Kritiken eines anonymen Filmfans

Ali Baba und die 40 Räuber

Die schönsten Märchenklassiker der russischen Filmgeschichte.
Abenteuer

Ali Baba und die 40 Räuber

Die schönsten Märchenklassiker der russischen Filmgeschichte.
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ganze 83 Minuten dauert es, bevor der klassische Satz "Sesam, öffne dich!" fällt - und keine Minute der episch weit ausholenden Vorgeschichte herrscht Langeweile. Zwar sind die typisch indischen Elemente der Ko-Produktion etwas gewöhnungsbedürftig (was besonders auf die Hauptdarstellerin und ihre Gesangseinlagen zutrifft), das wird aber mehr als wettgemacht durch die ausgefeilten Charaktere, die Pracht der Bilder und vor allem durch Rolan Bykow (und seinen deutschen Sprecher) in einer grandiosen Doppelrolle. Allen Freunden von 1001 Nacht ebenso wie der sowjetischen Märchenfilme sei dieser Abenteuerfilm ans Herz gelegt!

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Befreiung

Drama, Kriegsfilm

Befreiung

Drama, Kriegsfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Antikriegsfilme sind immer ein zweischneidiges Schwert - kann man die Greuel des Krieges glaubhaft darstellen, ohne sie zu zeigen? Rückt die Verwendung von Heldenfiguren die Dramaturgie nicht zu sehr in die Nähe des kriegsbejahenden Filmes? Diese und andere Klippen hat Yuri Ozerov mit seinem gigantischen Epos geradezu bravorös umschifft. Er verweigert dem Publikum glatte Helden (oder eine durchgängige Heldenfigur überhaupt - nur Episodenfiguren, die kontinuierlich immer wieder auftauchen, gibt es), er wagt es, ihm teilweise geradezu dokumentarische Szenen von langen Lagebesprechungen vorzusetzen, ohne in Langeweile zu verfallen, karikiert den überforderten deutschen Führungsstab, ohne ihn komisch oder gar ungefährlich wirken zu lassen, bringt ein Sammelsurium an historischen Fakten ein, ohne den Überblick zu verlieren. Und schon 1969 wurde Stalin in sehr kritischem Licht gezeigt, dass man ihn, ohne viel zwischen den Zeilen zu lesen, als einen despotischen und inkompetenten Kriegsherren interpretieren konnte. Kleines Manko der deutschen Fassung ist, dass sie zeitweise heftig mit der Zweisprachigkeit zu kämpfen hat und diesen Kampf nicht immer gewinnt. Sieht man über damit ausgelöste Sprünge hinweg, wird man mit einem wuchtigen Epos mit viel Unterbau belohnt.

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Tibul besiegt die Dickwänste

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ein dramaturgisch schlecht gebauter Kriegsfilm, der mit kakelbunter Ausstattung so tut, als wäre er ein Märchen. Da wird von Hinrichtungen gesprochen, von Leichenfeldern - sollte man so etwas Kindern vorsetzen? Ich denke nicht. Ein Schandfleck in der Reihe großartiger sowjetischer Märchenfilme, den man meiden sollte.

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Im Staub der Sonne

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 16.09.2009
Es ist schon seltsam, wenn sich ein bekannter Name wie Corbucci hinter dem Pseudonym Frank B. Curlish versteckt. Wollte der kleine Bruder Bruno verhindern, daß man ihn mit dem erfolgreichen Sergio vergleicht. Diese Angst wäre durchaus berechtigt, zumal er immerhin für das Drehbuch solcher Meisterwerke wie "Django" mitverantwortlich zeichnete. Leider erfüllt "Im Staub der Sonne" diese Erwartung nicht, dazu ist er zu durchschnittlich. Dabei ist die Idee gar nicht übel, aber wird durch die absolut farblosen Hauptdarsteller in Grund und Boden ruiniert; wohingegen ein namhafter Darsteller wie Keenan Wynn unter Wert verheizt wird. Einen gewissen Reiz bieten die witzigen Originaldialoge ("Zwei Kugeln vor Acht" sagt Stark in Anspielung auf die als Uhr getarnte Derringer), die allerdings durch die Synchronisation völlig verwässert wurden. Nicht, daß der Film nicht ein gewisses Maß an Unterhaltung böte - über Durchschnitt ist das allerdings auf keinen Fall. Da lohnt die Doku mit Aufnahmen der Dreharbeiten von "Leichen pflastern seinen Weg" und "Die drei, die den Westen erschütterten" weitaus mehr. Ein Hoch auf die DVD-Extras!

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Töte Amigo!

Western, 18+ Spielfilm

Töte Amigo!

Western, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.09.2009
Damiano Damiani - ein Name, der eigentlich für spannende und ätzend kritische Politthriller steht. Ein Name, der auch bei seinem einzigen ernsten Spaghetti-Western für Qualität bürgt. "Quien sabe?" erzählt die Geschichte einer unmöglichen Freundschaft, die letztendlich durch politische Verhältnisse zerstört wird. Gian Maria Volonte ist wie immer großartig als Killer, dem die Begegnung mit einem noch skrupelloseren Yankee die Augen öffnet für seine Verantwortung in den Wirren der Revolution. Sehenswert auch Klaus Kinski in seiner ersten positiven Western-Rolle. Unbedingt verkneifen sollte man sich die katastrophale deutsche Fassung (es sei denn, man interessiert sich dafür, welche Szenen darin geschnitten wurden) und gleich die untertitelte Originalfassung anklicken. Für ein Aha-Erlebnis anderer Art ist die Musik von Luis Bacalov gut: Sie ist teilweise aus seinem Klassiker "Django" geklaut. Kurzum: Ein weiterer Schatz aus einem etwas mißachteten Genre

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Der Würger von Schloss Blackmoor

Deutscher Film, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.04.2009
Mit einem starken Regisseur und wallace-erprobten Schauspielern hätte dies eigentlich ein den echten Filmen ebenbürtiges Plagiat werden sollen. Was ihn zu Fall bringt, ist nicht der exzellente, aber etwas deplazierte Hauptdarsteller, vielleicht noch nicht einmal die wie üblich strohdummen Dialoge von Ladislas Fodor - es ist die Grausamkeit, die Reinl zeigt statt anzudeuten (und so umsetzt, was Wallace-Produzent klug zu vermeiden wusste). Wenn auch die Tricktechnik nicht mehr überzeugt - rollende Köpfe sind nicht jedermanns Sache. Die Möglichkeit, das Geschehen durch Komik aufzulockern, wurde auch vertan durch den völlig gescheiterten Walter Giller, der Unterspannung mit Understatement verwechselte.

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Das Geheimnis der schwarzen Koffer

Deutscher Film, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.04.2009
Ein blasser Hauptdarsteller und eine gemächliche Regie - das ist das einzige, was dieser Film sich vorwerfen lassen muss. Die Handlung ist vergleichsweise realitätsnah und logisch konstruiert, die Figuren sind nicht schwarz-weiss gezeichnet, sondern mit schönen Zwischentönen, besonders der oft gescholtene Hans Reimann bietet eine glänzende Vorstellung zwischen Biederkeit und aufblitzender Brutalität, die Musik des sonst eher im schlüpfrigen Bereich tätigen Gert Wilden ist spritzig und seinen "echten" Wallace-Kollegen Thomas und Böttcher ebenbürtig.
Von den BRYAN Edgar Wallace-Filmen der einzig empfehlenswerte.

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Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Ein Western! Der erste neue Western! Ein Western - brutal und romantisch!
Western

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Ein Western! Der erste neue Western! Ein Western - brutal und romantisch!
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Statt durch die staubigen Felsen von Almeria reitet der Held diesmal durch die traumhaft schönen Pyrenäen - das ist das einzig Positive, was über diesen Film zu vermelden ist. Nicht, daß er übermäßig schlecht wäre, Dutzendware wie diese gibt es beim Spaghetti-Western zuhauf; aber vom Schöpfer Djangos darf nun wirklich erheblich mehr erwarten. Ein populärer Rocker muß nicht gleich ein begabter Schauspieler sein - das beweist Johnny Hallyday auf kläglichste Weise. Es gelang Corbucci nicht einmal, seinen Spezi Ennio Morricone für die Filmmusik zu gewinnen - Vielschreiber A.F.Lavagnino sprang mehr schlecht als recht ein. Nicht einmal an den eher behäbigen "Ringo mit den goldenen Pistolen" (der Vorläufer "Djangos", der aber erst nach dessen Erfolg in die Kinos gebracht wurde) reicht dieser Film heran, und die Stellen, die an "Navajo Joe" erinnern, tun dies eher schmerzlich. Am übelsten aber ist der Qualitätsabfall gegenüber "Leichen pflastern seinen Weg", der auch noch in den gleichen Kulissen gedreht wurde - man kann deutlich das Schild "Pollicot Bank" erkennen. Und mich persönlich verstimmt sehr die verhetzende Darstellung der Hippies (kein Witz, es kommen wirklich welche vor) als gesinnungslose Perverse. Das alles kann auch Mario Adorf nicht herausreißen, dessen Rolle viel kleiner ist, als die Titelgestaltung vermuten lässt. Daß die deutschen Fassung (von Karlheinz Brunnemann) wieder dumme Sprüche klopft, fällt dann schon gar nicht mehr ins Gewicht.

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Satan der Rache

Die Totenglocke läutet seine Rache ein...
Western

Satan der Rache

Die Totenglocke läutet seine Rache ein...
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Ein höchst seltener Anblick: Klaus Kinski als der Gute. Das ist aber auch das einzige Bemerkenswerte an diesem Durchschnittswestern, dessen Regisseur Dawson (alias Antonio Margheriti) nicht umsonst zu den Massenfilmern zählt. Leider hat Peter Carsten (der den Film mitfinanzierte) lange nicht das Format, um als Schurke gegen Kinski zu bestehen, und eine richtige Handlung hat der Film auch nicht. Es wird lediglich ein Gegner nach dem anderen auf phantasievolle (d.h. brutale) Weise aus dem Weg geräumt. Die düsteren Bilder bieten immerhin Sehenswertes. Wenn man gerade auf dem Italowestern-Trip ist, bietet "Und Gott strafte Kain" (so der wesentlich originellere originale Titel) die Unterhaltung, die man sucht, mehr aber auch nicht.

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Mit Django kam der Tod

Der Mann, der Stolz, die Rache.
18+ Spielfilm, Western

Mit Django kam der Tod

Der Mann, der Stolz, die Rache.
18+ Spielfilm, Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Mit Django hat dieser Film nichts zu tun - es handelt sich um eine recht originalgetreue Adaption von "Carmen" (wenn auch im Western-Stil). Deshalb ist Django alias Jose auch nicht der gewohnte harte Bursche, sondern ein sensibler Choleriker, der an seinem Liebeskummer zugrunde geht.
Die strunzdämliche deutsche Fassung sollte man sich unbedingt verkneifen und gleich auf die Originalfassung zurückgreifen (leider wurde nicht die hochwertige DDR-Synchronisation auf die DVD gepresst), dann wird man mit einem interessanten (wenn auch nicht durchweg gelungenem) Streifen belohnt.

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Minnesota Clay

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Nein, ein Meisterwerk des späteren "Django"-Regisseurs ist dieser Film noch nicht. Aber er verrät schon in Spuren seine kommende Handschrift. Der Held ist zwar noch ein aufrechter wie im amerikanischen Western, aber darin, dass er eine starke Brille tragen muss, kündigt sich schon der Originalitätsehrgeiz des Spaghetti-Westerns an. Im Gegensatz zum Debüt Corbuccis "Kein Cent für Ringo" kann man sich diesen Film ohne schmerzliches Bedauern ansehen.

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Keinen Cent für Ringos Kopf

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Beim Stichwort Corbucci erwartet man doch eine gewisses Maß an Qualität vom großen Innovator des Italo-Westerns, der immerhin absolute Meisterwerke wie "Django" und "Leichen pflastern seinen Weg" drehte. Doch dieser Film ist eine Enttäuschung auf der ganzen Linie. Der Held sieht zwar aus wie Robert Mitchum (kein Wunder, er ist sein Sohn), hat aber nichts von dessen Charisma. Die Handlung ist abgedroschen und fade, keine Spur von irgendwelcher Eigenständigkeit. Das einzig Bemerkenswerte ist, dass man eindeutig die jugoslawische Landschaft identifizieren kann und sogar einige aus den Winnetou-Filmen vertraute Gesichter auftauchen - aber das ist zuwenig.
Eine ganz große Enttäuschung ist die deutsche Fassung, die Ende der 90er neu produziert wurde - mit gelangweilten Sprechern und einer neu komponierten Synthesizer-Musik - noch nicht einmal ungekürzt ist sie.
Also: Finger weg von dieser DVD und lieber zu Corbuccis Klassikern greifen!

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Micky, Donald, Goofy - Die drei Musketiere

Spaß in voller Spielfilmlänge!
Kids, Animation, Abenteuer

Micky, Donald, Goofy - Die drei Musketiere

Spaß in voller Spielfilmlänge!
Kids, Animation, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Wer hier eine auch nur lose Verfilmung von Dumas erwartet (wie es bei "Prinz und Bettler" nach Stevenson durchaus der Fall war), wird rigoros enttäuscht - nicht einmal ansatzweise hat das "historische" Abenteuer mit dem Roman gemeinsam. Kann man dieses Manko übersehen, ist dem Amüsement Tür und Tor geöffnet. Ein frei erfundenes Musical entfaltet sich, das mit immens bekannten klassischen Melodien garniert wurde (Ähnlichkeiten mit "Dornröschen" sind nicht zufällig), die von nicht wenigen deutschen Sprechern auch selbst gesungen wurden (und gar nicht schlecht). Wenn man auch nur den geringsten Anspruch in diesem einstündigen Film sucht, ist man falsch, aber für Kinder und Kind-Gebliebene eine ansprechende Unterhaltung.

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Die drei Musketiere

Sie kämpfen um die Ehre. Sie kämpfen gegen das Böse. Sie kämpfen für das Recht.
Abenteuer, TV-Film

Die drei Musketiere

Sie kämpfen um die Ehre. Sie kämpfen gegen das Böse. Sie kämpfen für das Recht.
Abenteuer, TV-Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Diese wahrscheinlich berühmteste aller Abenteuergeschichten ist das wohl meistverfilmte Buch der Geschichte. Bei dieser Konkurrenz gehört schon einiges an Unfähigkeit dazu, die mit Abstand schlechteste Variante überhaupt zu drehen. Von der Struktur der Geschichte ist fast nicht übrig geblieben und in dem irrigen Glauben, modernisieren zu müssen, wurden die tiefen Gefühle der Figuren durch plumpen Sex ersetzt. Schlimmer noch: Obwohl mit Emmanuelle Beart eine faszinierende Mylady zur Verfügung stand, wurde ihr jegliche teuflische Größe genommen und durch überflüssige, dusslige und zu allem noch schlecht gefilmte Mystik ersetzt. Nicht nur Richard Lester und Andre Hunebelle (die Schöpfer der brillanten Verfilmungen), auch Bernard Borderie und Stephen Herek (ordentliche Verfilmungen) können sich bei Pierre Aknine bedanken, daß ihre Filme in noch besserem Licht erstrahlen durch diesen Schmodder.

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Die vier Musketiere der Königin

Die Rache der Milady
Abenteuer

Die vier Musketiere der Königin

Die Rache der Milady
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Eine würdige Fortsetzung (im Original), die sich von der fast reinen Komödie des ersten Teils wegbewegt und die tragischen Tendenzen des Romans voll zum Tragen kommen läßt. Wie gesagt - im Original, denn die deutsche Fassung hat einen immensen Nachteil: Man ist auf die strunzdämliche Synchronisation angewiesen, die ähnlich den "Rittern der Kokosnuß" ihr Bestes tut, um dem Film jeglichen Anspruch zu nehmen und beständig rüden Ton mit Komik verwechselt. Das verdirbt die Freude am Gerangel auf dem gefrorenen See, an den beständigen Ungeschicktheiten von Constance oder der feinen Freundschaft zwischen d'Artagnan und Athos. Sehr schade, denn eigentlich - wie gesagt - eine würdige Fortsetzung, bei dem man also von vornherein auf die Originalfassung zurückgreifen sollte.

ungeprüfte Kritik

Die drei Musketiere

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Zwar ist die Idee, Dumas "Drei Musketiere" als Komödie zu inszenieren, nicht neu - Altmeister Hunebelle tat das schon 20 Jahre zuvor - aber trotzdem ist Richard Lester mit seinem verrückten Zweiteiler etwas Einzigartiges gelungen. Nicht nur, daß zum ersten Mal im Film alle vier Helden eine eigene unverwechselbare Identität besitzen (so wie Dumas sie geschildert hat) - er versetzte sie auch aus der glitzernden Welt in eine realistischere, geprägt von Schlamm und Dreck (sicher auch ein wenig der Entstehungszeit geschuldet - der Zeit des Italo-Western). Respekt vor allem für seinen Einfallsreichtum bei den Action-Szenen - jede der Kampfsequenzen ist einzigartig, ob sie nun in einer Wäscherei spielt, in finsterer Nacht (unter Zuhilfenahme von Laternen) oder ob er Oliver Reeds Unvermögen beim Degenschwingen raffiniert in einen Kampfstil verwandelt, der sich auf das Prinzip "Kraft = Masse x Beschleunigung" stützt. Zudem ist (bei diesem Film) die deutsche Fassung hervorragend gelungen.

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Die Küste der Piraten

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Von italienischen Abenteuerfilmen erwartet man im allgemeinen Trash hoch drei, billig produziertes Schmierentheater. Aber "Küste der Piraten" wartet mit einigen Überraschungen auf: er ist ziemlich aufwendig und die Geschichte schlägt durchaus einige interessante Haken. Man kann sogar zeitweise Lex Barker stilecht mit Piraten-Augenklappe bewundern (es gibt sogar eine logische Begründung dafür). Natürlich wieder das alte Problem: Der gute Pirat ist natürlich kein Pirat aus Leidenschaft (aber genau das macht den wirklichen Piratenfilm aus), sondern ein unschuldig Verurteilter. Aber ein flottes Abenteuerstück für einen bunten Nachmittag bleibt's allemal.

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Durchs wilde Kurdistan

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Ein enormes Produktionsaufwand, namhafte Schauspieler, sogar massenhaft originale May-Motive sind zu erkennen (auch wenn der Zusammenhang doch deutlich verändert wurde) - die Möglichkeiten waren groß. Aber wenn man ein schwaches Drehbuch hat ... Episodisch, zerrissen, ohne Spannungsbogen; zudem merkt man vielen Elementen des Filmes (vor allem der schmerzhaften Musik) den Zeitdruck an, unter dem die Produktion stand (dazu zählte auch, daß der sehr bekannte Synchronsprecher Wolfgang Lukschy als Ali Bei von einem anderen Kollegen synchronisiert werden mußte, da er außer Landes weilte!) Als MAY-Verfilmung hat der erste Teil des Zweiteilers durchaus einiges Interesse verdient, als May-VERFILMUNG allerdings weniger.

ungeprüfte Kritik

Im Reiche des silbernen Löwen

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Eins muss man bei diesem Film von vornherein schlucken: Der Schurke des Vorgängers "Durchs wilde Kurdistan" hat wider alle Wahrscheinlichkeit überlebt. Wer diesen Blödsinn übersieht, wird einem der may-echtesten Filme der 60er belohnt, der überdies sogar recht spannend ist - man merkt die Hand des ungenannten Winnetou-Drehbuchautors Petersson. Alles, sogar die Musik, ist um Längen besser als beim Vorgänger. Und jetzt kommt die große Enttäuschung: Trotz vollmundig angekündigter Restaurierung liegt der Film nur in seiner alten Video-Fassung auf DVD vor. Dabei hätte gerade er eine Bildrestaurierung am nötigsten gehabt. Dieses Ärgernis bedeutet Punktabzug. Da helfen auch die Extras nicht weiter, die auf den anderen DVDs fehlten.

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Der Rächer

Deutscher Film, Krimi

Der Rächer

Deutscher Film, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Ein Wallace-Film mit illustrer Besetzung - umso ärgerlicher, dass alle anderen Beteiligten ihn so schlimm verseppelt haben. Wallace zählte den zugrundeliegenden Roman zu seinen erfolgreichsten, der Film kann dies nicht für sich in Anspruch nehmen. Leider zurecht. Dümmliche Verwicklungen, von einem krimi-untauglichen Regisseur in biedere Szene gesetzt, noch dazu politisch höchst unkorrekt. Wäre dieser Wallace-Film der erste gewesen - er hätte keine Nachfolger gefunden. Schade um Wallace-Ikonen wie Drache, Kinski und Schürenberg. Sie sind das einzig Gute an dem Film und so kommt ihm immerhin das Verdienst, Horst Wendlandt auf seine späteren Stammleute aufmerksam gemacht zu haben.

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Nachtasyl

Drama
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Große Geschichten verlieren nie ihre Wirkung, es ist egal, in welchem Kontext sie stehen. So spielt es auch keine Rolle, ob das Nachtasyl im zaristischen Russland ist oder im spätfeudalen Japan. Zum ersten Mal bewies Kurosawa seine absolute Meisterschaft in der Adaption abendländischer Stoffe. Und wie das Drama hat der Film kein Ende und keinen Anfang - man wird irgendwann in die verhängnisvollen Vorgänge hineingesetzt und irgendwann hört der Film einfach auf. Keine Lösung, keine Klimax. Mit der absoluten Hilflosigkeit der Figuren, sich aus ihrem Teufelskreis zu befreien (oder wirklich befreien zu wollen), ist "Nachtasyl" Kurosawas pessimistischster Film. Die Armut der Charaktere scheint sich fast auf dem Filmmaterial niedergelassen zu haben: die Bildqualität ist armselig - gerade am Anfang sind die Bilder verwackelt und durch Helligkeitsschwankungen entstellt. Aber irgendwie passt es sogar. "Nachtasyl" ist (auch in der gelungenen deutschen Fassung) jedem kinointeressierten Zuschauer unbedingt zu empfehlen - mit einer Ausnahme: wer sich in einer depressiven Phase befindet, sollte ihn unbedingt meiden, wer weiß, was er sonst für Folgen haben könnte.

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Sanjuro

Action, Abenteuer

Sanjuro

Action, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Der Titel verrät es bereits - der Held von "Yojimbo" hat einen zweiten Auftritt. Man sollte ihn nicht am Original messen, das wäre unfair und diesen Vergleich müsste er verlieren. Weder die strukturelle Genialität noch die Dichte erreicht "Sanjuro", er ist einfach eine kleine, weitaus leichter und humorvoller erzählte Geschichte, bei der die düsteren Töne einem Schmunzeln über den alten Konflikt der Generationen weicht. Erinnert man sich an Hitchcocks Prinzip, daß die besten Filme die sind, welche die besten Schurken haben, profitiert "Sanjuro" von diesem Gedanken, denn zum zweiten Mal nach "Yojimbo" wird Sanjuro ein würdiger Gegner gegenüber gestellt (folgerichtig verkörpert vom selben Schauspieler). Ansonsten gilt wie eben auch bei Hitchcock die Faustregel: ein "mittelmäßiges" Werk des Meisters ist mehr wert als viele "Geistesblitze" mittelmäßiger Regisseure.

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Das Schloss im Spinnwebwald

Drama
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
"Macbeth" im Land der aufgehenden Sonne - dies zu leugnen, wäre völlig zwecklos; und Kurosawa berief sich auch eindeutig auf Shakespeares Vorbild. Doch "Das Schloss im Spinnwebwald" ist nicht einfach eine Shakespeare-Verfilmung im fernöstlichen Gewand. Kurosawa reagierte auf die heftige Kritik vieler Landsleute, seine Erzählweise sei zu "westlich" (ein "Manko", daß ihm bei den Cineasten des Abendlandes alle Türen geöffnet hatte). "Kumonuso jo" ist ein vollkommen japanischer Film. Das erschwert dem europäischen Zuschauer etwas den Zugang - Schlachten werden nicht gezeigt, sondern erzählt; minutenlange Einstellungen der Ruhe müssen durchgestanden werden - und der düstere Gesang der Seherin jagt einem wirklich Schauer über den Rücken. Als Einstieg in Kurosawas Werk sollte man diesen Film nicht nehmen, aber er ist zweifellos eine Bereicherung, wenn man bereit ist, die (ich wiederhole: für westliches Gefühl) sperrigen Stellen zu überwinden.

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Yojimbo

Der Leibwächter
Action, Abenteuer

Yojimbo

Der Leibwächter
Action, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Hier ist es also, das legendäre Original zu "Für eine Handvoll Dollar", das kaum ein Deutscher kennt, weil es nur im ZDF gezeigt wurde, und auch da schon seit Jahren nicht mehr. Dem, der Leones Remake in-und-auswendig kennt, hat es ja eh nichts zu bieten, oder? Falsch gedacht. Allein schon Toshiro Mifunes Spiel (er ist auch das Glanzlicht der etwas matten Fortsetzung "Sanjuro") ist eine Ausleihe wert, trotz weniger Gewaltszenen ist die Ausstrahlung des Filmes viel härter, aber auch von noch mehr trockenem Witz durchweht als das Remake (wo der Humor doch mitunter reichlich grob ist). Auf keinen Fall sollte man "Yojimbo" nur als übersehenes Vorbild, quasi Anhängsel eines Klassikers oder als Geheimtipp für Cineasten sehen. Jedem, der etwas von wirklich guten Filmen hält, sei dieser wärmstens ans Herz gelegt. Übrigens - was in der deutschen Übersetzung untergeht: Der Name des Leibwächters - Kutanawabe Sanjuro - bedeutet "dreißig Blumen" - daher auch seine trockene Bemerkung, er würde bald "40".

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