Der Deix Film
Animation, Komödie
Im Sommer bin ich durch das malerische Städtchen Landsberg geschlendert. Ganz in der Nähe vom Flüsschen Lech, unmittelbar neben dem Inselbad, steht das Kino. Dort ist mir das Plakat von "Willkommen in Siegheilkirchen" ins Auge gestochen. Hatte mich leicht irritiert, aber nicht weiter darüber nachgedacht.
Kurz darauf hat mich ein Freund auf genau diesen Film aufmerksam gemacht. Der ist inspiriert von der Jugend und den Karikaturen des leider schon verstorbenen österreichischen Künstlers Manfred Deix, der seine Mitmenschen aus einem inneren Drang gezeichnet hat, um sie überhaupt zu ertragen.
Der bayrische Regisseur Marcus Rosenmüller hat hier wirklich erstklassig abgeliefert. Die Geschichte des "Rotzbub" (so der eigentliche Originaltitel des Films!) der in der niederösterreichischen Provinz Ende der 60er aufwächst und sich mit debilen Mitschülern und allerlei skurrilen Dorfbewohnern, die zum Teil noch sehr im braunen Sumpf stecken, auseinander setzen muss. Ein Ventil findet er im Zeichnen. Als er die Metzgereigehilfin in ihren sehr üppigen Formen zeichnet beginnen die Dinge im Dorf etwas auf dem Ruder zu laufen. Als er sich dann noch in ein Roma Mädchen verliebt wird alles noch sehr viel komplizierter.
Eine tolle Geschichte, die viele Lacher bringt. Mich aber auch sehr nachdenklich gemacht hat, da mir die niederösterreichische Provinz Ende der 60er Jahre doch seltsam vertraut scheint - als ein Kind das in den 70er und 80er Jahren in der schwäbischen Provinz aufgewachsen ist.
ungeprüfte Kritik