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Kritiken von "dreizwoeinsheinz" aus

144 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Die Schimmelreiter
    Deutscher Film, Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 03.05.2010
    Ein seltsames Paar goes Dithmarschen :o)
    Eigentlich ist Fuchs ein lustiger Vogel. Hinsichtlich Sauberkeit und Ordnung in Gaststätten versteht er jedoch keinen Spaß. Jedenfalls nicht für die, die gegen die amtlichen Hygienebestimmungen verstoßen. Er ist Lebensmittelkontrolleur aus Leidenschaft und nimmt die Asia-Lokale, Hähnchengrills und Imbissbuden in seiner Heimat Dithmarschen auseinander. Insgeheim jedoch träumt er von Höherem: Hamburg mit seinen vielen Kneipen und Restaurants ist genau der Competition, den sein Ehrgeiz braucht. Um den Chef der dortigen Lebensmittelkontrollbrigade für sich einzunehmen, nimmt er dessen gestrandeten Bruder Tilmann bei sich auf. Dieser abgebrannte Weltenbummler ist frustriert, zynisch, unflätig. Er frönt dem Alkohol, raucht ohne Ende und versucht mit rabiaten Mitteln, seine leeren Taschen zu füllen kurz gesagt, er ist ein richtiges Ekelpaket...
    Ein neues Dreamteam erobert die Leinwand: Axel Prahl und Peter Jordan, zwei komplementäre Fischköppe auf ganz großer Tour! Was die Story nicht (immer) hergibt, denen beiden zuzuschauen ist urkomisch! Bis in detaillierteste Szenen hat man den Eindruck, die beiden spielen nicht immer streng nach Drehbuch... (Und ob die ein oder andere Zechtour immer nur gespielt ist????)
    Von der ersten Minute, da Prahl in das aufgeräumte Leben des Jordan tritt, lebt der Film durch seine authentischen Figuren. Gleichzeitig stellt er eine gewisse Form von Liebeserklärung an die Region Dithmarschen und seiner Bewohner/Bräuche dar.
    Hochamüsant, anschauen lohnt sich!
  • Meer is nich
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 25.04.2010
    Mehr is nich !
    Lena ist 17 und steht kurz vor dem Schulabschluss - falls sie die Prüfungen überhaupt schafft. Gute Ratschläge für ihre Zukunft hagelt es von allen Seiten - Eltern, Lehrer, Berufsberater. Was Anständiges soll sie anfangen, am besten eine Lehre. Doch Lena muss erstmal selbst herausfinden, was sie will. Nach einem Konzert steht ihr Wunsch fest: Sie will Schlagzeugerin werden. An den Drums kann sie ihre ganze Wut rauslassen. Doch ihr Umfeld reagiert auf Lenas Zukunftspläne alles andere als euphorisch ...
    Sehr betuliche und klischeebeladene Selbstfindungsnummer aus dem "wilden" Osten ;-) mit absolut ärgerlichen Tonproblemen (die nicht allein dem Dialekt verschuldet sind) - manche Passagen versteht man kaum bis gar nicht. (1 * Abzug!)
    Macht aber eigentlich nix - das ohnehin nicht übermäßig dramatische Drehbuch tappt fleißig von einem Klischee ins nächste und verläuft somit ohne größere Höhepunkte. Dem Spiel der Hauptdarstellerin kann man nichts abgewinnen, langeweilig, vorhersehbar und ohne Ecken & Kanten! Ulrike Krumbiegel (Mutter) sorgt mit ihrer kleinen Rolle für etwas schauspielerischen Glanz, Thorsten Merten (Vater) will (aufgrund seiner TV-Dauerpräsenz) eigentlich niemand mehr sehen.
    Die schönen Bilder der Kameraführung entschädigen den verpfuschten Ton, (zu) wenige überzeugend-anrührende Szenen (dank der Krumbiegel) lassen den Zuschauer die weitere Spannungslosigkeit der dürftigen Story kurz vergessen.
    Zwei gnädige Sternchen & ein Film wie eine ZDF-Vorabendserie!
  • Creep
    Verpassen Sie nicht den letzten Zug!
    Horror
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 18.04.2010
    Zweite Hälfte mit großen Schwächen ! Leider !!
    Nachts in London wartet das Model Kate auf ihre U-Bahn, nickt kurz ein und stellt kurz darauf fest, dass sie sich mutterseelenallein auf dem Bahnsteig befindet und der letzte Zug längst angefahren ist. Die Ausgänge sind vergittert, die Rolltreppen außer Betrieb. Als plötzlich doch noch eine Bahn einfährt, beginnt für Kate ein Albtraum - und eine wilde Flucht durch die Geisterbahnhöfe der Londoner Tube.
    Alles soweit tiptop: ein wirklich guter & unheimlicher Drehort, eine gut aufgelegte & agierende Hauptdarstellerin Franka Potente, exzellente Kamerabilder, ein anfangs fesselndes & vielversprechendes Skript. Einige eher unglaubwürdige Charaktere und Details - geschenkt! Es lässt sich vortrefflich mitgruseln (auch beim - nach vielen Jahren - zweiten Ansehen dieses Films), die Wandlung der Hauptdarstellerin vom zickigen Partyluder hin zur verschreckten U-Bahnkundin: die Potente kann's!
    ABER DANN!!!!:
    Festzumachen an der Szene, als der U-Bahn-Nachtwächter in Erscheinung tritt. Ab hier kommt der (absolut lachhafte) Bösewicht ins Spiel (dem man im Laufe der 2. Hälfte, ob seiner erstickten Schreie, immer gerne ein Hustenbonbon anbieten möchte;o). Und ab hier wird "Creep" leider konsequent vorhersehbar, die Handlung billig und unspannend und alle Szenen, die man gut hätte ausbauen können (Nachtwächterbüro, ausgemustertes Arztzimmer), werden - statt mit subtiler Spannung angereichert - leider stereotyp, vorhersehbar und vorzeitig "aufgelöst", ja ins Lachhafte gezogen. Zudem hätte man sich auf weniger unterirdische Schauplätze konzentrieren sollen, weniger ist hier klar mehr!
    FAZIT:
    Insgesamt kein soooo schlechtes Werk für Erstkonsumenten. Die erste Hälfte entschädigt für die vergurkte zweite. Lohnenswert wegen der Potente!
  • Der Architekt
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 09.04.2010
    Bierbichler meets Bierbichler meets Bierbichler ...
    Der erfolgreiche Hamburger Architekt Georg Winter (Josef Bierbichler) fährt mit seiner Frau (Hilde Van Mieghem) und seinen beiden erwachsenen Kindern (Sandra Hüller und Matthias Schweighöfer) zur Beerdigung seiner Mutter in das verschneite Heimatdorf in den Bergen. Auf der Trauerfeier erscheint plötzlich die geheimnisvolle Hannah (Sophie Rois) mit ihrem Sohn Alex (Lucas Zolgar). Sie bringt eine Wahrheit ans Licht, die die Familie in einen Strudel von Sehnsüchten und Verwirrungen stürzt. Als das Dorf durch eine Schneelawine von der Außenwelt abgeschnitten wird, kann niemand mehr entkommen.
    Wie in der Überschrift schon angedeutet ist dies (einmal mehr) die geniale Josef-Bierbichler-Show! In seiner Paraderolle als verletzlicher Misantroph spielt er auch hier namhafte Schauspieler-Kollegen nicht ganz an die Wand, aber er stutzt sie doch zurecht! Die erzählte Geschichte ist durchaus glaubwürdig, die beengenden Bilder des Heimatdorfes kameramäßig bestens inszeniert, die (sagen wir mal etwas außergewöhnliche) Familie kann man sich sicherlich in einer ähnlichen Familien-Lebens-Tragödie vorstellen.

    Dennoch richtet sich leider zu oft das Haupt-Augenmerk auf ... na, Sie ahnen es schon: Josef Bierbichler und seinen ganz persönlichen inneren Schweinehund! Aber wiederum anrührende Szenen (etwa mit der herausragenden Nachwuchsdarstellerin Sandra Hüller als Tochter) entschädigen hierfür.
    So ganz authentisch und nachvollziehbar kann leider trotz aller Bemühungen (ähnlich wie in Caroline Links' "Im Winter ein Jahr") nicht wirken, da dem Zuschauer zu wenig Raum zur eigenen Interpretation gelassen wird. Manche Szenen und das (etwas ärgerliche) Ende sind auch einfach zu dicke aufgetragen!
    Aldann:
    ein durchaus würdiger Vertreter der großen B.b.-Reihe (nicht zuletzt) wegen Sandra Hüller (und den o.g. Vorzügen!)
    Lohnenswert!
  • Dieser Titel wurde aus Jugendschutzgründen ausgeblendet.

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  • Effi Briest
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 21.03.2010
    Huntgeburth!
    Die ungestüme siebzehnjährige Effi Briest (Julia Jentsch) heiratet auf Rat ihrer Eltern Baron von Innstetten (Sebastian Koch), einen früheren Verehrer ihrer Mutter. Innstetten ist ein gefühlsarmer Mann mit Prinzipien, dem eine glänzende politische Karriere bevorsteht. Das Paar zieht zunächst in den kleinen Ostsee-Küstenort Kessin, wo Effi ein eintöniges Leben erwartet. Bis Major Crampas (Mišel Matičević) auftaucht, ein Regimentskamerad Innstettens und ein charmanter Frauenheld. Effi erfährt durch ihn, was Liebe und Leidenschaft bedeuten können. Für Crampas wird es eine tödliche Affäre...
    Man hatte sich das alles so schön ausgedacht: eine attraktive und begabte Hauptdarstellerin Jentsch, perfekte Kamera, absolut stimmige Kostüme und Bauten und schon bekommt man eine gelungene Literaturverfilmung, schon wird ein Klassiker entstaubt und ist bereit für die große Leinwand!
    Regisseurin Hermine Huntgeburth, die immer etwas hin- und herschwankt zwischen absolut genialen Fernsehfilmen ("Teufelsbraten") und mittelmäßiger ZDF-Seifenoper ("Alles wegen Mama") hat hier wieder den großen Schritt ins Kino getan und ist (trotz aller genannten Vorzüge) auf hohem Niveau gescheitert! Der Film verstößt gegen das oberste Gebot "Du sollst nicht langeweilen!".
    Auch namhafte Akteure wie Juliane Köhler und Barbara Auer wirken seltsam blutleer. Sebastian Koch und Rüdiger Vogler sind eine klare Fehlbesetzung.
    Julia Jentsch bekommt ihr Sternchen, ebenfalls eines für Kamera, Landschaft & Kostüm.
    Ansonsten nur unter Betäubung oder Ablenkung durchzustehen!
    Schade eigentlich...
  • Nordwand
    Sie suchten das Abenteuer und schufen einen Mythos.
    Abenteuer, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 15.02.2010
    Exzellente Darsteller vor eindrucksvoller Kulisse !
    Als erster die berühmt-berüchtigte Eiger Nordwand zu bezwingen, ist im Sommer 1936 der große Traum vieler Bergsteiger aus ganz Europa. Auch die Gedanken der beiden Berchtesgadener Kletter-Asse Toni Kurz und Andi Hinterstoisser kreisen um nichts anderes. Die beiden sind überzeugt, dass sie das schaffen können, auch wenn zahlreiche Versuche an der "Mordwand" tödlich endeten. Doch mit der Erstbesteigung winkt nicht nur der ersehnte soziale Aufstieg, sondern auch olympisches Gold. Während der Vorbereitungen am Fuß der Nordwand treffen Toni und Andi überraschend auf Luise, Tonis Jungendliebe, die als Journalistin die an der Seite des Nazireporters Arau über die Erstbesteigung berichten soll. Toni liebt Luise immer noch, doch die scheint dem charmanten Arau zu erliegen. Verzweifelt beginnt Toni mit Andi den Aufstieg an der Nordwand, dicht gefolgt von den beiden Österreichern Willy Angerer und Edi Rainer. Zunächst läuft alles hervorragend und beide Teams kommen schnell voran. Von der Terrasse des Grand Hotels am Fuß des Eigers werden sie mit Fernrohren und voller Spannung von Schaulustigen und der Weltpresse beobachtet. Auch von Luise, die erkennt, wer ihre wahre Liebe ist. Doch dann verlieren die Bergsteiger die Kontrolle: Willy wird von einem Steinschlag am Kopf verletzt, das Wetter schwingt um und die vier Alpinisten werden zur Umkehr gezwungen. Mal wieder sieht es so aus, als würde der Berg gewinnen und während in der Nordwand ein dramatischer Kampf ums Überleben tobt, macht Luise sich auf, den Geliebten zu retten.
    ~~~
    Regisseur Stölzl gelingt ein fantastisch fotografiertes Bergsteiger-Drama, bis in die Nebenrollen glänzend besetzt. Fürmann und Lukas, die beiden Hauptdarsteller, überzeugen in jeder Geste in ihren Rollen. Tukur spielt seine typische Rolle, die aber wieder mal sehr gut. Johanna Wokalek hingegen bleibt nicht als überragend in Erinnerung.
    Ein großes Lob geht an Kamera und Ausstattung, die sehr detailreich und liebevoll das Leben der Dreißiger Jahre widerspiegelt. Auch die Kletterszenen sind perfekt inszeniert, der Zuschauer wähnt sich mittendrin!
    Ein Sternchen Abzug erlaubt sich der Rezensent aufgrund der Überlänge (hier verlor sich Stölzl zu sehr in Nebenhandlungen) und aufgrund der nur mäßigen Akustik der DVD (manche Dialoge waren wirklich kaum zu verstehen, was aber im Großen und Ganzen dem Filmerlebnis keinen Abbruch getan hat).
    ~~~
    Insgesamt absolute Leihempfehlung!
  • Wrong Turn 3
    Left for Dead - Was du nicht siehst, wird dich töten!
    18+ Spielfilm, Horror
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 07.02.2010
    Hillbillie-Horror nach bekanntem Schema ;-D
    Diesmal ist es die junge Fonda (Janet Montgomery), die mit ihren Freunden zu einem ausgelassenen Campingurlaub in die Wälder Virginias aufbricht. Kaum dort angekommen, entwickelt sich der Aufenthalt zum blanken Albtraum. Einer nach dem anderen wird vom blutrünstigen Mutanten Three-Fingers (Borislav Iliev) abgeschlachtet und gefressen. Während Fonda nur knapp dem Tod entfliehen kann, wird auch ein durchfahrender Gefängnis-Transport in den einsamen Wäldern von Three-Fingers attackiert. Gerade noch rechtzeitig kann sich der Justizvollzugsbeamte Nate Wilson (Tom Frederic) mit einer Gruppe Sträflinge ins Dickicht flüchten.
    An Teil 1 reicht diese Fortsetzung mit Sicherheit nicht heran, trotzdem ein durchaus unterhaltsamer kleiner Happen (im wahrsten Sinne ;-) Auch wenn die Schauspieler eher drittklassig sind (und die Mutanten leicht an Gollum von Herr der Ringe erinnern), das Drehbuch doch recht vorhersehbar ist und der Regisseur (wahrscheinlich einer von den Hillbillies....) nicht zur Hochform aufläuft, so bleiben doch einige nett anzusehende blutige Effekte übrig und das ganze Werk kann recht kurzweilig wegkonsumiert werden!
    Fazit:
    Geht durchaus in Ordnung (in diesem Genre gibt es weit amateurhaftere Arbeiten)!
  • Hardcover
    Die Wirklichkeit schreibt die schrägsten Geschichten.
    Komödie, Krimi, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 07.02.2010
    Weil er von nichts mehr träumt, als mal was richtig Authentisches zu schreiben, macht sich der mittelprächtig begabte und schüchterne Groschenromanautor Christoph an Dominik ran, seines Zeichens Hundeausführer der Düsseldorfer Kiezgröße Chico und Türsteher mit großer Klappe - ein kleines Licht in der Halbwelt also. Doch als Christoph per Zufall zum Mitwisser eines vermeintlichen Mordes von Chico an einem Mitarbeiter wird, steckt er plötzlich viel tiefer im Verbrecher-Milieu drin als ihm lieb ist.
    Insgesamt leider nur ein lauer "Spaß", das Drehbuch nicht besonders einfallsreich, die Figuren zu stereotyp, die Pointen aus den Achtzigern (Hund frisst Handy, haha!). Da können selbst die namhaften Schauspieler nicht mehr sehr viel retten. Nur ganz selten entwickelt der Film, dank LUCAS GREGOROWICZ, einen gewissen Charme (etwa bei seinem ersten Rendezvous mit seiner Herzdame).
    Kann man getrost im Kinderprogramm laufen lassen - Schade, eine gute Grundidee absolut verschenkt.
  • A Brush with Death
    18+ Spielfilm, Horror
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 29.12.2009
    "O" STERNE!
    Dieser Schund ist vorsätzliche Körperverletzung!
    Wer zahlt Schadensersatz für die verlorene halbe Stunde, die ich dieses Machwerk laufen ließ?!?!?
    "Schauspieler", Drehbuch (falls es eins gab?!), Re...was? : unterirdisch!
    FSK 6 wäre in der Tat passender, Niveau Teletubbies (obwohl das IMMER NOCH bessere Schauspieler sind.....)
    FAZIT: FINGER WEG, übler Müll!
  • Caché
    Drama, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 20.12.2009
    Kompromisslose Bildersprache !
    Zum Inhalt:
    Dem beliebten französischen Fernsehmoderator Georges Laurent (Daniel Auteuil) werden anonym Videoaufnahmen zugespielt, die ihn und seine Familie zeigen. Die Aufnahmen werden immer brisanter, sie dringen immer weiter in sein Privatleben ein. Seine Ehe mit Anne (Juliette Binoche) gerät in eine tiefe Krise. Georges versucht verzweifelt herauszufinden, wer dahinter steckt. Als auch noch Zeichnungen auftauchen, die einen Jungen mit blutendem Mund zeigen, fällt ihm schließlich der algerische Junge Majid ein, den er in seiner Kindheit mit bewusst falschen Anschuldigungen vom elterlichen Hof vertrieben hat. Neue Videoaufnahmen führen ihn in einen schäbigen, überwiegend von Algeriern bewohnten Pariser Vorort. Er folgt der Spur und findet - Majid (Maurice Bénichou).
    Zum Film:
    (Wieder einmal) durchaus "gewagt", ein echter Haneke eben!
    Absolut genial (trotz vieler gegenteiliger Meinungen) ist die Kameraführung (was schon mit der allerersten Sequenz beginnt): die "video-stativ-mäßige" Bildführung unterstreicht ja durchaus die voyeuristisch-düstere Beobachtungshaltung des unbekannten Beobachters. Zudem gelingen wunderbar komponierte Bilder mit einer klaren Sprache. Haneke nimmt sich die Zeit, seine Sequenzen auch wirken zu lassen, dadurch entsteht viel mehr "Drehbuch" im Kopf des Zuschauers, als bei schnellen Schnitten mit Fertigkost.
    Die Darsteller agieren glaubhaft, allen voran Daniel Auteuil (in seiner besten Rolle, verglichen mit anderen (eher leichtfüßigen) französischen Komödien). Ihm nimmt man seinen Spagat - zwischen freundlichem Gesicht für die Fernsehkamera und zunhemend verstörter Mimik - ab. Auch der (erwachsene) Majid (Bénichou) überzeugt (bis hin zur radikalsten Szene des Films). Eher fehlbesetzt sind für meine Ansicht Frau Binoche und ihr Filmsohn.
    Das Ende lässt für meine Begriffe nur eine klare Interpretation zu. (Aber hier sei nichts verraten:-)
    Fazit:
    "Caché" kann staubtrocken und langatmig theaterhaft wirken. Als Zuschauer muss man sich klar auf die gewaltige und detailreiche Bildersprache einlassen und sein Bild zwischen den Szenen machen. Dann bleibt (sogar fast ungeachtet des Drehbuchs) ein cineastischer Leckerbissen zurück, an den man sich noch länger erinnert.
    Klare Empfehlung!
  • Auftauchen
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "dreizwoeinsheinz" am 28.11.2009
    Nicht durchweg überzeugend !
    Nadja stürmt durchs Leben. Kompromisslos, absolut. Sie sucht die wahren Momente. Tagsüber als Fotografiestudentin in den Bildern, die sie für die Szenezeitschrift SUBS schießt. Nachts in ihrem Lieblingsclub, wenn sie sich in Ekstase tanzt, heftige Flirts hat und schnellen Sex. Auch als sie auf den Zivi Darius stößt, will Nadja nur einen One-Night-Stand. Doch Darius macht ihr eine Liebeserklärung. Anfangs lächelt Nadja über den sechs Jahre Jüngeren, der so fasziniert ist von ihrer Energie. Doch etwas in Darius berührt sie - und sie will endlich mit ihm schlafen. Im Sex mit Darius erfährt Nadja eine tiefe, bisher unbekannte Verschmelzung. Ein Erlebnis, das Nadja mitten ins Herz trifft und sie hoffen lässt, bei Darius das zu finden, wonach sie sich in ihrem Innersten schon lange sehnt. Überglücklich stürzt sie sich in die rauschhafte Beziehung, doch je mehr sie sich Darius hingibt, desto mehr zieht er sich zurück. Nadjas Sehnsucht, der sie versucht in ihren Fotografien Ausdruck zu geben, wird immer stärker. Aber die Welt scheint sich vor ihr zurückzuziehen. Der Redakteur der SUBS findet die Bilder nicht "radikal" genug. Ihr Professor lehnt sie als Diplomthema ab. Und ihre von den Männern enttäuschte Mutter versucht nur, ihr Darius auszureden. Als Nadja auch noch ungewollt schwanger wird und Darius sich dieser Herausforderung nicht gewachsen zeigt, begreift Nadja, dass nun ihr eigentlicher Kampf erst beginnt: Der Kampf um ihren Weg als Fotografin, der Kampf mit Darius, und der zunehmend verzweifelte Kampf für die Leidenschaft und den Glauben an die Liebe - in die Nadja eintauchen will, um sich zu finden, während Darius fürchtet, darin zu ertrinken.
    In einem kann ich mich dem vorherigen Rezensent sicher anschließen: es ist dies eine recht unkonventionelle Liebes- und Leidensgeschichte, ein Stück aus dem Leben gegriffen mit allen Höhen und Tiefen. Dafür kann man der Regisseurin Felicitas Korn sicher ein Sternchen anrechnen.
    Henriette Heinze (als "Nadja") spielt ihre Rolle sehr glaubhaft und unverbraucht. Der Zuschauer kann sich in ihre Zerrissenheit zwischen Unabhängigkeit in ihrem Leben und gleichzeitig der Sehnsucht nach Geborgenheit (die sie bei ihrem jüngeren Partner kaum vorfindet) nachvollziehen. Auch für diese schauspielerische Glanzleistung ein weiteres Sternchen.
    Und das dritte Sternchen dieser Bewertung gibt es für die sicherlich schwierige Übung, Sexualität so darzustellen, dass es nicht wie ein Pornofilm wirkt oder in irgendeiner Weise aufgesetzt wirkt. Sondern einfach als ein natürlicher Teil der Biographie der beiden Protagonisten gesehen werden kann. Sicherlich wiederum ein Verdienst von Regie sowie der Darsteller.
    Warum überzeugt "Auftauchen" dennoch nicht vollständig?
    Es liegt sicher am Drehbuch, das hin und wieder einfach einige Längen aufweist (Szenen mit den Skatern) und auch nicht vermeiden kann, dass der Fall der Hauptdarstellerin etwas dick aufgetragen wirkt. Zudem tappt es zeitweise in Fettnäpfchen dicker Klischees (etwa die Szenen mit dem Mädchen auf der Mauer oder im Club), was einfach langweilig (da schon zu oft so gesehen) wirkt.
    Fazit:
    Insgesamt durchaus sehenswert (vor allem wegen Frau Heinze!) - mit den genannten Abstrichen!