Sicher, seine großen kommerziellen Erfolge hat Rod Stewart als Solist in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre gefeiert, den künstlerischen Höhepunkt seiner Musikerlaufbahn erlebte er hingegen viel früher, vor dem Alleingang. Fans und Fachleute sind sich einig, dass der gebürtige Londoner seine beste Zeit Anfang der 70er-Jahre als Frontmann der Faces hatte. Damals lieferte er die eindrucksvollsten Sangesleistungen und glänzte mit einer Power, die er später nie wieder ganz erreichte. Von The Final Concert wird jene Einschätzung mustergültig bestätigt. Der Livemitschnitt von 1974, der beim letzten gemeinsamen Auftritt von 'Rod the Mod', Gitarrist Ron Wood (später bei den Rolling Stones), Bassist Tetsu Yamauchi und Drummer Kenny Jones entstand, begeistert selbst heute noch mit einer energiegeladenen Bühnenpräsenz. Voller ausgelassener Spielfreude stürmen die Faces hier durch ein packendes Repertoire aus Rock'n'Roll, Blues und Boogie. Sie bieten Hitsongs wie "Sweet Little Rock And Roller", "I'd Rather Go Blind", "You Send Me" und "Twisting The Night Away" (mit einem Gastauftritt von Stones-Gitarrist Keith Richards) in packenden Bühnenfassungen dar. Und sie lassen auch den Hendrix-Klassiker "Angel" und "Maggie May" (ursprünglich nur die B-Seite der Single "Reason To Believe") in temperamentvoll-mitreißenden Konzertversionen erschallen. Roderick David Stewart steht dabei unbestritten im Zentrum des Geschehens. Der Mann mit dem Reibeisen in der Kehle sprüht nur so vor guter Laune und animiert die Zuschauer ein ums andere Mal zum Mitmachen und Mitsingen. Wie ein Zeremonienmeister sorgt er dafür, dass alle Anhänger eines kraftvollen Vintage-Rock voll auf ihre Kosten kommen. Partystimmung pur.
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