinen, schlimmen Moment vollkommen aus ihren Umlaufbahnen gerissen werden. Diesen beiden Männern (bwz. ihren Schauspielern) dabei (oft in Großaufnahme) zuzuschauen, ist phasenweise ein Ereignis und wirklich berührend. Unsere angeborenen und archaischen Reflexe wie Rache und Flucht werden ebenso gewürdigt wie die vielen wunderbaren zivilisierten Errungenschaften menschlicher Rituale, die uns, wenn wir sie nur leben, zu guten Menschen machen. Der Film setzt hier klare Schwerpunkte und ist damit durchaus wirkunsvoll und gelungen. Mir persönlich ist das Drehbuch allerdings an manchen Stellen etwas zu gradlinig, stromlinienförmig und klischeebehaftet. Deshalb habe ich auch zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt, mich aber aufgrund der starken emotionalen Momente doch für die 5 Sterne entschieden. Eine klare Empfehlung bekommt der Fim sowieso von mir.
  • A World Beyond
    Der Kampf um morgen beginnt schon heute.
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 25.04.2019
    Der Film fängt sehr vielversprechend, voller Zukunftsoptimismus und Disney-würdiger Märchenhaftigkeit an, hat dann aber einen vollkommen seelenlosen Mittelteil, der nicht viel anders ist als ein Terminator für ganz Arme. Bei diesem Mittelteil habe ich es sehr bereut, dass wir diesen Film unserem Sohn vorgeführt haben, er hat bessere Qualität verdient. Am Ende wird es dann wieder etwas besser, mit durchaus begrüßenswerter Botschaft. Aber diese wird dem Zuschauer leider derart mit dem Holzhammer eingeimpft, dass man sich intellektuell ein wenig beleidigt fühlt. Der Film hat leider insgesamt einige Längen und die gute schauspielerische Leistung von Hugh Laurie und Raffey Cassidy wird leider konterkariert von mimischem Mittelmaß von Hauptdarstellerin Britt Robertson. Auch George Clooney spielt hier sehr lustlos und ist in diesem Film vollkommen fehlbesetzt. "A World Beyond" ist (leider) ein in weiten Teilen misslungener Reißbrett-Streifen, den die Welt nicht braucht.
  • Aus dem Nichts
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 25.04.2019
    Schauplätze und Schauspieler sind hervorragend und von hoher Authentizität. Jede Rolle ist umwerfend gut und stimmig besetzt. Auch die Schnörkellosigkeit, mit welcher Drehbuch, Kamera und Regie den Plot angehen und umsetzen, ist formal und künstlerisch durchaus beeindruckend. Der Film ist fesselnd und niemals langweilig. Ihm kommt das Verdienst zu, das sehr reale Trauma der NSU-Morde mit einer treffsicheren Lässigkeit filmisch und komplett fiktional aufzugreifen und so mit hoher emotionaler Wucht erlebbar zu machen, ohne dabei einen Anspruch auf historische Genauigkeit erfüllen und ausgewogen jede Facette beleuchten zu müssen . So konnte ein sehr auf eine Perspektive reduzierter Film verwirklicht werden. Diese Perspektive ist verstörend hart und springt die eine oder andere zivilisatorische Entwicklungsstufe zurück. Und genau das hinterlässt bei mir ein ungutes Gefühl. Denn die Geschichte bietet neben all dem Lobenswerten, was ich oben aufgezählt habe, für meinen Geschmack dann doch zu wenig Facetten aus. Das Ende ist vorhersehbar und wird in allen Kritiken und Besprechungen deshalb auch nicht verborgen gehalten. Diese Unvermeidlichkeit mag ein Stilmittel sein, wer sie propagiert, wie dieser Film, macht es sich inhaltlich aber vielleicht doch ein wenig zu einfach und macht Ohnmacht, Wut und Hass satisfaktionsfähig. Letztlich bedient Akin damit Vorurteile. Und darin sehe ich die große offene Flanke dieses Films, die es mir verbietet, volle fünf Sterne zu geben.
  • I, Tonya
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 25.04.2019
    Dieser Film ist ein kleines Wunderwerk und erinnert von der Figurenzeichnung sehr an "Fargo". Nur mit dem Unterschied, dass (anders als in dem Meisterstück der Coen-Brüder) in diesem Film wirklich alles "auf wahren Begebenheiten" beruht. Mutig und begeisternd ist der Umstand, dass dieser Film ganz anders als man dies sonst von Hollywood kennt, nicht den deutlich populäreren Star, das "All American Girl" Nancy Kerrigan, sondern ihre Rivalin, die "Eishexe" Tony Harding in den Mittelpunkt der Erzählung stellt. Geschont oder geschönt wird dabei niemand und nichts. Man könnte auf den ersten Blick sogar meinen, dass die Figuren von den Filmemachern kräfttig überspritzt und durch den Kakao gezogen werden. Und denken, man könnte sich mit einem voyeuristischen Lachen zurücklehnen und dem Drama freien Lauf lassen. Aber mit ihren Ecken, ihren Kanten - und vor allem mit ihren weichen Seiten, werden die drei Hauptfiguren sowohl vom Drehbuch als auch von ihren Darstellen mit einer Tiefe und Würde gezeichnet, die zwar Raum für den einen oder anderen kräftigen Lacher lässt, aber eben auch eine Art von Mitgefühl und Verständnis aufkommen lässt. Und, ebenfalls ein toller Kniff im Drehbuch: das Ganze ungefiltert, also ohne dramaturgischen "Anwalt" oder Sidekick: Margot Robbie als Tonya Harding und Allison Janney als deren Mutter spielen einfach großartig. Der Film fesselt von der ersten bis zur letzten Minute und bietet mehrere Gänsehautmomente. Hollywood lebt!