Kritiken von "6697mn"

Das Wunder von New York

Komödie, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 27.10.2014
"Weihnachtsfilm" für Depressive. Die Story um zwei Knastbrüder, die Geldprobleme haben und dieselbe Frau lieben, ist zwar gut geschauspielert, schleppt sich aber über lange Strecken ohne sichtbares Plot dahin. Worin das "Wunder" besteht, bleibt unklar, keiner der Charaktere ist am Ende weitergekommen. Sicher gibt es ein paar Szenen, die zum Schmunzeln verleiten, besonders mit der skurrilen russischen Haussitterin (Sally Hawkins), die den beiden etwas näherkommt, aber um anderthalb Stunden zu füllen, ist das definitiv zu wenig. Falls der Film eine Persiflage auf den typischen Weihnachtsfilm mit Läuterung und Happy-end usw. sein sollte, ist dies gründlich mißlungen - dafür ist die Storyline zu schwach entwickelt und die Dialoge nicht bissig genug. Entgegen der Cover-Beschreibung ist von New York außer einer heruntergekommenen Ecke nichts zu sehen, und außer der Haussitterin gibt es keine entwickelten Charaktere, die man als typische New Yorker empfinden würde. Zeitverschwendung.

ungeprüfte Kritik

Bergfest

Deutscher Film, Drama

Bergfest

Deutscher Film, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 25.09.2014
Etwas künstliches aber doch spannendes Kammerspiel um einen entfremdeten Vater und Sohn, der von seiner Verlobten wider besseren Wissens auf eine Berghütte geschleppt wird, um sich dort mit seinem Vater zu versöhnen. Der Vater ist mit blutjunger Geliebten angereist und hat auch sonst einige verborgene Motive für das Wiedersehen. Gut geschauspielerte, bissige Dialoge, die Verletzungen, Übertretungen, Zweifel und Selbstzweifel bei allen Beteiligten zur Oberfläche bringen und Nerven blank legen. Der Film geht ohne Läuterungskitsch zu Ende, ob Neuanfänge gelingen werden, bleibt zweifelhaft. Nur drei Sterne, weil der Zentralkonflikt, der in der Kindheit des Sohnes zu suchen ist, für die Dramatik der Beziehungen zu banal scheint und manch ein Detail zu konstruiert wirkt. Etwas für Freunde dialoglastischen Schauspielerkinos.

ungeprüfte Kritik

Only Lovers Left Alive

Drama, Lovestory, Fantasy

Only Lovers Left Alive

Drama, Lovestory, Fantasy
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 16.09.2014
Es mag ja ganz witzig sein, einen Film zu machen, der mit Zitaten nur so vollgestopft ist, ihn zu sehen ist aber ermüdend, wenn ein übergeordneter roter Faden oder eine verbindende Geschichte fehlt. Am Anfang macht es vielleicht noch Spaß, die ganzen Andeutungen auf Musiker und ihre Instrumente, historische Persönlichkeiten, Bücher, Schriftsteller, geschichtliche Ereignisse und filmische Mittel zu identifizieren, aber der Zuschauer merkt schnell, das dies letztendlich zu nichts führt. Enttäuschende Nabelschau eines alternden Regisseurs.

ungeprüfte Kritik

Dom Hemingway

Krimi, Komödie

Dom Hemingway

Krimi, Komödie
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 26.06.2014
Der neue Kino-Trend, das Karussell Geld-Sex-Drogen-Macht-Selbstzerstörung in schnell geschnittenen Bildern mit Charakteren, deren Vokabular hauptsächlich aus immer wiederkehrenden Schimpfwörtern besteht, zu zeigen, mag in manchen Zusammenhängen ja noch einen Sinn und (moralischen) Zweck haben (z. B. in "Wolf of Wall Street" oder "Drecksau"). Wenn, wie hier, aber eine plausible Geschichte fehlt und ein eigentlich guter Schauspieler wie Jude Law ständig seine Stimmbänder in zusammenhanglos gebrüllten Monologen in aneinandergereihten, beliebigen Szenen bez. im Dialog mit unglaubwürdigen Nebencharakteren strapazieren muß, bleibt eigentlich nur noch der Ausknopf. Ich wünschte, ich hätte ihn früher benutzt!

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Der blinde Fleck

Das Oktoberfestattentat - Täter. Attentäter. Einzeltäter?
Drama, Deutscher Film

Der blinde Fleck

Das Oktoberfestattentat - Täter. Attentäter. Einzeltäter?
Drama, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 13.06.2014
Völlig spannungsloser, überflüssiger Film zur NSU-Problematik und den damit verbundenen Cover-ups. Es werden weder neue Erkenntnisse dargestellt noch neue Perspektiven aufgezeigt. Die Geschichte mit dem verbissenen Reporter, der bis an seine (familiären) Grenzen recherchiert, korrupten Politikern und Mitarbeitern, die aus persönlichen Rachemotiven zum Verräter werden, hat man anderswo schon besser gesehen. Im Film kommt keine Spannung auf, die Story ist voraussehbar, die filmischen Mittel und Kameraführung erzeugen Gähnen. Höchstens als Fernsehkost geeignet, wobei jeder nur mittelmäßige Tatort unterhaltsamer ist.

ungeprüfte Kritik

Die schönen Tage

Drama, Lovestory

Die schönen Tage

Drama, Lovestory
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 31.05.2014
Ganz netter Film mit einer großartigen Fanny Ardant. Pensionärin gerät in eine Affäre mit Frauenheld, der ihr Sohn sein könnte. Nach anfänglichen Schuldgefühlen genießt sie ihr totgeglaubtes Verlangen nach Sex und bestimmt den Lauf und das Ende der Beziehung selbst. Gut geschauspielert bis in die Nebenrollen und mit einiger Situationskomik bleibt der Film dennoch zu sehr an der Oberfläche und das Ende ist vorhersehbar und möglicherweise auch unrealistisch (ohne zuviel verraten zu wollen). Trotzdem amüsiert man sich gut bei einem Thema - Attraktivität und Bedürfnisse älterer Frauen -, das mehr Aufmerksamkeit verdient.

ungeprüfte Kritik

Wer schön sein will, muss reisen

Dokumentation
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 12.05.2014
Interessantes Thema, aber leider sind die Antworten, die der Film findet, nicht wirklich erhellend oder schlicht nicht interessant, da völlig persönlich oder schlecht formuliert. Was ein Recherche in die vielschichtige Frage von Schönheits- und Schlankheitswahn und ihre gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen hätte werden können, gerät zur puren Nabelschau der Regisseurin und wirkt dann - dank der wenig innovativen Kameraführung und dem fehlendem Mut, Überflüssiges und sich Wiederholendes herauszuschneiden - wie ein langwieriges Urlaubsmovie, das nur noch für Freunde und Bekannte der Regisseurin von Interesse sein dürfte. Schade um die völlig vertane Chance, ein Thema tiefergehend zu beleuchten. Was man so nebenbei über Mauretanien und die Gavache erfährt, wäre in einem etwa zwanzigminütigen Film über das Land besser aufgehoben gewesen. Wer braucht schon endlose Szenen mit der Regisseurin, die die Landestracht anprobiert, Kamelmilch trinkt, im Auto fährt, sich die Hände mit Henna färben läßt usw. usw. Zeitverschwendung.

ungeprüfte Kritik

Zum Geburtstag

Drama, Deutscher Film

Zum Geburtstag

Drama, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 24.04.2014
Der Film ist zwar streckenweise spannend und gut geschauspielert, wirkt aber im Plot zuweilen arg konstruiert und ist in Teilen auch vorhersehbar (der "beste" Freund, der gar keiner ist, der Jugendfreund, der es jetzt auf die Tochter abgesehen hat). Interessant sind die vielen Rückblenden in die Jugend, die immer wieder andere Lesarten zulassen. Den Hauptcharakter Paul hätte man sich noch etwas vielschichtiger gewünscht und nicht all so sehr als Opfer.

ungeprüfte Kritik

Um jeden Preis

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 08.04.2014
Belanglose Geschichte über einen Farmer in Iowa, die mit Ausnahme der Figur von Dennis Quaid zudem noch schlecht geschauspielert ist. Das Thema ist eigentlich interessant - Betrug, Scheinheiligkeit, Ehebruch, Heuchelei, Profitgier im Dienst des American Dream im mittleren Westen -, aber Charaktere und Handlung verharren völlig an der Oberfläche und ein großer Teil der Probleme löst sich nach ein paar "klärenden Worten!" einfach auf. Dabei ist es wohl kaum realistisch, dass ein Betrugsfall mit Saatgut im großen Stil, ein Mord und jahrelanger Ehebruch einfach konsequenzlos von allen Beteiligten ad acta gelegt werden... Wenn der Film eine Kritik daran sein soll, dass im ländlichen Amerika die Fassade das Allerwichtigste ist, koste was es wolle, hätte die Handlung stringenter, die Charaktere tiefgründiger und die Nebenrollen mit ausdrucksstarken Schauspielern (und z. B. nicht mit Zac Efron, der nur eine mimische Ausdrucksmöglichkeit zu kennen scheint) besetzt werden müssen. Auf endlose Szenen mit Autorennen, Sex im Getreidesilo und Saufereien im Auto hätte man stattdessen gern verzichtet. Der Star des Films ist die Landschaft von Iowa mit ihrer Monokultur an Maisfeldern. Das kann man kürzer und besser in einer Doku über den Cornbelt haben.

ungeprüfte Kritik

Großstadtklein

Deutscher Film, Drama

Großstadtklein

Deutscher Film, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 25.02.2014
Recht gut geschauspielert und bisweilen etwas Situationskomik, aber extrem dünne Handlung ohne Tiefgang, die schon nach fünf Minuten voraussehbar ist und keine wirklichen, spannungserzeugenden Konflikte oder Problematiken enthält. Höchstens zum Berieseln geeignet, wenn man einen schlechten Tag hatte oder wenn man Zeit totschlagen möchte.

ungeprüfte Kritik

La Grande Bellezza

Die große Schönheit
Drama

La Grande Bellezza

Die große Schönheit
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 21.02.2014
"La Dolce Vita" läßt grüßen. Man vermißt hier aber allzusehr Marcello Mastroianni, der den alternden, zynischen, gelangweilten Schwerenöter sicher glaubhafter gegeben hätte. Der Film hat interessante Ansätze und schöne Bilder von Rom, ist aber mit schwülstigen, zum Teil philosophischen Dialogen und unzähligen Nebenschauplätzen und Unterthemen ausgestattet, denen es an Relevanz mangelt. Hier sollen zwar die dekadente Intelligentsia, ihre Lebenslügen, Selbstbetrug und Eitelkeiten vorgeführt werden, der Film ist dafür aber viel zu breit angelegt und zieht sich unangenehm in die Länge. Der Zuschauer hat schon nach einer halben Stunde verstanden, wie leer die Existenz des Protagonisten ist und beginnt sich ob der Leere des Filminhalts zu langweilen. Ein konsequenter Handlungsstrang anstatt weitschweifiger Episoden wäre besser gewesen.

ungeprüfte Kritik

Laurence Anyways

Die größte Revolution beginnt in einem selbst.
Drama, Lovestory

Laurence Anyways

Die größte Revolution beginnt in einem selbst.
Drama, Lovestory
Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 30.01.2014
Ein berührender, sogar verstörender Film, der unter die Haut geht und noch lange nachwirkt. Es geht nicht so sehr um die Frage, warum sich ein Mensch in seinem Körper fremd fühlt, sondern um die Entwicklung, die er durchmacht, nachdem er sich für eine Geschlechtsumwandlung entschieden hat und die Auswirkungen auf seine ehedem anscheinend glückliche Beziehung zu seiner Frau. Der Zuschauer hofft und bangt mit dem Paar, das seine Beziehung retten will, aber nicht weiß, wie eine neue Beziehung aussehen könnte. Es geht um Toleranz an sich, darum, was Liebe ist, unabhängig von Körperlichkeit und Aussehen, um abgrundtiefe Enttäuschung, wenn der Partner plötzlich ein ganz anderer ist, als man geglaubt hat, und schließlich um Desillusionierung und Verlust. Insofern ist das Beziehungsdrama, das beide durchmachen, durchaus auf andere Konflikte übertragbar und allgemeingültig. Hervorragende schauspielerische Leistungen der beiden Hauptdarsteller. Nur drei Sterne, da die erste halbe Stunde Längen aufweist (durchhalten lohnt sich aber!) und Nebenaspekte des Dramas nicht ganz so glaubwürdig wirken (die Mutter/Sohn-Geschichte, Charlotte, Rahmenhandlung). Sehr zu empfehlen.

ungeprüfte Kritik