Kritiken eines anonymen Filmfans

Engel der Verlorenen

Der trunkene Engel
Drama

Engel der Verlorenen

Der trunkene Engel
Drama
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Die erste Zusammenarbeit von Akira Kurosawa, Toshiro Mifune und Takashi Shimura - damit ist "Engel der Verlorenen" mindestens eine Fußnote in der Filmgeschichte sicher. Als Film hinterlässt er einen etwas zwiespältigen Eindruck - fast scheint es, als habe Kurosawa zwei Filme auf einmal drehen wollen, weil er sich nicht für einen entscheiden konnte (oder es ihm nicht gestattet wurde). Zum einen die japanische Spielart eines Gangsterfilmes oder eines Film noir, der einen seltsam kruden Eindruck hinterlässt - allzu forciert ist die "Coolness" (auch wenn dieser Begriff damals noch nicht üblich war) der Agierenden. Dem gegenüber stehen Szenen, die den damals brandaktuellen Neorealismus Italiens heraufbeschwören (ohne sich seiner stilistischen Mittel zu bedienen). In diesem Porträt eines Säufers und enttäuschten Idealisten hat der Film seine stärksten Momente und war vielleicht sogar heimliches Vorbild für französische Filme wie "Aufenthalt vor Vera Cruz" (der ein ähnliches Thema hat). Unbestreitbar sind die schauspielerischen Leistungen von Shimura und Mifune (und ihrer deutschen Sprecher Fritz Tillmann und Gerd Martienzen). Zweifellos ein bei aller Uneinheitlichkeit interessantes Frühwerk des für seine "Westlichkeit" (die hier voll zum Ausdruck kam) geschmähten Vorzeigeregisseur Japans.

ungeprüfte Kritik

Becket

Ein Leben gegen die Krone.
Drama, Abenteuer

Becket

Ein Leben gegen die Krone.
Drama, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Zwei große Schauspieler, zwei interessante Charaktere, prachtvolle Ausstattung - und doch zündet der Funke nicht. Allzu kühl läuft das Geschehen ab, die Kamera blickt auf die Ereignisse, zieht aber den Zuschauer nicht hinein. Ein typisches Manko vieler britischer Historienfilme aus dieser Zeit. Selbst die oscar-nominierte Musik von Laurence Rosenthal ist zu schulbuchhaft, um Emotionalität zu erzeugen. Schade um das manchmal geradezu an Kinski erinnernde explosive Spiel von Peter O'Toole, der als Heinrich II. derart überzeugte, dass er die gleiche Rolle 4 Jahre später noch einmal übernahm in "Der Löwe im Winter" (obwohl er für den gealterten Heinrich 15 Jahre zu jung war).

ungeprüfte Kritik

Der Tiger von Eschnapur

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Kitsch pur. Das einzige, was diese Verfilmung der 20 Jahre zuvor entstandenen ersten Tonfilmfassung voraus hat, ist die Farbe - und das, obwohl Regisseur von immens größerem Kaliber als Richard Eichberg war. Knattermimen, wohin man schaut, eine triefende Kolportagegeschichte, die einen unangenehmen teutonischen Beigeschmack hat, und Drehorte, die einen künstlichen, staubigen Eindruck machen. Immerhin ist die Arbeit von Kameramann Richard Angst bemerkenswert - niemals habe ich eine so täuschend perfekte Ausleuchtung einer im Studio gedrehten Außenszene sehen dürfen. Lang selbst benannte für sich den Film um in "Der Tiger von Dextropur" - kann es ein deutlicheres Zeichen dafür geben, wie gering seine Meinung von seinem eigenen Film war? Seltsamerweise übt das Ganze durchaus einen gewissen Reiz aus, auch wenn dieser vor allem trashiger Art ist. Paul Hubschmid könnte auch heute noch für die Damenwelt ein Blickfang sein, Debra Paget ist es für die Herren der Schöpfung ganz gewiss. Für einen verregneten Sonntagnachmittag zur totalen Entspannung des Geistes und einen Hauch von Studiosonne durchaus geeignet.

ungeprüfte Kritik

Mord - Der Auslandskorrespondent

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Foreign Correspondent" ist nicht weniger als eins von Hitchcocks großen Meisterwerken und nimmt so eine Sonderstellung ein - dadurch, dass es so wenig bekannt ist. Außer "Der unsichtbare Dritte" legt keiner seiner Filme bei einer Laufzeit von zwei Stunden ein solches Tempo vor, das für zwei seiner Art noch locker gereicht hätte. Er vereint die Qualitäten des britischen Hitchcock (Leichtigkeit, Sympathie für alle Figuren, Tempo) mit denen des Amerikaners (prachtvolle Aufmachung, epischer Rhythmus), obwohl sich diese Punkte scheinbar widersprechen. Der berühmte und so schwer zu findende Mittelweg - hier hat er ihn gefunden. Seine zur Entstehungszeit (teilweise sogar so nicht gewollte) politische Brisanz rückte ihn aber nach dem Krieg in eine Ecke, in die er nicht gehörte und aus der er sich auch nicht befreien konnte. Dass er von einem Verleiher zum nächsten weitergereicht wurde, tat ein Übriges - besonders in der BRD, wo er sehr verspätet und auch dann nur stark verstümmelt in die Kinos kam. Verstümmelt aber nicht aus politischen Gründen (wie oft angenommen wird) - nein, der Bearbeiter schnitt einfach die Stellen heraus, die ihm zu lang erschienen oder deren Humor er nicht verstand, ließ aber die politischen Bezüge weitgehend unberührt (um werbewirksame Aufmerksamkeit zuerregen). Glücklicherweise befindet sich aber auf der DVD nicht nur die ungekürzte deutsche TV-Fassung (die allerdings ein sehr bescheidenes Niveau hat), sondern auch die Originalfassung, die man in diesem Falle von vornherein anwählen sollte. Übrigens sehen wir in ffolliott (George Sanders) einen frühen Verwandten von James Bond - kein Wunder, war doch einer der ungenannten Co-Autoren Richard Maibaum, der Jahrzehnte später über ein Dutzend 007-Drehbücher verfasste und mehr als nur eine Spur dieser frühen Figur übernahm.

ungeprüfte Kritik

Dick & Doof erben eine Insel, Atoll K

Die beiden Robinsons auf Atoll K.
Komödie, Abenteuer

Dick & Doof erben eine Insel, Atoll K

Die beiden Robinsons auf Atoll K.
Komödie, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Hin und hergerissen ist man beim Betrachten dieses Films. Manch einer hält ihn für absolut misslungen, weil die vertrauten Gesichter (erschreckend) alt geworden sind und auch ihre Naivität hinter den (mißglückten) satirischen Amibitionen des Regisseurs verschwunden ist. Manch einer hält ihn für ein Meisterwerk, weil Laurel & Hardy nach den fürchterlichen Filmen der vorangegangenen Jahre in einigen Gags wieder zur alten Form gefunden haben. Beides hat etwas für sich, und beides ist nicht vollständig. Ein Film, der zwei Dinge will, die sich gegenseitig ausschließen - naiven Spaß und politischen - ist zum Scheitern verurteilt. Aber er hat beiden zumindest einige amüsanten Seiten abgewinnen können. Freilich hat er vor allem Cineasten etwas zu bieten, welche die deutsche und die amerikanische Fassung miteinander vergleichen (sie weichen massiv voneinander ab) - und eigentlich fehlt zum Gesamtbild noch die wieder völlig andere italienische Fassung. So bietet aber die DVD auf jeden Fall ein Erlebnis besonderer Art. Nur UNBESCHWERTEN Genuss - wie die meisten Laurel-&-Hardy-Filme - eben nicht ...

ungeprüfte Kritik

Die Wikinger

Abenteuer

Die Wikinger

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Dieser eher wuchtige als monumentale Abenteuerfilm hebt sich deutlich und auch sehr positiv vom Gros aus Hollywoods Hexenküche ab - und das hat er zu einem nicht unbeträchtlichen Teil dem Buch zu verdanken. Es gehört schon einiges an Mut dazu, den kraftvollen Heros Kirk Douglas als verunstalteten Unmenschen auftreten zu lassen, Frauenliebling Tony Curtis als Schwächling und die engelhaft schöne Janet Leigh als Zicke. Dass die Schauspieler ihre Rollen abseits der Klischees genüsslich darboten, versteht sich fast von selbst. Straffe Regie, kompetente Kamera und Musik, raue Ausstattung - so "einfach" ist es, einen überdurchschnittlichen Film zu drehen. Angemerkt sei noch, dass der Film nicht in s/w gedreht wurde (wie auf der DVD vermerkt), sondern sich in (gedeckter) Farbe präsentiert. Ein Wort noch zur deutschen Fassung: Die beliebtesten Sprecher ihrer Zeit - Arnold Marquis (Douglas), Gert G. Hoffmann (Curtis) und Margot Leonard - sind ihr zum einzigen Mal (in einem Kinofilm) alle drei gemeinsam in Hauptrollen zu hören.

ungeprüfte Kritik

Arpad der Zigeuner

Abenteuer, Serie

Arpad der Zigeuner

Abenteuer, Serie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Von dieser weniger bekannten Serie sind nur die ersten 6 Folgen auf DVD erschienen, dann wurde die Veröffentlichung abgebrochen. Das ist als Präzedenzfall unerfreulich, aber in diesem Falle bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Mag sein, dass die Serie für Toleranz wirbt - mag sein, dass in den 70ern das flattrige Outfit, wie es den Zigeunern (ich weiß, dieser Begriff ist politisch unkorrekt) zugeschrieben wird, perfekt in die Mode passte - aber das reicht keineswegs aus, um gute Unterhaltung zu schaffen. Langeweile herrscht hier vor. Unterhaltung muß doch wenigstens ein gewisses Maß an Spannung besitzen - die ist hier (trotz des legendären "Fanfan"-Regisseurs Christian-Jaques) leider nur in Spurenelementen vorhanden. Im Prinzip gilt das Gleiche wie für die vollends mißglückte Serie "Mein Freund Winnetou": mag man auch einige Einblicke in die Geschichte haben und in die damalige Lebensweise der Sinti und Roma (aber hat man die denn wirklich? wer weiß ...), aber dafür zu begeistern schaffen die 6 Folgen nicht - da vermisse ich die restlichen 20 keineswegs. Und wer die wahrlich reizende Edwige Pierre erleben will (wofür ich vollstes Verständnis habe), der halte sich an ihren Auftritt in der exzellenten May-Verfilmung "Kara Ben Nemsi Effendi", da bekommt er gleich 26 Folgen flotter und schrulliger Unterhaltung mitgeliefert.

ungeprüfte Kritik

Blutsbrüder

Auf Leben und Tod
Western

Blutsbrüder

Auf Leben und Tod
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Wenn zwei Publikumsmagneten der DEFA, beide mit reichlich Western-Erfahrung, zusammen für einen Indianerfilm vor der Kamera stehen, der eine Geschichte von humanistischer Gesinnung erzählt, dann kann doch eigentlich nur ein guter Film daraus werden. Ach wäre es doch so einfach. Denn im Eifer des Gefechts übersah der Autor und Hauptdarsteller Dean Reed, daß in der Kunst eine progressive Einstellung nicht ausreicht - man muß schlicht sein Handwerk verstehen. Daß er seinem "Blutsbruder" Gojko die Freundin ausspannte und ihn zum Nebendarsteller degradierte, half der Chemie zwischen beiden überhaupt nicht. Ein allzu überschätzter Regisseur tat sein Übriges dazu. So ist "Blutsbrüder" nach "Tecumseh" der zweite (leider aber nicht der letzte) qualitative Ausreißer nach unten in der Kult-Indianerreihe. Wenn man sich an ein Thema wagt, das schon Klassiker wie "Der zerbrochene Pfeil" und "Little Big Man" beackert haben, muß man schon etwas mehr zu bieten haben als guten Willen.

ungeprüfte Kritik

Chingachgook

Die große Schlange
Western, Deutscher Film

Chingachgook

Die große Schlange
Western, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Nein, wie nett. Gleich in der ersten Szene hopsen Ballett-Tänzer, die sich für indianische Krieger halten, mit Schildkröten-Rasseln durch ein Zelt, wenig später zieht Gojko selbst mit einer halb-Tanz-halb-Sport-Szene nach (begleitet zu von Dvorak inspirierter Musik). Nein, professionell ist dieser Film wirklich nicht zu nennen. Wären nicht die Szenen auf der Arche (die vom geächteten Egon Günther ohne Namensnennung geschrieben wurden), müsste man von Schmierentheater sprechen. Aber - es hat was. Zumindest hat der Film mehr Cooper und mehr Spass zu bieten als alle anderen der zahlreichen (und fast durchweg schauderhaften) Cooper-Verfilmungen. Für Gojko-Fans eine nostalgische Erinnerung, für Freunde echter Western allerdings viel zu weichgespült. Übrigens einer der wenigen DEFA-Indianerfilme, die nicht auf westlichem Kodak-Film, sondern tatsächlich auf ORWO gedreht wurden, weshalb die Farbqualität sich auf Pastelltöne beschränkt.

ungeprüfte Kritik

Apachen

Blutige Rache
Western

Apachen

Blutige Rache
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Selbst die schwachen DEFA-Indianerfilme haben für alteingesessene "DDR"-Bürger den Bonus von "unserem Gojko". Diesmal sogar doppelt, denn er schrieb zusammen mit Regisseur Kolditz das Drehbuch. Heraus kam der wohl beste, auf alle Fälle der härteste und professionellste der "Indianerfilme", wie so oft inspiriert von einem historischen Ereignis. Der "härteste" ist heute sehr relativ zu sehen, denn die damalige Spekulation der Filmkritikerin Holland-Moritz, er würde den "berüchtigten Italo-Western in nichts nachstehen" ist natürlich maßlos übertrieben. Aber wenn auch nichts gezeigt wird, die Andeutung reicht aus, um die Grausamkeit der weißen Eroberer zu verdeutlichen. Eine (tatsächlich italienisch beeinflusste) Filmmusik von Brecht-Komponist Hosalla rundet einen durchweg spannenden Film mit guten Schauspielern ab, dessen Versprechen von der Fortsetzung "Ulzana" leider nicht eingehalten wurde.

ungeprüfte Kritik

Die Söhne der großen Bärin

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Wenn ein heldenhafter Indianer und sein weisser Gegenspieler sächseln, wenn Clown Ferdinand als finsterer Schurke agiert, wenn ein pummeliger "kleiner Trompeter" versucht, wie ein Rauhreiter auszusehen und Dakota zu Jazz-Musik über die Prärie reiten - dann weiss der ehemalige DDR-Bürger, dass er den ersten DEFA-Indianerfilm vor sich hat. Natürlich ruft der Streifen heute eher Heiterkeit als Spannung hervor, natürlich holpert er über viele Unebenheiten hinweg, aber was soll's - er ist immer noch ein Mordsspass. Kenner seien allerdings gewarnt: die Längenangabe ist falsch - es handelt sich nicht um die originale DDR-Kinoversion, sondern um die für den internationalen Verleih überarbeitete, die gerade in der ersten Szene drastische Verstümmelungen aufweist.

ungeprüfte Kritik

Die seltsame Gräfin

Krimi, Deutscher Film

Die seltsame Gräfin

Krimi, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Viele Feinde hat dieser Film unter den Kritikern und unter solchen, die sich dafür halten. Gewiss, Logik sucht man hier vergebens. Sicher, das Stelldichein von UFA-Schauspielern sorgt für einen Hauch von edlem Staub, mit theatralischen Gesten und rollenden Rs. Aber Klaus Kinski ist ja schließlich auch theatralisch, und er gehört zu Edgar Wallace wie das Salz in der Suppe. Und durch die atmosphärisch brillante Kameraarbeit von Richard Angst werden kleine Mängel spielend wieder herausgeholt. Bedeutsam ist der Film schon als Krimi-Debüt des Wallace-Komponisten Nr. 1: Peter Thomas.

ungeprüfte Kritik