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Kritiken von "6697mn" aus

24 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Fikkefuchs
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 13.07.2018
    Tja, (Selbst)ironie und Satire scheint nicht jederman(n)s Sache zu sein. Ich als Frau fand den Film köstlich, denn was versprochen wird, wird auch gehalten: Männerbilder werden auf mehreren Ebenen bis zum Abwinken demontiert. Die für Frauen vielleicht manchmal schwer auszuhaltenden Sprüche werden durch die Handlung ad absurdum geführt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Trotz des tragisch angehauchten Endes kommt kein Mitleid auf, die Männer bekommen, was sie verdienen. Aber auch die Frauen bekommen zuweilen ihr Fett weg. In Zeiten , wo Internetporno für viele Liebesbeziehungen immer mehr zu ersetzen beginnt, sogar ein Film zum Nachdenken. Die Darstellerriege spielt ausgezeichnet, allen voran Franz Rogowski ( aber auch Jan Henrik Stahlberg). Seinetwegen habe ich mir den Film trotz der abschreckenden Kritiken überhaupt erst angeschaut, denn er spielt immer wieder in gelungenen Filmen mit ("Victoria", "In den Gängen"). Der Titel ist etwas unglücklich und zieht wahrscheinlich das falsche Publikum an oder weckt ganz andere Erwartungen. Allen Frauen und selbstkritischen Männern zu empfehlen!
  • Die Buntkarierten
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 19.01.2018
    Ausgezeichnet besetzter früher DEFA-Film, der deutsche Befindlichkeiten vom Kaiserreich bis zur Nachkriegszeit anhand einer Generationen überspannenden Familienchronik einer Arbeiterfamilie aufzeigt. Die Charaktere sind fein gezeichnet und schlüssig entwickelt, die Handlungen nachvollziehbar, die Tragik der Schicksale berühren. Verzichtet wird noch auf all zu offene Propaganda und plakative Aussagen der Protagonisten im Sinne des Sozialismus , u.a. bei einem Gewerkschaftsführer, dafür gibt es dem Milieu des kleinen Mannes entsprechende Sozialkommentare, die durchaus glaubhaft wirken und auch so zum Nachdenken anregen. Allein die Thematik der Judenverfolgung unter der Naziherrschaft wird für den heutigen Geschmack etwas zu lapidar abgehandelt - war wohl noch zu nah dran. Sehenswert.
  • Die sieben Glücksgötter
    Der Preis der Freiheit
    Thriller, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 01.03.2017
    Vielschichtiger Film, der sich deutlich von den jetzt so populären Flüchlingsdramen abhebt. Es geht nicht um das direkte Schicksal eines Opfers von Krieg und Gewalt, sondern um den traumatisierten jungen Mann, der ein Jahrzehnt später versucht, mit zwielichtigen Methoden und zweideutigen Absichten in London Fuss zu fassen. Die Hauptrolle wird von dem äusserst gutaussehenden Nik Xhelilaj hervorragend undurchsichtig und zweideutig gespielt, der Zuschauer schwankt zwischen Mitleid, Angezogensein, Abscheu und Furcht , genau wie die Charaktere, die mit ihm zu tun haben. Die verschiedenen Facetten seiner Persönlichkeit in ihrer Sprunghaftigkeit erzeugen eine beunruhigende Spannung, bleiben aber immer plausibel und erklärbar. Im letzten Drittel löst sich die Spannung und läuft auf das konsequent gewaltsame Ende zu. Sehenswerter Thriller mit aktueller Thematik.
  • Caracas, eine Liebe
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 23.01.2017
    Überzeugendes lateinamerikanisches Sozialdrama um einen Straßenjungen und einen Mann mittleren Alters mit all den Problematiken, die man erwartet: Unterschiede in Bildung/Werten/Lebensstandard und das daraus resultierende Konfliktpotential. Es geht aber nicht hauptsächlich um Sex oder ein Coming out, sondern eher um die Fragen, wer anständig oder moralisch vertretbar handelt und wer wen ausnutzt. Das Ende hält einige Überraschungen bereit.
  • Der Aufenthalt
    Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 17.11.2016
    Immer noch sehenswerter und spannender DEFA-Film von Frank Beyer ("Spur der Steine") über einen jungen deutschen Kriegsgefangenen, der kurz nach dem Krieg in polnischer Gefangenschaft des Mordes an einem Kind beschuldigt wird, aber seine Unschuld beteuert. Von polnischer Seite schlägt ihm Hass entgegen, aber das ist nichts verglichen mit dem, was er erlebt, als er in eine Zelle mit anderen deutschen Kriegsgefangenen verlegt wird, wo vom Nazi-General zum SS-Sturmführer zum Gaswagenfahrer bis hin zum Reichsbahndisponenten usw. alles vertreten ist. Nicht nur bestehen die alten Hierarchien und Rivalitäten weiter, Rechtfertigungen, Zurückweisung jeglicher Schuld, Befehlshörigkeit und Antisemitsmus sind ebenso an der Tagesornung. Als Einzelverhöre eine Angst- und Verratsstimmung erzeugen, eskaliert die Situation. Der Film wirft das ganze Spektrum an Fragen auf, die mit persönlicher Verantwortung Deutscher angesichts der Naziverbrechen zu tun haben und gibt keine einfachen Antworten. Sehr gut geeignet, um Diskussionen über das Thema anzuregen, und auch filmisch auf der Höhe der Zeit (80er). Unbedingt anschauen.
  • Sunrise - Sonnenaufgang
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 24.05.2016
    Der Kritik von r.why kann ich mich nur anschliessen. Der Film berührt auf einer Ebene, die bei Stummfilmen selten ist. Körpersprache und Mimik sind sehr natürlich und oft ohne das bei Stummfilmen übliche Pathos. Die Geschichte ist spannend und schlüssig. Die Nebenrollen sind ausgezeichnet besetzt (der Barbier, der Kellner, der Fotograf ) und komische Episoden (die Geschichte mit dem Schwein, der Torso beim Fotografen, der Mann, der ständig die rutschenden Träger seiner Flapper-Frau hochzieht) heitern die Geschichte nicht nur auf, sondern geben der Charakter- und Plotentwicklung eine Tiefe, die Stummfilmen mangels Dialogmöglichkeiten oft fehlt. Dazu ist die Kameraarbeit für die Zeit höchst innovativ - Doppelbelichtung, Schattenspiel, Übereinanderlegen von Szenen, statischer Vorder- oder Hintergrund unterstreichen die Handlung. Unterhaltsamer und fesselnder als mancher Tonfilm und so unbedingt sehenswert!
  • Dessau Dancers
    Wie der Breakdance fast sozialistisch wurde...
    Deutscher Film, Komödie, Musik
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 04.12.2015
    Ausgezeichneter Jugendfilm , der die "großen" DDR-Themen wie Freiheit, Konformität, Bespitzelung und Vereinnahmung von Jugendbewegungen aufarbeitet. Sowohl die Jugendlichen als auch die Funktionäre sind überzeugend charakterisiert , Mimik und Sprache stimmen und die Sets von verwahrlosten Häusern bis hin muffigen Wohnzimmern und beflaggten Parteikader-Konferenzräumen sind gut getroffen. Die Handlung bleibt spannend und es gibt einige nette Breakdance-Szenen. Auf eine recht leichte und bisweilen auch lustige Art und Weise wird nahegebracht, was es heißt, in einer sozialistischen Diktatur zu leben. Als eine Art "Das Leben der Anderen" für Jugendliche unbedingt zu empfehlen!
  • Mandariinid - Tangerines
    Drama, Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 12.06.2015
    Eindrucksvolles Kammerspiel mit starken Schauspielern. Es geht um Krieg, Völkerfeindschaften, Vorurteile, Sterben und Töten. Anhand einer einfachen Geschichte wird gezeigt, dass sich , wenn sich Individuen vermeintlich verfeindeter Volksgruppen kennenlernen , das anerzogene Feindbild plötzlich auflöst und der Mensch in den Vordergrund tritt. Starkes Plädoyer für Menschlichkeit und gegen sinnloses Morden im Krieg.
  • Das bessere Leben
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 19.08.2013
    Ich finde diesen Film gelungen. Es geht nicht darum, voyeuristisch-erotische Szenen mit Prostituierten zu zeigen oder das Phänomen Prostitution und seine Attraktion für den Durchschnittsmann (und Frau?) zu erklären, sondern darum, aufzuzeigen, welche Folgen Prostitution im Alltag hat und zwar für alle Beteiligten - Männer, die Prostituierten selbst, Ehefrauen und Beziehungen. Das Interessante an dem Film ist, dass er keine allgemeinen Erklärungen abgibt, sondern das Problem aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Der Zuschauer muß sich seine eigenen Urteile bilden. Juliette Binoche spielt sehr überzeugend die im Alltag überforderte Journalistin/Mutter (von Söhnen!)/Ehefrau, die, hin- und hergerissen zwischen Abscheu, Faszination, Ekel und Interesse, eine Lebenskrise zu bewältigen versucht. Genial die Szene, wo sie sich bei einem Essen, das sie für die Kollegen ihres Mannes kocht, plötzlich an einem Tisch mit lauter Freiern wähnt. Das Ende soll hier nicht verraten werden, ist aber direkt dem Leben entnommen.
  • Die Kunst, sich die Schuhe zu binden
    Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 18.03.2013
    Gelungener Film, der nah an der Realität bleibt und gut unterhält. Beziehungen zwischen Behinderten werden in differenzierter Problematik geschildert, Rückschläge, Mißverständnisse, Scheitern der Behinderten und ihrer Betreuer nicht ausgelassen. Der Film hat zwar ein positives Ende, die Gratwanderung Behinderter, ihrer Eltern und ihrer Betreuer in der Gesellschaft wird jedoch mehr als deutlich. Erfrischend ist, daß der Film nicht, wie unzählige "Behinderten"-Filme der letzten Jahre, den simplistischen Mythos "Behinderte sind die besseren Menschen und eigentlich ist die Gesellschaft behindert" bedient, sondern auch die Grenzen aufzeigt, die diese Menschen leider zweifellos haben, aber auch, was sie dem Hauptdarsteller - und der Gesellschaft - geben können. Regt zum Nachdenken an und wirkt lange nach.
  • Lore
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 07.11.2012
    Die geringe Gesamtbewertung ist mir völlig unverständlich. "Lore" ist ein spannender, vielschichtiger Film, der da ansetzt, wo die meisten Filme über die Nazizeit aufhören: Gezeigt wird der Zusammenbruch und die Folgen für Nazifunktionäre bez. deren Kinder, die sich allein auf eine Odyssee quer durchs neubesetzte Deutschland begeben müssen, um ihre Großmutter zu finden. Für die 15jährige Lore, die die Mutterrolle übernehmen muß, bricht ihre Jungmädelwelt zusammen - in der Folge lernt sie, dass nichts so ist, wie es scheint, dass Erwachsene lügen und weiterlügen, dass Menschen nicht eindimensional sind und vielerlei Motive haben können, dass vorgefasste Urteile nur behindern und dass sie sich sowohl im Bezug auf Menschen als auch Geschehnisse letztendlich nur auf ihr eigenes Urteil verlassen kann. Eben dies muß jeder Jugendliche zu jeder Zeit lernen - der Abschied von der Kindheit. Lores äußere Umstände beschleunigen und komplizieren diesen Prozeß, veranschaulichen ihn aber auch auf eindrucksvolle Weise. So vermittelt der Film nicht nur Wissen über die Zeit unmittelbar nach dem Krieg, sondern ist vom Thema her völlig aktuell. Lores gleichzeitiges sexuelles Erwachen gibt dem Film noch eine weitere, tiefer gehende Dimension. Eva-Maria Hagen als Protagonistin ist Glücksgriff - selten spiegelt die Mimik einer Schauspielerin die inneren Kämpfe der Rolle so gut wider. Meine beiden Töchter (12, 16) waren begeistert und der Film sorgte im Nachhinein immer noch für viele Diskussionen.
  • Die Summe meiner einzelnen Teile
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "6697mn" am 18.10.2012
    Ausgezeichneter Film über einen psychisch labilen Mathematiker, der den Halt in seinem Leben verliert. Nach Behandlung und erneutem Absturz zieht er sich in den Wald zurück und läßt alles hinter sich, was ihn krankmacht. Dort gesundet er an der Natur und einem kleinen Jungen (oder nicht?) Spannend inszeniert, da der Zuschauer nicht genau weiß, was Realität und Wahn ist und sich erst allmählich ein Bild machen kann/soll. Das unterscheidet ihn von Martins Mitmenschen, u.a. auch der Psychiaterin, die ihn schon von Anfang an in eine Schublade steckt. Es geht um die fließenden Grenzen zwischen normal und verrückt und die Frage, wer eigentlich verrückt ist -- der einzelne oder die Gesellschaft, in der er lebt. Ausgezeichnete Kameraführung und Schnitt, die zur Spannung beitragen. Vom Ende soll nichts verraten werden, nur, daß es eine Wendung gibt, die so manches in anderem Licht erscheinen läßt und dem Zuschauerkreis noch jede Menge Gesprächsstoff liefert. Sehr gelungen!