Kritiken von "ahohmann"

The Man Who Wasn't There

Krimi, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.03.2022
Mr. Crane wirkt mehr wie der unbeteiligte und vielleicht auch gleichgültige Zuschauer des eigenen Lebens und man wartet lange darauf, ob er einmal eine Emotion zeigen wird. Nimmt er einmal sein Leben in die Hand, geht es mächtig schief. Will er es wiedergutmachen, geht es wieder schief, obwohl man nun doch eine Regung in ihm vermutet - Reue. Alle haben ihre eigenen Geschichten im Kopf, keiner will die Geschichte des anderen hören. Und so wird man zwar gelegentlich bestraft, aber für das falsche Verbrechen. Das Leben ist eine schwarzweiße Seltsamkeit.

ungeprüfte Kritik

Silence

Abenteuer

Silence

Abenteuer
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 21.02.2022
Ein anstrengender und sehr persönlicher Film von Martin Scorsese, der ihn viele Jahre in sich herum getragen hatte. Viel mehr als Leid und Schmerz und Not und Landschaften gibt es nicht, dafür tolle Schauspieler. Vielleicht wollte Scorsese hier ein bisschen Akira Kurosawa zitieren, immerhin zeigt er hier eine Vorliebe für weite Einstellungen mit wenigen Schnitten.

Der Film ist recht lang: Vielleicht muss man ihn mehr als eine Meditation verstehen, oder als ein lautes Nachdenken des Filmemachers über die Hartnäckigkeit, mit der ein Glauben in eine fremde Kultur verpflanzt wird, und die Hartnäckigkeit, mit der sie sich dem widersetzt. Er stellt sich die Frage, welche Chancen eine Religion mit einem Gott hat, in einer Kultur aufgenommen zu werden, die gar keine Vorstellung davon hat, was ein Gott sein könnte, und dann vielleicht etwas ganz anderes daraus macht. Die Reibungsverluste zählen sich dabei in Menschenleben. Werden diese sinnvoll oder sinnlos verloren?

ungeprüfte Kritik

Money Monster

Die Zeit läuft. Die Welt schaut zu. Die Wahrheit wird aufgedeckt.
Thriller

Money Monster

Die Zeit läuft. Die Welt schaut zu. Die Wahrheit wird aufgedeckt.
Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 18.10.2021
Hervorragende Besetzung für einen gut gemeinten (und dennoch ein bisschen naiven) Ansatz, zu zeigen, wie das System gelegentlich auch mal einen Bauern oder sogar einen Turm opfert, um so weiterzumachen wie bisher.

ungeprüfte Kritik

JCVD

Action

JCVD

Action
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 08.09.2021
Spätestens seit "Last Action Hero" (Schwarzenegger) gibt es ja die Sitte, dass sich Action-Stars in mindestens einem Film mal so richtig selbst aufs Korn nehmen - lustig und oberflächlich wird es meistens. Aber dieser Film ist anders, in vielen Aspekten ohnehin ein Arthouse-Film, durch van Dammes Selbstentblößung und seinen Gang durch die Verletzlichkeit an manchen Stellen sogar richtig bewegend. Diese Schauspielerleistung hätte man von ihm nicht erwartet und Mabrouk El Mechri hat ihm hier ein schönes und menschliches Denkmal gesetzt. Man erwartet eigentlich fast das australische Remake mit Mel Gibson...

ungeprüfte Kritik

Eine bretonische Liebe

Drama, Lovestory

Eine bretonische Liebe

Drama, Lovestory
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 10.08.2021
Der Titel sagt eigentlich wenig über diesen einfühlsamen Film aus, in dem die Liebesbeziehung nicht wirklich den Kern der Geschichte ausmacht. So viele bretonische Landschaften sieht man auch nicht.

Eher geht es um ein Beziehungsgeflecht, in dem lange nicht klar ist, wer eigentlich mit wem verwandt ist. Vaterschaft könnte das eigentliche Kernthema sein. Ein Mann entdeckt zufällig, dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist. Denn eröffnet sich ihm ein in mehrerer Hinsicht neues Leben.

ungeprüfte Kritik

Die Tuschs

Mit Karacho nach Monaco!
Komödie

Die Tuschs

Mit Karacho nach Monaco!
Komödie
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 04.08.2021
Unterhaltsame und sympathische "ch'ti"-Komödie, bunt, weitgehend sinnlos. Die Darsteller der Tuche-Eltern insbesondere sind grandios. Allerdings geht der Charme wahrscheinlich weitgehend bei der Synchronisierung verloren. Wer des Französischen mächtig ist, kann hier einen legeren Abend genießen.

ungeprüfte Kritik

The Gangster, the Cop, the Devil

Action, Krimi, 18+ Spielfilm

The Gangster, the Cop, the Devil

Action, Krimi, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 22.04.2021
Der Film erfindet zwar nichts Neues und scheut sich auch nicht vor ein paar Stereotypen. Aber irgendwie funktioniert er dennoch und ist unterhaltsam, vor allem vom Charisma von Ma Dong-Seok (Gangsterboss) getragen, und auch Kim Sung-kyu trägt eine ordentlich finstere Präsenz bei.

ungeprüfte Kritik

Büro der Legenden - Staffel 1

Die geheimsten Undercover-Agenten der Welt.
Serie, Thriller, Krimi

Büro der Legenden - Staffel 1

Die geheimsten Undercover-Agenten der Welt.
Serie, Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 12.04.2021
"Le bureau des légendes" ist eine in Frankreich erfolgreiche Spionageserie, die die üblichen Merkmale solcher "precinct based series" erfüllt und dabei deutlich mehr dialog- als actionbasiert ist.

Der Urgedanke von Filmemacher Eric Rochant war, zu zeigen, wie "Legenden", also Scheinidentitäten für französische Agenten teilweise aufwendig und über lange Zeitstrecken aufgebaut werden. Da sich der Stoff nicht als dramaturgisch ausreichend erwies, fügte er weitere Intrigen hinzu.

Nicht alle dieser Fäden sind gelungen, nicht alle Schauspieler sind überzeugend. Aber es baut sich dennoch ausreichend Spannung, Verwirrung und Verschachtelung auf, die Zuschauer am Ball zu halten. Mathieu Kassovitz macht seine Sache als undurchsichtige Hauptfigur sehr gut.

Aus irgendeinem Grund ist die Serie voller "Kinder von" mit bekannten Namen: Giraudeau, Chesnais, Brasseur.

ungeprüfte Kritik

The Quake - Das große Beben

Action, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 02.04.2021
Der Film hat ein paar Rhythmusprobleme und baut sich langsam auf. Das gehört auch ein bisschen zum Genre - man erinnere sich an die amerikanischen Katastrophenfilmklassiker wie "Flammendes Inferno" oder "Airport" - auch wenn die heutigen ungeduldigen Massen vielleicht die Vorspeise einer solchen filmischen Charakterstudie am liebsten übersprängen und gleich zur digitalen Schlachtplatte wechselten.

Übrigens: Der Trailer des ersten Films ("The Wave - die Todeswelle") ist auf der Platte mitgeliefert und man sollte ihn unbedingt vorher anschauen, wenn . Sonst versteht man den Anfang von "The Quake" nicht.

Schließlich entsteht aber eine intensive Spannung (die für Menschen mit Höhenangst richtig anstrengend werden kann). Und die visuellen und Klang-Effekte sind sehr überzeugend.

ungeprüfte Kritik

Ad Astra

Zu den Sternen - Die Antworten, die wir suchen, sind außerhalb unserer Reichweite.
Science-Fiction

Ad Astra

Zu den Sternen - Die Antworten, die wir suchen, sind außerhalb unserer Reichweite.
Science-Fiction
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.11.2020
Der Film ist sehr Brad-Pitt-zentriert, daher sollte man schon einmal keine grundsätzliche Allergie gegen ebendiesen mitbringen.

Vom allgemeinen Rhythmusgefühl erinnert der Film an "Interstellar". Auch der optische Gesamteindruck birgt Ähnlichkeiten, was vielleicht damit zu tun hat, dass in beiden Filmen das Team von Hoyte van Hoytema die Kameras führte. Auch die musikalische Untermalung mit den mittlerweile genretypischen langen elektronischen Klangflächen wirkt vertraut, nur dass sie diesmal vom anderen bekannten deutschen Filmkomponisten kommt, nicht Hans Zimmer, sondern Max Richter.

Man spürt ziemlich früh, dass sich der Film auf eine Begegnung zu arbeitet. Er gewöhnt den Zuschauer auch relativ früh an eine gewisse Langsamkeit, baut eine etwas andere Form der Spannung auf.

Es gibt immer das Risiko einer Enttäuschung, wenn ein Science-Fiction-Film sehr personenzentriert ist, denn man kann sich fragen: Wozu dann überhaupt den ganzen Aufwand um den futuristischen Rahmen, wenn das Wichtigste in den Gesichtern zu lesen ist? Ich fand den Film sehenswert, spannend, wenn auch einen Tick zu zäh, kann insgesamt auch verstehen, dass er der Kritik besser gefiel als dem allgemeinen Publikum.

Die entfernte Quelle der Erzählung soll "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad sein.

ungeprüfte Kritik

Stronger

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.10.2020
Ziemlich ehrliche und doch zugleich auch taktvolle Erzählung über ein Attentatsopfer von Boston, Jeff Bauman, der nicht aufgibt und versucht, aus seinem Körper heraus zu holen, was noch geht. Für diese Resilienz wird Bauman vom Publikum geehrt und gefeiert. Was er dabei aber auslässt, ist die Heilung des psychischen Traumas, weswegen sich dieses immer wieder und vermehrt einlädt und ihm immer wieder die Kontrolle über sein Leben raubt.

Ausbaden darf es dann vor allem seine Gefährtin, gespielt von der Kanadierin Tatiana Maslany, die seit ihrer Leistung in der Serie "Orphan Black" niemandem mehr etwas zu beweisen hat. Die große Frage, die letztlich den Hauptspannungsbogen des Films bietet, wer von beidem am Ende den Kampf um die Beziehung gewinnt: die Liebe oder die Belastung. (Daher sollte man den Wikipedia-Artikel über Jeff Bauman erst lesen, wenn man den Film schon gesehen hat.)

Der Film gibt sich betont realistisch, die beiden Hauptschauspieler sind heraus ragend, vorteilhaft von Nebenrollen wie etwa der Britin Miranda Richardson unterstützt. (Eine winzige Nebenrolle und Bedeutung im Film finden übrigens auch Hightech-Beinprothesen aus Deutschland.) Er ist aber auch so auf die beiden Hauptfiguren, deren Beziehung und die vielen Leiden von Jeff Bauman zentriert und dabei so frei von effekthascherischem Melodrama, dass er offenbar die Bedürfnisse des US-Publikums nicht bedienen konnte und dort nur einen Bruchteil seiner Produktionskosten wieder einholte.

ungeprüfte Kritik

Die Nile Hilton Affäre

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 25.10.2020
Ein korrupter und innerlich entleerter Polizist, dem irgendwann das Gewissen aufwacht, weil er sich durch die verschiedenen Schichten des Systems bewegt und sieht, das das System weiter oben noch viel korrupter als er selbst ist - das alles ist ein beliebtes Krimi-Motiv.

Das besondere an diesem Film ist der Einblick in die Gesellschaft Kairos beim Ausbruch des Arabischen Frühlings, einer Gesellschaft, die in einem langen Zerfall begriffen war, und in der sich offenbar alle daran gewöhnt hatten, einfach nur schnell noch so viel wie möglich für sich selbst heraus zu holen, bevor man zu irgendjemandes Bauernopfer wurde.

Ein bisschen erinnert dieses Ägypten aus 2011 auch an den Libanon aus 2020. Ein bisschen erschrickt man auch darüber, wie sehr das reale Kairo den Kulissen von Blade Runner und etlicher anderer Science-Fiction-Dystopien ähnelt. In die eigentliche Krimi-Intrige nach und nach eingewoben findet man die schnell wachsenden Unruhen im Land, bis beides dann im letzten Akt zusammenkommt.

Der Film wirkt sehr realistisch, frei von Effekthascherei, mit wenig musikalischer Untermalung. Manchmal bewegt er sich ein bisschen zäh, manchmal haftet die Kamera ein bisschen lange an den Gesichtern, ohne dass in diesen Gesichtern ein Sinn für eine längere Einstellung erkennbar wäre. Aber insgesamt versteht man danach die Wut viel besser, die 2011 auf dem Tahrir-Platz und anderswo ausbrach - und wahrscheinlich auch heute noch weiter schwelt.

ungeprüfte Kritik