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Kritiken von "FlaviusHH" aus

27 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Gundermann
    Von jedem Tag will ich was haben was ich nicht vergesse...
    Musik, Deutscher Film, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 12.05.2019
    Ich bin aus dem Westen. Von Gerhard Gundermann hatte ich bisher noch nie gehört. Aber von Andreas Dresen. Und der macht große Filme. So auch hier. Ich glaube, dass ich noch keinen Film gesehen habe, der die Seele, das Gemüt und die Würde der DDR so gut eingefangen hat! Auch wenn er das Elend, die Folter, den Mangel, die Schikanen und die Unfreiheit des Systems fast völlig ausblendet. „Gundermann“ nimmt sich die Zeit und die Freiheit, den real existierenden Menschen, Arbeiter und Künstler und seinen Umgang mit seiner Stasivergangenheit feinsinnig und differenziert zu beleuchten. Gundermanns nachdenklichem Witz, seiner leichten Sperrigkeit, seiner melancholischen Heimatverbundenheit und seiner wort- und menschenverliebten Poesie setzt Andreas Dresen ein wunderschönes Denkmal. Tagebau und Täterakte, Bagger und Balladen - darum kreist hier alles. Zum Niederknien grandios: Alexander Scheer in der Titelrolle! Er spielt und singt sehr, sehr berührend. Auch die Nebenrollen sowie die Landschaftsaufnahmen aus dem Tagebau sind großes Deutsches Kino.
  • Nurse Betty
    Gefährliche Träume - Ein Killerduo auf Schwesternjagd
    Komödie, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 05.05.2019
    Ich habe diesen Film in erster Linie ausgesucht, um meiner Frau eine Freude zu machen. Romantische Komödien sind mit kein Gräuel, aber ich bin nun einmal ein Mann und bevorzuge ernstere, tiefgründigere, gern auch mal härtere Stoffe. Mir hat "Nurse Betty" aber insgesamt gut gefallen. Dies liegt vor allem an den sehr guten Schauspielern. Renée Zellweger spielt die Titelfigur mit würdevoller Intensität und mit einer Glaubhaftigkeit, die einem jedes oberflächliche Lachen verbietet, sondern eher Beschützerinstinkte weckt. Morgan Freeman ist unglaublich souverän als altersweiser Killer. Und Greg Kinnear mimt schlichtweg perfekt den Soap-Star, der jeder Frau "auf Knopfdruck" Momente innigster Zuneigung und echtes (von wegen...) , wahres Interesse schenken kann. Auch Aaron Eckhart liefert als kernig-tumber Kleinganove weit mehr als banale Durchschnittskost. Das Drehbuch hat (neben einigen sehr punktgenauen Szenen) die eine oder andere Länge und fällt weder durch besondere Spannung, noch mit zündenden Gags auf. Doch es liefert einen schönen und sehr romantischen Beweis für die tröstende Kraft und die heilsame Berechtigung des Fernsehens als Zufluchtsort - aus welchem man gestärkt hervorgehen kann. Eine durchaus schöne Liebeserklärung an ein Medium. Wirklich empfehlenswert!
  • Ein einziger Augenblick
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 03.05.2019
    Hier dürfen Männer Gefühle zeigen. In sehr eindringlichen Bildern zeigt dieser Film die Tragik eines schuldhaften Unfalls und dessen Folgen.
    Mark Ruffalo und Joaquin Phoenix spielen zwei Väter und Ehemänner, die durch einen kleinen, schlimmen Moment vollkommen aus ihren Umlaufbahnen gerissen werden. Diesen beiden Männern (bwz. ihren Schauspielern) dabei (oft in Großaufnahme) zuzuschauen, ist phasenweise ein Ereignis und wirklich berührend. Unsere angeborenen und archaischen Reflexe wie Rache und Flucht werden ebenso gewürdigt wie die vielen wunderbaren zivilisierten Errungenschaften menschlicher Rituale, die uns, wenn wir sie nur leben, zu guten Menschen machen. Der Film setzt hier klare Schwerpunkte und ist damit durchaus wirkunsvoll und gelungen. Mir persönlich ist das Drehbuch allerdings an manchen Stellen etwas zu gradlinig, stromlinienförmig und klischeebehaftet. Deshalb habe ich auch zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt, mich aber aufgrund der starken emotionalen Momente doch für die 5 Sterne entschieden. Eine klare Empfehlung bekommt der Fim sowieso von mir.
  • A World Beyond
    Der Kampf um morgen beginnt schon heute.
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 25.04.2019
    Der Film fängt sehr vielversprechend, voller Zukunftsoptimismus und Disney-würdiger Märchenhaftigkeit an, hat dann aber einen vollkommen seelenlosen Mittelteil, der nicht viel anders ist als ein Terminator für ganz Arme. Bei diesem Mittelteil habe ich es sehr bereut, dass wir diesen Film unserem Sohn vorgeführt haben, er hat bessere Qualität verdient. Am Ende wird es dann wieder etwas besser, mit durchaus begrüßenswerter Botschaft. Aber diese wird dem Zuschauer leider derart mit dem Holzhammer eingeimpft, dass man sich intellektuell ein wenig beleidigt fühlt. Der Film hat leider insgesamt einige Längen und die gute schauspielerische Leistung von Hugh Laurie und Raffey Cassidy wird leider konterkariert von mimischem Mittelmaß von Hauptdarstellerin Britt Robertson. Auch George Clooney spielt hier sehr lustlos und ist in diesem Film vollkommen fehlbesetzt. "A World Beyond" ist (leider) ein in weiten Teilen misslungener Reißbrett-Streifen, den die Welt nicht braucht.
  • Aus dem Nichts
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 25.04.2019
    Schauplätze und Schauspieler sind hervorragend und von hoher Authentizität. Jede Rolle ist umwerfend gut und stimmig besetzt. Auch die Schnörkellosigkeit, mit welcher Drehbuch, Kamera und Regie den Plot angehen und umsetzen, ist formal und künstlerisch durchaus beeindruckend. Der Film ist fesselnd und niemals langweilig. Ihm kommt das Verdienst zu, das sehr reale Trauma der NSU-Morde mit einer treffsicheren Lässigkeit filmisch und komplett fiktional aufzugreifen und so mit hoher emotionaler Wucht erlebbar zu machen, ohne dabei einen Anspruch auf historische Genauigkeit erfüllen und ausgewogen jede Facette beleuchten zu müssen . So konnte ein sehr auf eine Perspektive reduzierter Film verwirklicht werden. Diese Perspektive ist verstörend hart und springt die eine oder andere zivilisatorische Entwicklungsstufe zurück. Und genau das hinterlässt bei mir ein ungutes Gefühl. Denn die Geschichte bietet neben all dem Lobenswerten, was ich oben aufgezählt habe, für meinen Geschmack dann doch zu wenig Facetten aus. Das Ende ist vorhersehbar und wird in allen Kritiken und Besprechungen deshalb auch nicht verborgen gehalten. Diese Unvermeidlichkeit mag ein Stilmittel sein, wer sie propagiert, wie dieser Film, macht es sich inhaltlich aber vielleicht doch ein wenig zu einfach und macht Ohnmacht, Wut und Hass satisfaktionsfähig. Letztlich bedient Akin damit Vorurteile. Und darin sehe ich die große offene Flanke dieses Films, die es mir verbietet, volle fünf Sterne zu geben.
  • I, Tonya
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 25.04.2019
    Dieser Film ist ein kleines Wunderwerk und erinnert von der Figurenzeichnung sehr an "Fargo". Nur mit dem Unterschied, dass (anders als in dem Meisterstück der Coen-Brüder) in diesem Film wirklich alles "auf wahren Begebenheiten" beruht. Mutig und begeisternd ist der Umstand, dass dieser Film ganz anders als man dies sonst von Hollywood kennt, nicht den deutlich populäreren Star, das "All American Girl" Nancy Kerrigan, sondern ihre Rivalin, die "Eishexe" Tony Harding in den Mittelpunkt der Erzählung stellt. Geschont oder geschönt wird dabei niemand und nichts. Man könnte auf den ersten Blick sogar meinen, dass die Figuren von den Filmemachern kräfttig überspritzt und durch den Kakao gezogen werden. Und denken, man könnte sich mit einem voyeuristischen Lachen zurücklehnen und dem Drama freien Lauf lassen. Aber mit ihren Ecken, ihren Kanten - und vor allem mit ihren weichen Seiten, werden die drei Hauptfiguren sowohl vom Drehbuch als auch von ihren Darstellen mit einer Tiefe und Würde gezeichnet, die zwar Raum für den einen oder anderen kräftigen Lacher lässt, aber eben auch eine Art von Mitgefühl und Verständnis aufkommen lässt. Und, ebenfalls ein toller Kniff im Drehbuch: das Ganze ungefiltert, also ohne dramaturgischen "Anwalt" oder Sidekick: Margot Robbie als Tonya Harding und Allison Janney als deren Mutter spielen einfach großartig. Der Film fesselt von der ersten bis zur letzten Minute und bietet mehrere Gänsehautmomente. Hollywood lebt!
  • Manchester by the Sea
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 30.03.2019
    Was für ein wunderbarer Film! Wunderschöne Bilder einer malerischen Kleinstadt an der US-amerikanischen Ostküste. Eine kongenial berührende Filmmusik. Ein Drehbuch, welches perfekter kaum sein könnte. Und ein Schauspieler, dem ich so eine Leistung niemals zugetraut hätte. DAS soll der Bruder vom ewig-hözernen Ben Affleck sein? So feinfühlig, so klug und mit einem unglaublich guten Gespür für Timing spielt Casey Affleck die Rolle seines Lebens! Keine Sekunde des Films ist langweilig. Alles hat seine Bedeutung, jeder Blick, jede Geste, jede Pause. Man muss vielleicht eine gewisse Reife haben, um das zu verstehen. Den Protagonisten widerfährt Schicksalhaft-Schreckliches in diesem Film. Und jeder geht auf seine Weise damit um. Und alle gemeinsam sind Familie. Sind Heimat. Das ist höchst sehenswert. Auch Lucas Hedges ist großartig. Nicht ganz so überzeugend: Michelle Williams. Sie grimassiert ein wenig zu übertrieben, hat aber extrem wichtige Schlüsselszenen. Unbedingt ansehen: Die deleted Scenes. Sie sind besser als so manch kompletter Film. Manchester by the Sea ist so dicht und gut, da hätten andere eine 8 teilige Serie draus gemacht...Begeistert Herz und Kopf!
  • Das brandneue Testament
    Gott existiert. Er lebt in Brüssel.
    Komödie, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 24.03.2019
    Ich kann diesen Film nicht weiterempfehlen. Er plätschert bemüht liebenswert-verschroben- skurril vor sich hin und versucht so etwas wie "Zauber" oder "poetische Lakonie" zu transportieren - erreicht bei mir aber nur ein vollkommen teilnahmsloses Wegdämmern. Ich glaube, dass ich durchaus einen Sinn für gute Filme habe und immer bereit bin, neu- und andersartigen , auch schrägen oder radikalen Drehbüchern eine Chance und oftmals dann auch begeisterte Zuneigung zu schenken. Aber all dies hat sich bei mir beim Anschauen dieses Films niemals eingestellt. Mir ging dieses altkluge Mädchen einfach nur gehörig auf die Nerven. Ich hatte mich auf ein beglücktes Dauergrinsen oder sogar einige herzhafte Lacher eingestellt, als ich mir den Film bestellt habe. Und musste dann leider feststellen: Der Film ist nicht lustig oder unterhaltsam. Er ist vielmehr fast traurig-deprimierend.
  • Elser
    Er hätte die Welt verändert.
    Drama, Deutscher Film, Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 24.03.2019
    Der Film ist ganz wunderbar. Das liegt nicht zuletzt am großartigen Christian Friedel, dem man einfach stundenlang zuschauen möchte, wie er den Elser spielt. So feinsinnig und bewegend gibt er dessen Charakterstudie ab, dass es eine Freude ist! Drehbuch und Regie tun ihr übriges.
    Es ist ausgesprochen klug, den Fall in Rückblenden aufzurollen. Denn so wird die Handlung auf zwei Zeitebenen gleichzeitig vorangetrieben , was für Abwechslung sorgt.
    Man bekommt einen sehr guten Eindruck vom kleinstädtischen Nazideutschland , von der schleichenden Veränderung weg von der Meinungsfreiheit hin zur Diktatur. Und man begreift, welch weitsichtige Gedanken sich Elser wohl gemacht hat und mit welcher planvollen Beharrlichkeit er sein Attentat vorbereitet hat.
    Anders, als beim ebenfalls sehr guten Fim " Sophie Scholl - Die letzten Tage", spielen also nicht nur das Dasein in Haft, die Verhöre und die ständig drohende Todesstrafe eine dominante Rolle. Sondern das "pralle Leben" davor: mit Liebe, Freundschaft, Familie, Arbeit. Und immer wieder fängt die Kamera den Blick von Christian Friedel ein und man fühlt förmlich, wie und was er denkt. Die Verhöre mit Burghart Klaußner sind ebenfalls sehr eindringlich und gelungen.
    Unbedingt sehenswert ist auch das umfangreiche Bonusmaterial. Ein wichtiger und guter Film, den man sich auch gut mit Jugendlichen anschauen kann.
  • Das grenzt an Liebe
    Komödie, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 24.03.2019
    Ganz ehrlich? Ich hatte keine hohe Erwartung an den Film und ihn nur bestellt, um meiner Frau etwas Gutes zu tun. Und was ist dann passiert? Ich habe Michael Douglas glaube ich noch nie so gut spielen gesehen! Mit großer Würde und einer funkelnden Energie spielt er den Vater, Chef, Großvater und Vermieter, der mal lässig-abgebrüht und mal jungenhaft charmant sein kann. Diane Keaton spielt so, wie wir sie seit 20 Jahren kennen und damit macht man nie etwas falsch. Die Geschichte ist liebevoll ausgedacht, spielt vor schöner Kulisse und ist alles in allem bodenständig und geerdet (dazu tragen die "Normalsterblichen" im Film erheblich bei, denn sie sind nicht nur Staffage, sondern haben auch ein Wörtchen mitzureden. Ein romantisch- warmherziger aber nicht weichgespülter Film mit guten Dialogen. Volle Punktzahl!
  • Die Erfindung der Wahrheit
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 24.03.2019
    Ich hatte vorher nie von diesem Film gehört und bin aufgrund der guten Bewertungen hier darauf aufmerksam geworden. Und ich war absolut begeistert! Wenn man als sehr geübter Zuschauer doch auch so manchen Clou im Plot schon erahnen konnte, hält der Film durchweg eine große Spannung aufrecht und belohnt all jene, denen es Freude macht, gedanklich voll am Ball zu bleiben. Das Erzähltempo ist aufregend rasant., das Thema fesselnd und es macht Freude zu sehen, dass eine Frau die Hauptrolle spielt in einem Metier, welches gemeinhin immer noch eher den Männern zugerechnet wird. Musik und Schnitt sowie schauspielerische Leistungen garantieren neben der klugen und faszinierenden Geschichte einen sehr gelungenen Fernsehabend!
  • Die Verlegerin
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 24.03.2019
    Der Film ist edel und pathosgetränkt, nimmt sich alle Zeit der Welt um mit Bedeutsamkeit und Eindringlichkeit die Rechte der Frauen und der Freien Presse hochleben zu lassen. Das ist gelungen und interessant und alles andere als langweilig. Meryl Streep ist wieder einmal grandios, Tom Hanks ist unter der Schicht aus Schminke und Puder allerdings kaum zu erkennen. Der Film ist insgesamt durchaus spannend und behandelt sehr wichtige Themen, die auch heute an Aktualität nichts eingebüßt haben. Aber: er berührt nicht. Er bleibt in seiner ganzen Machart dauerhaft auf Distanz zum Zuschauer und fällt auf diesem Gebiet deutlich zurück hinter "Spotlight". Deswegen gebe ich nur vier von fünf Sternen, kann aber mit sehr gutem Gewissen empfehlen, den Film anzuschauen!