Sarah Wiener, Deutschlands prominenteste Köchin, ist in der Karwoche nach Sardinien gereist. Im Norden der Insel, im kleinen, mittelalterlichen Ort Castelsardo, wird das Leiden Christi auf besondere Weise dargestellt. Das will sie miterleben und dabei in die Kochtöpfe schauen. Der große Tag, auf den der ganze Ort hinlebt, ist der 'Lunissanti', der Montag vor Ostern. Dann ziehen die Männer des Dorfes in weiße Kutten gehüllt von morgens bis tief in die Nacht durch die Straßen des Ortes und singen das 'Misere', das 'Stabba' und das 'Jesu'. Weil nur zwölf Mitglieder der Bruderschaft dafür auserwählt werden, entbrennt in den Wochen davor ein heftiger Wettkampf um die begehrten Plätze. Sarah Wiener taucht ein in diese Welt der Confraternita. Sie lernt jedoch auch, was gekocht wird auf Sardinien: Artischockensalat, Gnochetti alla sarda und Ostergebäck. Und sie fährt aus dem Dorf hinaus auf das Land, um zu sehen, wie die Artischocken geerntet und Pecorino, der würzige sardische Käse, gemacht wird. In den Begegnungen mit den Menschen auf dem Lande, den Sängern und ihren Familien nähert sie sich mit allen Sinnen einem Lebensstil an, in dem Archaik und Moderne wie selbstverständlich verknüpft sind.
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