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Kritiken von "FlaviusHH" aus

45 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • A Most Wanted Man
    Thriller, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 24.03.2019
    Der Film hat mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Er handelt von der Arbeit der Geheimdienste und erfordert einiges an Aufmerksamkeit, da das Gebilde aus Freund und Feind, aus Täter, Opfer und Verräter nicht ganz unterkomplex ist. Der Film behandelt nicht zuletzt die Verflechtung von Gut und Böse, Ost und West und die Frage, wie weit ein Rechtstaat gehen darf, um sich selbst zu schützen. Man bekommt allerlei an Klischees geboten, nicht jedes davon wird entschärft - aber so ist es ja auch im richtigen Leben. Gegen Ende, wenn man nach und nach alles durchschaut, dann ist man einfach nur begeistert, weil man voller Faszination denkt: "Genauso ist es doch bestimmt auch in der Realität". Dicke Pluspunkte sammeln zudem die edle Optik, die wohlvertrauten Schauplätze meiner Heimatstadt und die guten Schauspieler aus Nordamerika und Deutschland.
  • Moonlight
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 24.03.2019
    Ein Filmjuwel in drei Akten mit begeisternden und berührenden schauspielerischen Leistungen, einer großen inszenatorischen Kraft und wunderbaren szenischen Einstellungen! Ich wette: Dieser Meilenstein der Kinogeschichte wird in so manchem Filmkanon auf Jahrzehnte einen Platz einnehmen!
  • Minus zwei
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 24.03.2019
    Über diesen Film bin ich hier in der Datenbank gestolpert. Seine Bewertung war überdurchschnittlich hoch. Und da bin ich neugierig geworden. Ich habe nach Anschauen des Films volles Verständnis für jeden, der damit nicht viel anfangen kann. Filmgucker wollen meist in fremde Welten entführt werden, spannende aufregende Menschen bei Handlungen und Konflikten zuschauen, bei denen es um Leben und Tod geht. Und was gibt es hier? Ein paar junge Leute in einem Partykeller. 71 Minuten, die einem eher wie 150 Minuten vorkommen. Ein Kommen und Gehen, ein Tanzen, Musikhören, Abhängen, viel, viel Alkohol trinken. Flirten, philosophieren. Lästern. Freundschaft feiern. "Hab ich während meiner ersten Uni-Semester mindestens einmal im Monat gehabt", dürften sich viele von uns denken. Aber ich finde, dem Film gebührt die Ehre, dass er genau diese Banalität des (nur versuchten) Sich-Wegfeierns in unserer Leistungsgesellschaft umfassend einfängt und konserviert. Fast dokumentarisch ist dieser Film aufgebaut, der nach dem "Rashomon"-Prinzip den Abend aus der Perspektive verschiedener Protagonisten erzählt. Er beobachtet sehr genau und hält alles fest: Diese Leere. Diese Spießigkeit. Die kontrollierte Enthemmung und die unschlüssige Einsamkeit. Das Hamsterrad. Und er konfrontiert den Zuschauer schonungslos damit. Und lacht händereibend in sich hinein. Wenn nämlich der Zuschauer zwischen Wehmut und Scham schwankt. Mal was anderes und das durchaus gelungen. Sehenswert und erinnerungswürdig.
  • Spy
    Susan Cooper undercover.
    Komödie, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 22.02.2019
    Dieser Film beinhaltet ein Feuerwerk an Gags und schafft es, dass man fast jede der Haupt- und Nebenfiguren mindestens ein bisschen gern hat. Stars des Films sind eine füllige, in ihren smarten Feld-Agenten (Jude Law) verliebte Analystin (Melissa McCarthy) der CIA und ihre unbeholfene aber herzensgute Kollegin und beste Freundin (grandios: Miranda Hart). Jason Statham spielt einen trotteligen Agenten und Bobby Cannavale den italienischen Schwerenöter. Es gibt auch einiges an Action, aber sie steht nicht im Mittelpunkt und ist kein Selbstzweck. Kern des Films sind die guten Dialoge, die zwar gelegentlich durchaus derben Humor aufweisen, aber immer Raum für echtes Mitgefühl für die (vermeintlichen) Underdogs lassen. Ein herrlicher Spaß an durchaus hübschen Schauplätzen, denen man aber ansieht, dass das Budget für die ganz großen HotSpots nicht gereicht hat. Fein, dass mit Verka Serduchka (Sieben, sieben, ailulu, eins, zwei" und 50Cent auch zwei hübsch gegensätzliche musikalische Höhepunkte dabei waren. Man wünscht sich von Herzen eine Fortsetzung!
  • Black Panther
    Action, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 22.02.2019
    Ich bin kein Freund von Superheldenfilmen. Sie lassen mich irgendwie kalt, erreichen mich emotional nicht. Ich mag aber den ruhigen und bedächtigen Ansatz des Black Panther, von seinen Kräften nur Gebrauch zu machen, wenn es unbedingt sein muss. Mir gefällt, dass es bei aller Feudalherrschaft ein System des Zuhörens und Abwägens gibt und dass ein Machtwechsel innerhalb klarer Regeln möglich ist. Gut finde ich auch den Ansatz, Afrika und auch jenen, die schon über Generationen als Afroamerikaner in den USA und in anderen westlichen Ländern leben, Gesicht und Stimme zu geben. Und ich mag die schönen Landschaftsbilder und die gute Musik. Auch spricht mich sehr an, dass computeranimierte Hanebüchen-Action bei Black Panther nur untergeordnet zu sehen ist. Sie ist ohnehin schlecht. Und insgesamt sind der Plot und sein Hauptdarsteller dann doch recht flach geraten. Da hätte mehr Tiefe, mehr Intellektualität gut getan. Gar nicht verstanden habe ich, warum die Protagonisten kein normales Englisch, sondern mit so Klischee-Akzent gesprochen haben.
  • Die dunkelste Stunde
    Niemals aufgeben. Nie. Nie. Nie.
    Drama, Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 25.01.2019
    Ich interessiere mich für Politik und Geschichte, bin aber kein Profi auf dem Gebiet, der nun jede Drehbuchzeile auf historische Korrektheit überprüfen kann und will. Solche Filme wie der hier besprochene sollen Gänsehaut und wohlige Spannung erzeugen. Sie heroisieren Menschen, zu denen viele von uns aufschauen und sie senden die Botschaft, dass es sich lohnt, für das Richtige zu kämpfen. All dies erwartet man bei "Die dunkelste Stunde" - und der Film liefert! Von der ersten bis zur letzten Minute habe ich beeindruckt die Entwicklungen der Hauptfiguren verfolgt und mich in den Bann ziehen lassen von der genussvollen Präsenz des Hauptdarstellers Gary Oldman als Winston Churchill. Um ihn dreht sich alles in dem Film und er macht sein eigenes Ding. Gewitzt, mutig und bodenständig. Ein Film über die Kraft der Ideen und des Wortes. Und über die Fähigkeit, sich mitreißen zu lassen. Eine kinematische Geschichtsstunde mit gewichtigen Bildern. Sehr sehenswert!
  • Lady Bird
    Flieg los nach Hause.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 25.01.2019
    Dieser Streifen ist eigentlich konservativ bis ins Mark. Bei all ihrer "Frechheit" ist die Protagonistin total angepasst. Sie macht zwar ein klein wenig "ihr Ding" - aber die großen Bahnen, auf die ihr Umfeld sie einmal geschossen hat, nimmt sie dankbar an und verlässt sie auch niemals. Warum auch: Die katholische Schule macht gute, liebevolle Arbeit und gibt Struktur. Die Mutter hat ja Recht mit allem, was sie sagt und was sie vorlebt. Ein besser funktionierendes Zuhause kann man sich nicht vorstellen. Selbst das soziale Umfeld ist -trotz sichtbarer Einkommensunterschiede, zumindest an der Oberfläche vollständig durchlässig und verzichtet auf Ausgrenzung. Und dann Sacramento: Hier mag der Hund begraben liegen - aber die Straßen sind sauber und leer, das Licht ist golden und die Natur Drumherum ist weit, ährenschwer und grün. Das alles ficht "Lady Bird" nicht an und ist einfach ein sehr schöner und kluger Film. Er ist ein Denkmal für die Familie, die Freundschaft und die Heimat. Jede einzelne Figur wird in ihrer ganzen Würde, nämlich vor allem mit ihren Stärken aber eben auch mit ihren Schwächen gezeigt. Es sind die kleinen Gesten, Blicke und Bemerkungen, die diesen Film wunderbar warmherzig machen. Er schafft positive Identifikationsfiguren für Jung und Alt ohne dabei jemals süßlich oder schmalzig zu sein. Alle Schauspieler machen einen exzellenten Job und es tut einfach sehr wohl, diesen schönen und differenzierten Film auf sich wirken zu lassen.
  • Merry-Go-Round
    Drama, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 13.08.2018
    Dieser Film hat mich ca. 250 Euro gekostet! Ich habe ihn hier über Videobuster ausgeliehen, weil er so eine gute Bewertung hatte und ich mich mal überraschen lassen wollte von einem Film jenseits des Altbekannt-Alltäglichen. Und ich bin durchaus in der Lage, auch Filme auszhalten, die gemeinhin als etwas anspruchsvoller gelten. Doch Merry Go Round hat meine Geduld und meine intellektuellen Fähigkeiten überstrapaziert. Der Film ist an Verworrenheit nicht zu überbieten! Und dann zwischendurch immer diese beiden Musiker! Da mögen auch die interessanten Schauplätze im Frankreich der frühen Achtzigerjahre nicht mehr trösten. Ich habe es nicht geschafft, mich aufzuraffen, den Film nach einer Dauer von etwas mehr als der Hälfte seiner Lauflänge noch weiter anzuschauen. Und weil ich es mir mein Scheitern nicht eingestehen wollte, habe ich den Film hier liegen lassen, Monat um Monat. Ihn nicht zurückgeschickt, keine anderen Filme ausgeliehen und weiter brav die Abogebühr bezahlt. Nun, irgendwann dann schon. Aber ich kann niemandem empfehlen, diesen Film anzuschauen - er ergibt für mich überhaupt keinen Sinn. Das mag vielleicht große Kunst sein, spricht mich persönlich leider aber überhaupt nicht an. Finger weg!
  • Victoria
    Drama, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "FlaviusHH" am 13.08.2018
    Dieser Film hat es in sich! Man ist hautnah dabei, wie sich mitten im nächtlichen Berlin von heute ein junger Mann mit einer Mischung aus Fatalismus und Selbstüberschätzung immer mehr in sein eigenes Verderben stürzt. Und wie eine junge Frau voller Lebensneugier und doch voll Naivität, viel zu spät erkennt, dass sie selbst ihren Anteil daran hat. Frederik Lau ist ja nicht das erste Mal für so einen Charakter besetzt, denn er steht wie kaum ein anderer für eine herzensgute Seelentiefe, bei der es besonders berührt, wenn sie sich im Über-die-Stränge-Schlagen selbst in Gefahr bringt. Lau ist hochkonzentriert, in diesem in Echtzeit und in einer einzigen Einstellung gedrehten Film eigentlich immer im Bild und unglaublich gut in dieser Rolle! Der Plot und ist grandios simpel, sehr zwingend und lässt viel Raum für eigene Gefühle und Gedanken. Man täte diesem Film also absolut unrecht, wenn man ihn einzig wegen gemeisterten technischen Herausforderung, (Drehen ohne jeden Schnitt) feiern würde.
    Sebastian Schipper bestätigt nach "Absolute Giganten" und "Ein Freund von mir" sein Ausnahmetalent als DER Melancholiemeister des Arthouse-Buddy-Movies. "Victoria" ist inhaltlich wie filmisch wie darstellerisch ausgesprochen sehenswert und phasenweise tief berührend. Volle fünf Sterne!