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Kritiken von "ahohmann" aus

139 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Das Fest
    Jede Familie hat ein Geheimnis.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 03.11.2015
    Die Anhänger des "Dogmas" verbieten sich jeden speziellen Effekt, gedreht wird nur mit 35-mm-Film in natürlichem Licht, der natürliche Dekor muss unverändert bleiben, der Name des Regisseurs darf nicht einmal im Vor- oder Nachspann erscheinen. Und so weiter. Im Ergebnis rauscht die Bildqualität hier manchmal auf Super-8-Niveau. Und dennoch ist es ein häufig zitierter Film, der Kinogeschichte schrieb, der mit minimalistischen Mitteln eine intensive psychologische Spannung aufbaut, während der älteste Sohn sich durchringt, endlich Stück für Stück das Familientabu vorzubringen, das schon ein Leben gekostet hat.

    An dieser Stelle sei an auf einen anderen wichtigen Film von Thomas Vinterberg verwiesen: "Die Jagd", handwerklich deutlich reifer als "Das Fest". Das Thema des Kindesmissbrauchs scheint den Regisseur umzutreiben, und in beiden Fällen beleuchtet er es mit zwingender Kraft, jedoch aus unterschiedlichen Winkeln.
  • John Wick
    Rache kennt keine Gnade.
    Thriller, Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 03.11.2015
    Der Film wurde viel gepriesen, und man muss ihm eine Ästhetik anerkennen, die etwa an John Woo erinnert. Allerdings erreicht ebendiese sinnfreie Ästhetisierung von Gewalt und massakerhafter Action hier ein Niveau der Blutrünstigkeit, das beizeiten kaum noch erträglich ist, obwohl ich da einiges aushalte. Irgendwann wurde die Story so hanebüchen, dass ich schon vermutet hatte, als Unwissender in eine Comic-Verfilmung geraten zu sein, doch das ist nicht der Fall. Hier haben die Stuntmen den Film übernommen, aber scheinbar hielt sich niemand für eine Story zuständig.
  • Birdman
    oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 21.09.2015
    Bin auf ein großes Missverständnis herein gefallen: Inspiration für diesen Film lieferten keine Superheldenfilme, sondern Jean-Luc Godard! Das ist ein (relativ aufwendig produzierter) Arthouse-Film für Cineasten. Genial gespielt, grausam geschwätzig, ein bisschen surreal. Das sage ich alles anerkennend, obwohl ich den Film nicht mal zur Hälfte ausgehalten habe und es somit auch surreal ist, dass ich hier 4 Sterne vergebe.
  • Strike Back - Staffel 2
    Diplomatie wird überbewertet.
    18+ Spielfilm, Serie, Action, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 10.06.2015
    Nachdem Richard Armitage die erste Staffel im Alleingang bestritten hatte, wird er ab der 2. Staffel durch zwei Hauptfiguren ersetzt, die für die geheime und autonome "Section 20" im Namen der Regierung ihrer Majestät weltweit auf Terroristenjagd gehen. Sehr wirksame Action, viel Sex und Gewalt, ein paar schöne Landschaften, gute, spannende und gehirnfreie Unterhaltung, die qualitativ mit einer Serie wie "24" mithalten kann und es sicher verdient, bekannter zu werden.
  • Noah
    Das Ende der Welt... ist erst der Anfang.
    Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 02.06.2015
    Ein dunkler, intimistischer Film, mit vielen recht persönlichen Interpretationen biblischer Andeutungen. Manchmal zitiert er fast Fantasyfilme wie etwa den Angriff der Ents auf Isengart im Herrn der Ringe. Und doch will er auch einen Weltuntergang vermitteln, und zwar einen ohne Hoffnung, von biblischen Dimensionen, zugleich zugespitzt auf das Schicksal einer einzigen Familie - der letzten und somit ersten aller Familien.

    Es gibt Anspielungen auf ökologische Themen, auf religiösen Dogmatismus, der aus Frömmigkeit über Menschenleben richtet, und einiges mehr. Der Film ist vielschichtiger, als man auf den ersten Blick sieht, und kann daher Erwartungen enttäuschen, die ihm vor allem die Eigenschaft eines "Fantasy"-Spektakels abverlangen.

    Die Spezialeffekte verschleiern manchmal, dass Aronofsky einer der wenigen Hollywood-Regisseure ist, die mit Stars und großen Budgets Autorenfilme herstellen... dürfen.
  • Das Gesetz der Ehre
    Wahrheit. Familie. Stolz. Was bist du bereit zu opfern?
    Krimi, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 30.05.2015
    Kein richtiger Krimi, eher ein Polizeifamilienfilm über mehrere miteinander verwandte Polizisten, die mehr oder minder im Sumpf stecken oder darüber ermitteln. Der Film wirkt authentisch, der Regisseur ist selbst Polizistensohn und war bemüht, die New Yorker Polizei so zu zeigen, wie sie ist, mit ihren Protokollen, ihrer Sprache, und dem, was sie umtreibt, aber auch die Gangmitglieder sind sehr echt - viele sind Laiendarsteller und tatsächlich Gangmitglieder in Washington Heights, am Nordrand von Manhattan.

    Ich fand den Film ziemlich ungleich, mit schwer erklärbaren Rhythmenwechseln und manchen Fährten, die nicht wirklich verfolgt werden, während man sich bei anderen vielleicht zu lange aufhält. Verstanden habe ich das erst anhand der mitglieferten, einstündigen Dokumentation über seine Entstehung - endlich mal ein Making-Of, das so spannend ist wie der Film selbst. Kaum zu glauben, wie der Regisseur das durchgestanden hat (und was für eine Nervensäge Ed Norton sein kann).
  • Drachenzähmen leicht gemacht 2
    Fantasy, Animation, Kids
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 16.05.2015
    Eine sehr gelungene Fortsetzung. Die Story entwickelt sich rasant, bunt und humorvoll und hält einige Moment ästhetischen Staunens bereit. Allein schon die Bewegungen und Gesichtsausdrücke der Figuren sind sehr gelungen in Vielfalt und Detailgrad. Zwar ist die Story eher auf den Teenager-Selbstfindungstrip gemünzt, stellt aber im Hintergrund auch die nicht uninteressante und gar politische Frage, woraus eigentlich jenseits althergebrachter Egonummern und Klischees das Zeug zur Führungskraft in Wirklichkeit besteht.

    Schade, dass manche weiteren Bewertungen hier so viele "Spoiler" enthalten. Hätte ich sie vor dem Filmschauen gelesen, wären einige Überraschungen verloren gegangen.
  • Godzilla
    Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.04.2015
    Ich verstehe nicht die hier überwiegend negativen Kritiken. Kann es sein, dass man etwas ganz bestimmtes von diesem Film erwartet hat und er etwas anderes liefert? Ich war positiv überrascht von einem Film, der deutlich größer ist, als die geringe Aufmerksamkeit in Deutschland suggerierte. Und ich fand ihn ziemlich... durchdacht. Godzilla erscheint hier in einer überraschenden Rolle, nicht mehr als primärer, antiker Erzfeind. Und der Film ist deutlich ernsthafter als die von tolpatschigen Helden geprägte 1998er Version von Roland Emmerich (der seiner amerikanischen Adoptivheimat aber auch einmal mehr in einer vom US-Publikum oft unbemerkt gebliebenen zweiten Schicht einen ironischen Spiegel hinhielt).

    Dass man Godzilla erst nach einer längeren Aufbauphase zu sehen bekommt, gehört zum Kodex des Godzilla-Genres, aber vielleicht ist das Publikum heute einfach ungeduldiger, videospielgeprägter und will Action! jetzt! sofort!

    Die Action kommt dann auch, in überaus epischer Art, die die Größe der Kreaturen gut in Szene setzt und in 3D gut zur Geltung kommt. Das die wichtigsten Schlachten in der Nacht stattfinden, mag den Film etwas düsterer machen, soll aber sicher die Dramaturgie hervorheben, und gehört irgendwie auch zum Genre (siehe andere Godzilla-Versionen, Pacific Rim usw.). Das Spiel mit den Schatten ermöglicht einfach mehr Spiel mit dem Licht, wie beim Caravaggio.

    Und endlich wird auch mal eine andere Stadt als New York zerlegt.
  • Transformers 4 - Ära des Untergangs
    Die Regeln haben sich geändert. Das ist kein Krieg. Das ist der Untergang.
    Action, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 26.04.2015
    Wer den dritten Teil mochte, wird auch den vierten Teil mögen - es sei denn, man ist da in der Zwischenzeit heraus gewachsen.
  • Jack Ryan - Shadow Recruit
    Action, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 18.04.2015
    Die Mode des kompletten Neustarts bereits bekannter Figuren hat nun Tom Clancys Jack Ryan ergriffen. Chris Pine hat damit Erfahrung, hat er doch schon James T. Kirks filmische Neuauflage in unserer Galaxis verkörpert.

    Ein Polit/Finanz-Thriller klassischer Faktur - der übrigens an keinen der Clancy-Romane anlehnt. Die Story lebt mehr vom Charisma der Darsteller als von inhaltlicher Innovationskraft oder irgendwelchen Überraschungen. Dafür ist der Film handwerklich völlig in Ordnung, Kenneth Brannagh versteht sein Fach. Möglicherweise sind Fortsetzungen geplant, immerhin endet Jack Ryan in den Romanen irgendwann mit einem der härtesten Jobs der Welt, nämlich als US-Präsident.
  • X-Men - Zukunft ist Vergangenheit
    Fantasy, Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 18.04.2015
    Technisch super, für Krach, Farbe und spektakuläre Effekte ist gesorgt, der Film macht Spaß.

    Aber - die Geschichte nimmt erst zäh ihren Lauf, um dann relativ dünn zu bleiben. Längere Dialogszenen sollen den Zuschauer zur Annahme verleiten, man würde ein bisschen Charakterpsychologie betreiben und der Effekthascherei auch etwas dramatische Tiefe entgegen setzen. Und es stapeln sich Logikfehler und Anachronismen als erzählerische Abkürzungen.

    Aber, wie gesagt: Rums und Freude bringt der Film frei Haus mit, nur das Popcorn muss man selbst besorgen. Ausgerechnet Wolverine ist in alldem der ruhende Pol.
  • 5 Days of War
    Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.
    Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 24.03.2015
    Der Film ist als moderner Kriegsjournalismusfilm nicht schlecht, recht spannend gemacht, und eine sinnvolle Erinnerung daran, dass der Krieg und sein Leid immer wieder relativ nahe von uns stattfinden können, auch wenn wir in Westeuropa uns für auf alle Ewigkeiten dagegen immun wähnen.

    Ich sehe allerdings zwei Schwächen:

    1. Die Journalistendarsteller sind allesamt sehr überzeugend - bis auf, leider, ausgerechnet Rupert Friend in der Hauptrolle. Den Draufgänger kann man ihm noch abnehmen, aber das unsägliche Leid, das er erlebt und gesehen haben soll, das kann sein Blick einfach nicht ausdrücken, diese Abgebrühtheit muss sich der Zuschauer selbst dazu denken.

    2. Die Darstellung des Kriegsgeschehens ist zu einseitig und propagandahaft: Arme aber tapfere Georgier gegen böse prorussische Killer. Der Präsident scheint bereit, jede Demütigung auf sich zu nehmen, wenn nur der Frieden wiederhergestellt wird. Der Film spart komplett aus, wie aggressiv er nur Tage und Stunden zuvor selbst in Ossetien gezündelt hatte. Gewalt- und Kriegsbereitschaft waren deutlich beidseitiger, als es der Film relativ plump glauben machen will. Ich will hier sicher nicht die Gegenseite verteidigen. Aber ein Blick in den entsprechenden Wikipedia-Artikel über den Krieg kann zur eigenen Bildung sinnvoll sein, um das Gefühl der Empörung, das einen bei diesem Film ergreift, gegen eine differenziertere Betrachtung zu tauschen.