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Kritiken von "6697mn" aus

143 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Schlafkrankheit
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 21.02.2012
    Ziemlich langweiliger und z. T. vorhersehbarer Film im Entwicklungshelfermilieu in Afrika. Angerissen werden u.a. Dinge wie Korruption, Arbeitsmoral Afrikaner vs. Europäer, Sinn von Entwicklungshilfegeldern, Entfremdung der Helfer vom eigenen Land und das daraus resultierende Gefühl der eigentlichen Heimatlosigkeit. Leider werden diese Themen mittels flacher Charaktere nur oberflächlich aneinandergereiht, so dass der Zuschauer weitgehend unberührt bleibt und die an sich interessanten Problemstellungen schnell wieder vergißt. Die Dialoge hätten die Probleme schärfer und präziser thematisieren müssen, stattdessen verläßt sich die Kamera auf schöne Dschungelbilder und kategorische Statements der nicht immer überzeugenden Schauspieler. Es entsteht der Eindruck, dass der Entwicklungshilfeproblemkatalog am Anfang der Filmidee stand und nicht etwa ein schlüssiges Plot.
  • Im Himmel, unter der Erde
    Der jüdische Friedhof Weißensee
    Dokumentation
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 21.02.2012
    Interessanter und informativer Film über den jüdischen Friedhof in Weissensee und seine wechselvolle Geschichte durch die Wirren der Geschichte (Weltkriege, Nazizeit, DDR). Nachkommen dort Begrabener, Friedhofspersonal und Personen, deren Schicksal mit dem Friedhof in oft kurioser Weise verbunden ist, kommen zu Wort. Durch geschickte Montagetechniken wird der heutige Zustand der Gräber dem Originalzustand wie er in der Originalfootage existiert (in Fotos und Film) gegenübergestellt. Es ergibt sich nicht nur eine Geschichtslektion, sondern auch eine Meditation auf die Vergänglichkeit und die eigene Sterblichkeit, die zwangsweise zu der Frage führt: Was bleibt? Sehenswert.
  • Black Death
    Und sie kämpften gegen die Hölle auf Erden.
    Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 27.01.2012
    Pseudo-Mittelalterfilm mit flacher und ungereimter Handlung, der schon nach den ersten Szenen langweilt. Endlose Shots von mittelalterlich ungewaschenen Rittern, Mönchen, Pesttoten und -kranken und schönen Frauen ("Hexen"?) ersetzen eben nicht schlüssige, tiefgründige Charaktere, die ihre (Selbst)Zweifel für den Zuschauer glaubhaft in Szene setzen, geschweige denn eine Handlung, die zu fesseln vermag. Als die Inquisitionstruppe das pestfreie Dorf erreicht, wird die Handlung völlig sinnfrei. Der Regisseur scheint die Folterung auf den Zuschauer ausdehnen zu wollen und läßt die Schauspieler nur noch in ihrer Schönheit bez. Brutalität vorführen, während abgehobene Monologe und Off-Kommentare ihre beabsichtigte Charakterentwicklung liefern sollen. Allenfalls für Leute interessant, die sich unter dem Deckmantel Mittelalter gerne Folterwerkzeug und Folterszenen anschauen bez. sich Anfänge von solchen zu Ende vorstellen. Dass sich Sean Bean für so etwas hergibt, ist bedauerlich.
  • Joschka und Herr Fischer
    Eine Zeitreise durch 60 Jahre Deutschland
    Dokumentation, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 16.01.2012
    Dies ist eigentlich keine Doku sondern die Verfilmung einer Art (von Fischer?)zensierter Biographie und ist insofern nicht nur einseitig, sondern auch zu lang. Viele der "Exkurse", d.h. Erzählungen von Zeitzeugen, sind reine Selbstdarstellungen und nicht erhellend. Auch das Format ist nicht gelungen. Allzuoft werden die faszinierenden Originalbilder vom Bild des älteren, rückblickenden Joschka Fischer verdrängt oder überlagert, wo ein Hintergrundkommentar besser gewesen wäre. Es ergibt sich dennoch ein interessantes Bild der Zeit von den frühen 60ern bis zu Fischers Abgang. Der Zuschauer sollte allerdings einiges Wissen um die Studentrevolution und die Grabenkämpfe in der frühen Geschichte der Grünen mitbringen, sonst bleibt einiges unverständlich.
    Am interessantesten sind wohl die Passagen, wo es eine Diskrepanz zwischen Fischers Worten und der Originalfootage gibt, so dass der Zuschauer einen Blick hinter die mühsam aufgebaute Fassade des an seinem Image feilenden Fischer erhascht. Radikalere Schnitte und weniger Raum für Selbstbeweihräucherung hätten den Film zu einem interessanten Zeitdokument gemacht, zumal Fischer in seiner Integrität und Herangehensweise durchaus ein bemerkenswerter Politiker war.
  • Naokos Lächeln
    Drama, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 10.01.2012
    Verfilmung eines Murakami-Romans durch den Regisseur des grandiosen Films "Der Duft der grünen Papaya" hin oder her - dieser Film langweilt. Murakamis pubertäre Charaktere, ihre Todessehnsucht, Unentschlossenheit, Selbstzweifel, Prüderie usw. mögen ja im Roman gut getroffen sein (ich habe ihn nicht gelesen), auf der Leinwand wirken sie hölzern, pathetisch oder schlichtweg uninteressant. Was Ende der 60er Jahre an japanischen Unis passiert ist, wird kaum angerissen und bleibt eigentlich völlig im Dunkeln, so daß sich auch keine interkulturellen Vergleiche anstellen lassen. Depressive, antriebslose Charaktere, die wie in Trance schöne Landschaften durchwandeln, füllen leider keine zwei Stunden... Plakative Gegenüberstellungen (z. B. der Aufreißer vs. der Sensible, ein Job im Schlachthaus vs. Vorlesungen über die griechische Tragödie) wirken aufgesetzt und albern. Das Ende ist völlig voraussehbar. Schon nach zwei Tagen erinnert man sich kaum mehr an etwas in diesem Film...
  • The Tree of Life
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 25.11.2011
    Ganz interessantes Familiendrama, das Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem Lauf der Zeit, dem Erwachsenwerden und Abschiednehmen, der Existenz Gottes und weiteren ähnlich elementaren menschlichen Erfahrungen aufwirft. Leider ist das Ganze in einen äußerst schwülstigen religiös-mystischen Rahmen gepackt, der die obengenannten Themen nicht erhellt, sondern in seiner ausgreifenden, langatmigen Art (Urknall/Am Anfang war das Licht/Evolution usw.) langweilt. Weniger wäre hier besser gewesen! Seit den Farbexplosionen und Zusammenhängen, die in "2001- Odyssee im Weltraum" hergestellt werden sollten, sind halt einige Jahrzehnte vergangen und was damals revolutionär war, genügt heute einfach nicht mehr. Wenn ich mir Vulkanausbrüche, Mondaufgänge, animierte Dinosaurier und Hammerhaie im Meer anschauen will, greife ich doch lieber zu einem Naturfilm, zumal hier nicht unbedingt deutlich wird, was die mit der Geschichte eines Jungen mit einem autoritären Vater zu tun haben, der dem amerikanischen Traum hinterherjagt. Der Vater ist zugegebenermaßen gut gespielt von Brad Pitt und man kann sich bei längerem Nachdenken auch einiges zusammenreimen, nur macht einem der Film nicht wirklich Lust darauf. Ebenso nervt das ständige Voice-over von flüsternden Stimmen, die Gedankenfetzen und Erinnerungen darstellen sollen, aber meistens nur aus rhetorischen Fragen bestehen, die keiner Lust hat zu beantworten, der Zuschauer am allerwenigsten. Sicher ist der Film "anders" und experimentell in seiner nicht linearen Erzählweise und der versuchten Breite, aber das allein macht ihn noch nicht gut. Ich rate ab, es sei denn, man fühlt sich von religiös-mystischem Geschwafel angezogen.
  • Mein Kampf
    Deutscher Film, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 22.11.2011
    Eigentlich ein Bühnenstück nach George Tabori und das ist deutlich spürbar. Es gibt nur ganz wenige, undeutlich unterscheidbare Sets und die Handlung fußt auf dem nicht immer gelungenen Dialog der Charaktere und nicht auf Action. Die Charaktere sind trotz Namen größtenteils typisiert (der Barmherzige, der Künstler, die Verführte, das unzufriedene Volk, der Tod), Ironie ergibt sich zuweilen aus der Diskrepanz zwischen der erlebten Zeit (Hitler an seinen Anfängen) und unserem Wissen über das, was daraus wurde. Ganz intelligent sind schon Manierismen, Gebärden und Zitate des späteren Hitler verwendet und z. T. ad absurdum geführt. Der tiefere Sinn des Stücks erschließt sich im Film allerdings kaum, möglicherweise bräuchte man dazu Bühnennähe zu den Schauspielern, die ein Film eben nicht bieten kann. Allerdings ist das Thema seit Tabori eben schon so oft filmisch behandelt worden, dass es auch sein könnte, dass sein Blickwinkel einfach nichts Neues bietet. Wer einen unterhaltsam persiflierenden Film á la "Inglorious Bastards" oder "Mein Bester Feind" erwartet, wird enttäuscht. Eher etwas für Leute mit Interesse an Bühnenverfilmungen oder Tabori.
  • Wundervolles Weihnachten
    Drama, Fantasy, Lovestory
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 11.11.2011
    Wer hat nur diesen Schinken wieder ausgegraben und wozu? Absolut langweilige, vorhersehbare Geschichte eines geldlosen jungen Paares, das sich an Weihnachten aufgrund eines Spielchens alter Herren verliebt, Ruhm und eine blonde Komplikation kommen dazwischen, das Mädel ist aber ach-so-verständnisvoll und er besinnt sich natürlich am Ende. Dazwischen funken die nach einem Flugzeug-absturz als Geister agierenden alten Herren, die aber einer nach dem anderen von einer Art Gotteserscheinung selbst abgerufen werden, eine Art Apotheose und die Himmelsleiter begleiten die letzte Einstellung. Eigentlich klingt das ganze lustig und hätte durch die Geister vielleicht auch komisches Potential, nur ist der Film absolut trocken, vorhersehbar und mit verbosen Dialogen inszeniert, und die Gotteserscheinungen sind tatsächlich völlig ernst gemeint... Höchstens als Bild der Zeit geeignet, das ein bestimmtes Gesellschaftsspektrum (naiv-religiöse Republikaner?) bedienen soll, dafür aber definitv viel zu lang.
  • Eine flexible Frau
    A Woman Under the Influence im 21. Jahrhundert
    Deutscher Film, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 19.10.2011
    Plötzliche Arbeitslosigkeit, Bewerbungsstress, Verlust von Identität und sozialem Status, Abrutschen in den Alkoholismus - all das sind brisante Themen, und wenn es sich dabei noch um eine Akademikerin handelt umso aktueller. Dieser Film handelt das Thema jedoch mit Einfallslosigkeit ab, dass nur gähnende Langeweile aufkommt. Abgegriffene bildliche Metaphern, Charaktere, die ab und zu mal "kluge" Sprüche abgeben, so dass auch deutlich wird, was eigentlich durch die Filmsprache hätte rüberkommen sollen, mittelmässige schauspielerische Leistungen und eine voraussehbare Handlung machen den Film zum Schlafmittel.
  • Mein Glück
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 29.09.2011
    Aneinanderreihung von Gewalttaten (auch historisch) in einer bestimmten Gegend/Haus, etwa nach dem Motto "der Mensch ist des Menschen Wolf". Soll wohl als Spiegel der russischen Gesellschaft vom zweiten Weltkrieg bis heute dienen, wirkt aber wegen mangelnder Schlüssigkeit beliebig. Erzeugt Langeweile, da der tiefere Sinn oder eine kritische Perspektive fehlt.
  • Mondkalb
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 27.09.2011
    Unspektakulärer, sich langsam entwickelnder Film über Alltag halb gescheiterter Existenzen im Osten. Alltägliche Sitationskomik und -Tragik, für Liebhaber realitätsnaher, die Wirklichkeit abbildender Filme. Ungeeignet für Action- und Hollywood-Fans, die auf schöne Gesichter und ein kathartisches Ende setzen. Regt zum Nachdenken über Gewalt an.
  • Nader und Simin
    Eine Trennung
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 22.09.2011
    Hervorragender Film, der Einsicht in die Welt des heutigen Iran gewährt. Schnell wird klar, dass die Menschen zwischen Tradition und Moderne, Religion und Weltlichkeit, ihre moralische Orientierung verloren haben und sich von Bürokratie, Umständen, Angst und Eigennutz leiten lassen. Alle Charaktere wirken glaubwürdig und sehr real, ihre Handlungsweisen verkörpern verschiedene Perspektiven des Gesamtproblems und sind weder einseitig gut noch böse. Läuterungen à la Hollywood am Ende bleiben dem Zuschauer erspart. Der Film ist gleichzeitig Familiendrama und Sozialkommentar. Es liegt viel Augenmerk darauf, was in Kindern vorgeht, wenn Ehen auseinanderbrechen. Die unterschiedliche gesellschaftliche und religiöse Position der beiden streitenden Familien ist eben so ein Thema wie das willkürlich anmutende Justizsystem. Lange habe ich keinen Film mehr gesehen, der soviel Einblick in ein fremdes Land verschafft und gleichzeitig so gut unterhält.