In 'Schattenland' nimmt uns Volker Koepp mit auf eine Reise nach Masuren, die wohl bekannteste Landschaft des früheren Ostpreußen, und wir begegnen Menschen, die abseits der touristischen Gegenden wie gestrandet erscheinen: Bauern, die in der vermeintlichen Idylle die kurzen Sommer dafür nutzen, dem kargen Boden Getreide abzuringen. Ukrainer, die nach dem Zweiten Weltkrieg zwangsumgesiedelt wurden, und die es nach Polens EU-Beitritt in die alte Heimat nach Osten zieht. Und Fischer, die einige der einst sprichwörtlich fischreichen 3.000 Seen auch im Winter befischen. Bis heute blieb Masuren dünn besiedelt und zählt trotz des Tourismus zu den ärmsten Gegenden Europas. Und auch heute noch sind die Spuren der Geschichte unübersehbar: Dreißigjähriger Krieg, Pest, Hungersnöte, Tatareneinfälle, Napoleonische Kriege und russische Besatzungen. Schlachtfelder beider Weltkriege des 20. Jahrhunderts. 1945 kommt das südliche Ostpreußen zu Polen. Und immer wieder Sprachen- und Nationalitätenstreit: Wo sich aufhört die Kultur, beginnt zu leben der Masur. Eine Reise durch Masuren - Grenzlandschaft im Schatten der Geschichte.
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