Kritiken eines anonymen Filmfans

Sartana - Noch warm und schon Sand drauf

Western, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
"Gruezi Gott, Frau Stirnima" - wenn ein italienischer Pistolero mit diesen Worten auftritt, weiß der kundige Filmzuschauer, dass hier die Blödelbarden Brunnemann & Brandt ("Die Zwei") zugeschlagen haben, die unzählige Italo-Western auf deutsch bearbeiteten. Für einen alkoholischen Abend ist diese Methode ein wahrlich passendes Unterfangen, allerdings verzerrt sie den Streifen, der im Original zumindest eine Gratwanderung zwischen Komik und Coolness sein sollte (und das auch gar nicht übel bewältigt), komplett in Richtung Komödie. Dabei hat Garko in der Titelrolle hier durchaus an Souveränität gewonnen, was dem Film (der natürlich nur ein Mindestmaß an wirklicher Handlung hat) gut tut. Amüsant ist das Geschehen um Sartana durchaus, aber es bewegt sich nur im guten Mittelfeld. Wenn man allerdings gerade auf dem Italo-Trip ist, geradezu ein Muss.

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Sartana - Töten war sein täglich Brot

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Trash - das ist die richtige Bezeichnung für diesen Film (und für die anderen Sartana-Streifen). Dass Gianni Garko ein etablierter Theaterschauspieler gewesen sein soll, fällt schwer zu glauben, wenn man seine grauslige Vorstellung sieht - Frank Wolff und sogar Klaus Kinski (der reichlich gelangweilt wirkt) spielen ihn mit Schmackes an die Wand. Aber Feinheiten sind in diesem Film sowieso nicht gefragt: die Kamera zoomt und wackelt, alle Charaktergesichter der 2. Reihe des italienischen Filmes scheinen hier versammelt, die Musik schreit in halb ironischer, halb ernst gemeinter Manier alle möglichen Klischees heraus. Zeitgleich drehte Parolini, der Regisseur des ersten Sartana-Filmes, seinen ersten "Sabata", der in vielen Details eine bemerkenswerte Ähnlichkeit besitzt, aber doch weitaus feinsinniger und stilvoller ist. Stil hat "Sartana - Töten war sein tägliche Brot" nicht, aber man kann seinen Spaß damit haben (der sich allerdings proportional zum Alkoholpegel erhöht). Zweifellos einer der Filme, die Quentin Tarantino schätzt.

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Ein Halleluja für Camposanto

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Er sieht aus wie Sartana, er kleidet sich wie Sartana - Camposanto (Gianni Garko) wäre Sartana, würde er sich nicht in einer ungewohnten Umgebung bewegen. Als "Kindermädchen" zweier couragierter, aber gnadenlos naiver Greenhorns muss er sich mit manchen Schwierigkeiten herumschlagen, die der schwarze Taschenspieler niemals zu bewältigen hatte. Das erinnert nicht zufällig an "Verflucht, verdammt und Halleluja" - das Drehbuch stammt ebenso von Enzo Barboni. Und es hat sicher Regisseur Carnimeo gut getan, dass er es inszenieren durfte, denn dieser Film überragt seine anderen (inklusive der Sartana-Filme) um Längen. Sogar der sonst so hölzerne Garko macht einen entspannteren Eindruck. An seiner Seite verschmitzt und cool William Berger, eine schöne und (bei Camposantos Thema) überraschend wehmütige Musik von Bruno Nicolai - kein bedeutendes Werk, aber ein Film, der viel (vielleicht manchmal etwas zu viel) bietet - Grund genug, ihn auszuleihen.

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Yankee

Western

Yankee

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Die Inhaltsbeschreibung klingt gewöhnlich - ein Dutzenwestern wohl. Aber ein Blick auf den Regisseur lässt an diesem schnellen Urteil zweifeln. Mag man zu Tinto Brass stehen wie man will, aber wenn der Experimentator des Erotikfilmes einen Spaghetti-Western dreht, macht das zumindest neugierig. Tatsächlich hat dieser Film einige ungewöhnliche Elemente, die ihrer Zeit weit voraus waren. In der Frühphase des eigentlichen Italo-Westerns präsentiert er Gegenlichtaufnahmen, Schattenrisse und ein mitunter elegisches Tempo, wie sie in der Spätphase der Mittsiebziger typisch waren, aber 1966 einmalig. Zudem ist der kantige Philippe Leroy (bekannt aus "Sandokan" und "Leonardo da Vinci" ein eher kauziger und wunderlicher Held, keineswegs so betont (dressman-)dreckig wie vieler seiner Kollegen. Die Handlung bleibt gewöhnlich, aber spielt das beim Italo-Western nicht ohnehin oft eine untergeordnete Rolle? Die Form macht dieses Genre ansprechend - und die Form lohnt in diesem Fall.

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Das Rattennest

Nach dem Roman von Mickey Spillane.
18+ Spielfilm, Krimi

Das Rattennest

Nach dem Roman von Mickey Spillane.
18+ Spielfilm, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 19.01.2013
Gut, und jetzt mal eine etwas seriösere Kritik (s/w als Argument GEGEN einen Film anzuführen, zeugt nicht von großer Kompetenz).
Aldrichs zweiter Film kämpft mit dem Problem, das viele Film noir der 50er Jahre haben: Die allzu trashige Handlung, die kriminalistische Kombination zunehmend durch Brutalität ersetzt. Aldrich trat die Flucht nach vorn an, indem er Logik gänzlich ignorierte und die Brutalität auf ein für die Entstehungszeit erstaunliches Maß anhob. Gerade das absurde Ende ist faszinierend und abstoßend zugleich (sicher, wer an bluttriefende Splattermovies gewöhnt ist, dem kann es nichts bieten, aber andere Zuschauer wird das irritierende Moment sicher im Gedächtnis bleiben). Ein sehr widersprüchlicher und in sich zerrissener Film, mehr Wagnis und Experiment (eins, das nicht völlig geglückt ist), aber dadurch interessant - wenn man einen Kopf zum Denken hat.

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Straßenfeger 33 - Das grüne Ungeheuer + Feuerdrachen

Serie, Krimi, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 17.09.2012
Diese Veröffentlichung war, nachdem (fast) alle anderen Mehrteiler von Rudi Kurz bereits herausgebracht wurden, mehr als überfällig: "Das grüne Ungeheuer" ist eine DER Straßenfeger des DDR-Fernsehens und ein schlagender Beweis, dass auch die DEFA das Genre des Abenteuerfilms beherrschte (wenn sie den richtigen Leuten die Verantwortung in die Hand gab). Rudi Kurz brachte ein Tempo auf Kinoniveau und eine ungewohnte Härte (die Todesszene von Steve, auch wenn sie sich nur im Gesicht von Erik S. Klein abspielt) ins deutsche Fernsehen (Ost wie West), die auf Jahre nur selten wieder erreicht wurden - kein Wunder, dass schon nach wenigen Monaten der Film seinen Weg in die Kinos fand. Schmissig ist die Musik von Wolfgang Hohensee, malerisch der Balkan, der Südamerika doubelte. Das ganze große Plus jedoch sind (wie so oft) die Schauspieler - pralle Saftgestalten, die ihren Figuren Leben und Zwischentöne verleihen: Jürgen Frohriep als kantiger, zweifelhafter Hüne, Erik S. Klein und Gerd Ehlers als amoralische Schurken, die mit leichter Hand und Leutseligkeit Sympathien tückische Sympathien wecken, Fred Düren, der mit geringsten Regungen den Kontrollverlust spürbar macht. Wer klassische Unterhaltung mit großartigem Schauspiel liebt und sich nicht an der unangenehmen (aber sehr kurzen) tendenziösen, verkitschten Rahmenhandlung stört, ist bei dieser DVD genau richtig.
Weniger beeindruckend ist "Feuerdrachen" - ein Nachklapp zur erfolgreichen Serie "Das unsichtbare Visier", der ursprünglich auch unter diesem Titel laufen sollte, aber aus politischen Gründen unauffällig als Einzelfilm verheizt wurde. Die Ähnlichkeiten sind trotzdem unübersehbar, auch die Schwächen, die sich schon in den letzten offiziellen Teilen gezeigt hatten. Fans der Reihe sollten ihn nicht auslassen, aber andere Zuschauer werden wenig daran finden.

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Kerabans phantastische Reise

Kids, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 17.07.2012
Uneingeschränkt zu empfehlen! Der Name Manfred Grätz bürgt für qualitativ hochwertigen Puppentrickfilm und gleichzeitig Treue zum Original (bestes Beispiel: "Die Spur führt zum Silbersee"). Mit diesem Film gab er den Staffelstab an Manfred Durniok weiter, der ein würdiger Nachfolger wurde. Spannend, witzig, mit erstaunlicher Charakteranimation - ein perfektes Vergnügen für Erwachsene und Kinder, die mit diesem (und anderen Filmen der gleichen Reihe) hervorragend an den Meister der Science-Fiction herangeführt werden können. Hoffen wir, dass bald auch "Von der Erde zum Mond" auf videobuster entleihbar ist.

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Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Der letzte gemeinsame Auftritt von Winnetou und Old Shatterhand hat immerhin eines auf seiner Seite - er wahrt die Charaktere weitaus mehr, als es die letzten Produktionen getan hatten. Mit dem angeblich zugrunde liegenden Buch hat er natürlich nichts zu tun, sondern ist eindeutig ein Remake von "Der Schatz im Silbersee". Schablonenhaft ist er allerdings, aber die Inszenierung von Harald Reinl holt doch noch einiges aus dem (wieder einmal!) langweiligen Drehbuch von Herbert "Derrick" Reinecker (der sich hinter dem Pseudonym Alex Berg versteckte) heraus. Wunderschöne Musik von Martin Böttcher, aber alles mindestens eine Nummer kleiner als in den ersten Filmen (Clarke Reynolds kann nicht mit Terence Hill oder gar Götz George mithalten, Vojo Govedariza nicht mit Gojko Mitic und Rik Battaglia war schon zu oft der Schurke). Wenn man gerade im May-Fieber ist, sollte man sich auf keinen Fall von diesem Film abhalten lassen, den eines hat er (wenn auch nur in Restbeständen) immer noch: Flair.

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Die Pyramide des Sonnengottes

Western, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Kaum konnte man glauben, daß nach dem recht schwachen ersten Teil der zweite noch abfallen könnte, aber so ist es leider. "Die Pyramide des Sonnengottes" bietet außer dem originellen Titel-Bau kaum etwas, das den Film sehenswert macht. Das Drehbuch besteht aus zerrupften Aktionen ohne Sinn - rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln - und aus zumeist dümmlichen Dialogen. Die Schauspieler bieten Schmierentheater und sowohl Musik als auch Kampfszenen kennt man schon aus dem ersten Film. Daß auf DVD eine Kopie mit miserabler Tonqualität zu finden ist (die letzten ZDF-Ausstrahlungen waren deutlich besser) fällt dadurch schon gar nicht mehr ins Gewicht. Von einmaliger Dümmlichkeit ist auch das Interview, das sich als Extra auf der DVD befindet, aber damit gibt es zumindest ein homogenes Bild.

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Der Schatz der Azteken

Abenteuer, Western

Der Schatz der Azteken

Abenteuer, Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Es ist schon manche Filmmusik recht verräterisch gewesen - und auch "Der Schatz der Azteken" hat dieses Schicksal erlitten. Schon die ersten Töne der allzu simplen Titelmelodie verraten, daß hier keine Meister am Werk gewesen sind. Umso schmerzlicher die Erkenntnis, daß Alt-Meister Robert Siodmak hier auf dem Regiestuhl saß, von dem nicht nur Meisterwerke, sondern auch der nicht bedeutende, aber großartige May-Film "Der Schut" stammen. Aber in dem Bemühen, einen aufwendigen Abenteuerfilm herzustellen, ist Produzent Brauner in die falsche Richtung geprescht. Viele Aktionen, wilde Grimassen und mittendrin ein Star, der wie eine Marmorstatue wirkt, aber bei etwas feinerem Spiel doch leicht überfordert ist - garniert mit Musik, die von überall her geklaut ist (vor allem vom italienischen Sandalenfilm) und sich in enervierendem Maße wiederholt. Das klingt alles nach einem ziemlich miesen Film. Ja - aber das heißt nicht, daß er nicht irgendwo auch unterhaltsam ist. Zumindest findet man zwischen all dem Kitsch und hanebüchenen Dialogen immer wieder einen Brocken echten May (was keineswegs selbstverständlich ist); zudem tauchen achtbar dargestellte historische Figuren (durchaus ambivalent gezeichnet) auf, die für Kurzweil sorgen. Ansonsten sieht man dem Film seine katastrophalen Produktionsbedingungen an - diese fürchterlichen Atelier-Aufnahmen. Trashig - das ist die richtige Bezeichnung für den ersten Karl-May-Film der 60er, der keine Goldene Leinwand ergattern konnte. Und in diesem Begriff steckt heutzutage ebenso viel Negatives wie Positives.

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Der Schut

Abenteuer

Der Schut

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Eine der besten Karl-May-Verfilmungen und zweifellos das im Abstand beste Konkurrenzprodukt zur legendären Winnetou-Serie der Rialto: recht nah am Original, gut gespielt, mit toller Musik und trotz der Laufzeit von zwei Stunden keine Minute langweilig. (Man sollte nur keine großen Erwartungen in den Namen >Siodmak< setzen - straff inszeniert, aber unter seinen Möglichkeiten.) Und endlich ist auch er auf DVD zu sehen. Keine rotstichigen, ausgeleierten Video-Bilder mehr, nein - tolle Bilder direkt vom Original (wirklich vom Original: im Vorspann wird Marie Versini falsch als "Maria" geführt - ein Lapsus, der bei späteren Kopien durch neue Vorspänne korrigiert wurde) mit leuchtenden Farben und - das wars. Keine Extras. Ein bißchen enttäuscht das schon, wenn man bedenkt, daß für die Rialto-Serie erst von Kinowelt, dann von UFA mit Extras nicht gespart wurde. Naja, es geht ja um den Film. Und den mal so zu sehen, wie er gedacht war, lohnt auf jeden Fall die Entleihe.

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Winnetou und sein Freund Old Firehand

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Laut Titel spielt Winnetou hier eine Hauptrolle? Lüge!! Der komplette Film ist abgestellt auf einen Hauptdarsteller, der trotz seiner langen Karriere noch einen Film wirklich auf seinen breiten Schultern tragen konnte. Der "Kanada-Cow-Greis" Rod Cameron war die denkbar schlechteste Besetzung für den charísmatischen Old Firehand, das Drehbuch miserabel, und der geniale Peter Thomas hätte lieber die Finger von einer Western-Musik lassen sollen. An diesem Film gibt es nun wirklich nichts Interessantes.

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Der Ölprinz

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
"Hier wird auf Sparflamme gekocht - sogar im wörtlichen Sinne" schrieb ein Buchautor über diesen Film - und meinte damit die unsäglichen Rückpro-Aufnahmen des Ölbrandes zu Anfang des Filmes. Leider hatte er recht. Spätestens ab hier ging es steil bergab mit den Karl-May-Filmen. Nur Bruchstückchen des Maysters sind zu erkennen, aber selbst die sind nicht immer dramaturgisch sauber verarbeitet. Zudem griff Dengers Drehbuch ein Element des (sehr guten) Vorgängers "Unter Geiern" auf und wirtschaftete es hier und mit den folgenden Filmen herunter: Indianer wird getötet, Verwandter schwört Rache und wird erst zum Schluß des Films bekehrt. Immerhin ist "Der Ölprinz" nicht unbefriedigend dank des Titelhelden (herrlich "ölig": Harald Leipnitz) und einiger anderer Darsteller (u.a. Mario Girotti alias Terence Hill), und Martin Böttchers Musik sorgt auch für einiges Tempo. Ordentlich, aber nicht mehr.

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Old Surehand

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Die Karl-May-Welle hatte ihren Zenit längst überschritten, und "Old Surehand" merkt man dies am deutlichsten an, ohne daß er gleich ein schlechter Film geworden wäre. Wieder einmal wurde durch das Drehbuch extrem viel verspielt - alle Winnetou-Filme des Jahres 1965 haben exakt den selben Inhalt: Häuptlingssohn wird ermordet, Häuptling schwört Rache, Winnetou und sein weißer Freund bringen rechtzeitig den wahren Mörder. Die einzige Abweichung besteht hier darin, daß Winnetou nur recht wenig mit der Affäre zu tun hat, er tritt erst nach der knappen Hälfte des Filmes auf! Die Fans waren zu Recht verstimmt und straften den Film mit Nichtachtung - obwohl als 1.Teil ausgewiesen, folgte nie ein zweiter - immerhin auch eine Würdigung der Filmgeschichte wert. Sieht man über all das hinweg, bekommt man zumindest einen Western zu sehen, der gediegen gearbeitet ist, vor allem die Inszenierung hat Kraft und Tempo. Fluch über das Drehbuch ...

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Winnetou und das Halbblut Apanatschi

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Es begann so abwechslungsreich - ein Kind, das von einem Adler attackiert wird, eine schnippische Titelheldin, zwei Trapper, die durch das Gold von Freunden zu Feinden werden; aber nach zwanzig Minuten ist's vorbei - dann wird nur noch geballert und gesprengt. Ein heilloses Wirrwarr hat der Vielschreiber Denger da angerichtet, laut, aber nicht spannend. Schlimmer ist jedoch, daß die gewaltlosen May-Helden Winnetou und Old Shatterhand Sprengsätze en masse schleudern und Shatterhand zu "guter" Letzt sogar einen Banditen in den Rücken schießt. Daß dieser ärgerliche Film überhaupt noch Mittelmaß ist, liegt an der besten Musik, die Martin Böttcher seit "Unter Geiern" komponierte, am explosiven Götz George und an Uschi Glas (die schließlich nicht immer die Ausstrahlung von Seife hatte).

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Unter Geiern

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Die Karl-May-Leser waren geschockt, als Old Surehand das erste Mal auf der Leinwand erschien: Er war viel zu alt, viel zu lässig und humorvoll und hatte außerdem in der Geschichte "Unter Geiern" überhaupt nichts zu suchen. Nun ja, Lex Barker war verhindert und Ex-Hollywood-Star Stewart Granger wollte sich gut in Szene setzen.So wurde aus Surehand ein augenzwinkernder Westerner, der mit Karl May nichts gemein hat. Was hier jedoch etwas verspielt wurde, wird durch die Indianerszenen wieder reingeholt - der Drehbuchautor der Winnetou-Trilogie hatte hier seine kompetente Hand im Spiel, ohne genannt zu werden. Götz George (ironischerweise nur zweite Wahl für die Rolle) bringt den Film mit seinem Temperament ordentlich auf Touren (besonders die Szene in der brennenden Farm bietet wirklich gutes Schauspiel), Martin Böttcher komponierte eine seiner schönsten Musiken, und den jungen Terence Hill (damals noch als Mario Girotti) kann man in seiner zweiten Western-Rolle erleben; vor allem aber sei auf die erklecklich große Rolle von Georg (! alias Gojko) Mitic hingewiesen. Regisseur Vohrer machte aus seinem Western-Debüt einen sehr ansprechenden Film, der wieder einmal beweist, daß sauberes Handwerk nicht hoch genug einzuschätzen ist. Die DVD bietet zudem, was das Fernsehen bis heute (!) versäumt - ungekürztes Vergnügen.

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Der Schatz im Silbersee

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Startschuß für eine Kultserie - die Fans streiten, ob er oder "Winnetou 1" der beste Karl-May-Film ist. Doch selbst der "Schatz" trägt (wenn man objektiv ist) schon den Keim des Niedergangs der Serie in sich: Streckenweise hat das Drehbuch wenig mit der Erzählung zu tun, legt zuviel Wert auf die Weißen - eine Westernstadt wie die hier gezeigte gibt es in keinem May-Buch. Diese nicht unberechtigte und oft geäußerte Kritik sollte aber nicht vergessen machen, daß immerhin eine straffe und spannende Fabel gestrickt wurde, die den Geist des Maysters wahrt. Über jeden Zweifel erhaben sind die rasante, beispielhafte Inszenierung, die grandiose Musik und die perfekt ausgesuchten Schauspieler, besonders Herbert Lom (der sich als Anglo-Tscheche selbst synchronisierte) und Götz George verdienen spezielles Lob. Kein Anspruch, keine hohe Kunst - und trotzdem: das ist großes Kino in seiner ursprünglichsten Art.

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Winnetou 3

Western

Winnetou 3

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Der dritte Teil der Trilogie ist leider bei weitem nicht mehr auf der Höhe der früheren Filme. Schablonen an allen Ecken und Enden, und gegen Ende mangelt es heftig an Einfällen und macht den guten Eindruck der ersten Hälfte (mit neuen Drehorten und originalen May-Motiven) zunichte. Statt eines wirklich großen Finales, welches der edle Apache verdient hätte, verdröselt sich der Film im Kitsch. Schade, schade ...

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Winnetou 2

Western

Winnetou 2

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Geht man nur nach der Originaltreue, wenn man Literaturverfilmungen beurteilt, ist der Titel blanker Etikettenschwindel - mit dem gleichnamigen Buch von Karl May hat der Film praktisch nichts zu tun; lediglich das Motiv von Winnetous unerfüllter Liebe wurde übernommen (die im Buch zudem nur kurz erwähnt wird) sowie der Ölbrand. Was allerdings sehr gut eingefangen wurde (und das unterscheidet diese Produktion von vielen späteren) ist sowohl der humanistische Geist Mays wie auch das romantische Flair des ersten Teils. Liebevoll ausgestattet im Detail, aufwendig und spannend - was will man denn mehr von einem Abenteuerfilm erwarten? (Vielleicht doch ein wenig mehr originalen May.) Interessant am Rande: die erste größere Indianerrolle des Sportstudenten Gojko Mitic, der als Weißer Rabe so grimmig sein durfte wie danach nie mehr.

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Winnetou 1

Western

Winnetou 1

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Pierre Brice vermisste "Räsbägt"? Von wegen. Ohne die Blutsbrüder hätte es Abahachi und Ranger ("Schuh des Manitou") nie gegeben - und ihren Erfolg an der Kinokasse schon gar nicht. Dies wäre also das Vorbild: einer der drei besten Karl-May-Verfilmungen und (in der zweiten Hälfte) dazu noch erstaunlich originalgetreu. Perfekt besetzte Schauspieler, eine schmissige Regie, grandiose Bilder und eine geniale Musik - Herz, was willst du mehr? Richtig, endlich eine unverstümmelte Fassung. Und dank DVD ist sie jetzt endlich zu sehen, noch dazu in guter Bildqualität (erstaunlich, was aus der doch recht abgelagerten Kopie herausgeholt werden konnte, denn das Originalnegativ ist durch die drastischen Kürzungen irreparabel geschädigt). Lausig dagegen ist die Tonqualität (es ist eben doch nur eine Kopie) und die Extras sind auch eher lachhaft. Aber wer will sich beschweren, schließlich geht es um den Film. Und der ist sein Geld ebenso wert wie die Zeit, die man sich nehmen sollte.

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Robin Hood in der Stadt des Todes

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Ein wenig seltsam gewandet ist der sonst so vertraute Robin Hood in diesem Film - er erinnert eher an Zorro. Kein Wunder, der deutsche Titel ist dummer Etikettenschwindel, und "Kavalier mit der schwarzen Maske" (so der TV-Titel) entstand zudem als Parallelproduktion zu "Zorro gegen Maciste". Leider fehlt dem vorliegenden Film die (gewollte?) Ironie des "Bruders" - das einzig Interessante, was er zu bieten hat, ist Pierre Brice mal nicht mit Silberbüchse, sondern mit silbernem Degen. Immerhin, er schlägt sich wacker damit, und auch seine "Doppelrolle" als verweichlichter Jung-Adliger ist ordentlich ausgespielt. Ansonsten wird dem Zuschauer genau das geboten, was man von einem italienischen Abenteuerfilm erwarten kann: eine Heldin, deren blondes Haar das Strahlendste an ihr ist, finstere Schurken, die mit typisch spanischem Temperament mit den Armen fuchteln, Degenkämpfe zuhauf und eine plakativ spanische Musik. Nett, nicht mehr.

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Zorro gegen Maciste

Kampf der Unbesiegbaren - Der Rächer mit der Maske begegnet dem stärksten Mann der Welt!
Abenteuer

Zorro gegen Maciste

Kampf der Unbesiegbaren - Der Rächer mit der Maske begegnet dem stärksten Mann der Welt!
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Der Sandalenfilm lag in den letzten Zügen, ebenso die Mantel-und-Degen-Filme - so kamen die Produzenten dieses Filmes auf die Idee, beide Genres miteinander zu verbinden, um zwei Publikumsschichten gleichzeitg ins Kino zu locken. Nur bedachten sie nicht, dass beide Genres das selbe Publikum anlockten - und so wurde nichts daraus. Statt dessen brachte man sich selbst in die Zwickmühle, dass man nicht beide Helden gemeinsam gegen die Schurken antreten lassen konnte - die Übermacht wäre zu stark und der Film schnell zu Ende. Einen zum Schurken zu machen, konnte man sich aber auch nicht leisten, um die Zuschauer nicht zu verprellen. Also verfiel man auf eine Idee, die den Kern des Parodistischen in sich trägt: Muskelprotz Maciste ist ein Naivling, der sich irreleiten lässt, Zorro stolpert im Wortsinne über seine eigene Selbstverliebtheit. Darin liegt der Reiz dieses doch eher gewöhnlichen Abenteuerfilms. Äußerst mangelhaft ist allerdings die Qualität der DVD - gemastert von einer flackernden Kopie, die starke Kürzungen aufweist und lieblos synchronisiert wurde. Man hätte besser auf die DDR-Synchronisation zurückgreifen sollen, die weitaus witzigere Dialoge aufwies, ungekürzt war und sogar eine viel bessere Bildqualität hatte.

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Präriejäger in Mexiko

Die zweiteilige Karl-May-Verfilmung
Abenteuer, Western, Deutscher Film

Präriejäger in Mexiko

Die zweiteilige Karl-May-Verfilmung
Abenteuer, Western, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
Die DEFA verfilmt Karl May. Ach hätte sie sich doch früher darauf besonnen, als es noch fürs Kino geschehen wäre und in berufeneren Händen als denen von Hans Knötzsch, der in seiner Rolle als Pirnero zwar komisches Talent beweist, als Autor und Regisseur aber versagte. Keine Spannung, kein Tempo, nicht einmal dramatische Geschlossenheit. Dass ich überhaupt noch drei Punkte vergebe, ist wohl ein Stückchen Ostalgie und außerdem dem tapferen (eher vergeblichen) Kampf der Schauspieler Niemczyk (bewährter Schurke, aber schon zu alt für seine Rolle), Siebenschuh und Schubert (in ihren Szenen prickelt's endlich mal, sie waren ganz offensichtlich ein tolles Team), Schröder (der als Lord Lindsay beweist, dass seine Palette mehr umfasste als Herr Fuchs & Pittiplatsch) und natürlich Knötzsch als sächsisches Original.
Sollte man als May- ebenso wie als DEFA-Fan mal gesehen haben, aber mit dem zweiten Mal kann man sich Zeit lassen ...

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Der Scout - Tausend Mustangs und ein Häuptling

Western, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
Der letzte wirkliche Indianerfilm der DEFA hatte einen schweren Stand im Kino - gegen die legendären Winnetou-Filme kam er nicht an. Und so verlief er sein potentieller Erfolg im Sande - zu Unrecht.
Sicher hat er dramaturgische Schwächen - zu episodisch ist das Drehbuch, zu wenig verfolgt es einen wirklichen Bogen. Und sehen die meisten Indianer etwas zu asiatisch aus (was immerhin eine interessante und gar nicht so falsche Variation ist), passt Mitteleuropäer Gojko hier nun überhaupt nicht hinein.
Auf der Habenseite befinden sich großartige schauspielerische Leistungen von Jürgen Heinrich und Klaus Manchen (ein kluger und besonnener Schurke, wie man ihn seit Mario Adorf nicht mehr gesehen hat) und die schmissige Musik von Karl-Ernst Sasse. Äußerst geschickt auch die Kameraführung von Otto Hanisch, der das Problem, aus wenigen hundert Ponys (nach Wolfsattacken wurde ein Großteil der Pferde von den verängstigten Besitzern zurück gezogen) eine Herde von 2000 Mustangs zu machen, bravourös löste.
Ein spannender Abschluss der Kinoreihe (sieht man vom in jeder Hinsicht missglückten "Atkins" ab) und damit weitaus würdiger als seine drei Vorgänger.

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