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Kritiken von "ahohmann" aus

146 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Wer ist Hanna?
    Jung. Süß. Unschuldig. Tödlich.
    Thriller, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 19.04.2013
    Man weiß irgendwie nie wirklich, worauf der Regisseur eigentlich hinaus will. Es fängt in etwa an wie "The Bourne Legacy", wird dann zu einer Art embryonalem X-Men, geht über zu einem Road-Movie, der irgendwann Kinderurlaubsfilmzüge annimmt, um dann vor der desolaten Kulisse Berliner Plattenbauten ein Ende zu nehmen, das erzählerisch etwas an den Haaren herbei geführt wird. Es gibt ziemlich lange Sequenzen, und dann plötzlich diese hektisch-zerhackt gefilmten Action-Szenen. Das eher beliebige Drehbuch und der freie Verzicht auf Realitätsbezug könnten von Jean-Luc Besson kommen und sich in eine Reihe mit "Nikita" und "Léon - der Profi" stellen. Doch inmitten von alldem gibt Joe Wright hier zum 2. Mal nach "Abbitte" der sehr talentierten Saoirse Ronan Steighilfe für eine verdient vielversprechende Schauspielerinnenkarriere.
  • Soul Kitchen
    Leben ist, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu machen.
    Deutscher Film, Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 21.03.2013
    Ich hatte von dem Film mehr erwartet, erst recht nach dem kurzen aber spektakulären Auftritt von Monica Bleibtreu am Anfang. Dass bei einer Komödie eine Story ziemlich hanebüchen sein darf, gehört zum Genre. Dass die Wendungen schon von weitem so vorhersehbar sind wie die Nacht nach dem Tage, ist schade. Aber die Story hätte auf jeden Fall feiner geschliffene Dialoge verdient. Am Dialogeschreiben wurde entweder zu viel Zeit oder zu viel (oder zu wenig) Wein gespart; es klingt nach einem erstem Drehbuch. Und irgendwann fand ich es nur noch anstrengend, dem Hauptdarsteller beim Stöhnen und Brüllen zuzuschauen und -hören. Lustig geht anders.
  • Warrior
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 12.02.2013
    Für gewöhnlich stehe ich nicht auf solche Filme, die die Vorgeschichte eines Wettkampfs erzählen und auf diesen Kampf hin zuspitzen, sei es im Boxen, in den orientalischen Kampfkünsten oder in diesem Fall in den Mixed Martial Arts (MMA).

    Doch dieser Film baut eine intensive Story über das aneinander Herantasten zwischen einem Vater und zwei entfremdeten Brüdern auf, die unter die Haut geht. Nick Nolte stellt mit so großer Überzeugungskraft und (im englischen Originalton) schwer beladener und oft gebrochener Stimme eine mit sich und der Einsamkeit ringende Vaterfigur dar, dass er für einen Oscar nominiert wurde. Und auch die beiden Brüder, die jeder bereits einen gewaltgeladenen Lebensweg hinter sich gebracht aber daraus ganz unterschiedliche Lebensentwürfe fortentwickelt haben, und die sich nun halbherzig nähern und es erst auf dem Ring zu einer wahrhaftigen Begegnung schaffen, sind sehr glaubwürdig.

    Der Regisseur inszeniert teilweise recht brutale Kampfszenen, besitzt aber auch den guten Geschmack, dabei auf billige Effekte zu verzichten und den Zuschauer nicht unnötig mit entstellten Körpern odere deren herumfliegenden Bestandteilen anzuwidern.

    Ohnehin verläuft der wahre Kampf hier nicht auf dem Ring, sondern in den Seelen und den verschütteten Sehnsüchten der Hauptfiguren. Vielleicht war auch deshalb der Film in den USA kein kommerzieller Erfolg, dafür erzielte bei seinen Zuschauern und der Kritik allerdings viel Zustimmung und Anerkennung.
  • Winter's Bone
    Blut ist dicker als Wasser.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 16.10.2012
    Bin zu diesem Film etwas gespalten. Einerseits ist es ein kleiner Independent-Film, bildtechnisch recht anspruchslos, bei dem man erst mal ein paar kaputten Existenzen beim Alltag in den letzten Herbsttagen im tiefsten Missouri zuschaut und dessen Geschichte sich zunächst zäh entwickelt, und nach den ersten Minuten fragte ich mich, ob ich wirklich weiter schauen wollte. Doch dann bekam ich Respekt vor der enormen schauspielerischen Leistung, und zwar nicht nur von der hier äußerst vielversprechenden Jennifer Lawrence (die ein paar Filme später in "Die Tribute von Panem" ebenfalls im Wald überleben musste aber dieses Mal zumindest damit berühmt wurde - hoffen wir, dass sie noch eine Weile der hollywoodschen Standardisierungsmaschinerie entkommt). Die Darstellung aller Teilnehmer ist so überzeugend, dass man sich mitunter wie in einem realen Dokumentarfilm fühlt. Man sieht hier ein Amerika von ganz unten, wie man es selten im Film sieht: An diesen Menschen von hinterm Walde scheint das letzte Jahrhundert zivilisatorischer Entwicklungen fast spurlos vorbei gegangen zu sein. Hier ist der Mensch dem nächsten ein Wolf. Die Gefahr ist allgegenwärtig. Und wer dem anderen nicht ausreichend gefährlich werden kann, der ordnet sich einem gefährlicheren unter, so bilden sich kleine lose Clans, die ihre dunklen Geheimnisse hüten. Ein Leben ist hier nicht viel wert und schnell verloren. Und dennoch - es braucht zwar etwas Zeit, doch irgendwann ringt sich auch die gebrochenste Existenz dazu durch, der 17-jährigen Hauptfigur zu helfen, auch wenn diese Hilfe manch brutale Züge annimmt. Das hier ist kein Unterhaltungskino, es ist schonungslos und mitunter ziemlich anstrengend. Doch der Film lässt einen nicht so leicht los. Und es ist kein Wunder, dass er zahlreiche internationale Preise und Nominierungen mitnahm.
  • Hot Fuzz
    Zwei abgewichste Profis - Sie sind Bad Boys. Sie sind stahlhart. Sie sterben langsam.
    Komödie, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 13.10.2012
    Herrliche Kriminalkomödie, smart, peppig getaktet, robust besetzt, mit viel britischem Witz, Galgenhumor, Satire und Absurdem. Hier und da tauchen ein paar berühmte Gesichter in kleinen oder mittleren Nebenrollen auf (Bill Nighy, Martin Freeman, Edward Woodward, Timothy Dalton...). Nicht vom "Londoner-Cop-wird-in-ein-ruhiges-Dort-versetzt"-Start in den Irrglauben an eine langweilige Dorfgeschichte verleiten lassen: Für Langeweile ist gar keine Zeit.
    (Ach übrigens: Die Ex-Freundin des Hauptdarstellers, von der man am Anfang wegen des Forensikerkostüms nur die Augen sieht, ist Cate Blanchett.)
  • In Time
    Deine Zeit läuft ab. Morgen ist ein Luxus, den du dir nicht leisten kannst.
    Science-Fiction, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 28.09.2012
    Das Konzept der restlichen eigenen Lebenszeit, die gleichzeitig als Geld dient, ist interessant. Man bekommt anfänglich eine Reihe von Anwendungen demonstriert, die nachdenklich machen. Hier ist viel Potenzial drin. Doch dann kam jemand zu den Drehbuchschreibern in den Raum und sagte, "Leute, vergesst nicht, der 15-jährige US-Teenie ist Euer Ziel".
    Danach gibt es eine hanebüchene Story. Mit den logischen Unmöglichkeiten könnte man eine ellenlange Liste füllen. Überall scheinen die Standards der Drehbuchschreibkurse durch. Die Figuren bedienen fast nur Klischee auf Klischee. Der Böse ist natürlich superböse und macht auch die echt bösen Grimassen wie es in der Bösen-Gebrauchsanleitung steht bevor er wie erwartet die guten auf ganz böse Art umbringt. Und die Ordnungshüter haben, klar, lange schwarze Mäntel wie in Equilibrium und sonstwo. Und die Wendungen sind vorhersehrbar und geschehen exakt so wie erwartet oder, wenn sie mal nicht vorhersehbar sind, dann so an den Haaren herbei gezogen dass es weh tut. Und die tiefgründig gemeinten Dialogzeilen scheinen aus einem Handbuch "10.000 fertige Punchlines für den beginnenden Drehbuchautor" zu stammen. Und die Kapitalismuskritik, die dort versucht werden soll, ist einfach nur albern und kindisch. Alles ist oberflächlich.
    Ein Film aus dem Baukasten. Habe mich schon lange nicht mehr so sehr über einen Film geärgert. Wer bloß einen langen Videoclip mit ein paar Teenie-Stars sehen will und wem der Rest egal ist, soll sich aber bitte gern bedienen.
  • The Guard
    Ein Ire sieht schwarz.
    Komödie, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 15.09.2012
    Dieser Film ist strukturiert wie ein Western, nur ins 21. Jahrhundert und an die englische Küste versetzt. Ansonsten sind die meisten Elemente des Westerns vorhanden: der einsame Sheriff (der natürlich ein trinkender harter Knochen ist), die finsteren und gnadenlosen fremden Reiter, die für ihre dunklen Geschäfte kurzzeitig in der schwach besiedelten und etwas desolaten Gegend ihr Unwesen treiben, die Huren, der Whisky, die Saloonszenen, ein hoffnungslos-heroisches Finale und einiges mehr. Ab und zu wird auch geballert.

    Trotz offensichtlich kleinem Budget hat sich der Film ein paar Weltstars geholt, die von den Dialogen angezogen waren. Der Film lebt weniger von Action als von starken Charakterdarstellern und Dialogzeilen. Wenn man sich auf diese Ebene einlässt und den Hunger nach boah-ey-geil-Action ruhen lässt, ist der Film ein echter Genuss.
  • John Carter
    Zwischen zwei Welten
    Fantasy, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.07.2012
    Kein schlechter Film, aber bei Disney hat das Risikomanagement so sehr auf Nummer Sicher gesetzt, dass er jenseits der unbestreitbaren technischen Qualitäten immer wieder in Hollywood-Normen abrutscht, jeden Tiefgang vermeidet, immer wieder an andere Filme erinnert (Avatar, Star Wars Episode 1...) und letztendlich wenig eigene Ideen mitbringt. Die Schauspielerführung und der Erzählrhythmus sind instabil. Den Dialogen merkt man immer wieder an, dass sie erst mal an 17 Drehbuch-Umschreibern vorbei mussten sodass sie schließlich baukastenmäßig zusammengesetzt scheinen, auch hier wurde kein Risiko eingegangen, die Zeilen wurden Zwölfjhrigen zum Nachsprechen auf dem Pausenhof am Tag nach dem Kinogang in den Mund gelegt. Es ist alles ein bisschen steril. Aber es ist durchaus ein mitunter grandioses visuelles Spektakel für einen gedankenfreien Unterhaltungsabend.
  • The Town
    Stadt ohne Gnade
    Thriller, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 14.04.2012
    Ben Affleck war mir bislang nicht als großartiger Schauspieler aufgefallen (vielleicht haben ihm die Regisseure ja auch nicht viel Raum gelassen, mehr zu sein als die US-Antwort auf Hugh Grant), dafür jedoch seit "Gone Baby Gone" als bemerkenswerter Regisseur, der aus seinen Charakterdarstellern beachtliches heraus holt. (Man erinnere sich dort an die herausragende Darstellung von Amy Ryan, die zahlreiche Preise einsammelte.)
    In diesem Film bestätigt Affleck sein Können als Filmemacher, aber auch sein schauspielerischer Auftritt hat deutlich mehr Reife, die allerdings auch viel über die Stimmlagen funktioniert und somit in der deutschen Fassung etwas verloren geht. Die Akteure sind allesamt überzeugend von ihrem Regisseur in die Glaubwürdigkeit geführt. Die Action ist sehr effizient und zitiert mitunter "Heat" von Michael Mann, auch wenn sie sich bei weitem nicht an die alte Joel-Silver-Regel hält, eine Action-Szene alle 10 Minuten auszurichten. Der Film kann als reiner Unterhaltungsfilm missverstanden werden, ist in dem Falle aber nicht ganz sättigend.
    Notiz am Rande: Pete Postlethwaite, den Steven Spielberg übrigens einst als besten aller Schauspieler bezeichnete, hat hier einen seiner allerletzten Auftritte.
  • La Linea 2
    Drogenkrieg in Mexiko
    Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 06.01.2012
    Für Zuschauer unter 40 ist dieser Film wahrscheinlich nichts. Die Hauptfiguren sind allesamt auf irgendeine Art gescheitert oder gestrandet, für alle geht es etwas zu Ende. Die Filmfiguren hatten viel, verlieren es gerade und versuchen mit mehr oder weniger Glück, zumindest dabei die Würde zu behalten. Damit diese immer wieder auftauchende Verletzlichkeit den Zuschauer anspricht, muss er vielleicht selbst bereits ein paar Mal im Leben gescheitert sein.

    Auf eine rätselhafte Art hat mir der Film gefallen. Zwar gibt es ein paar Action-Szenen - übrigens deutlich weniger, als der zugleich reißerische und irreführende Nebentitel "Drogenkrieg in Mexiko" ankündigen will - aber es wird vor allem viel gemenschelt.

    Die Schauspielerführung ist robust - allerdings nur in der englischen Originalfassung. Die deutsche Synchronisierung ist gewohnt eintönig und löst den durchaus vorhandenen Tiefgang in Beliebigkeit auf.
  • #9
    Nach dem Ende unserer Welt fängt ihre Mission an.
    Animation, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 30.12.2011
    Kurz gesagt: 1. viel Arbeit im visuellen Aufbau einer Welt frei von natürlichen Lebensformen, 2. dafür eine dünne Story.

    Das nach frühem 20. Jahrhundert anmutende Design entnimmt jedoch auch viele Elemente aus anderen barocken Endzeitfilmen wie Babylon A.D., Mutant Chronicles usw. Da merkt man auch, wie abhängig der Erfolg von Animationsfilmen vom Faktor Humor ist, der üblicherweise intensivst ausgeschöpft wird und hier praktisch gänzlich abwesend ist. Interessant, könnte aber mehr Dichte haben.
  • Super 8
    Es beginnt.
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 30.12.2011
    Eine Art "E.T." für die Generation, die damals noch nicht geboren war. J.J.Abrams zitiert sein Vorbild Spielberg (der auch sein Produzent ist) so konstant, vom Weißen Hai bis zum Krieg der Welten, dass man vor lauter Zitierwut das Gefühl nicht los wird, das alles schon mal anderswo gesehen zu haben. Die Story mit dem Außerirdischen und der militärischen Vertuschung gab es doch auch schon so oft. Das Zielpublikum der mittlerweile etwas verrohten amerikanischen Vorstandkinder wird hier zwar ganz gut bedient, aber ich hatte nach Abrams' glänzender Neuauflage von Star Trek etwas komplexeres und wendigeres erwartet und bis zur letzten Einstellung auf eine Überraschung gehofft. Sie kam nicht. Am Handwerk hingegen ist nichts auszusetzen, bis auf ein paar Längen in der Aufarbeitung von Teenagerproblemen.