Heino Jaeger - Look Before You Kuck

Heino Jaeger - Look Before You Kuck

Wer war Heino Jaeger? Seine Stegreifgeschichten sind das Vorbild für Olli Dittrichs Dittsche-Performance. Loriot verehrte ihn als großen Humoristen. Eckhard Henscheid ... mehr »
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Deutschland 2012 | FSK 12
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Heino Jaeger - Look Before You Kuck
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HandlungHeino Jaeger - Look Before You Kuck

Wer war Heino Jaeger? Seine Stegreifgeschichten sind das Vorbild für Olli Dittrichs Dittsche-Performance. Loriot verehrte ihn als großen Humoristen. Eckhard Henscheid nannte ihn den 'Mozart der Komik'. Dennoch ist Heino Jaeger der wohl unbekannteste unter den großen deutschen Komikern. "Wir haben ihn wohl nicht verdient", schlussfolgerte Loriot. Auch fünfzehn Jahre nach Heino Jaegers Tod ist der Maler, Satiriker und frühe Radiokultstar der ewige Geheimtipp echter Komikkenner. Er gehörte mit Joska Pintschovius, Michael Mau und anderen der Hamburger Anti-68er-Strömung an, laborierte unheilbar an Kriegserfahrungen und am kleinbürgerlichen Bedürfnis der Deutschen, die Nazizeit zu vergessen, alles, was davor war, abzureißen und eine neue Zeit zu behaupten. Jaeger katalogisierte und hielt fest, schlüpfte in Rollen und verschwand darin. Auch für die, die Heino Jaeger lange Zeit begleitet haben, blieb er immer rätselhaft und ambivalent...

Regisseur Gerd Kroske begibt sich im dritten Teil seiner Hamburg-Trilogie auf die Spuren von Heino Jaeger, auch auf die Suche nach Ursachen, weshalb Jaeger alkoholabhängig wurde und mit nur 59 Jahren in psychiatrischer Behandlung starb. Ein Künstlerporträt um eine faszinierende Leerstelle herum, ein Gesellschaftsporträt aus einer einzigartigen Perspektive. Mit dem Porträt des Malers, Kabarettisten, Performance-Künstlers und Radio-Moderators setzt Dokumentarfilmer Gerd Kroske seine Porträtserie prominenter Hamburger Persönlichkeiten fort, die er mit dem 'Boxprinz' begann und mit 'Wollis Paradies' fortsetzte. Über den einstigen Kiezkönig 'Wolli' Köhler wurde er auf Heino Jaeger aufmerksam, der die alternative Kunstszene der BRD in den 1960ern und 70ern mitprägte und schon zu seinen Lebzeiten Ende der 1980er beinahe vergessen war. Jaegers Leben war überschattet von seinen Kindheitserlebnissen, dem Bombenangriff auf Dresden, den er überlebte. Sein Vater war Nazi. Er hat eine gute Beobachtungsgabe, bringt das Charakteristische an der Persönlichkeit des Menschen mit dem Zeichenstift und der Stimme auf den Punkt. Seine Malerei ist dabei stets eine kreative Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Kunst der Jahrhundertwende und der Nazi-Symbolik, sie verweigert sich allen Einordnungen. Als beißender Kommentator des Zeitgeistes und glänzender Hitler-Parodist tritt er unter anderem mit Hanns Dieter Hüsch auf und moderiert für den Saarländischen Rundfunk die unvergessene Rundfunkreihe 'Fragen Sie Dr. Jaeger'. Der Sender trennt sich von ihm, Jaeger hatte Termine platzen lassen. Sein Alkoholproblem ist unübersehbar. Nach mehreren Bränden und anderen Vorfällen weist er sich Mitte der 1980er Jahre selbst in das psychiatrische Pflegeheim Bad Oldesloe ein, wo er entmündigt 1997 in schizoider Dämmerung verstirbt. Die Bilder und Zeichnungen Jaegers sind überliefert, ebenso die Sendung des Saarländischen Rundfunks und viele Fotos. Filmaufnahmen sind rar. Aus diesem Material sowie den Erinnerungen von Familienmitgliedern, Freunden und künstlerischen Wegbegleitern schuf Kroske das Porträt eines 68ers, der nicht aus dem intellektuellen Milieu kommt, der künstlerisch im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen die Brücken zur Vergangenheit nicht radikal abbricht, sondern sich an der Last der Vergangenheit reibt, ihr Bewahrenswertes entdeckt und an ihr verzweifelt, der letztlich auch in der künstlerischen Reflexion von Gegenwart und Vergangenem keine Basis der psychischen Verarbeitung findet. Jaeger flüchtet sich in eine anarchisch anmutende Verrücktheit, die bald in wirklichen Wahn übergeht. Kroske nähert sich Jaeger zunächst über die Bewunderer und Unterstützer seines malerischen Werkes und entblättert dann langsam und dramaturgisch schlüssig die Biografie des Ausnahmekünstlers, der es nie verstand, sich selbst zu vermarkten und sich auch nie vermarkten oder vereinnahmen ließ. Eines Menschen, der keinen Menschen je wirklich nahe an sich heran ließ. Als die Zeit der Provokationen vorbeigeht und die langweiligen 1980er beginnen, kann und will sich Jaeger nicht anpassen. Seine Zeit ist vorbei, die psychische Labilität bricht sich Bahn.

Who was Heino Jaeger? His impromptu stories are the model for Olli Dittrich's Dittsche performance. Loriot revered him as a great humorist. Eckhard Henscheid called him the 'Mozart of comedy'. Nevertheless, Heino Jaeger is probably the most unknown of the great German comedians. "We probably don't deserve it," Loriot concluded. Even fifteen years after Heino Jaeger's death, the painter, satirist and early radio cult star is the eternal insider tip of real comic connoisseurs. Together with Joska Pintschovius, Michael Mau and others, he belonged to the Hamburg anti-68 movement, suffered incurably from war experiences and the petty-bourgeois need of the Germans to forget the Nazi era, to tear down everything that came before it and to assert a new era. Jaeger catalogued and recorded, slipped into roles and disappeared into them. Even for those who accompanied Heino Jaeger for a long time, he always remained enigmatic and ambivalent...

In the third part of his Hamburg trilogy, director Gerd Kroske follows in the footsteps of Heino Jaeger, also in search of the reasons why Jaeger became addicted to alcohol and died in psychiatric treatment at the age of only 59. An artist portrait around a fascinating blank space, a portrait of society from a unique perspective. With the portrait of the painter, cabaret artist, performance artist and radio presenter, documentary filmmaker Gerd Kroske continues his series of portraits of prominent Hamburg personalities, which he began with the 'Boxprinz' and continued with 'Wolli's Paradise'. Through the former neighbourhood king 'Wolli' Köhler, he became aware of Heino Jaeger, who helped shape the alternative art scene in the FRG in the 1960s and 70s and was almost forgotten during his lifetime at the end of the 1980s. Jaeger's life was overshadowed by his childhood experiences, the bombing of Dresden, which he survived. His father was a Nazi. He has a good power of observation, gets to the heart of the characteristic of the personality of the person with the pencil and the voice. His painting is always a creative examination of bourgeois art of the turn of the century and Nazi symbolism, it refuses to be categorized. As a biting commentator on the zeitgeist and brilliant Hitler parodist, he appears with Hanns Dieter Hüsch, among others, and hosts the unforgettable radio series 'Ask Dr. Jaeger' for Saarländischer Rundfunk. The broadcaster is parting ways with him, Jaeger had canceled appointments. His alcohol problem is unmistakable. After several fires and other incidents, he admitted himself to the psychiatric nursing home in Bad Oldesloe in the mid-1980s, where he died incapacitated in 1997 in schizoid twilight. Jaeger's paintings and drawings have survived, as well as the broadcast of the Saarländischer Rundfunk and many photos. Film footage is rare. From this material as well as the memories of family members, friends and artistic companions, Kroske created the portrait of a '68er who does not come from the intellectual milieu, who, in contrast to many contemporaries, does not radically break down his bridges to the past, but rubs up against the burden of the past, discovers what is worth preserving and despairs of it, who ultimately has no basis in the artistic reflection of the present and the past. of psychological processing. Jaeger takes refuge in an anarchic madness that soon turns into real madness. Kroske first approaches Jaeger through the admirers and supporters of his painterly work and then slowly and dramaturgically conclusively unravels the biography of the exceptional artist, who never knew how to market himself and never allowed himself to be marketed or co-opted. A person who never really let anyone get close to him. As the time of provocations passes and the boring 1980s begin, Jaeger cannot and does not want to adapt. His time is over, the psychological instability breaks through.

FilmdetailsHeino Jaeger - Look Before You Kuck

Heino Jaeger: Look Before You Kuck
01.11.2012

Regie & DarstellerHeino Jaeger - Look Before You Kuck

Regisseur

TrailerHeino Jaeger - Look Before You Kuck

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Heino Jaeger - Look Before You Kuck; 12; 28.05.2013; 0,0; 0; 120 Minuten; Heino Jaeger; Dokumentation;