Die Frau des Zeitreisenden

Die Liebe in den Zeiten der Zeitreisen

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   27.02.2010
Keine Vorurteile vor dem Starten der DVD. Mit dieser Disc sind wir an Video Buster Kollegen vorbeigelaufen und die verzogen beim Anblick das Gesicht, wie es manche Frauen bei der Begegnung mit achtbeinigen Krabbeltieren tun. Dabei haben die einen den Film bei Veröffentlichung am 5. Februar 2010 noch gar nicht angesehen und die anderen haben sich nie überwunden, mal eine Spinne auf der Handfläche zu halten. Zugegeben, Spinnen machen es einem nicht leicht, ihnen mit ihrer Gestalt und den flinken Bewegungen innig zu begegnen - und Robert Schwentkes Film von 2009 eröffnet sich mit seinem kitschig-verklärten Poster/Cover/Disc-Motiv nicht umgehend einer männlichen Zielgruppe. Zumal der englische Titel 'The Time Traveler's Wife' wie der deutsche Die Frau des Zeitreisenden vorab das Gewicht auf die Frau und nicht den Zeitreisenden legt. Genug Zeit mit Grübeln verbracht, los geht die Reise in 103 Filmminuten.

*Play*

Der sechsjährige Henry (Alex Ferris) sitzt auf dem Rücksitz, während seine Mutter Annette (Michelle Nolden) fährt. Gemeinsam singen sie 'Es ist ein Ros entsprungen', als wie aus dem Nichts? Gänsehaut stellt sich schon mit der ersten Szene ein und das Interesse ist geweckt, als der Junge plötzlich dem erwachsenen Henry (Eric Bana) gegenübersteht. Doch so wie Zeitreisende ihren Begegnungen nie etwas Zukünftiges berichten dürfen, damit der Lauf der Zeit nicht verändern wird, wollen auch wir Ihnen nichts über die weiteren Geschehnisse erzählen, um den vielleicht von Ihnen geplanten DVD oder Blu-ray Filmabend nicht zu beeinflussen.

Zeit und Romantik sind relativ

Im Leben haben wir eine Wahl: Sollten Sie Angst vor Spinnen haben, müssen Sie keine Konfrontationstherapie eingehen. Wenn Sie Romantik nicht ertragen, leihen Sie diesen Film nicht aus. Denn Sie können bei Nichtgefallen kaum zurück in der Zeit reisen und die zwei verbrachten Stunden im Fernsehzimmer zurückholen. Natürlich sollten Sie der Zeitreise-Idee gegenüber aufgeschlossen sein und sie nicht wissenschaftlich in Frage stellen, denn sie ist hier weniger Science-Fiction, mehr Fantasy. Der Stuttgarter Regisseur Schwentke (siehe Tattoo 2002 und Flightplan 2005) und sein Kameramann Florian Ballhaus (Sohn des mehrfach Oscar(c)-nominierten Michael Ballhaus) zeigen in Die Frau des Zeitreisenden viel handwerkliche Raffinesse und breiten eine liebevolle Geschichte in prächtigen, warm eingefärbten Bildern aus. Eine Parabel auf glücklich Verliebte, die in ihrer Beziehung das Gefühl haben, sie würden den Partner schon eine Ewigkeit kennen, die ihre Zweisamkeit leben und schätzen sollten, als könne sie morgen schon vorbei sein. Single-Zuschauer dürfen die Hoffnung auf eine solche alles überdauernde 'eine große Liebe' weiter hegen und Paare finden mit diesem Leihtitel ein ideales gemeinsames Programm, das ihnen eine dauerhafte Liebe vorführt, die sie hoffentlich auch erleben werden. Aber das kann schließlich nur eins zeigen: die Zeit.

Die Qual? Die Wahl!

Männer, die mit Romanzen gar nichts anfangen können, haben die Wahl: Hauptdarsteller Eric Bana wacht auch in einem alternativen, Action-lastigeren Film orientierungslos und unbekleidet an scheinbar fremden Orten auf, als Bruce Banner in Ang Lees Hulk (2008). Alle weniger Skeptischen sollten beherzt zugreifen und Eric Bana hier als Henry DeTamble mit Filmfrau Clare Abshire erleben. Clare wird von einer wieder einmal bezaubernden Rachel McAdams dargestellt, die ihre Herzenswärme noch mehr versprüht als in ihrer vorherigen Bestseller-Verfilmung Wie ein einziger Tag (2004, nach Nicholas Sparks). Gemeinsam zeigen sie als Clare und Henry eine erste erotische Begegnung, die uns mit ihrer Zurückhaltung des Mannes an Edward und Bella aus Twilight (2008) erinnert, während die Begegnung zwischen Alt und Jung anfänglich dem seltsamen Fall des Benjamin Button (2008) ähnelt. Zufall? Benjamin-Button-Darsteller Brad Pitt zeigt sich bei Schwentke als ausführender Produzent verantwortlich. Zufall? Auch jemand aus der Komödien-Zeitreise Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) taucht erneut auf: in der Rolle eines Forschers der ewige Nebendarsteller Stephen Tobolowsky.
Dass es keine Zufälle im Filmgeschäft gibt, ist wohl ein Vorurteil. Vorurteilsfrei sollten Sie jetzt an Die Frau des Zeitreisenden herangehen, denn wer nur ein romantisches Märchen erwartet und es abhakt, verpasst etwas.

Zeitsparend: von 543 Buchseiten zu 109 Filmminuten

Die Autorin der Romanvorlage, Audrey Niffenegger (* 1963), ist übrigens wie ihre Hauptfigur Clare künstlerisch tätig, lehrte als Uniprofessorin in Chicago, einem der Schauplätze der Verfilmung. Das Making-Of der DVD berichtet in Interviews, wie Drehbuchschreiber Bruce Joel Rubin den 2003 erschienenen Nr.1-Bestseller und seine stolzen 543 Seiten (deutsche Ausgabe des Fischer-Verlags) in eine Filmstruktur übersetzen konnte und es fertigbringt, dass die Story auch für Filmfans ebenso unberechenbar wie die 'Krankheit' des Zeitreisenden bleibt und die Spielfilmversion statt nur romantisch zu sein, richtig packend ist. So thematisiert der Film letztlich nicht die Möglichkeiten, die man als Zeitreisender bekommt, sondern zeigt uns vor allem noch einmal die Möglichkeiten, die wir alle ohne das Zeitreisen haben.
Vorurteilsfrei das Urteil: Ein zeitlos schöner Film.
Keine Vorurteile vor dem Starten der DVD. Mit dieser Disc sind wir an Video Buster Kollegen vorbeigelaufen und die verzogen beim Anblick das Gesicht, wie es manche Frauen bei der Begegnung mit achtbeinigen Krabbeltieren tun. Dabei haben die einen den Film bei Veröffentlichung am 5. Februar 2010 noch gar nicht angesehen und die anderen haben sich nie überwunden, mal eine Spinne auf der Handfläche zu halten. Zugegeben, Spinnen machen es einem nicht leicht, ihnen mit ihrer Gestalt und den flinken Bewegungen innig zu begegnen - und Robert Schwentkes Film von 2009 eröffnet sich mit seinem kitschig-verklärten Poster/Cover/Disc-Motiv nicht umgehend einer männlichen Zielgruppe. Zumal der englische Titel 'The Time Traveler's Wife' wie der deutsche Die Frau des Zeitreisenden vorab das Gewicht auf die Frau und nicht den Zeitreisenden legt. Genug Zeit mit Grübeln verbracht, los geht die Reise in 103 Filmminuten.

*Play*

Der sechsjährige Henry (Alex Ferris) sitzt auf dem Rücksitz, während seine Mutter Annette (Michelle Nolden) fährt. Gemeinsam singen sie 'Es ist ein Ros entsprungen', als wie aus dem Nichts? Gänsehaut stellt sich schon mit der ersten Szene ein und das Interesse ist geweckt, als der Junge plötzlich dem erwachsenen Henry (Eric Bana) gegenübersteht. Doch so wie Zeitreisende ihren Begegnungen nie etwas Zukünftiges berichten dürfen, damit der Lauf der Zeit nicht verändern wird, wollen auch wir Ihnen nichts über die weiteren Geschehnisse erzählen, um den vielleicht von Ihnen geplanten DVD oder Blu-ray Filmabend nicht zu beeinflussen.

Zeit und Romantik sind relativ

Im Leben haben wir eine Wahl: Sollten Sie Angst vor Spinnen haben, müssen Sie keine Konfrontationstherapie eingehen. Wenn Sie Romantik nicht ertragen, leihen Sie diesen Film nicht aus. Denn Sie können bei Nichtgefallen kaum zurück in der Zeit reisen und die zwei verbrachten Stunden im Fernsehzimmer zurückholen. Natürlich sollten Sie der Zeitreise-Idee gegenüber aufgeschlossen sein und sie nicht wissenschaftlich in Frage stellen, denn sie ist hier weniger Science-Fiction, mehr Fantasy. Der Stuttgarter Regisseur Schwentke (siehe Tattoo 2002 und Flightplan 2005) und sein Kameramann Florian Ballhaus (Sohn des mehrfach Oscar(c)-nominierten Michael Ballhaus) zeigen in Die Frau des Zeitreisenden viel handwerkliche Raffinesse und breiten eine liebevolle Geschichte in prächtigen, warm eingefärbten Bildern aus. Eine Parabel auf glücklich Verliebte, die in ihrer Beziehung das Gefühl haben, sie würden den Partner schon eine Ewigkeit kennen, die ihre Zweisamkeit leben und schätzen sollten, als könne sie morgen schon vorbei sein. Single-Zuschauer dürfen die Hoffnung auf eine solche alles überdauernde 'eine große Liebe' weiter hegen und Paare finden mit diesem Leihtitel ein ideales gemeinsames Programm, das ihnen eine dauerhafte Liebe vorführt, die sie hoffentlich auch erleben werden. Aber das kann schließlich nur eins zeigen: die Zeit.

Die Qual? Die Wahl!

Männer, die mit Romanzen gar nichts anfangen können, haben die Wahl: Hauptdarsteller Eric Bana wacht auch in einem alternativen, Action-lastigeren Film orientierungslos und unbekleidet an scheinbar fremden Orten auf, als Bruce Banner in Ang Lees Hulk (2008). Alle weniger Skeptischen sollten beherzt zugreifen und Eric Bana hier als Henry DeTamble mit Filmfrau Clare Abshire erleben. Clare wird von einer wieder einmal bezaubernden Rachel McAdams dargestellt, die ihre Herzenswärme noch mehr versprüht als in ihrer vorherigen Bestseller-Verfilmung Wie ein einziger Tag (2004, nach Nicholas Sparks). Gemeinsam zeigen sie als Clare und Henry eine erste erotische Begegnung, die uns mit ihrer Zurückhaltung des Mannes an Edward und Bella aus Twilight (2008) erinnert, während die Begegnung zwischen Alt und Jung anfänglich dem seltsamen Fall des Benjamin Button (2008) ähnelt. Zufall? Benjamin-Button-Darsteller Brad Pitt zeigt sich bei Schwentke als ausführender Produzent verantwortlich. Zufall? Auch jemand aus der Komödien-Zeitreise Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) taucht erneut auf: in der Rolle eines Forschers der ewige Nebendarsteller Stephen Tobolowsky.
Dass es keine Zufälle im Filmgeschäft gibt, ist wohl ein Vorurteil. Vorurteilsfrei sollten Sie jetzt an Die Frau des Zeitreisenden herangehen, denn wer nur ein romantisches Märchen erwartet und es abhakt, verpasst etwas.

Zeitsparend: von 543 Buchseiten zu 109 Filmminuten

Die Autorin der Romanvorlage, Audrey Niffenegger (* 1963), ist übrigens wie ihre Hauptfigur Clare künstlerisch tätig, lehrte als Uniprofessorin in Chicago, einem der Schauplätze der Verfilmung. Das Making-Of der DVD berichtet in Interviews, wie Drehbuchschreiber Bruce Joel Rubin den 2003 erschienenen Nr.1-Bestseller und seine stolzen 543 Seiten (deutsche Ausgabe des Fischer-Verlags) in eine Filmstruktur übersetzen konnte und es fertigbringt, dass die Story auch für Filmfans ebenso unberechenbar wie die 'Krankheit' des Zeitreisenden bleibt und die Spielfilmversion statt nur romantisch zu sein, richtig packend ist. So thematisiert der Film letztlich nicht die Möglichkeiten, die man als Zeitreisender bekommt, sondern zeigt uns vor allem noch einmal die Möglichkeiten, die wir alle ohne das Zeitreisen haben.
Vorurteilsfrei das Urteil: Ein zeitlos schöner Film.

Verfilmte Liebesromane

Die Frau des Zeitreisenden

Lovestory

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Produktion:
2009
Medien:
DVD, Blu-ray, VoD
Freigabe:
FSK 12
Bewertung:

Wie ein einziger Tag

Jede große Liebe hat eine große Geschichte.

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Produktion:
2004
Medien:
DVD, Blu-ray, VoD
Freigabe:
FSK 6
Bewertung:

P.S. Ich liebe Dich

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Produktion:
2007
Medien:
DVD, Blu-ray
Freigabe:
FSK 0
Bewertung:

Der seltsame Fall des Benjamin Button

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Produktion:
2008
Medien:
DVD, Blu-ray, VoD
Freigabe:
FSK 12
Bewertung: