Für eine optimale Funktionalität und optische Darstellung aktivieren Sie bitte JavaScript.

Kritiken von "Voyeur" aus

13 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Mud
    Kein Ausweg
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 13.09.2017
    Sehr sehr guter Film - unbedingt sehenswert, nicht zuletzt wegen der großartigen 14-jährigen Jungs = Haupt-Darsteller!
  • Drei Affen
    Nichts hören - nicht sehen - nichts sagen.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 24.04.2015
    Deprimierend gut beobachtet und gespielt (fast mehr angedeutet - aber das höchst präzise!) und bildlich exzellent eingefangen (das Haus von aussen, die Wetterstimmungen, das Schlussbild - grandioses, lange in Erinnerung haftendes Cineasten-Augenfutter)! Bei allen austauschbaren Anlässen/Auslösern für Abwärtsspiralen: Wieviele Menschen/Familien sich wohl so in ihre selbst gesponnenen "Spinnennetze" unauflösbar verstricken?

    Nach solchen Filmen meldet sich bei mir immer derselbe Gedanke zu Wort: Dass die eine Hälfte der Menschheit, die an Wiedergeburt glaubt, doch bitte nicht recht behalten möge! Denn dass dieses von einem türkischen Regisseur in der Türkei inszenierte, wortkarg stille Familiendrama nur in der Türkei geschehen könnte, ist keine Sekunde realistisch. Vielmehr dürfte das sprichwörtlich gewordene Verhalten nach dem Muster der "3 Affen" ein weltweites, entgegen seiner Bezeichnung in Wahrheit wohl zutiefst menschliches Verhaltensphänomen sein.

    Auch mit Blick auf den im Kino schon gesehenen "Winterschlaf" ist ein Mal mehr festzustellen: Dieser Regisseur hat all seine schon zuerkannten Preise absolut verdient!
  • Um Mitternacht
    Die Geschichte zweier Männer durch Welten getrennt aber vereint durch ihre Liebe zur schönsten Musik
    Musik, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 30.03.2015
    Erstklassig gefilmt, erstklassig gespielt, erstklassig geschnitten, hervorragende Ton- und Bildqualität der DVD (!), anrührende Geschichte. Was braucht es mehr?

    Nun, leider gibt es auf Zuschauerseite doch eine Voraussetzung für das Genießenkönnen dieses großartigen Films: ein Faible für - oder zumindest keine Abneigung gegen - Jazz-Musik. Wer mit Jazz nichts anzufangen weiß, und das sind bekanntlich nicht wenige, wird vermutlich wegen der ausgiebigen Live-Musik-Passagen besonders in der ersten Hälfte, ehe auch die zwischenmenschliche Geschichte "Fahrt aufnimmt", bald aussteigen oder den Film erst gar nicht in Betracht ziehen. Ich weiß, wovon ich rede, denn noch vor 20 Jahren hätte ich wegen meiner damaligen Abneigung gegen Jazz selber einen großen Bogen um dieses ganze Genre gemacht. Neugierig gemacht hatte mich einzig der Name des dahintersteckenden Regisseurs: Bertrand Tavernier, der gerade in Venedig völlig zu recht für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Sein Verantwortlichzeichnen hat mich glücklicherweise über meinen musikalischen Schatten springen und ein Juwel von Film entdecken lassen.
  • Der Uhrmacher von St. Paul
    Drama, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 17.03.2015
    Welch eine Wohltat, mit diesem Film aus dem Jahr 1973 mal wieder daran erinnert zu werden, dass Krimis zugleich spannend UND in aller Ruhe erzählt werden können. Ein Film, der durchgängig ohne atemlose Schnitte, brachiale Tonkulisse und ganz ohne vorgeführte Brutalität auskommt. (Der schlimmste Gewaltakt, der gezeigt wird, sind zwei Boule-Kugeln, die durch des Uhrmachers Schaufensterscheibe fliegen - und das, obwohl es sich durchaus um einen Mordfall handelt.) Für ein Erstlingswerk - der erste Langfilm des hierzulande viel zu unbekannt gebliebenen Regisseurs Tavernier - eine beachtliche, ja aus dem Stand reife Leistung. Der Film wird getragen von einem grandiosen Philip Noiret, der für die Darstellung des melancholischen Uhrmachers perfekt besetzt ist. Ein anrührender Action-Film ganz ohne Action, spannend einzig und allein über die Rätsel aufgebende und mehr und mehr Neugierde erweckende Psychologie der sich fast schon aufgegeben habenden Hauptfigur - klasse!
  • Der Bauch des Architekten
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 06.03.2015
    Beeindruckender, harter, lebensechter Film! Noch nicht so verkünstelt wie spätere Greenaway-Filme.

    Wer hautnah miterleben will, wie sich innerhalb eines halben Jahres alles gegen einen verschwören kann, ist mit diesem Film gut bedient. Das Ungefragt-INS-Leben-geworfen-Sein ergänzen Drehbuchschreiber und Regisseur schonungslos und plausibel durch das Wieder-AUS-dem-Leben-geworfen-Werden! Unaufgeregt dramatisch wie das Leben in den allermeisten "Fällen" ist, liefert der nicht allzu symphatisch angelegte Hauptdarsteller eine Glanzleistung vor der Kamera ab. Chapeau!
  • Local Hero
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 01.03.2015
    32 Jahre nach Kinostart stellt man fest, dass die Zeit doch ein Stück weit über diesen Film hinweggegangen ist - technisch wie inhaltlich. Wie "Restaurantkritiker" schreibt leider nur 4:3 bei mäßiger Bildqualität. Eine digitale Aufpolierung würde dem nach wie vor symphatischen Film wahrhaft guttun. Kenne die gezeigten Strände: selten genug, dass sie in natura leuchtender und farbenfroher sind als im Film.

    Als Einstieg in die zahlreichen "Brit-Filme" aus den Achtzigern und Neunzigern, die dieser Film mit angestoßen hat, durchaus tauglich. Und wie heisst es in den Produktionsnotizen so treffend: "Ein Film ohne Mörder, nur mit Exzentrikern." Heutzutage auch ein guter Grund, sich den Film mal anzuschaun.
  • Her
    Drama, Lovestory, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 01.03.2015
    Erstklassiger Film - trotz 1er arg missratenen Szene unbedingt sehens- und HÖRENSwert!

    Die deutschen Synchronstimmen verdienen beide einen Oscar. Da es storybedingt insbesondere auf die weibliche Stimme ankommt, die das "intelligente Operating System (OS)" rein akustisch rüberzubringen hat, habe ich ein paar Mal zwischen Originalstimme von Scarlett Johansson und der deutschen Synchronstimme hinundhergeschaltet und stelle fest:
    Die deutsche Synchronstimme von Luise Helm trifft den Charakter der Geschichte bzw. der Figur von "her" weit genauer als die naturgegebene Stimme von Frau Johansson! (An dieser Stelle einmal ein Hoch auf die hochentwickelten deutschen Synchronisationskünste!) Obwohl ich Scarlett als Schauspielerin durchaus sehr schätze, hat sie im Vergleich zur deutschen Synchronisation eine recht ordinäre Stimme, die zur Storyidee weit weniger passt als die perfekt ausgewählte viel feinere, unaufgesetzt erotische Stimme von Frau Helm!

    Zur Pannenszene: Der Schlüssigkeit der Story wegen muss es irgendwann irgendwie zu einer Art von Sex zwischen Mensch und OS kommen. In dieser verunglückten aber für die weitere Geschichte notwendigen Szene verlässt sich der Regisseur allein auf die Stimmen seiner Protagonisten. Der Bildschirm bleibt schwarz. Heraus kommt dabei leider platter Telefonsex. Schade. Dafür gibt es für den insgesamt gebotenen spannenden kreativen Blick in unsere wohl nächste Zukunft einen zusätzlichen Gesellschaftsrelevanz-Stern.
  • The Navigators
    Geschichten von den Gleisen
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 23.02.2015
    Bildqualität besser als in "Riff-Raff" von 1991, aber annähernd dieselben (Arbeiter-)Schicksale - inklusive eines neuerdings aus kapitalistischer Sicherungsminimierung resultierenden Toten! Dieses Mal nicht auf dem klassischen (Hoch-)Bau, sondern im Gleisbau angesiedelt. Wiederum zu Thatcher-Zeiten spielend, als die British Rail in zahllose private Eisenbahn-Firmen zerschlagen wurde. Die Folge: Koordinations-Chaos, Entlassungen, Steigerung des Leistungsdrucks, Mitarbeiter gegeneinander ausspielen etc. - Anbruch der "modernen Zeiten" eben, die wir bis heute nirgends gezügelt bekommen haben. Im Gegenteil.

    Die erzählte Geschichte könnte den Deutschen eine Warnung sein, da das Damoklesschwert des Börsengangs und der Privatisierung der Deutschen Bahn weiter über uns schwebt. Aber welches wohlhabende Volk will schon aus den Fehlern ärmerer Nachbarn lernen ...? Solides "Working-Class-Cinema", aber nach einer ganzen Anzahl ähnlich gestrickter Filme - nicht zuletzt von Loach himself - nicht mehr wirklich überraschend.
  • Lord of War
    Händler des Todes - Er handelt mit Waffen... und macht einen tödlichen Deal.
    Thriller, Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 18.02.2015
    Schon allein der "Lebenslauf" einer Maschinengewehrpatrone in Etappen-Zeitraffer aus der Blickperspektive des Projektils ist das Ansehen dieses Films wert! Würde mir diese Auftakt-Sequenz sozusagen als eine Single-Auskopplung ohne eingeblendete Vorspanntitel wünschen. Sie ergäbe - ganz ohne Worte! - einen hervorragenden Amnesty-International-Spot gegen die massenhafte Verbreitung von "Kleinwaffen" - besser und wirksamer wie der doch sehr trocken geratene tatsächliche AI-Spot mit Cage, den man im BluRay-Beipack aufrufen kann.

    Zum Film selbst brauche ich nichts mehr zu sagen, er wurde hier schon genug gelobt - völlig zu recht. Ansehen! Und die zusätzliche ausführlichere AI-Doku, die zumindest der BluRay begepackt ist, keinesfalls verpassen! Aufgrund des AI-Engagements vermute ich, dass die Filmstory sehr viel näher an der Wirklichkeit dran ist als man hoffen möchte ...
  • Gran Paradiso
    Aufbruch ins Leben.
    Abenteuer, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 16.02.2015
    Wunderbarer Film! Sowohl für die Geschichte als auch für die darstellerischen Leistungen ALLER Schauspieler als auch für die tollen Landschaftsaufnahmen die maximale Punktezahl! Das Menschen-Team, das in dem Film zu einer gemeinsamen Herkulesaufgabe und Bewährungsprobe zusammengespannt wird, scheint über lange Zeit einfach "unmöglich" funktionieren zu können. Dass es letztlich dann doch klappt, ja sogar überaus glaubhaft klappt, macht die Spannung dieses im besten Sinne sehr menschlichen Films aus. Grandiose Natur und bissiger Humor kommen auch nicht zu kurz - also, Cineast mit Anspruch: Was willst Du mehr??
  • Snowpiercer
    Schneekreuzer
    Science-Fiction, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 09.02.2015
    Schwachsinnige Graphic-Novel, die besser eine Graphic-Novel hätte bleiben sollen. Sozusagen Filmpixelverschwendung. Nicht einmal die Tricks überzeugen.

    Zwar ist ein Zug mit seinen hintereinandergereihten Waggons 1., 2. und 3. Klasse durchaus eine gute Metapher für die in "Stände" gegliederte Menschheit. Aber dieser "Plot" wurde schon in den 1940er-Jahren tausendmal besser allegorisch erzählt: in der Kurzgeschichte "Der Tunnel" vom vielleicht berühmtesten Schweizer Schriftsteller: Friedrich Dürrenmatt (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Tunnel_%28D%C3%BCrrenmatt%29 ) Ach, hätten die Filmemacher und die Geldgeber doch nur diesen Klassiker filmisch zum Leben erweckt! Aber so? Wenn es ginge, würde ich glatt 0 Sterne verleihen. Ein Total-Reinfall. Und das schreibt ein Sci-Fi-Freund.
  • Die totale Therapie
    Sie suchten sich selbst und fanden den Tod...
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "Voyeur" am 09.02.2015
    Verkanntes Geniewerk! Ein Jammer, wie unbekannt dieser großartige, abgründige, österreichisch schwarzhumorige Film in Deutschland geblieben ist. Habe ihn gleich 2 x angeschaut, mit nochmals steigender Bewunderung für den genial ausgetüftelten Plot und die wahrhaft sensationellen schauspielerischen Leistungen! Gute Filme erkennt man daran, dass sie beim 2ten mal anschauen nicht langweilen oder gar implodieren, sondern noch an Glaubwürdigkeit bis ins kleinste Detail hinein hinzugewinnen. Das ist hier unbedingt der Fall.

    Eine kleine Durststrecke gilt es freilich in der ersten Filmhälfte zu überstehen. Die Therapierituale ziehen sich für therapieunerfahrene Betrachter etwas in die Länge. Doch für das fulminante Geschehen in der zweiten Hälfte ist dieses ausführliche Kennenlernen der Patienten mit ihren je eigenen Schwächen, Ängsten und Stärken ein großer Gewinn. Wie sich zeigen wird, ergibt die in dem abgelegenen Therapiezentrum zusammengekommene "Fälle"-Mixtur aus Neurosen, Psychosen, Beziehungsunfähigkeit, Business- und Ehe-Burnout ein nitroglycerinartiges Gemisch, das, wenn es nur 1 mal kräftig durchgeschüttelt wird, zur Explosion kommen muss. Als Resumée der Geschichte könnte man sagen, dass die unglücklichen Therapeuten doch sehr erfolgreich waren, indem sie bei jedem einzelnen Teilnehmer tatsächlich die innersten Ängste und Triebe freigelegt - aber leider auch freigesetzt! - haben. Eine menschlich psychotisch kritische Masse, die ebenso grotesk wie glaubhaft zündet!