Kritiken eines anonymen Filmfans

Ali Baba und die 40 Räuber

Die schönsten Märchenklassiker der russischen Filmgeschichte.
Abenteuer

Ali Baba und die 40 Räuber

Die schönsten Märchenklassiker der russischen Filmgeschichte.
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ganze 83 Minuten dauert es, bevor der klassische Satz "Sesam, öffne dich!" fällt - und keine Minute der episch weit ausholenden Vorgeschichte herrscht Langeweile. Zwar sind die typisch indischen Elemente der Ko-Produktion etwas gewöhnungsbedürftig (was besonders auf die Hauptdarstellerin und ihre Gesangseinlagen zutrifft), das wird aber mehr als wettgemacht durch die ausgefeilten Charaktere, die Pracht der Bilder und vor allem durch Rolan Bykow (und seinen deutschen Sprecher) in einer grandiosen Doppelrolle. Allen Freunden von 1001 Nacht ebenso wie der sowjetischen Märchenfilme sei dieser Abenteuerfilm ans Herz gelegt!

ungeprüfte Kritik

Befreiung

Drama, Kriegsfilm

Befreiung

Drama, Kriegsfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Antikriegsfilme sind immer ein zweischneidiges Schwert - kann man die Greuel des Krieges glaubhaft darstellen, ohne sie zu zeigen? Rückt die Verwendung von Heldenfiguren die Dramaturgie nicht zu sehr in die Nähe des kriegsbejahenden Filmes? Diese und andere Klippen hat Yuri Ozerov mit seinem gigantischen Epos geradezu bravorös umschifft. Er verweigert dem Publikum glatte Helden (oder eine durchgängige Heldenfigur überhaupt - nur Episodenfiguren, die kontinuierlich immer wieder auftauchen, gibt es), er wagt es, ihm teilweise geradezu dokumentarische Szenen von langen Lagebesprechungen vorzusetzen, ohne in Langeweile zu verfallen, karikiert den überforderten deutschen Führungsstab, ohne ihn komisch oder gar ungefährlich wirken zu lassen, bringt ein Sammelsurium an historischen Fakten ein, ohne den Überblick zu verlieren. Und schon 1969 wurde Stalin in sehr kritischem Licht gezeigt, dass man ihn, ohne viel zwischen den Zeilen zu lesen, als einen despotischen und inkompetenten Kriegsherren interpretieren konnte. Kleines Manko der deutschen Fassung ist, dass sie zeitweise heftig mit der Zweisprachigkeit zu kämpfen hat und diesen Kampf nicht immer gewinnt. Sieht man über damit ausgelöste Sprünge hinweg, wird man mit einem wuchtigen Epos mit viel Unterbau belohnt.

ungeprüfte Kritik

Tibul besiegt die Dickwänste

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ein dramaturgisch schlecht gebauter Kriegsfilm, der mit kakelbunter Ausstattung so tut, als wäre er ein Märchen. Da wird von Hinrichtungen gesprochen, von Leichenfeldern - sollte man so etwas Kindern vorsetzen? Ich denke nicht. Ein Schandfleck in der Reihe großartiger sowjetischer Märchenfilme, den man meiden sollte.

ungeprüfte Kritik

Im Staub der Sonne

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 16.09.2009
Es ist schon seltsam, wenn sich ein bekannter Name wie Corbucci hinter dem Pseudonym Frank B. Curlish versteckt. Wollte der kleine Bruder Bruno verhindern, daß man ihn mit dem erfolgreichen Sergio vergleicht. Diese Angst wäre durchaus berechtigt, zumal er immerhin für das Drehbuch solcher Meisterwerke wie "Django" mitverantwortlich zeichnete. Leider erfüllt "Im Staub der Sonne" diese Erwartung nicht, dazu ist er zu durchschnittlich. Dabei ist die Idee gar nicht übel, aber wird durch die absolut farblosen Hauptdarsteller in Grund und Boden ruiniert; wohingegen ein namhafter Darsteller wie Keenan Wynn unter Wert verheizt wird. Einen gewissen Reiz bieten die witzigen Originaldialoge ("Zwei Kugeln vor Acht" sagt Stark in Anspielung auf die als Uhr getarnte Derringer), die allerdings durch die Synchronisation völlig verwässert wurden. Nicht, daß der Film nicht ein gewisses Maß an Unterhaltung böte - über Durchschnitt ist das allerdings auf keinen Fall. Da lohnt die Doku mit Aufnahmen der Dreharbeiten von "Leichen pflastern seinen Weg" und "Die drei, die den Westen erschütterten" weitaus mehr. Ein Hoch auf die DVD-Extras!

ungeprüfte Kritik

Töte Amigo!

Western, 18+ Spielfilm

Töte Amigo!

Western, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.09.2009
Damiano Damiani - ein Name, der eigentlich für spannende und ätzend kritische Politthriller steht. Ein Name, der auch bei seinem einzigen ernsten Spaghetti-Western für Qualität bürgt. "Quien sabe?" erzählt die Geschichte einer unmöglichen Freundschaft, die letztendlich durch politische Verhältnisse zerstört wird. Gian Maria Volonte ist wie immer großartig als Killer, dem die Begegnung mit einem noch skrupelloseren Yankee die Augen öffnet für seine Verantwortung in den Wirren der Revolution. Sehenswert auch Klaus Kinski in seiner ersten positiven Western-Rolle. Unbedingt verkneifen sollte man sich die katastrophale deutsche Fassung (es sei denn, man interessiert sich dafür, welche Szenen darin geschnitten wurden) und gleich die untertitelte Originalfassung anklicken. Für ein Aha-Erlebnis anderer Art ist die Musik von Luis Bacalov gut: Sie ist teilweise aus seinem Klassiker "Django" geklaut. Kurzum: Ein weiterer Schatz aus einem etwas mißachteten Genre

ungeprüfte Kritik

Der Würger von Schloss Blackmoor

Deutscher Film, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.04.2009
Mit einem starken Regisseur und wallace-erprobten Schauspielern hätte dies eigentlich ein den echten Filmen ebenbürtiges Plagiat werden sollen. Was ihn zu Fall bringt, ist nicht der exzellente, aber etwas deplazierte Hauptdarsteller, vielleicht noch nicht einmal die wie üblich strohdummen Dialoge von Ladislas Fodor - es ist die Grausamkeit, die Reinl zeigt statt anzudeuten (und so umsetzt, was Wallace-Produzent klug zu vermeiden wusste). Wenn auch die Tricktechnik nicht mehr überzeugt - rollende Köpfe sind nicht jedermanns Sache. Die Möglichkeit, das Geschehen durch Komik aufzulockern, wurde auch vertan durch den völlig gescheiterten Walter Giller, der Unterspannung mit Understatement verwechselte.

ungeprüfte Kritik

Das Geheimnis der schwarzen Koffer

Deutscher Film, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.04.2009
Ein blasser Hauptdarsteller und eine gemächliche Regie - das ist das einzige, was dieser Film sich vorwerfen lassen muss. Die Handlung ist vergleichsweise realitätsnah und logisch konstruiert, die Figuren sind nicht schwarz-weiss gezeichnet, sondern mit schönen Zwischentönen, besonders der oft gescholtene Hans Reimann bietet eine glänzende Vorstellung zwischen Biederkeit und aufblitzender Brutalität, die Musik des sonst eher im schlüpfrigen Bereich tätigen Gert Wilden ist spritzig und seinen "echten" Wallace-Kollegen Thomas und Böttcher ebenbürtig.
Von den BRYAN Edgar Wallace-Filmen der einzig empfehlenswerte.

ungeprüfte Kritik

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Ein Western! Der erste neue Western! Ein Western - brutal und romantisch!
Western

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Ein Western! Der erste neue Western! Ein Western - brutal und romantisch!
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Statt durch die staubigen Felsen von Almeria reitet der Held diesmal durch die traumhaft schönen Pyrenäen - das ist das einzig Positive, was über diesen Film zu vermelden ist. Nicht, daß er übermäßig schlecht wäre, Dutzendware wie diese gibt es beim Spaghetti-Western zuhauf; aber vom Schöpfer Djangos darf nun wirklich erheblich mehr erwarten. Ein populärer Rocker muß nicht gleich ein begabter Schauspieler sein - das beweist Johnny Hallyday auf kläglichste Weise. Es gelang Corbucci nicht einmal, seinen Spezi Ennio Morricone für die Filmmusik zu gewinnen - Vielschreiber A.F.Lavagnino sprang mehr schlecht als recht ein. Nicht einmal an den eher behäbigen "Ringo mit den goldenen Pistolen" (der Vorläufer "Djangos", der aber erst nach dessen Erfolg in die Kinos gebracht wurde) reicht dieser Film heran, und die Stellen, die an "Navajo Joe" erinnern, tun dies eher schmerzlich. Am übelsten aber ist der Qualitätsabfall gegenüber "Leichen pflastern seinen Weg", der auch noch in den gleichen Kulissen gedreht wurde - man kann deutlich das Schild "Pollicot Bank" erkennen. Und mich persönlich verstimmt sehr die verhetzende Darstellung der Hippies (kein Witz, es kommen wirklich welche vor) als gesinnungslose Perverse. Das alles kann auch Mario Adorf nicht herausreißen, dessen Rolle viel kleiner ist, als die Titelgestaltung vermuten lässt. Daß die deutschen Fassung (von Karlheinz Brunnemann) wieder dumme Sprüche klopft, fällt dann schon gar nicht mehr ins Gewicht.

ungeprüfte Kritik

Satan der Rache

Die Totenglocke läutet seine Rache ein...
Western

Satan der Rache

Die Totenglocke läutet seine Rache ein...
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Ein höchst seltener Anblick: Klaus Kinski als der Gute. Das ist aber auch das einzige Bemerkenswerte an diesem Durchschnittswestern, dessen Regisseur Dawson (alias Antonio Margheriti) nicht umsonst zu den Massenfilmern zählt. Leider hat Peter Carsten (der den Film mitfinanzierte) lange nicht das Format, um als Schurke gegen Kinski zu bestehen, und eine richtige Handlung hat der Film auch nicht. Es wird lediglich ein Gegner nach dem anderen auf phantasievolle (d.h. brutale) Weise aus dem Weg geräumt. Die düsteren Bilder bieten immerhin Sehenswertes. Wenn man gerade auf dem Italowestern-Trip ist, bietet "Und Gott strafte Kain" (so der wesentlich originellere originale Titel) die Unterhaltung, die man sucht, mehr aber auch nicht.

ungeprüfte Kritik

Mit Django kam der Tod

Der Mann, der Stolz, die Rache.
18+ Spielfilm, Western

Mit Django kam der Tod

Der Mann, der Stolz, die Rache.
18+ Spielfilm, Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Mit Django hat dieser Film nichts zu tun - es handelt sich um eine recht originalgetreue Adaption von "Carmen" (wenn auch im Western-Stil). Deshalb ist Django alias Jose auch nicht der gewohnte harte Bursche, sondern ein sensibler Choleriker, der an seinem Liebeskummer zugrunde geht.
Die strunzdämliche deutsche Fassung sollte man sich unbedingt verkneifen und gleich auf die Originalfassung zurückgreifen (leider wurde nicht die hochwertige DDR-Synchronisation auf die DVD gepresst), dann wird man mit einem interessanten (wenn auch nicht durchweg gelungenem) Streifen belohnt.

ungeprüfte Kritik

Minnesota Clay

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Nein, ein Meisterwerk des späteren "Django"-Regisseurs ist dieser Film noch nicht. Aber er verrät schon in Spuren seine kommende Handschrift. Der Held ist zwar noch ein aufrechter wie im amerikanischen Western, aber darin, dass er eine starke Brille tragen muss, kündigt sich schon der Originalitätsehrgeiz des Spaghetti-Westerns an. Im Gegensatz zum Debüt Corbuccis "Kein Cent für Ringo" kann man sich diesen Film ohne schmerzliches Bedauern ansehen.

ungeprüfte Kritik

Keinen Cent für Ringos Kopf

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Beim Stichwort Corbucci erwartet man doch eine gewisses Maß an Qualität vom großen Innovator des Italo-Westerns, der immerhin absolute Meisterwerke wie "Django" und "Leichen pflastern seinen Weg" drehte. Doch dieser Film ist eine Enttäuschung auf der ganzen Linie. Der Held sieht zwar aus wie Robert Mitchum (kein Wunder, er ist sein Sohn), hat aber nichts von dessen Charisma. Die Handlung ist abgedroschen und fade, keine Spur von irgendwelcher Eigenständigkeit. Das einzig Bemerkenswerte ist, dass man eindeutig die jugoslawische Landschaft identifizieren kann und sogar einige aus den Winnetou-Filmen vertraute Gesichter auftauchen - aber das ist zuwenig.
Eine ganz große Enttäuschung ist die deutsche Fassung, die Ende der 90er neu produziert wurde - mit gelangweilten Sprechern und einer neu komponierten Synthesizer-Musik - noch nicht einmal ungekürzt ist sie.
Also: Finger weg von dieser DVD und lieber zu Corbuccis Klassikern greifen!

ungeprüfte Kritik