Elser

13 Minuten, die alles verändert hätten

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   15.10.2015
"Einer muss es doch machen" - Georg Elser, der am 8. November 1939 mit dem Versuch scheiterte, Adolf Hitler durch einen Sprengstoffanschlag zu töten, handelte aus der Überzeugung heraus, dass Deutschland vor seinem Führer gerettet werden musste. Regisseur Oliver Hirschbiegel (Der Untergang) beschäftigt sich einmal mehr mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

Für die titelgebende Rolle hat Hirschbiegel Schauspieler Christian Friedel verpflichtet. Friedel, hochgelobt für das Drama Das weiße Band, glänzt auch in der Darstellung des Widerstandskämpfers Elser.
Bereits 1989 verfilmte Klaus Maria Brandauer die Geschichte rund um das Attentat Elsers unter dem Titel Georg Elser. Brandauer sowie Hirschbiegel setzen mit ihren Filmen ein Zeichen und würdigen Elser - einen Mann, der sein Leben riskierte, um andere zu retten.

Der Trailer zu Elser:


© NFP neue film produktion
Die Bewertungen:

Georg Elser: "Ich habe den Krieg verhindern wollen"

Georg Elser entwickelt sich vom Pazifisten zu jemandem, der nachdem er u.a. die Verhaftung seines Freundes miterlebt, etwas unternehmen muss und dabei auch den Tod von Unschuldigen in Kauf nimmt.

Elser war früh entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Er verweigerte nach 1933 den Hitlergruß. Nach Augenzeugenberichten verließ er den Raum, wenn Hitler-Reden im Rundfunk übertragen wurden.
In der frühen Phase war der Hauptgrund seiner Abneigung, wie er in einem späteren Gestapo-Verhör angab, die Verschlechterung der Lebensbedingungen nach 1933.

Etwa ab 1937 prägte ein anderes Motiv seine Abneigung: Elser erkannte die Kriegsvorbereitungen und das Nachgeben der Westmächte bezüglich territorialer Forderungen des Deutschen Reichs.

Privat reparierte Elser Uhren und erwarb so Kenntnisse, die es ihm später möglich machten, mithilfe zweier unabhängig voneinander funktionierender Uhrwerke den Zünder der Bombe im Bürgerbräukeller zu konstruieren.

Er plante seine Tat von langer Hand. Jährlich hielt Hitler im Münchner Bürgerbräukeller eine Rede. Elser wollte mit einer hinter dem Rednerpult eingebauten Zeitbombe das führende politische Personal des NS-Staates ausschalten und so den etwa zwei Monate zuvor von Deutschland ausgelösten Krieg gegen Polen, der sich zum Zweiten Weltkrieg ausweiten sollte, im Alleingang stoppen.

Sein Anschlag missglückt allerdings, da Hitler und sein Gefolge die Veranstaltung 13 Minuten früher verlassen. Acht Menschen starben, unter ihnen keiner, den es hätte erwischen sollen. Wäre die Bombe rechtzeitig explodiert, wären Hitler und wahrscheinlich Himmler, Bormann, Goebbels und Heß mit ihm gestorben. Er wurde bereits am Tag seines Anschlags, beim Versuch in die Schweiz zu gelangen, festgenommen. (Quelle: Wikipedia)
Burghart Klaußner und Christian Friedel in Elser © NFP neue film produktion 2015
Burghart Klaußner und Christian Friedel in Elser © NFP neue film produktion 2015

Der Film Elser bewegt sich in zwei Handlungsebenen. Zum einen bewegen wir uns im Jahr 1939, in dem die Geschichte rund um das Attentat geschildert wird. In Zeitsprüngen wandert der Film dann wieder zurück in das Jahr 1933 und zeigt Elsers Vergangenheit, in der es vor allem um seine unglückliche Liebe zu der verheirateten Elsa (Katharina Schüttler) geht.
Elser erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich alleine gegen das System stellt, seine Freiheit und sein Leben riskiert, um sich gegen das vermeintlich Unausweichliche zu wehren. Georg Elser hat alles gewagt und dabei alles verloren, selbst sein Leben.
Burghart Klaußner als Arthur Nebe: "Du kannst nicht mehr aus ihm rauskriegen als die Wahrheit."
Gestapochef Heinrich Müller gespielt von Johann von Bülow: "Wir legen die Wahrheit fest."
Die Besetzung:

Regie: Oliver Hirschbiegel
Drehbuch: Fred Breinersdorfer, Léonie-Claire Breinersdorfer
Produktion: Boris Ausserer, Oliver Schündler, Fred Breinersdorfer
Kamera: Judith Kaufmann
Schnitt: Alexander Dittner
Musik: David Holmes

Ein Mann im Alleingang gegen das System

Elser

Er hätte die Welt verändert.

Elser

Er hätte die Welt verändert.
Drama

Während der Jubiläumsrede Hitlers am 8. November 1939 wird ein Mann an der Grenze zur Schweiz wegen des Besitzes verdächtiger Gegenstände festgenommen. Nur Minuten später explodiert im Münchner Bürgerbräukeller unmittelbar hinter dem Rednerpult des 'Führers'...  mehr »

Produktion:
2015
Medien:
DVD, Blu-ray, VoD
Freigabe:
FSK 12
Bewertung:
Material Elser © NFP neue film produktion (Deutschland 2015)
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