Solidarität ist eines der wertvollsten Prinzipien menschlicher Gemeinschaften - und zugleich ein zutiefst widersprüchliches. Der Autor David Bernet begleitet fünf Akteure der Solidarität. Wenn Migranten an der belarussisch-polnischen Grenze sterben, wenn sich die EU-Grenzen für Flüchtende aus der Ukraine öffnen, wenn der Krieg im Nahen Osten eskaliert und sogar die solidarische Hilfe der UNO in Frage steht, zeigt sich die helle und die dunkle Seite der Solidarität. Muss 'globale Solidarität' neu erfunden werden?
Solidarität kann als universeller Anspruch verstanden werden, sich um alles Lebendige zu kümmern, aber sie kann sich auch in eine Kraft der Ausgrenzung oder gar in einen Aufruf zu bestialischer Gewalt verwandeln. Die Protagonisten des Kino-Dokumentarfilms 'Solidarity' (2025) sind Profis in der solidarischen Arbeit. Sie sind keine First-Responder, sondern Menschen, die tief im humanitären System der globalen Solidarität arbeiten. Sie agieren auf unterschiedlichen Ebenen, in regionalen Graswurzelstrukturen bis in den höchsten Ebenen der Vereinten Nationen. Eine Menschenrechtsaktivistin und eine Migrationsberaterin in Polen, Vertreterer des UNHCR, des Flüchtlingshilfswerks der UNO in Genf, sowie ein Philosoph in Beirut zeigen uns die hellen wie die dunklen Seiten der Solidarität. Dieser Film führt uns von der Migrationskrise an der belarussisch-polnischen Grenze über die Fluchtbewegung aus der Ukraine direkt nach der russischen Invasion schließlich in den Solidaritätsclash im Nahen Osten, wo die humanitären Menschenrechte ins Wanken geraten sind. Globale Solidarität ist eine Errungenschaft der Weltgemeinschaft als Lehre aus den Zerstörungen des Zweiten Welktriegs und seitdem ein kompliziertes und sensibles Menschheitsprojekt. Muss diese Solidarität heute in einer Welt voller Krisen und Katastrophen neu erfunden werden?
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